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Nr. 26

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Mittwoch, den 2. April 1930.

Ergebnisse

Gießener Zeitung"

Turnen, Sport und Spiel. Jugendopfertag im W. 6. V.

Alemannia Aachen Homberger Spogg. 2: 1 Rheydt Krefeld 5: 4

Köln Düsseldorf 2: 1 Mittelrhein Bonn 0: 4

Duisburg Düsseldorf 7: 0

Oberhausen Sterkrade- Osterfeld 3: 6

Bottrop Hamborn 3: 1

Krefeld

Wanne

Westfalenbezirk:

M.- Gladbach- Rheydt 3: 5

Münster 2: 1

Bielefeld Stadt A- Schwarz- Weiß Essen 4: 5( 3: 2) Bielefeld Stadt B Gütersloh 5: 3( 3: 2)

Hamm: Stadt Hamm A Bochum Städteelf 1: 5( 0: 1) Stadt Hamm B Soest 2: 2( 0: 2) Städteelf Rheine

-

Stadt Buer- Erle 2: 3

Stadt Münster Stadt Wanne 3: 2 Komb. Herte- Scherlebed Städteelf Recklingshausen 1: 2 Teutonia Lippstadt Borussia Lippstadt 2: 0

Städteelf Nordhorn

Städteelf Gronau 4: 2

BSV. Deynhausen Osnabrüd 08 2: 2 VFB. Bünde Osnabrück 06 1: 5

VIL. Osnabrüc Union Herford 4: 2.

Und nun die Rejuitate:

In Marburg: Stadtelf Kurhessen Kassel 2: 2( 1: 0), in Gießen: Gauelf Gauelf Marburg 3: 3( 2: 3),

in Breidenach: Breidenbach Wiesenbach 2: 3,( 2: 0)

in Wetzlar: Wetzlar SV. Herborn und Burg 0: 2( 0: 1),

-

in Frohnhausen: Frohnhausen Dillenburg und Sechshel­den 1: 0( 1: 0),

in Butzbach: Buzzbach und Niederweisel Ben 1. u. 2.( 10 Mann) 5: 2( 3: 1),

in Laubach: Laubach u. Homberg Grünberg 8: 4( 4: 3),

SpVg. 1900 Gie­Ettingshausen und

in Lich: Lich, Garbenteich, Steinberg und Steinbach gegen VfB. Gießen, 1900 Gießen und Heuchelheim( 9 Mann) 4: 2( 2: 0),

in Großen- Bused: Großen- Buseck, Lollar und Daubringen gegen VfB. Gießen 1. u. 2. 3: 4( 0: 1),

in Biskirchen: Biskirchen, Bissenberg und Holzhausen gegen Weilburg, Löhnberg und Niedershausen 2: 1( 2: 0), Steindorf, Büb­in Burgjolms: Burgsolms und Cberbiel lingshausen und Hermannstein 3: 3( 2: 0), Gruppe 7

in Haiger: Gauklasse 2 Gruppe 6

?

in Sinn: Sinn, Merkenbach u. Hörbach Aẞlar 6: 2( 2: 0), in Straßebersbach: Rittershausen, Straßebersbach, Weidel­bach Manderbach, Offdilln 3: 0,

in Kassel: Spielverein

Hessen 09 Kassel 1: 2( 0: 1),

SC. 03 Hermania Kassel 1: 2( 0: 1),

und war nahe daran, noch wenige Meter vor dem Ziel zu stran cheln, doch auch Gräf brachte nicht mehr die Kraft zu einem Endspurt auf. Ludwig folgte mit weiteren 50 Metern Abstand. Dann kam das Gros des Feldes. Schon wenige Minuten später erschienen dann die 10- Kilometer- Leute. In vorzüglicher Ver­fassung tamen sie an, keine Spur von Ueberanstrengung, in gleichmäßigen Abständen von 70 Meter famen die drei erſten ein. Die gelaufene Zeit von Peters fann als sehr gut angespro­chen werden. Kaum hatte der Letzte dieser Klasse Hanns das Ziel überschritten, da erschienen auch schon die ersten Ju­gendlichen des 5- Kilometer- Laufes. Kurz aufeinander famen sie ein und lieferten sich einige noch im Endspurt recht hart­nädige Kämpfe bis ins Ziel. Die Läufer der aktiven Klasse 3 ließen auch nicht lange auf sich warten und in scharfem Spurt erschien Heberling als erster auf der Aschenbahn mit einem Vor­sprung von etwa 200 Meter, dann folgten die beiden VfB.er Büttner und Heise turz aufeinander. Der Rest hatte auf der Strede zu sehr gebummelt und den Anschluß nicht mehr herstel­len können, wodurch der erwartete größere Endkampf sehr ruhig verlief. Die gezeigten Leistungen in allen Läufen waren recht zufriedenstellend und lassen erkennen, daß die Gauvereine auch für die Langstrecken ganz würdige Vertreter stellen können. Die reibungslose Durchführung ist das beste Zeichen für die gute Organisation und hier ist besonders zu erwähnen, daß die Strek­fen sehr gut markiert und mit Streckenkontrolle besetzt waren. Die Ergebnisse: Attive, 10 Km.: Einzellauf: 1. Peters, SpVg. 1900, 38,5 Min; 2. Paul, SpVg. 1900; 3. Koch, SpVg. 1900; 4. Müller, VfB. 08 Gießen; 5. Lüttjohann, SpVg. 1900 Gießen; 6. Henns, VfB. Gießen. Mannschaftslauf: 1. SpVg. 1900 Gießen. Attive, Kl. 3, 5 Km.: Einzellauf: 1. Heberling, SpV. Wetzlar, 19 Min.; 2. Büttner, VFB. 08 Gießen; 3. Seise, VfB. 08 Gießen; 4. Knigge, SpVg. 1900 Gießen; 5. Peters 2., Sp.­Vg. 1900 Gießen. Mannschaftslauf: 1. VfB. 08 Gießen; 2. SpVg. 1900 Gießen; 3. VfB. 08 Gießen, 2. Mannschaft. Jugend, Klasse A, 5 Km.: Einzellauf: 1. Bärwinkel, VfL. Wetz­lar, 2. Poutani, FV. Weilburg; 3. Abbée, VfL. Weylar; 4. Moog, SpVg. 1900 Gießen; 5. Wörenkämper, SpVg. 1900 Gießen; 6. Balser, SpVg. 1900 Gießen. Mannschaftslauf: 1. SpVg. 1900 Gießen; 2. VfB. Weylar; 3. VfR. Lich; 4. VfB. Ağlar.

Jugend, Klasse B, 3 Km.: Einzellauf: 1. W. Schäfer, VfB. 08 Gießen; 2. W. Gräf, SpVg. 1900 Gießen; Ludwig, VfL. Weylar; 4. K. Simon, VfB. 08 Gießen; 5. W. Paulus. VfB. 08 Gießen. Mannschaftslauf: 1. VfB. 08 Gießen; 2. VfL. Wetzlar; 3. SpVg. 1900 Gießen; 4. SpV. Garbenteich; 5. VfR. Butzbach; 6. VfR. Lich.

*

Gau Gießen- Weglar Gau Marburg 3: 3( 2: 3). Anschließend fand das mit Spannung erwartete Tref= fen einer Repräsentativmannschaft des Gaues Marburg gegen eine gleiche des Gaues Gießen- Wezlar statt. Inzwischen hatten sich etwa 1200 Zuschauer eingefunden. Mit wenigen Minuten Verspätung stellten sich dem Unparteiischen Busch Niederweisel die Mannschaften wie folgt: Marburg: Stadtelf Northeim 3: 3, Kreiensen in Northeim: Susp. und VfB. Northeim und Moringen 0: 1. Borussia Fulda

in Göttingen: SC. 05 SpVg. Göttingen, Grone und Weende 6: 0( 3: 0),

in Osterode: Stadtelf Osterode

biniert 6: 0

1

-

Germania Fulda- Hessen- Hersfeld kom­

Jugendheim Opfertag in Gießen.

Frühjahrswaldlauf des Gaues Gießen- Weglar. Der Jugendopfertag wurde mit der ersten Athletik- Ver­anstaltung im Gau eröffnet und war von einer recht statt­lichen Teilnehmerzahl von den Vereinen d. Lahngebietes beschickt. Bei bestem Sportwetter sammelten sich diese auf dem schönen Waldsportplatz des VfB., dem die Durchführung übertragen worden war. Schon gegen 2 Uhr wanderte eine recht ansehn­liche Zahl der Athletikfreunde hinaus, um zu sehen, wie der erste Start klappte. Pünktlich um 2,30 Uhr wurden die ersten auf die Strede geschickt. Die Aktiven über 10 Kilometer- nur aus Mitglieder der Spvgg. 1900 und des VfB. gingen in einem recht ansprechenden Tempo los. Als zweite Gruppe verließ die Jugendklasse B, über 3 Kilometer, die ein sehr starkes Feld von ca. 50 Läufern aufwies, den Waldsportplay. Kurz darauf folgte die Jugendklasse A, über 5 Kilometer und als letzte Läuferschar die aktive Klasse 3 über 5 Kilometer. Es dauerte nicht lange, da erschienen schon die ersten Laufer wieder von der Jugend B. Dem Sieger Schäfer folgte in einem Abstand von ca. 15 Meter schon der Zweite, Gräf, und es wäre um ein Haar geschehen gewesen, denn Schäfer konnte sich am Ziel kaum noch halten

( Kurh.)

Muth( Ockersh.) Schmidt( Germ. Hildebrandt( Odersh.) Werner( Germ.) Berndt( Kurh.) Naumann 2( Odersh.) Schmit Peil Gobrecht H. Werner Seip ( Germ.)( Kurh.)( Kurh.)( Ockersh.) ( VfB.)( 1900)( VfB.)( Heuchelh.)( 1900) Eisfelder Haupt Arnold Zeiler Katz( 1900) Henrichs( VB.) Glitsch( 1900) Bingel( VfB.) Hohmann( 1900) Voeckler( VfB.)

Gießen:

Heilmann

Vom Anstoß an zeigte die heimische Mannschaft zunächst das bessere Zusammenspiel und konnte in der 3. Minute schon durch Heilmann in Führung gehen. Ein Marburger Verteidiger will mit Wucht den Ball ins Feld treten, statt eines Weitschusses wird es eine Kerze. Heilmann köpft dieselbe sauber ein. Marburg dreht nun auf, fommt aber nicht geschlossen nach vorne. Einzel­durchbrüche stoppt Bingel, der sehr zuverlässig arbeitet. Hoh­mann u. Voeckler sind nervös und nicht in Form. Durch falsche Stellung der einheimische Verteidiger kann sich in der 8. Mi­nute Werner( M.-St.) von den Gästen allein durchspielen. Boeckler versäumt in diesem Moment, wo alles auf eine Karte zu sehen war, hinauszulaufen, und zappelt im Torkasten hin und her. Werner kann aus 6 Meter Entfernung mühelos ein­senden. 1: 1.

Die Feldüberlegenheit der Gießener dauert an, Marburgs Hintermannschaft hat stets zu tun. Das Spiel wird hauptsäch lich auf dem linken Flügel der Gießener ausgetragen. dabei gelingt es Eisfelder, einen Ball scharf vors Marburger Tor zu flanten, Heilmann steht frei und köpft wiederum ein.

2: 1 für Gießen.

Nr. 26

Die Herrlichkeit währte nicht lange. 2 Minuten nur. Der Marburger Sturm tommt einmal geschlossen nach vorne und fann den Angriff nach einigem Hin und Her durch seinen Mittel­stürmer erfolgreich abschließen. Hohmann und Voeckler sind nicht ganz schuldlos.

2: 2.

18 Minuten wird erst gespielt. Man tippt auf ein tor­reiches Treffen. In der 23. Minute bekommt Gießen seine erste Ecke zugesprochen, die aber nichts einbringt. Kazz, verletzt, ver­läßt für knapp 10 Minuten das Spielfeld. Bingel rüdt ein wenig auf. Hohmann bremst einen gegnerischen Angriff, gibt den Ball nach hinten zum Tormann, der Ball ist schwach ge­treten, Voedler zaudert wieder und als er endlich hinausläuft, um den Ball an sich zu nehmen, ist es zu spät, der nachsetzende Marburger Sturm ist eher da und sendet mühelos ein.

2: 3.

Die Gießener, nur mit 10 Mann im Feld, werden ein wenig topficheu. Marburg legt in dieser Zeit noch zwei Eden ohne Erfolg vor. Nachdem Katz wieder eingetreten war, spielt sich der Kampf wieder mehr in des Gegners Hälfte ab. Gutes Feldspiel des Gießener Sturmes findet keinen richtigen Ab­schluß. Haupt verschenkt um diese Zeit eine ganz sichere Chance. Arnold gibt nicht ab und will mit Gewalt ohne die anderen spielen. Der erwünschte Ausgleich ist bis zur Halbzeit nicht zu erzielen. Eine Ecke für jede Partei ist die ganze Ausbeute. In der Pause nimmt Gau- Athletiksachbearbeiter A. Hof­mann die Preisverkündung und die Diplomverteilung für den Waldlauf vor. Die Ergebnisse siehe oben zu Eingang des Be­richtes.

Die zweite Halbzeit ist zu Anfang offen. Der Unparteiische verhängt nach 5 Minuten Feldspiel Elfmeter gegen Marburg wegen unfairem Spiel.( Haupt war gelegt worden). Unver­ständlicherweise nimmt Zeiler den Ball, legt ihn sich zurecht und gedenkt, den Ball zu treten. Bevor jemand recht begriffen hat, ist das Unglück schon geschehen. Mitten übers Tor, einen Meter über die Latte, geht der Ball ins Aus. Wieder eine Chance futsch. Der Elfmeter wäre besser von Spezialisten wie Bingel und Heilmann, die ruhig Blut und sicheren Schuß haben, getreten worden. 1 Minute später gleicht Zeiler diesen Fehler in etwas wieder aus. Ein schnell nach vorne gebrachter Ball wird von ihm sauber geflankt. Arnold steht richtig, nimmt den Ball aus der Luft und sendet unhaltbar ein. Das schönste Tor des Tages! 3: 3.

Der Eifer läßt etwas nach. Einzelne Spieler haben sich auch schon ausgegeben. Es gibt auf beiden Seiten Momente, die ausgenutzt werden konnten. Die besser gewordene Gießener Hintermannschaft mit Unterstützung von Glitsch vereitelt aber alle gegnerischen Versuche. Auf der anderen Seite geht die ganze Läuferreihe nach hinten und hilft verteidigen. Mit dem torreichen Treffen ist es aus.

Marburg sammelt Eden( 10., 13., 25. und 34. Minute), Gießen sezt nur eine dagegen( in der 11. Minute). Kurz vor Schluß geben es dann beide Mannschaften auf, noch hitzig um den Sieg zu streiten, das Spiel wird sehr ruhig. Der Ball wandert bis der hin und her, ohne daß System in der Sache liegt Unparteiische abpfeift.

Kritit.

-

Die Marburger: Tormann gut; die Verteidigung war sehr gut im Zerstören, der Abschlag konnte präziser sein. Die Läuferreihe zeigte wenig Spielaufbau, im 3erstören war sie gut. Berndt war besser wie die Außenläufer. Im Sturm wa­ren die drei Jnnenstürmer die besseren. Alles in allem fehlte das Zusammenspiel, die Mannschaft war etwas energischer wie die Gießener.

Die Gießener: Mit Ausnahmen durchweg gute Ein­zelleistungen. Voedler im Tor erst in der zweiten Halbzeit gut. Die Verteidigung hatte in Bingel den besten Mann auf dem Plaze stehen. Hohmann fiel daneben, bis kurz vor Schluß ganz ab. Die Läuferreihe hatte in Glitsch, der mit Bingel zu­sammen zu nennen ist, ihren besten Mann, im Aufbau und Ab­wehr war er gleich gut, Henrichs, glänzender Zerstörer, ließ zum Schlusse etwas nach; Kah war, trotzdem er gehandicapt, der bekannte Balltechniker und Aufbauspieler.

Der Sturm stand verkehrt und wurde nicht richtig bedient. Zeiler auf Rechtsaußen mußte mehr beschäftigt werden; Arnold auf Halbrechts, ein Könner ohne Zweifel, spielte zu eigennütig; Haupt, tadelloser Feldspieler, fonnte leider nicht schießen; Heil­mann schaffte eifrig, allerdings nicht immer mit dem gewohnten Erfolg; Eisfelder fiel gegen Schluß ab, nicht was Schnelligkeit, wohl aber was Technik anbelangt.

Trotzdem hätte den Leistungen nach die Gießener Elf gewin­nen müssen!

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