Samstag, den 4. August 1928.
Unter Hinweis auf die Tatsache, daß einschließlich der Frauen und Kinder mehr als der zehnte Teil des deutschen Volkes aufs engste mit der Handwerkswirtschaft verknüpft ist, bezeichnete Redner den Berufsstand auch für eine gesunde soziale Schichtung unseres Volkes als unentbehrlich. Dazu komme die Ausgleichsstellung, die das Handwerk als Vermittler zwischen Kapital und Arbeit einnehme. Im Handwerksberufe sei Kapital und Arbeit in der Person des Meisters vereint oder doch jedenfalls so nahe, daß zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer, zwischen Meister und Geselle noch immer persönliche Beziehungen zur Auswirkung fämen. Mehr als in anderen Berufen sei es dem tüchtigen begabten Gesellen im Handwerk möglich, zur Selbständigkeit zu gelangen. Im Handwerk sei die Grenze, an der Besitz und Arbeit zusammenstoßen, eine Grenze, die der Arbeitswille noch immer überschreiten könne. Auch die Stellung der Frau sei im Handwerk eine besondere. Neben ihrem Beruf als Hausfrau habe die Meisterin meist ihren besonderen Aufgabenkreis bei der Erziehung des handwerkerlichen Nachwuchses und in der mannigfachen Unterstützung ihres Mannes in seinem Berufe gefunden. Heute sei auch die Frau als selbständige Berufstätige in vielen Handwerkszweigen zu finden.
Die soziale Bedeutung des Handwerks liege ferner in seiner Rolle bei der Berufsausbildung des gewerblichen Nachwuchses. Gerade im Handwerk habe von jeher das Lehrlingsund Gesellenwesen Förderung und zweckmäßige Regelung ge= funden. Die Beantwortung der im Enquete- Ausschuß aufge= worfenen Frage, inwieweit das Handwerk heute noch Rekrutierungsgebiet für die gelernten Kräfte der Industrie sei, könne der Berufsstand mit gutem Gewissen abwarten. Die Frage des Verhältnisses zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer, zwischen Meister und Geselle im Handwerk sei für den Berufsstand von größter Bedeutung. Auch bei der Frage der Arbeitstarifgesetzgebung, die den Charakter des Lehrvertrages im Verhältnis zur früheren Auffassung wesentlich beeinflußt und zum mindesten Teile des Lehrvertrages der tarifvertraglichen Regelung unterworfen hat, wirke sie sich aus. Auf dem Gebiete des Lehrlingswesens müsse berufsständische Zusammenarbeit erfolgen. Generalsekretär Dr. Meusch bezeichnete das Verhältnis von Meister und Geselle im Handwerk als die Schicksalsfrage für den Berufsstand. Soll das Handwerk seine eigene berufsständische Selbständigkeit in dem großen Kreis wirtschaftlicher, kultureller und sozialer Aufgaben für die Volksgemeinschaft erhalten, dann könne es auf die Mitarbeit seiner Gesellenschaft nicht verzichten. Das Handwerk müsse bei letzterer wieder die Freude an der Zugehörigkeit zum Handwerk durch geordnete berufsständische Zusammenarbeit wecken und stärken. Dann werde das Handwerk auch in seinem Kampf für seine berufsständische Selbständigkeit und für seine besonderen Aufgaben in der deutschen Wirtschaft einen wertvollen Bundesgenossen erlangen. Zu einer sittlich geordneten Berufsstandsgemeinschaft gehöre eben auch die Regelung des gegenseitigen Verständnisses zwischen Meister und Geselle und die Regelung der gewerblichen Ausbildung im Wege einer von der Gemeinsamkeit der Interessen durchdrungenen berufsständischen Gemeinschaftsarbeit.
Zwei 46 000- Sonnen- Dampfer des Norddeutschen Lloyd.
,, Gießener Zeitung"
Lokales.
Straßensperrungen,
mitgeteilt vom Oberhessischen Automobil- Club E. V., Gießen. Blasbach- Hohensolms, im Straßenzug Wezlar- Niederweidbach, bis 18. August; Umleitung: Aßlar- Oberlemp. Weglar Großrechtenbach, im Straßenzug Wetzlar- Buhbach, vom 6. August bis 31. Dezember; Umleitung: Weidenhausen.
Am. 8,7-2,5, im Straßenzug Gießen- Weylar, vom 6. Auguſt bis 15. September; Umleitung Heuchelheim- Dorlar. Km. 5,2-7,5, im Straßenzug Gießen- Lich, vom 13. August bis auf weiteres; Umleitung: Annerod oder Garbenteich.
Der Norddeutsche Lloyd wird am 15. und 16. August zwei neue Schiffe auf den Werften von Blohm& Voß in Hamburg und der Deutschen Schiffs- und Maschinenbau- A.- G. ,, Weser" in Bremen vom Stapel laufen lassen. Diese neuen Schiffe, die auf den Namen„ Europa"( in Hamburg) und„ Bremen"( in Bremen) getauft werden sollen, sind die größten Schiffe, über die die deutsche Handelsflotte für die nächsten Jahre verfügen wird. Sie werden 46 000 Tonnen fassen. Beim Stapellauf des Dampfers ,, Europa" wird voraussichtlich der amerikanische Botschafter in Berlin, Dr. Shurman, die Taufrede halten. Die Taufe des Dampfers Bremen" wird in Bremen der Reichspräsident von Hindenburg persönlich vornehmen.
Dies und das von der Pressa.
Die Ausstellung in Zahlen.
* Straßensperrung. Wegen Ausführung von Pflasterarbeiten ist die Straße ,, An der Margarethenhütte" vor den Lagerplägen Raiffeisen und Kohlenunion ab 6. August bis auf weiteres für allen Fahrverkehr polizeilich gesperrt. Umleitung über Klein- Linden.
Raffinierter Raubüberfall auf einen Kassenboten.
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Nr. 61.
längerung der Aufbrauchfrist über diesen Zeitpunkt hinaus ist nicht zu rechnen. Die Versender werden daher gut tun, sich nur auf den Aufbrauch vorhandener Bestände an unzulässigen Umschlägen zu beschränken und nicht wie von den Postanstalten vielfach wahrgenommen worden ist Neudrucke herstellen zu lassen, die bis zum 30. September 1928 nicht aufgebraucht werden können. Nach diesem Zeitpunkt müssen Briefumschläge, die den Postordnungsbestimmungen nicht genügen, von der Postbeförderung ausgeschlossen werden.
Am 3. August, vormittags gegen 10 Uhr, wurde der Kassenbote der Diskontobant, als er von der Reichsbank zu seiner Dienststelle zurückkehren wollte, in der Bismardstraße von zwei unbekannten Tätern überfallen. Der Kassenbote ging mit zwei Attenmappen unter dem Arm, die nur Geschäftspapiere ent= hielten, auf dem östlichen Fußsteig der Südanlage zu. Etwa in der Mitte zwischen Lonystraße und Südonlage kamen ihm zwei Unbekannte im langsamen Schritt entgegen. Als die beiden in gleicher Höhe mit dem Kassenboten waren, stürzte sich der kleinere von ihnen auf den Kassenboten, entriß diesem die beiden Aktenmappen, worauf beide auf ein in unmittelbarer Nähe stehendes Auto zusprangen. Der Kassenbote lief den beiden nach und konnte, ehe die Täter das Auto erreichten, dem einen eine Aktentasche wieder entreißen. Der bis dahin untätig gewesene Straßenräuber drehte sich daraufhin um und hielt den Kassenboten mit vorgehaltenem Revolver in Schach, bis sein Komplize im Auto war und den Motor in Bewegung gesetzt hatte. Nun sprang der zweite Täter auch in den Wagen, worauf sie im raschen Tempo in südlicher Richtung die Bismarchstraße davonfuhren. Der eine der Täter ist 1,70-1,80 Meter groß, hat zurückgekämmte, blonde Haare, blasses ovales Gesicht und trug hellen Anzug, ohne Kopfbedeckung; der zweite ist 1,65 1,70 Meter groß, hat dunkle Haare und war mit dunklem Anzug bekleider, ohne Kopfbedeckung. Beide Täter sind etwa 30 Jahre alt. Der Kraftwagen war ein älterer, offener, schwarzer Adlerwagen. Das polizeiliche Kennzeichen ist nicht bekannt. Personen, die sachdienliche Mitteilungen zur Täterermittlung machen können, werden gebeten, der Kriminalabteilung umgehend Nachricht zu geben.
Die märchenhafte Beleuchtung, in der allabendlich das ganze Gelände der Internationalen Ausstellung sich den stau nenden Augen vom linken Rheinufer aus bietet, wird insgesamt von etwa 80 000 Glühlampen bewirkt. Allein 2500 Glühlampen sind an der Hohenzollernbrücke angebracht.
Die Liliputbahn fährt täglich 15 Stunden, hat 90 3üge ( in jeder Stunde 6). Die von den Zügen täglich zurückgelegte Strecke beläuft sich auf 360 Km., das ist ungefähr die Entfernung von Köln bis Stuttgart.
In der Ausstellung sind zu besichtigen in 4 großen Hallen, dem Museumbau( allein 50 Räume) und den Sonderbauten insgesamt rund 2000 Stände. Rechnet man für die Besichtigung eines jeden Standes eine halbe Minute, so braucht man im ganzen 17 Stunden und macht dabei einen Weg von 15 Kilo
meter.
In der Sonderschau des Norddeutschen Lloyd ist ein über vier Meter großes Modell der Bremen" ausgestellt, mit der die Deutschen den Ozean überflogen haben. Das Modell kostet 1500 Mark.
Im Zeitungslesesaal fönnen ca. 1700 deutsche und 250 ausländische Zeitungen eingesehen werden. Im Zeitschriftenlesesaal liegen ca. 1500 Zeitschriften auf.
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* Bolizeibericht. Eine jugendliche Arbeiterin aus Annerod, welche seit dem 31. Juli als vermißt gemeldet war, wurde am 3. August, nachdem am Tage vorher ihre Oberkleider in einem Gebüsch am Lahnufer gegenüber den Badeanstalten gefunden wurden, als Leiche aus der Lahn geländet.
* Nachsendung der Postsendungen. Zu Anträgen auf Nachsendung von Postsendungen sind möglichst die amtlichen Vordrucke zu benutzen, die an den Postschaltern und von den PoſtZustellern zur Abgabe bereit gehalten werden. Die Verwen= dung dieser amtlichen Vordruce gewährleistet die pünktliche Nachsendung der Post und liegt daher im Vorteil der Empfänger.
* Konzert in der Nervenklinik. Die Patienten der Klinik für psychische und nervöse Krankheiten Gießen sind begreiflicherweise besonders dankbar für musikalische und gesangliche Darbietungen, die geeignet sind, sie ihre Beschwerden und Leiden vergessen zu lassen. Diese Dankbarkeit kam zum schönsten Ausdruck, als sie der Gesangverein ,, Germania" Wagenborn- Steinberg unter Leitung seines Dirigenten Georg Harnisch mit seinen vortrefflichen Leistungen erfreute. Die mit seiner musikalischer Nuancierung vorgetragenen Chöre bewiesen, daß der Verein über sehr schönes Stimmaterial, gute Schulung und Disziplin verfügt. Herr Geh. Rat Sommer dankte dann auch im Namen der Aerzte und Patienten, unter lebhaftem Beifall der letzteren, in herzlicher Weise.
* Druck auf Briefumschlägen. Die Deutsche Reichspost macht erneut darauf aufmerksam, daß nach den Bestimmungen der Postordnung die Absenderangaben sowie die Reklamen des Absenders nur auf der Rückseite und dem linken Drittel der Vorderseite der Briefumschläge angebracht sein dürfen. Ferner müßsen Umschläge, deren Rückseite zu Aufdrucken benutzt wid, am oberen Rande der Rückseite einen mindestens 2½ cm freien Raum haben, der zur Niederschrift postdienlicher Vermerke be= nötigt wird. Für den Aufbrauch von Umschlägen, die über das zulässige Maß mit Aufdrucken auf der Vorder- oder Rückseite versehen sind, ist eine Frist von 2½ Jahren gewährt worden. Die Frist läuft am 30. Sept. 1928 ab. Mit einer Ver
Held J. Friedrich Ludwig Chr. Jahn.
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Zu seinem 150. Geburtstage 11. 8. 1928. Turnvater Friedrich Ludwig Jahn, Mit Dank und Ehrfurcht wir dir nahn! Du bist wie Patriotismus, ,, Deutsch Volkstum" dein Katechismus! Held du in Freiheit und Einheit, Deutsch- stark, fern aller Gemeinheit, Durchs Turnen deutsch erziehen, Dem galt dein heiß Bemühen! Dein Turnen sollte einen, Die sonst getrennt erscheinen! Held warest du im Führen Held im Organisieren!
Held, wenn fürs Volk du schriebest, Held, wenn du treu dir bliebest! Held, wenn du tapfer strittest, Held, wenn du mutig littest. Held bei Verfolgung, bei Hausbrand! Held für das Inland und Ausland! Held, wenn du anerkannt warst, Held, wenn du arg verkannt warst! Seldsein auf allen Wegen Floß aus dir wie ein Segen! Mit Dank und Ehrfurcht dir wir nahn, Held Vater Friedrich Ludwig Jahn!
Lic. Dr. Viktor Kirchner, Jahns Urgroßneffe.
* Hühnerpest. Die Hühnerpest in dem Hühnerbestand des Julius Brückel, Rodheimerstraße 6, ist erloschen. Die Gehöftsperre ist aufgehoben.
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* Neues Operetten- Theater, Frankfurt a. M. Nach vollständiger Neugestaltung des Theaters erfolgt am Freitag, den 10. August, die Wiedereröffnung desselben mit der Operette ,, Zigeunerliebe" von Franz Lehar und Kammersänger Richard Tauber als Gast, dem als Partnerin die ebenfalls gastweise verpflichtete Operettendiva Cordy Milowitsch zur Seite steht. Desgleichen haben mehrere neuverpflichtete Kräfte, u. a. der Operettentenor Jenö Nador von der Budapester Königsoper und Kapellmeiſter Kurt Harder( musikalische Leitung) Gelegenheit, sich dem Publikum vorzustellen. Der Vorverkauf findet bereits jetzt täglich an der Theaterkasse 3, Bleichstraße 57, statt. Telefonische Bestellungen werden unter Hansa 13 angenommen.
Aus Nah und Fern.
Großen- Bused. Eine Ueberraschung wurde der hiesigen Hebamme E. Bergauer zuteil. Mitglieder des Posaunenchores brachten ihr in früher Morgenstunde ein Ständchen, um den Tag ihres 25jährigen Dienstjubiläums einzuleiten. Ebenso weihten ihr in sinniger Weise die vor 25 Jahren Geborenen bei Tagesanbruch zwei passende Lieder. Jm Verlaufe des Tages wurden der Jubilarin noch reiche Ehrungen zuteil.
Trais- Lumda. Jm hohen Alter von 82 Jahren ist der Altveteran von 1870-71, Schmiedemeister Kaspar Lemmer, gestorben. Er war der letzte Feldzugsteilnehmer von 1870-71 unserer Gemeinde.
Lich. Bei der gestrigen Wahl eines Beigeordneten der Stadt Lich wurde der Bäckermeister Ludwig Ihring zum Beigeordneten gewählt. Insgesamt wurden 1032 Stimmen abgegeben. Hiervon erhielt Jhring 520 gültige Stimmen.
Bad Nauheim. Um den hier weilenden Kurgästen auch die Möglichkeit zu geben, wie es bisher nur in wenigen deutschen Badeorten der Fall ist, die Heilwirkung der Weintraube zu ge= nießen, hat die Verwaltung des Bades in der neuen geschlosse= nen Wandelhalle in der Trinkkuranlage Einrichtungen zum Gebrauche dieser Kur getroffen. Die Trauben werden täglich frisch aus den nahen Weinberggebieten bezogen und können je nach Wunsch gegessen oder als Saft genommen werden.
Büdingen. Im nahen Kreisorte Haingründau konnte soeben der älteste männliche Einwohner des Kreises Büdingen, Landwirt Chr. No ß, seinen 95. Geburtstag in voller Rüstigkeit und Frische begehen. Noß gehörte lange Jahre hindurch dem Gemeindevorstand an und versah längere Zeit auch das Amt eines Gemeindeförsters in vorbildlicher Weise.
Lauter. Tödlich verunglückt ist im Steinbruch zu Queckborn der 26 Jahre alte Arbeiter Karl Graulich von hier. Graulich war unten im Bruch tätig, als plötzlich ein schwerer Basaltblock herab in die Tiefe stürzte und ihn so schwer am Kopfe traf, daß er sofort starb.
Lauterbach. Ein Postbeamter und sein etwa fünfjähriges Söhnchen verunglückten an einem Karussell durch Leichtsinn eines Angetrunkenen. Der schwerverlette Postbeamte wurde besinnungslos vom Play getragen. Auch das Kind erlitt Ver-. legungen. Das Karussell wurde auf polizeiliche Anordnung sofort geschlossen.
Gedern. Die Gründung einer freiwilligen Sanitätsiolonne vom Roten Kreuz hat in unserem Städtchen stattgefunden. Zum Kolonnenarzt wurde Dr. Bach, zum Vorsitzenden Hofprediger Widmann ernannt. Der Kolonne traten 23 Mitglieder bei. Wezlar. Die Bergakademie Clausthal hat dem Direktor der Buderusschen Eisenwerke, Dr. jur. h. cHumperdind von hier, wegen seiner Verdienste um das Gießereiwesen die Würde eines Dr.- Ing. ehrenhalber verliehen.
Die Bressa hat bisher eine Gesamtbesucherzahl von fait Was der Turnvater Jahn von sich selbst sagte. Sintermeilingen die 42jährige Frau Margarete Kilb in ihrem
2,5 Millionen aufzuweisen, also rund 38 000 Besucher pro Tag.
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25 Prozent aller die Pressa besuchenden Pressevertreter tommen aus dem Auslande.
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Die Berg- und Talbahn im Vergnügungspart legt einen Weg von rund 1200 Meter in 3 Minuten zurüd.
„ Für das Vaterland habe ich als Kind in frommer Ergebung gebetet, als Knabe geglüht, als Jüngling mit Sehnungen und Ahnungen geschwärmt, als Mann geredet, geschrieben, gefochten und gelitten."
Können heute alle Deutsche von sich auch dasselbe sagen?
Dillenburg. Mit der Notlage der durch die Aussperrung betroffenen Arbeiter wird sich am 8. August der Kreistag des Dillkreises befassen. Wie verlautet, soll eine größere Anleihe zu Unterstützungszwecken aufgenommen werden. Limburg. Auf gräßliche Weise ist im benachbarten Dorfe Hause verbrannt. Als eine Nachbarsfrau die Haustür öffnt.e, fand sie die vollkommen verbrannte Leiche der Frau Kilb vor der Haustür liegen. Die Ofentür stand weit auf. Vermutlich ist die Frau beim Feueranmachen von einer aus dem Ofen schlagenden Flamme erfaßt worden. Da sie ein förperliches Gebrechen hatte und sich nur schwer fortbewegen konnte, ist sie
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