Sonnabend, den 1. Januar 1927.
Beteiligten den gleichlautenden Be ann jeder Beteiligte einlegen. Rechts Str. 1. aben für oder gegen alle Beteiligten escheid endgültig geändert, so werden ihm abhängen, automatisch geändert. Berteilung des Wertes eines Grunden dient, z. B. eines Hauses, das teilweise gewerblichen Zweden dient, mit rden automatisch der Bescheid für nd der Vermögenssteuerbescheid von e Neufeststellung einer wirtschaftlichen esentlichen Aenderungen in dem Be nd des Steuermilderungsgefeges§ 22 veiter erleichtert. Die Einheitswert Das Reich, als auch für das Land und er fönnen allerdings für die 3mede verschiedener Richtung hin die Einren. Sie können beispielsweise an iebsvermögens, soweit sie in 3mmo ewerbesteuer, sondern der Grundsteuer rfen werden. Reklamationen gegen llgemeinen nicht darauf gestützt wer u hoch festgestellt seien. Rechtsmittel insoweit erhoben werden, als durch weichungen von den Grundsägen lassen sind. Ob die Sondersteuer n der Einheitsbewertung erhoben besteht die Möglichkeit, nach§ 83
s nach wie vor Vorkriegswerte des Winters wird jeder Besitzer von svermögen einen Einheitswertbe Rücksicht auf die Höhe des Wertes. wird auch die Industriebelastung ungslaft beeinflußt. Es ist daher Einheitswertfestsetzung besonders den gesetzlichen Vorschriften enten ist.
siteuerzahlung.
enen die Vermögenssteuerbescheide orden sind, haben bis spätestens Steuerschuld der Jahre 1925 und echnung der bereits geleisteten Borahme wird vielfach eine große gen durch das L.F.A. find zugesagt. 5 Milderungsgesetz gemildert wor at bei Vermögen bis 10 000 1 D. T., bei 20 bis 30 000 M 3 v. I. und Durch die Vorschrift des§ 8 des den vielfach Steuerpflichtige, deren ersteigt, oder Kleinrentner im Sinne m Bermögen von 20 bzw. 30 000 sie Vorauszahlungen auf die Ber
, worauf besonders hingewiesen wird. ird nämlich nach§ 8 des Vermögens eschränkt Vermögenssteuerpflichtigen Jerundete Vermögen den Betrag von teigt. Uebersteigt das steuerpflichtige so wird es voll zur Vermögenssteuer anur mit dem diese Freigrenze über Deschränkt Steuerpflichtiger besitzt ein it 5000 Rm. Eine Vermögenssteuer erhoben.
mögenssteuerpflichtiger besitzt ein Ver Die Berechnung der Vermögenssteuer n vollen Betrag von 25 000 Rm. Die D. T. von 25 000 Rm.= 75 Am. im
ränkt steuerpflichtigen Personen wird r nicht erhoben:
Vermögen 10 000 Reichsmark und das 3000 Reichsmart nicht überstiegen grenze von 3000 Reichsmart erhöht sich tand auf:
ark bei 2 Kindern,
mark bei 3-4 Kindern,
ark bei mehr als 4 Kindern.
kommen gilt hierbei das Einkommen, lichtige für das Kalenderjahr oder für r abweichende Geschäftsjahr veranlagt ststellungszeitpunkt für die Vermögenss
Vermögen den Betrag von 20000 Km. seinkommen 5000 Reichsmart, oder bei Bermögen von 30 000 Reichsmart das en 4000 Reichsmart nicht überſtiegen pflichtige über 60 Jahre alt oder eruernd berufsunfähig ist. Auch diese rhöhen sich bei den Steuerpflichtigen, mehr als 2 minderjährige Kinder im 6. angehören, und zwar erhöht sich dann grenze von 5000 auf 6000 Reichsmart,
uf 5000 Reichsmart. Bei Chegatten, die zusammen veranlagt werden, tritt diese thebung der Vermögenssteuer nur ein, ngen hinsichtlich des Alters, der ErErwerbsbehinderung in der Person des rgemeinfcft im Sinne des§ 48 Abs. 2 ssteuer on dem Vermögen des überhließlig des ganzen Gesamtgutes nach hnen, der zur Veranlagung kommen ögen des überlebenden Ehegatten ledigndersetzung auf ihn fallende Anteil am
ire.
die Voraussetzungen für Steuerbefrei
des Vermögenssteuergesetzes noch nicht er vor dem 1. 1. 1926 eingetreten sind,
1926 statt. Hervorzuheben ist noch eine
besondere Strafvorschrift des§ 80 Abs. 2. Hiernach wird unter Strafe gestellt, wer es unternimmt, die mit der Wertermittlung befaßten Behörden irre zu führen. Wie sich die neue Bewertung für den einzelnen Steuerpflichtigen auswirkt, läßt sich zurzeit noch nicht genau überschauen. Ueberall da, wo die Vermögens substanz sich in den letzten Jahren erhalten hat und wo wesentliche Teile des Vermögens in Hausbesitz oder gewerblichem Grundvermögen bestehen, wird vielfach eine höhere Vermögens veranlagung die Folge sein, da andererseits die aufgewerteten Schulden vielfach nicht in Erscheinung treten. Vielfach sind aber bei gewerblichen Betrieben infolge neuer Schulden die Vermögenssteuerwerte wesentlich geringer. Das Reich hofft, mit der Vermögenssteuer insgesamt 400 000 000 Mart herauszuschlagen. Ist das endgültige Ergebnis für 1926 geringer, so wird die Steuer für 1927 entsprechend erhöht. Die Einheitswertbescheide und Vermögensbescheide haben den Mangel, daß nicht angegeben ist, wie die Einheitswerte ermittelt worden sind. Es wäre erforderlich, anzugeben, wie der Hauswert, besonders wenn er mehreren 3weden dient, ermittelt worden ist. Die Durchführung der Be wertung wird auch vielfach Mängel aufweisen, was durch die Raschheit der Durchführung entschuldigt werden muß. Hinsicht lich der Bewertung des Betriebsvermögens bestehen noch sehr Diele Untlarheiten. Bei Auslegung der Vorschriften ist daher Wohlwollen angezeigt.
Geist und Persönlichkeit.
In unserer von der Maschine und materialistischem Gehabe und Getue beherrschten Zeit, der eigentlichen Zeit der letzten 50 Jahre, schien tein Platz zu sein für den deutschen Jdealismus, eine Geistesrichtung, die ureigentlich das Wesen des Deutschen ausmacht. Die natürlichen Folgen dieser Aera haben wir ja alle im vollständigen Zusammenbruch erlebt. Wer daraus nichts gelernt hat, dem ist nicht zu helfen. Die alte wirtschaftlich glänzende, aber geistig so arme Zeit macht allmählich Platz einer neuen, einer Zeit des Jdealismus, einer Zeit des Geistes. Allen Einsichtigen haben die Kriegserlebnisse und alles, was folgte, nur zu deutlich gezeigt, daß es der Geist sein muß und stets ist, der die Maschine, der den Stoff beherrscht. Man hatte im Wohlleben der Vorkriegsjahre vergessen, was uns die Großen der Freiheitskriege und die begeisterten Idealisten der dreißiger und vierziger Jahre gegeben hatten.
Europa steht jetzt an einer großen Zeitenwende, geistig, politisch und wirtschaftlich. Neues, anders. geartetes Denken, eine anscheinend alter geschichtlichen Ueberlieferung bare und wirtschaftliche Konstellation ist im Entstehen oder schon entstanden. Doch nicht die von materiellen Instinkten geleitete Masse hatte die Fähigkeit, uns Deutsche, uns selbst wiederzugeben. Männer find es gewesen, einzelne Persönlichkeiten, echte und wahre Führer haben dieser Zeitenwende vorgearbeitet und sie bereiten helfen. Persönlichkeiten und immer nur Persönlichkeiten machen die Geschichte, mit ihren Jdeen fußend auf den von den Naturwissenschaften und der Philosophie immer weiter getriebenen Forschungen. Und nur der weitvorausschauende in Jahrzehnten und Jahrhunderten denkende Geist dieser Führer treibt sie zu Taten, die später das Staunen und die Bewunderung der Nachwelt erregen. Der Nachwelt erst? Gewiß, denn die träge Masse der Zeitgenossen vermag niemals mit dem seiner Zeit weit vorausschauenden Genius gleichen Schritt zu halten. Diese immer wiederkehrende Selbstverständlichkeit lehrt uns die Geschichte von Christus und noch früher bis in die neueste Neuzeit. Auch das ., Kreuzige, freuzige ihn" der trägen Masse ist keinem erspart geblieben. Und dennoch sie alle, seien sie Religionsstifter, Philosophen, Forscher, Künstler, Politiker, Feldherrn oder was sonst gewesen, haben das, was sie Großes erstrebten, auch wenn ihr Leib unterging, durch ihren weitblidenden tatendurstigen Geist erreicht. ,, Es ist der Geist, der sich den Körper baut." Wir haben allen Grund, uns hoffnungsfreudig der Zukunft anzuvertrauen, in der Gewißheit, daß der deutsche Idealismus, trotz Niggertänzen und anderen Amerikanismen, fiegen wird.
Lokales.
* Reue Fünfmarfstüde. Zum Ersatz einer mit Ablauf dieses Jahres ungültig werdenden Serie von Renten- Fünfmartscheinen sollen sowohl neue Scheine, als auch 3- und 5- Martstüde herausgegeben werden.
Tat und Geschwät.
Es ist immer so gewesen auf der Welt: Nur die Tat gilt! Das Wort ist wahr und wird so oft von wohlmeinenden Mahnern gesagt, daß es das traurige Schidsal erlitten hat, eine Phrase, eine Redensart geworden zu sein. Darum überhören es die Menschen; darum bleibt es nicht im Bewußtsein haften! Darum geht unser Leben dahin wie ein Geschwätz!
Darum ist auch das Geschwätz zu einer Angelegenheit der Masse geworden! Auf Markt und an Straßeneden, auf Bühnen und Tribünen, an andern Stellen, an denen man es nicht er= wartet, nichts anderes als Geschwätz. Womit bringen die meisten Menschen ihre Zeit hin? Mit Nörgeln, Besserwissen, mit heimlichem Fäufteballen in verborgenen Hosentaschen, mit Afterreden und bösem Leumund. Und die tägliche Arbeit wird unfroh, höch= stens um des Erwerbs willen getan. Wie wenige setzen ihr gan zes Leben daran, wie wenige bedenken, daß sie Säeleute und Bauleute einer besseren Zukunft sind!
Aus dieser Verkennung der Tat heraus erwuchs Unzufrie denheit. Unzufriedenheit kann sich niemals breit machen, wenn jeder bei seiner Arbeit an die anderen denkt und seinem Werk den Adel des Schaffens beilegt! Denn es ist zweierlei: arbeiten und schaffen. Schaffen ist das Größere, weil Menschenliebe dazu gehört!
Was tun die Menschen, gleich welcher Richtung, die auf den Redepulten vor den Volksversammlungen stehen und das Para, dies auf Erden verkünden. Arbeiten oder schaffen sie? Sie hetzen und verführen!
Wollen sie ihre Zuhörer zum Schaffen erziehen? Lieber Freund, was wird die Folge ihrer Predigt sein? Die Menschheit wird die Hände in den Schoß legen, den Mund aufmachen und auf die gebratenen Tauben warten! Da ist weder Arbeit, noch Schaffen! Das alles ist eitel und Haschen nach Wind! Und dürr
,, Gießener Zeitung"
Si vestergedanken.
Wieder geht ein Jahr zu Ende und verschwindet in das große unendliche Meer der Ewigkeit. Dumpf und schwer fünden es die Gloden der Silvesternacht der weiten Welt, daß das alte Jahr sein Ende erreicht und ein neues begonnen hat. Und hinter dem alten schließt sich ein schweres Tor mit eisernen Riegeln zu, die noch keiner erbrach, die geschlossen bleiben für alle Zeiten, für ewigAuch vor uns ein Tor. Es führt in eine ungewisse Zeit, in ein fremdes unbekanntes Land, ins neue Jahr. Nichts, gar nichts ist uns von diesem Lande bekannt, von bem was tommt und wird.
Silvesternacht. Zwölf dumpfe Schläge vom Kirchturm fünden uns den Augenblic, da wir zwischen Ver gangenheit und Zukunft gehen und über die Schwelle des dunklen Tores schreiten. Und wenn auch sonst im Jahr ein Haften und Drängen die Menschen erfaßt in dieser Stunde kommt die Ruhe und Millionen Menschen befinnen sich auf sich selbst und den Sinn des Lebens, denken an das Vergangene und an das, was tommen soll.
Silvestergloden haben einen ernsten Klang in fich. Sie mahnen nicht nur an des Jahres letzte Stunde. Der letzte Tag im Jahr ist wie ein Gleichnis unseres letzten Tages auf dieser Erde. Wenn auch eine lustige Welt mit Liedern und Becherklang den mahnenden Klang der Silvesterglocken aufzuhellen glaubt der, für den die Jahreswende mehr ist wie Weingelage und tolle Nacht, der hört diesen ernsten Tegt der Glocken und singt ihn in seinem Herzen mit. Er hört aber aus diesem Klang auch manch frohen Ton, der an die guten Taten mahnt, die wir im alten Jahre buchen tönnen. Keine bleibt vergessen, die guten nicht und nicht die bösen, alle stehen auf der Jahresrechnung des Ewigen, der das große Jahrbuch der Menschen führt und alles in das ewige überträgt.
Zwölf Uhr ist's in der Silvesternacht. Zwölfmal schlägt es vom Turme. Auf! nimm deinen Wanderstab und schreite durch das dunkle Tor! Es gibt kein Zurüd! Was du schaffen und gut machen fannst, liegt vorwärts nicht hinter dir! Aber auch morgen schon wird dir in dem unbekannten Land die Sorge begegnen, bald das Leid, vielleicht auch die Freude und das Glüd, vielleicht vielleicht
Doch mutig voran!- Die Welt wünscht sich Glück. Auch ,, Waldfried" gibt euch die Hand und sein letztes Wort an der Jahresschwelle sei:
Ein glüdseliges neues Jahr allen treuen Geschäftsfreunden und deren lieben Angehörigen!
* In den städtischen Anlagen sind z. 3t. Wiederherstellungsund Erneuerungsarbeiten im Gange, die einer Reihe hiesiger Erwerbslosen für einige Zeit lohnende Beschäftigung geben.
* Ein Streit mit tödlichem Ausgang spielte sich in der Nacht vom Dienstag zum Mittwoch in der Walltorstraße ab. Der auf dem Heimweg befindliche Gärtnereibesitzer Rieger geriet aus nichtigem Anlaß mit zwei Reichswehrsoldaten in einen Wortwechsel, in dessen Verlauf der eine der Soldaten dem R. einen Schlag gegen die linke Halsseite versetzte. Rieger stürzte so unglüdlich mit dem Hinterkopf auf den Bürgersteig, daß eine schwere Gehirnblutung mit unmittelbar folgendem tödlichem Gehirnschlag eintrat. Der Täter, ein Obergrenadier Linden, befindet sich in der Kaserne vorläufig in Untersuchungshaft.
* Als Tierquälerei bestraft wird das lange Stehenlassen der Pferde vor Wirtshäusern im Winter. Diese Maßnahme ist vollauf berechtigt, trägt sie doch wesentlich zur Minderung der vielfach bemerkbaren Fuhrmannunsitten bei.
* Ein neuer Personenzug auf der Strede Weglar- Weilburg verkehrt ab 3. Januar an Wochentagen, jedoch ausgenom= men die Tage vor Sonn- und Feiertagen. Wetzlar ab 5.40 Uhr, Weilburg an 6.21 Uhr nachm.; Weilburg ab 6.32 Uhr, Wetzlar an 7.14 Uhr nachmittags.
* Die Hessische landwirtschaftliche Woche findet vom 10. bis 15. Januar 1927 in Darmstadt statt.
Aus Nah und Fern.
Lollar. Der Umbau eines Teils der Nebenbahn GießenGrünberg ist nun fast vollendet. U. a. hat der gesamte Oberbau zwischen Treis a. d. Lda. und dem Dausterschen Klopfwerk eine durch greifende Neuerung erfahren.
Beuern. Ihren 86. Geburtstag feierte am Heiligen Abend die älteste Einwohnerin unseres Dorfes, Frau Marie Dietrich. Als geschichtliche Merkwürdigkeit ist die Tatsache hervorzuheben, daß sie die noch lebende Tochter eines Teilnehmers an den nopoleonischen Kämpfen ist.
Leihgestern. Ein nicht alltägliches Jubiläum feierten hier der Landwirt Will V. und der Bergmann Dutenhöfer. Letzterer hilft dem Bauersmann seit 25 Jahren bei der alljährigen Dresch arbeit, der Landwirt wiederum bestellt seit 25 Jahren das Aderland Dutenhöfers und die gleiche Anzahl von Jahren hat er ihm das Brennholz aus dem Walde angefahren.
Nr. 1.
Quedborn. Eine Seltenheit in Gestalt eines Reihers zeigte sich dieser Tage an der„ Aeschersbach". Auch an der Wetter bei Ober- Bessingen wurde der bei uns so selten gewordene Vogel gesichtet.
Allendorf a. d. Lda. Jn hiesiger Gemeinde sind zur Zeit feine Arbeitslosen vorhanden. Diese, etwa 60 an der Zahl, sind augenblicklich mit Holzhauerarbeiten in den Gemeindewaldungen beschäftigt.
Friedberg. Dem Geschäftsführer des hiesigen Wohnungsamtes wurden, um daraus irgendwelche Vorteile bei der Woh nungsbeschaffung zu ziehen, in letzter Zeit wiederholt Vorteile geldlicher Art angeboten. Der Bürgermeister hat nun öffentlich zu dieser Angelegenheit Stellung genommen und droht, wenn sich ein solcher Fall wiederholen sollte, mit der Anzeige wegen versuchter Beamtenbestechung.
Schotten. Der Vorstand und Aufsichtsrat der Vogelsberger Volksbank haben beschlossen, die Sparguthaben auszuwerten. Die genaue Höhe konnte noch nicht festgelegt werden, doch sollen bei besonderer Notlage Teilzahlungen schon jetzt gewährt werden.
Alsfeld. Die Vogtsche Handelsschule in Gießen hat, da thr von der hiesigen Stadtverwaltung Räume nunmehr zur Ver fügung gestellt wurden, eine Zweigschule errichtet. Der Unterricht beginnt am 4. Januar.
Darmstadt. Eine Schuhmachersfrau betrat die Werkstätte ihres Mannes, in der Zelluloid lagerte, mit einer Karbidlampe. Wahrscheinlich infolge unvorsichtigen Hantierens fing das Zelluloid Feuer, wobei die Frau schwere Brandwunden erlitt.
Uebersichtl. Geschäftsbuchführung
mit der zu jeder Stunde der Stand des Vermögens, der Einnahmen und Ausgaben zu ersehen ist, hat man sofort obne Buchführungsvorkenntnisse
durch Anwendung des
Universal- Reichskassebuch
3u beziehen vom
Lich. Der frühere langjährige Stiftspfarrer von Lich, Ru Verlag Albin Klein in Gießen.
dolf Freytag, ist am ersten Weihnachtstage, erst 49 Jahre alt, gestorben.
und trocken wird die Seele wie eine erfrorene Fledermaus im Gebälk.
Es ist gewiß Gottes Zulassung, daß wir in diesen Zeiten unter dem Fluche des Geschwäges leben! Er, der die Plagen über Aegyptenland schickte, der es litt, daß die Welt den Heiland ans Kreuz heftete und in Finsternis abglitt, legt jetzt erneut eine Plage auf uns. Sein Wille ist heilig und wir haben uns zweierlei zu fragen:
Warum tut Er das?
Und wie kommen wir los von dem Fluche? Er will, daß jeder von uns, der Tagelöhner, der Büdner, der Bauer, der Herr, der Arbeiter, Angestellte, Beamte und Besitzer, daß jeder von uns nachdenke! Wir sollen aus der Sünde der Gedankenlosigkeit heraus! Er will nur bewußte Menschen in den Himmel aufnehmen. Dazu müssen wir uns lösen von der Macht der Phrase, der Redensart! Wir sollen erkennen, wie viel wir an uns selber erziehen müssen. Denn dem Glauben geht Selbsterziehung voran! Gott reicht uns Seine Hand nur, wenn wir die unsrige zuvor nach Ihm ausstreden! Gewiß Seine Gnade sucht! Aber sie sucht nur erhobene Hände und sehnende Herzen, Herzen, die ehrlich wollen! Niemals greift Er aufs Geratewohl in die Menschenmassen hinein und nimmt sich den heraus, den Er gerade faßt, wie es etwa Deine Hand tut, wenn sie lässig ins Laubengewirr faßt und ein Blatt abpflüdt, das ihr gerade in die Finger kommt. Nein Gott will Selbster ziehung von uns. Und weil so wenig Menschen sich selbst erziehen, schickt Er den Fluch des Geschwäges über uns.
Wie kommen wir davon los? Wir fönnen nur selig werden in der Nachfolge Jesu Chrifti! Das ist eine tausendfach ausgesprochene Tatsache; und doch muß fie immer wieder den Menschen wie etwas überraschend Neues gesagt werden!
In Jesu Leben war tein Geschwät! Seine stundenlangen Predigten waren Taten! Weil dahinter Sein ganzes Leben, die
ganze Inbrunst Seiner schaffensfrohen Persönlichkeit stand! Wenn Er den Kranken berührte, wenn Er die Rolle aus Pregament mit ben Reden der Propheten in die Hand nahm, so war das immer eine Tat, weil das alles bewußt geschah und ganz ohne den Gedanken an Seine Person, sondern immer im Hinblick auf die andern! Der Blid, mit dem Er der durch Phrasen verseuchter Menschheit, den Priestern und S.ftgelehrten, den Pharisaern und Römern ins Herz sah, war auch eine it, weil Er wußte. wie anders man sein Leben einrichten muß, um in dem hellen Lichte der schaffenden Tat zu stehen.
Hüte Dich, lieber Leser, vor dem Geschwätz der andern, und laz Dein eigen Leben nicht zum Geschwätze werden. Prüfe die Geister, die da reden, die Dich überreden wollen. Die linke Hand an die Bibel und die rechte an den Pflug! Und suche nicht immer bei Deiner Arbeit nur das Deine. Du wirst um so reicher an Tat, je mehr Du Deiner Mitmenschen gedenkst!
Kleine Geschichten.
*
Dr. Stufelen besuchte einst Newton. Man sagte ihm, Newton sei in seinem Arbeitszimmer, wo niemand ihn stören dürfe. Stutelen wartete also. Es wurde Mittag, und Newtons Mittagessen wurde aufgetragen, das in einem gefottenen Huhn bestand. Stufelen, der unterdessen hungrig geworden war, fonnte der Versuchung nicht wiederstehen, aß das Huhn auf und deckte die Schüssel wieder zu. Bald darauf tam Newton in großer Eile die Treppe herunter, entschuldigte sein langes Ausbleiben und fagte zu Stutelen:„ Erlauben Sie mir nur, schnell mein Mittagsmahl zu verzehren, ich bin fast ohnmächtig vom Arbeiten. Ich stehe Ihnen dann gleich zu Diensten. Dabei defte er tie Schüssel auf und fand sie leer. Darauf wandte er sich lächelnd zu Stutelen: Was wir Gelehrten doch für sonderbare Leute sind! Ich hatte ganz vergessen, daß ich schon zu Mittag gegessen habe.


