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Sonnabend, den 2. Juli 1927.

ein Steinfurth bei Bad Nauheim am 10. und 11. Juli eine große Rosenausstellung. Es ist möglich, etwa 20 000 Rosen der verschiedensten Sorten und Arten zu zeigen. Die Rosenschau soll nicht nur dem Fachmann einen Ueberblid über die in Steinfurth herangezogenen Rosen geben, sondern auch dem Liebhaber zeigen, daß ihm noch sehr viele schöne Sorten in seinem Garten fehlen.

Bad Nauheim. Die Ballei Oberhessen des Jungdeutschen Ordens hielt am letzten Samstag in der hiesigen Turnhalle bei vollem Saal eine öffentliche Kundgebung ab. Bruder Komtur Schmidt von der Ballei Oberhessen, Bruder Komtur Lohmeyer von der Ballei Marburg und Bruder Wichert, che­maliger Komtur von Oberhessen und jetziger stellvertretender Komtur der Ballei Westmart aus Köln legten unter lebhaftem Beifall der Anwesenden Zeugnis ab nom tiefen Sinn des jung­deutschen Brudergebantens, von der deutschen Boltsgemeinschaft und dem Kampf, den es gift, um alle Kreise unseres Boltes erst einmal nur mit dem Gebanten der gegenseitigen Achtung zu erfüllen. Jungdeutsche Grüße von der wiederbefreiten Gaar brachte eine Bannerabordnung aus Saarbrüden, und ein deutscher Pfarrer brachte Grüße von unseren deutschen Lands­leuten aus Brasilien. Am Sonntag Bormittag fanden von eini­gen hundert Brüdern Sportwettkämpfe auf der Seewiese in Friedberg statt. Nach dem feierlichen Feldgottesdienst bewegte fich eine lange Kolonne jungdeutscher Kämpfer, voran die wehenden Kreuzesbanner, durch die Straßen Friedbergs, um nach dem Durchmarsch durch Bad Nauheim sich aufzulösen.

Lauterbach. Jm Veitsbergsteinbruch tat der Betriebsdirek tor Ruschte aus Frantjurt einen Fehltritt bei der Besich tigung des Erweiterungsneubaues und stürzte von einer hohen Mauer. Man brachte den Schwerverletzten ins hiesige Kran­fenhaus, wo er seinen Verlegungen erlag.

Hungen. Die im Jahre 1839 gegründete Spar- und Leih­tasse Hungen, das bedeutsamste Geldinstitut der nördlichen Wetterau, hielt ihre diesjährige Generalversammlung ab. Wie dem Geschäftsbericht des Borstandes zu entnehmen war, hat sich der gesamte Geschäftsbetrieb im letzten Jahr weiterhin gut ent­widelt. Erzielt wurde ein Gesamtumsatz von über 3,5 Millio nen Reichsmart. Es fonnte eine Dividende von 15 Prozent zur Ausschüttung fommen.

Mainz. Schon vor einiger Zeit gingen Mitteilungen durch die Presse, daß die Stadtverordnetenversammlung zu Mainz beschlossen habe, sämtlichen Stadtverordneten eine monatliche Aufwandsentschädigung von 30 M zu gewähren, und daß dieser Beschluß vom Kreisamt Mainz als ungesetzlich beanstandet wor den sei. Nach einem fürzlich veröffentlichten Zeitungsbericht hat der Provinzialausschuß der Provinz Rheinhessen als Ver­waltungsgericht 1. Instanz den von dem Kreisamt eingenom­menen Standpunkt nicht geteilt und den von der Stadtverord­netenversammlung befaßten Beschluß urteilsgemäß gebilligt. Nun hören wir, daß der Provinzialdirektor der Provinz Rhein­hessen gegen das Urteil im öffentlichen Interesse das Rechts­mittel der Berufung verfolgt. Die hier in einem Einzelfall zu entscheidende Frage berührt sämtliche Stadt- und Gemeinde­vertretungen Hessens gleichermaßen. Der Verwaltungsgerichts­hof in Darmstadt wird also in Bälde eine Entscheidung zu tref= sen haben, die die strittige Frage grundsätzlich und mit Wir­fung für ganz Hessen löst.

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Gießener Zeitung"

Nieder- Ingelheim.( 80. Geburtstag.) Am 3. Juli feiert Altbürgermeister Baul Christian Saalwächter in voller geifti­ger und förperlicher Frische seinen 80. Geburtstag. Er war ein hervorragender Bürgermeister der Gemeinde bis zum Jahre 1912. Ebenso gehörte er lange der Landwirtschaftskammer und dem Kreisausschusse an. Sein landwirtschaftlicher Betrieb, insbesondere seine Weinberge, gelten als Musterbetrieb. Er war von Jugend an ein Anhänger der freifinnigen Politik und ist der Demokratischen Partei, deren Ehrenvorsitzender er in der Provinz Rheinhessen ist, stets ein treuer Mitarbeiter gewesen. Sein Ehrentag findet weit über die Gemeinde hinaus Teil­nahme.

Weglar. Die hier bestehende, hauptsächlich von Kreisen des gewerblichen Mittelstandes getragene Boltsbant hat durch un­gebührlich hohe, einseitige Kreditgewährung des geschäftsführen den Borstandsmitgliedes erhebliche Berlufte erlitten. In einer fünfstündigen Generalversammlung erklärte das geschäftsfüh­rende Vorstandsmitglied seinen endgültigen Verzicht auf sein bisheriges Amt. Die oft sehr erregte Debatte gipfelte in schar fen Angriffen auf die Geschäftsführung. Die Bilanz 1926 wurde mit dem ausdrüdlichen Vorbehalt genehmigt und die Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat mit der Einschrän tung erteilt, daß mit der Genehmigung die eventuell noch fest zustellende sonstige Verantwortlichkeit von Vorstand und Auf­fichtsrat für die entstandenen Verluste unberührt bleibt.

Frankfurt a. M. Die Anmeldungen für die Frankfurter Herbstmesse aus Einkäufer und Ausstellungskreisen lassen die erfreuliche Tatsache tonstatieren, daß der Ausländerzuftrom hierfür sich erheblich erhöhen wird. Die Frankfurter Herbst­messe findet vom 18.- 21. September statt und ist verbunden mit der großen Sonderausstellung Blumen und Früchte" in der Festhalle.

Jostein im Taunus. Hier findet der 8. nassauische Bauern­tag am 16., 17. und 18. Juli 1927 statt. Die Vorbereitungen in dem alten malerischen Taunusstädtchen nehmen einen guten Fortgang. Die Anmeldungen sind zahlreich eingelaufen. Große Sorgfalt wird auch dem Festzuge am Sonntag, den 17. Juli, zu­gewendet.

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Die Bedeutung des Schwimmens als Gesundheitsfördernder Sport wird von Jahr zu Jahr mehr anerkannt. Einen beden­tungsvollen Schritt in dieser Richtung hat wenn auch vielleicht nicht als Erste die Breslauer Schulverwaltung getan, indem sie angeordnet hat, daft Ostern ds. Js. an die Zensuren der Bres lauer Volksschüler einen Zeugnis- Vermerk über die Beteiligung am Schwimmunterricht enthalten, sowie eine Anmerkung da rüber, ob der Schüler sich freigeschwommen hat oder nicht.

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der alten Spareinlagen bei der Bezirkssparkasse Gießen. 18%

Im Einverständnis mit dem Herrn Minister des Innern( f. dessen Bekanntmachung Die Aufwertung der Sparguthaben der Bezirkssparkasse Gießen betr. v. 4. 5. 27") erfolgt bei der unterzeichneten Sparkasse die Aufwertung der Spareinlagen mit 18 Prozent des Goldmartwertes derselben.

Auf den Inhalt der genannten Bekanntmachung im Reg. Bl. Nr. 8, Seite 91, wird besonders hinge wiesen.

Die Umstellung der alten Sparkonten hat stattge­funden und können nunmehr auch die Sparbücher zweds Umstellung und Eintrags des Goldmark- und Aufwertungsbetrages vorgelegt werden.

Um unnötiges Warten der Spargläubiger zu ver­meiden, empfiehlt es sich, die Sparbücher möglichst in nachstehender Reihenfolge vorzulegen und zwar für Spargläubiger, deren Namen beginnen mit den Buch­staben:

A bis E in der Zeit vom 18. Juli bis 23. Juli 1927 bis 3 in der Zeit vom 25. Juli bis 30. Juli 1927 K bis N in der Zeit vom 1. Aug. bis 6. Aug. 1927 O bis R in der Zeit vom 8. Aug. 6 bis U in der Zeit vom 15. Aug. bis 20. Aug. 1927 V bis 3 in der Zeit vom 22. Aug. bis 27. Aug. 1927

bis 13. Aug. 1927

Da nach der obigen Bekanntmachung des Herrn Ministers des Innern nach dem 14. Juni 1922 ausge zahlte Sparguthaben auch der Aufwertung unterliegen, fönnen in den oben angegebenen Zeiten die für der­artige Sparguthaben auszustellenden neuen Spar­Bücher ebenfalls in Empfang genommen werden. Wir bemerken aber ausdrücklich, daß die oben angegebenen Termine keine Ausschlußfristen sind, daß irgendwelche Verluste aus der Nichtvorlage der Bücher nicht ent­stehen. Vorlage und Abholung der Bücher kann auch gelegentlich nach diesen Terminen erfolgen.

Gießen, den 1. Juli 1927.

Der Vorstand der Bezirkssparkasse Gießen.

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Die Weltarbeitslosigkeit Die Gesamtziffer der Erwerbslosen d hägungsweise in den Industriestaaten mart etwa 9 bis 11 Millionen betrager schnitt entfallen auf Grund der zurzei Unterlagen an sichtbaren Erwerbslosen Deutschland

England( einschl. Nordirland) Rußland Volen

Vereinigte Staaten von Amerika Defterceid

Jtalien

Tichechoslowakei

Dänemark Ungarn

Schweden Niederlande Belgien

Schweiz( Stellungiuchende durch. schnittl.ch im Monat Frankreich( amtlich etwa 27 000) schätzungsweise Lettland Estland Finnland

Die wirkliche Arbeitslosigkeit ist w die sichtbare. Hinter den sichtbaren Erw die ungeheure Zahl derjenigen, welche Arbeitslosigkeit trifft, die sich darstellt a gestrekte Arbeit, verschämte Erwerbslosig Die wirtschaftliche Lage des deutschen im Monat Juni 1927. Bom Reichsverband des deutschen Handwe hrieben:

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Für den Monat Juni läßt sich wohl überm die bereits im Vormonat gemeldete Besseru lichen Lage im Handwerk sich in einer Anzahl halten können und zum Teil langsam vorwä seits berichtet auch eine große Anzahl von S daß die gesamte Lage des Handwerks in ihre befriedigend zu bezeichnen ist, da gewisse 3 Höhepunkt der Saison in der ersten Hälfte de ein merkliches Abflauen der Tätigkeit feststel wird beherrscht durch die verhältnismäßig im Baugewerbe, das im großen und ganz Lediglich die Handwerkskammer Berlin ber viel zu späten Verteilung der Hauszinsste tigkeit im Bauhauptgewerbe stark gehem hierunter auch die Baunebengewerbe zu le Handwerken, bei denen ein Einfluß des A Frage kommt, war die Beschäftigung unein ten war im Bekleidungsgewerbe der Auftr tenteils zufriedenstellend, wenn auch das Geschäft, namentlich in Betrieben mit Ve beeinträchtigt hat. In der zweiten Hälft dann eine stark rüdläufige Bewegung. De zeigen auch einzelne holzverarbeitende G bung der Kammer Nürnberg ist ein starker den Gewerbezweigen festzustellen, die in s Industrie abhängen. Die Verminderung und die damit verbundene Steigerung der ferung hat nur in geringem Maße zu ei frage geführt, da ein wesentlicher Teil de dafür gebraucht wird, Abzahlungsverpflich

Die Landbezirke berichten weiterhin ü gang. Hier ist es den Handwerkern nu gegenwärtige Notlage zu überstehen, daß trieben meist noch im Besitz eines kleinen Landwirtschaft sind, durch die sie sich ihrer Maffen.

Bon weittragender Bedeutung für Handwerks werden die Auswirkungen der berordnung bezeichnet. Es ist eine starke E

en Bestimmungen festzustellen, weil durch si die bis jetzt noch feine Tarifverträge hatte metben. Die Mißstimmung richtet sich vor a undenzuschläge, die zum Teil eine für das bate Belastung bilden.

Ein besonderes Merkmal für die Lage ist auch die sich stark bemerkbar machende Erhöhung des Reichsbankdiskonts macht si zum Teil in einer starken Erschwerung der merkbar. Der Wechsel spielt daher wieder

Rolle. Eine ganze Anzahl Handwerker sin lauf nur mit Wechseln zu bezahlen, währen ungen find, ihren Kunden lange Abza währen. Wenn auch der Zahlungseingang

ler geworden ist, so bleibt diese Besserung hinter dem wünschenswerten Umfang zurüd lichen Gebieten ist infolge der Verluste d Schweinemait der Zahlungsverkehr schlecht.

Der Arbeitsmarkt hat sich erheblich geb