Einzelbild herunterladen

Nr. 14.

tr. 14.

selbst in der Klasse der Reichen mit tommen, welche, absolut gesprochen, das

Sonnabend, den 2. April 1927.

im Verhältnis zu ihrem Einkommen, reifache an Einkommensteuern zu zahlen ärfften gestiegen find die Grund: und n fich bekanntlich die fistalische Staats: es Privateigentums am Hausbesig zum Gewerbe- und Bertfehrssteuern sind im tsteueraufkommen ziemlich unverändert me der Umsatzsteuer, welche allerdings ht fällt, welche sich aber auch in bejon zung auf den Konsum eignet und fast

en Abwälzung gerade gegenüber dem

Sehr start zurüdgegangen ist dagegen Durch Zölle- auf etwa ein Drittel bis und auch der Be

egszeitverhältnisse

-

Verbrauchssteuern ist start zurüdgegan n gleichen Umfange wie bei den Zöllen. gangs des Belastungsanteils durch Zölle widerspricht der herrschenden Auffassung. und Verbrauchssteuern eine stärtere Be tommen herbeigeführt worden sei; dieje urch die höheren Grund- und Gebäude mjazsteuer.

e Zahlen für die Durchschnittsbelastung egeben. Wie stellt sich aber die Belastung rufsstände und Eintommentlassen? Wir er Arbeit in der folgenden Tabelle zus Seziehen sich auf einen verheirateten Ar

dt, soweit wir nicht im Text eine andere

für die Familie angenommene Kinder

n allerdings sehr verschieden gefaßt; fie

er Familie zwei Kinder; aber der ge enter Schlosser- hat acht Kinder, wo­

hre sind; der Villenbefizer, in seinem Desizer, ist finderlos, und die klein­Die Steuerbelastung auf das Gesamt

1913

Proz.

1925 Proz

iter

9,67

25,52

I

10,24

23,69

11,49

26,08( Großstadt)

10,01

24,23

8,05

25,28( Großstadt)

11,83

28,14( Großstadt)

14,18

28,92

1913

1925

15,24

15,00

66,31

16,46

44,33

fizer

fällt der Volksschullehrer aus dem Ge

ihm ist zu berücksichtgen, daß er heute

s vor dem Kriege, so daß gerade bei teuerlichen Belastung nicht ins Gewicht

t dem Gelde

auskommen

ist nicht leicht. Die Hausfrau, welche sich für das leibliche Wohlergehen der ganzen Familie verant auf, Solch nahroafter

wortlich fühlt, tischt Oetker- Pudding

deshalb öfter einen guten

und wohlschmeckender Oetker- Pudding wird von alt und gern gegessen. Die Zubereitung nach beigegebenen As­ungen ist sehr einfach, Infolge des hohen Nährwertes kann Dderer Stelle gespart werden. Versuchen Sie einmal

Dr. Oetker's Gala- Schokoladen- Puddingpulver zu 15 P. Etwas Besseres gibt es nicht. Beliebte Re­zepte für Süß- und Gelee- Speisen sind in dem neuen farb. illustr. Rezeptbuch, Ausg. F, enthalten. das Sie für 15 Pf. in den Geschäften bekommen,

wenn vergr., reg. Ein. Dr. A. Oetker, Bielefeld.

sendg. von Marken von

Ladenverk.- Pr.: Backp., Backin"| St. 10 PL 3 St. 25 Pf., Puddingp. Vanille- Mandel 10P Vanillin- Zucker 5 Pl., Vanille- Soßenpulver

., Gala- Schokoladen- Pudding pulver 15 Pf., Schokoladen se mit gehackten Mandela 25 Pi., Gustin 225 g 35 P

fällt gegenüber der Steigerung seines Einkommens überhaupt. Davon abgesehen ergibt sich aber, daß selbst die geringe Steige­rung der steuerlichen Belastung, wie sie vor dem Krieg bis zur Einkommensgrenze des Regierungsrats bestanden hat, gegen­wärtig nicht mehr vorhanden ist; der ungelernte Arbeiter zahlt einen größeren Teil seines Einkommens an Steuern als der Re­gierungsrat und der Volksschullehrer, und selbst noch einen größeren Teil als der gelernte Schlosser. Auch der Arzt, dessen geringes Einkommen in der Nachkriegszeit besonders betont wird, zahlt immer noch sehr viel mehr als der Regierungsrat und der Volksschullehrer. Ueberhaupt tritt in beiden Zahlenreihen die tatsächliche steuerliche Bevorzugung der im öffentlichen Dienst befindlichen Personen flar hervor. Ferner ist es auffallend, daß der Arzt, dem es gegenwärtig schlecht geht, etwa ebensoviel zahlt wie der Bankdirektor.

Die in den Großstädten lebende Bevölkerung zahlt nach wie vor mehr für die städtische Verwaltung als für das Reich oder als für die Landesverwaltung. Aber das Verhältnis zwischen Reich und Ländern hat sich wesentlich zu Ungunsten der Länder verschoben.

,, Gießener Zeitung"

gen und Anleitungen für die Fahrer und Beobachter durch den Fahrtleiter, Herrn Reg.- Baurat Steinbach, gab der 1. Vor­sitzende den erschienenen Gästen einen furzen Ueberblick über 3wed und Ziele der Fahrt für die Gesamtheit der die Straßen Benutzenden und erläuterte furz die zur Zeit schwebenden Fra gen des Baues von Automobilstraßen und deren Aussichten.

Und nun die allgemeinen Folgerungen, welche die Arbeit zieht. Abgesehen davon, daß die steuerliche Belastung über­haupt viel zu hoch ist, tritt die soziale Unzulänglichkeit der gegenwärtigen Steuerverteilung flar zutage, auch wenn man volles Verständnis dafür hat, daß vom reinen Konsumftand­puntt aus gewisse wirtschaftlich produttive Interessengruppen nicht ganz richtig erfaßt werden können, Soziale ungerechtigkeit liegt nicht nur in der relativ zu hohen Belastung der niederen Einkommen, sondern auch vor allem in der viel zur starten Be­lastung der Familien mit Kindern. Es ist selbstverständlich, daß diese pro Einheit des Einkommens geringer und nicht höher belastet sein sollten als die Ledigen oder die Verheirateteen ohne Kinder. Wie dies zu geschehen hat, ist eine andere Frage. Schließlich betont die Arbeit mit Recht, daß man zu einem ähnlich unbefriedigenden Ergebnis auch offenbar mit einer sehr viel einfacheren Steuergesetzgebung gelangen könne.

rischen Hut zum Weichen bringen soll. ein Lächeln oder Niden den gegnerischen einer Sekunde eher in Bewegung zu Es kommt auch oft so, daß beide hart­seitig anstarren und ohne Gruß mitein gen. Meist beginnt das Gespräch dann ieses ,, Na?" kann gedeutet werden als zuerst grüßen?" oder als Wie gehts?" ch unentschieden. Der wird das nächste en. Da gibt es Menschen, die sich früher

verkehrten jahrelang nur noch in der Grußes. Es ist aber keine lebendige Be­Die jedesmalige Begegnung stellt sie vor r weitermachen?" Und sie machen weiter,

g.

ist der sauer" gewordene Gruß, sauer

B- warten" tann oft inpertinente Formen

Hierauf begann die Fahrt auf 11 Streden strahlenförmig Don Gießen aus auf je etwa 30 Km., worauf nach Einbruch der Dunkelheit die gleiche Strede bei Beleuchtung zurüdgelegt wurde. Die vorläufige Sichtung der Beobachtungen ergab die Zählung von 1058 Fahrzeugen am Tag und zwar von 464 Fuhr werfen, 454 Fahrrädern, 25 Motorrädern, 24 Lastkraftwagen und 96 Personenkraftwagen. Hiervon fuhren auf der falschen Straßenseite: 32 Fuhrwerfe, 28 Fahrräder und ein Personen­fraftwagen; falsch ausgewichen: 1 Fuhrwert und 5 Radfahrer; zu spät ausgewichen: 11 Fuhrwerke und 2 Lastfraftwagen; im Halten die Straße versperrend: 12 Fuhrwerte und 1 Personen­traftwagen. Ohne Beleuchtung fuhren 21 Fuhrwerke und 49 Radfahrer(!). Die Gesamtergebnisse werden noch eingehender bearbeitet und den interessierten Behörden und Stellen zur Verfügung gestellt.

Die vorstehend besprochene Arbeit der beiden Verfasser zeigt mit erschreckender Deutlichkeit, in recht unverhältnismäßig hohem Maße der Hausbesitz( in der Tabelle ist nur der Villen­besitz angeführt, der Maßstab gilt jedoch für den gesamten Haus befizz) in Deutschland belastet ist. Die Belastung übersteigt noch diejenige der Großvermögen befizer um fast genau 50 Prozent. Daß eine solche Belastung auf die Dauer den Hausbesitzerstand finanziell aushöhlen muß, bedarf eines weiteren Beweises nicht. Sollten Regierung und Voltsvertreter nicht zur Einsicht kom­men, so tann eine Katastrophe im Hausbesitz nicht ausbleiben, da unter diesen Umständen nur derjenige noch ein Haus halten kann, der in der Lage ist, aus anderen Mitteln Zuschüsse zu leiften.

Die hierauf folgende Aussprache ergab wertvolle Hinweise auf Ergänzungen und Verbesserungen bei späteren Fahrten und bewies das große Interesse aller Beteiligten an der Aufklä rungsfahrt.

Aufklärungsfahrt des Oberhessischen Automobil­Club E. V., Gießen am 24. März 1927. Wie in früheren Jahren vor dem Krieg, veranstaltete der Oberhessische Automobil- Club am 24. März eine Aufflärungs­hrt unter Beteiligung von 11 Wagen seiner witglieder und insgesamt 50 Teilnehmern. 3wed der Fahrt war einerseits te Beobachtung und Registrierung aller den Straßenverkehr be= treffenden Vorgänge, wie falsches Ausweichen, auf der falschen Seite jahrend, versperrend, schlechte oder fehlende Beleuchtung. sowie Verhalten von Fußgängern, Kindern und Vieh usw. durch je zwei Beobachter in jedem Wagen, und andererseits die Fest stellung des Zustandes der Straßen und ihrer Uebersichtlichkeit, ebenjo Bahnübergänge, ferner des Zustandes oder Fehlens der Orts und Warnungstafeln. Gleichzeitig sollte den geladenen und zahlreich erschienenen Vertretern der Gerichtsbehörden, der Provinzialdirektion und des Kreisamtes, der Gendarmerie und der Polizei, der Stadtverwaltung, der Schulen, des Verkehrs­vereins, der Radfahrerverbände und des Verbandes der ver­einigten Fuhrwerksbejizzer Gelegenheit gegeben werden, sich aus eigener Anschauung ein Bild von den Verkehrsvorgängen auf der Straße zu machen. Nach kurzer Begrüßung im Clubheim durch den 1. Vorsitzenden, Herr Dr. Gg. Gail, und Erklärun

zieren verstanden. Er will immer Feindschaft setzen zwischen Seele und Seele. Unmerklich padt der Feind die Menschen bei ihren schwachen Seiten. Im Gruß bekommen und geben die Menschen dann sich nicht mehr, wie sie vor Gott sind und sein sollen, sondern wie sie der Teufel will. Nicht die Liebe und gegenseitige Achtung haben das Wort dabei, sondern die Ri= valität, die Ansprüche des Jch; seine Eitelkeit und seine Illu­fionen haben auch diese liebliche Beziehung von Mensch zu Mensch vielfach zur Karikatur gemacht. Auch beim Grüßen tommt die ganze Unnatur und Herzensdürre der gottentfremdeten modernen Seele zum Ausdruc.

Für den Christen ist das Grüßen kein Problem. Er muß lachen über die seltsamen Kapriolen, die die Weltmenschen dés Grüßens oder Gegrüßtwerdens wegen machen. Angesichts dieser Torheiten wird er erst recht seiner inneren Unabhänggkeit froh, weil er einer völlig andern Wertbestimmung sich unterworfen weiß, als die ist, welche ein Gruß oder die Form eines Grußes verleihen oder versagen kann. Hans Pförtner.

( Aus dem Evang. Gemeindeblatt f. München Nr. 4.)

Takt.

Eine Schulbubengeschichte.

Es war mittags halb ein Uhr. Der Lattenzaun in der Nähe des Schulhauses hatte große Aehnlichkeit mit einem Telegraphen draht hoch oben in der Luft, auf den sich eine Schar munterer Zwitschervögel gesetzt. Nur daß der Lattenzaun ziemlich nahe der Erde war, und daß darauf lauter muntere Schulbuben saßen. Man hörte gleich, sie hatten etwas Außergewöhnliches zu be= sprechen und tauschten sich ihre gegenseitigen Meinungen ziem= lich vernehmbar aus. Unsere Mutter hat es mir doch selbst erzählt," schrie einer aufgeregt, es ist wirklich wahr, heute tommt er zum erstenmal wieder in die Schule, und er hat ein Stelzbein bekommen, und damit muß er nun, so lang er lebt, herumstelzen. Und ich soll ihm den Apfel geben, damit er sich freut."

Grußdrama fand einmal folgenden Ab­zuerst grüßte, ließ es auf einmal darauf er andere ganz starr und grüßte dann ener Weise, daß sie von da ab sich über­nuten. Ich kannte ein wahres Grußgenie, ozialen Abstufung des Grußes vom un­zum Hutziehen bis zur Erde. Dieser nen unsichtbaren, aber genauen Maßstab ung. War ein ihm Begegnender in eine tommen, hatte er eine Erbschaft gemacht, Ehrung erfahren, so drüdte sich das mathe­Spannweite feines Grußes aus. Aber auch rungen zeigte dieser Seismograph un­Jeute auch der Gruß vielfach entseelt und sagte man, Gott zum Gruß!" oder, Grüß ibt es nicht als diese Begrüßung zwischen nights Herzlicheres. Heute bekommt man Gruß". Mit Heuchelei, Webelnehmerei, nerei, Hoffart und noch vielen anderen

er Art hat der Feind den Gruß zu infi­

..Da tann er ja gewiß nicht mehr mittun beim Ballspie!, wo er sonst der flintste war, wenn er ein Holzbein hat- mich nimmt wunder, wie das aussieht", meinte ein anderer dazwischen.

ARNAUD

Jetzt schlägt's dreizehn!

Die Einführung der 24- Stunden- Zählung.

müssen sich umstellen.

Die Uhrmacher

Mit dem Inkrafttreten des neuen Sommerfahrplanes( am 15. Mai) wird bekanntlich bei der Deutschen Reichsbahn und bei der Post die 24- Stunden- Zählung eingeführt werden, die wir ja teilweise aus anderen Ländern schon kennen. Jm Telegraphen­und Fernsprechbetrieb ist die Einrichtung ja schon seit Herbst 1926 getroffen, ohne daß das Publikum allzu viel davon ge merkt hat. Nunmehr hat die Hauptverwaltung der Reichsbahn verfügt, daß die Zifferblätter der Uhren an den Außenseiten ter Bahnhöfe, in den Bahnhofsvorhallen, in den Wartesälen und auf den Bahnsteigen mit der Stundenziffer 13 bis 24 ver sehen werden sollen, während die Reichspost eine Aenderung ihrer Uhren vorerst noch nicht in Aussicht genommen hat, son­dern lediglich die Briefaufgabestempelung nach und nach ändern will.

Es ist bestimmt mit der Fabrikation neuer Uhren zu rech nen, die nicht das Provisorium des neuen roten Innentranzes tragen, sondern die ein fortlaufendes Ziffernblatt von 1 bis 24 zeigen werden. Das Ziffernblatt wird dann voraussichtlich zur besseren Illustrierung in zwei Farben geteilt sein, die eine Hälfte, die den Tag anzeigt, wird helle, die andere dunklere Tönung erhalten.

Alles hängt vom Tabak ab Güte, Preiswürdigkeit, Bekömmlichkeit, kurzum der Wert der Cigarette fur den Raucher Haben wir also recht wenn wir sagen:

Es liegt am Tabak

Balpaus

Mocca

die besonders gute, daher besonders preiswerte 5 Pfg. Cigarette.

Ja, mich auch ich bleib' hier sitzen, bis er kommt, er tommt gewiß bald!"

und

Ihr seid bloß neugierig!" trähte der langbeinige Dieter, der so freche Augen hatte ,,, so neugierig wie die Weiber den Apfel kannst du mir auch geben, den braucht das ,, Stelzbein" nicht. Er ist ja selber schuld, daß sie ihm das Bein abgenommen haben; warum hängt er sich an den Wagen und fällt so dumm herunter! Ich will ihn einmal fragen, ob er immer noch Luft hat zu Wagenfahrten."

Aber da sprang plöglich einer vom Lattenzaun herunter, ein schlantes, sehniges Bürschlein, und aus den blauen Augen sprühten vernichtende Blizze, und helle Röte schoß ihm ins Ge­sicht bis unter das blonde Kraushaar.

,, Was sagst du, Dieter? Was willst du ihn fragen, Dieter? Ich sag' dir, halt dein ungewaschenes Maul, das sag' ich dir, und sonst...!" Damit fuchtelte er mit seiner sehnigen Faust dem langen Dieter so nahe um die Nase herum, daß der scheu und knurrend zurüdwich. Er kannte diese Fauft, wie sie sie alle tannten er mochte nicht in nähere Berührung damit kommen

,, Hört einmal zu," wandte sich der Blondkopf an die anderen, ,, es bleibt keiner auf dem Lattenzaun, bis der arme Kerl tommt, und wenn einer von euch Ehre und Gefühl im Leibe hat, der schaut ihn nicht besonders an. Wir tun alle so, als ob gar nichts anderes an ihm wäre, und als ob wir das Stelzbein nicht sähen. Und das Ballspiel, wo er immer so gern dabei war, wird vor­läufig nicht mehr gemacht. Keiner schlägt's vor. Sein Unglüd weiß er schon selber gut genug, und wer ihn noch extra mit einem Wort oder Blid daran erinnert, der ist mein Feind! Jetzt geh' ich in die Schule."

Einer nach dem andern sprang nun behend vom Zaun. ,, Er hat ganz recht, tommt!" sagten sie.

,, So'n frecher Lümmel, der Dieter! Es ist wahr, wir müssen dem Karl drüber weg helfen, daß er denkt, es wär' noch alles wie früher."

Ueberdies wollte feiner sich den mutigen Blonden zum Feind machen; denn er war der geschicteste von allen und sonst zu jedem freundlich und gefällig in jeder Weise. Alle mochten

ihn leiden, nur der Dieter nicht, der fürchtete ihn; denn das schlanke Bürschlein hatte Muskeln wie Stahl und tonnte zu Zeiten feinen Spaß vertragen. So'n Großhans!" murrte er hinter dem Blonden drein, hatte aber doch nicht den Mut, sich ihm offen zu widersetzen.

Und dann kam der arme Karl mit dem Stelzbein. Sein Gesicht war durchsichtig blaß und schmal geworden, und die früher so lustigen Augen schlug er scheu und mißtrauisch zu Boden. ,, Tag Karl!" sagte einer nach dem andern nur so im Vorbeigehn, gerade so wie früher. Ein mißtrauischer Blid glitt zu den Kameraden hin, und leise Röte huschte über das melan­te über das cholische Bubengesicht.

,, Weißt du's auch schon," fing nun der blonde Kraustopf in harmlosem Ton ein Gespräch an ,,, daß das lustige schwarze Lies. chen wahrscheinlich blind wird vom Scharlach gelt, schredlich! Es ist das Furchtbarste, was einem paffieren fann, so nie und nie mehr etwas sehen zu können. Du, und jetzt sind wir ans geometrische Zeichnen gekommen, sein, nicht? Könnt' ich's bloß wie du, das war doch immer dein Stedenpferd." So plauderte der Schlanke, und die anderen warfen hie und da ein harmloses Wort dazwischen, bis sie den Karl richtig ins Gespräch gezogen hatten. Immer mehr verloren die traurigen Augen ihren miß trauischen, scheuen Ausdrud. Man sah, das Interesse an den Schuldingen war wieder erwacht und ließ ihn wirklich vergessen, daß es heute ein anderes mit ihm war als vordem. Dann fam auch der Lehrer. Guten Tag, Karl", sagte er gerade so einfach wie vorhin seine Kameraden. Es ist recht, daß du wieder bei uns bist." Nichts war in seinem Ton anders als früher, nur die Hand drüdte er ihm sehr warm und sehr fest und sah ihm einen Augenblid tief und voll Liebe in die Augen. Dann be­obachtete er in den folgenden Stunden scharf die übrigen Mit­schüler, und zuletzt glitt ein warmer Schein und ein zufriedenes Lächeln über seine klaren Züge. Er sah ihnen allen nach, als fie nach Schulschluß sich langsamer und stiller als sonst entfernten, mit dem Karl in der Mitte. Go wild sie sind, sie haben das Taft", Herz am rechten Fled, die Rangen, und sie besitzen sagte der Lehrer leise. Möchte er ihnen erhalten bleiben!"