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M. 14.

Gießener Zeitung

und der Frühling in seinem Einzug in werden können, so unmöglich fann ein ejunde Kräfte in sich birgt, ohne Willen Menschenhand vernichtet werden. Die ir nicht untergehen, daß wir leben müf Revolution, trotzdem man fast alle Berte jeln an unseren Händen rühren sich Mil zeugen neue deutsche Werte. Den Tob und neues Leben haben sie entfacht. allmählich zieht auch in deutschen Lan er ein. Und er wird in den Wurzeln der neues Leben weden und neue Säfte und treiben und dann werden sie wieder in

nd, das dich geboren,

als Heimat liebst,

Dir erst verloren,

s verloren gibst!-

Waldfried.

Dr. Carl Busch freigesprochen!

31. Mai 1923, wurde der erste Richter nberg( Oberhessen) Herr Oberamtsti ngeblicher Rechtsbeugung zu einem Jahr

Dr. Pusch, ein sehr ideal veranlagter em Prozeß zu Ortenberg zwischen zwei ewollt und zum Vergleich geraten, dabei gegeben. Dieserhalb tam Dr. Busch, in freundeter Seite, selbst auf die Anklage an dessen Schuld seine Freunde und Be auf dem Gebiete der Boltsbildung mit ihm atten, nie geglaubt, war immer von seiner Ein Jdealist wie Dr. Pusch, der uneigen

' s Wohl des Volkes mit tätig ist, fant

ht ein Unrecht nicht begehen. Oberamis ein Jahr in Buzbach verbüßt, sich also nich arter Glaube, daß ihm doch einmal not , hat ihn aufrecht erhalten. Bor etwa treffende Prozeß neu aufgenommen wor der Strafkammer am Oberlandesgericht Wiederaufnahmeverfahren ist nun am

Dr. Karl Pusch ist vollständig freige en fallen der Staatskasse zur Last und ird für verbüßte Strafe entsprechender außerdem ist Dr. Pusch in die vollen srichters wieder eingesetzt und das seif cht mehr ausgezahlte Gehalt erhält er

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ersand von Vollrath Wasmuth

Hamburg, Amolposthof.

Erscheint: Samstags.

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( Neueste Nachrichten)

Bezugspreis 40 Big. monatlich frei ins Haus. - Für Aufbewahrung oder Rüd Redaktionsschluß früh 8 Uhr. lendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert.

40. Jahrg

Die Arbeitslosigkeit 1926.

Im Jahre 1926 waren bei den Arbeitsnachweisen als arbeitssuchende Personen gemeldet( jeweils am Schluß des Monats) in Millionen:

Januar 2,195 Min.

Februar 2,549

Juli 2,251 Mill. august 2,147

"

März

2,520

"

April

373

Mai

2,447

2,337

September 2, 00 Oftober 1,919 November 2,007" Dezember 2400

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T

Juni Danach hätte also der mittlere Stand der Arbeits­losigkeit im vergangenen Jahre ungefähr 2,28 Millio­nen betragen. Wenn man, der Aussage führender Wirt­schaftler folgend, eine Zahl von 250-300 000 Arbeits­lofen als Normalistand ansehen kann, so ergibt sich, daß wir infolge der Veränderung der Wirtschaftsstruktur ein Arbeitslosenheer haben, das um zwei Millionen zu groß ist. Dr. Heichen knüpft in einem Aufsatz der Presse an diese Tatsache folgende Berechnung, die in ihren Einzelheiten gewiß anfechtbar ist, aber immer­hin einen Eindrud gibt, in wie startem Maße die gegenwärtige Massenarbeitslosigkeit die Volkswirt­schaft belastet. Legt man 300 Arbeitstage im Jahre zugrunde, so haben die Arbeitslosen 600 Millionen Arbeitstage nicht geleistet, was einem Erzeugnisausfall im Werte von etwa 2,4 Milliarden Mart gleichkommt. Wenn man im Anschluß an die Denkschriften des Reichsverbandes der deutschen Industrie und des Allg. D. Gewerkschaftsbundes ein jährliches Volkseintom­men von rund 50 Millarden annimmt, so ergibt sich eine Vorbelastung des Volkseintommens von 5 Prozent pro Jahr, gewiß ein sehr beträchtlicher Ausfall. diesem Zusammenhang weist Dr. Heichen auch mit Recht darauf hin, daß die Wirkungen der vielerörterten Rationalisierug der Industrie vom Standpunkt des volkswirtschaftlichen Gesamtnuzzens aus betrachtet, feineswegs eindeutig erscheinen.

In

Was die Wirtschaft und was die Produktion auf dem Unkostenkonto durch erfolgreiche Rationali: sierung gewonnen hat, das ist durchaus kein Gewinn, der ihr hundertprozentig zugute kommt, sondern die­ser Gewinn geht zum Teil wenigstens wieder auf dem Steuerkonto verloren. Denn die Kosten für die Unterhaltung eines ungeheuer großen Arbeitslosen­heeres, das zum Teil ein Produkt eben dieser Ratio­nalisierung ist, müssen vom Fistus, d. h. vom Steuer­zabler, auf ebracht werden."

Allerdings läßt sich die finanzielle Gesamtbelastung nicht genau erfassen.

Drud. Verlag und Expedition: Gießen, Südanlage 21 Fernsprecher Nr. 1362 Postschecktonto Nr. 8437 Amt Frankfurt a. M.

Samstag, den 9 Aprit 1927.

deutschen Kultursprache und Eigenheit. Eine der Hauptauf. ta draußen heranwachsende Geschlecht nicht mehr deutsch spricht,

gaben ist dabei die Sorge für deutsche Schulen, denn wenn das

wird es für unser Volkstum sicher verloren sein.

( Gießener Tageblatt)

Anzeigenpreise: die 30mm breite Petitzeile auswärts 24 Pfg. lokal 12 Pig, die 90mm breite Reflame- Petitzeile 96 Pfg. Platz vorschriften ohne Verbindlichkeit. Bei Wiederholungen Rabatt. für Bollklischee- Anzeigen außerdem besondere Ermäßigung.

Auch in Hessen besteht ein solcher V. D. A., weitverzweigt in den Städten und Städtchen, namentlich in treuer Arbeit geför­Aber zu dert durch unsere Jugend an höheren Volksschulen. jeder Arbeit gehören Mittel, und um diese in höherem Maße aufzubringen, plant die Leitung des Verein eine großzügige Werbewoche im Monat Mai. Eine Woche lang soll versucht werden, weiteste Bolfskreise für den V. D. A.- Gedanken zu ge winnen, zu begeistern und dazu zu bringen, ein Scherflein zu dieser wichtigen Arbeit beizusteuern. Die Verschiedensten Ver anstaltungen werden hierfür von den Arbeitsausschüssen an den einzelnen Orten vorbereitet. Wir werden demnächst näher hier­über berichten. Heute wollen wir nur noch hinweisen auf den soeben zur Veröffentlichung gelangten Aufruf, den die führen­den Persönlichkeiten unseres Hessenlandes hinausgehen lassen an alle, die willens sind, mit dem V. D. A. auf gemeinsamer Bajis zu wahrhaft nationaler Arbeit sich zusammenzufinden. Daß der D. V. A. wie taum ein anderer Verein geeignet ist, die auseinanderstrebenden Kräfte unseres Volkes zusammen zuführen, über alles Tiennende hinweg, beweist die Zusammen­setzung des Ehrenausschusses, der diesen Aufruf unterzeichnet hat. An der Spitze finden wir den Staatspräsidenten Ulrich, daneben die Minister von Brentano, Henrich, Raab. Die verschiedenen firchlichen Bekenntnisse sind in gleicher Weise vertreten: neben dem Prälaten der evangelischen Landeskirche, Dr. Diehl, lesen wir die Namen des Bischofs der Diözese Mainz, Dr. Hugo, und des Oberrabiners Dr. Jtaliener. Der Präsident des hessischen Landtags, Bürgermeister Adelurg: Mainz, fehlt hier auch nicht Die Führer jön- tlicher Parteien von rechts nach links haben ihren Namen unter den Aufruf gesetzt. Wir finden die Namen der Abgeordneten v. Helmolt, Prof. Dr. Werner, Dingelden, Oberschulrat Hoffmann, Reftor Reiber und Kaul. Die Tatsache. daß unsere Jugend in vorderster Linie mitarbeitet in der V. D. A.- Sache, erhellt daraus, daß wir neben den Vorständen aller Lehrervereine aus das Landesamt für das Bildungswesen vertreten finden, Ministerialdirektor Urstadt, Staatsrat Blod,

Die preußische Gewerbeertragssteuererklärung vom 11. bis 30. April 1927. Durch einen Erlaß der beteiligten preußischen Ministerien vom 16. März 1926 wird, wie der Hansa- Bund für Gewerbe, Handel und Industrie mitteilt, angeordnet, daß die Gewerbe­ertragssteuererklärung für das Jahr 1927 in der Zeit vom 11. bis 30. April 1927 abzugeben ist. Der Hansa- Bund hat für die Abgabe dieser Steuererklärung ein besonderes Merkblatt mit den wichtigsten Bestimmmungen zusammengestellt. Es ist bei der Hauptgeschäftsstelle des Hansa- Bundes, Berlin NW. 7 Dorotheenstraße 36, erhältlich.

24 000 Metallarbeiter ausgesperrt. Donnerstag früh sind in der Metallindustrie Niederschlesiens 24 000 Metallarbeiter ausgesperrt worden. Die Betriebe werden zu dieser Maßnahme veranlaßt, weil die Teilstreiks in verschie denen Betrieben, die am 1. April ohne Rücksicht auf das schwe= bende Schiedsverfahren ausgebrochen sind, nicht eingestellt wurden.

Vor 100 Jahren und heute.

Nach Feststellungen des Reichsernährungsministers wohnten vor etwa 100 Jahren noch rund 90 Prozent aller Deutschen in eigenen Häusern und nur 10 Pro­zent in fremden zur Miete. Heute ist das Verhältnis genau umgekehrt.

Werbewoche

des Vereins für das Deutschtum im Ausland.

Nr. 15.

Die hessischen Kreis- und Provinzial- Umlagen mit 5 bis 6 Millionen Mark find neue Steuerlaften, die 1914 nicht vorhanden waren.

Das hessische Gesetz vom 28. März 1924 über die Kreis­und Provinzialumlagen wird im Darmstädter Tagblatt" Nr. 35 vom 6. Februar ds. Js. als ein Grundstein für die ganze Verwaltungsreform, auch was die finanzielle Entlastung der Gemeindevoranschläge betreffe, bezeichnet. Dieser Grundstein ist weder Verwaltungsreform noch Geschäftsvereinfachung, son­dern Bürokratie schlimmster Art, denn die hessischen Steuer­zahler werden auf die umständlichste Art gegenüber 1914 mit ungefähr 5-6 Millionen Kreis- und Provinzialumlagen( als neue Steuer) belastet. Diese Summe ist es wert, daß darüber geschrieben und gesprochen wird. Diese neue Steuerlast scheint auch von den politischen Parteien zu wenig beachtet worden zu sein. Es ist auch anzunehmen, daß sie die steuerliche Be­lastung des hessischen Volkes in ein anderes, noch ungünstigeres Licht stellt, wenn sie den übrigen Steuerlasten zugezählt wird. Früher wurden die alljährlichen Fehlbeträge der Provinzial tassen auf die Kreiskassen und die Fehlbeträge der Kreiskassen auf die Gemeindekassen im Verhältnis der Steuergrundzahlen umgelegt, was sehr einfach war, zudem keine Schwierigkeiten und keine nennenswerte Kosten verursacht hat. Die Gemeinde­voranschläge oder anders ausgedrückt, die Gemeindekassen, sind durch die besondere Ausschlagung der Kreis- und Provinzial­umlagen auf die Steuerzahler entlastet worden. Das Schlimm ste bei dieser steuerlichen Aenderung ist aber, daß die Gemeinde umlagen nicht entsprechend der Entlastung der Gemeindevoran schläge von den Kreis und Provinzialumlagen gesenkt worden sind. Manche Gemeinden, besonders solche mit beträchtlichem Vermögen, wären ganz gut in der Lage, die Kreisumlage zu tragen. Die Veranlagung, Einziehung und Verrechnung der besonderen Kreis- und Provinzialumlagen in Höhe von 5 bis 6 Millionen Mark wird schätzungsweise einen Betrag von etwa 400 000 Rmt. tosten, der, wenn man wieder zum früheren Um­legungsverfahren zurückkehrte, gespart werden könnte, was im merhin für die Steuerzahler eine Erleichterung bedeutete und für das fleine Land Hessen zu beachten und auszunützen sein müßte.

Oberschulrat Jung und Schulrat Hafsinger. Die Vorsitzenden der Jugendverbände fehlen natürlich ebenso wenig, wie die jenigen der Vereinigung, die für die Volkswohlfahrt im weite sten Sinne sorgen: Rotes Kreuz, Gustav- Adolf- Verein, Caritas Verbände, die Universität und die Technische Hochschule sind durch ihre Rektoren vertreten, die Studentenschaft durch ihren Kreisleiter. Aber nicht nur die Jugend soll mitarbeiten, nein, alle Bürger will die Werbewoche erfassen und so gehören selbst­verständlich auch die berufsständigen Vereinigungen und ihre Borstände zu dem Ehrenausschuß, die Industriellenvereinigung, Handels, Landwirtschafts- und Handwerkskammern, sowie die freien Gewerkschaften und die für die Aufklärungsarbeit un­entbehrliche Presse. Die Reihe der führenden Persönlichkeit wird geschlossen durch die Namen der Provinzialdirektoren. Kreisdirektoren und der Oberbürgermeister. Hoffen wir, daß es den Kräften, die in einmütiger Arbeit am Werke sind, ge­lingt, gute und erfolgreiche Arbeit für die schöne Sache zu leisten. Die Namen des Ehrenausschusses werden sicher dazu beitragen, ihr neue Freunde und Gönner zu gewinnen. Ueber die spätere Ausgestaltung der Werbewoche werden wir unsere Leser auf dem Laufenden halten. Dr. Gög.

In einer Zeit, in der wir überall im deutschen Volke Spal­tung und Zerrissenheit nach Parteien und Bekenntnissen, nach Stämmen und Ständen, nach Bewohnern von Stadt und Land mit tiefem Schmerz sehen müssen, verdienen alle Gemeinschaften und Vereinigungen, die auf dem Boden der Volksgemeinschaft arbeiten, reichste Unterstützung durch jeden wirklich vaterländisch gesinnten Bürger. Nur auf diesem Wege können wir dem manchmal schier unerreichbar dünkenden Ziele der wahren Volksgemeinschaft näher kommen.

Zu den Vereinen, die auf diesem neutralen Boden arbeiten für die Gemeinschaft gehört auch der Berein für das Deutsch­tum im Ausland, furz V. D. A. genannt. Er hat sich die Auf gabe gestellt, den vielen Millionen Deutschen, die nicht oder nicht mehr das Glüd haben, im großen deutschen Vaterland zu leben, zu helfen bei der oft schwer bedrohten Erhaltung ihrer

Wochenrückblick

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In China ist die Lage wieder sehr gespannt. Die Kantonesen legen in Schanghai in unmittelbarer Nähe der europäischen Konzessionen Schützengräben an, ein bedenkliches Zeichen. Zahlreiche Fremde verlassen nun das Innere des Landes, da für das Leben der Auslän­der keine Garantie gegeben werden kann. Die Kanto­nesen setzen ihren Vormarsch in der Richtung auf Peking fort. Sie müssen in kürzester Zeit auf die Befehlsbe­reiche anderer Generale stoßen, deren Stellung bis jetzt untlar ist. Der Konflikt Jugoslawien- Italien hat im­mer noch keine Lösung gefunden. Während Jtalien be­hauptet, Jugoslawien würde an der albanischen Grenze rüsten, behauptet dieses Land, Italien unterstütze Al­banien mit Waffen und Instruktionsoffizieren. Die Großmächte haben trotz aller diplomatischen Kniffe noch feinen Ausweg entdeckt. Italien empfängt in diesen Tagen den Besuch des ungarischen Ministerpräsidenten Graf Bethlen, der die Donau- und Adriafrage aufrol len wird. Ungarn wünscht einen Zugang zum Meer. Man darf auf das Verhalten Italiens gespannt sein.

In Marotto ist anscheinend ein Nachfolger Abdel Krims erstanden, der zunächst den Spaniern schwer zu schaffen macht. Grökere spanische Abteilungen sollen aufgerieben worden sein. Selbstredend dringen nur notdürftige Nachrichten durch, die auch noch durch die spanische Zensur gehen. Mit Frankreich gelangte ein Handelsabkommen zum Abschluß, das unserem Win­zerstand schweren Nachteil bringt. Die Deutsche Rolfspartei hielt ihre fünfte allgemeine Kulturtagung. Sie hat sich dabei entschieden gegen ein Konkordat aus­gesprochen. Erfreulicherweise! Prof. Wenk- Minden prägte das Schlagwort: Das beite Konkordat ist kein Kontordat. Hoffentlich kommt diese Einsicht auch noch bei anderen schwankenden Parteien.

Vor dem Kriege hatte jede Kreis oder Provinzialkasse einen mittleren Beamten als Rechner. Hilfskräfte waren faſt leine vorhanden. Heute beschäftigen diese Kassen einen ganzen Stab von Personal. Ebenso ist es bei den Kreis- und Pro vinzialverwaltungen. Beim Umlegungsverfahren der Kreis­und Provinzialumlagen fönnte ein großer Teil des vorhande nen Personals gespart werden. Weiter würden sich auch die Bürokosten wesentlich vermindern. Die viel gerühmte deutsche Gründlichkeit ist in den Büros meist weiter nichts, als büro­tratische Umständlichkeit. Umständlicher wie die Veranlagung, Einziehung und Verrechnung der Kreis- und Provinzialum lagen geschieht, fann es wohl nicht gemacht werden. In den Gemeindeumlagen- Hebregistern sind die Kreis- und Provinzial. umlagen besonders auszurechnen, bei der Zahlung werden fie besonders gebucht, die Erlässe besonders ausgerechnet und ver rechnet, in den Mahnbefehlen und Mahnzetteln besonders ange= führt, die uneinbringlichen Kosten besonders verrechnet, all­monatlich sind Abrechnungen für die Kreis und Provinzial fassen zu fertigen usw. Die Gemeindekassen erhalten eine Heb­gebühr von 3 Prozent aus den vereinnahmten Beträgen, wo­mit die tatsächlichen Kosten aber nicht gededt werden.

In Preußen und anderen Ländern haben die Kreise und Provinzen fein eignes Steuerrecht. Die alljährlichen Fehl­beträge der kommunalen Kreis und Provinzialtassen werden auch heute noch im Wege des Umlegungsverfahrens auf Kreis­und Gemeindekassen gedeckt. Was dort heute noch gut ist, fann in dem viel kleineren Land Hessen nicht schlecht sein. Bei dem Umlegungsverfahren in Preußen haben die Gemeindevertreter in den Kreistagen und Provinziallandtagen ein großes Inter­esse an der finanziellen Gestaltung der fommunalen Kreis- und Provinzialkaffen, was sich vorteilhaft für die Steuerzahler aus: wirkt. Bei dem eigenen Steuerrecht ist dieses Interesse nicht so vor­handen und der mancherorts vorhandenen Ausbreitungs- und Vergrößerungssucht wird gar fein Widerstand entgegengesetzt. Es werden immer neue Aufgaben in Bearbeitung genommen, die Geld tosten. Man vergißt ganz mit der Höhe der gesamten Steuerlast zu rechnen, sondern man rechnet nur noch mit dem Ausschlagsfag und um wieviel dieser erhöht werden muß An eine Verminderung der Steuerlast denkt man schon gar nicht mehr. Die Wohlfahrtspflege ist das beste Ausbreitungsgebiet und die beste Begründung für neue Beamtenstellen und Berio­nalvermehrung. Hier ist ein Apparat errichtet, der überorgani­siert und abbaufähig ist.

Die hessischen Kreis- und Provinzialtassen müßten heute unbedingt bei den Reichssteuerzuweisungen( Kraftfahrzeug, Einkommen, Körperschafts- und Umsatzsteuer) mit dem Um­legungsverfahren auskommen fönnen, denn vor dem Kriege gab es folche Einnahmeposten auch nicht. Wenn die Gemeindekassen angewiesen werden, die umgelegten Beträge vierteljährlich an die Kreistasse abzuführen und die Befolgung dieser Anweisung überwacht wird, dann genügt das Umlegungsverfahren zur Dedung der alljährlichen Fehlbeträge der Kreis- und Provin­zialtassen.

Sollten jedoch Regierung und Landtag nicht auf das Um­legungsverfahren zurüdkehren wollen, dann fann aber eine ganz wesentliche Vereinfachung in der Veranlagung, Einziehung und