Sonnabend, den 5. Februar 1927.
sei es für Wechsel, welche ihnen die Reichsbank seit Juli ds. 3s. zu 6 Prozent distontiert. Und dann stelle man fest, was diese Institute fordern. Wo tann man Geld bekommen unter 10 Prozent? Und wo bleibt der Zwischengewinn von vollen 4 Prozent?
Der Reichsbankdistontsag war im Jahre 1926 wie folgt festgesetzt: Ab 12. 1. 8 Prozent, ab 27. 3. 7 Brozent, ab 7. 6. 6 Prozent, ab 6. 7. bis Schluß 6 Prozent. Die obenerwähnte Darlehenstajje wird den Zinssatz im Jahre 1926 vermutlich auf 11 bis 12 Prozent festiegen. Also verteuert sich zwischen der allen guten Geldanstalten offenstehenden Geldquelle und dem Empfänger das Geld um teilweise 50 bis 100 Prozent. Dieser Zwi schengewinn verbleibt natürlich nur zum fleinsten Teil bei der Darlehenstasje. Zum größeren Teil fließt er in die Tasche der Zwischenglieder in der Kette von dem Zentralinstitut zum Kreditnehmer. Und diese Zwischen händler leisten dafür nichts als eine Unterschrift! Warum müssen denn die in Jahrzehnten angesammelten, freilich in der Inflation vernichteten Rüdlagen dieser Kassen im Lauf von ein paar Jahren auf die alte Höhe gebracht werden? Warum will man so schnell wieder reich werden? Was sich dort rasch anjammelt, muß sich der Landwirt am notwendigsten Lebensbedarf absparen. Die Kassen wollen rasch wieder hoch tommen, aber diese Gewaltfur zapft dem Landwirt, wie übrigens auch den anderen Ständen, das Blut ab. Die Kassen sind die Verwalter der meist flüssigen, öffentlichen Gel der und deshalb doppelt verpflichtet, gemeinnützig und gemeinsinnig zu wirtschaften. Wer schiebt hier Riegel por? Wer hat ein Auge auf die Zinsipannen der Kaj sen und Banten? Jst nicht bei diesen Umständen die Geldwirtschaft ,, reif" zur Verstaatlichung?
Wie aber fann die Preisfrage gelöst, wie die ,, Preisschere" geschlossen werden? Durch Zölle?
Alle Volkswirtschaftler von Bedeutung sind sich darüber einig, daß Getreide- und Viehzölle, wie auch andere Zölle, auf die Dauer fein wirtsames Mittel zur Hebung der Erzeugung sind, da sie wie ein fünstliches Belebungsmittel wirken, dessen anfeuernder und belebender Wirkung die Erschlaffung auf dem Fuße folgt. Nur sogenannte Kampfzölle zur Beeinflussung der Zoll gesetzgebung der Nachbarländer hält man noch für be: rechtigt und zweckmäßig. Auch Professor Dr. Areboe, früher Direktor der landwirtschaftlichen Hochschule in Hohenheim, einer der bedeutendsten Köpfe der Agrarwissenschaft, lehnt aus diesen Gründen die Zölle ab, da nur der freie Wettbewerb auf die Dauer die Erzeugung hebe. Es ist zuzugeben, daß solche Einwände in normalen Zeiten und unter normalen Bedingungen ihre Berechtigung haben. In Zeiten besonderer Not sind aber rasche Maßnahmen nötig. Dabei unterliegt die deutsche Landwirtschaft stets ungünstigeren Erzeugungsbedingungen als ihre ausländischen Konkurrenten, besonders in Amerika. Sie fann überdies ihre Erzeugnisse nur einmal im Jahr umsetzen, während die Industrie in dieser Beziehung unbegrenzte Möglichkeiten hat. Es ist ein Unding, Industriezölle zu bewilligen und der Landwirtschaft, welche die Industrieerzeugnisse taufen muß, solche zu versagen. Führende Bauern in Süddeutschland haben es offen ausgesprochen, daß sie bereit wären, auf Getreidezölle zu verzichten, wenn auch die Industriezölle wegfallen würden. Nachdem diese aber bewilligt waren, hätte es den Ruin der Landwirtschaft bedeutet, wenn man sie ohne Zollschutz gelas jen hätte.
Durch den Zoll wird der Preis des täglichen Brotes bestimmt, darüber sind wir uns klar. Wir sind durch aus keine unbedingten Anhänger des Schutzzolles, umso mehr aber ist uns deutlich, daß der übrigens sehr mäßige Zollschutz der Landwirtschaft für diese zur Zeit Lebensnotwendigkeit ist.
Die Industrieprodukte sind im letzten Jahre unter dem Druck der Wirtschaftskrisis und der Kreditnot wesentlich zurückgegangen. Was vor allem noch zu teuer für den Bauern ist, ist der Kunstdünger. Wir vermissen eine stärkere Aufsicht des Staates über die Preisgebarung der Dünger- Syndikate. Man sollte vor Eingriffen hier nicht zurückschreden!
Gustav Adolf und unsere Zeit.
Zeitgemäße Betrachtungen
zu Friedrich Bartels' Gustav Adolf- Drama.
Schluß.
Das sind bittere Worte, die unser heutiges Geschlecht noch weit vernichtender treffen als die deutschen Zeitgenossen des gro ßen Schweden, der ein so warmes Herz für Deutschland besaß, daß
er sein Leben dafür in die Schanze schlug:
Ja, Mann, mein Herz blidt unverwandt
hinüber insschwedische Heimatland;
doch sage, du deutscher Erde Entsproß'ner,
ja sage, wer dient ihr unverdroẞ'ner
von der Windel bis zum Totenhemde,
als ich, ihr Kind aus der schwedischen Fremde!
O Deutschland, Deutschland, vor deinem Namen
wir voller Ehrfurcht herüber tamen,
doch war dein Name nicht eitel Wind,
so war er das Erbe edler Väter,
das die Söhne vergeuden, denn diese sind herzlose Schleicher, dumme Verräter! Vernichtender hat nie ein Dichter über die Deutschen Gericht gehalten als Friedrich Bartels in seinem Gustav Adolf- Drama, aber fein ehrlicher Deutscher wird ihre Wahrheit bestreiten wol len, und uns fönnen heute nur noch die bittersten Wahrheiten helfen. Sehr beherzigenswert für alle sogenannten Aufge= klärten und Freidenker", die sich flüger dünken als andere Menschen, sind auch die Worte:
"
Gießener Zeitung"
Aber die Hauptaufgabe, das Hauptproblem der Landwirtschaft ist die Hebung, Steigerung und Verbil ligung der Erzeugung. Sie ist nur möglich, wenn auch der fleinste Bauer so fortschrittlich wirtschaftet wie nur irgend möglich. Hier kann dem Bauern niemand helfen. Die Hauptleistung muß er selbst vollbringen. Wenn er sich in dieser Beziehung nicht wehrt und nicht der Zeit anpaẞt, geht er zu Grunde. Auch der fürsorg: liche Staat tann ihn nicht retten, wenn er in seiner Betriebsführung nicht auf der Höhe der Zeit bleibt. Neben der verfeinerten Düngertechnik muß er durch neue Maschinen u. Geräte, Saatgutnormisierung( es gibt heute in Deutschland, wenn wir recht unterrichtet sind, zirka 2000 verschiedene Kartoffel- und Getreidesorten) und ähnliche Maßnahmen, eine Leistungssteigerung bewirfen. Nur eine solche wird ihm auf die Dauer seinen Lebensunterhalt sichern.
Dazu ist mehr als bisher genossenschaftlicher Zujammenschluß der Bauern zu gemeinsamem Bezug von Maschinen, Saatgut, Krediten und zu gemeinſamem Abjazz der Erzeugnisse notwendig. Dabei werden kleinere örtliche Zusammenschlüsse häufig ebenso wertvoll sein wie große Organisationen, denen gegenüber der Bauer etwas mißtrauisch geworden ist, weil er gar manchmal nicht sehr genossenschaftlich behandelt worden ist.
Der Bauer muß im übrigen aus seiner geistigen Schwerfälligkeit herauskommen. Die Hebung seiner wirtschaftlichen Lage setzt die geistige Hebung des ganzen Standes voraus. Die landwirtschaftlichen Winter schulen haben hier ein überreiches Feld für ihre Betätigung. Ganz besonders begrüßen wir die Arbeit der Bauernhochschule in Sulz a. N. Vielleicht tönnte mit Staatsunterstützung an begabte und bedürftige BauernSöhne ihre Aufgabe wirksam unterstützt werden. Auch die politischen Vertretungen der Bauern haben sich um die Hebung ihres Standes große Verdienste erworben. Zum Beispiel hat der württembergische Bauern- und Weingärtnerbund auf diesem Gebiet ganz hervorragen des geleistet. Ist dies durchaus anzuerkennen und zu schätzen, so können wir doch häufig mit der sonstigen Haltung eines Teils der Führung des Bauernbundes nicht einig gehen. Darüber vielleicht ein andermal. P. B.
Lokales.
Keine Zeit...
Man hat vieles nicht. Man muß manchen Pflod zurüc steden. Man muß sich mit dem, was notgedrungen nun einmal so und nicht anders ist, irgendwie abfinden. Wobei sich die Menschen natürlich sehr verschieden gebärden, also mit mehr oder weniger Grazie. Am häufigsten und gleichsam am selbstverständlichsten entbehrt man die Zeit. Fast automatisch,
-
fast sprichwörtlich, fast schicksalsnotwendig kommt täglich die Redewendung:„ Ich habe leine Zeit!" Fast ganz gedankenlos wird es oft gesagt, und man hetzt weiter. Manchmal aber wird diese tägliche Hetze und Unruhe doch als etwas recht Dummes und Schlimmes empfunden. Es macht so nervös. Und eines Tages greift man sich an den Kopf und gesteht es sich, daß man an der richtigen Lebenskunst und Glüdsmöglichkeit so recht gründlich vorbeigejagt ist.
-
Einer unserer Modernsten hat es einmal ganz nett in Verse gebracht, wie Mann und Weib schaffen, verdienen und so weit zufrieden sein könnten, aber es fehlt ihnen zur rechten Frei heit und Freudigkeit noch eine Kleinigkeit, manchmal tönnte, müßte, würde man schon etwas mehr Zeit ,, nur Zeit". Doch haben, wenn man nur wollte. Es muß doch schließlich nicht jener Zersplitterungsgeist sein, der einen mit einigen Dutzend Vereinen, Sigungen, sogenannten Ehrenämtern, gesellschaftlichen Verpflichtungen, persönlichen Stedenpferden usw. be lastet, worüber dann 3. B. die Familie zu kurz kommt und auch der eigne innerst persönliche Mensch. Wenn eine Mutter für ihre Kinder ,, keine Zeit" hat, wohl aber für Vereins- Vorstandstätigkeit und an sich vielleicht sehr schöne Gemeinnützigkeit ganze Tage und Abende immer bereit hat, oder wenn sich besagte Mutter gar durch bloßen Geselligkeitstrubel immer und immer wieder vom Hause fernhalten läßt, dann ist das ein Jam
mer und Unfug. Im übrigen ist es merkwürdig, wie man auf einmal Zeit hat, wenn es eben sein muß. Ein solider Zahn schmerz, und alles andere ist Nebensache und bleibt liegen,
Niemand steht über den Parteien
der Glaubensarten als Gott allein
Und so auch hat mich der Herr aller Welt,
ohne mich zu fragen, hineingestellt
in meine und keine andre Partei,
auf daß sie meine Werkstatt sei,
und ich halte den letzten Tropfen Blut,
ihr die Treue zu halten, nicht für zu gut.
Fürwiß, daß du vertrauen könntest
und dem Herrn aller Welt die Herrschaft gönntest!.
Doch immer wähnt er, Gott gleich zu sein, erhaben über den Parteien;
doch nicht darüber, darunter steht er,
in Herrsch und Habsucht ein ew'ger Verräter.
Er trennt, was sonst verträgt sich gut,
er mischt, was Gott geschieden;
Krieg führt er ohne Opfermut, Unfriede im Herzen, schließt er Frieden.
Ganz erschütternd aber ist, was der greise Schütte, Gustav Adolfs Jugenderzieher, der seinen geliebten König nach Schwe den zurückholen will, um ihn vor dem Verderben in Deutschland zu bewahren, mit Bezug auf das deutsche Volk und die deutschen Verhältnisse flagt:
Den Lügner selbst hast du gehört! Dies Bolt, es ist nicht rettenswert! Ich sah deine Deutschen splitternadt, und Grauen hat mir die Seele gepadt! Deutsches Leid ist deutscher Streit, und deutscher Streit ist deutscher Reid!
Str. 6.
denn man muß ja einfach zum Zahnarzt. Und noch etwas Merkwürdiges und zugleich Alltägliches: Man hat feine Zeit, einen lieben Menschen zu besuchen, denn da tommt immer etwas dazwischen, Berufliches, Geschäftliches, Häusliches usw. Aber wenn er tot ist und begraben wird, da kommt man eilends auch von weither, da hat man Zeit, aber der liebe Tote hat Ja, es ist eine seltsame Sache mit dem Keine Zeit"-haben.
nichts davon
* Uebergang von der Grundschule in die höhere Schule. Die normale Dauer der Grundschule beträgt 4 Jahre. Doch fönnen Schüler und Schülerinnen, deren geistige und körperliche Betanlagung und deren Schulleistungen erwarten laffen, daß sie ohne Ueberspannung ihrer Kräfte im Unterricht der Sexta mit guten Schülern, die den vierjährigen Grundschullehrgang durch. laufen haben, auf die Dauer Schritt halten tönnen, schon nach dem 3. Grundschuljahr in die Serta der höheren Schulen aufgenommen werden. Eltern, die der Ansicht sind, daß ihre Kin der diesen Bedingungen entsprechen, und deshalb von der Möge lichkeit der Abkürzung der Grundschulzeit Gebrauch machen wol len, haben einen entsprechenden Antrag schriftlich oder mündlich beim Rettor der Grundschule zu stellen. Es empfiehlt R dringend, diese Anträge schon in den nächsten Tagen einzureichen. Kreis oder Stadt- schulamt entscheidet spätestens bis zum 1. März über die Anträge. I Lohnsteuer. Das Reichsfinanzministerium weist auf fol gendes bin: Arbeitnehmer, die wegen Verdienstausfalls oder wegen besonderer wirtschaftlicher Verhältnisse einen Antrag auf Erstattung von Lohnsteuer stellen tönnen, müssen dies bis zum 31. März 1927 bei dem Finanzamt, in dessen Bezirk sie am 31. Dezember 1926 ihren Wohnsitz gehabt haben, tun. Frift versäumnis hat Ablehnung des Erstattungsantrags zur Folge. Ein Merkblatt, ebenso Vordrucke zu Erstattungsanträgen, ist bei den Finazämtern unentgeltlich erhältlich.
* Ausgabe von Heimsparbüchsen bei der hiesigen Bezirks sparkasse. In der Erkenntnis, daß Sparen not tut und daß auch schon von der Jugend in Kleinsten Pfennigbeträgen ge spart werden muß, hat die Bezirkssparkasse Gießen ihre frühere Einrichtung, die Ausgabe von Heimsparbüchsen" von neuem wieder eingeführt. Die Heimsparbüchsen" sollen den Sparfinn unter den Kindern fördern und diese veranlassen, kleine Geld beträge, welche sie als Geschenk erhalten, nicht zu Näschereien usw. zu verwenden, sondern zu sparen. Die Heimsparkasetten tönnen nur bei der Sparkasse entleert werden. Die so gespar ten Gelder werden einem Sparbuch gutgeschrieben. Näheres ist an den Kaffenschaltern der Bezirkssparkasse Gießen zu erfahren. ( Siehe auch heutige Anzeige.)
Silfe in jeglicher Not. Das Deutsche Rote Kreuz legt so eben feinen neuen Jahresbericht vor. In dem neuen Jahres bericht reden die Zahlen eine nicht zu überhörende Sprache. Auf 7200 Zweigvereinen in allen Teilen des Reiches erhebt sich der Bau des Deutschen Roten Kreuzes. 1 125 000 Mitglieder gehören diesen Vereinen an. Auf 1000 Einwohner fommen in Deutschland 18 Mitglieder. Es unterhält 304 Anstalten mit 16 000 Krankenbetten und 3563 Pflegekräften. Es unterhält ferner 556 Krippen, Kindergärten, Horte usw. mit 26 825 Plät zen und 1112 Pflegekräften. Die Zahl der Rotkreuzschwestern beträgt 7211. Jn 2167 Sonitätskolonnen vereinigen sich rund 84 000 Sanitätsmänner; sie und ihre Einrichtungen sind im Berichtsjahre 448 824 mal in Anspruch genommen worden.
* Amtsgericht. Im Wege der Zwangsversteigerung sollen am Mittwoch, den 16. März ds. Js., nachmittags 3.30 Uhr, Grundstücke des in Alten- Bused ansässigen August Hof und Frau Dersteigert werden. Personen, die ein der Versteigerung ent gegenstehendes Recht haben, werden aufgefordert, dies geltend zu machen.
Hessische Lutherstiftung Gießen. Aus dieser Stiftung find an bedürftige Studierende der Theologie Stipendien zu vergeben. Näheres durch Herrn Geh.- Rat D. D. Krüger.
Bersonalien. Der Studienreferendar Dr. Hugo Stog
zu Gießen wurde zum Studienassessor ernannt.
* Luftpostpakete. Vom 1. Februar an werden für Luftpoft pakete neben den gewöhnlichen Gebühren folgende ermäßigte Luftpostzuschläge erhoben: Nach dem Inlande, Danzig u. Defter reich für Pakete bis 1 Kilogramm 1,60 R.-Mt., darüber für je des angefangene% Kilogramm 40 Pfg.
** Wiedereröffnung von Biehmärkten in Hessen. Nachdem die Maul- und Klauenseuche start im Abflauen begriffen ist, wird der Viehmarkt in Alsfeld am 7. Februar wieder eröffnet werden.
Neid ist am Werk hier, wie immer verkleidet, und jetzt wird in Glaubensgewändern geneidet!
Es gedeiht hier fein Herzog, tein Kurfürst, fein Kaiser,
tein Heiliger, fein Künstler, fein Weiser;
der Miggunst Meute ihn niederhält,
und wenn sie selbst vergebens bellt,
so ruft sie den fremden Beißer hinzu,
und solch ein Helfer bist jetzt du!
Du bist und bleibst der Schwede,
wie du dich auch mengst in die Reidesfehde, bis dich verschluckt der trüg'rische Grund
Der Dichter läßt sein Drama mit dem Triumph Gustav Adolf's nach dem Siege bei Breitenfeld enden. Ein zweiter Teil ,, Gustav Adolfs Tod" soll noch folgen. Wir dürfen gespannt sein, was er uns in diesem zweiten Teil noch zu sagen haben wird. Aber schon dieser erste Teil als erschütternde Predigt allerbitterster Wahrheiten, die die tiefsten Tiefen deutschen We jens berühren, ragt hoch über alle Gustav Adolf- Dramen empor. Wenn wir die flammende Zorn- und Bußpredigt dieses Werkes in rechtem Geiste aufnehmen und damit eine flare und umfas sende Selbsterkenntnis gewinnen, so dürfte der Weg beschritten sein, auch endlich zur Selbstüberwindung, zur Befiegung und Ausrottung uralter deutscher Schwächen und verhängnisvollster Fehler, zur endlichen Einheit und Harmonie mit Gott zu ge langen.
-
Das Wert, das bei Theodor Weicher erschienen ist, gehört in jedes deutsch- evangelische Haus. Gustav Hildebrant,
Sonnabend, ben 5. Februar 192
+ Reue Kraftpoftlinie in Oberheffe Wunsch der abseits der Eisenbahn lieger meinden zwischen Alsfeld und Ulrichstein Jung. Am 10. Februar wird die Kraftpoft burg- Hopfgarten- Renzenooti- Un Badenrod- Storndorf- Meiches-- F heim Wrighstein in Betrieb genomme
*
Oberhessischer Geschichtsverein. Am den 7. Februar, abends 8.15 Uhr, finde Hala ein Vortrag des Herrn Oberstudiendi Dagent Dr. Barges über„ Die Kolonisatio landes" statt.
Geflügels und Bogelzuchtverein für G a B. 1897. Heute abend 8 Uhr im Pfäl jammlung.
*
t
Festgenommen wurden zwei Manns wegen Sittlichkeitsverbrechen, begangen 14 Jahren. Es handelt sich hier um zw gänge.
* Diebstähle. Am 27. Januar 1927, ab 7 Uhr, wurden durch Einschleichen eines Di effe eines Geschäfts in der Neustadt 8 bis wendet. In den letzten Tagen wurden a Keller eines Wirles und Meggermeisters ca. 20 Literflaschen Weißwein, sowie einig wein, darunter Bonekamp, Kirschwasser, Marte entwendet.
* Fahrraddiebstähle. In letzter Zeit w räder entwendet: Gin Herrenfahrrad, Mark Nr. unbekannt, schw. Rahmen, gelbe Felgen Marke Vittoria, Halbrenner, Modell 1, sch
-
Felgen. Sichergestellt wurden ein 5 Görite, Nr. 625 415, und ein Damenfahrr Nr. 43718. Die rechtmäßigen Eigentümer mit der Kriminalpolizei Gießen ins Benef
gegen
Bor Antaus gestohlener Sachen wi Sachdienliche Mitteilungen, welche zur Au stählen dienlich sind, nimmt die Kriminal
Aus Rab und
Lollar. Die älteste Vereinsfahne Selfe Kriegerverein ,, Ludwig zur Treue". Gi Jahre 1742. Der Verein selbst besteht über älteste Kriegerverein des Hessenlandes.
Laubach. Auf den letzten Holzversteig um 1 bis 1% R.-Mt. für den Raummete toftete der Raummeter Buchenscheit im 11.- R.- Mart
Ridda. Der Amtstag des Kreisam Monat Februar findet am zweiten Freitag Bürgermeisterei Nidda statt.
Bad Nauheim. Vom 27. bis 30. Apr der 2. ärztliche Kongreß für Psychotherapie der hervorragendsten Führer dieses wisser Den Borsitz führt Geheimrat Sommer- Gi
Bad Nauheim. Bor etwa 10 Jahrer Gg. Langsdorff, hier, durch einen Nerven loren. In der Nacht vom Samstag zum einen quälenden Traum, er geriet in hö einen Schrei aus, siehe da, der Mann ha gefunden.
Friedberg. Zwischen Friedberg und S stadt ist von privater Geite eine neue 2 ben gerufen worden.
Büdingen. Regierungsaffessor Koeh Jahre beim hiesigen Kreisamt war, w Gießen versetzt. Der endgültige Nachfol Gießen verfekten Regierungsrats Wolf is Dom Kreisamt Schotten.
Büdingen, 3. Febr. Heute beging nahme der dahier im Ruhestand lebende Boldmar feinen 75. Geburtstag. Er ist storbenen bekannten Komponisten und als Prof. der Mufit am Geminar zu Hor Auf dem Gebiet des Tierschuhes nimmt T führende Stelle ein.
Darmstadt. Am 5. Februar begeht d Richard Hoelscher, von Land und Leut
60. Geburtstag in ungebrochener Kraft Gemälde zeigen alle die solide Technik persönlichkeit.
Oppenheim. Nachdem in Zeitungen abfigtigt lei, den Kreis Oppenheim auf deren hessischen Kreisen zu verschmelzen, Jammlung mit der Angelegenheit befaßt schließung gefaßt, in der gesagt wird, da ung sich mit allen Mitteln zu wehren be lung des Landkreises zu verhindern.
Mainz. In diesem Jahre wird zun der Borkriegszeit ein Rosenmontagszug finden. Zwar ist es nicht gestattet, öffer dagegen werden um so schönere Kostüme Rofenmontagszug, der bekanntlich am T
am 28. Februar, stattfindet, werden tein net man doch mit etwa 100 000 R.- Marf Zuges.
Darmstadt. Aus der soeben veröf evangelischen Landestirche Hessens dürft befonderem Interesse sein: Die Zahl der ( 1. Oftertag, 12. Gonntag nach Trin., Kitchenbesucher beträgt im ganzen 10 41502 Kinder. Den höchsten Kirchenbesud für die fünf größten hessischen Städte erge


