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Tix. 28

es Reichsmietengejetes ausgenommen won

zu den vorgeschlagenen Aenderungen ja

1: In den Fällen, in denen einzelne Arte

Sonnabend, den 9. Juli 1927.

gebend sein müssen. Im Streitfall wird der angemessene Miet­zins durch Urteil festzusehen sein; die§§ 315, 316 BGB. gelten entsprechend.

den Vorschriften des Reichsmietengeset n, haben sich rechtliche Zweifel hinsichtli welche Miete weiter zu zahlen ist. So it eispiele anzuführen, zweifelhaft geworden rtrage, bei dem sich ein Teil auf die g 1 hatte, wieder der früher vertraglich ve zahlen ist, ob die zuletzt gezahlte gejeklide etwa durch das Gericht auf Grund der er Mietzins festzusehen ist. Rimmt man Bertragsmiete zu zahlen ist, so täme bei nflationszeit eine Auswertung des Mies gegebenenfalls durch gerichtliche Entsche e. In zahlreichen Fällen ist in Mietve ng in der Maßgabe vereinbart, daß er als

3u§ 22a 3iffer 2. Die Ausführung der erforderlichen In­standsehungsarbeiten ist von besonderer Wichtigkeit im Inter­esse der Erhaltung des vorhandenen Altwohnraums. Der Ent­wurf sieht daher vor, daß die Vorschriften des§ 6 Abs. 2 bis 4 anwendbar bleiben sollen, also eine von der obersten Landes­behörde zu bestimmende Stelle auch für Räume, die dem Reichs= mietengeseh nicht mehr unterliegen, die Befugnis haben soll, die sachgemäße Ausführung von Instandsehungsarbeiten durch geeignete Anordnungen zu sichern. Nach§ 6 Abs. 2 fann die Stelle zu diesem Zwede die gesetzliche Miete bis zur Höhe des Instandsehungszuschlages heranziehen. Da nach Aufhebung des Reichsmietengesetes eine gefegliche Miete und damit auch ein besonderer Instandjehungszuschlag nicht mehr festgesetzt wird, fann die bisherige Begrenzung nicht mehr zur Anwendung ge­langen. Nunmehr soll die oberste Landesbehörde den Teil der Miete, der in Anspruch genommen werden darf, bestimmen. Ueber die Durchführung im einzelnen ergibt sich das Nähere aus§ 6 Abs. 3 bis 4 und den hierzu von den obersten Landes­behörden getroffenen Anordnungen. ( Schluß folgt.)

Berechnung des Mietzinjes gelten soll, die Vorschriften des Reichsmietengejekes llen. Auch hier ist es streitig, welde hten ist. Weitere Zweifel ergeben sich in em Mietvertrag ausdrücklich bestimmt ist, Regelung lediglich für die Dauer des elten solle. Hier ist es insbesondere stres densmiete in dem Mietvertrag angenom fhebung des Reichsmietengejeges als Bers

ob etwa durch das Gesetz ein angemesse Ben ist. Im Schrifttum und Rechtspre he verschiedenartige Ansichten vertreten.

er rechtlichen Zweifel erscheint eine reichs

erwünscht. Diese ist auch von den Ber

er und Mieter als notwendig bezeichnet ilich nur gelten, soweit die Parteien keine arung treffen. Insbesondere soll in Fäl

dem Reichsmietengesetz auch das Mieter

ist, das Recht des Vermieters, den Miets

- und sodann eine neue Vereinbarung zu

rgeschlagene Regelung nicht beeinträchtigt jedoch dazu dienen, Streitigkeiten und Parteien zu verringern. Sie geht dahin, Sarung bis auf weiteres der bisherige hlen ist. Dabei muß die bisherige Ber

g der Betriebs- und Instandsetzungskosten

von ihr bei Festsetzung der gesetzlichen wurde. Soweit Aenderungen der für noch festgesetzten gesetzlichen Miete ein eichfalls gelten. In Frage kommen hier nur Aenderungen der in dem Lande als setzlichen Miete, nicht Anderungen etwal, r bestimmte Arten von Räumen( gewerb

rerseits nicht möglich, die vorstehende Re­gegen den Willen der Parteien fortbe s würde einen zu weitgehenden Eingriff ng der Parteien bedeuten. Der Entwurf der Vermieter wie der Mieter jederzeit gsteil gegenüber erklären kann, daß die gs gelten soll. Diese Bestimmung wird in fristige Verträge Bedeutung erlangen, bei Itung des Mietverhältnisses durch kün t herbeigeführt werden kann. Soweit es t einer Papiermarkmiete handelt, soll, um mrechnungsmaßstab auszuschließen, die Ta ngsgesetz maßgebend sein. Soweit für der des Reichsmietengesetzes eine Bestimmung ietzinses nicht getroffen war, oder wenn di nicht feststellen läßt, soll der angemessen: ein, wobei für die Berechnung der Höhe Itnisse zur Zeit des Vertragsabschlusses mas

sein will, und keine Schinderkarre. Für Gesundheit und Leben anvertraut, ist ge enug. Ihr werdet eure helle Freude haben d überreiche Zinsen bringen, die sich selbst en in der Erhöhung der körperlichen und igkeit und euch vor mancher Dummheit der

*

Trübwetter

Sonnenschein.

Wieder einmal ein Morgen. Trüb, regenschwer.

1

Kühl.

Die Jmmen kommen aus dem Flugloche. Plieren mißmutig ins Wetter, bewegen unluftig die Fühler. Regen und immer wieder Regen! Wer mag, wer fann da ausfliegen? Wie soll man da Blütenstaub höseln und Rettar sammeln? Wo zudem alle Blüten ob der Kühle die Nettarien herb verschließen? Und unsere Kindlein hungern.

Der Imter. Wieder einmal tein Flugtag. Sieht auch nicht aus, als ob es morgen oder übermorgen anders würde. Und der Regen regnet jeglichen Tag." Dabei Felder und Auen in vol­ler Blütenpracht. Sollte wieder einmal der ganze Sommer in Kühle und Nässe vergehen? Ich muß wieder füttern.

Wieder ein Morgen. Strahlend hell. Jmmlein über Jmm­lein stürzen schon seit einiger Zeit aus dem Dunkel des Stodes hervor. Sie rennen über das Anflugbrett, wittern faum einen Augenblick, und schon schwingen sie sich in das Luftmeer hinaus. Andere Scharen folgen. Nach allen Seiten schwirrt's auseinander.

Und dort kommen schon einige wieder. Dort mehrere. Ein­zeln und truppweise nahen sie, fallen aufs Flugbrett, feuchen, verschnaufen einen Augenblid und streben dann hinein, sich ihrer Lasten entledigen zu lassen. Herausstrebende stürzen ihnen ent­gegen, einige stolpern über andere.

Im Stod braust's, lebt's. Duftets. Summt's und brummts. Der ganze Immenftod tönt wie eine Glode in tiefen Schwing­ungen.

Und der Imker steht dort und schaut. Und schaut. In den blauen Simmel. In den strahlenden Sonnenschein. In der Im= men An- und Abflug. Atmet den würzigen, süßen Duft des Gar­tens, des Bienenstandes. Sonnenhonigglanz leuchtet aus seinem Auge dem Sonnenglanze des Tages entgegen.

Am Abend. Die letzten Jmmen streben schwer beladen heim. Der Jmmenvater umschreitet sein Bienenhaus. Wie duftet's füß und würzig heraus! Wie frisch gebadenes Brot und Honig. Wie fächelt's und schwirrt's in den Fluglöchern! Wie summt's und brummt's im Stod!

Er öffnet behutsam einen Immenstod. Schneeweißer junger Wachsbau schimmert ihm entgegen. Aus den Zellen blinkt's fristallklar, golden.

Für Mütter von Schulkindern. dein Kind und mit deinem Kind, daß es darf. Weißt du, wie sauer es sich Vater lassen, seinen Martin in eine gute Schule Schule tut vieles für dein Kind, was du ... nur darf es dort lernen, auch zu Ge­t, Pflichttreue, Fleiß, Kameradschaftlichkeit dein Kind erziehen. Darum durlde nicht. Lehrer vor deinem Kind in unguter Weise

, Grund zu haben zu Klage und Gorge, so mit dem Lehrer deines Kindes. Er kann du, und er wird gern von dir hören über genart und über seine etwaigen häuslichen er höre auch du willig, was er dir zu sagen

in deiner Liebe, sondern dankbar, wenn du

al durch andere Augen sehen darfst. Schwä nicht zu vertuschen, sondern zu überwinden!

Sonnenschein ist Honig, Honig ist Sonnenschein.

Cofales. Sonntagsgedanken.

Gießener Zeitung"

immer noch die Fauft gegen seinen Bruder. Jede Woche können wir es lesen, daß im leidenschaftlichen Zorn, den die politischen Gegensäge immer wieder entfachen, Bruder gegen Bruder die Waffe führte. Sollen wir wie andere an der Glut- und Blut­stelle, die von dem tödlichen Blitzschlag aus irgend einer finsteren, gottfremden Hazwolle tündet, auch uns eine Fadel des Hasses entzünden und mit dieser blind herumskandalieren, bis auch das traurige Notgebäude, das uns jetzt noch bedt, in Flammen aufgeht? Wollen wir Messer und Sensen schleifen und bereit legen, mit geheimnisvollem: Wer weiß, wozu?"

Der fluge Hauswirt macht es anders, wenn zudende Blizze ihm zeigen, daß die Luft voll elektrischer Spannungen ist. Er verräumt das blizanziehende Messer in die hinterste Schublade und bringt die Sense in den dunkelsten Scheunenwinkel.

So sollen auch wir es halten als fluge Hauswirte unsere bligumlohten Reichsnotbaues. Es fnistert noch immer in und um und über uns von elektrischen Funken: Brandgefahr! Keiner ist sicher, obs nicht morgen da aufloht, übermorgen dort. Wir dürfen nicht hetzen, nicht schüren, sondern wollen an die Brust schlagen: Auch unsere Schuld!" Denn wo die Schuld zu suchen ist, das wissen wir nur zu gut, wenn wir noch ehrlich sind und nicht aus dem Blute der Gemordeten noch efelerres gende Parteisuppen tochen wollen; bei uns allen, weil wir uns nicht verstehen wollen, weil jeder immer zuerst fragt: Was tut mir wohl?" und nicht: Tut das meinem Bruder nicht weh?" Mit dieser letzteren Frage, wenn wir praktische Christen­politik machen wollten, dann würde bald die unheilvolle Lei­denschaft aus unserem politischen Leben verbannt sein und wir würden in einer gesäuberten Atmosphäre ohne tüdische Blitz­gefahr leben fönnen.

Mit unendlicher Mühe und einem Bienenfleiße hat das deut sche Bolt sein Haus wieder gebaut, das ein Novembersturm zu= jammenstürzen ließ. Aber noch hängen düstere Wolfen über diesem Hause, aus denen oft Blitze zuden und Donner rollen. Roch herrscht fein Friede in diesem Hause. Der Bruder erhebt

fertig wird und daß es noch zu einem furzen Morgengebet vor bem Schulweg reicht.

In der Sonne.

Wenn nach langen trüben Regentagen endlich ein Sonnen strahl erscheint, und dann noch einer und wieder einer, dann geht ein freudiges Gefühl durch die wartenden Menschenherzen. Dann versteht man's, wenn es heißt: Hab' Sonne im Herzen!" Ein wenig zum ersten Male wieder in der Sonne sitzen oder Spazieren, was für ein Dank- und Frohgefühl für den Kran fen, der nun so recht die sicher vorwärtsschreitende Genesung spürt! Die Sonne hat Heilkraft, so sagt man. Ein Haus in der Sonne, eine Wohnung wenigstens dann und wann von Son­nenfunken durchleuchtet, das ist doch etwas anderes, als die immer dunklen Winkel. Der Garten, der Park, der Wald in der Frühlingssonne, das kann eine trübe Stimmung in ein fro­hestes Hoffnungsgefühl wandeln. Man spricht von der lachenden Sonne, und es ist schön, wenn sie auch aus Menschenaugen lacht. Bei jungen Menschenkindern soll's das Natürliche und Selbst verständliche sein. Jugend und Sonne! Jeder richtige Erzieher weiß, wie das zusammengehört.

Hab ein waches Auge auf die Schulkameradschaft deines Kindes, du mußt wissen, mit wem es geht. Drum laß es seine Freunde und Freundinnen zu dir bringen. Pflege den guten Verkehr, das ist besser als den schlechten verbieten! Und weißt du, welche Macht der Klassengeist" in einer Schule ist? Weißt du, weiß dein Kind, daß man nicht immer tun darf, was ,, alle" tun? Daß es oft eine Ehre und eine Pflicht ist, zu den ,, wenigen" zu gehören. Silf deinem Kind zum Selbstständigwerden durch deine Freudigkeit dazu und dein Vorbild!

Wenn du spürst, daß dein Kind Heimlichkeiten hat, so set bich abends an sein Bett und sprich ein offenes, ernstes, liebe­volles Wort mit ihm. Weißt du noch, was in deiner Schule manchmal Häßliches getuschelt wurde? Hilf deinem Kind zu dem Erleben: Selig sind, die reines Herzens sind, denn sie werden Gott schauen!" Ja, Gott schauen in den Wundern der Ratur, auch im Wunder der Menschwerdung. Bitte Gott um das rechte Wort zur rechten Stunde, um den guten Heiligen Geist in deinem Herzen und dem deines Kindes!

Sei nicht mutlos und ungeduldig, wenn dein Kind schwer Ternt! Dann braucht es doch deine Liebe, dein Verstehen am meisten. Hilf ihm, daß es treu sein lernt auch mit seinem flei= nen Pfund. Frag einen erfahrenen Lehrer und Erzieher um Rat. Gedichte und Sprüche z. B. lernt man leichter, wenn man sie abends vor dem Einschlafen mehrmals laut sagt. Lautes, un­geduldiges Schelten oder gar Schlagen hilft nichts.

Das leichtsinnge und faule Schulkind braucht eine feste

Nr. 28.

Studienassessoren Dr. Hans Fischer- Reichelsheim( Wetterau), Dr. Otto Gans und Dr. Hermann Rabes beide von hier, With. Ged- Hochweisel( Kr. Friedberg), Otto Jung u. Wilhelm Größer­Großen Bused, Christoph Hechler- Elpenrod( Kr. Alsfeld), Dr. Hugo Holzapfel- Grebenhain, Eduard Kircher, Hermann Junfer und Dr. Karl Kraft- Nidda, Heinrich Laudhard und Dr. Ostar Schneider Butzbach, Alexander Müller- Herbstein, Heinrich Petri­Lich, August Rau- Alten- Bused, Robert Reined- Bodenrod und Rudolf Veith Alsfeld.

Verschieden lausen die Menschenwege. Da und dort sieht man Erwählte und Beglückte schier immer in der Sonne wan­deln. Sie erreichen spielend, was sie wollen. Sie wissen faum, was Sorge und bitters Sehnen ist. Andere sind eigentlich im= mer im Schatten. Sie laufen und rennen, mühen und plagen sich, hundertmal geht es schief. Sie gelangen nicht auf eine auch nur bescheidenste Glüdslinie des Lebens. Und sie möchten doch auch ein Plätzchen an der Sonne haben. Wunderliches Nebeneinan­der der Daseinsmöglichkeiten. Und das Allerwunderlichste ist, daß auch Mühselige und Beladene ein Dennoch- Leuchten in der Seele haben können, daß auch sie manchem zur stillen Be­schämung wie Sonnenmenschen die Lebensstraße wandern. Da muß doch eine allerinnerste Kraft, eine sonnige Weltan schauung sein, die unabhängig ist von dem, was man so gemein­hin Glüd oder Unglüd nennt.

find zur Reinlichkeit an. Abends gründlich Hand, eine stramme Leitung. Was Hänschen nicht lernt, lernt ns die Zeit oft knapp ist! Zähne puhen Hans nimmermehr!" gilt auch für Gewöhnung an Pflichttreue

und Selbstüberwindung. Wenn du dein leichtsinniges, faules Kind lieb hast, sei streng mit ihm. Aber sei auch streng mit dir Selbst! Beispiel wirkt mehr als Worte!

Sei nicht stolz auf dein begabtes Kind! Welchem viel ge­geben ist, von dem wird man viel fordern!" Laß Hochmut, Wis= Jensdünkel, Selbstüberhebung nicht groß werden. Reichtum ver­pflichtet, auch geistiger. Dein Kind wisse mit dir, was einmal ein alter, treuer Lehrer fein in folgendem Vers ausgesprochen hat: ,, Was unser höchstes Gut, wird nicht durch Fleiß errungen,

nlichkeit des Leibes ist eine Hilfe zur Rein Cleide dein Kind einfach, aber sauber. Eine e Schande, aber Löcher und Fleden müssen Schulkind genügend Schlaf hat! Acht Uhr ehzeit. Und laß es dir nicht nehmen, auch ind zu beten. Such ihm neue Sprüche und aus seinen Kindergebetlein herauswächst. Kind morgens so zeitig, daß es ohne Hese

* Persönliches. Ernannt wurden: der Amtsgerichtsrat bei dem Amtsgericht Gießen Friz Neuroth unter Belassung in sei ner Stelle als Amisrichter zugleich zum Landgerichtsrat bei dem Landgericht der Provinz Oberhessen; der Amtsgerichtsrat bei dem Amtsgericht Offenbach Dr. Wilhelm Wodaege zum Amis­gerichtsrat bei dem Amtsgericht Gießen; der Dirigent Dr. phil. Stefan Temesvary in Frankfurt a. M. mit Wirkung vom 1. April 1927 an zum Universitäts- Musikdirektor an der Lan­desuniversität.

W

Jahresfeier der Landesuniversität. In der Aula des Vor­lejungsgebäudes beging die Landesuniversität in Anwesenheit der Vertreter der Regierung, der Spitzen der Behörden und ge­ladener Gäste ihr Jahresfest. Reftor Prof. Dr. Zwid gab einen Rüdblid auf das abgelaufene Jahr, dankte der hessischen Regier ung und der Stadtverwaltung für ihre Unterstügungen und gab der Hoffnung Ausdruck, daß die Reichsregierung der bedrängten Wissenschaft nach wie vor die nötige Sorgfalt und Pflege ange deihen lassen möge.

* zu überplanmäßigen Studienräten ernannt wurden die Durch Gaben nicht erstrebt, noch durch Verdienst erzwungen, Sei's Freundschaft, sei's die Lieb', sei's ewig himmlisch Leben,- Nur als Geschenk und Gab', aus Gnaden wird's gegeben!" Sch.

Der Aemterjäger.

* Eine edle Spende. Die hiesige Tuchhandlung Treff& Co. hat anläßlich ihres 100jährigen Geschäftsjubiläums dem Städti­schen Wohlfahrtsamt in Gießen zwei große Ballen Butskinstoff für die Bekleidung armer Waisenkinder der Stadt Gießen zur Verfügung gestellt.

Aufwertung

der alten Spareinlagen bei der Bezirkssparkasse Gießen.

18%

Im Einverständnis mit dem Herrn Minister des Innern( s. dessen Bekanntmachung Die Aufwertung der Sparguthaben der Bezirkssparkasse Gießen betr. v. 4. 5. 27") erfolgt bei der unterzeichneten Sparkasse die Auswertung der Spareinlagen mit 18 Prozent des Goldmarkwertes derselben.

Auf den Inhalt der genannten Bekanntmachung im Reg. Bl. Nr. 8, Seite 91, wird besonders hinge= wiesen.

Die Umstellung der alten Sparkonten hat stattge­funden und können nunmehr auch die Sparbücher zweds Umstellung und Eintrags des Goldmark- und Aufwertungsbetrages vorgelegt werden.

Die deutschen Kongregationalisten in Amerika, die hinsicht lich ihrer independentistischen Gemeindeverfassung unsern evange lischen Gemeinden nahe stehen, geben neuerdings ein politisches Wochenblatt heraus, in großzügiger, echt amerikanischer Auf­machung. Das ist keine üble Jdee, denn auf diese Weise soll der ungute Einfluß der Tagespresse auf Denken und Urteilen der fongregationalistischen Gemeindemitglieder unterbunden werden, und eine Wochenzeitung ist geradezu eine Wohltat für den ab= gehetzten. nervösen Menschen von heute. Wenn wir eine solche Zeitung in Deutschland hästen, die von unparteifischer Warte CLS wöchentlich einmal das Welt 1citcerte un glojiierte, so wellten wir gern auf alle anderen Zeitangen verzichten. Die erste Nummer dieses Blattes, betitelt Die weite Welt", mit einer Familienbeilage Feierabend", bringt in konzentrischer Form die Ereignisse der vergangenen Woche, immer noch früh genug, um darüber den Kopf schütteln zu können, und doch schon so weit abgefühlt, um sich nicht mehr darüber aufregen zu müssen. Die Familienbeilage ist ein echt amerikanisches Warenlager des Gemüts und des Wissens, Albert Knapp, Schopenhauer, The­odor Storm und Lessing, Gottfried Keller und Gustav Freytag, alle sind durcheinander geschüttetlt. Eine halbe Seite Rätsel ist ausreichend, die Nußknader der Farmer für eine Woche zu be­schäftigen. Dazwischen sind in homöopathischer Dosis auch politi­sche Verständigkeiten verzapft, und ein Stüd davon, betitelt: ,, Der Aemterjäger", mag hier Platz finden, weil hierin der gute Abraham Lincoln auch für deutsche Verhältnisse vorbildlich sein fann. Also: Eine Geschichte, zu Nutz und Frommen der neuen Aemterjäger wiedererzählt:

Um unnötiges Warten der Spargläubiger zu ver­meiden, empfiehlt es sich, die Sparbücher möglichst in nachstehender Reihenfolge vorzulegen und zwar für Spargläubiger, deren Namen beginnen mit den Buch­staben:

,, Guten Morgen, lieber alter Kerl!" Mit diesen Worten trat eines Morgens ein hochaufgeschossener Illinoiser Hoosier in Abraham Lincolns Zimmer und reichte dem Präsidenten fordial die Hand. Sie kennen mich doch noch? Ich war auch dabei,

A bis E in der Zeit vom 18. Juli bis 23. Juli 1927 F bis J in der Zeit vom 25. Juli bis 30. Juli 1927 K bis N in der Zeit vom 1. Awg. bis 6. Aug. 1927 O bis R in der Zeit vom 8. Aug. bis 13. Aug. 1927 S bis U in der Zeit vom 15. Aug. bis 20. Aug. 1927 V bis 3 in der Zeit vom 22. Aug. bis 27. Aug. 1927

Da nach der obigen Bekanntmachung des Herrn Ministers des Innern nach dem 14. Juni 1922 ausge­zahlte Sparguthaben auch der Aufwertung unterliegen, fönnen in den oben angegebenen Zeiten die für der­artige Sparguthaben auszustellenden neuen Spar­Bücher ebenfalls in Empfang genommen werden. Wir bemerken aber ausdrücklich, daß die oben angegebenen Termine keine Ausschlußfristen sind, daß irgendwelche Verluste aus der Nichtvorlage der Bücher nicht ent­stehen. Vorlage und Abholung der Bücher kann auch gelegentlich nach diesen Terminen erfolgen.

Gießen, den 1. Juli 1927.

Der Vorstand der Bezirkssparkasse Gießen.

3acheis.

als Sie Kalamazoo eine Stumprede hielten". ,, Ah, ja, nun wie geht's, Mr. Smith?" ,, Well, Smith heiße ich nicht, mein Name ist Ebenezer Dob­beljuh Quibbs."

,, Well, Mr. Quibbs, was fann ich für Sie tun?"

,, Nun, alter Junge, ich höre, Sie wollen eine Aenderung in Ihrem Kabinett vornehmen; fönnen Sie mir nicht eine Minister­stelle geben?"

,, Tut mir leid, Mr. Quibbs, aber ich habe nicht die Absicht, mein Kabinet zu wechseln."

,, So? Well, ist feine Oberrichter- Stelle vakant?" ,, Auch nicht."

,, Nun denn, so geben Sie mir irgend einen Gesandschafts­posten; mir ist es ganz egal, welchen Paris, London, ich bin nicht so partikulär".

,, Mr. Quibbs, Gie fommen zu spät, alles besetzt." ,, Aber gute Kollektor- Stellen haben Sie noch vorrätig?" ,, Auch nicht; die Nachfrage war sehr groß."

,, So, so! Auch das nicht, das ist mir gar nicht lieb, Mr. Präsident; aber Sie wissen doch, daß ich in unserem County viel für Sie getan habe. Well, wenn es nicht anders sein kann, nehme ich auch mit einer Postmeister- Stelle vorlieb; was haben Sie noch frei? Chikago? Springfield? Quincy? Ich bin ein bescheidener Mann, große Ansprüche mache ich nicht."

,, Das ist sehr hübsch von Ihnen, Mr. Quibbs, aber trotzdem habe ich auch keine Postmeister- Stelle für Sie."

,, Was auch keine Postmeister- Stelle? Das ist aber doch sehr sonderbar, Mr. Präsident; ich bin doch extra hierher gereist. Gie wissen doch, was ich für Sie getan habe. Was können Sie denn überhaupt für mich tun?"

,, Well, Mr. Quibbs, ich habe in meinem Schranke noch eine alte Hose hängen, die können Sie haben."

Mr. Quibbs sieht sich den Präsidenten genau an und sagt dann: ,, Nun, ich denke, daß sie mir passen wird; geben Sie sie her!" Mr. Quibbs bekam die Hose, und wenn unser jetziger Prä­fident Coolidge flug ist, sollte er sich auch einige alte Hosen und Röde anschaffen."