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der Provinz Oberheñen
Nr. 39.
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Gießener Zeitung
Erscheint: Samstags.
( Neueste Nachrichten)
Bezugspreis 40 Big. monatlich frei ins Haus. Redaktionsschluß früh 8 Uhr. Für Aufbewahrung oder Rüd. Jendung mit verlangter Manuskripte wird nicht garantiert.
bei Klein- Linden
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40. Jahrgang
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Zu Hindenburgs 80. Geburtstag. Es sind die deutschen Eichen stolz und stark Im Waldesdom ein Sinnbild deutscher Treue. Sie ragen aufrecht voller Saft und Mark, Daß sich der Menschen Geist daran erfreue, Und sie befreie, wenn er zaghaft klein Berlor den Glauben an das wahre Sein.
Schießst. b. Grünberg
anschließend Stadtgrenze
Karlsruhe
An der Weidmühle
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bei Garbenteich bei Lich
Du gleichst der Eiche, edler Heldengreis, Denn Deine Kraft ward nimmer je bezwungen, Es grünet Dir des Lorbeers föstlich Reiß Das Dant und Liebe um Dein Haupt geschlungen. Ja Dant und Liebe bist du wahrhaft wert, O, Hindenburg, den alles Volf verehrt!
Du hieltest in dem grauenvollsten Krieg Vom grimmen Feinde frei die deutsche Erde, Errangst so manchen ruhmreich schönen Sieg, Trugft mutig jede Mühe und Beschwerde. Doch als das deutsche Heer zusammenbrach, Du standeft aufrecht noch in Not und Schmach. Da man zum Präsidenten Dich berief, Bergaßest Du so gern des Alters Bürde.
In Deiner Lieb' zum Volt, die groß und tief Rahmst froh Du auf Dich jene hohe Würde. Wer stets gedient dem Vaterland wie Du Go treu, dem jubeln alle Herzen zu.
Ach wer vermöchte zu vergelten Dir, Was Du im höchsten Edelmut gegeben? Nur danken fönnen einzig alle wir.
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Drum lasset uns nach Deinem Vorbild streben Und über allen Hadernacht gebannt, Die Liebe stell'n zum deutschen Vaterland.
Drud. Verlag und Expedition: Siegen, Südanlage 21 Fernsprecher Nr. 1362 Boftshedfonto 97r. 8437 Amt Frankfurt a. M.
Sonnabend, den 1. Oktober 1927
In Einigkeit woll'n schreiten wir durch Not Den Weg, den uns ein Hindenburg gewiesen Und glüht dann der Verheißung Morgenrot, In seinem Zeichen dürfen wir es grüßen. Der höchsten Treue wird der schönste Preis, Gott schütze Dich, Du edler Heldengreis!-
Hindenburg!
( Gießener Tageblatt)
Anzeigenpreise: die 30 mm breite Petitzeile auswärts 24 Pfg. Total 12 fg, die 90 mm breite Reflame- Petitzeile 96 Pig. Play vorschriften ohne Berbindlichkeit. Bei Wiederholungen Rabatt. für Bollklischee- Anzeigen außerdem besondere Ermäßigung.
der Kreuzburg, der alten Rahebrüde und des Rheingrafenstein. Eine tunstvolle Adresse wird das Geschent begleiten.
Bittgesuche und Geburtstagsgeschenke an den Reichspräsidenten.
Nummer 40
Begegnungen mit Hindenburg.
Bon Rolf Brandt.
Das Schidsal eines Journalisten bringt es mit sich, daß er mit vielen Menschen zusammenkommt, die ganz vorn auf der Bühne stehen, auf der die großen Dramen der Völker gespielt werden. Wer Heldenspieler, Politiker, Diplomaten und Volts männer so sehr nahe aus den Kulissen sieht, ist meistens mensch= lich tief enttäuscht. Man kann immer erkennen, wo die große Eitelkeit des Schauspielers beginnt. Es ist tröstlich, zwischen so vielen halben Figuren die Einheit eines Menschen zu sehen, der immer alles um der Sache willen tat, dessen große Kraft aus der wahren Tiefe eines starten und menschlichen Herzens immer strömte und strömt.
Der Strom der Bittgesuche und Geburtstagsgeschente an den Reichspräsidenten ist jetzt schon unübersehbar. Viele glauben allen Ernstes, der Reichspräsident habe eine unbeschränkte Gewalt und vor allen Dingen einen nie leerwerdenden Geld= beutel. Um Geldunterstützung geht es in den meisten Fällen, dreihundert Briefe täglich sind wenig, an besonderen Tagen find es 700 bis 800. Sie enthalten alle nur irgendwie möglichen Wünsche, und meistens ist angegeben, was der Bittsteller wäh rend des Krieges gceist:: hat. Mit wenigen Ausnahmen wer den alle Briefe den zuständigen Ministerien zugeleitet. 150 Briefe und Akten laufen in der letzten Zeit täglich wegen Amnestierungen ein, die meisten von solchen Personen, die noch ihre Strafe abzubüßen haben. Wie mannigfaltig und komisch die Geschenke manchmal sind, die ihm jetzt schon zugeschickt werden, mögen einige Beispiele erläutern. In Bayern ist irgend
Adolf Dreßler, Radolfzell.
Hindenburg- Ehrungen.
Aus der Fülle der Meldungen nehmen wir folgendes: In Chicago 50 000 Dollars für die Hindenburgspende gesammelt. Chicago. In einer von etwa 3000 Deutschamerikanern be suchten Versammlung im Auditoriumtheater wurde für die Hin benburgspende ein Betrag von 50 000 Dollar gesammelt. Der Hauptredner der Versammlung, der frühere Senator James Lewis, führte aus:„ Es gibt kein Land, von dem wir eine To echte Freundschaft erwarten fönnen, wie von Deutschland. Man nehme Deutschland die schwere Bürde der Daweszahlungen und lasse England die deutschen Kolonien zurüdgeben, dann wird Deutschland wieder so blühen wie früher."
bei Nieder- Bessingen anschließend
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Abf. n. Stangenrod
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Hindenburg- Ehrung des Kyffhäuserbundes. An den Ehrungen anläßlich des 80. Geburtstages des Reichspräsidenten von Hindenburg nimmt der Deutsche Reichskrieger bund ,, Kyffhäuser" mit seinen Vereinen und Verbänden teil. und zwar wird er zunächst bei der am 2. Oftober statfindenden Spalierbildung vertreten sein. Am Montag, dem 3. Oktober, veran staltet der Kyffhäuserbund dann im Rahmen des Reichskriegertages eine eigene Huldigungsfeier, die vormittags um 11 Uhr im Stadion stattfinden wird. In einem großen Festzug werden von den Kriegervereinen und verbänden, zum Teil auch von den Regimentsvereinen selbst, Gruppen mit historischen Unifor men gezeigt, und zwar von den Deutschrittern an bis zu den Sturmtrupps von 1918.
bei Nieder- Bessingen
Bahnh. Münzenberg bei Beltershain
Auch die Turner und Sportler wollen nicht zurüdstehen; man meldet uns:
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Generalfeldmarschall o. Hindenburg
Es ist ein kostbarer Besiz meines Lebens, daß mir vergönnt war, Hindenburg, den Generalfeldmarschall und Präsiden ten des Deutschen Reiches. in vielen entscheidenden Stunden seines Lebens nah zu sehen. Zum ersten Male- ich habe das in meinem Buche ,, So sieht die Weltgeschichte aus..."*) CI zählt- am Abend des Tages, da der Sieg von Tannenberg entschieden war.
Die fleine Stadt Osterode in Ostpreußen war festlich erleuchtet. In den wenigen Wohnungen, die von ihren Besitzern nicht verlassen waren, und in den anderen, die ihre Herren eben zurückkommen sahen, brannten die Stearinkerzen hinter den Fenstern zu sechsen und achten. Der hübsche, nur halbleer Marktplatz bekam einen helfen Schein. Die Leute, die über das helle Viered gingen, in dessen Mitte deutsche Munitions wagen in Reihen aufgefahren waern, machten die gleichen ern ften Gesichter, wie am Tage vorher, da die Riesenwirbel der Schlacht durch die Luft dröhnten.
Durch das gelbe Licht geht eine massige Gestalt. Als sie sich dem kleinen Hotel nähert, in dem ich am Fenster sitze, sieht man ein benig von dem Rot der Generalsaufschläge leuchten. Der General nimmt an einem fleinen Tisch am Fenster Play, der Wirt tritt herzu, und der hohe Offizier bestellt zwei Schnitzel für sich und seinen Begleiter. Ein Zivilist schlägt Lärm bei dem Wirt, daß der Tisch am Fenster" das Essen schneller bekomme als er, der schon so lange warte. Der General sieht sich einen Augenblick um; in den graubraunen Augen ist Ernst und Beluftigung seltsam gemischt.„ Es ist der neue Oberkommandierende, der eben die große Schlacht gewonnen hat, Hindenburg", jagt der Wirt begütigend zu dem Zivilisten.
Das Licht von der Straße fällt über die große, mächtige Erscheinung, die im Schattenspiel der Kerzen noch riesiger wirkt. Die Ruhe auf dem Gesicht ist fast steinern. Ein Adjutant bringt eine Karte, auf der die andere Schlacht von Tannenberg, die Schlacht, die der deutsche Ritterorden Anno 1410 gegen die Bolen verloren hat, dargestellt ist. Hindenburg sieht schweigsam auf den Marktplatz, auf dem die Munitionswagen in der sin tenden Nacht goldene Lichtränder bekommen. Er schreibt mit turzem Taschentopierschrift eine Depesche:... Eure Majestät gehorsamst bitten, die Schlacht nach dem Orte Tannenberg nennen zu dürfen.
In derselben Stunde flog der Name Hindenburg" schon durch Deutschland, hinaus in die ganze Welt und über das große Wasser.
3wei Tage später war Hochamt in Grieslienen. Alle zu rüdkehrenden Bauern und ihre Frauen waren in der Kirche, die Tür stand auf, und der Klang der auffallend schönen Orgel rauschte hinaus aus der Pfeilerfühle auf den sonnigen Kirch hof. Der war Kampfplay gewesen. Preußische Tornister und russische Brotbeutel lagen durcheinander; sehr viele deutsche Helme. In der Mitte war ein Soldatengrab, man hatte Aftern und Herbstblumen auf die tahle Erde gepflanzt und das Kreuz sehr sorgfältig behauen. Ein Auto hielt. Der General stieg aus. Mit einer Stille und Einfachheit, die nichts von Pose wußte, nahm Hindenburg den Helr ab. Ein Mensch, nichts weiter. Als der Gottesdienst zu Ende war, tamen die Bauern langsam vorbei, sie grüßten die frischen Gräber. Ihre Augen blieben lange und schwer an dem großen, ernsten Blid Hinden burgs hängen. Der Orgelflang flutete in vollen Schlußaffor den über die Hügel, über die zerschossenen Mauern und über das verbrannte Gesträuch. Wer die Stunde erlebt hatte, wußte, warum Hindenburg so vollstümlich in Deutschland war.
ein Preislegeln. Einer gewinnt 300 M und ein Bild des Reichspräsidenten. Boll Dankbarkeit erinnert er sich des 2. Oftobers, fauft 30 Zigarren zu 30 Pig. das Stüd und schidt fie jetzt dem Reichspräsidenten, damit sie in der Flut am 2. Ottober nicht untergehen. Eine alte Dame schidt ein zierlich gearbeitetes Mühchen aus roja Crep de Chine, mit langen, breiten Seidenbändern. In einem rührenden Brief bedauert sie, daß sie nichts besseres schiden fönne, aber das Mühchen möge Der Herr Reichspräsident für sein Enkelkind von ihr annehmen. Noch rührender ist jene alte Frau aus einem Heidedorf, sie hat nichts als die blühende Heide um sich, und davon schickt sie ein Paket zum Geburtstag. All die kostbaren Blumenarrangements am 2. Oktober werden nicht mehr die Verehrung und Popula rität des Reichspräsidenten beweisen können. Wie groß und zahlreich wird die Masse der Zuschriften und Sendungen in diesen Tagen wohl sein?
Dem Reichspräsident zum Dank und zur Ehre veranstalten Turner und Sportler am 2. Ottober in allen Gauen des Reiches Sportliche Wettkämpfe und Spiele. Diese Veranstaltungen bringen Turner und Sportler gemeinsam in einer Front auf den Plan. Der Reichsausschus für Leibesübungen, der die Durchführung Der Spiele in die Hand genommen hat, stiftete allen Vereinen und Verbänden ein Bild des Reichspräsidenten, und die Sieger und Siegerinnen in den Wettspielen erhalten einen Kupfertief= brud mit Bild und Unterschrift Hindenburgs.
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und Stelle zu entrichten.
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Eine Stafette des badischen Stahlhelms. Karlsruhe. Zum 80. Geburtstag des Reichspräsidenten startet am Sonnabend zweds Ueberbringung einer Glückwunsch adresse des Stahlhelms, Landesverband Baden, in Konstanz eine Stafette. Ihr Weg führt von Konstanz über Freiburg, BadenBaden, Karlsruhe, Heidelberg nach Mannheim, von wo die Adresse durch eine besondere Abordnung unter dem Führer des Stahlhelmverbandes Baden direkt nach Berlin gebracht und dem Reichspräsidenten übergeben wird.
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Der 2. Oftober in Hessen.
Der Reichspräsident hat ausdrüdlich gebeten, von Feiern anläglich seines Geburtstages nach Möglichkeit Abstand zu neh:
Bad Kreuznach. Der Verband der Naheweinpropaganda läßt unferem Reichspräsidenten zu seinem 80. Geburtstag als seine Festgabe ein Fäßchen mit Qualitätsweinen der Nahe in Flaschen zukommen. Das Fäßchen zeigt auf der Vorderseite eine Ansicht
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Die Reichsregierung verzichtet aus diesem Grunde auf amtliche Feiern und bittet die Landesregierungen fich diesen Entschluß gleichfalls zu eigen zu machen. Dieser Bitte ist die Hessische Regierung mit untenstehender Verfügung nachgetom
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Im Laufe des Krieges habe ich Hindenburg in vielen entscheibenden Tagen gesehen und später, nach dem Zusammenbruch, sein Ausharren in Pflicht und Würde in Kolberg an der Ostsee erlebt, wo das deutsche Oberkommando in der Revolutionszeit saß. Immer blieb der Eindrud der menschlichen Seite seiner Persönlichkeit gleich. Am stärksten in der Erinnerung steht mir ein Zusammentreffen in Wilna, als sein alter Freund, Generalfeldmarschall von Eichhorn, ein Militärjubiläum feierte. Da brachte es der Zufall mit sich, daß ich mit den beiden Generalen eine zeitlang allein bei einer Flasche Rotwein saß und Hindenburg zu plaudern anfing. Er sprach auch von seiner Auffassung der strategischen Dinge, lam auf das Schachspiel der Schlacht
1. Sämtliche Dienstgebäude des Landes und der Gemeinden haben am 2. Oftober 1927 in den Reichsfarben zu flaggen. 2. Jn den Schulen ist entweder am Samstag, dem 1. Oftober oder am Montag, dem 3. Oftober, des Geburtstages in schlichten Feiern zu gedenken. Im Anschluß an diese Feiern fällt der Schulunterricht aus. Fällt der 1. und 3. Oftober in die Schulferien, so ist die Schulfeier in der ersten Woche nach Wiederbeginn des Unterrichts in derselben Weise abzuhalten.
*) Erschienen in der Hanseatischen Verlagsanstalt Hamburg 36 ( Rmt. 6,-)


