Einzelbild herunterladen

Samstag, den 10. November 1928.

Ein kommunaler ,, Musterbetrieb".

Ein grelles Licht auf die Vorgänge in einem kommunalen Wirtschaftsbetrieb hat die fast zwei Wochen dauernde Verhand­lung in der Strafsache Trapp u. Gen. von der Frankfurter Ar­beitszentrale geworfen. Anstatt dem Frankfurter Gewerbe zu helfen, damit Erwerbsbeschränkte untergebracht werden können, hat die Stadt Frankfurt a. M. einen eigenen Möbelanferti gangsbetrieb eingerichtet. Dieser Betrieb war das Schoßkind der Linksparteien und wer es wagte, unter Hinweis auf die mehr und mehr der Oeffentlichkeit bekannt werdenden Vor­gänge, bei der Arbeitszentrale ein Untersuchung zu fordern, wurde als Reaktionär verschrieen. Selbst kurz vor dem Eintritt der Katastrophe wurden Untersuchungsanträge im Stadtpar­lament noch abgelehnt.

Was die Verhandlung zu Tage gefördert hat, überſtieg die schlimmsten Befürchtungen. Der aus der Tapetenbranche stammende Mitangeklagte Trapp wurde sicherlich nicht ohne Beziehungen zum Direktor dieser Arbeitszentrale gemacht und schaltete und waltete jahrelang wie er wollte. Mit dem Geld der Steuerzahler wurde geast. Aussicht war keine da. Der zu­ständige Stadtrat, der wohl auch persönlich nicht in der Lage war, einen Wirtschaftsbetrieb mit etwa 1000 Personen ordnungs­mäßig zu beaufsichtigen, überließ alles dem Direktor Trapp. Es wurde mit Schmiergeldern gearbeitet und Holz für die Mö­belfabrikation geliefert und angenommen, das nicht einmal zu Sargherstellungen brauchbar war. Eine Firma Heinzinger in München hatte das Lieferungsmonopol bei Trapp, weil sie am besten schmierte. Die einheimischen in Frankfurt steuerzah­lenden Holzhändler wurden für Lieferungen überhaupt nicht zu­gelassen. In eingeweihten Kreisen erzählte man sich, wenn man schlechtes Holz halte, daß das nur an die Stadt Frankfurt ab­zusetzen sei, da es sonst niemand abnehme. Auf diese Weise ist die Stadt Frankfurt um Hunderttausende von Mark geschädigt worden, die die Frankfurter Steuerzahler aufbringen dürfen. Die Höhe des Schadens wird wohl niemals festgestellt werden, da die Stadtverwaltung fein allzu großes Interesse daran haben dürfte.

Die Angeklagten haben milde Richter gefunden, weil ihnen der Betrug von der Stadtverwaltung so leicht gemacht wurde. Die Hauptschuldige an diesen Vorgängen, die Frankfurter Stadt­verwaltung, fehlte auf der Anklagebank. Sie wird sich vor ihren Steuerzahlern zu verantworten haben. Etwas herauskommen wird dabei nicht, sodaß die Frankfurter Bürgerschaft die Leid­tragende bleiben wird.

Aus diesem neuen Vorfall sollten endlich die Stadtver­waltungen die Lehre ziehen, sich nicht auf Gebiete zu begeben, die mit der Kommunalwirtschaft nichts zu tun haben und von

Schutz- Marke

B

Gießener Zeitung"

Ah, wie fein!

Solch ein würziges Kaffeegetränk kann man eben nur mit ,, Aecht Franck" be­reiten, denn er allein befitzt die Fähig­keit, fowohl Bohnen- als auch Getreide­kaffee die gefchmackliche Vollendung zu geben. Von Generation zu Generation überträgt fich daher der Grundfatz: Zu jedem Kaffee gehört das feine und ausgiebige Zichorienkaffee- Erzeugnis

Aecht Franck

mit der Kaffeemühle

denen sie nichts verstehen. Nur dadurch sind derartige Unter­schleife von Steuergeldern zu erklären. Obendrein wird die steuer­zahlende Privatwirtschaft noch durch die unlautere Konkurrenz geschädigt. G. 3.

Neue Bücher.

Deutscher Bierverlag. Erschienen im Buch- und Kunst­verlag Knorr& Hirth, G. m. b. H., München. Preis 2,75 M. Zum ersten Male ist im vorigen Jahre auch dem deutschen Bier und allem, was mit ihm zusammenhängt, ein würdiger Wandabreiß- Kalender erstanden. Der Deutsche Bierkalender ist allen Freunden des Bieres gewidmet und führt sie durch die Geschichte unseres Volkes von der Steinbierbrauerei des ger­manischen Gehöftes zum behaglichen Braustübchen des gast­

Nr. 89.

lichen Klosters, vom gemeinsamen Sudhaus der freien Reichs­stadt bis zum modernen Großbraubetrieb, führt sie durch alle Gewerbe, die mit der Biererzeugung zusammenhängen, durch Kunst, Dichtung und Volksleben aller deutschen Stämme und Gaue. Der Herausgeber, J. Schuster, ist ein besonderer Kenner und Forscher der gesamten Geschichte des Brauwesens. Der Kalender ist künstlerisch ausgestattet und auf Kunstdrud­papier gedruckt; das köstliche farbige Titelbild stammt von der Meisterhand des Kunstmalers Professor Ludwig Hohlwein. Hochinteressante Texte und Bilder schildern die Technik der Bierherstellung. Wir erleben den Hopfenbau und die Ent­wicklung der Nebengewerbe, der Schäffler und Kannengießer. Vieler deutscher Dichter hinreißende Trinklieder zum Bier wer­den angeführt und urkräftige Volkssprüche aus alter und neuer Zeit. Der Humor kommt in föstlichen Beiträgen und Bildern zu Wort. Der Deutsche Bierkalender ist im wahrsten Sinne ein Kulturkalender von Rang und Bedeutung. So geht der Deut­sche Bierkalender zum zweiten Male hinaus in alle deutschen Gaue und über die Reichsgrenzen zur Ehre deutschen Gewerbe­fleißes. Jedem wird er mit tieferem Verständnis den alten guten Spruch entloden: Hopfen und Malz- Gott er halts. Der Kalender ist durch jede gute Buchhandlung zu beziehen.

Politik als Gesinnung und Kunst." Soeben erscheint im Verlag des Bundes der Großdeutschen, Berlin W. 35, Potsdamer Straße 121 I( in 2. Auflage, Preis brosch. 0,80 M) die politisch grundlegende Schrift von Dr. Stadtler über das Wesen der Politik. Die kurze Abhandlung Dr. Stadtlers führt den Leser tiefer in das Wesen der Materie hinein, als manches dick­leibige Kompendium, in klarer, auch dem Laien verständlicher Form, ohne unnötige Umschweise den Kernpunkt des ganzen Problems zu erfassen.

Welche Weltsprache sprechen Sie? Bridge! Die Ant wort darf so lauten, denn Bridge ist international. Darum ,, Lerne Bridge!" nach dem Einzelheft Nr. 218 des bekannten Verlages W. Vobach& Co. GmbH., Leipzig, herausgegeben von M. E. von Treskow. Das Heft tostet nur 1,- M. Ebenso beliebt wie der Bridgespieler ist der angenehme Plauderer. Er fann seine Geistesblize leuchten lassen, denn er holt sie aus dem Füllhorn, das die gleiche Firma W. Vobach& Co. GmbH. in ihrem Einzelheft Nr. 217 unter dem Titel: Ich weiß alles" ( von H. Pfeiffer, Preis M 1,-) der Deffentlichkeit bietet.

Verantwortlich: Paul Chrikian Klein in Gießen.

Trinkt das gute Mainzer Aktien- Bier!

Telephon Nr. 83

EMIL SCHMALL, BIERGROSSHANDLUNG, GIESSEN

Telephon Nr. 83

Eri

Bezugspre

Redaktionsschluß

endung nicht

41. Jahr Bolt

Anläßlich d Musscheidens des hat der Reichsp aufrichtes Beda feinen Aemtern

Die demokr eingebracht, der Reichswahlgefege ben im Reich an Staatsangehörigt

Die Zentrum

wahl des Frakti 8. und 9. Dezem joll aber jedenfa

Am Sonnab deutsch- estnischen abreifen. Die F

Die rumäni rumänischen Ver

bag eine Hera gen werde.

Neue deutsc am 26. Novembe

Coolidge hi

über das Verhä der er betonte.

len Stabilität perwarten hab

Soover wird

antreten.

Beg

Deutsches Erzeugnis,

Bremen

Kiel

Hamburg

Hannover

SINGER

Stettin

Wittenberge

BERLIN Potsdam

Braunschweig Magdeburg

Essen Düsseldorf Köln

Kossel

Koblenz

Frankfurt Mainz Mannheim

Karlsruhe

Erfurt

Halle Leipzig

Nümberg

SINGER

NAHMASCHINE

SINGER

Ronigsberg

Danzig

Singer Nähmaschinen

sind vorbildlich u. follten in keinem deutschen Haushalte fehlen

Sie werden von Grund auf aus deutschem Material von deutschen Arbeitern in unserer Fabrik in Wittenberge Bez polebam hergestellt 8000 Arbeiter und Angestellte

Singer Nähmaschinen Aktiengesellschaft

Gießen, Marktplatz 22

Telephon 204

Eigene Reparaturwerkstatt

WARUM EWIG IN MIETE WOHNEN?

wenn man zur Beschaffung eines Eigenheims durch Uebernahme einer Bauspar-Verpflichtung bei der BAUSPARKASSE

DER GEMEINSCHAFT DER FREUNDE Gemeinnützige Gelellschaft mit belchrankter Haftung Wüstenrot-Württ.

unkündbare Tilgungsdarlehen zu 4% oder 5% Zins bekommen kann. Jn 3 Jahren wurden 4351 Bau­sparern über 67 Millionen RM. zur Verfügung gestellt. Sofortige Darlehen werden nicht gegeben.

JEDER FAMILIE EIN EIGENHEIM!

Das von vielen Vereins- und Verbands- Rechnern als ganz vorzüglich beurteilte

Universal- Verbands- und Vereinskassebuch

von mir ausgearbeitet

wird in jeder gewünschten Stärke geliefert. Die Anschaffung für das kommende Jahr ist jetzt zu empfehlen. Der Rechner weiß zu jeder Minute, was er eingenommen hat an Mitgliedsbeiträgen, Eintrittsgeldern, von Veranstaltungen usw. usw. und was er ausgegeben hat für Bundes- und Ver­bandsbeiträge, für allgemeine Verwaltung, für Reisespesen, für sonstige Vergütungen, für Veran­staltungen, für Anschaffungen, Reparaturen, für Unterstützungen, Steuern usw. usw.

Am Jahresschluß genügt der Abschlußstrich, die einzelnen Spalten zusammengezählt, die End­zahlen der Ausgabespalten von denen der Einnahmespalten oder umgekehrt abgezogen. Das ist eine Arbeit von nur wenigen minuten

und der Rechner ist allen mühseligen und zeitraubenden Sonderaufstellungen enthoben. Nur zu beziehen vom

Geschäftsbücherverlag Albin Klein, Gießen, Südanlage 21

Prima Gänsefedern doppelt gereinigt á Pfd. 3,50 Rmk.

dieselben geriss. füllf. 5,75

29

schneew- d. Allerf. 7.50 ,,

laPflückefed- v- leb- Gāns.5,50 ,,

3/4 Daunen à Pfund. 6.75 ,,

la Volldaun á Pfd.9.- u.10.­

"

empf. Paul Herrmann,

Gänsemäster. u Bettfedernversand

Künftl. Augen

fertigen nach der Natur und passen ein F.Ad.Müller Söhne, Wiesbaden in Gießen Univers.- Augenklinik,

vom 22.- 24.November.

Generalvertretung

für Freiburger Brezel zu vergeben. Angebote unter D. 2325 an

Ala Haasenstein& Vogler, Mannheim

NWK WoLLe

BENDER

NWK

Schweisswolle

läuft nicht ein

und filzt nicht

BE UNDER

Überall erhältlich

befeit.übl. Mundgeruch u

Neutrebbin Oderbr. Chlorodont bal gefärbt. 3ahnbelag

Der Versandgeschieht p.Nachn.postfrei.Neh­

me nicht Gefallend. a

m. Kosten zurück, Auf

Wunsch Must.u.Preisl. VERTRETER

Wer will aufs

Schiff?

Schreiben Sie

unter A. K. 142 an

zum Verkauf v. Uhren auf Teilzahlung b.g.Verdienst gesucht. Martin Kraus, Offenbach a. Main, Waldstrasse 85

Der Urtei Vom Duisb Metallindustrie fundet:

Es wird f

für verbindlic 1928 nicht beste

Das Arbeits Arbeitgeberverban rechtsungültig fe

bände betrachten nd wollen den

Kapitän a. D. Jenien Drucksachen bis Albin Klein

p. A. Bauer, Hamburg 36

hten.

Aus Bochur Spruch vollkomm ettlären führende nesfalls die Absid

tion zum Anlaß reitschaft zu neh Barteiverhandlung

Reg Prajider

Die Verhand en Bergeman

Gifenfonflifts erg

Den Arbeitgebern

Regierungspräside

Die Aussichten au optimistisch beurt

follte, rechnet man

Ende dieser A

und die

Dillenburg. Den Stillegungsa

Stahlwerte für offenen Erzgrub

Ragnahme etwa

men Vertreter des

Regierungspräjider

aften teil. Gei