Nr. 25.
Nr. 25 Sonnabend, den 18. Juni 1927.
aussieht, und daß andere Länder fich ein en fönnten.
en Kurorten bald nach dem Kriege die Kur Geschmad wieder ihr schönes Aussehen ez
man jetzt allerorten daran, die Kurhäuser Sen oder neue Kurhäuser zu errichten, na
it möglich geworden ist.
Umbau der Kuranlagen erfolgte in dem
h, der sehr große Mittel erforderte.
m im Schwarzwald wurde mit einem gr
für die 340 000 R- Mart genehmigt find. Mit der Modernijie= rung der Kuranlagen in Bad Rothenfelde verbindet sich der Bau eines Schwimmbades im Freien. Das Sol- und Moorbad Salzelmen bei Magdeburg will zur Feier seines 700jährigen Bestehens den Park wesentlich verschönern und erweitern. Bad Soden- Werra hat starte Modernisierungen vorgenommen. Große Veränderungen hat auch Bad Warmbrunn zu verzeichnen. Die weltbekannte Kochbrunnenanlage in Wiesbaden will man auch den modernen Ansprüchen gemäß in vornehm fünstlerischer Weise umgestalten. Dabei soll ein Preisausschreiben an die deutschen Künstler erfolgen. Eine interessante Erweiterung seiner Kuranlagen will auch Bad Salzschlief durch seinen Erholungswald schaffen, der sich an das neu angelegte reizende Luft- und Schwimmbad anschließt.
sonniger Lage ein neuer Kurpart angelegt. Thüringen wurde das Kurhaus von der und mit einem Kostenaufwand von jirta tern so ausgestaltet, daß es allen moder t. Auf der alten Klosterherberge in Sirjan n neues Kurhotel ,, Kloster- Hirjau" hervor großzügig ist die Anlage des neuen Kur Rissingen. Hier ist mit einem Roftenens en R.- Mart ein Neubau errichtet worden en für Sole und Moorbäder. In König ie Stadt ein sechs Morgen großes Anwesen aus den Mitteln der Besatzungsentschädi sum Kurhaus und Kurpark umgewandelt ösen hat eine neue Badeanstalt für medi geschaffen. Große Kurbauten werden zur enommen, deren Abschluß in nächster Zeit besonders rege Bautätigkeit zeigt das alte
n am Taunus. Es wurde ein neues Kur
ein ganz modern ausgestattetes Kurhotel
re Quellen wurden neu gefaßt. Die großen
oden bringt, werden hoffentlich dazu bei
e alte Beliebtheit und sein altes Ansehen
en Neugestaltungen finden in zahlreichen iche durchgreifende Alenderungen statt, die
Einberufung zweier Jahrgänge in Litauen.
In Kownow ist man beunruhigt über die russischen Truppenansammlungen bei Minst. Der litauische Kriegsminister hat zum Grensschutz die beiben letzten entlassenen Jahrgänge wieder einberufen.
Ein neuer Reichskommissar für den Mittelstand.
Der bisherige Dirigent im Reichswirtschaftsministerium. Ministerialrat Dr. Reichard, Geh. Regierungsrat, ist zum Ministerialdirektor und gleichzeitig zum Leiter der neuen Mittelstandsabteilung des Reichswirtschaftsministeriums bestimmt worden.
Aufwertung der Reichsbanknoten endgültig abgelehnt.
Der zuständige Senat des Reichsgerichts hat die Revision gegen das Urteil des Kammergerichts, das Klage auf Aufwertung der früheren Reichsbanknoten abgewiesen hatte, durch Beschluß als unzulässig verworfen. Reichsgerichtspräsident Dr. Simons, auf den sich der Kläger bei seinen Bestrebungen wiederholt berufen hatte, hat inzwischen offiziell die Verurteilung dieser Bestrebungen ausgesprochen.
er Bäder von großer Tragweite werden erheblicher Geldmittel erfährt das Mart eiler durch einen Erweiterungsbau einer Auch Bad Homburg v. d. 5. sorgt durc Teugestaltungen seiner prächtigen Anlagen eder gern besucht werden wird. Als bes lage ist das„ Seedammbad" in Angriff figes Schwimm-, Luft- und Sonnenbad. uten werden in dem Sol: und Moorbad In Bad Meinberg in Lippe ist die neu Wandel- und Trinkhalle zu begrüßen. In d die berühmte diätetische Kuranstalt ,, Ho weitert. Eine vorbildliche Anlage ist das mbad in Bad Nauheim, das wegen seiner ne Erweiterung erfahren soll. Im Anschluß hergestellten neueren Kurhausbau läßt Bab Trink- und Wandelhalle errichten. Zu be ltierung der Hauptstraßen in Reichenhall,
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Fernsprechwertmarten.
Der Reichsverband des deutschen Handwerks hatte sich an das Reichspoftministerium gewandt, um darüber Bescheid zu er halten, in welcher Weise die noch in Händen des Publifums befindlichen Fernsprechwertmarken aus dem Verkehr gezogen werden sollen. Bekanntlich können vom 1. Mai ds. Js. ab diese Marfen nicht mehr zur Verwendung gelangen, da für Fern Sprechautomaten nur noch 10- Pfennigstüde gebraucht werden. Der Reichspostminister hat hierauf unterm 19. April ds. Js. wie folgt geantwortet:
en und scherzten die drei, bis ein Hornru nen auf dem kleinen Bahnhof hallte.„ Die gebot die Stimme des Stabsoffiziers an Soldaten reichten Flaschen, Tassen, Teller iziere bei den gedeckten Tischen zogen Notiz chen und schrieben schnell Adressen hinein lachten sie zurüd:„ Ja, gnädiges Fräulein e Karte aus Rußland!" Andere drückt.n en doch fremden jungen Damen lange und Zeit, da alle Deutschen Brüder oder Schw
Gießener Zeitung"
mit nicht minder großen Nachteilen verbunden ist, wie für das Bankgewerbe, und daß es mit den Pflichten eines Kaufmannes unvereinbar ist, Scheds vor dem als Ausstellungstag bezeich neten Tage in den Verkehr zu setzen, ganz abgesehen von den strafrechtlichen Folgen, die ein solches Verhalten unter Umständen nach sich ziehen fann.
Die unterzeichneten Spitzenverbände halten es für ihre Aufgabe, auf die Schädigungen und Gefahren dieser Unfitte hinzuweisen, sowie darauf, daß sie nicht in der Lage sein würden, Firmen, die vordatierte Scheds ausstellen, gegen ein etwaiges Vorgehen der Banken zu schützen."
Diese Erklärung ist unterzeichnet vom Deutschen Industrieund Handelstag, dem Reichsverband der Deutschen Industrie, dem Zentralverband des Deutschen Bant- und Banfiergewerbes dem Zentralverband des Deutschen Großhandels, der Haupige meinschaft des Deutschen Einzelhandels und dem Reichsverband des deutschen Handwerks.
Die Postanstalten sind ermächtigt worden, die im Vertehr befindlichen Fernspred) wertmarken bis zum 30. April einschließlich zum Stüdwert von 0,15 Rmf. und von da an ois Ende Juni zum Stüdwert von 0,10 Rmt. bei den Annahmestellen zurückzunehmen. Da es sich nicht ermöglichen lassen wird, die Münzfernsprecher bis zum 1. Mai sämtlich für den Einwurf von Zehnreichspfennigftüden einzurichten, müssen die in Frage kommenden Verkehrsanstalten und Verkaufsstellen vom 1. Mai an, solange es nötig ist, Fernsprechwert marken zum Stüdwert von 0,10 Rmf. abgeben. Aus diesem Grunde ist es nicht angängig, nach dem 30. April zur Einlösung fommende Stüde zu dem jetzigen Wert von 0,15 Rmf. zurückzunehmen. Die Oeffentlichkeit wird hierauf durch die Zeitungen hingewiesen werden.
Gegen die Vordatierung von Schecks.
Hurraheut gibt's
Die Spitzenverbände der Wirtschaft, darunter auch der Reichsverband des deutschen Handwerks, haben sich erneut veranlagt gesehen, gegen die mißbräuchliche Ausstellung und Begebung vordatierter Scheds Stellung zu nehmen. Sie veröffent lichten hierzu folgende Erklärung:
,, Auf Grund mannigfacher Beschwerden, die aus weiten Kreisen der Wirtschaft über die Bezahlung mit vordatierten Sched's laut geworden sind, vertreten die unterzeichneten Spitzenverbände die Auffassung, daß die Ausstellung und Begebung solcher Schecks für Handwerk, Handel und Industrie
SCHIEL
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der schmeckt ja so fein u. da können wir essen, so viel wir wollen u. Mutti freut sich noch darüber.- Sie weiß es längst, wie kräftigend gerade die Oetker- Puddings bei den Kindern wirken. Durch die Zubereitung mit der vitaminreichen Milch wird der Nährwert noch erhöht, außerdem enthalten
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Dr. A. Oetker* Bielefeld.
Gofales.
Sonntagsgedanken.
* Gesundene und verlorene Gegenstände. Ein Verzeichnis über die in der Zeit vom 1. Mai 1927 bis 31. Mai 1927 auf dem Fundbüro als gefunden und verloren gemeldeten Gegenstände liegt auf dem Polizeiamt, Weidengasse Nr. 5, Zimmer 3, zur Einsicht offen.
10 000 Mart fönnen für 1 Mart in der garantiert nächsten Woche, 24. Juni, stattfindenden Stuttgarter Geldlotterie gewonnen werden. Diese Lotterie mit 3592 Geldgewinnen bietet die beste Aussicht, bei der jetzigen Geldknappheit einen erheb lichen Geldgewinn zu erhalten, der jetzt wohl jedem willlkom men sein dürfte. Alle Gewinne sind bar ohne Abzug zahlbar. Loje zu 1. sind noch in allen burd) Plakate fenntlichen Ver taufsstellen, sowie durch den Generalvertrieb A. Dinkelmann, Worms( Poſtscheckonto 15 194 Frankfurt a. M.) zu beziehen.
Golden lacht die Sonne in unsere Stube. Sonnenstrahlen! Sie sind optische Wahrnehmungen, so sagen die Gelehrten. Rein stofflich betrachtet, ist der Wissenschaften Lehre wahr und richtigt. Doch hinter allem Stoffe liegt das Geistige und schleudert seine Blitze und seine Farben herein in unsere Welt. Bruder aus dem Volke! Hast du schon einmal in das Auge eines geliebten Menschenfindes geschaut? Einer treuen Gat in? Einer geliebten Braut? Oder gar in das Auge eines Kindes? War es dir dabei nicht, als ob du in die unergründ liche Tiefe eines liebenden Geistes hinabblicktest, der dich grüßte durch jenes leuchtende Auge?
Das gab dem Mund etwas Herbes oder Kühles. Auf ihrer zarten, weißen Gesichtshaut lag noch Röte, und die Nasenflügel schwangen zu hastigem Atem. Die bernsteinfarbenen Augen der hübscheren Braunhaarigen aber lachten zuversichtlich oder gar wünschend, und Hullmann sah, daß sie dem jungen Offizier ähnele. So wie jetzt sie, sah, daß sie dem jungen Offizier ähnele. So wie jetzt sie, sah eben er beim übermütigen Fordern des Kusses aus.
,, Drewig", mahnte mit nachsichtigem Vorwurf eine Stimme aus dem Offizierswagen. Der Leutnant drehte die Schultern und wollte zum Zug laufen. Ein schelmisch spöttelnder Blid der bernsteinfarbenen Augen ließ ihn zögern und hastig eine Antwort auf die Frage stottern:„ Von... euch... beiden!"
* Beratungsstelle. In der von der Landesversicherungs anstalt Hessen eingerichteten Beratungsstelle für Geschlechtsfranke in der Universitäts- Hautflinit zu Gießen, Klinikstr. 40, werden Ratsuchende kostenlos und streng vertraulich ärztlich untersucht und beraten. Gegebenenfalls wird kostenfreie Behandlung vermittelt. Sprechstunden: Jeden Werktag, vormit tags von 10-12 Uhr und Dienstags und Freitags nachmittags von 5-6 Uhr.
Woher nun dieses Leuchten? Ist es nur eine optische Wahr Nein und tausendnehmung, ein rein stofflicher Vorgang? mal nein! Es ist ein Hineinsenken in die unermeßlichkeit des Geistes. Der Geist ist es, der lebendig macht und der Geist Die Sonne leuchtet ist es, der das Auge leuchten macht.
herein in unser Dachtämmerlein. Und das Herz lacht in unserer Brust. Und es leuchtet und spiegelt sich auf den Dächern bis Und hinter dem Schleier der hinauf zum azurnen Zenith. allerglänzenden Natur, da grüßt uns ein liebendes Auge, das nicht erst leuchtet seit heute morgen, das schon leuchtete vor dem ersten Weltenmorgen, von Ewigkeit her.
Bom Ortskartell Darmstadt des deutschen Beamtenbundes wird uns zu unserem Artikel in Nr. 17 der„ Gießener Zeitung" vom 23. 4. 1927, überschrieben mit:„ Darmstadt, die meisten Beamten", geschrieben, daß die Feststellung unrichtig ist. In dieser Zahl seien nicht nur die in großer Zahl von auswärts zugezogenen pensionierten Beamten, sondern sogar Angehörige der verschiedensten Berufsschichten enthalten, die sich die Bezeichnung ,, Beamter" beilegen. Darmstadt hat im Verhältnis zu seiner Einwohnerzahl nicht mehr Beamte wie alle übrigen Städte.
So grüßt uns schon seit Jahrmillionen und Ewigkeiten das Baterauge Gottes. Und die Sonne, die da hereinleuchtet in unser Kämmerlein und mit ihrem Glanze die ganze Welt erfüllt, ist nur ein Gleichnis Gottes, des Glänzenden und eine Botschaft Gottes für uns arme Menschenkinder, uns zu baden in den Sonnenstrahlen der göttlichen Liebe.
Die lachende Dunkelhaarige hob ohne Besinnen den Mund. Der Leutnant schien ihn nur flüchtig berühren zu wol len, aber das junge Mädchen wars die rechte Hand um seine Schulter und drückte ihre Lippen fest auf die seinen. Ueber das kriegsgebräunte Gesicht schoß eine Glutwelle zur lichten Stirn. Wie in jäh auflodernder Leidenschaft preẞte des Offiziers linke Hand zu einem zweiten Kuß fest die des Mädchens. Dann wendete er sich ab, atmete tief und trat mit gesenkten Augen vor die Blondine. Sie neigte den Kopf, legte die Hände jacht auf seine Achselstücke und streifte mit den fühlen, schmalen Lippen seinen Mund. Es war, als jegne Germania einen Streiter für die Fahrt ins Wilde und Heiße unter Sinden burgs Fahnen.
Zier ohne Helm hielt wieder die Hände der ich vor dem Einsteigen einen Kuß?" Die vollen roten Lippen der Braunhaarigen e bernsteinfarbenen Augen tanzten led und en sagte, sie wünsche sich den Kuß Stum jene ernste Blondine mit lichtblauen Augea ast wie jene der Germania auf dem Nieder tirnhöhle trat und in reiner, gerader Linie 1 fiel. Brennendes Rot stieg langsam üb vom Hals zur Stirn des Gesichts, das ment und wagend lachende Offizier gab die Hände Sein unsicher verlegener Blick suchte die Erde it zweifelnd an den jungen Damen hinani thaarigen zur Blondine. Er wußte augen chem Mädchen er dem im Uebermut gefor sollte. Hullmann trat näher und glaubte die Lösung einer Verwirklichung zu warten. wohl beiden Damen nicht nur befreundet, n. Welche ihm näher stand, verrieten auch Die Blondine schlug die Augen nieder. Jbre len von der Mitte leicht gegen die Wintel
en.
Der Leutnant schied schnell, ohne die Augen zu heben, und lief zum Trittbrett des Offizierswagens. Der Zug rollte schon, als er die Tür zuklappte und sich aus dem Fenster beugte. Seine Hand grüßte, seine Augen brannten. Sein Blid aber suchte weder die Blondine, noch die Braunhaarige, sondern irrte un schlüssig zwischen den beiden Mädchenköpfen hindurch. Die jungen Damen schwangen wehende Tücher, bis der Zug ihren
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* Falsche 50- Pfennig- Stüde. In der letzten Zeit sind falsche 50- Rentenpfennig- Stüde angehalten worden. Die eine Serie ist aus Messing angefertigt und trägt die Jahreszahl 1924, das Münzzeichen A und ist auch bereits an anderen Orten des Reiches aufgetaucht. Bei der zweiten Sorte bestehen die Münzen aus einer Legierung von Messing und Zink. Die Münzen tra gen gleichfalls die Jahreszahl 1924 und das Münzzeichen A.
* Straßensperrung. Wegen Vornahme von Bauarbeiten an dem Hause Johannesstraße Nr. 3 ist bis auf weiteres die Johannesstraße von Neuenweg bis Plodstraße für jeglichen Fuhrverkehr gesperrt worden.
Bliden entschwand. Die Augen der Braunhaarigen tanzten durch einen feuchten Schimmer. Die flaren der ernsten Blon dine fannen ins Weite. Der Wind zauste ihren flatternden Rod und flatschte das Tuch um die schlanken Glieder einer hochhüftigen Gestalt.
Hullmann ging um das Bahnhofsgebäude herum. Ein einziger Wagen stand dort. Der Kutscher lüftete mit fragender Miene den Hut. Der Professor sprach ihn an: ,, Der Priedels dorfer Wagen:"
Aus Nah und Fern.
Lauterbach. Am vergangenen Sonntag wurde in Lauterbach der Tag festlich begangen, an dem vor 400 Jahren der Junker Hermann Riedesel zu Eisenach die Reformation in Laus terbach und im ehemals riedeselschen Lande einführte. In der Festversammlung in der Turnhalle sprach Prof. Dr. Beders Darmstadt in einem großangelegten Vortrag über die geschicht lichen Ereignisse, die der Reformationseinführung zugrunde liegen. Die Glückwünsche der Patronatsherren überbrachte Baron Georg Riedesel Freiherr zu Eisenach.
..Jawohl, Herr Geheimrat, und hier kommen auch die gnädigen Fräuleins."
Er drehte sich um. Die Blondine und die Braunhaarige standen vor ihm.„ Also Schwestern sind die Damen!"
Es flang gewiß erstaunt oder ungläubig, denn die Braunhaarige scherzte:„ Ja, Herr Geheimrat, und Sie wundern nicht als erster darüber. Meine Schwester heißt Gerda. Ich bin Elisabeth Drewiß, die jüngere."
Lindenfels. Der Wirtschaftsverband bildender Künstler Deutschlands, Gau Hessen, veranstaltet während der Monate Juli und August hier eine Kunstmesse ,, Kunst des Odenwaldes". Sie soll ähnlich gehalten werden wie die Ausstellung in Jugen heim, die seit 15. Mai dort unter dem Namen ,, Kunst der Berg straße" zu sehen ist.
Gelnhausen. In den letzten Tagen haben auf Einladung der Kreisverwaltung und der Kleinbahndirektion Wächtersbach Birstein in Wächtersbach Besichtigungsfahrten und Be sprechungen mit Abgeordneten aller Parteien über den oeab. sichtigten Bau einer Bahn von Birstein nach Hartmannshain in Oberhessen stattgefunden. Die projektierte Bahn soll eine Fortsetzung der bestehenden Kleinbahn Wächtersbach- Birstein bilden.
Die Blondine blieb nachdenklich und stumm auch w der Fahrt. Ihre Blauaugen träumten über das achland mit Herbstzeitlosen im wellenden Grün. Einmal zudte der herbe Mund. Neugier ließ Hullmann nach dem jungen Offizier fragen.
Tagung des Vogelsberger Höhenflubs.
Kassel. Die Hauptversammlung des Vogelsberger Höhen. flubs fand unter Leitung des 1. Vorsitzenden Dr. med. J. Bruch häuser- Ulrichstein statt. Trotzdem die Zusammenkunft weitab von dem eigentlichen Vereinsgebiet abgehalten wurde, war sie von den Zweigvereinen gut beschidt. Bei der Vertreterversamm lung am Sonntag waren 34 3weigvereine mit 4681 Stimmen vertreten. Nach dem von dem 1. Vorsitzenden Dr. Bruchhäuser
Gerda konnte also doch lächeln.„ Unser Vetter Werner". fagte sie,„ Sohn eines Generals D. Drewitz, Herr Geheimrat. Brüder zum Hinausschiden haben wir leider nicht." Auch über des Vaters Leiden gab sie Auskunft. ,, Da uns seit der Mobilmachung Leute fehlen, glaubt Papa mit 73 Jahren oft noch zugreifen und ein Beispiel geben zu müssen. Neulich sah ich ihn, einem Arbeiter aus der Stadt zeigen, wie er Dung aufladen müsse. Er schleuderte die gefüllte Schaufel hoch über den Kopf auf den Wagen und erblaßte plötzlich. Die Forte fiel aus seiner Hand. Er drückte die Faust über der Hüfte gegen
den Rücken und ging mit aschfahlem Gesicht schwerfällig ins Haus. Seither spürte er Seitenstiche."
,, Nun sollen Sie helfen, Herr Geheimrat," und Elisabeths Hand wies über die im talten Winde dampfenden Pferde. ,, Dort sehen Sie Haus Priedelsdorf am Fuß des Löwendorfer Berges. Die Geographen nennen ihn den westlichen Ausläufer des uralisch- baltischen Höhenzuges. Ich schätze ihn mehr als gute Rodelbahn. Doch im kommenden Winter verzichten wir auf Sport. Das Versorgen der durchfahrenden Goldaten gibt genug zu tun. Gerda fam natürlich auf den Gedanken, die Verpflegungsstelle einzurichten."
,, Wir hatten ihn gleichzeitig, widersprach die Blondine Elisabeth legte den Arm um der größeren Schulter: Bewahre, Liebes! Beim Guttum bist du immer die erste. Glauben Sie mir, Herr Geheimrat. Gleich nach Mobilmachung fuhr sie mit ihrem Spargeld nach Trebbin, faufte ein und bat um Erlaubnis, die Tische auf den Bahnsteig zu stellen. Später famen andere Damen aus der Stadt und vom Lande zu Hilfe Heute sind wir mehr als zwanzig Mädels, und Trebbin wett eifert mit der Nachbarschaft, um die Vorräte zu ergänzen. Zehn Spedjeiten und achtundfünfzig Schinken hingen gestern in der Schaktammer. Darum ist unsere Verpflegungsstelle die berühmteste und beliebteste an der Anhalter Bahn. Die Da men in Lichterfelde geben das freilich nicht zu. Um uns zu schlagen, stellten sie neulich sogar fleine Puddings auf igre Tische. Ich fahre nämlich oft als Spionin die Strede ab und vergleiche. Dabei sah ich die Leckerbissen, aber ärgerte mich nicht, denn Sped, durch die Maschine gedreht und schön did aur Landbrot gestrichen, schmedt besser als Süßes. Meinen Si nicht?
Der schmunzelnd Lächelnde sah auch Gerda lächeln. 3ore Finger schlossen Elisabets Mund.
Fortsetzung folgt.


