Einzelbild herunterladen

ben.

Str. 18.

undigen. Verschiedene Stimmen und Mi ein Ohr gedrungen, und die Wahrheit mar

Deutschland vollkommen Frieden, und wi I nicht. Und wissen nicht, was Frieden in iẞt.

- jetzt heißt er: Brennero-, wird jeder

Sonnabend, den 30. April 1927.

italiener beschäftigen; 95 Prozent müssen Jtaliener sein. Es leuchtet ein, daß jedes Wort auf die Goldwage gelegt werden muß, und daß alle Unterhaltung verstummt, sobald ein Ange stellter in der Nähe ist. Es liegt einer in Haft, weil er Geld sammelte, um den Kindern in der Schule einen Weihnachts: baum zu verschaffen. Es wurde einem der Prozeß gemacht, weil die Blumen, die er gesät hatte, rote und weiße Blüten Faßzisten trugen, denn Rot- weiß find die Farben Tirols. untersuchen das Haus vom Keller bis zum Giebel und nehmen jeden Gegenstand auf. Allmächtig ist der Marechal, der Herr Wachtmeister. Vor ihm gilt tein Gesetz. Willkürlich werden die Deutschen mit Steuern belegt. Gnade Gott, wenn sie nicht zahlen.

it italienischen Soldaten besetzt. In Kürze mloje Zivilpersonen in den Wagen herum, passer und Horcher auf drei Schritte an zustand. Nachdem die Pässe und Fahrtar heint ein Faizist im schwarzen Hemd und 1. Nur, was der Faßzist tut, gilt. Drau teig gehen Karabinieri auf und ab, in

en Mantel, mit dem merkwürdigen Zwei

er ihnen das Aussehen eines Leichenbitters

Es scheint, man will die deutschen Südtiroler bis aufs Blut quälen und reizen. Man will fie auf einen Punkt bringen, da ihnen die Geduld reißt, um dann erst recht Handhaben zu bekommen. Ich habe mit Menschen gesprochen, die der Ver­zweiflung schon nahe waren. Niemand in Altitalien erfährt davon, die Gebildeten in Italien würden diese Zustande nicht billigen, wenn sie von ihnen wüßten; teine Zeitung darf da von berichten, alles ist schön und gut da oben, oder es geschicht ihnen recht für ihre Unbotmäßigkeit. Daß es ein rein deutscher Volksstamm ist, der durch Ränke Italien in die Hand gespielt wurde und der nun mit heimlicher Gewalt auf türzestem Wege entdeutscht wird, das wird noch zum Himmel schreien.

er zwei; nie zeigt sich einer allein. unter durch die Berge und Schluchten, vor Dörfern auf den Berghängen, die sich um scharen. Das ganze Bolt, hoch und nied ch; trotzdem steht an den Stationen nur es sich schon im Reisebuch oder von den chen lassen, daß Colle Jarco: Gossenses ing, Fortezza: Franzensieste, Bressanone:

das Bild verändert. Italienische Offi chtach, was waren unsere guten preu Waisenknaben dagegen!- lungern auf

uf Schritt und Tritt stolpert man über Und nun hört man auch schon italienisch Rinder, die aus der Schule kommen, an,

icht; sie kennen nur italienisch. Denn Soldaten, die ins Land geworfen wur aliener sind auch die Lehrer, die Eisen. ie Richter, die Beamten in jeder Stel ihnen an: es ist nicht der beste Mer jer verlegt hat, nicht die Blüte des ite nd Strafversetzungen, Ansiedlungen eh

, minderwertiger Elemente, die sich d

verfen und die Wonne des Siegers as

stet auf dem deutschen Bolt: In Bozen Männer in den Gefängnissen, die das tten, ein deutsches Lied zu singen. Denn die Deutschen Spitzel gemischt, und alle Ein junger Mensch fordert seine Kame ir gehen da herein und singen einme! eine Runde.- ,, Gezahlt brauchen wir

r ein Lied fingen wir schon." Und wie

gen ist, es war ein einfaches Volkslied auf und ein Faszist tritt herein. Gezi Draußen. Seit Monaten schmachten nun ngnis: denn man fann 150 Tage in Hajt eine Entscheidung fällt. Und jedem Deut­Tag.

aus jeder Handlung fann ein Strid ge Gasthöfe dürfen nur 5 Prozent Nicht­

Sonntagsessen

assende Nachtisch!

s hebt die Freude am Feiertag und stellt alle Frieden und wenn Sie Gäste haben, wird z. B. ein

Gala- Schokoladen- Pudding

Dr. Oetker's Puddingpulver, aufgetragen mit Vanille- Soße, allseitigen Beifall finden.

Viele Sorten vom einfachen bis zum Oetker- Feinkost Pudding bieten Ihnen reiche Abwechslung Die Her­stellung ist einf. u leicht nach dem jeder Packung aufgedruckten Rezept Weitere Rezepte f Süß- und Gelee- Speisen finden Sie in dem neuen tarb, illustr Oetker- Rezeptbech, Aus­gabe F, das für 15 Pfg in den Geschillen er­

DE

SCHIE

hältl, ist, wenn vergriff, gegen Einsendung

von Marken von

Dr. A. Oetker, Bielefeld.

sie zum Zeichen ihrer Ehrerbietung die

Als ich nach Innsbrud zurüdtehrte, wurde ich gefragt: ..Wie stehts drüben? at wahr, es ist aufgebauscht worden?" Da mußte ich antworten: Es ist viel schlimmer, als wir alle ahnen. Die Menschen in Südtirol leiden unmenschlich. Die Wahrheit ist bei uns noch nicht bekannt."

Gießener Zeitung"

Nr. 18.

Ehre, für den ist jeder Maitag ein Sonntag. Dori soll der Mensch lernen, die Sprache der Schöpfung in Gebet und heilige Lieder zu übersehen. Wie im steinernen Tempel, so soll er dort im großen Dome der Natur den König und Herrscher in diesem Millionenreiche loben und preisen. Vom Morgen an, wenn die erste Lerche in die Lüfte steigt, dem Throne Gottes entgegen bis zum feierlichen Abendgebet der untergehenden Sonne, die ihren Weg gleich als ein Held" gelaufen ist alles dem Schöpfer zu Ehren.

So sollen wir im Bilderbuche der Natur lesen und staunen, denn der Schöpfer selbst hat es uns aufgeschlagen.

Zur Werbewoche des V. D. A. Sonntag, den 1. Mai, veranstaltet der Verein für das Deutschtum im Ausland im Rahmen seiner Werbewoche ein Ballonwettfliegen mit Kinderballons, an die eine mit dem tigen Aufdruck versehene frantierte Postkarte gehängt wird. Der Landesverband Hessen des V. D. A. hat für die weitesten Flüge Preise ausgesetzt, u. a. einen fostenlosen Ferienaufenthalt in einem deutschen Gernzlande. Die Ortsgruppe Gießen des V. D. A. setzt drei Preise aus: 1. Einen Freiflug Gießen­Kassel oder Gießen Frankfurt, nach Wunsch; 2. ein wertvolles Buch; 3. ein silbernes V. D. A. Abzeichen. Die Ballons sind Sonntagvorm..tag von 11 Uhr an im Hofe der Oberrealschule, Bismardstraße, zu haben.

nend. Die Meldungen, nach denen katholische Prie­fter infolge des Streites zwischen Staat und Kirche den Ueberfall angeführt hätten, müssen mit Vorbehalt auf genommen werden. Jtalien hat, während in der Außenpolitik hinter den Kulissen über die albanische Frage verhandelt wird, im Innern seine Sensation und für die Faschisten die Befriedigung ihrer Rachege­Tüfte. Man hatte ein Komplott aufgedeckt, das sich gegen Mussolini richtete und in das sogar ein sich im Kriege verdient gemachter italienischer General ver­widelt war. Die Hauptanführer, darunter der Gene­ral, wurden mit 30jähriger Zuchthausstrafe bestraft. Die Anhänger Mussolinis jubeln. Die Gegenpresse ist zum Schweigen verurteilt, bezw. nahezu ganz verboten. Eine sozialistische Partei als Gegengewicht gibt es in Italien nicht mehr. Daher auch der Jubel in der sozia­listischen Presse Oesterreichs über den Wahlausgang in Desterreich, der den Sozialisten einige Gewinne brachte. Die Parteiblätter bringen lange Artikel ,, in denen sie erklären, damit wäre der großfaschistische Gedanke Mus­solinis von Bayern bis Wien gescheitert. Allerdings beherrschen die bürgerlichen Parteien in Oesterreich immer noch das Feld mit einer Mehrheit von ca. 60 Prozent. Da ihnen das aber nur durch eine Einheits­liste gelang, die viele Gefahren in sich hat, hat der Ju­bel der Sozialdemokratie seine Bedeutung. Zur Klä­rung sei noch gesagt, daß sich in Oesterreich im Gegen satz zu dieser katholischen Einheitsliste, an deren Spitze der schwarze Prälat Seipe! steht, nur die Sozialdemo fratie befindet, und daß der Kulturkampf auch dort sehr start entbrannt ist. Im Burgenland, das fast rein fatholisch ist, muß der Lehrer noch das Amt des Kirchen­dieners übernehmen und im Pfarrhause niedere Haus­dienste tun! Gar mancher, der sich sonst nicht zur sozia­listischen Partei hingezogen fühlt, gehört ihr aus ful­turellen Gründen an. An anderer Stelle sei gelegent­lich darüber was gesagt. Zwischen England und Frankreich kommt in letzter Zeit eine neue Allianz auf, die stark an Vorkriegszeiten erinnert. Der Friede Europas muß immer gewagtere Seiltanzkunststückchen machen, um das Gleichgewicht nicht zu verlieren. Da­bei zeigt man sich in Frankreich der Räumungsfrage gegenüber ungebärdiger denn je. Ein Versuchsballon Stresemanns erfuhr starken Widerspruch. Der Rhein, Frankreichs Grenze", eine in der Nachkriegszeit ge­prägte Losung, wird nicht so leicht zurückgezogen. Manch schwerer Kampf wird da unseren Diplomaten noch be­vorstehen. Der hessische Landtag tritt dem Verneh­men nach am 3. Mai zu einer Tagung zusammen.

Darum gehet nach Südtirol und sprecht mit den Leuten und richtet sie auf! Und wer in Südtirol die Herzen hat zuden und sich stumm der schamlosen Gewalt hat beugen sehen, dem wird die Lust vergangen sein, sich je wieder an den Schön­heiten Altitaliens zu ergötzen, so lange ein deutscher Bruder­stamm unterm Brenner gegeigelt und mit Ruten gejaagen wird.

Wochenrückblick.

In China geht die Komödie weiter. Angeblich haben sich die Südtruppen in zwei scharf gegenüber­stehende Lager getrennt, auf der einen Seite das kom­munistische Haniau, auf der anderen Seite das natio­nalistische Ranting, wobei nationalistisch aber nicht in dem in Deutschland gebrauchten Sinne verstanden wer den darf. Die Mächte, die an die Südregierung For­derungen gestellt hatten, befinden sich nun auf einmal zwei Regierungen gegenüber und sind sich anscheinend nicht ganz klar, mit wem sie verhandeln sollen. Man fönnte aber beinahe glauben, das sei ein geschickter Echachzug der Chinesen, wenn man auch noch hört, daß mit Tichangsolin in Nordchina verhandelt wird. ,, China den Chinesen" dürfte die alle Gegner verbindende Lo­sung sein. In Marollo steht es um die spanische Sache schlecht. Die Ureinwohner des Landes haben in den wilden Gebirgsgegenden den Spaniern entscheidende Niederlagen beigebrocht. Man ist selbst in Frankreich schon beunruhigt darüber, da man ein Uebergreifen der Aufstände auf französisches Gebiet fürchtet. In Meri­lo überfielen Räuber einen Eisenbahnzug und morde­ten und verbrannten auf bestialische Weise die Mehr­zahl der Infassen. sonderbarerweise die Ausländer scho­

Deutscher, denk an Deine Pflicht: Dergik die Brüder draußen nicht! Gedenkt der Deutschen im Ausland!

-

Cofales. Sonntagsgedanken.

,, Der Mai ist gekommen, die Bäume schlagen aus, da bleibe, wer Luft hat, mit Sorgen zu Haus."

* Fleischvergiftungen. In den Sommermonaten häufen sich erfahrungsgemäß die Erkrankungen infolge Genusses nicht ein wandfreier Nahrungsmittel, insbesondere werden Erkrankungen nach dem Genuß nicht frischen Hackfleisches vielfach beobachtet. Aus diesem Grund ist in den Fleischverkaufsordnungen das ver­bot enthalten, Hadfleisch während der wärmeren Jahreszeit auf Vorrat herzustellen und feilzuhalten, und vorgeschrieben, daß solches Fleisch bei Bedarf stets frisch zu bereiten ist. Die Po­lizeiorgane sind angewiesen worden, die Durchführung dieser Vorschrift genau zu überwachen. Die Bevölkerung wird auf die Gefahren ausdrücklich hingewiesen, die mit dem Genuß nicht frischen Hackfleisches, insbesondere von Pferden, verbunden sind, und es wird empfohlen, nur solches Hackfleisch zu kaufen, das vor den Augen des Käufers frisch zubereitet wird.

Es lacht die Sonne freudig vom Himmel, ein Meer von Blumen schmüdt die Erde, Urmächtigkeit des Lebens strömt und gestaltet, Sonntagsfriede ruht über Wald und Flur. Wan dervögel ziehen drüben ihre Straße. Jugend und Lenz sind ihre Begleiter. Es flingt und jubelt in den Maitag hinein:

"

,, Bin ein fahrender Gesell', fenne feine Sorgen..." Wenn wir im jungen Frühling durch die blühende und fingende Welt wandeln, wenn des Sonntags heiliger Friede den Lärm des Alltags verdrängt, dann hören wir die Sprache des Schöpfers und es ist uns, als würden wir durch einen gro= Ben mächtigen Tempel ziehen, in dem ein ewiger Gottesdienst gehalten, eine ewige Anbetung des Weltalls gefeiert wird. Gottesdienst in der Natur. Die Himmel rühmen des ewigen Ehre."

* Das Inserat. Ein gutes Inserat verzehnfacht die Wir­fung deines Schaufensters. Was du nicht ins Schaufenster stel­len lannst, das trage in die Zeitung. Du mußt verschiedene

Wer so durch den Frühling wandert, wer aus dem jubi­lierenden Liede der Lerchen ein Loblied für den Höchsten ver­nimmt, wer in dem Sprossen und Blühen die Allgewalt des Schöpfers spürt, wer ein Frühlingslied singt, dem Höchsten zur

3eitungsofferten ausprobieren, um zu wissen, welches Inserat cin ,, Schlager" ist und welches die schlägt". Das beste Gerüst Das cines Warenhauses sind die Spalten einer Zeitung. Glüd so manchen Kaufmanns ist in eine Zeitung gewidelt. Der Imter füttert seine Bienen, damit sie Honig bringen; der Landmann düngt den Ader, damit er gute Früchte trägt. Und was hat ein rühriger Geschäftsmann zu tun? zu inserieren! Jeder kennt den Kudud, weil er so unentwegt seinen Namen ruft. Guter Text in gute Blätter gibt ein goldnes Hagel­

wetter.

Verantwortlich: Paul Christian Klein in Gießen.

Ach gegen Teilzahlung

erhalten Sie ein

Presto

* Fahrrad.*

Es ist

allerbeste Qualität. zu billigstem Preis.

Verkauf durch: Jakob Schupp, Gießen Seltersweg 83.

cine lateiniſche Umidrift, welche lautet: Dormite in umbra Frühlingserwachen im Reiche des Nades. Hun Radfahrer schieben, bie tandigung des Garrabus bine

noctis laetimini in lumini Christi- dum aere jungo popolos

911

eme

et vestras laudes celebro.( In freier Uebersetzung: Körper schlaft im Schatten der Nacht! Seelen, freut euch an der Glorie Christi, während ich die Völker mit dem Schall der Bronze ver­binde und euer Lob verkünde.) Den unteren Teil der Gloden­wand schmüden verschiedene Allegorien. Ausgangspunkt der Plastiken hinter dem Ecce homo bildet eine Herme, Palme trägt, auf der die Zahlen 1914 und 1918 Anfang und Ende des Krieges verkünden. Dann folgt die Menschheit, ge­messen an den Massen des Weltkrieges, weiter der Abschied, das ewig menschliche Drama des letzten Grußes, die glüdliche Fahrt des Heldentums aller Völker, wobei zum Zeichen, daß die ganze Menschheit vom Weltkriege mitgerissen wurde, Helm und Schild die einzige gemeinsame Wehr darstellen, während das Schwert fehlt. Es reihen sich ferner an: Das heilige Glüd, ein Denkmal für den Frieden und das Einvernehmen sämtlicher Völker, sowie das Kriegsende. Hier werden Blumen und Tränen den Ge­fallenen dargebracht. Auf der Höhe des Kalvarienberges aber schreiten hinter der Bahre des unbekannten Soldaten der Feld geistliche, die barmherzige Schwester, die Kriegerwitwe und die Kriegermutter. Abschlußbild ist endlich der glorreiche Zug: Das Opfer erblüht zu neuem Leben im Lichte der Liebe.

hon anläßlich solcher Besuche in Bewegung vurde ihr Knüppel festgemacht, weil ihr r überirdischen Huldigung dienen darf. ugenblick kommen, wo die elektrische Welle Rovereto bis hinein in die Zentren un t, bald sollen durch Millionen von Laut­cheln die Menschen des Lebens überall die Stimme hören fönnen. Dahin geht das Be ächters Pfarrer Rossaro. Helfen wir ihm die Mittel und Materialien zu diesem wertvollen Rundfunkunternehmen, das angetan ist, die Erinnerung an die t erzen wachzuhalten. Darauf kommis an! dlich die Menschen voll Andacht in Dank­glicher Treue, mit ihren Ginnen bei den eren Ruhm und Ehre sont im haſtigen, Gewühle des Alltags leider allzu oft ver abgestimmt auf den Ton B, ist über hundert

Meter breit und 2,75 Meter hoch und wird racht. Sie kann in ihrem Hohlraum zwölf und zählt zu den größten Glocken der Welt. wird sie lediglich übertroffen von der Glode Wiener Stephandomes, des Kölner Domes e zu Paris Geschaffen wurde sie nach Mo­

rs Prof S. Zuech, der in die Mitte des Benwand in erhabener Form den Ecce homo

menschgewordenen und verherrlichten Hei­mo ist eingeſäumt von einer Dornentrone, ellt und einem Lichtkranz, der den Ruhm auf gleicher Höhe sieht man zwei Flug­des Weltkrieges im Luftkampf erinnern ein Palmenmotiv, das Ehre und Friede

Ein besonderes Wort verdient noch der Klöppel. Er ist zwei Meter hoch und acht Zentner schwer. Blätter und Blumen mit der Zahl 1915 bilden seinen Schmud. Dieser Klöppel ist nach der Zeichnung eines Italieners von einem Deutschen aus Jena zijeliert und präsentiert sich als ein Kunstwert für sich.

Gum. Das Fahrrad ist nicht nur Herr über Zeit und Raum, sondern auch über Sommer und Winter. Als es das Licht der großen Welt erblidie, war es ein Sportwerkzeug, ein Spielzeug, heute ist es das Verkehrsmittel der Massen, das Auto des klei­nen Mannes, der Freudenspender für unsere Kinder und der gern gesehene Freund jeder Familie. Früher glaubte man, die Herrschaft des Fahrrades sei mit der Herrschaft des Sommers crledigt, heute weiß man, daß man nicht nur zur warmen Som­merszeit, nein auch im Winter, wenn es schneit, radeln kann, aber nicht alle Radlerinnen und Radler fönnen dem Radeln im Winter sich befreunden und so beziehen viele Fahrräder, namentlich in den Großstädten, mit Eintritt der falten Jahres= zeit ein Winterquartier. Draußen auf dem Lande läßt es fich unter der Herrschaft des Winters als Radfahrer besser leben, als in der Stadt, wo die weiße Dede des Schnees unter den Reifen und Rädern bald in Schlamm verwandelt wird. Eines: teils aus Rüdsicht auf das eigene Jch, andernteils mit Rücksicht ouf Rad und Reifen, gönnen viele Großstädter dem Fahrrade Winterruhe, aber beim ersten warmen Sonnenstrahl gedenken sie des Gefährten schöner Stunden und nun heißt es, diesen treuen Freund aus seinem Schlaf zu erweden.

In ihrer schlanken, schönen Gesamtwirkung muß die Glode als künstlerisches Denkmal angesehen werden, das weit darüber hinaus, mehr noch als ein seelisch vertieftes Grabmal des un­bekannten Soldaten, ein machtvolles Symbol dafür darstellt, daß trotz allem der Gedanke der Befriedung Europas und der Welt lebendige Gestalt annimmt.

aus und sind erstaunt, wenn sie ihrem Rade endlich Werkstatt aufsuchen. Erstaunt über die Fülle von franfen Fahrrädern, denen der Fahrradmechaniker wieder auf die Rä­der helfen soll, und betrübt nehmen sie vom Meister die Aus­funft entgegen, daß die Herrichtung des Fahrrades mindestens acht Tage in Anspruch nehmen werde, weil mehr als hundert Fahrräder vor ihm zur Heilung eingeliefert worden sind.

Dem Augenschein nach hat das Fahrrad gut überwintert, aber beim Nachdenken über verschiedene Dinge aus der letzten Fahrzeit fällt dem Radler oder der Radlerin allerlei ein, was bei Wiederaufnahme des Radjahrens in Ordnung sein sollte. Da ist der Reifen nicht ganz dicht gewesen, eine Mutter war überdreht worden, die Lentstange saß nicht mehr fest, das Leder des Sattels mußte nachgespannt und die Kette gereinigt wer den, kurzum es waren verschiedene Kleinigkeiten in Ordnung zu bringen. Kommt diese Erinnerung vor dem ersten Sonnen­strahl des Frühlings und folgt der Erinnerung sogleich der Ent­schluß zum Fahrradmechaniker zu gehen, tann das Fahrrad bis zum Empfang der Frühlingsboten fahrfertig sein, aber die mei­

Acht Tage sind eine lange Zeit, wenn man freiheitsdurstig unter strahlendem Frühlingshimmel auf die Herstellung des Rades warten muß, nur weil man es versäumt hat, an die fleinen Mängel rechtzeitig zu denken. Radlerinnen und Radler machen sich Vorwürfe, während ihre sorgsamer gewesenen Kol­leginnen und Kollegen in Gottes freier Natur sich tummeln. aber in jedem Frühjahr wiederholt sich das gleiae, und der 3wed dieser Zeilen soll daher ein Appell an alle jene sein, die ihr Fahrrad eingemottet" und noch nicht daran gedacht haben, daß dieses oder jenes an ihm gemacht werden muß, ehe es zum neuen Ritt fertig ist. Den neuen Rittern vom Rade gilt der Appell in gleichem Maße. Man warte mit der Anschaffung eines Fahrrades nicht, bis in den Fahrradgesen die Kunden anstehen, bis die guten Räder ausverkauft sind und die neue Lieferung acht, vierzehn Tage oder noch länger auf sich war­ten läßt. Man wende sich rechtzeitig an den Fahrradhändler, damit er alle Wünsche erfüllen und das Rad in Ruhe so her­richten tann, daß man Freude am Radeln hat und sich nicht die Lust am Flug durch die Natur durch ein schlecht passendes Fahr­rad verleiden läßt.

Kleine Ursachen haben oft große Wirkungen, darum muß das Frühlingserwachen im Reiche des Rades ein Ueberwachen der Maschine mit sich bringen. Wird das Stahlroß nicht über­wacht, dann kann es leicht in dem Augenblid lahm werden, wo es am nötigsten gebraucht wird, zum Beispiel inmitten eines Regengusses auf weiter Flur oder dann, wenn man es beson­ders eilig hat.