Sonnabend, den 16. Juli 1927.
Die Regierungsentwürfe
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,, Gießener Zeitung"
Bon einer auf Zahlungsverzug gestützten Kündigung eines auf Wohnraum bezüglichen Mietverhältnisses ist bei der Anord
zur Abänderung des Reichsmietengesetzes nung der Zustellung der Fürsorgebehörde die im§ 10 Abs. 2
und des Mieterschutzgesetzes.
1. Fortjehung.
Entwurf eines Gesetzes
zur Aenderung des Mieterschutzgesetzes. Der Reichstag hat das folgende Gesetz beschlossen, das mit Zustimmung des Reichstats hiermit verkündet wird:
Das Gesetz über Mieterschutz und Mieteinigungsämter ( RGBI. 1926 1 E. 347, 1927 1 G. 71) wird wie folgt geändert: 1. Der§ 1 wird unter Streichung der mit dem Buchstaben a beginnenden Teilüberschrift durch folgende Borschriften erſetzt:
a) Beendigung von Mietverhältnissen durch Kündigung oder Zeitablauf.
§ 1.
Mietverhältnisse über Gebäude oder Gebäudeteile tönnen vom Vermieter unter den Voraussetzungen gekündigt werden, unter denen nach den 88 2 bis 4 auf Aufhebung eines Mietverhältnisses geflagt werden fann. Dem Vermieter steht gleich, wer nach dem Abschluß des Mietvertrags das Eigentum an dem Grundstück erwirbt. Für die Beendigung des gekündigten Mietverhältnisses gilt der§ 5 Abs. 1 entsprechend.
Ohne Vorliegen der im Abs. 1 bezeichneten Voraussetzungen kann der Vermieter die Beendigung eines Mietverhältnisses durch Kündigung nur in den Fällen herbeiführen, in denen es nach den§§ 19 bis 26, 32 bis 34 für die Beendigung des Verhältnisses der Erhebung einer Aufhebungsklage nicht bedarf. § 1a.
Auf die im§ 1 Abs. 1 bezeichnete Kündigung und das weitere Verfahren finden die besonderen Vorschriften der§§ 1b bis 1m Anwendung.
Für die in diesen Vorschriften bezeichneten gerichtlichen Maßnahmen ist das Amtsgericht ausschließlich zuständig, in dessen Bezirk sich der Mietraum befindet.
§ 1b.
Die Kündigung erfolgt durch Zustellung eines vom Vermieter unterzeichneten Kündigungsschreibens an den Mieter. Die Zustellung wird auf Gesuch des Vermieters von dem Gerichtsschreiber angeordnet.
Das Kündigungsschreiben muß enthalten:
1. die Bezeichnung der Vertragsteile,
2. die Bezeichnung des Mietraums nach Lage und Art, 3. die bestimmte Angabe der Tatsachen, auf welche die Kündigung gestützt wird; bei einer auf Zahlungsverzug gestützten Kündigung ist der rückständige Betrag sowie der für einen Monat zu entrichtende Mietzins anzugeben. 4. die Angabe des Zeitpunkts, in dem das Mietverhältnis enden soll.
Für das Kündigungsschreiben ist ein Vordruck zu verwenden, dessen Inhalt von der Reichsregierung mit Zustimmung des Reichsrats bestimmt wird.
Der Vermieter soll dem Gesuche die für die Zustellung er forderliche Zahl von Abschriften des Kündigungsschreibens beifügen.
Entspricht das Kündigungsschreiben nicht den Vorschriften des Abs. 2, oder ergibt sich aus seinem Inhalt, daß die Kündigung überhaupt oder für den angegebenen Zeitpunkt nicht zulässig ist, so weist der Gerichtsschreiber das Gesuch zurück. Gegen die Zurückweisung ist binnen einer Woche Erinnerung an das Gericht zulässig; dieses entscheidet endgültig.
§ 1c.
Die Zustellung des Kündigungsschreibens erfolgt von Amts
wegen.
Grüner Rasen/ Blaue Wellen.
Roman von Otto von Gottberg. 3. Fortsetzung.
,, Aber, Papa!" Gerda schüttelte mit unmutigem Staunen den Kopf: ,, Wie kannst du so reden!"
Elisabeth schmollte: Sonst hattest du ihn doch gern!" Der Vater vergaß den Generalstabsbericht vorzulesen: ,, Gewiß hatte ich ihn gern, aber daß er euch füßte, gefällt mir nicht. Auch ist er seit fast drei Monaten draußen. Aber was habt ihr von ihm gehört? Kurt schrieb vor nur drei Wochen, er käme endlich an den Feind. Auf der ersten Fahrt also schickte er den Engländer zu den Fischen und schrieb unseren Namen in die Kriegsgeschichte! Das heiß' ich einen Drewitz, einen Seemann und Soldaten, einen Offizier! Obenein erbt er später Priedelsdorf! Es wäre mir wirklich lieber, er hätte euch gek.. Verlegen brach er ab:„ Nein, meine Kinder, das wollte ich natürlich nicht sagen. Junge Damen lassen sich nie küssen." Elisabeth unterdrückte ein Richern.
Gerda sprach ernst mit bebender Stimme:„ Papa, du denks: doch sonst gerecht und sagtest früher in Gegenwart beider Vettern, du begriffest nicht, warum unsere Freundinnen aus der Nachbarschaft gerade Kurt, als dem Seeoffizier, runde Augen machten. Jetzt hat er sich ausgezeichnet. Aber Werner hält uns die Russen vom Leibe und half schon im Westen die Franzosen und Engländer nach Frankreich hineinjagen. Er ist zu beschei= den, um von großen Taten zu schreiben oder zu reden. Aber seine furzen Worte und sein Aussehen ließen ahnen, was er getan und getragen hat.
Verblüfft sah der Vater seiner Tochter flammendes Gesicht Warum ereiferte sie sich für Werner? Der Kuß auf dem Bahnhof schien doch nicht ein nur verwandtschaftlicher gewesen zu sein. Immerhin hatte er im Merger vielleicht ungerecht gesprochen und mußte begütigen:„ Na ji, na ja, Töchterchen' Seine Schuldigkeit hat er getan. Dafür ist er ein Drewith. Auch erinnere ich mich, gesagt zu haben, es gefiele mir nicht, das Badfische Kurt als jungen Seeoffizier wie ein Wundertier bestaunten. Uebrigens war nicht nur von euren Freundinnen die Rede. Elisabeth trieb es am schlimmsten!"
Verdrießlich sah er der Jüngeren in die Augen und sprach verweisend weiter: Du trugst sein blaues Bordjadett als Ueber
vorgesehene Mitteilung zu machen.
Der Gerichtsschreiber hat den Vermieter von der Zustellung in Kenntnis zu setzen.
§ 1d.
Der Mieter fann gegen die Kündigung bei dem Gerichte schriftlich oder zu Protokoll des Gerichtsschreibers Widerspruch erheben.
Bei der Zustellung des Kündigungsschreibens ist der Mieter unter Mitteilung der gesetzlichen Kündigungsgründe darauf hinzuweisen, daß, wenn er nicht binnen einer Woche seit der Zustellung Widerspruch erhebt, gegen ihn ein gerichtlicher Räumungsbefehl(§ 1f erlassen werden kann.
Ein nach dem Ablauf der Widerspruchsfrist erhobener Widerspruch ist noch zu berücksichtigen, solange der Räumungsbefehl nicht verfügt ist.
§ 1e.
Erhebt der Mieter rechtzeitig Widerspruch, so verliert die Kündigung ihre Kraft. Eine binnen zwei Wochen seit dem Widerspruch erhobene Aufhebungsflage(§ 1p) gilt jedoch als jchon im Zeitpunkt der Kündigung erhoben.
Der Gerichtsschreiber hat den Vermieter von dem Widerspruch in Kenntnis zu setzen und dem Mieter auf Verlangen eine Bescheinigung darüber zu erteilen, daß er rechtzeitig Widerspruch erhoben habe.
§ 1f.
Erhebt der Mieter nicht rechtzeitig Widerspruch, so ist auf Gesuch des Vermieters dem Mieter aufzugeben, den Mietraum zu dem in dem Kündigungsschreiben bezeichneten Zeitpunkt an den Vermieter herauszugeben, auch die Kosten des Verfahrens zu tragen( Räumungsbefehl).
Der Räumungsbefehl wird von dem Gerichtsschreiber erlassen. Er ist auf die Urschrift des Kündigungsschreibens zu setzen und verbleibt bei den Aften. Die Zustellung erfolgt auf Betreiben des Vermieters. Der Gerichtsschreiber hat die Zustellung zu vermitteln, sofern nicht der Vermieter erklärt hat, selbst einen Gerichtsvollzieher mit der Zustellung beauftragen zu wollen.
Gegen die Ablehnung des Gesuchs um Erlassung des Räumungsbefehls ist die sofortige Beschwerde zulässig. Der§ 577 Abs. 1 und der§ 576 der Zivilprozeßordnung gelten entsprechend.
§ 1g.
Der Räumungsbefehl steht einem auf eine Aufhebungsflage(§ 1p) ergangenen Versäumnisurteile gleich. Im Falle seiner Erlassung gilt der Anspruch auf Aufhebung des Mietverhältnisses als im Zeitpunkt der Kündigung im Streitverfahren rechtshängig geworden. Der§ 13 Abs. 3 findet entsprechende Anwendung.
Der Mieter ist in dem Räumungsbefehl über die Zulässig keit des Einspruchs sowie über Form und Frist seiner Einlegung zu belehren.
§ 1h.
Ist der Räumungsbefehl ordnungsmäßig erlassen, so ist in dem weiteren Verfahren eine Nachprüfung der im Kündi gungsschreiben geltend gemachten Aufhebungsgründe nur zulässig, wenn die Versäumung des rechtzeitigen Widerspruchs nicht auf einem Verschulden des Mieters beruht.
Wird ein in dem Kündigungsschreiben angegebener Mietzinsrückstand bis zum Ablauf der Einspruchsfrist von dem Mieter durch Zahlung getilgt, so verliert eine lediglich auf§ 3 gestützte Kündigung ihre Kraft. Beantragt in diesem Falle der Vermieter alsbald, den Rechtsstreit in der Hauptsache für erledigt zu erklären, so hat der Mieter die Kosten des Rechtsstreits zu tragen.
§ 1i.
Auf die Vollstreckung des Räumungsbefehls finden die für zieher, seine Schärpe als Gürtel und seine goldene Aermeltrone als Brosche. Damals aber hatte die Marine noch wenig geleistet. Sie war angesehen nur als die jüngere, du sagtest sehr töricht: die hübschere Schwester unserer glorreichen Armee. Heute tragen Heer wie Flotte Siegeslorbeer, und Kurt hat sich durch eine kühne Tat einen Namen und uns Ehre gemacht. Außerdem erbt er Priedelsdorf."
,, Und Werner bekommt Kunzenberg, nun der arme Onkel Hermann keine Söhne mehr hat," sagte Gerda.
Der Vater schloß die Augen, als wollte er nicht hören, und griff ärgerlich nach der Zeitung, um den Generalstabsbericht vorzulesen.
Da sprang Elisabeth auf, ohne ihn um Erlaubnis zu bitten, und brachte aus dem Nebenzimmer eine Postkarte: ,, Schicken wir Kurt einen Glückwunsch!" Sie schrieb.
Der Vater las lächelnd. Die jüngere Schwester in Priedelsdorf gratuliert der jüngeren Schwester von der Wasserkante zum neuen U- Boot- Helden."
Der alte Herr schalt nicht etwa, sondern setzte darunter: ,, Bravo, mein Junge! Besuche bald dein künftiges Heim!"
Gerda nahm die ihr zugeschobene Karte mit gerunzelter Stirn, sah Elisabeth ärgerlich in die Augen und schüttelte den Kopf: Warum schreibst du nicht gleich: hübschere Schwester?" Dann fritzelte sie hastig:„ Gruß auch von Base Gerda."
Der Vater sah ihr mißtrauisch zu. Gerda dachte doch woh! mehr als nötig an Werner. Gern hätte er den Mädchen darum von dem Geheimnis der Herkunft ihres Vetters gesprochen. Doch das verbot ein dem General gegebenes Wort. Nur zu gern hatte er einst verpfändet, denn, wie an den Tag seiner Hochzeit, wollte er nie auch an die Ursache des Todes seinet Frau erinnert sein. Kaspar v. d. Helle brachte an jenem stürmischen Abend einen Knaben ins Haus. Als die geliebte Frau leblos auf den Fliesen der Halle lag, jagte er darum den Be sucher in Zorn oder Gram mit dem fremden Kindermädchen und dem Kleinen auf ihrem Arm wieder in die Nacht. Better Frig der heutige General, erbarmte sich des Kindes und brachte es seiner jungen Frau in die westpreußische Garnison. Das Paar Iteß den kleinen Werner taufen und zog ihn auf, ohne zu ver raten, daß er ein Findellind sei. Bald adoptierten sie Wer ner, der schon in der neuen Garnison des zum Stabsoffizier beförderten Betters als echter Drewitz galt, denn vom Geheim
Nr. 29.
die Vollstreckung von Urteilen geltenden Vorschriften entsprechende Anwendung.
Einwendungen, welche den Anspruch selbst betreffen, sind nur insoweit zulässig, als die Gründe, auf denen sie beruhen, erst nach der Zustellung des Räumungsbefehls entstanden sind und durch Einspruch nicht mehr geltend gemacht werden können. § 1k.
Beantragt der Mieter, ohne gegen die Kündigung Widerspruch zu erheben, vor der Verfügung des Räumungsbefehls die Gewährung einer zeitlich bestimmten Räumungsfrist, so ist dem Vermieter Abschrift des Antrags unter Bestimmung einer Frist zur Erklärung zuzustellen.
Erklärt der Vermieter sich mit dem Antrag einverstanden. so ist in dem Räumungsbefehle die Vollstreckung von dem Ablauf der beantragten, von der Zustellung des Befehls laufenden Räumungsfrist abhängig zu machen.
Erklärt sich der Vermieter nicht oder verweigert er die Zustimmung, so gilt der Antrag des Mieters als Widerspruch gegen die Kündigung. Das gleiche gilt, wenn der Mieter eine Räumungsfrist ohne bestimmte Bezeichnung ihrer Dauer be antragt, oder wenn er erklärt hat, den Mietraum nur bei Siche rung eines Erjahraumes herausgeben zu wollen.
§ 11.
Sonnabend, den 16. Juli 1927.
§ 1p.
Grhebt der Mieter gegen die Kündigung Siderspruch( SS 1f, 1k Abs. 3), so erfolgt di Mietverhältnisses auf Klage des Bermieters b teil( Aufhebungstlage).
Eine Aufhebungstlage tann auch ohne vorh bs Mietverhältniffes sowie ohne vorherige B lauf der Mietzeit erhoben werden. 2 Die Ueberschrift vor§ 7 wird gestriche & Hinter§ 52a werden folgende Vorschrif ise eingestellt:
Gotales. Sonntagsgedanken.
Nun ist der Sommer da.
Die wärmende arkraft der Sonne belebt Well. Früchte trägt alle Natur, die zu reifen Strauch und der Baum, die Blumen und Gräse Weizen und was nur immer. Seid produktiv, e
beiter! So spricht die Natur im Sommer zu Und heute zum Sonntag wollen wir ihre Sti agsmorte übersehen: Geid produktiv! Bollbrin langen, gebt gute Beispiele; denn das sind di chen, die ewig halten. Wie draußen in Sonne die große Quelle aller Wärme und Kraft ber Hert, Mittelpunkt der moralischen Kraft d Er ik die himmlische Sonne, die uns Menschen wärmt und befeligt. Er schenkt uns Menschen den Sommertage des inneren Friedens, wahres G elen und Versöhnung den Völkern. Wenn in bie glühende Sonne heiß über die Erde funkelt, nung in uns, Hoffnung auf Erfüllung.
Wird in den Fällen der§§ 1f, 1k nicht binnen einer einmonatigen Frift, die im Falle des§ 1f mit dem Ablauf der Widerspruchsfrist, im Falle des§ 1k mit dem Ablauf der dem Vermieter bestimmten Erklärungsfrist beginnt, die Erlassung des Räumungsbefehls nachgesucht, so verliert die Kündigung ihre Kraft. Das gleiche gilt, wenn die Erlassung des Räu mungsbefehls rechtzeitig nachgesucht, das Gesuch ober zurüdgewiesen wird.
§ 1m.
Des Nachweises einer Vollmacht bedarf es nicht, wenn für den Vermieter die Anordnung der Zustellung eines Kündi gungsschreibens nachgesucht oder für den Mieter Widerspruch gegen die Kündigung erhoben wird.
§ 1n.
Ein für eine bestimmte Zeit eingegangenes Mietverhältnis wird nach dem Ablauf der Mietzeit fortgesetzt, wenn nicht der Vermieter oder der Mieter spätestens in dem Zeitpunkt, in dem nach§ 565 BGB. eine für den Ablauf der Mietzeit zulässige Kündigung zu erfolgen haben würde, sich auf die Be endigung des Mieiverhältnisses beruft. Die Berufung des Ver mieters ist nur unter den Voraussetzungen zulässig, unter denen nach§ 1 Abs. 1 der Vermieter ein Mietverhältnis fündigen kann; auf die Form der Berufung sowie auf das weitere Vera fahren finden die für eine solche Kündigung geltenden Vorschriften entsprechende Anwendung.
Ein vertraglich vorbehaltenes Rüdtrittsrecht kann vom Vermieter nicht gegen den Willen des Mieters ausgeübt werden.
§ 10.
Für das in den vorstehenden Vorschriften bezeichnete Verfahren wird die Hälfte der Gebühr des§ 8 des Gerichtstoftengesetzes erhoben. Die Gebühr wird nicht erhoben, wenn vor Anordnung der Zustellung des Kündigungsschreibens das Gesuch zurückgenommen wird.
Der Rechtsanwalt erhält in dem Verfahren die Sätze des § 9 der Gebührenordnung für Rechtsanwälte.
Für die Wertberechnung ist der im§ 13 Abs. 4 bezeichnete Betrag maßgebend.
Bei rechtzeitiger Einlegung des Widerspruchs oder Ein spruchs werden die Gebühren auf die im Aufhebungsstreit ent stehenden Gebühren angerechnet.
Auf Grund des Räumungsbefehls tann der Vermieter nur die Erstattung von Gerichtskosten verlangen.
b) Aufhebung von Mietverhältnissen durch Urteil.
nis seiner Herkunft ahnten sogar Verwandte nichts. Den ein zigen Wissenden band sein Wort. Als die Frau des Majors Frizz v. Drewitz starb, schickte er den Knaben ins Kadettenkorps. Der hübsche, muntere Junge tam während eines Sonntags urlaubs von Potsdam zum ersten Besuch nach Priedelsdorf. Da erwachte zwar nicht Reue, aber doch Bedauern. Er hatte an
dem Knaben nicht edel gehandelt, und Werners Adoptivpater dachte wohl ähnlich, da er Priedelsdorf noch immer mied. Um ihn zu versöhnen, lud er den Kadetten Sonntag für Sonntag zunächst von Potsdam und dann von Lichterfe.ve nach Priedels dorf. Auch die Ferientage verlebte Werner hier, bis sein Vater ihn gar als Fähnrich in das Infanterie- Regiment in Jüterbogt eintreten ließ. Der Junge wollte seinem zweiten Heim und Gerda und Elisabeth, den Spielgefährtinnen seiner Knaben jahre, nahe bleiben. Natürlich ahnten auch die Mädchen nichts ron seiner Herkunft und glaubten ihn jetzt wohl den Erben von Kunzenberg. Also mußte er ihre Augen öffnen, denn wieder tlang ihm in die Ohren: Exzellenz von Drewiß, räumen Sie auf!
Vorläufig war seine Zunge noch gebunden. Der General aber fühlte wohl die Pflicht, den Schleier von seines Adoptiv johnes Bergangenheit zu ziehen. Sonst konnte der Junge An spruch auf das Majorat Kunzenberg erheben und fich lächerlich machen. Ihn zum Offizier zu erziehen, war möglich gewesen Die niemals engherzige Armee fragte nicht nach den Geburts urtunden fünftiger Führer, denn sie wußte aus der Geschichte deutscher und fremder Heere, daß die stolze Blüte Feldherrnruhm gar oft aus wilden Reisern sprog. Nicht erst seit der Sohn Kaiser Karls V. und der Bürgerstochter Barbara Blomberg als Don Juan d'Austria bei Lepanto eine gewaltige und gefürchtete Seemacht ins Wellengrab schidte, gaben Gekrönte die Kinder ihrer Sünde gern dem Kriegsdienst. Was aber den Königen recht war, mußten sie ihren Rittern als billig zugestehen. Das rum stiegen auch in der ruhmreichen preußischen Armee wilde Sprossen zu Ehren und Würden auf. Doch die Gerichte dachten anders und forderten eine Geburtsurkunde, wenn Werner das Majorat Kunzenberg forderte. Dann stand er gedemütigt vor Fremden. Darum mußte sein Vater ihn unterrichten und auch vor allzu vertrautem Verkehr mit Gerda und Elisabeth warnen. Er wollte dem General schreiben und ging vom Tisch wieder ins Arbeitszimmer.
Personalien. Der Landmesser Reinhard Dingen wurde zum überplanmäßigen Oberlandme Feldbereinigungsamt ernannt.- Baupraktikant pel von hier zum überplanmäßigen Oberbausetr Kulturbauamt.- Die Vermessungspraktikanten Karl Hofmann, Heinrich Krömmelbein und Rich von hier, Georg Jffland und Karl Schäfer von planmägigen Obervermessungssekretären bei ein gangsinstitut. Regierungsassessor Dr. Geor
hier zum überplanmäßigen Kreisamtmann mit de nung Regierungsrat".- Baupraktikant Wilhel Lang Göns zum überplanmäßigen Oberbausekret Evangelisch- firchliches. Aus dem Dienst der beskirche entlassen wurde auf sein Nachsuchen Sfarrer Frik Haupt von hier.
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Polizeiamt. In der Zeit vom 1.- 30. Juni gende Anzeigen wegen Zuwiderhandlungen führer bezw. Kraft- und Radfahrer gegen de Borschriften erhoben: 9 Anzeigen wegen Fahr bne hellbrennende Laterne, 1 Anzeige wegen gerteigen, 2 Anzeigen wegen Fahrens mit windigkeit, 4 Anzeigen wegen Fahrens ohne benjeite einzuhalten, 18 Anzeigen wegen Fa Sperrte Straßen und 9 Anzeigen wegen sonstig fungen in verkehrspolizeilicher Hinsicht.
* Fundbüro. Das Polizeiamt macht d bag im vergangenen Jahre und auch dieses J ahl von Brillen, Portemonnaies, Stöcken, tajchen, Handleiterwagen und sonstige Geger en abgeliefert, aber nicht abgeholt worden effenten werden daher gebeten, zwecks Ab tände auf dem Fundbüro, Weidengasse 5 Schließfachabholung bei der Stadtpof fachabholung zu fördern, beabsichtigt die tünftig Schließfachabholungen auch bei Post tell- und Ausgabedienst einzurichten, sofern Roch am Abend ließ er den Brief zur P
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Zwei Briefe in der Hand, trat Generalle aus jeinem Stabsquartier in Brzeziny unt figliches Licht ins Dunkel des neblig kalten
mari. Mit dem Brr!" eines Fröstelnden fragen des langen grauen Mantels zum He roke Satennaje und die noch jugendlich bl Don unten zwei Offiziere auf der Straße, die Jam Gruße hoben. Morgen, meine Herre Hinabjteigen über die drei Stufen und drüd Adjutanten, des Majors Kumm, und des Hauptmann von Hußlarn, der schon meldete
en, Erzellenz."
Also haben wir noch Zeit!" Er ging harrenden Fuchs, den der Dragonerwachtm ciner trodenen Insel im Schlammbrei des D rend er ein Stüd Zuder mit der Linken unte permbe Raje hob, glättete die Rechte da glitzernde Fell. Mit befriedigtem Kopfnide meifter ftelzte er auf Fußspitzen durch den C
Des Fuchjes. Als seine Finger an den Seh inabglitten, hob ein Dragoner die Hufe.
Hern und Eisen, denn er ging während tenmal zu Pferd an den Feind. Nicht da petsin, mit eigenen Augen zu sehen, ob e Bejbieg verlassen fönnte. Nach dem Büden tief atmend, straffte er Boller Grie, hob den Kopf mit dem Schni Jagdmorgen tiehenden Waidmannes und lüf nom rechten Dht, um besser zu hören. Wie da Den des Meeres oder das brausende Lärm grollte aus der Ferne der Geschützdonner der and mahnte an die Briefe in der Hand. Er eig zurüd und hielt die Blätter gegen das Fatig las er wieder die knappe Frage b. Helle: Wann fönnte ich Eurer Exzell gaben über die Herkunft des Herrn Werner vo Seine Stirn runzelte sich beim Blick auf den Better in Priedelsdorf. Major Kumm sahi megen, als molle er Gaz für Saz des Gd


