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Sonnabend, den 12. Februar 1927.

weite niemand ahnt; Kompromisse. Nirgends die ge­rade Linie, nirgends ein Wille.

Was ist zu tun? Umfehr fut not, soll nicht das ganze Recht ins Wanten tommen. Ich will mein Ziel nicht zu hoch steden. Nur zweierlei will ich empfehlen: Selbstbescheidung des Geseggebers und Sorge für eine einheitliche Gejezgebung.

Wir sind wahrhaftig nicht so berufen zur Gesetz­gebung, daß wir jetzt allen Uebeln steuern müßten, die jeit vielen Zeitaltern die Menschen plagen, ja viel­leicht der menschlichen Natur entspringen. Beijere Rechtsprechung und bessere Polizei das fördert mehr. Gind dann noch die Gesetze furz und flar, was frei­lich schwerer ist als breit zu sein- dann mag die Zeit des Aufstieges fommen. Möchten wir sie erleben!"

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Bedeutung und Umfang des Versorgungswesens. Die breite Deffentlichkeit ist noch vielfach im Unflaten über die Bedeutung und Aufgaben der Bersorgungsdienststellen.

Unter Bersorgung" wird in der Gejegessprache die geld­liche Bersorgung der früheren Angehörigen der deutschen Wehr­macht und ihrer Hinterbliebenen und die Heilfürsorge für erstere verstanden; diese einfachste Formel bezeichnet den Umfang des Bersorgungswesens allerdings nicht erschöpfend. Zur Durch führung der Versorgung hat das Reich sich eigene Bersorgungs­Dienststellen geschaffen, die im Zusammenwirten mit den Ber jorgungsgerichten, von den Ländern eingerichteten Fürsorgever: bänden und Trägern der Sozialversicherung( namentlich den Krankenkassen) ihre Aufgaben erfüllen. Die oberste Leitung des Bersorgungswesens hat der Reichsarbeitsminister. Die Ber jorgungs und Dienststellen gliedern sich in die Verwaltungs behörben der Reichsversorgung( Hauptversorgungsämter und Bersorgungsämter) und gewisse sonstige Stellen, die, wie die Bersorgungsfrankenhäuser, Bersorgungsturanstalten und ortho­pädischen Versorgungsstellen im wesentlichen der Heilbehandlung dienen. Mit den Berwaltungsbehörden der Reichsversorgung vereinigen fich die Spruchbehörden( Bersorgungsgerichte und Reichsversorgungsgericht) zur gemeinsamen Bezeichnung Ber sorgungsbehörden", sie sind mit Ausnahme der Versorgungs­

gerichte Reichsbehörden.

Den Versorgungsbehörden obliegt die Durchführung des Reichsversorgungsgesetzes vom 12. Mai 1920, des Altrentner­gefeges vom 18. Juli 1921( das die Versorgung der vor Beginn des Weltfrieges aus der Wehrmacht ausgeschiedenen Militär­personen und ihrer Hinterbliebenen regelt) und der früher er gangenen Militärversorgungsgeseye; fie versorgen ferner die Empfänger von Ruhegehalt oder Uebergangsgebührnissen der neuen Wehrmacht, die früheren Kolonialbeamten, frühere An­gehörige der Schußpolizei und gewisse andere Personentreise. Reuerdings wirken Beamte der Versorgungsbehörden auch als Mitglieder in den Ausschüssen und Oberausschüssen für Vor­Jugsrenten. Den weitaus größten Kreis bilden die Kriegs­beschädigten und Kriegshinterbliebenen, sodann die früheren attiven Offiziere, Sanitätsoffiziere, Heeresbeamten usw. mit ihren Hinterbliebenen. Den Verwaltungsbehörden der Reichs­versorgung fommt die Prüfung, Feststellung und Befriedigung der erhobenen Ansprüche zu, während die Spruchbehörden über

Hamburg- Genua.

Bon Rudolf Broschky.

Als vor etwa vier Monaten die ersten Mitteilungen in der Presse über das großzügige Projekt einer Fernautostraße von Hamburg nach Genua veröffentlicht wurden, traten sofort die Vertreter von Verkehr und Wirtschaft, Handel und Industrie ge­schlossen auf den Plan. Ohne über nähere Einzelheiten des im Werden begriffenen Projektes unterrichtet zu sein, entspann sich ein lebhaftes für und wider diesen Plan. Dabei fonnte die Wahrnehmung gemacht werden, daß das Für unbedingte Zustimmung fand, daß das Wider aber nur hinsichtlich der Be­teiligung der Städte gewisse Vorbehalte enthielt. Ueber die Notwendigkeit, in Deutschland Verkehrsadern zu schaffen, die der neuzeitlichen Entwicklung des Verkehrs und der zu seiner Be­wältigung dienenden Beförderungsmittel angepaßt sind, nähere Begründungen anzuführen, erübrigt sich. Die Schnellebigkeit un­jeres Zeitalters bedingt nun einmal eine Erhöhung der Lei­stungsfähigkeit aller Verkehrsmittel und damit die Schaffung von Voraussetzungen, die besonders den Anforderungen des mo dernen Verkehrs entsprechen. Neben dem festen Schienenstrang, der die Zonen aller Weltteile durchzieht und die großen Ent­fernungen von Stadt zu Stadt, von Land zu Land überbrüdt, bat als Ergänzung unser Zeitalter der Technit außer der Ueber­windung des Elements der Luft durch das Flugzeug auch auf der Erde eine neue Idee hervorgebracht, die in dem sogenannten ..schienenlosen Zug", dem Automobil, die moderne Verkehrs­entwidlung beeinflußte. Wird auch im modernen Verkehrswesen immer noch die Eisenbahn das wichtigste Beförderungsmittel von Personen und Gütern bilden, so muß doch daneben dem Aus­dehnungsfaktor des Autos Rechnung getragen werden. Das verzweigte Schienennetz der Bahn muß in der Schaffung neuer Verkehrsstraßen eine notwendige Ergänzung erfahren und dem Wachstum der neuen Verkehrsmittel zu Lande entgegenkommen.

Es war daher nur eine folgerichtige Erscheinung, daß bei dem Auftreten des neuen Fernprojektes Hamburg Genua alle Kreise geschlossen für das Projekt eintraten. In dem Augen­blid, als der Plan zur Durchführung dieses Straßenbaues be­tannt wurde, verlor er seinen privaten Charakter. Er wurde zum Mittelpunkt einer Lebensnotwendigkeit der internationalen Berkehrsinteressen überhaupt.

Hamburg Genua! Das bedeutet eine Entfernung von rund 1260 Kilometern, von denen 830 auf Deutschland, 250 auf die Schweiz und 180 auf Jtalien entfallen. Von dieser Gesamt strede sind bisher 46 Kilometer( Chiasso Mailand) ausgebaut. Der Rest der Strede von Mailand bis Genua soll Ende 1927 dem Verkehr übergeben werden.

Für Deutschland tommt also die Finanzierung von über 800 Kilometern Bauftrede in Frage, die sich nach der augenblicklichen Berechnung auf etwa 170 Millionen Mark stellen wird. Die aufgetauchten Gerüchte, daß Deutschland ein Stapital von einer

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Gießener Zeitung"

die Rechtsmittel der Berufung und der Rekurse zu entscheiden haben.

Welche Bedeutung die Hauptversorgungsämter und Ver­jorgungsämter innerhalb der Reichsbehörden besigen, zeigt am bejten die Tatsache, daß fie rund 1,15 Milliarden Reichsmart, d. i. ungefähr 30 D. H. der Ausgaben des ordentlichen Reichs­haushalts, für ihre Ausgaben benötigen, hierbei sind die Ver­waltungskosten, d. i. der Aufwand für die persönlichen und säch lichen Bedürfnisse der Behörden selbst, mit 4,36 v. 5. besonders niedrig.

Zur Zeit bestehen im Deutschen Reiche, einschließlich Saar­gebiet, 15 Hauptversorgungsämter und 104 Versorgungsämter. Die Versorgungsämter find als ausführende Behörden grund­fäglich zuständig für die Bearbeitung und Entscheidung aller Berjorgungsangelegenheiten sowie zur Auskunfterteilung; fie unterstehen den Hauptversorgungsämtern. Diese sind als Reichs­provinzialbehörden in der Hauptfache Aufsichtsbehörden, die das Versorgungswesen für ihren Bezirk leiten und die Gleichmäßig­keit der Gesezesanwendung überwachen; ihnen obliegt ferner die Entscheidung über Kapitalabfindung für Siedlungszwede, die Bewilligung von Kuren und die Vertretung des Reichsfistus im Spruchverfahren. Sie sind dem Reichsarbeitsminister un mittelbar unterstellt. Der Bereich des Hauptversorgungsamtes Kaffel umfaßt die Provinz Hessen- Nassau sowie die Länder Thüringen, Hesen und Walded. Ihm unterstehen die Ber jorgungsämter Kajjel, Gießen, Frankfurt a. M., Wiesbaden, Darmstadt, Mainz, Meiningen, Gotha, Weimar, Gera- R., die Bersorgungsturanstalten Bad Nauheim, Bad Homburg v. d. H. und Helja, das Versorgungsfrankenhaus Hanau, die der sorgungsärztliche Untersuchungsstelle in Kassel sowie die ortho pädischen Bersorgungsstellen in Kassel und Frankfurt a. M. und das Invalidenhaus in Carlshafen. Nach der Zählung vom 5.! Oftober 1924 beträgt die Zahl der rentenberechtigten Kriegs beschädigten 720 908, ihrer versorgungsberechtigten Hinterblie benen 1597 125; hiervon betreut das Hauptversorgungsamt Stassel 67 425 Beschädtigte und 144 111 Hinterbliebene. Diese Zahlen zeigen deutlich die furchtbaren Folgen des Weltkriegs, fie mahnen die Allgemeinheit an die Gorge für seine Opfer.

Das Bersorgungsamt Gießen umfaßt die Kreise Alsfeld, Biedenkopf, Dillenburg, Gießen( Stadt und Land), Kirchhain, Lauterbach, Limburg, Marburg( Stadt und Land), Weilburg ( Oberlahn), Marienberg( Oberwesterwald), Schotten, Wester burg und Weylar( Stadt und Land). Es betreute nach der letz­ten Zählung am 20. Oftober 1926 7692 Beschädigte und 16 783 Hinterbliebene. Unter letzteren befanden sich 4380 Witwen, 8624 Halbwaisen, 629 Vollwaisen und 3150 Eltern.

Der Kampf der Geschlechter auf dem Arbeitsmartt.

Man sollte meinen, daß der Mann im Beruf sich längst an feinen weiblichen Kollegen gewöhnt, daß er längst erfannt hätte, daß auch die Frau ihren Posten ganz auszufüllen vermag, ja an manchen Stellen in der Wirtschaft geradezu bereits un­entbehrlich geworden ist, daß jede Frau durch die völlig ver­änderten Zeitumstände und die gehobenere Geisteshaltung der Frauenwelt überhaupt sich gezwungen sieht, auf eigene Faust den Lebenskampf auf sich zu nehmen. Statt dessen beobachten wir, daß bei jeder geringsten Berengung des Arbeitsmarktes

halben Milliarde aufzubringen habe, entsprechen nicht den Tat­sachen.

Daß begründete Aussicht besteht, die finanzielle Seite dieser Frage zufriedenstellend zu lösen, tann vorausgesetzt werden, nachdem die verschiedenen Landesregierungen, Stadtverwaltun gen, Wirtschaftsverbände, Handels- und Gewerbekammern, Ber­tehrsverbände und regionalen Verkehrsvereine, sowie sämtliche an der Hebung des Verkehrs interessierten Gesellschaften ihren Beitritt zu dem Verein Hafraba", der sich in Frankfurt zur Durchführung der Vorarbeiten für das Projekt gebildet hat, er­flärt und namhafte Jahresbeiträge gezeichnet haben. Es emp fiehlt sich, bei der kritischen Beurteilung der Beitragsleistungen, wie sie in der letzten Zeit da und dort veröffentlicht wurden, größte Borsicht walten zu lassen. Selbstverständlich bedeutet die Einstellung solcher Beiträge, mit denen der Verein ,, Hafraba" zu rechnen hat, in den staatlichen, städtischen und sonstigen Vor­anschlägen eine unvorhergesehene große Belastung. Es werden im Laufe der nächsten Wochen wohl Klärungen nach dieser Seife hin erfolgen, so daß die Gerüchte über den Umfang der ver­schiedenen Rechte, die den Mitgliedern des Vereins je nach der gezeichneten Beitragshöhe eingeräumt werden sollen, verstum­men werden. Als positives Ergebnis ist festzuhalten, daß Deutschland gewillt ist, auf deutschem Gebiet den Bau der Haupt­strede ficherzustellen.

Es war zu erwarten, daß über die Art der Linienführung der Autostraße innerhalb der deutschen Interessenkreise Mei­nungsverschiedenheiten auftauchen würden. Die Forderung, die sich im Zeitalter des Verkehrs immer geltend macht, bei jeder neuauftauchenden Idee Anschluß an das Verkehrsnetz zu er zielen, mußte natürlich gleichzeitig Konkurrenzprojekte reifen lassen, die ihre Rentabilität ebenso eindringlich nachzuweisen suchten, wie das von Anfang an geplante Projekt.

Die zur Diskussion stehenden Hauptprojekte:

1. Hamburg Berlin Leipzig Nürnberg München Berona Mailand;

2. Hamburg- Hannover Kassel Frankfurt a. M. Karlsruhe

Basel Zürich- Mailand

haben eine eingehende Prüfung gefunden. Der der ganzen Linienführunge zugrundeliegende Gedanke der rationellen Li­nienführung kommt bei dem oben erwähnten zweiten Projekt am eindringlichsten zum Ausdrud. Die Route soll möglichst im Tale führen und dabei doch nicht des landschaftlichen Reizes der Hügel und Bergketten entbehren. Es widerspricht einer vor nehmen Beweisführnug, der anderen zur Diskussion stehenden Route die landschaftlichen Schönheiten absprechen zu wollen. Ebenso wäre es verkehrt, die großen deutschen Verkehrszentren, die nicht an der begünstigten Route liegen( Beriln- Leipzig München), gegenseitig ausspielen zu wollen. Wenn man be denkt, daß Deutschland außer der nur 7 Kilometer langen Avus bahn bei Berlin überhaupt noch von feiner Autostraße durch zogen wird, so dürfen bei der Schaffung der ersten internatio nalen Fernautostraße, die durch deutsches Gebiet führt, fleinliche

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die alte Feindseligkeit gegen die Erwerbstätigkeit der Frau von neuem auffladert und daß mit Argumenten gegen die Frauen arbeit vorgegangen wird, die die tatsächlichen Verhältnisse völlig verkennen. Immer wieder erweist es sich, daß die Zeit noch nicht reif dazu ist, den Gedanken der reinen Frauenberufs organisation fallen zu lassen.

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nicht heilfähig sind und die fich im freie durgiegen fönnen.

Es liegt auf der Sand, daß die Errid heims sehr erhebliche Mittel beansprucht; infolge der ungünftigen Finanzlage teine leiften vermag, so müssen die Mittel durch weitefter Kreise der Bevölkerung aufgebrad große Verdienst des Heffifchen Fürsorgeverei seine rege, unermüdliche Werbetätigkeit Summe als Grundstock des Baukapitals der noch fehlende sehr erhebliche Reft der Hilfe der vom hessischen Minister des Wohlfahrtslotterie aufgebracht werden. D zahlreiche und wertvolle Gewinne ausgespiel mit ein besonderer Anreiz zum Erwerb von gefehen davon darf sich jeder, der ein Los er hierdurch einer wahrhaft guten Gache eine daß sein Scherflein mithilft, den unglüdliche

Der Verband der weiblichen Handels- und Büroangestellten, der mit seinen etwa 70 000 Mitgliedern die größte Frauen berufsorganisation darstellt, muß sich stets von neuem gegen das schematische rüdsichtslose Entlassen verheirateter weiblicher Angestellter wehren.

Tatenlos zu Hause bleiben aber kann sich das heutige junge Mädchen aus wirtschaftlichen Gründen nicht mehr leisten, von den ideellen Gefichtspunkten ganz zu schweigen. Eines Tages erfordert der unvermeidliche Existenzkampf Berufskenntnisse und Berufspraris. Denn Vermögen ist durchweg nicht vorhanden.

ounds Waldwirtschaft der Landkreise.

In der grünen Woche fand am 2. Februar in Berlin im Landkreishause eine Sigung von Vertretern der waldbesitzenden Kreise unter Zuziehung ihrer Forstfachleute statt. Auf Grund von drei Fachreferaten wurden die Grundlinien festgesetzt, nach denen die Landkreise ihren Waldbesitz ausbauen sollen.

Ueber die Bedeutung des Krüppelheims in Gießen. Bon Geheimrat Professor Dr. Boppert, Direktor der Chirurgischen Universitätsklinit,

Jamen Geschid heimgesuchten Kranten ärztli lung zuteil werden zu lassen.

Das geplante Krüppelheim soll in Gieß und zwar in engem Anschluß an die Univer Stadt Gießen hat sich in dankenswerter M das erforderliche Gelände, das in nächster en Klinik gelegen ist, unentgeltlich zur V infolge der räumlichen Nähe können die kosti gen dieser Klinik für diagnosische und thera die Infassen des Krüppelheims nutzbar ge durch die Kosten für dessen Inneneinricht billigt werden. Es besteht begründete Hoff Laufe des Sommers der Bau begonnen und Jahr feinem Zwed zugeführt werden kann. Durch den engen Anschluß des Krüppelhe universität ist die Gewähr gegeben, daß es Aufgabe, zugleich als Lehr- und Forschungs crfüllen wird und die mustergiltigen klinis Universität werden durch die Erbauung eines wichtige Ergänzung und Bereicherung erfahr Simblid auf die Möglichkeit, durch einen spät Krüppelheim eine eigene orthopädische Abteil universität zu schaffen.

Der Hessische Fürsorgeverein für Krüppel hat sich schon seit Jahren die Aufgabe gestellt, in Hessen und den angrenzenden Gebieten eine planmäßige, umfassende Fürsorge für Krüppel ein­zurichten in Anlehnung an die Erfahrungen, die man in be nachbarten Ländern mit der praktischen Durchführung der Krüppelfürsorge gesammelt hat. Trotz gut ausgebauter Orga nisation und Aufwendung erheblicher Geldmttel für die Pflege und Behandlung solcher Kranten ergab sich jedoch, daß eine er folgreiche Lösung dieser Frage nur möglich ist durch die Be schaffung eines besonderen Krüppelheims, das unter fachkundiger ärztlicher Leitung steht. Im Hinblick auf die durch den Krieg bedingten schweren Gesundheitsstörungen der Kinder es sei hier nur an die auffällige Zunahme der Erkrankungen der Kno chen und Gelenke an Rachitis und Tuberkulose mit ihren nach teiligen Folgeerscheinungen erinnert. ist die Lösung dieser Frage zu einer ungemein wichtigen und dringlichen sozialen Aufgabe geworden.

Die einem Krüppelheim gestellten Aufgaben sind recht viel seitig; in erster Linie sollen Krüppelfranke hier Heilung finden von den Entstellungen und Verfrümmungen ihrer Glieder durch chirurgische und orthopädische Maßnahmen, gleichzeitig soll aud durch Einrichtung von Werkstätten dem Krüppel die Möglichkeit geboten werden, ein passendes Handwerk zu erlernen, damit er später sich als nügliches Glied der menschlichen Gesellschaft be tätigen und für seinen Unterhalt selbst sorgen fann. Das Krüppelfürsorgegesetz vom 6. Mai 1920 sieht für die Krüppel heime noch ein weiteres Wirkungsgebiet Dot, nämlich die dauernde Pflege und Heimgewährung für solche Krüppel, die

Partei und fommunale Gesichtspunkte feine ausschlaggebende Rolle spielen. Es handelt sich doch in erster Linie darum, ob für die Ausführbarkeit des Projekts begründete Aussicht besteht, und wenn, auf welche Weise die größte Rentabilität des Unter nehmens gesichert werden kann. Alle günstigen Resultate haben fich bisher nur auf das große Projekt der durchgehenden Nord­Südlinie konzentriert, die, von Hamburg ausgehend, mit einer leinen Biegung nach Osten Hannover erreicht, dem Lauf der Weser bis Kassel folgt und unter Umgebung der Städte über Gießen bei Frankfurt in das Maintal mündet. Die offene ober rheinische Tiefebene hinter Frankfurt, die stark besiedelt und von natürlicher Schönheit ist, stellt dem Bau feinerlei technische Schwierigkeiten entgegen. Von Karlsruhe ab folgt die Straße der Rheintallinie mit den Höhenzügen des Schwarzwaldes zur Seite bis Basel; von hier aus führt sie über Zürich auf die Höhe von Göschenen und erreicht Italien über den St. Gotthard. Ueber Bellinzona, Como und Monza führt dann der Weg nach Mailand und endet an der ligurischen Küfte in Genua. Der Hauptvorteil dieser Linienführung besteht darin, daß unnötige Umwege vermieden werden können, während der Reiseweg bei dem andern Projekt, das freilich die Reichshauptstadt in den Plan einschließt, nennenswerte Berlängerungen erfährt und außerdem größere technische Schwierigkeiten darstellt.

Wie bereits bekannt ist, sind als charakteristische Bedin gungen dieser Autostraße eine Normalbreite Don 14 Metern, große gerade Straßen mit gar feinen oder weit ausholenden Kurven, die Führung in der Ebene und nur, wo es unumgäng lich nötig ist, die Ueberwindung von Höhenzügen vorgesehen. Das Bild der Höhendifferenzen auf der deutschen Bauftrede zeigt bei Rassel etwa 250 Meter, bei Offenburg 160 Meter und bei Basel nochmals 250 Meter als größte Steigungen. In den übrigen deutschen Gegenden bewegt sich die Gestaltung der Terrainverhältnisse in einer durchschnittlichen Erhebung von 12 Metern bei Hannover und 95 Metern in der Rheinebene bei Frankfurt. Es darf also im Vergleich zu den Höhenunterschieden zu der Schweizer Alpenfette, in welcher der St. Gotthard mit 2114 Metern zu überwinden ist, don äußerit günstigen Terrain verhältnissen auf der deutschen Strede gesprochen werden. Der Bauplan vermeidet ferner die Führung der Autostraße durch die Städte; die an der Linie liegenden Orte werden also durch Umleitungs- und neue Zugangswege den Anschluß mit der Hauptftrede erhalten. Die Generalbebauungspläne zahlreicher Stadtverwaltungen berücksichtigen bereits diese Straße in ihrem Bauprogramm.

Aus dieser durchaus nicht vollständigen Uebersicht ergibt sich, daß durch eine internationale Autostraße auch dem deutschen Berkehr neue Lebensmöglichkeiten erschlossen werden. Fachleute betonen immer wieder, daß dieses Projekt feinen Wettbewerb mit Autobauplänen, sondern eine notwendige Ergänzung zu den bereits vorhandenen Berkehrsmöglichkeiten ist. Und darin ist schaftliche Wert dieses Projekts zu erblicken. auch der hauptsächlichste verfehrspolitische und verkehrswirt

Die Einwohner Hessens haben demnac Krüppelheimbaulotterie das größte Interesse and fich eifrig an dem Erwerb und Bertri teiligen. Wird doch durch die Erbauung d am Orte der andes- Universität eine Einrich auch der Ausbildung der jungen Aerzte und Kranten im ganzen Lande zugute kommt.

Lokales. Sonntagsgedanker

Drei Sterne sind es am Menschenhimn rij entgegenleuchten: Reichtum, Schönhei Rach Reichtum strebt der Mann, weil und Gut des Lebens Sorgen bannen. In C dazu schaffen, sei es durch der schwieligen H Geistes Plage, dazu ist freie Bahn für jed jell es. Damit er im Alter nicht darben m des irdischen Glüdes liegt nicht im Reich Wir sehen den Reichtum in schillernden Berlen und Diamant, Glanz und Pracht. manches Leid sehen wir nicht, die hinter Reichtums verborgen. Ob sie wohl zufried Wenn nicht dann ist auch der Reiche c

bleibt des Dichters Wort:

..Zufriedenheit macht froh un und selbst dem größten Köni Nur Tugend ist Reichtum, ist Schönh Seele hell und rein und dessen Herz gea und wäre sein Leib auch häßlich. In s Gold und in seinen Zügen spiegelt sich das schönheit. Das Leben lehrt es uns ja

dieser Worte.

Da begegnen uns Menschen, schön und Gesichtern und feinen Manieren. Scha hinter die Schönheit der Hülle, dann grin der verborgenen Seele. Oder wir sehen die Natur die Schönheit des Körpers ve achtet und oft verachtet seine Wege zieht leicht durfte schon unter die unschöne S

ein goldenes Herz und eine blendend wei Für den edlen Menschen soll Schönh Mit dem Drang nach Reichtum und

bunden das Streben nach Ehre.. Da jage Ehren, weil zu ihrem Reichtum und ihr würden. Und manchen haben die Men mit irdischen Ehren, auf den später die 2 chlojes Innere unter äußerem Glanz v horrbuo

not entbedt wurde.

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Weißt du, wie man ein hartes Muß Ich muß ich wi Man muß es maten wie jenes Büblein. ter: Hansli, du mußt mir jetzt noch Ma jagte der Hansli ,,, das muß ich nicht." Rein, ich muß nicht. Und so ging's ein bis endlich die Mutter nach der Rute l will bir jetzt zeigen, Hansli, ob du mußt der Hansli mit verschmittem Gesicht: ich doch will, so muß ich nicht." Ja das nis: fobald man will, muß man nicht me bricht dem Ich muß die scharfe verwund

das Bittere süß und das Schwere leicht. jeine Kunst, aus jedem ,, Du mußt" ein Du glaubst nicht, wieviel leichter dir dan froh du dabei wirft und wie deine Seele

tt Berwaltungsgerichtshof Darmstadt Ulfa( Oberhessen) sah es nicht gern, meister Ligius in Gimelsdorf im S