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Mittwoch, den 3. September 1930.

Fußball.

Gießener Zeitung"

Surnen, Sport und Spiel.

Streife durch den Bezirk.

Mit dem Ausgang der ersten Verbandsspiele können die Lahnbezirke der Bezirksklasse zufrieden sein: sie haben gewon­nen, wenn auch die Spielweise der Ggner um einige Prozent abgefeilter war; Kampfgeist und Geistesgegenwart haben die­ses Plus ausgeglichen und schließlich den Sieg errungen. Kürz­lich war irgendwo eine Stärkeskala der Kasseler Vereine auf­gestellt; da hieß es für die Südgruppe: 1. Spielverein, 2. Sport, 3. Hermannia. Nun haben die beiden letzteren am Sonntag in Marburg und Gießen Federn lassen müssen; Spielverein hat währenddessen anläßlich seiner Platzweihe ein Privatspiel mit 2: 4( 1: 1) gegen Rot- Weiß Frankfurt ausgetragen und wird sich am 7. September beim F. V. in Odershausen und am 21. September beim V. f. B.- Kurhessen in Marburg vorstellen; bis dahin sind auch Sport und Germania nochmals tätig ge= wesen, jodaß man dann vielleicht vielleicht! schon ein Urteil über die Kasseler Vereine fällen kann. Mehr Kopfzerbrechen macht die Frage: wie werden sich Hessen- Hersfeld und Ger­mania Fulda einführen? Die beiden Mannschaften stehen sich am 7. September in Fulda gegenüber. Auf die Resultate der Gesellschaftsspiele darf man kein allzu großes Gewicht legen ( sonst hätte 3. B. Sport Kassel in Marburg sicher und ein­drudsvoll gewinnen müssen!), in den Verbandsspielen werden eben andere Seiten aufgezogen. Das hat sich auch bei der Nord­gruppe in Göttingen gezeigt, wo die Spielvereinigung gegen die Kasseler Kurhessen ein Unentschieden von 3: 3( 1: 1) heraus­schlug. Der einzige Sieg der Metropole tam an Ort und Stelle zustande, in dem Hessen 09 über den F. V. Großalmerode mit 4: 2( 4: 1) triumphierte. Ueberraschend ist die 1: 3( 1: 1)-Nieder­lage des F. C. Grone gegen S. V. 05 Einbed; ist Grone. zu­rüdgegangen oder Einbeck besser geworden? Warten wir die nächsten Spiele ab.

In der 1. Bezirksklasse fängt die Gruppe Kassel erst am 7. September mit den Spielen an. Bei der Gruppe Fulda fällt der Sieg Horas über Bebra auf. Da V. f. B. Kirchhain zu= rüdgetreten ist, umfaßt die Gruppe Lahn nur noch 8 Vereine. Die beiden ersten Spiele( siehe unter ,, Resultat") dürften wohl erwartungsgemäß ausgefallen sein. Am 7. September sollte die Spielogg. 1900 Gießen den S. V. Herborn als Gast emp­fangen; durch Anordnung des Fußballsachbearbeiters ist der Herborner Verein aber mit einem Spielsonntag Ausschluß be= straft, sedaß das Spiel vom 7. September für Gießen ohne Kampf gewonnen ist. Der Wetzlarer S. V. erwartet den F. V. Wiesenbach, Oranien" Frohnhausen den F. V. Wallau und Germania Marburg den F. V. Breidenbach. Man tippt wohl nicht daneben, wenn man behauptet, daß in der Gruppe Lahn der Kampf um die Vorherrschaft zwischen den alten Vereinen, Gießen 1900, Germania Marburg und Wetzlarer S. V. ausge­tragen wird und den übrigen 5 Vereinen nur die Rolle des Züngleins an der Waage zufällt, je nachdem sie Punkte herge­ben müssen oder selbst einheimsen können; inwieweit das eine oder andere der Fall sein wird, läßt sich erst erkennen, wenn die Serie weiter fortgeschritten ist. Bei der Gruppe Kassel kommt wohl Tura Kassel in erster Linie für die Meisterschaft in Betracht; dagegen bleibt in den Gruppen Fulda und Süd­hannover die Frage einstweilen noch ganz offen.

Wie zu erfahren war, wird V. f. B. Gießen am 7. Sep­tember ein fälliges Rüchspiel auf eigenem Plaze gegen Germania Mudersbach austragen. Am 14. Septemb., der wegen der Wahlen von Verbandsspielen freigelassen worden ist, fin­det das Rückspiel der beiden Gießener Vereine statt, wobei V. f. B. als Platzverein zeichnet.

Nach einer neuerlichen Besprechung zwischen Vertretern des D. F. B. und der D. T. unseres Bezirkes sind beide Parteien fest entschlossen, das Abkommen, welches die beiden Verbände ge= troffen haben, nun auch strikte durchzuführen, insbesondere die Bestimmungen über die Doppelmitgliedschaft und den Verbands­wechsel rigoros durchzuführen. Wer von den Sportvereinen also Mitglieder hat, die gleichzeitig auch einem Verein der D. T. an­gehören und solche bei den Fußball-, Handballspielen usw. mit­wirken lassen will, oder wer ein Mitglied der D. T. übernehmen will, der sehe erst einmal in dem Vertrag nach, welche Rechte dem betr. Turner im D. F. B. zustehen! Unkenntnis schützt nicht vor Strafe, und sauer erworbene Punkte sind manchmal schnell ver­loren, wenn ein Kläger auftritt; bei der großen Konkurrenz um den Platz an der Sonne taucht ein solcher aber manchmal ganz unvermutet aus der Versenkung empor.

Ergebnisse aus dem Bezirk.

Bezirksliga und Bezirksklassen:

ViB. Gießen Hermannia Kassel 3: 1( 2: 1) Hessen Hersfeld 1900 Gießen 5: 3( 2: 2) Kurhessen Marburg Sport Kassel 4: 3( 2: 2) Germania Fulda Germania Marburg 2: 3( 2: 2) FV. Wallau FV. Breidenbach 5: 1( 4: 0) Wiesenbach 1. Frohnhausen 1. 4: 1 Laasphe 1. Marbach 1. 3: 4( 2: 1) abgebr. Biedenkopf 1. Frankenberg 1. 2: 1( 1: 0) Wetter Wommelshausen 1: 1

Allendorf

Bottenhorn

-

-

-

-

Gladenbach 1: 4 Feudingen 1: 4

Burg 1. Ehringshausen 1. 3: 2 SpV. Kassel

Rot- Weiß Frankfurt 2: 4( 1: 1)( Ges.) Spvgg. Göttingen Kurhessen Kassel 3: 3( 1: 1) Hessen 09 Kassel Großalmerode 4: 2( 4: 1) FC. Grone Einbeck 05 1: 3( 1: 1)

SC. 03 Kassel 2: 2( 2: 0) Sa. VFB. Bielefeld 1: 2( 0: 1) Sa. VfB. Bielefeld 3: 4( 2: 2) Mühlhausen 99 4: 0( 3: 0) SV. Neuhof 6: 1( 4: 2)

Tura Kassel Borussia Fulda SC. 03 Kassel Göttingen 05 SpV. Alsfeld- Horas Bebra 5: 3( 3: 1) Spusp. Northeim

-

VfB. Witzenhausen 4: 7 Sportfr. Einbed VfB. Northeim 2: 1 Germania Osterode SC. Weende 3: 1 Gau Gießen- Wezlar:

-

Daubringen 1. VB. Gießen 2. 2: 0( 1: 0) Geilshausen Ettingshausen 1: 7( 1: 3) Niederohmen Grünberg 1: 0( 0: 0)

-

Steinbach Garbenteich 1.

Steinberg 1:11( 1: 4)

-

Leihgestern 1. 2: 2( 2: 1) Weyl. SpV. 2a 3: 2 Weyl. Sp. 2. 3: 1

Bissenberg 1. Butzbach 2. Büblingshausen 1.

-

Hermannstein 1.( B. gew. n. Verl.) Vilbel 1. DJK. Wetzlar 1. 4: 2 Bieber 1. Dutenhofen 2. 1: 1 Flensungen- Müde 1. Grünberg 2. 2: 1( 1: 0) Gardenteich 2. 1900 Gießen 4. 3: 6( 1: 3) Daubringen 2. VfB. Gießen 3. 1: 5( 0: 2) Oberndorf 1. 7: 3

Nauborn 2. 3: 3

1900 Gießen 1. Jgd. 0: 6

Weyl. SpV. 3. Wetzl. SpV. 4. Butzbach 1. Jgd. VfB. Gießen 1. Jgd. Wetzl. Sp. 1. Jgd. Ettingshausen 1 Jgd. Grünberg Jgd Weyl. SpV. Sch.

Gau Marburg:

Mornshausen Schönstadt 1.

-

Lich 1. Jgd. 3: 0

Miedergirmes 1. Jgd. 5: 3 1900 2. Jgd. 0: 2 Heuchelheim Igd, Grünb. n. angetr. Nauborn Sch. 6: 1

Lohra 4: 5 Cölbe 1. 0: 4

Sintershausen 2. Jugend- Lohra 1. Jgd. 4: 1 Niederwalgern Sch. Lohra 2. Jgd. 2: 4 Jugendspieltag: Buchenau 1. Eckelshausen 1. 1: 0 Garnau 1. Gladenbach 1. 0: 0

-

Germania Marb. 1. fB.-K. Marb. 1. 0: 0 Wallau 1. Ockershausen 1. 2: 1 Dreihausen 1. Marbach 1. 3: 0 Cölbe 1. Sterzhausen 1. 0: 0 Cappel 1. Wehrda 1. 1: 0 Weidenhausen 1. Bürgeln 1. 2: 0 Feudingen 1. Biedenkopf 1. 1: 1 Buchenau 2. Odershausen 2. 0: 1 Breidenstein 1. Erdhausen 1. 1: 1 Hesselbach 1. Frankenberg 1. 1: 0 Endbach 1. Wommelshausen 1. 1: 1 Germania Marb. 2.

Gau Dill:

-

-

-

-

VFB.-K. Marb. 2. 0: 0

Udersdorf 1. 2: 3( 2: 3) Sinn 1. 9: 1( 4: 0) Ginn 2. 1: 2

Medenbach 1. Ballersbach 1. Ballersbach 2. Ballersbach 1. Jgd.

-

Sinn 1. Jgd. 7: 0

Aus Daubringen.

Am Sonntag traten beide Mannschaften des SpCl. 21 Daubringen zu den ersten Verbandsspielen an. Die Gegner waren VfB. Gießen 2. und 3. Mannschaft. Das Spiel der 2. Mannschaft gegen VB. 3. endete mit dem Resultat 5: 1( 2: 0) für die Gäste, obwohl D. keineswegs so schlecht war, als dies das Ergebnis besagt. Die D. verstanden es nicht, die Torgelegenheiten auszunügen. Schiri Schnauth Lollar war gut.

Dann trafen sich die 1. und 2. Mannschaften beider Vereine. Hatte VfB. Gießen das letzte Gesellschaftsspiel in Gießen mit 5: 4 gewinnen können, so gelang es den Gästen diesmal nicht, das erste Verbandsspiel zu gewinnen. Mit 2: 0( 1: 0) mußten diese nach fast dauernder Ueberlegenheit der kleinen Daubringer das Spielfeld verlassen. Das Edenverhältnis war 8: 3 für D. Schiri Jor- Ettingshausen war dem Spiel, welches von beiden Mannschaften fair ausgetragen wurde, ein guter Leiter.

Steinbach 1.

-

Steinberg 1. 1:11( 1: 4)

Am Sonntag trug die 1. Mannschaft Steinbergs ihr erstes Verbandsspiel in Steinbach aus. Die Gäste waren dem Play­besitzer in allem überlegen. Einige Spieler der Steinbacher Mannschaft suchten durch all zu hartes Spiel auszugleichen, was ihnen einen Playverweis einbrachte. Vom Spielverlauf: In den ersten 10 Minuten konnte sich Steinberg nicht recht finden. Die Steinbacher nugten diese Gelegenheit aus und gingen in der achten Minute in Führung. Dann übernahm Steinberg die Führung und trug eine Anzahl Angriffe vor das Tor der Steinbacher, die mit viel Glück von der Verteidigung geklärt wurden. In der 14. Minute fiel dann durch Elfmeter der Aus­gleich. Bis zur Halbzeit fielen noch 3 weitere Tore. In regel­mäßigen Abständen fielen in der 2. Spielhälfte noch 7 Tore. Schiri Kömpel- Gießen war gut.

SpV. Bieber 1. Dutenhofen 2. 1: 1 Bieber hatte zum ersten Verbandsspiel den Neuling Duten­hofen zu Gast. Bieber war gezwungen mit reichlich Ersaz anz treten und konnte trotz starter Ueberlegenheit nicht mehr als ein Unentscheiden erzielen. Schiri Enders- Gießen leitete sehr gut.

Aus der Gruppe Grünberg. Niederohmen Grünberg 1: 0( 0: 0) Grünberg fuhr mit seiner 1. Elf zum 1. Verbandsspiel nach Niederohmen und mußte die Punkte dort lassen. Ein gegebener Elfmeter für Grünberg konnte nicht verwandelt werden und da ein Spieler Grünbergs mit dem Schiedsrichter in Meinungs­verschiedenheiten geriet, mußte er sich in die Zuschauerreihen begeben. Schiedsrichter Grünewald leitete zufriedenstellend.

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Durch Selbsttor half dann Grünberg Niederohmen den Sieg erringen.

Flenjungen- Müde 1. Grünberg 2. 2: 1( 0: 1)

Auch Grünbergs 2. Mannschaft mußte die ersten Punkte dem Cegner überlassen, wenn dieser auch mit viel Glück zu 2 Toren durch Handelfmeter tam. Diese Handelsmeter waren die typischen, von Spielern, welche glaubten etwas besonders zu können, ohne zu bedenken, was sie dabei anrichten. Die neue Regel wird es wohl diesen Spielern, wenn sie noch verwarnt werden, ver­leiten, ihre Finger auszustreden.

Grünberg konnte bereits in der ersten Hälfte durch Verwand­lung einer gut getretenen Ede in Führung gehen. Die Angriffe von Fl- Müde klärte die Grünberger Verteidigung und was diese nicht erreichen konnte ihr Tormann. Schiri E. Keil­Ettingshausen leitete gut.

Geilshausen Ettingshausen 1: 7

Ettingshausen trug jein 1. Verbandsspiel gegen den Neuling der 1. Gauklasse auf dessen Platz aus. Da der Plazz sehr schmal und klein, fällt es Eitingshausen schwer sich zu finden und muß zusehen, wie Geilshausen erst jührt. Nachdem sich die Mannschaft an die Platzverhältnisse gewöhnt, konnte sie dem Platzverein ihr Spiel dittieren. Schiri Kreuder leitete zufriedenstellend.

Aus Ettingshausen.

Das am Sonntag durch die 1. Mannschaft in Geilshausen gegen die dortige gleiche Mannschaft ausgetragene erste Ver­bandstreffen endigte mit einem 7: 1- Siege( Halbzeit 3: 1). Die Playmannschaft, ein Neuling, war dem Ansturm der Gäste nicht gewachsen, insbesondere in der 2. Halbzeit. Geilshausen konnte zuerst, schon in der 3. Minute, in Führung gehen. Man be­fleinigte sich auf beiden Seiten eines fairen Spiels.

Was nun?

Erst der energische Vorstoß gegen Borussia M.- Gladbach, dann der vernichtende Angriff auf den FC. 04 Schalte- wahr­lich zwei schwere Strafgerichte des Westdeutschen Spielverbandes über unbotmäßige Untertanen! Der WSV. scheint gewillt, seine Mission als Hüter des Amateursportlertums sehr ernst auszufassen und ganz rigoros durchzuführen; er hat aber auch wahrscheinlich mit den beiden Urteilen einen Stein ins Rollen gebracht, der schon lange auf gefährlicher Kippe stand und nur eines leisen Anstoßes bedurfte, um sich verheerend über die Sportgefilde hinzuwälzen. Die Schalker, die erst seit dem Spiel­jahr 1926-27, als sie zweiter Vertreter des WSV. bei den deut­schen Meisterschaftsspielen waren, der Allgemeinheit bekannt wurden, und die dann im folgenden Jahre als Dritter, in den beiden letzten Jahren sogar als Meister die Farben des WSV. vertraten, haben nämlich beim Deutschen Fußballbund Berufung eingelegt und sich erboten, Beweise dafür zu erbringen, daß sie nicht mehr und nicht weniger getan haben, als was die Spie ler der meisen Großvereine seit langer Zeit bis auf den heuti gen Tag cuh tun.

Das kann ja eine nette Bescherung werden, wenn diese Be­weisführung vom DFB. zugelassen wird oder wenn die Schal­fer im Falle der Abweisung die Flucht in die Oeffentlichkeit antreten, d. h. ihr Material der Presse übergeben! Der DFB. ist daher sicher nicht sehr erbaut von dem rücksichtslosen Durch­greifen des WSV. und sitzt jetzt in einer bösen Klemme. Was joll er tun? Bestätigt er das Urteil, so brandmarkt er zwei Spieler seiner bisherigen Nationalelf als Berufsspieler und be­schwört die Gefahr herauf, daß die Schalker ihn durch ihr Ma­terial zwingen, denselben Verruf über noch mehr Internationale auszusprechen. Läßt er Gnade für Recht ergehen, so zieht er sich den Vorwurf zu, seinen Standpunkt in punkto Amateuris= mus aufgegeben zu haben, und schafft gleichzeitig einen Präze­denzfall, der ihm für künftige Fälle ähnlicher Art die Waffe der Abwehr aus den Händen nimmt und für das Blühen, Wachsen und Gedeihen des verkappten Berufsspielertums sicher nur Wasser auf die Mühle ist. Mit vielleicht noch größerem Interesse als in Deutschland wird man im Ausland die Weiter­entwidelung des Falles Schalkes verfolgen und besonders das Verhalten des DFB. unter die kritische Lupe nehmen, nament­lich in jenen Ländern, die das Berufsspielertum eingeführt oder zugelassen haben und denen gegenüber Deutschland sich immer auf das hohe Roß der Unnahbarkeit gesetzt hat, wenn es sich um Aufnahme des sportlichen Verkehrs handelte. Man glaubt es im Ausland einfach nicht, so lange nicht mehr, daß alle deutschen Spieler aus reinem Jdealismus spielen, als tatsächliche Ama­teure existieren; es sind schon zuviele Einzelfälle bekannt ge= worden, die das Gegenteil bewiesen haben, und deshalb ist man natürlich nur zu gern geneigt, solche Zustände zu verallgemei­nern. Und in Deutschland selbst? Man soll den Sportlern und Sportfreunden den Glauben an Ideale nicht rauben, aber es nügt auch nichts, wenn man achtlos an den Schäden vorbeigeht, die tatsächlich der Bewegung anhaften und besonders beim Fuß­ballsport mehr oder minder offensichtlich zutage treten. Aller­dings muß dafür der nötige Nährboden vorhanden sein, und das ist er zweifellos in den großen Vereinen in viel stärkerem Maße als in den kleineren und kleinen Vereinen, wenn auch nicht selten bei diesen sich schädliche Auswüchse zeigen. Das jins alles offene Geheimnisse", über die man überall immer wieder spricht und denen doch nur selten eine Instanz nach­forscht, einfach aus dem Grunde, um feinen Schmuh aufzurüh ren, in welchem man nachher selbst umkommt. Der WSV. hat jetzt einmal das Wagnis unternommen. Die Folgen sind heute noch nicht abzusehen, jedoch kann man jetzt schon ruhig sagen: wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen. Wie groß der Schaden sein wird und was für Spötter sich ihn zunuze machen werden, muß man erst abwarten.

Verantwortlich: Paul Christian Klein in Gießen.

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