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Sonnabend, den 11. Juni 1927.
Bei der Rechtsstaatsidee ist es umgefehrt: Erst der Mensch da und die Familie als Zelle des Ganzen; der Staat ist nur ein Notbehelf zur Aufrechterhaltung der Ordnung.
Um diese beiden großen Jdeengegensäge: sozialer Wohlfahrtsstaat und Rechtsstaat, dreht sich alles in der heutigen Politit. Man fann aber nicht sagen, wir sind Anhänger des Wohlfahrtsstaates und machen bei der Tagung des Haus- und Grundbesizes mit. Wenn der Eigentumsbegriff nicht erhalten wird, dann fällt alles andere mit, wie die Gebundenheit des Eigentums die Gebundenheit des Rechtes gebracht hat. Es gibt bereits heute teine Bewegungsfreiheit mehr. Der Arbeiter tann nicht fündigen; er fann nicht dahin gehen wo der Lohn höher ist. Die Gebundenheit des Grundeigentums bringt immer die Gebundenheit des Menschen mit sich. Man fann den Haus. und Grundbesitz nicht aus den ganzen politischen Fragen herausnehmen. Es gibt nur ein Entwederoder. Der Kampf für das Grundeigentum ist das Vorpostengefecht, in dem der Kampf um die beiden Grundgegenjäße ausgefochten wird. Wir wol. len diese Borpoftenftellung mit aller Krait halten. Wir fämp fen für eine ganz große Staatsauffassung, ja für eine Weltanschauung. Wenn der Freiherr vom Stein von allen Par teien in Anspruch genommen wird wir fönnen ihn in erster Linie in Anspruch nehmen. Wir gehen an diesen Kampf mit unferer ganzen Entschlossenheit heran. Wir wissen, daß wir einen großen, gewaltigen, aber ruhigen, fachlichen Kampf füh ren. Wir stehen fest und treu zusammen: wir, der gute alte deutsche Haus und Grundbesitz.
chließlich in der jezigen Reichsverjaljung Inhalt und die Schranken des Eigen Dem Gesetz." Es wird wohl ein Eigen welchen Inhalt es hat, ergibt sich erst Eigentum ist mit einer verschlossenen auf dessen Etikett ,, Eigentum" steht enthalten ist, steht nicht fest. Der igen schutball in der Hand des Staates ge ng kann nur zum Wohl der Allgemein Grundlage vorgenommen werden; sie e Entschädigung, soweit nicht ein Reichs timmt.
der Reichsverfassung genau so abge nach Maßgabe des bürgerlichen Rechtes eil des Staates am Erbgut bestimmt
Der Staat beansprucht für sich heute 80 ftssteuer.
intung tommt hinzu die Bodenreform. rtikels 153, den Damaschke in die ubringen verstanden hat, soll ein S preußisches Ausführungsgesetz hierzu e Seiden Gesetze haben uns bereits ein glaube, daß wir uns mit der Boden mehr ernsthaft auseinanderzusetzen brau gefordert hat, hat sich als undurchführ ufgesogen worden von der gesamten so er Zeit. Früher stand die Bodenreform zur Sozialdemokratie; während die So und Kapital in ihr Programm aufge die Bodenreformer nur den Boden als gt die Sozialdemokratie, wir fangen mit an. Wir haben uns nicht mit Damajchle, rtretern der ganzen sozialistischen Ideen
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Jdeen kann man auch wieder nicht mit atie zusammenwerfen. Die sozialistische bürgerlichen Kreise eingedrungen. ozialistischen Ideen internationaler oder idern darauf, ob sie vertreten oder nicht Fir, der Haus- und Grundbesitz, wollen wiederherstellen, den unsere Urgroßväter en Haus- und Grundbesitz ist es eine frete Eigentum wiederhergestellt ist.
des Eigentums kann man nicht loslösen E. Die Idee des Freiherrn vom Stein ift htsstaatsivee. Der Staat soll sich darauf ung aufrechtzuerhalten. Die Idee des abgelöst von der Idee des sozialen Wohl Iminiert darin, daß jeder einzelne eine ist: Erst der Staat, dann der einzelne
Der Gesezentwurf über die Verzinjung aufgewerteter Hypotheken.
Jm Rechtsausschuß des Reichstags wurde die erste Lesung des Gesetzentwurfs über die Verzinsung aufgewerteter Hypothe ten abgeschlossen. Abgeordneter Dr. west begründete einen Antrag, der verlangt, daß die Barzahlung, mit der in Kriegsanleihe entrichtete überzahlte Notopfer erstattet worden sind, in derselben Weise aufgewertet wird, wie der Anleihe- Altbesitz. Der Bertreter des Reichsfinanzministeriums erklärte die Durch führung des Antrages aus rechtlchien und finanziellen Gründen für unmöglich. In besonderen Fällen trete ein Billigkeitslösung ein. Abg. Dr. Schetter( 3entr.) schloß sich den Ausführungen des Regierungsvertreters an. Auch Abg. Keil( Soz.) sprach gegen den Antrag, wünschte aber eine Prüfung der Frage, ob der für die Billigkeitslösung ausgeworfene Betrag nicht erhöht werden müsse. Der Antrag Best wurde gegen der Antrag itcller abgelehnt.
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, Gießener Zeitung"
1926 zur Abgeltung der durchschnittlichen Minderung der Vermögenswerte nur in Höhe von% des Jahressteuerbetrages für das Kalenderjahr 1925 erhoben wurde. Zu diesem Zwede kam die am 15. Mai 1926 vorgesehene Vierteljahrszahlung in Fort fall.
Die Gründe, die zum Erlaß des Gesetzes führten, bestehen immer noch, und die wirtschaftlichen Umstellungen und Rationalisierungen, die durch die Stabilisierung notwendig wurden, sind zu einem großen Teil noch nicht durchgeführt. Wenn man bedenkt, daß das Steuermilderungsgesetz am Tage seiner Berfündung, dem 31. März 1926, mit rüdwirkender Kraft ausge stattet wurde, so dürfte es billig erscheinen, wenn sich die Regierung entschließen würde, aus oben angegebenen Gründen die Wirksamkeit des Gesetzes über den 30. September hinaus zu Derlängern.
Beamtenhandel und Einzelhandel.
gz. Die Geschäftswelt führt schon einen jahrelangen Kampf gegen die Konkurrenz der verschiedenen Verwaltungsstellen. Zu diesem Thema gehört auch der Beamtenhandel, der eine nicht zu unterschätzende Konkurrenz des Einzelhandels bedeutet. Wiederholt ist schon der Behauptung entgegengetreten worden, daß der Bezug durch die Beamten Einkaufsgenossenschaften
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einen Vorteil für die Käufer in sich schließe. Derartige Fest stellungen sind auch schon gegenüber den Konsumvereinen gemacht worden. Wie wir der Zeitung„ Haus und Grund" in Düsseldorf entnehmen, hat die Bielefelder Stadtverwaltung Waren der„ Bekleidungsgesellschaft für deutsche Beamte A. G." inbezug auf Qualität und Billigkeit durch Sachverständige nachprüfen lassen. Ein Vergleich der Waren mit denselben
Berlängerung des Steuermilderungsgeseßes Artikeln der in Bielefeld ansässigen privaten Einzelhändlern
Dei Ober- Wegfurth steht unter einer ur enumsponnener altgermanischer Opferstein. t, mit merkwürdigen Rillen und Mulden. e romanische Kreuzkirchlein zu Ober- Wegtwürdigen Reitergrabsteinen derer, die von n im Heerbann Kriegsdienst zu Pferd tun rt. Nicht weit von Ober- Wegfurth liegt nam Fuße des Rechbergs ein reizendes thof, die Sommerresidenz der Grafen von Einrichtung noch völlig erhalten, wie es im rhunderts erbaut wurde. In dem Richtoch heute die einst von Schlangenbad und ömern verpflanzte Äeskulaſchlange.
wieder aufwärts gelangt man über das
bevorstehend?
Das Steuermilderungsgesetz vom 31. März 1926 ist ber fanntlich in seiner Wirksamkeit auf Rechtsvorgänge beschränkt. die bis zum 30. September 1927 entstanden sind. Es brachte bekanntlich in seinem Artikel V u. a. bei der Vermögenssteuer bie Ermäßigung des Steuertarifes um 1 vom Tausend für die fleineren Vermögen bis zu 50 000 Mart. Ferner bestimmte es in im§ 20, daß die Vermögenssteuer für das Kalenderjahr
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altes Grenzmal, das Hemmener Kreuz von 1383, zeigt heute noch die Grenze zwischen dem Schlitzerland und dem Fuldaer Land an, da wo ein Probst Winchihlus in der einstigen Grenzfehde sein Leben gelassen haben soll. Fuldaabwärts wieder über Hartershausen zurüdwandernd, winkt uns, ein Bild zu dem Liebe, Droben stehet die Kapelle", hoch oben am Berg liegend das Hartershäuser Kirchlein mit dem Pfarrhaus und bann links in einem Wiesengrund die sog. alte Mauer der Rest eines vieredigen romanischen Wohnturms einer kleinen Wasserburg. Wenn wir über die Höhe vom Fuldatal wieder in das Tal der Schlitz hinabsteigen, grüßt uns schon ferne wieder die malerische Silhouette der alten Stadtburg, und am Waldrand jingt eine jugendliche Schar mit dem Schlitzer Wappen auf dem wehenden Wimpel das Schlitzer Lied( Dichter Dieffenbach, Kom
auerndorf Qued, über Sandlofs nach Fraus ponist Kantor Nanz):
3 die Boten des Bonifatius auf ihrer Suche ur Gründung von Fulda auf ihrer Kahn eten. Das malerische Kirchlein von F einen kunstgeschichtlich überaus merinollen
5 die 1902 wieder bloẞgelegten mittelalter
das
Im weiten Deutschen Reiche
Da liegt ein Städtlein flein.
Ein Ring von grünen Bergen, Ein heller Edelstein
Ja, es ist schön, das Dornröschen hinter den Bergen, das Schlitzerland.
Marburger Festspiele 1927
zur Feier der Einführung der Reformation. Augenblicklich findet inMarburg bis auf weiteres täglich von 5-7 Uhr auf dem freien Platz vor der Marienkirche, jetzt Pfarrkirche genannt, die Vorführung eines Reformatiosfestspieles, das von A. Pfeffer verfaßt ist, statt.
en aus der Zeit von 1220. Dieje stellen in nannte Herakliuslegende von der Wiederuzes Christi dar auf Grund einer mittelgleichen Namens von einem oberhessischen m 12. Jahrhundert, die uns noch erhalten gelangen wir nach Pfordt, der alten Porta Ida, woselbst die Bilger, die diese Straße urden. Pfordt mit dem folgenden Dorf t kirchlich zu Hartershauſen, benso auch lizerlandes, Hemmen. Hier hat sich aus och ein Brauch erhalten, die Dinjestermes, weihe zu Ehren des alten Fischerheiligen eilige ist auch noch in Gestalt einer alten und man nennt ihn in Hemmen der. Mooft auf dem Airchboden stand in der Nähe einer pfen, die in einer Nacht ihres Inhalts be humorvolle Dieb aber hatte, um den Verlenken, dem Antonius den Mund und die Der mundartlich Moost, beschmiert. Ein ur
Wir möchten allen unseren Freunden den Rat geben, die geringen Unkosten einer Fahrt nach Marburg nicht zu scheuen, um an diesem mächtig wirkenden Stüd teilzunehmen. Zur weiteren Anregung geben wir im folgenden einen furBen Gedankengang des Festspieles:
Seinen Anfang nimmt das Spiel, indem es den Beginn der Reformation in Marburg- Hessen darstellt: Noch herrscht die alte Ordnung der Lebensverhältnisse, die alte Verfassung der Gemüter, der alte gottesdienstliche Kultgebrauch aber allent
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hat bei Zugrundelegung derselben Qualität in der Preisgesta!- tung folgendes interessantes Ergebnis zuungunsten des Be= amtenhandels ergeben:
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Zur genauen Feststellung wurden die einzelnen Stüde in der Handelskammer zur Besichtigung ausgestellt und die Beamtenschaft besonders eingeladen, sich von diesen Feststellungen zu überzeugen.
Die Beamtenhandels- Verkaufsstelle soll daraufhin von Bielefeld verzogen sein.
Zur Bekämpfung des unlauteren Wettbewerbs seitens Unberufener sind derartige Feststellungen von größtem Interesse
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nicht nur im Interesse der ansässigen steuerzahlenden Geschäfts welt, sondern auch im Interesse der Beamtenschaft, die zu einer sachverständigen Vergleichung der Qualitäten und Preise in der Regel nicht in der Lage ist.
Lokales.
* Verband hessischer Kreise. Am 27. Mai fand in Offens bach a. M. unter dem Vorsitz des Provinzialdirektors Graef Gießen die Mitgliederversammlung des Verbandes der Hessischen Kreise und Provinzen statt. Der Mitgliederversammlung wohnten als Vertreter des Ministers des Innern, die Herren Ministerialdirektor Spa mer und Staatsrat Dr. Reiz bei. An der Tagung nahmen außerdem Vertreter des Hess. Städtetags und des Hess. Landgemeindetags teil. Die Tagesordnung enthielt im wesentlichen geschäftliche Angelegen heiten des Verbandes, die ihre Erledigung fanden. Im Anschluß daran hielten Vorträge: Ministerialrat Heyl- Darmstadt über Meliorationsarbeiten in Hessen, und Kreisdirektor Werner Offenbach über Gruppenwasserversorgung der Landgemeinden des Kreises Offenbach. Die Vorträge fanden den ungeteilten Beifall der Teilnehmer und gaben Anlaß zu einer regen Aussprache. Außer Besichtigungen hörte die Versamm lung noch einen Vortrag des Herrn Kreisschulrat LorentzLauterbach über das Thema„ Der Kreisfilm als Heimat. und Werbefilm".
halben macht sich ein neuer Geist, ein neuer Wille, eine neue Anschauung bemerkbar. In Gesprächen zwischen dem bekannten Marburger Bildhauer Juppe, dem vor allen die ElisabethKirche köstliche Bildwerke verdankt, und dem Maler von der Lenten berühren sich die Grundsätze zwischen alter und neuer Kunst und Lebensanschauung. Das Verhältnis zwischen Hiltrude Armbruster und ihren Eltern und Freundinnen einerseits und ihrem geliebten, lutherisch gesonnenen Freunde Goldschmidt, dem späteren Bürgermeister, andererseits, deckt die Gewissenskonflikte, die Leiden und Forderungen auf, die aus ver Glaubensspaltung und dem Widerstreit der alten und der neuen Generation entstehen. Wüste unzufriedene Gesellen, Bilderstürmer, aufrührerische Bauern und junge Burschen duru)= ziehen die Stadt und suchen die gerade stattfindende Marienprozession zu stören. Am bedeutsamsten wirkt sich der Zusammenbruch der überkommenen Herrschermacht aus in der Person der Fürstin Anna, der Mutter Philipps des Großmütigen, bei ihrem Auftritt mit dem Komtur des Deutschordens Lauerbach und dem Guardian des Barfüßerordens Ferber und bei ihrem Zusammentreffen mit den Bilderstürmern unter der Führung des Edelsbach. Ihr Sohn Philipp hat sich dem Geist und Dienst der neuen Lehre hingegegeben. Der freche Auftührer aber fann sie treffen mit dem Worte ,, Meineidige" und ,, Buhlerin". Denn sie hatte die Untreue gegen die beschworene Verfassung nicht gescheut, und ihr Witwentum durch die Beziehungen zu dem Grafen Solms entweiht. Vor der anbrandenden Woge der Empörung brigt sie zusammen.
Ein Zwischenspiel stellt die zerstörenden und aufbauenden Kräfte in den Gestalten„ Tod und Teufel“ und„ Ritter"( Landgraf Philipp) einander gegenüber.
Im zweiten Akt wird der Blid auf die politischen Vorgänge gelenkt, die den Zusammenschluß der evangelisch Gesinnten zu einer firchlichen Gemeinschaft ermöglichten und beförderten. Die katholische Majestät weil außerhalb des Landes. Nach dem Siege bei Pavia über den König Franz von Frantreich scheint zwar die kaiserliche Macht durchaus gefestigt. Die geistlichen und weltlichen Stände beraten auf dem Reichstag zu Speyer über Maßnahmen im Hinblick auf die vordrängende Reformation. Aber da kommt die Nachricht, Krieg ist ausge=
* Der deutsche Städtetag gegen Erhöhung der Postgebühren. Der deutsche Städtetag wendet sid, in einer Eingabe an den Be waltungsrat der Deutschen Reichspost gegen die beabsichtigte Er höhung der Postgebühren und bittet den Verwaltungsrat der Reichspost dringend, der Vorlage des Reichspostministeriums seine Zustimmung zu versagen.
Sonderfahrt des hess. Handwerks zur Münchener Ausstellung.
Der Sonderzug des hessischen Handwerks nach München nimmt seinen Ausgang von Darmstadt und fährt vom Hauptbahnhof Darmstadt am Mittwoch, den 15. Juni vormittags pünkt lich um 10 Uhr 15 ab. Eintreffen in München bereits um 18 Uhr 49. Letzte Ausgabe der Fahrkarten am 15. Juni vor Abfahrt des Sonderzuges an der Sperre des Darmstädter Hauptbahnhofs.
Aus Nah und Fern.
Enthüllung des Hessischen Artillerie- Denkmals in Darmstadt.
Darmstadt. Sonntag, den 3. Juli ds. Js. findet die feierliche Enthüllung statt. Der Weihetag soll zugleich ein Tag des Wiedersehens für Tausende alter Artilleristen aus ganz Heffen und weit darüber hinaus sein. Samstag, den 2. Juli: Emp fangsabend. Sonntag, den 3. Jult: Hauptfesttag. Der Aufruf gilt nicht nur den beiden aktiven Hessischen Feldart.- Regimentern, sondern auch allen Kriegsformationen, die aus ihnen hervorgingen. Alle Anfragen an Oberstleutnant a. D. Lenné, Darmstadt, Hermannstraße 41.
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Verantwortlich: Paul Christian Klein in Gießen.
brochen, Krieg zwischen Kaiser und König Franz und dem mit diesem verbündeten Papst. Die Botschaft löst gewaltige Erregung aus. Die Begeisterung des jungen Ritters Norded für den Kampf wird allgemein. Unter diesem Drud der außenpolitischen Lage wird aber nun ein Reichstagsabschied zustande fommen Erzherzog Ferdinand, der Bruder und Vertreter des Kaisers, fündigt es an, der den lutherischen Fürsten in Sachen der Religionserneuerung freie Hand gibt. Das ist für unjeren Landgrafen ein befeligender Erfolg. Jetzt wird er in sein Hessenland gehen und die Reformation durchführen.
Ein Zwischenspiel: Der Versucher tritt an Philipp heran und zeigt ihm, von was für Schrednissen und Wirrungen die Befreiung von der geistlichen Herrschaft begleitet und verfolgt sein wird: von grausam wildem Aufruhr aller Unterdrüdten, voni wahnwitzigen Settiererwesen, vom mordenden Bruderkrieg. Wohl ist Philipp aufgewühlt und erschüttert durch diese Bilder. Aber nicht beirrt. Er flammert sich fest an seinen Glauben, an sein Gottvertrauen: Verbum Domini manet in aeternum( Gottes Wort bleibt in Ewigkeit). Was sein Gewissen ihn zu tun heißt, das wird er ungesäumt zur Ausführung bringen.
Der dritte Aft bringt nun das Bild einer geschlossenen Macht, Einigkeit, Ordnung, Herrschaft das Bild der Sieges: freude nach gewonnener Schlacht. In Homberg hat die Synode getagt, das Hessenland hat sich entschlossen, zum neuen Glauben überzutreten. Der Landgraf zieht in Marburg ein, um die alte Pfarrkirche dem lutherischen Kult zu übergeben. Da kommi noch die Nachricht ,, Rom ist erobert"!- ,, Möge nie ein fremder Fuß mehr deutschen Boden feindlich treten", fügt der Landgraf der Botschaft zu, und fordert nunmehr die gesamte beim Spiel versammelte Gemeinde auf, mit ihm in das Gotteshaus zu ziehen, um Gott zu loben und zu danken und zu bitten. Während die Orgel intoniert und ein Chor im Innern der Kirche das„ Niederländische Dantgebet" anstimmt, ziehen die Zuschauer mit den Darstellern in die Kirche. Dort tritt der Darsteller des Adam Krafft, des Reformators von Hessen- Marburg, an die Stufen des Altars und spricht eine Stelle aus der Bibel. Mit dem allgemeinen Gesang ,, Ein feste Burg ist unser Gott" geht die Gemeinde auseinander.


