Einzelbild herunterladen

Sonnabend, den 30. April 1927.

,, Gießener Zeitung"

Nr. 18.

erhielt, damals lernte ich kennen, was es heißt, ent: Was Deutsch ist, darf nicht untergehen! Berhältnissen zu erkundigen. Verſchiedene Stimmen und Mei­

rechtet zu sein; damals auch lernte ich mit heißem Dant empfinden, wie herzstärkend es ist, zu wissen, daß man im Deutschen Reich an unseren Kämpfen Anteil nahm, das Bewußtsein zu haben: Wir stehen nicht allein! Tausende Deutscher fühlen mit uns, ihre Ge­danken begleiten uns.

Das aber verdanten wir größtenteils dem Wir­fen der großen überparteilichen Deutschtumsvereinigun gen im Reich, unter denen der Verein für das Deutsch­tum im Ausland in erster Linie steht. Er gab den voltsbewußten Schwaben des Banats, den mannhaften Giebenbürger Sachsen das stolze Bewußtsein: Wir, die äußersten Kulturoorposten des großen deutschen Voltes Südosteuropas, wir haben einen moralischen Rückhalt an dem Volt, zu dem wir fulturell gehören, wenn wir auch nicht innerhalb der Reichsgrenzen wohnen. Da mals, als die deutsche Intelligenz der Städte in Un­garn versagte, weil sie unter 40jähriger Magnarifie­rungspolitif morsch und abgefault war, damals half uns der VDA., aus jungen Banater Schwaben, größ­tenteils bäuerlicher Abstammung, denen er das Etu dium an deutschen Hochschulen ermöglichte, Führer heranzubilden, die ihre geistige Bildung im Mutterland empfangen hatten und vom Geist der großen deutschen Boltsgemeinschaft durchdrungen waren.

Wenn heute die Banater Schwaben, in den neuen rumänischen und jugoslawischen Grenzen lebend, sich wieder mannhaft gegen die Entdeutschung zur Wehr setzen, so ist das nicht zuletzt ein Verdienst des VDA. Er hat dazu beigetragen, das latente Deutschbewußt sein der Banater Schwaben aufzurütteln und wieder lebendig zu machen.

Als ich im Jahre 1903, aus Ungarn geflüchtet, im Deutschen Reich mit Vorträgen über die Kämpfe der Deutschen in Ungarn und Siebenbürgen vor die deut­sche Deffentlichkeit trat und sagte: Wenn es gelingen sollte, das Deutschtum im Südosten, Banater Schwa ben und Siebenbürger Sachsen zu entdeutschen, wenn es gelingen sollte, das Deutschtum Desterreichs noch mehr zu verdrängen, dann werden die Wogen fremden Boltstums immer mächtiger an die Grenzen des heu­tigen Deutschen Reiches anprallen, und wir werden ge­zwungen sein, innerhalb des Deutschen Reiches den Kampf um Sprache und Art zu führen, den jetzt Teile des deutschen Volkes im Interesse des aanzen deutschen Volkes jenseits der Grenzen führen müssen." Damals lächelten viele und hielten mich für einen Schwarzseher. Heute seufzen Millionen damaliger Reichsdeutscher unter Fremdherrschaft, und die Notwendigkeit, das Band deutscher Kultur und Blutsgemeinschaft nicht zer­reißen zu lassen, die geistige Verbindung der Deutschen über alle Grenzen hinweg lebendig zu erhalten, wird jetzt in allen Kreisen des deutschen Volkes empfunden.

Vertausendfacht hat sich die Notwendigkeit des Wirkens für das Deutschtum im Auslande. Darum, deutscher Mann, deutsche Frau, deutscher Jüngling. deutsches Mädchen, trage dein Teil dazu bei, daß sich auch die Mitgliederzahl des Vereins für das Deutsch­tum im Ausland vertausendfache, damit er seine heili­gen Pflichten gegenüber unserem Voltstum voll und ganz erfüllen kann! Er ist der Sämann, berufen, fünf­tige Ernten für unser Volkstum vorzubereiten.

Laßt die deutsche Jugend im Ausland nicht verloren gehen! Spendet für die Schulen im Ausland!

Die Glode der Gefallenen. Von Adolf Mitter.

Jenseits der Erde gibt es keine Völlerentzweiung. Den größten Frieden schafft der Gleichmacher Tod. Furchtbar war seine Ernte, die er unter dem graujigen Sang der Kononen ge­halten, furchtbar das Leid, das er den Ueberlebenden hinterließ.

Müssen wir darum nicht alle Gefallenen ehren, Freunde wie Feinde, auch wenn uns die deutschen Helden am nächsten find?!

Nur ein ganz großer Friedensapostel konnte da ein Denkmal der Liebe und der Frömmigkeit in der Welt aufrichten, das größer ist, als das Grabmal des unbekannten Soldaten, das mehr bedeutet als ein Heldenhain. Pfarrer Anton Rossaro war dieser Mann.

Auf zerschossener alter Bastei ragt inmitten der Kriegs­irümmer, fernab dem lauten Getriebe, eine mächtige, wuchtige, große Gloce. Man sindet sie, wenn man dem Lauf der Etsch folgend nach Rovereto tommt. Dort steht sie auf der Festungs­zinne und schaut hinein in das junge, italienische Land, das unlängst noch österreichisch war. Feldgeschütze und Waffen von Siegern und Besiegten sind ihr Körper und Kleid. Inter­national ist sie, wie nichts anderes auf der Welt. Und doch gehört sie jeder Nation, jedem Land, das Streiter schickte in die Brände des Krieges. Ihr Dasein ist Trauer und Erinnerung. Und an jedem Abend, wenn ihre metallene Stimme dröhnend über das Bergland schwingt, wissen die Leute von Rovereto und alle, die da hertamen, um sie zu hören, daß es ein Erinnerungs­sang ist für die Gefallenen des Weltkrieges, ohne Ausnahme, jeden Glaubens und jeder Nationalität. Dann aber ertönt ihr chernes Geläute einmal im Jahre besonders noch für die Welt­triegsopfer der sechzehn einzelnen Länder, die sich von 1914 bis 1918 feindselig gegenüberstanden. So öffnet sich für Deutsch­lands Helden der Mund der Glocke alljährlich eine Stunde lang am 22. Auguft.

Jft das Auslandsdeutschtum Kulturdünger? Dr. A. Ziebert.

Tiefgreifend ist von jeher der deutsche Kultureinfluß in Europa gewesen. Kann doch das Germanentum auch aus der fulturellen Entwidlung der romanischen Länder wie Frank­reich und Italien nicht weggedacht werden. Schon die Namen Frankreich, Lombardei" usw. zeugen davon. Auf 25 Mil­lionen wird die Zahl der nach Nordamerika eingewanderten Deutschen gerechnet; wer möchte also den deutschen, wesent­lichen Anteil am Aufbau der Vereinigten Staaten und auch Lateinamerikas leugnen?

nungen waren an mein Ohr gedrungen, und die Wahrheit wat schwer zu unterscheiden.

Wir haben in Deutschland vollkommen Frieden, und wis sen es wieder einmal nicht. Und wissen nicht, was Frieden in anderen Ländern heißt.

Vom Brenner ab, jest heißt er: Brennero, wird jeder Wagen des Zuges mit italienischen Soldaten besetzt. In Kürze treiben sich auch harmlose Zivilpersonen in den Wagen herum, denen man den Aufpasser und Horcher auf drei Schritte an riecht. Es ist Kriegszustand. Nachdem die Pässe und Fahrkar ten geprüft sind, erscheint ein Faszist im schwarzen Hemd und überprüft noch einmal. Nur, was der Faszist tut, gilt. Drau ßen auf dem Bahnsteig gehen Karabinieri auf und ab, in ihrem langen schwarzen Mantel, mit dem merkwürdigen Zwei spitz auf dem Kopf, der ihnen das Aussehen eines Leichenbitters gibt. Es find immer zwei; nie zeigt sich einer allein.

Dann geht es hinunter durch die Berge und Schluchten, vor bei an den fühnen Dörfern auf den Berghängen, die sich um ihre trutzigen Kirchen scharen. Das ganze Volt, hoch und nied rig, spricht nur deutsch; trotzdem steht an den Stationen nur italienisch, und man muß es sich schon im Reisebuch oder von den Mitfahrenden verdeutschen lassen, daß Colle Jarco: Gossenfas heißt, Vipiteno: Sterzing, Fortezza: Franzensfeste, Bressanone: Brixen.

Sonnabend, den 30. April 1927.

italiener beschäftigen; 95 Prozent müssen 3 lengtet ein, daß jedes Wort auf die Goldw ma und daß alle Unterhaltung verstummt,

lter in der Nähe ist. Es liegt einer in 5 ammelte, um den Kindern in der Schule e baum zu verschaffen. Es wurde einem der weil die Blumen, die er gesät hatte, rote u

tragen, denn Rot- weiß sind die Farben Ti unterjuchen das Haus vom Keller bis zum Gi jeden Gegenstand auf. Allmächtig ist der Me

blen

meister. Vor ihm gilt kein Gesch. W Deutschen mit Steuern belegt. Gnade Got Es scheint, man will die deutschen Südtirol quälen und reizen. Man will sie auf einen do ihnen die Geduld reißt, um dann erst red belommen. Ich habe mit Menschen gesproche weiflung schon nahe waren. Niemand in 2 daron, die Gebildeten in Italien würden dies billigen, wenn sie von ihnen wüßten; keine won berigten, alles ist schön und gut da oben, ihnen ret für ihre Unbotmäßigkeit. Daß es e Bellamm ist, der durch Ränte Italien in d marde und der nun mit heimlicher Gewalt au catdeutscht wird, das wird noch zum Himmel Als ich nach Innsbruck zurüdkehrte, wu Wie stebis drüben? Sucht wahr, es ist aufge Da mußte ich, antworten: Es ist viel schlimm aan. Die Menschen in Südtirol leiden un Wehrheit ist bei uns noch nicht bekannt." Darum gehet nach Südtirol und ſprecht mit richtet sie auf! Und wer in Südtirol die H ard ich stumm der schamlojen Gewalt hat be wird die Lust vergangen sein, sich je wieder heiten Altitaliens zu ergöhen, so lange ein flamm unterm Brenner gegeigelt und mit

Und wie erst wächst die Weltbedeutung der deutschen Kul­tur, wenn wir nach dem Often bliden. Rurif, der Waräger aus dem skandinavischen Wikingergeschlecht, begründete das russi­sche Reich, die Baltendeutschen waren von jeher maßgebend an Staat und Regierung Rußlands beteiligt. Und denkt man sich Dom nördlichen Rußland bis ans Schwarze Meer und die Adria einen breiten Gürtel gelegt, so hebt sich überall vom flawischen Hintergrund das Bild deutschen Kultureinflusses und fleißes ab. Bolen und Siebenbürgen, Wolgadeutsche, Banat, Batschka und die gesamten Donauschwaben, Bessarabien, Bos nien! welcher Geschichts- und Auslandsdeutschenkenner wird ba nicht an die Kulturarbeit des deutschen Ordens, der preuzi In Bozen hat sich das Bild verändert. Italienische Offi jchen Könige, des Hauses Habsburg und an heute schwer um ziere in modischster Prachtach, was waren unsere guten preu ihre Existenz ringende deutsche Auslandsposten erinnert? Daßischen Leutnants für Waijentnaben dagegen! lungern auf die Tschechoslowakei mit ihren eigentlichen Kulturdenkmälern den Straßen herum, auf Schritt und Tritt stolpert man über noch heute hauptsächlich auf dem deutschen Mittelalter beruht, trampshaft an verschüttete eigene Traditionen anzuknüpfen tann auch das heutige Tschechentum, wenn es noch so sehr,

fucht, wenn es noch so sehr der von deutscher mittelalterlicher und Renaissancepracht zeugenden Stadt Prag äußerlich den tschechischen Stempel aufzudrüden sucht, nicht wegleugnen.

Und heute? Unendlich groß ist die Gefahr, seitdem über­all die jungen slawischen Rationalitäten sich regen von dem traurigen Deutschamerikanerproblem ganz abgesehen, daß diese vielgeprüften deutschen Außenposten im Kampf zermürbt werden, könnten, daß, in der Rückschau auf die Vergangenheit, nur noch bedauernd von dem deutschen Kulturdünger gespro chhen werden könnte.

Und doch, jeder, der vergangene und doch gegenwärtige deutsche Kulturtätigkeit überdenkt, muß dem ein unbefiegliches Nein entgegensetzen. Wer die Größe des auslandsdeutschen Gedankens erfaßt hat, wer den Wert des Auslandsdeutschtums, nicht nur in seinen wirtschaftlichen und fulturellen Wirkungen im Ausland, sondern auch in seiner nationalpolitischen Bedeu tung für uns Reichsdeutsche tennt,( die Auslandsdeutschen sind vielfach die bewußtesten Deutschen, die es gibt), der muß zäh und unermüdlich den Kampf um die Erhaltung des Deutschtums überall auf der Welt aufnehmen. Es darf nicht heißen: noch ist es da, sondern zukunftsfreudig sehen wir neuen Aufstieg vor uns. Das ist der Geist, der den ,, Verein für das Deutschtum im Ausland" beseelt. Er glaubt an die Unverwüstlichkeit deutscher Lebens- und Bolfskraft, wo immer in der Welt sie sich festgesetzt. Das gibt ihm Freudigkeit und Mut, in der Handreichung und Dienstreichung für die Vollsgenossen draußen nicht müde und matt zu werden. Das deutsche Wesen ist in der Welt nicht bloß dazu da, damit es verwest und zerfällt und anderen zur Nah­rung und Befruchtung dient; was deutsch ist, hat unvergäng­lichen Eigenwert, und fann und darf darum, wo es eine Stätte hat, nicht untergehen.

Im Lande Namenlos".

Anläßlich der Hilfs- und Werbewoche für das Auslandsdeutschtum erhalten wir von einem be­kannten deutschen Dichter folgende interessante Schilderung, der Zustände in Südtirol, dem Land ,, Ramenlos", wie die Bewohner es heute nennen. da der alte Name Tirol von der italienischen Re­gierung verboten worden ist.

Schon lange hatte ich mir vorgenommen, in diesem Jahre nach Südtirol zu fahren und mich an Ort und Stelle nach den

die Leichenbitterpaare. Und nun hört man auch schon italienisch sprechen. Wir reden Kinder, die aus der Schule kommen, an,

fie verstehen uns nicht; jie lennen nur italienisch. Denn nicht nur das Heer der Soldaten, die ins Land geworfen wur den, find Italiener; Italiener sind auch die Lehrer, die Eisen­bahner, die Bostleute, die Richter, die Beamten in jeder Stel lung. Und man sieht es ihnen an: es ist nicht der beste Men schenstoff, den man hierher verlegt hat, nicht die Blüte des ita lienischen Volkes; es find Strafverfehungen, Ansiedlungen ehr geiziger, abenteuerlicher, minderwertiger Elemente, die sich als Bedrüder in die Brust werfen und die Wonne des Siegers aus toften.

Eine Zwingfauft lastet auf dem deutschen Bolt: In Bozen schmachten dreißig junge Männer in den Gefängnissen, die das Verbrechen begangen hatten, ein deutsches Lied zu singen. Denn man hat überall unter die Deutschen Spizzel gemischt, und alle Wände haben Ohren. Ein junger Mensch fordert seine Kame raden auf: Kommt, wir gehen da herein und singen einmal wieder; ich zahl euch eine Runde. Gezahlt brauchen wir nichts," sagen fie, aber ein Lied singen wir schon." Und wie der erste Vers verflungen ist, es war ein einfaches Volkslied -, da geht die Türe auf und ein Faszift tritt herein. Sechzig Karabinieri stehen draußen. Seit Monaten schmachten nun die Jungen im Gefängnis: denn man fann 150 Tage in Haft gebracht werden, ehe eine Entscheidung fällt. Und jedem Deut­schen droht dies jeden Tag.

Aus jedem Wort, aus jeder Handlung kann ein Strid ge­dreht werden. Die Gasthöfe dürfen nur 5 Prozent Nicht

3um Sonntags essen der passende Nachtisch!

Das hebt die Freude am Feiertag und stellt alle zufrieden und wenn Sie Gäste haben, wird z. B. ein

Gala- Schokoladen- Pudding

aus Dr. Oetker's Puddingpulver, aufgetragen mit Vanille- Soße, allseitigen Beifall finden.

Glode tüssen wollen.

Viele Sorten vom einfachen bis zum Oetker- Feinkost. Pudding bieten Ihnen reiche Abwechslung Die Her­stellung ist einf u leicht nach dem jeder Packung aufgedruckten Rezept Weitere Rezepte für Sul- und Gelee- Speisen finden Sie in dem neuen tarb. illustr Oetker- Rezeptbach, Aus­gabe P, das für 15 Pfg in den Geschäften er­hältl. ist, wenn vergriff, gegen Einsendung von Marken von

SCHIE

Dr. A. Oetker, Bielefeld.

Wohl ist sie auch schon anläßlich solcher Besuche in Bewegung gesetzt worden, doch wurde ihr Knüppel festgemacht, weil ihr eherner Klang nur der überirdischen Huldigung dienen darf.

Welche Kraft in diesem Klang der Glocke von Rovereto| Festung hinauf, wenn sie zum Zeichen ihrer Ehrerbietung die steckt, kann nur der ermessen, der sie selbst gefühlt hat. Da freut man sich den Tag über an der Lieblichkeit des Städtchens, das wieder als ein friedliches Berggedicht unter dem heiteren, süd­lichen Himmel thront. Dort aber, wo das Wasser gurgelt, tommt uns jäh in den Sinn: Bon der Etsch bis an den Belt!" Weh­mut schleicht sich ins Herz und diese Wehmut wandelt sich zur Trauer, wenn wir erst auf Roveretos Heldenfriedhof weilen, wo vom schrecklichsten Kampf aller Zeiten brave, tapfere Oefter­reicher neben Italienern gebettet sind. Senkt sich die Sternen­nacht hernieder, kommt vom Wall der Festung ein klarer, voller, ernster Ton: die Glocke der Gefallenen schwingt. Es ist uns, als jchwebe auf jeder Welle ein Reigen der Geister der Krieger nach Nord und Süd, nach Ost und West, über die ganze Erde. Die Glocke rüttelt das Gewissen wach. Sie ruft in die Seelen hinein: Laßt den Haß und gebt den Menschen, gebt den Völkern den unendlichen, den ewigen Frieden. Millionen sind verblutet unter der Zwietracht. Säet wieder Eintracht, daß ihr Gott zum Wohlgefallen und euch selbst zum Segen werdet! Die Opfer des Weltkrieges sprechen zu uns, daß sie in den Tod gegangen sind, Damit wir leben können, um das Vermächtnis, das sie mit ihrem Blute besiegelt haben, Heimat, Haus, Hof und Kinder treu zu verwahren und zu verwalten und immer der Helden zu gedenken, die um unseretwillen nicht mehr sind.

Zu dem Träger und Redner der großen Krieger, zur ge weihten Glode von Rovereto, hat schon mancher Pilger seine Schritte gelenkt. Rauhe Kriegsmänner find gekommen, Feld­herren und Generäle, viele geistliche und weltliche Würdenträger, um dort stille Einkehr zu halten.

Hohe Besucher der Glode werden von einer Schar Pfad­findern und Pfadfinderinnen empfangen, die Choräle fingen und mit den Flaggen aller Nationen salutieren. Das deutsche weht neben dem Sternenbanner und der französischen Trikolore, neben den italienischen, österreichischen, serbischen, japanischen Farben. So finden die Großen der Reiche ihren Weg auf die

Bald wird der Augenblid tommen, wo die elektrische Welle die Glockenstimme von Rovereto bis hinein in die Zentren un jerer Großstädte trägt, bald sollen durch Millionen von Laut sprechern und Hörmuscheln die Menschen des Lebens überall die den Toten geweihte Stimme hören können. Dahin geht das Be streben des Glockenwächters Pfarrer Rosjaro. Helfen wir ihm und geben wir ihm die Mittel und Materialien zu diesem fühnen, großen und wertvollen Rundfunkunternehmen, das wie nichts anderes dazu angetan ist, die Erinnerung an die Welt­triegsopfer in den Herzen wachzuhalten. Darauf fommt es an! Dann werden allabendlich die Menschen voll Andacht in Dank barkeit und unvergänglicher Treue, mit ihren Sinnen bei den Gefallenen weilen, deren Ruhm und Ehre sonst im haſtigen, nervenaufpeitschenden Gewühle des Alltags leider allzu oft ver­gessen bleiben.

Wochenrückblid.

In China geht die Komödie weit haben sich die Südtruppen in zwei sch tehende Lager getrennt, auf der einen munistische Hanzau, auf der anderen S malistische Nanting, wobei nationalistisd dem in Deutschland gebrauchten Sinne den darf. Die Mächte, die an die Süd derungen gestellt hatten, befinden sich zwei Regierungen gegenüber und sind nicht ganz klar, mit wem sie verhande fönnte aber beinahe glauben, das se Schachzug der Chinesen, wenn man a mit Tichangjolin in Nordchina verhand den Chinesen" dürfte die alle Gegner jung sein.-In Marokko steht es um di schlecht. Die Ureinwohner des Lande wilden Gebirgsgegenden den Spanie Niederlagen beigebracht. Man ist sell schon beunruhigt darüber, da man ein Aufstände auf französisches Gebiet fürch lo überfielen Räuber einen Eisenbahn ten und verbrannten auf bestialische zahl der Infassen. sonderbarerweise die

Deutscher, denk an Deine Dergik die Brüder draußer Gedenkt der Deutschen im A

gmbolisiert. Diese Motive sind miteinand cine lateinische Umschrift, welche lautet: moctis- laetimini in lumini Christi- dum

et vejtras laudes celebro.( In freier U lajt im Schatten der Nacht! Seelen, freut Christi, während ich die Völker mit dem Sc binde und euer Lob verkünde.) Den untere wand schmüden verschiedene Allegorien. Blastiken hinter dem Ecce homo bildet ei Balme trägt, auf der die Zahlen 1914 un Ende des Krieges verkünden. Dann folgt men an den Massen des Weltkrieges, wei emig menjchliche Drama des letzten Grußes, des Heldentums aller Völker, wobei zum 3 Menschheit vom Weltkriege mitgerissen wur die einzige gemeinsame Wehr darstellen, w fehlt. Es reihen sich ferner an: Das heilige für den Frieden und das Einvernehmen säm das Kriegsende. Hier werden Blumen un fallenen dargebracht. Auf der Höhe des K heiten hinter der Bahre des unbekannten geile, die barmherzige Schwester, die K Kriegermutter. Abschlußbild ist endlich der Opfer erblüht zu neuem Leben im Lichte d Ein besonderes Wort verdient noch der Meter hoch und acht Zentner schwer. Blätt der Zahl 1915 bilden seinen Schmud. Die der Zeichnung eines Italieners von einem jijeliert und präsentiert sich als ein Kunst In ihrer schlanken, schönen Gesamtwin als tünstlerisches Dentmal angesehen werd hinaus, mehr noch als ein seelisch vertieft belannten Soldaten, ein machtvolles Sym daj trok allem der Gedante der Befriedun Welt lebendige Gestalt annimmt.

Die Glode selbst, abgestimmt auf den Ton B, ist über hundert Zentner schwer, 2,55 Meter breit und 2,75 Meter hoch und wird elettrisch in Gang gebracht. Sie fann in ihrem Hohlraum zwölf Personen aufnehmen und zählt zu den größten Gloden der Welt. In ihren Ausmaßen wird sie lediglich übertroffen von der Glode in Moskau, der des Wiener Stephandomes, des Kölner Domes und der Savonenkirche zu Paris. Geschaffen wurde sie nach Mo­dellen des Bildhauers Prof. G. Zuech, der in die Mitte des oberen Teiles der Außenwand in erhabener Form den Ecce homo jetzte, das Symbol des menschgewordenen und verherrlichten Hei landes. Der Ecce homo ist eingejäumt von einer Dornenfrone, die den Schmerz darstellt und einem Lichtkranz, der den Ruhm wiedergibt. Seitlich auf gleicher Höhe sieht man zwei Flug­zeuge, die an die Opfer des Weltkrieges im Luftkampf erinnern. Darunter befindet sich ein Palmenmotiv, das Ehre und Friede