Nr. 29.
Urteilen geltenden Vorschriften ent lche den Anspruch selbst betreffen, sind
Sonnabend, den 16. Juli 1927.
§ 1p.
als die Gründe, auf denen sie beruhen, Mietverhältnisses auf Klage des Vermieters durch gerichtliches
g des Räumungsbefehls entstanden sind
cht mehr geltend gemacht werden können. § 1k.
eter, ohne gegen die Kündigung Wider
der Verfügung des Räumungsbefehls die
ch bestimmten Räumungsfrist, so ist dem Antrags unter Bestimmung einer Frist
21.
eter sich mit dem Antrag einverstanden, sbefehle die Vollstreckung von dem von der Zustellung des Befehls laufen
hängig zu machen.
rmieter nicht oder verweigert er die Zu Antrag des Mieters als Widerspruch Das gleiche gilt, wenn der Mieter eine
Erhebt der Mieter gegen die Kündigung des Vermieters Widerspruch(§§ 1f, 1k Abj. 3), so erfolgt die Aufhebung des Urteil( Aufhebungsflage).
Eine Aufhebungstlage tann auch ohne vorherige Kündigung bes Mietverhältnisses sowie ohne vorherige Berufung auf den Ablauf der Mietzeit erhoben werden.
2. Die Ueberschrift vor§ 7 wird gestrichen.
3. Hinter§ 52a werden folgende Vorschriften als§§ 52b bis 52e eingestellt: ( Schluß folgt.)
Lokales. Sonntagsgedanken.
Nun ist der Sommer da.
Die wärmende drtraft der Sonne belebt die organische Welt. Früchte trägt alle Natur, die zu reifen beginnen. Der Strauch und der Baum, die Blumen und Gräfer, Roggen und
estimmte Bezeichnung ihrer Dauer be: Weizen und was nur immer. Seid probuftio, erzeuget Werte, erklärt hat, den Mietraum nur bei Sift arbeitet! Go spricht die Natur im Sommer zu uns.
es herausgeben zu wollen.
§ 11.
en der§§ 1f, 1k nicht binnen einer ein
m Falle des§ 1f mit dem Ablauf der Salle des§ 1k mit dem Ablauf der dem
Und heute zum Sonntag wollen wir ihre Stimme in Sonntagsworte übersehen: Geid produttiv! Vollbringt gute Handlungen, gebt gute Beispiele; denn das sind die Früchte der Menschen, die ewig halten. Wie draußen in der Natur die Sonne die große Quelle aller Wärme und Kraft ist, so ist Gott, ber Herr, Mittelpunkt der moralischen Kraft der Menschheit.
Erklärungsfrist beginnt, die Erlassung Er ist die himmlische Sonne, die uns Menschen erleuchtet, er
nachgesucht, so verliert die Kündigung che gilt, wenn die Erlassung des Räu
ig nachgesucht, das Gesuch ober zurüd
§ 1m.
ner Vollmacht bedarf es nicht, wenn für
wärmt und befeligt. Er schenkt uns Menschen den Frühling und bie Sommertage des inneren Friedens, wahres Glüd dem Einzelnen und Versöhnung den Völkern. Wenn in diesen Tagen bie glühende Sonne heiß über die Erde funkelt, schwellt Hoffhung in uns, Hoffnung auf Erfüllung.
nordnung der Zustellung eines Kündis dingen wurde zum überplanmäßigen Oberlandmesser bei einem
* Personalien. Der Landmesser Reinhard Müller zu BüBaupraktikant Wilhelm Wen
esucht oder für den Mieter Widerspruch Feldbereinigungsamt ernannt.
erhoben wird.
§ 1n.
immte Zeit eingegangenes Mietverhält blauf der Mietzeit fortgesetzt, wenn nicht Mieter spätestens in dem Zeitpunkt, in eine für den Ablauf der Mietzeit zu erfolgen haben würde, sich auf die Beältnisses beruft. Die Berufung des Ver en Voraussetzungen zulässig, unter denen
Vermieter ein Mietverhältnis fündiger er Berufung sowie auf das weitere Ver eine solche Kündigung geltenden VorAnwendung.
vorbehaltenes Rüdtrittsrecht tann vom en den Willen des Mieters ausgeüb § 10.
jel von hier zum überplanmäßigen Oberbausekretär bei einem Kulturbauamt. Die Vermessungspraktikanten Friedrich Hahn, Karl Hofmann, Heinrich Krömmelbein und Richard Trautmann bon hier, Georg Jffland und Karl Schäfer von Schlitz zu überplanmäßigen Obervermessungssekretären bei einem Feldberei= Regierungsassessor Dr. Georg Krüger von nigungsinstitut.
,, Gießener Zeitung"
teiligung die Wirtschaftlichkeit der Einrichtung gesichert erscheint. Für Gießen kommt das Poftamt 2( Schulstraße) in Betracht, bei dem für diesen 3wed jedoch bauliche Aenderungen vorgenom men werden müssen. Von der Geschäftswelt der Innenstadt wird diese Absicht der Bost freudig begrüßt werden, fällt doch das oft läftige Warten auf den Briefträger weg und bietet sich Gelegenheit, die Briefschaften bei der inmitten der Stadt ge= legenen Stadtpost abzuholen, zumal die Schließfachanlage, wie wir hören, so angelegt werden soll, daß sie für die Abholer, wie beim Postamt 1, Don 7 bis 21 Uhr zugänglich ist, auch wenn die Stadtpost geschlossen ist. Die vierteljährliche Gebühr von 2,25 Rmf. für ein kleines und 3 Kmt. für ein großes Schließfach dürfte im Hinblick auf die gebotenen Vorteile faum ins Gewicht fallen.
bier zum überplanmäßigen Kreisamtmann mit der Amtsbezeich= Baupraktikant Wilhelm Brüdel von nung Regierungsrat". Lang Göns zum überplanmäßigen Oberbausetretär.
-
* Evangelisch- kirchliches. Aus dem Dienst der Hessischen Lanbeskirche entlassen wurde auf sein Nachsuchen der evangelische farrer Fritz Haupt von hier.
* Nachsendung von Postfachen. Wer in die Lage kommt, sich seine Postfachen nachsenden laffen zu müssen, tut gut da ran, zu dem Nachsendungsantrag an das seitherige postamt die amtlichen Formblätter zu benutzen.
* Polizeiamt. In der Zeit vom 1.- 30. Juni 1927 wurden folgende Anzeigen wegen Zuwiderhandlungen durch Fahrzeugführer bezw. Kraft und Radfahrer gegen verkehrspolizeiliche Borschriften erhoben: 9 Anzeigen wegen Fahrens zur Nachtzeit hne hellbrennende Laterne, 1 Anzeige wegen Fahrens auf Bürgersteigen, 2 Anzeigen wegen Fahrens mit übermäßiger Ge= orstehenden Vorschriften bezeichnete VerJchwindigkeit, 4 Anzeigen wegen Fahrens ohne die rechte Stra eder Gebühr des§ 8 des Gerichtstoftenenseite einzuhalten, 18 Anzeigen wegen Fahrens durch ge= Gebühr wird nicht erhoben, wenn vor perrte Straßen und 9 Anzeigen wegen sonstiger Zuwiderhandllung des Kündigungsschreibens das Ge lungen in verkehrspolizeilicher Hinsicht. wird.
t erhält in dem Verfahren die Sätze des nung für Rechtsanwälte.
echnung ist der im§ 13 Abs. 4 bezeichnete
Einlegung des Widerspruchs oder Ein Sebühren auf die im Aufhebungsstreit ent angerechnet.
Räumungsbefehls fann der Vermieter nur Serichtskosten verlangen.
n Mietverhältnissen durch Urteil.
hnten sogar Verwandte nichts. Den ein d sein Wort. Als die Frau des Majors
Fruchtsendungen bei heißem Wetter. Die Post flagt dar über, daß jetzt Fruchtsendungen und dergl. in großer Zahl als Pädchen eingeliefert werden, deren Inhalt während der Beförderung meist verdirbt, ausläuft und andere Sendungen be schmutzt und beschädigt. Wir machen daher darauf aufmert jam, daß die Versendung nur dann gestattet ist, wenn die Verpadung und namentlich die innere Umhüllung zwedentsprechend eingerichtet sind.
* Fundbüro. Das Polizeiamt macht darauf aufmerksam, baß im vergangenen Jahre und auch dieses Jahr eine große Anahl von Brillen, Portemonnaies, Stöden, Schirmen, Handtaschen, Handleiterwagen und sonstige Gegenstände als gefunen abgeliefert, aber nicht abgeholt worden sind. Die Intereffenten werden daher gebeten, zweds Abholung der Gegentände auf dem Fundbüro, Weidengasse 5, vorzusprechen.
, schickte er den Knaben ins Kadettenkorps. e Junge kam während eines Sonntags: zum ersten Besuch nach Priedelsdorf. Da Reue, aber doch Bedauern. Er hatte an del gehandelt, und Werners Adoptivvater da er Priedelsdorf noch immer mied. Um d er den Kadetten Sonntag für Sonntag n und dann von Lichterfe.ve nach Priedels entage verlebte Werner hier, bis sein Vater
* Berein für das Deutschtum im Auslande, Ortsgruppe Gießen. Am 9. Juli fand die Mitgliederversammlung der hiesigen Ortsgruppe des V. D. A. statt. Studienrat vr. König begrüßte die leider nicht sehr zahlreich erschienenen Mitglie= der. Daraufhin berichtete D. Eißer über die von dem Verein veranstalteten Vorträge und gedachte auch in ehrenden Worten des dem Verein durch den Tod entrissenen Vorstands. mitglieds, des Herrn Fabrikanten Bender. Herr Reftor ReuI legte den Kassenstand, insbesondere den Ertrag der Werbewoche
* Schließfachabholung bei der Stadtpost. Um die Schließ fachabholung zu fördern, beabsichtigt die Deutsche Reichspost, tünftig Schließfachabholungen auch bei Postanstalten ohne Zutell- und Ausgabedienst einzurichten, sofern bei genügender Be
Noch am Abend ließ er den Brief zur Post bringen.
*
Zwei Briefe in der Hand, trat Generalleutnant von Drewit aus seinem Stabsquartier in Brzeziny unter die Laterne, die
färgliches Licht ins Dunkel des neblig talten Novembermorgens
dar.
Nr. 29.
* Die Deutsche Volkspartei hielt eine gut besuchte Monatsversammlung im Hindenburg" ab, bei der Frl. Birns baum, M. d. L., einen interessanten Ueberblick über die Früh jahrstagung des Hessischen Landtages gab, die sich ausschließ lich mit der Beratung des Staatshaushaltes beschäftigte. Sie ging ferner auf die Fragen des Theaterzuschusses für Gießen sowie der Gewerbe und Maschinenbauschule ein und behan delte die erfolgreichen Anträge zur Erweiterung der Landesuniversität. Weitere oberhessische Anträge sehen der Erfüllung entgegen.
Studienrat Dr. König sprach über die eindrucksvolle Pfingsttagung des Gesamtvereins in Goslar. Es folgte ein Vortrag von Studienrat Dr. Diemer varmstadt über„ Aufbau und Tätigkeit des Landesverbands Hessen." Die Neuwahl des Vorstands ergab teine wesentliche Aenderungen. Aus der Mitte der Versammlung wurde angeregt, einen engeren Zusam menschluß der Mitglieder, insbesondere auch durch die Schaffung eines Vereinsorgans und durch Veranstaltung regelmäßiger Zusammenkünfte, die vom Oktober ab im„ Hindenburg" stattfinden sollen, zu erzielen. Auch wurde die Frage der Bildung eines Frauenausschusses und einer Jugendgruppe erörtert. Es ist zu hoffen, daß der Verein durch Ausbau auf diesem Wege immer stärkere Anteilnahme weitester Kreise für seine gemeinnützigen Bestrebungen im Dienste unserer Brüder im Ausland findet.
warf. Mit dem Brr!" eines Fröstelnden schlug er den PelzTragen des langen grauen Mantels zum Helm auf. Nur seine croße Hakennase und die noch jugendlich blanken Augen sahen Don unten zwei Offiziere auf der Straße, die ihre rechten Hände jum Gruße hoben. Morgen, meine Herren", dankte er beim Hinabsteigen über die drei Stufen und drückte die Finger seines Adjutanten, des Majors Kumm, und des Generalstabsoffiziers
in das Infanterie- Regiment in Jüterbog! Hauptmann von Hußlarn, der schon meldete: Vorhut trat eben
Junge wollte seinem zweiten Heim und th, den Spielgefährtinnen seiner Knaben Natürlich ahnten auch die Mädchen nichts und glaubten ihn jetzt wohl den Erben von mußte er ihre Augen öffnen, denn wieder
an, Exzellenz."
,, Also haben wir noch Zeit!" Er ging zu seinem wiehernd Scharrenden Fuchs, den der Dragonerwachtmeiter des Stabes auf ciner trodenen Insel im Schlammbrei des Dammes hielt. Wagrend er ein Stüd Zuder mit der Linken unter des Tieres schnup
glitzernde Fell. Mit befriedigtem Kopfniden gegen den Wacht
Chren: Exzellenz von Drewih, räumen Sie pernde Nase hob, glättete die Rechte das im Laternenlicht
Straßensperrungen,
mitgeteilt vom Oberhessischen Automobil- Club E. V., Gießen. Bon Windhof bis Landesgrenze, im Straßenzug Gießen- Rodheim, für alle Fahrzeuge, vom 11. Juli ab; Umleitung: über Krofdorf.
Inheiden- Utphe, im Straßenzug Gießen- Hungen- Gelnhau sen, für alle Fahrzeuge, vom 19. Juli ab; Umleitung: Grundschwalheim- Unterwiddersheim- Rodheim.
In der Gemarkung Elz, Km. 0,0-1,2, im Straßenzug Landstraße Limburg- Rennerod, für alle Fahrzeuge, bis 26. Juli; Umleitung: Elz- Hundsangen- Hadamar.
Die Sperrung der Provinzialstraßenortsdurchfahrt OberRoßbach, welche in dem Straßenzug Friedberg- BadHomburg liegt, wird bis auf weiteres verlängert. Nauborn Schwalbach bez. Lausdorf, im Straßenzug WetzlarNieder- Quembach, für alle Fahrzeuge, vom 18. Juli bis 27. Juli; Umleitung: Oberndorf- Bonbaden. Oberzeugheim Dorchheim, im Straßenzug Limburg- Rennerod, für alle Fahrzeuge, vom 15. Juli bis 4. August; Umleitung: Fridhofen.
* Die Hessische Missionskonferenz hielt ihre Jahresversammlung am 3. und 4. Juli in Gießen. Der Missionsgemeindeabend in der Stadtkirche am Sonntag Abend bot die würdige Einleitung. Universitätsprofessor D. Julius Richter von Berlin sprach über:„ Die deutsche evangelische Mission nach dem Weltkriege". Die Hauptversammlung in dem vollbesetzten Saal des Johanneskirche begann mit der Begrüßung durch den Vorsitzenden, Professor Werner Friedberg. Den Hauptvortrag hielt wieder Professor D. Richter, der anerkannte Führer der Missionswissenschaft. Das Thema hieß:„ Die Aufgabe der pro testantischen Mission bei Anbruch der neuen Zeit in der nichtchristlichen Welt." In der Nachmittagsversammlung sprach Pfarrer Dr. Vömel von Bergebersbach( villkreis) als langjähriger China- Missionar über: Das Werden der Kirche Jesu Christi in China." Seine anschaulichen und wertvollen Ausführungen gipfelten in der Feststellung, daß die werdende evangelische Kirche von% Millionen chinesischen Christen jetzt zwar in einer schweren Krisis, sowohl von außen wie von innen her, stehe, daß sie aber die Hilfe der deutschen und anderen Mission nicht entbehren wolle und auch nicht könne.
seine Zunge noch gebunden. Der General meister stelzte er auf Fußspitzen durch den Schlamm zur Kruppe e Pflicht, den Schleier von seines Adoptiv des Fuchses. Als seine Finger an den Sehnen der Hinterbeine it zu ziehen. Sonst konnte der Junge An hinabglitten, hob ein Dragoner die Hufe. Umständlich befühlte
rat Runzenberg erheben und fich lächerlich
Offizier zu erziehen, war möglich gewesen zige Armee fragte nicht nach den Geburts Führer, denn sie wußte aus der Geschichte er Heere, daß die stolze Blüte Feldherrnruhm Reiſern sproß. Nicht erst seit der Sohn der Bürgerstochter Barbara Blomberg als
bei Lepanto eine gewaltige und gefürchtete
er Horn und Eisen, denn er ging während des Feldzuges zum erstenmal zu Pferd an den Feind. Nicht darum allein war es geraten, mit eigenen Augen zu sehen, ob er sich auf Tier und Beschlag verlassen könnte.
Nach dem Bücken tief atmend, straffte er die hohe Gestalt zu voller Größe, hob den Kopf mit dem Schnüffeln eines in den Jagdmorgen riechenden Waidmannes und lüftete den Belzkragen vom rechten Ohr, um besser zu hören. Wie das rauschende Bran
engrab schickte, gaben Gekrönte die Kinder Den des Meeres oder das brausende Lärmen einer Weltstadt dem Kriegsdienst. Was aber den Königen grollte aus der Ferne der Geschützdonner der Schlacht von Lodz
Dot
und mahnte an die Briefe in der Hand. Er trat auf den Bürgersteig zurüd und hielt die Blätter gegen das Licht der Laterne. Flüchtig las er wieder die knappe Frage des Herrn Caspar v. d. Helle:„ Wann könnte ich Eurer Exzellenz erfreuliche Angaben über die Herkunft des Herrn Werner von Drewiß machen?" Seine Stirn runzelte sich beim Blid auf den zweiten Brief bo Better in Priedelsdorf. Major Kumm sah ihn die Lippen be= wegen, als wolle er Sag für Satz des Schreibens ins Hirn
ie ihren Rittern als billig zugestehen. Das n der ruhmreichen preußischen Armee wilde und Würden auf. Doch die Gerichte dachten ten eine Geburtsurkunde, wenn Werner das rg forderte. Dann stand er gedemütigt vo mußte sein Vater ihn unterrichten und auch Berkehr mit Gerda und Elisabeth warnen. General schreiben und ging vom Tisch wieder
Obernhof Nassau, im Straßenzug Limburg- Nieder- Lahnstein, für alle Fahrzeuge, vom 18. Juli bis 23. Juli; Umleitung: Seelbach Singhosen.
Die Hessische Krüppelheimbaulotterie hatte nach der Abrechnung der hessischen Beamtenbank e. 6. m. 5. in Darmstadt vom 1. Juli 1927 folgendes Ergebnis: Einnahme aus Los verkauf etc. am 30. Juni 1927 226 539,80 R.-Mt., Ausgaben 107 398,40 K.-Mt., sodas ein Reingewinn per 1. Juli 1927 von 119 141,48 R.- t verbleibt. Da aber einschließlich der bisher gesammelten Mittel jetzt ein Betrag von 170 000 R- Mt. vorhanden ist, darf mit dem Baubeginn des Krüppelheims im kom menden Jahr gerechnet werden.
graben. Dann starrte der General über die Pferde in die dunkle Straße. Ein paar Nachzügler der Vorhut huschten laufend nach links vorbei. Unter der Last von Gewehr und Tornister lagen sie vornüber. Das Tuch der Mäntel rauschte um die Schäfte der in den Schlamm quatschenden Stiefel. Ein Kochgeschirr flapperte. Eine Taschenlampe blinkte. Ringsum grollte das 3ürnen der Schlacht wie das Sausen einer Muschel ans Ohr. Der Generalleutnant dachte seines Sohnes, der in der eigenen Division vorn als Kompagnieoffizier beim Bataillon Scholz marschierte. Gern hätte er ihn gesprochen.
., Sechs Uhr," meldete Hußlarn.
Also trat auf dem Markt jetzt die Spitze des Haupttrupps an. Schon hallten von rechts aus der Ferne Kommandorufe: ,, Das Gewehr über Bataillon marsch!"
* 40 Millionen neue Fünfmartstüde. Der Reichsrat hat seine Zustimmung zur Ausprägung von 40 Millionen neuen Fünfmarkstüden gegeben. Die neuen Silbermünzen unterschei den sich von den bisher im Verkehr befindlichen nur dadurch, daß sie auf der Schaufeite einen Eichbaum tragen.
Der General nahm die Briefe zwischen die Finger beider Hände, zerriß sie langsam, streute die Fezzen auf die Erde und trat sie in den Schlamm, bis nichts Weißes mehr zu sehen war. Dann drehte er ein lächelndes Gesicht gegen die zuschauenden Herren, Munklein, Munklein, du gehst jetzt einen Gang, der gleichen bin ich und mancher Obrister auch in der ernstesten Schlachtordnung nie taten!"
Aus Nah und Fern.
Buzzbach. In einer gut besuchten öffentlichen Versammlung veranstaltet von der Deutschen Volkspartei, sprach Landtags. abgeordneter Zimmermeister Haury- Darmstadt über„ Wohnungsbau und Sondersteuer". Der Redner wies darauf hin, daß die Sondersteuer die rohefte Steuerart sei, da sie die sozialen Unterschiede völlig unbeachtet lasse. Von fast allen Parteien wird gegen sie Sturm gelaufen. Die hessische Regierung habe denn auch vorgezogen, die Sondersteuer durch eine Verordnung zu regeln. Der Redner ging dann auf die Behandlung der Zwangswirtschaft im hessischen Landtag ein. Ihr Fortbestehen sei nur dem engherzigen politischen Verhalten verschiedemer Parteien zu verdanken.
Sie verstanden, wie den Sinn seines Scherzes, auch das Zerreißen der Briefe, das ein Verbrennen der letzten Brüden schien. Auf fühneren und verwegeneren Marsch als den der Division Drewiz hatte noch nie ein Befehl Soldaten geschickt. Doch ihr scherzender Führer schien der ernsten Stunde froh. Fortsetzung folgt.
Im Lande„ Namenlos".
Wir haben in Deutschland vollkommen Frieden, und wissen es wieder einmal nicht. Und wissen nicht, was Frieden in anderen Ländern heißt.
Bad Nauheim. Die Stadtverordneten haben in ihrer letz ten Sitzung die Errichtung eines Isolierhauses als Bestandteil des später noch zu erbauenden neuen Krankenhauses beschlossen.
Lauterbach. Durch die Unterstügung des Staates, der die Hälfte der Kosten und die Vorarbeiten, sowie die Bauleitung bestreitet, macht die Grünlandgewinnung weitere große Fort schritte. Unter Leitung von Kultur- Oberinspektor Kunz- Lau
Vom Brenner ab, jetzt heißt er: Brennero, wird jeder Wagen des Zuges mit italienischen Soldaten besetzt. In Kürze treiben sich auch harmlose Zivilpersonen in den Wagen herum, denen man den Aufpasser und Horcher auf drei Schritte anriecht. Es ist Kriegszustand. Nachdem die Pässe und Fahrkarten geprüft sind, erscheint ein Faszist im schwarzen Hemd und überprüft noch einmal. Nur, was der Faszist tut, gilt. Drau zen auf dem Bahnsteig gehen Karabinieri auf und ab, in
ihrem langen schwarzen Mantel, mit dem merkwürdigen 3wei spitz auf dem Kopf, der ihnen das Ausschen eines Leichenbitters gibt. Es sind immer zwei; nie zeigt sich einer allein.
Dann geht es hinunter durch die Berge und Schluchten, vor bei an den kühnen Dörfern auf den Berghängen, die sich um ihre truzigen Kirchen scharen. Das ganze Volt, hoch und niedrig, spricht nur deutsch; trotzdem steht an den Stationen nur italienisch, und man muß es sich schon im Reisebuch oder von den Mitfahrenden verdeutschen lassen, daß Colle Jsarco: Gossenjaẞ heißt, Vipiteno: Sterzing, Fortezza: Franzensfeste, Bressanone: Brigen.
In Bozen hat sich das Bild verändert. Jtalienische Offi ziere in modischster Prachtach, was waren unsere guten preu hischen Leutnants für Waisenknaben dagegen! lungern auf
den Straßen herum, auf Schritt und Tritt stolpert man über die Leichenbitterpaare. Und nun hört man auch schon italienisch sprechen. Wir reden Kinder, die aus der Schule kommen, an, sie verstehen uns nicht; sie fennen nur italienisch. Denn nicht nur das Heer der Soldaten, die ins Land geworfen wurden, sind Jtaliener; Jtaliener sind auch die Lehrer, die Eisenbahner, die Postleute, die Richter, die Beamten in jeder Stellung. Und man sieht es ihnen an: es ist nicht der beste Menschenstoff, den man hierher verlegt hat, nicht die Blüte des italienischen Volkes; es find Strafversehungen, Ansiedlungen ehrgeiziger, abenteuerlicher, minderwertiger Elemente, die sich als Bebrüder in die Brust werfen und die Wonne des Giegers aus: fosten.
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Eine 3wingfauft lastet auf dem deutschen Volt: In Bozen schmachten dreißig junge Männer in den Gefängnissen, die das Verbrechen begangen hatten, ein deutsches Lied zu singen. Denn man hat überall unter die Deutschen Spigel gemischt, und alle Wände haben Ohren. Ein junger Mensch fordert seine Kame= raden auf: kommt, wir gehen da herein und singen einmal wieder; ich zahl euch eine Runde. ,, Gezahlt brauchen wir nichts," sagen sie, aber ein Lied singen wir schon." Und wie der erste Vers verflungen ist, es war ein einfaches Volkslied da geht die Türe auf und ein Faszist tritt herein. Sechzig Karabinieri stehen draußen. Seit Monaten schmachten nun die Jungen im Gefängnis: denn man tann 150 Tage in Haft gebracht werden, ehe eine Entscheidung fällt. Und jedem Deutschen droht dies jeden Tag.


