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Samstag, den 17. März 1928.
zuheben, wären so erhebliche Umarbeitungen des Gutachtens notwendig geworden, daß eine Verweisung an einen neuen Arbeitsausschuß zur nochmaligen Vorberatung des Gesetzentwurfs als der zweckmäßigste Weg angesehen wurde. Auch der neue Arbeitsausschuß wird sich wiederum aus je zwei Mitgliedern der drei Abteilungen des Wirtschaftspolitischen Ausschusses und aus je vier Mitgliedern der drei Abteilungen des Sozialpolitischen Ausschusses zusammensetzen. Als Vertreter des Handwerks gehören dem Arbeitsausschuß an: Generalsekretär HermannCharlottenburg aus dem Wirtschaftspolitischen Ausschuß, Syndifus Dr. Paeschke Breslau und Präsident Welter Köln aus dem Sozialpolitischen Ausschuß. Damit werden die Beratungen über das Berufsausbildungsgesetz im Reichswirtschaftsrat von neuem beginnen.
Was das Arbeitsschutzgesetz anbelangt, so hatte der vorläufige Reichswirtschaftsrat seine Beratungen hierüber zum Abschluß gebracht und seine Stellungnahme im Auszug veröffentficht. Die Beratungen im Reichsrat standen vor ihrem Abschluß, so daß es an und für sich möglich gewesen wäre, das gesamte Arbeitsschutzgesetz dem Reichstag noch vorzulegen. Bei der der= zeitigen politischen Lage erscheint es aber ausgeschlossen, daß dieser Reichstag sich mit dem Arbeitsschutzgesetz oder nur mit einzelnen Teilen desselben beschäftigen wird. Es darf auch festgestellt werden, daß angesichts der Bestrebungen Englands, das Washingtoner Abkommen über den Achtstundentag nicht anzunehmen, Deutschland keinen besonderen Grund haben dürfte, sich hier voreilig festzulegen.
Keine Fahrpreisermäßigung für Lehrlinge
auf den Autobuslinien der Reichsposi. Der Deutsche Handwerks- und Gewerbekammertag wandte fich, einer Anregung aus Mitgliedskreisen Folge leistend, an den Reichspostminister mit der Bitte, den Handwerkslehrlingen, welche die von der Reichspostverwaltung eingerichteten Autobuslinien zur Fahrt nach der Werkstätte bezw. nach den Berufsund Fortbildungsschulunterricht benutzen, die gleichen Vergüntigungen zuzugestehen, die ihnen die Reichsbahngesellschaft dadurch einräumt, daß sie die Lehrlinge den Schülern gleichstellt Unterm 20. Februar ds. Js. teilte der Minister seine ableh ende Stellungnahme mit, wobei er darauf hinwies, daß, wenn die Reichsbahn weitergehende Vergünstigungen als die Deutsche Reichspost gewährt, zu berücksichtigen bleibt, daß das Fassungsvermögen der Kraftomnibusse viel kleiner ist als das der Eisenbahnzüge. Die Selbstkosten des Kraftpostbetriebs liegen infolgedessen höher und werden durch jede Fahrpreisermäßig ung einschneidend und meist ungünstig beeinflußt. Aus diesem Grunde lassen sich auch die Beförderungsbedingungen und Fahrpreisermäßigungen der Reichsbahn, die die Wirtschaftlichkeit des Eisenbahnbetriebs gar nicht oder nur unerheblich beeinflussen, nicht ohne weiteres auf den Kraftpostbetrieb übertra= gen. Im übrigen bemerkte der Minister, daß die im Kraftpoft betrieb eingeführten Vergünstigungen( Wochenkarten, Zehnfahrtenkarten) selbstverständlich auch für Lehrlinge Gültigkeit -befizen.
Heimaterde.
Als der stolze König Tarquinius das Delphische Orakel befragte, wer wohl nach ihm die Herrschaft in den Händen haben würde, antwortete dieses:
,, Der von euch, der heimkehrend zuerst seine Mutter füßt." Junius Brutus fiel, als er italienischen Boden betrat, nieder und füßte die Heimaterde, er wurde nach Vertreibung des Tarquinius Konsul der neuen römischen Republik.
Und wer kennt nicht die Sage von dem Riesen Antäus, dem Sot; n der Erde, mit dem der göttergleiche Herkules einen Kampf auf Leben und Tod zu bestehen hatte? Sobald er im Ringen seine Mutter, die Erde, berührte, bekam er neue göttliche Kraft, bis es Herkules gelang, ihn in die Höhe zu heben und mit letzter Kraft ihn zu Tode zu drüden.
Und wie undankbar wird die Mutter Erde, die Heimaterde heute von ihren Menschenkindern behandelt! Wohl spen= det gerade die deutsche Heimaterde heute noch die beste Kraft und die schönsten Gaben für ihre Kinder, aber diese wenden ihre Blicke hinaus nach fremden Welten. Endlose Frachten werden von dort herübergeholt, und die Gaben der Heimat werden verächtlich zur Seite gestellt.
Ein Erlebnis mit deutscher Jugend.
( Dem ,, Schwäbischen Merkur" entnommen. D. Schriftl.) Unter den Tannen des Schwarzwaldes wollte ich das Christjeft erleben. Seit Jahren war ich nicht mehr in Deutschland gewesen, war gespannt, wie ich es fände. Gewiß, das weiß man aus der Entfernung: Es herrscht Ruhe und Ordnung. Und ver nur einigermaßen guten Willens ist, muß sich sagen, daß es kaum in Europa ein anderes Volk gibt, das nach so furchtbarem Erleben, nach so gewaltigen Erschütterungen, so schnell wieder zur Ordnung, zum tüchtigen, sehr tüchtigen Arbeiten zurückgekehrt wäre, wie das deutsche. Der Ausländer, wenn er nicht unheilbar in Deutschenhaß,( der ja meist Deutschen- Furcht ist; Germanophobie heißt es ganz richtig) verbohrt ist, gesteht es meist sofort zu. Den Deutschen selbst zu dieser Erkenntnis zu bringen, hält zumeist schwerer. Das ist begreiflich; er sieht viele Einzelheiten und leidet unter ihnen; erst aus der Entfernung sieht man das Ganze und fann vergleichen.
Das Volk als Ganzes ist ruhig, ist tüchtig, das wußte ich. Aber wie wird die Jugend sein, die Nachkriegsjugend, die ohne väterliche Zucht herangewachsen ist, bei der die zersetzenden Lehren den günstigsten Nährboden finden? Ich hatte diese Jugend in Italien und Frankreich gesehen, wirklich keine erfreulichen Eindrücke von ihr gewonnen. Berücksichtigt man die äußeren UmHände, so muß es um die deutsche Jugend noch weit schlimmer #tehen.
Mein Erlebnis bezieht sich gerade auf diese Jugend, bezieht fich auf soviel junge Leute, als in einem Kraftwagen der Post Plaz finden. Das sind zu wenig, um ein Urteil zu fällen. Zugegeben, und doch, der Fall ist so charakteristisch; ich glaube nicht, daß es sich in Italien oder Frankreich hätte zutragen können.
In einem Städtchen am Südfuße des Schwarzwaldes wes= halb soll ich es nicht nennen: Es ist Tiengen wartet eine
,, Gießener Zeitung"
Geradezu schreiend sind hier die Zustände im Hinblick auf den unerreichbar köstlichen edlen deutschen Honig. In allen Schaufenstern wird die fremdländische Ware marktschreierisch angepriesen. Möge doch das deutsche Volk bedenken, daß selbst die beste Auslandsware die Gabe der Heimat, geboren aus den Blüten der Heimatflur, aus heimatlicher Sonne und aus heimischer Bienenzucht nicht auch nur annähernd ersetzen kann. Wohl klingen besonders die endlosen Honigverkaufsanzeigen aus Oberneuland bei Bremen oder aus Hildesheim u. a. so verlockend, verheißen ,, Edelhonig";„ Das Schönste, was die lieben Bienen erzeugen können";„ Lindenblütenhonig“,„, goldflaren Honig" u. a. m., das Papier ist ja geduldig, aber man wird nie das Wort„ Deutscher Honig" in diesen Anpreisungen und vor allen Dingen keine Garantie für den echten deutschen Honig finden. Und dabei ist durch das Einheitsglas des Deutschen Imkerbundes mit seinem Gewährverschluß der echte deutsche Honig herausgehoben aus allen anderen Honigen. Jeder Honigverbraucher braucht nur auf das patentamtlich eingetragene Wahr- und Warenzeichen des Deutschen Imkerbundes zu achten, dann kann er niemals irregehen. Es ist doch untragbar, daß der deutsche Honigmarkt von Auslandsware starrt, wofür unser gutes deutsches Geld, Schweiß und Blut vieler Millionen Deutscher in das Ausland geflossen sind und gegen uns schwer in die Waage des Schicksals fallen, während der edle deutsche Honig vergessen zu sein scheint. Möge doch jeder deutsche Haushalt wenigstens versuchsweise einmal den deutschen Edelhonig neben dem kaum billigeren Auslandshonig verwerten, dann wird ihm klar werden, welchen unendlichen Gegen die Gabe der Heimat für Ernährung und Gesundung bedeutet. Wer zu keinem Imker in Beziehung steht, der möge sich getrost an den Herrn Präsidenten des Deutschen Jmterbundes, Rektor Breiholz, Neumünster i. Holst., wenden, und ihm wird von dort aus die erforderliche Auskunft zugehen.
Die deutsche Bienenzucht kämpft um ihre Existenz. Jahr um Jahr gehen die Zahlen der Bienenstöcke zurück, weil die köstliche Gabe der Heimat, der edle deutsche Honig, zu einer Aschenbrödel- Stellung auf dem heimischen Honigmarkt verurteilt ist. Es sollte jedem Deutschen bekannt sein, daß mit der letzten deutschen Biene lebenswichtige Wirtschaftsbetriebe sterben müssen. Wohl tut der Staat sein Möglichstes, um in dieser
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werden können. Dennoch wiederum, wir wollen nicht grämeln über den Fühling des Lebens, auch dann nicht, wenn er mehr mit einem stürmischen Herzen und weniger mit einem fühl abwägenden Verstande flugs und überall zur Stelle ist. Das gleicht sich dann aus, manchmal fast allzusehr. Stürmischer Jugendfrühling fann nicht alleinige Führerschaft bedeuten, aber er hat dennoch seinen Sinn und Zweck, wenn man ihn gütig und überhaupt tiefer schauend versteht!
Polizeiliches Meldewesen. Es wird erneut darauf hingewiesen, daß die Formulare zur polizeilichen An-, Ab- und Ummeldung bei allen hiesigen Schreibwarenhandlungen erhältlich sind. Bei den einzelnen Polizeirevieren werden Meldeformulare nicht mehr verkauft.
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Anlagen- Konzert der Militärkapelle. Sonntag vormittag von 11 bis 12 Uhr findet in der Südanlage ein Konzert unserer Militärkapelle unter Leitung von Obermusikmeister Löber statt. Das Programm sieht folgendes vor: 1. Armeemarsch II, Nr. 161, Alexander- Grenadiermarsch von J. Leonhardt 2. Ouvertüre zur Operette„ Die schöne Galathee" von Franz von Suppé. 3. Unter dem Sparrenschild, Fanfarenmarsch für Heroldtrompeten und Kesselpaufen von R. Henrion. 4. Große Fantasie aus der Oper ,, Der Freischütz" von K. M. v. Weber. 5. Am schönen Rhein, Marsch von J. Schwarz.
* Lehrauftrag an der Landesuniversität. Dem Dr. Lihotzky, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Leit- Werke in Wetzlar, wurde ein Lehrauftrag für angewandte Optik erteilt. Ernannt wurde der Privatdozent Lic. Dr. Heinrich Adolph in Gießen zum außerplanmäßigen außerordentlichen Professor an der Landesuniversität Gießen.
* In den Provinziallandtag für Oberhessen wurde an Stelle des verstorbenen Bürgermeisters Th. Völker- Lich Kaufmann Heinrich Weidner Herchenhain berufen.
Konsular- Nachricht. Die Königlich Ungarische Konsula rische Vertretung für das gesamte hessische Staatsgebiet ist dem Königlich Ungarischen Konsulat in Frankfurt a. M. zugewiesen worden.
schweren Zeit nach besten Kräften zu helfen, aber besonders Die unpraktische und die praktische Hausfrau.
das deutsche Volk muß es als Ehrenpflicht ansehen, die köstliche Gabe der Heimaterde gebührend zu werten, da nur sie unserem Volte die nötige Kraft für die schweren Schicksalsstunden der ( Ernst Günther.) Gegenwart zu verleihen vermag.
Lokales.
Vom Frühling des Lebens.
Er ist nicht nur eine Poesie, er ist eine wundervolle Wirtlichkeit, der Frühling und vor allem auch der deutsche Frühling. Und im freundlichen Gleichnis darf man von einem Frühling des Lebens reden. Jugend! Da ist mancher längst in den Ernst und Kampf des Lebens gekommen, hat Narben davongetragen, hat seine Erfolge und Enttäuschungen gehabt, ist darüber alt und grau und vielleicht auch ein bißchen müde geworden, und da kommt wie von ungefähr die Erinnerung an weit zurückliegende, sonnig umschimmerte Jahre.„ Aus der Jugendzeit! Aus der Jugendzeit!" Ja, wunderbar tann solche Melodie durch die sinnende Seele klingen. Der Frühling des eigenen Lebens grüßt den alternden Menschen. Wohl ihm, wenn er dann mit freudigem Danke zurückgrüßen kann! Und Heil dem, der sich im Innersten trotz allem und allem ein Stücklein Jugend bewahrte!
Das gegenwärtige Leben zeigt uns einen ungeheuerlichen Wirrwar in den Poblemen des Wirtschaftlichen, Sozialen, Politischen und nicht zuletzt des Weltanschaulichen. Mitten drin steht die Jugend und möchte ihren Frühling haben. Sie hat es nicht leicht. Oft genug ist sie dann auch wie von einer befondern Tragik geschüttelt. Die Spannung zwischen idealer und realer Wirklichkeit ist heutigen Tages so besonders groß, Wenn Goethe einmal fagt, unsere Wünsche seien ,, Vorgefühle der Fähigkeiten, die in uns Tiegen, Vorboten desjenigen, was wir zu leisten imstande sein werden", so muß man doch bedenfen, daß viele jugendlich brausende Wünsche eben um der jugendlichen Weise willen nimmer zur Leistung und Erfüllung
Schar junger Leute auf das Postauto, das sie zu den Festtagen zu den Ihren in den Schwarzwalddörfern bringen soll. Es sind viel zu viel für ein Auto. Dies muß zweimal fahren und ruhig fügt sich ein jeder in die Anordnungen: Zuerst kommen die für die Dörfer in der Nähe, die zweite Fahrt nimmt die weiter Fahrenden mit. Der talte. Abend zwingt dazu, im Wirtshaus zu warten. Ich habe Muße, die Genossen der bevorstehenden Fahrt zu betrachten: Durchwegs Burschen und Mädchen von 17 bis 23 Jahren, in der Lehre oder in Fabriken der Industrieorte am Rhein. Da man im Wirtshaus ist und mehr als eine Stunde warten muß, wird ein Glas Bier nach dem anderen getrunken, und ich kann mir vorstellen, wie es auf der Fahrt wird: Wige, Geschichtchen, Lieder, in denen die Burschen ihre ,, Männlichkeit" zum Ausdruck bringen wollen, alles auf die Frauen im allgemeinen, auf die mitfahrenden Mädchen im besonderen gemünzt.
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Endlich fährt der Wagen vor. Er wird voll besetzt, einige stehen, und er rollt in die dunkele Nacht. Noch keine zehn Minuten sind vorbei, so wird gesungen Einer beginnt. Die anderen fallen ein. Aber was wird gesungen?- Stille Nacht, heilige Nacht. Vier Weihnachtslieder haben diese Burschen und Mädchen gesungen und dann ernste Bolkslieder. Nicht ein„, Lumpeliedli", nicht ein anzüglicher Wiz! Durch das Dunkel der Nacht rollt der Wagen, und darinnen singen die jungen Leute Weihnachtslieder.
War es, weil ich es so anders erwartet hatte, war es das beglückende Gefühl, eine solche Jugend in Deutschland zu treffen, war es der Gegensatz zwischen der schweigenden Nacht und dem singenden Wagen? Vielleicht war es alles zusammen, jedenfalls entsinne ich mich keines stärkeren Eindrucks eines Heiligabends, außer jener ersten Weihnachtsfeier im Felde, in der Kirche von Beaulencourt, die mitten im Liede abbrach; zwanzig Minuten später trabte die Batterie gegen die blitzende und dröhnende Front.
Das wäre erst die Hälfte des Erlebnisses. Jm Halbdunkel
Die unpraktische Hausfrau süßt den Kakao zuletzt, die praftische Hausfrau dagegen gibt gleich beim Ansehen das vorher ausprobierte Quantum Zucker hinzu und erzielt damit ein weit süßeres Getränk. Sind Kinder vorhanden, so mische man den Kakao mit annähernd soviel Roggenmehl als Katao, und zwar verrühre man beides mit dem Zucker auf einem Teller, um Klumpenbildung zu verhüten. Das Ganze wird kalt eingequirit und nach tüchtigem Quirlen dem ziemlich kochenden Wasser oder der Milch beigegeben. Kakao ist recht nahrhaft, aber nur in nicht zu großen Mengen bekömmlich, da der Kaligehalt des Kataos herzerregend wirkt. Stets soll jedoch zum Kakao feste Nahrung( Brot, Semmel und dergl.) genossen werden. Dem aufgewärmten Katao gieße man etwas Wasser zu. Flecken von Katao wasche man sofort mit heißem Wasser aus.
Die unpraktische Hausfrau quält sich jahrelang mit einer ausgeleierten Kaffeemühle, die die Bohnen wie groben Griek zerkleinert. Die Folge ist, daß z. B. diese Hausfrau zwei Pfund Kaffee verbraucht, wo die wo die praktische Hausfrau, die sich ihre Kaffeemühle neu schärfen und herrichten ließ, nur ein Pfund Kaffee nötig hat, da dieser wie Mehl aus der Mühle kommt und daher weit besser ausgenutzt wird als der grob gemahlene. Es ist Tatsache, daß manche ausgeleierte Kaffemühle jährlich mehere hundert Mark verschwendet. Feingemahlener Kaffe ist ausgiebig und wohlschmeckend Zum Kaffee nehme man einen guten Zusatz; derselbe hebt den Wohlgeschmack des Kaffees, während ein minderwertiger ihn verschlechtert. Tut man den KaffeeErsatz ins kochende Wasser, so rühre man um und lasse den Kaffee zugedeckt eine Weile stehen. Nach dem Kochen lasse man den Kaffee eine Zeit ziehen aber zugedeckt. Kaffe verliert rasch an Geschmack, weil sich das Koffein verflüchtigt. Koche daher immer soviel Kaffee, als du gerade brauchst. Zum Anrichten eines guten Kaffees ist auch der Kaffeefilter zu empfehlen. Kaffee nur frisch gebrannten, würzig duftenden, nicht glänzenden Kaffee. Gebrannter Kaffe darf nie in Papier, sondern in Blechbüchsen und nie in der Nähe des geheizten Ofens aufbewahrt werden.
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des frühen Morgens des 27. Dezembers fährt der Kraftwagen vom Schwarzwald herab Tiengen zu. Es sind die gleichen Fahrgäste vom Heiligabend, dazu einige Männer: Alle kehren zur Arbeit zurück Da plöglich ein Schrei durch den Wagen: Er Und stürzt ins Leere. Er liegt umgestürzt in der Schlucht. nun Panit: Rücksichtsloses Sich- retten- wollen! Nein! Nach einem Augenblick der Betäubung ein Sich- gegenseitig- helfen, Aus- demWasser- ziehen, Aufrichten. Einer mahnt: Jetzt nur Ruhe! Es ist garnicht nötig. Bewunderungswert ist die Ruhe. Nur ein junger nicht nötig. Bewunderungswert ist die Ruhe. Nur ein junger Bursche schreit; er wird energisch zur Ruhe gewiesen und er schweigt. Zwei Männer klettern durch das Fenster auf das Dach, d. h auf die obenliegende Seitenwand des Wagens. Die Splitder aus dem geniter werden entfernt und nun heißt es: Zuerst die Frauen; unten im Wasser stehend, hebt sie einer empor, die Beiden oben ergreifen sie bei den Armen. So werden sie herausgezogen, nach ihnen die Männer. Alles ruhig, sachlich. Auch das Gepäck wird nicht vergessen. Die aus dem Wagen Geretteten helfen sich die steile Uferböschung hinauf auf die Straße. Die Mädchen sind prachtvoll in ihrer Ruhe. Eines blutet, einige Männer bluten, davon wird kein Aufheben gemacht.„ Wir müssen Gott danken, daß es so abgelaufen ist!"( Der Wagen ist etwa sechs Meter tief abgestürzt.) Kein böses Wort, keinen Vorwurf für den Wagenführer habe ich gehört. Im Gegenteil, einer nach dem andern versicherte ihm: Sie haben keine Schuld, bei dem Glatteis konnte der schwere Wagen die Kurve nicht nehmen.
Anderthalb Stunden später in einem herbeigerufenen Kraftwagen in Tiengen angekommen, in der gleichen Wirtsstube wie am Heiligabend, kein Jammern über den Unfall, und kein Renomieren mit ihm.
Die Weihnachtslieder auf der nächtlichen Fahrt, die Ruhe beim Unfall: Einen besseren Eindrud fann man von der Jugend eines Landes nicht gewinnen. Das Volt, das eine solche Jugend hat, muß seinen Weg aufwärts nehmen.


