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Sonnabend, den 31. Juli 1926.

Dreizehn politische Gebote.

Ein Vorschlag des deutsch- volksparteilichen Camp e. Der Vorsitzende der deutsch- volksparteilichen Frak­tion im preußischen Landtage, Abg. von Campe, macht in der ,, Kölnischen Zeitung" einen sehr beachtenswerten Vorschlag zur Entgiftung des politischen Lebens in Deutschland. Unter Hinweis auf sehr nachahmenswerte Beispiele in England und in den Vereinigten Staaten schlägt er vor, eine Reihe von Fragen aus der politischen Distussion auszuschalten, d. h. als solche zu behandeln, die nicht mehr dem Meinungsstreit unterliegen. Er stellt folgende dreizehn Gebote auf:

1. Republif oder Monarchie. Wir haben eine Re­publik. Ohne Umsturz ist eine Aenderung nicht möglich. Neuer Umsturz brächte uns völlige Entfräftung. Der Realpolititer rechnet mit gegebenen Verhältnissen. Staat und Bolt tönnen keinen Vaterlandsfreund ent­behren. Für theoretische Erörterungen über die beste Staatsform ist die Zeit zu ernst.

2. Die Weimarer Verfassung. Die Verfassung ist die Grundlage unseres Staatslebens. Man mag sie schätzen oder nicht man soll sie nicht verdächtigen,

nicht gering von ihr denken. Das erhitzt von neuem Gemüter. Besser ihre Fehler verbergen, als sie erschüt tern. Das schließt sachliche Verständigung über diese oder jene Veränderung nicht aus. Offenes, ehrliches Bekenntnis zu ihr sollte Gemeingut aller Parteien sein. Und das Gegenstüd dazu:

3. Achtung vor unserer großen Vergangenheit. Der ewige Vergleich des Einst u. Jetzt, der stets parteipolitisch gefärbt ist und nur verhetzt, muß aus dem politischen Streit ausscheiden. Blid und Arbeit des Politikers ge­hören der Zukunft. Sie dürfen durch solchen Streit nicht geschwächt werden.

4. An die Person des Reichspräsidenten darf sich der politische Streit nicht heranwagen. Seine Stel­lung über den Parteien muß allseits selbstverständlich anerkannt sein.

5. Sobald die Flaggenfrage geregelt ist, ist diese Regelung von allen Parteien loyal anzuerkennen. Der Streit ist dann endgültig begraben. Jeder sollte vor der Flagge dann Achtung haben, die der Sinn für nationale Würde zur Pflicht macht.

6. Die Frage der Kriegsschuld. Sie ist durch die Wissenschaft zu klären. Bis zum Abschluß scheidet sie aus dem politischen Streit aus. Auf alle Fälle ist der Streit auf vaterländischen Ton abzustellen.

7. Demokratie und Parlamentarismus sind so lange kein Gegenstand des politischen Streits, als nicht der Nachweis erbracht ist, daß auch heute schon der Aufbau unseres Staates auf anderer Grundlage als demokratisch parlamentarischer ohne neue Verwirrung durchführbar ist. Der theoretische Streit über den Wert oder Un­wert von Demokratie und Parlamentarismus scheidet

aus.

8. Die Aufwertungsfrage gilt als endgültig ge­regelt. Härten und Unbilligkeiten werden als unab­änderlich hingenommen. Der Streit darüber schweigt; er ist nur unpraktisch, folglich unpolitisch.

9. Dasselbe gilt von der Fürstenabfindung nach Ab­schluß der schwebenden Fragen.

10. Die durch Genf und Locarno geschaffenen Tat­sachen sind anzuerkennen. Sie sind die Grundlage unse­rer Außenpolitit.

11. Der Gedanke, daß wir Verlorenes durch Krieg wiederbekommen könnten, ist heute undiskutabel. Er sollte auch in Untertönen nicht anschwingen.

12. In den außenpolitischen Fragen hat die öffent­liche Erörterung sich ohne Fühlung mit der verantwort lichen Leitung weiteste Zurüdhaltung aufzuerlegen.

13. Jeder Tag fann neue Fragen so weit flären oder in eine ganz andere politische Lage hingestellt sehen, daß deren politische Neutralisierung zur Staatsnot­wendigkeit wird.

Wer mich befennet.

Von Erwin Gros.

19. Fortsetzung.

,, Was mag mein Vater in jener Nacht durchgekämpft haben! Alles hatte er verloren, seine geliebte Gattin, sein Geschäft, sein Vermögen, nun war draußen die hilflose Kinderschar und ihr Weinen! Da mag der Versucher zu ihm getreten sein und gesagt haben: Schwöre deinen Glauben äußerlich ab, im Herzen kannst du ihn ja behalten, dann kommst du frei und kannst deine Kinder erretten vor dem Elend, dem sie sonst anheimfallen! Hörst du sie weinen, erbarme dich ihrer Verlassenheit!"- Da ist ihm wohl der Herr erschienen und hat ihm das Wort zugerufen: ,, Wer Vater oder Mutter mehr liebt denn mich, der ist meiner nicht wert, und wer Sohn oder Tochter mehr liebt, denn mich, der ist meiner nicht wert. Und wer nicht sein Kreuz auf sich nimmt und folget mir nach, der ist meiner nicht wert."

Denn am Morgen, als wir erwachten und uns rüsteten, un­ser Nachtasyl zu verlassen, da fiel hoch vom Turm her ein selt samer Gegenstand in unsre Mitte. Ich hob ihn auf, ein Taschen­tuch war es und darein gewickelt ein Dachziegel und ein Sechs­frankenstück. Auf dem Dachziegel aber waren mit einem Risel­stein folgende Worte eingerigt: Meine lieben Kinder! Flieht aus Frankreich! Folgt der Richtung des Polarsternes! Dort in Deutschland gibt es Fürsten, die euch aufnehmen werden! Der Herr wird euch gefeiten! Abraham Privat."

Er hatte mit Gott gefiegt und war seinem Glauben treu ge blieben."

In diesem Augenblic machte Hans Heeger eine ungestüme Bewegung. Er warf sich auf die Knie, streckte die Hände gen Himmel und rief mit bebender Stimme: Herr, mein Gott, ich danke dir, daß du mir ein deutliches Zeichen gegeben hast und cin Wort, das mir den rechten Weg weist. Auch ich will nicht von meinem Glauben weichen, sondern ihn trener bekennen als bis. her. Hilf mir durch Jesum Christum! Amen!"

Gießener Zeitung"

Finanznöte der hessischen Landeskirche. Darmstadt. Der hessische Landeskirchentag hat bei seiner letzten Tagung folgende öffentliche Kundgebung erlassen: Die evangelische Landeskirche in Hessen befindet sich in einer äußerst schwierigen Finanzlage. Die Kirchensteuern haben eine faum noch tragbate Höhe erreicht. Aus eigener Kraft tann fich die Kirche nicht mehr helfen. Wir erheben vor der Oeffentlichkeit erneut Beschwerde darüber, daß der hessische Staat seinen ge schichtlich und rechtlich unbestrittenen Verpflichtungen gegen die evangelische Kirche nicht genügend nachgekommen ist. Dies ist in den übrigen deutschen Ländern, z. B. in dem uns benachbarten Baden, trotz ihrer gewiß auch nicht günstigen Finanzlage ge schehen. Rein Staat, der den Anspruch erhebt, ein Kulturstaat zu sein, darf die Dienste vergessen, die die christlichen Kirchen, und nicht zuletzt die evangelische, auf dem fittlich- religiösen, geistig- fulturellen und sozial- charitativem Gebiete dem Bolts­ganzen und damit dem Staate von jeher geleistet haben, heute noch leisten und in Zukunft leisten müssen."

Studentenschaft und Reichsehrenmal.

Bonn, 29. Juli. Der westdeutsche Kreis der Deutschen Studentenschaft wird anläßlich des Deutschen Studententages in Bonn den Antrag stellen, daß als Plag für das Reichsehrenmal die Rheinauen bei Lorch gewählt werden. Es ist anzunehmen, daß die Bertreter der gesamtdeutschen Studentenschaft diesem Antrag zustimmen werden.

Deutschlands Kriegsbeschädigte.

Von den Millionen Kriegsbeschädigten, die 1920 vorhanden waren, erhalten zurzeit noch 663 726 Versorgungsgebührnisse. Nur solche Beschädigte, die zu mindestens 25 Prozent in ihrer Erwerbsfähigkeit be­hindert sind, erhalten eine Rente. Wer bis zu 50 Pro­zent und mehr im Erwerb behindert ist, gilt als schwer­kriegsbeschädigt.

Es waren in der Erwerbsfähigkeit gemindert:

um 30% 257 989 38,9%

40,

112 436= 16,9 ,,

50,

123 513

18,6 ,,

60,

63 899

9,6 ,,

70,

48 162

7,3,

24-842

3,8,

80

"

4 786

90,

über 90 ,,

0,7,

28 098= 4,2 ,,

Blinde gibt es unter den Kriegsbeschädigten 2734. 39 580 an Lungentuberkulose Leidende erhalten Rente, was daher kommt, daß auch eine durch den Kriegsdienst herbeigeführte Leidensverschlimmerung einen Renten­anspruch begründet. Von den 293 000 Schwerbeschädig­ten sind trotz der Wirtschaftskrise nur etwa 13 000 ohne Arbeit. Kriegswitwen zählte man im Oktober 1924 365 000. Die Zahl der Kriegswitwen hat sich durch Wiederverheiratung seit Kriegsende um 200 000 ver­mindert. Insgesamt gibt das Reich zurzeit für die Ver­ſorgung und Fürsorge der Kriegsbeschädigten und Kriegshinterbliebenen, einschließlich der Offiziere des alten Heeres und der Angehörigen der neuen Wehrmacht und ihrer Hinterbliebenen, 1 491 800 000 M aus, d. h. etwa 30,2 Prozent der Gesamtausgaben.

Erhaltet Zeppelins Werk!

Von Dr. Hugo Edener, Friedrichshafen. Nachdem durch freiwillige Beiträge aus allen Kreisen der deutschen Bevölkerung seit dem Herbst vorigen Jahres schon ein sehr ansehnlicher Teil der Mittel zusammengebracht worden ist, die es dem Zeppelin- Bau ermöglichen sollen, den Betrieb der Friedrichshafener Werft aufrechtzuerhalten und das Wert des Grafen Zeppelin fortzuführen, wenden wir uns heute zum letzten Male an alle Deutschen mit der Bitte um Hilfe, damit der Zeppelin- Bau nicht gezwungen wird, auf halbem Wege stehen zu bleiben und das Begonnene unvollendet zu lassen.

Das Ziel unserer Arbeit ist in Vorträgen und Zeitungsauf­sätzen so oft und eingehend dargelegt worden, daß ich mich heute, furz vor Beginn der Reichssammelwoche, die in den Tagen vom

Währenddessen hatte Abraham Privat sein Haupt entblößt und die Hände gefaltet. Deutlich stand auf seinem Gesicht ge schrieben, daß er gerne gewußt hätte, was dies bedeute.

Nach einer Weile setzte sich Hans Heeger wieder neben ihn und sagte: Vollendet zuerst eure Erzählung, dann will ich euch von meinem Leben berichten, und ihr werdet erkennen, daß Gott euch als seinen Boten zu mir gesandt hat, um mir aus Not und Zweifel zu helfen."

Der junge Privat fuhr fort: Als wir die Worte unsres Vaters gelesen hatten, da riefen wir ihm zu: Wir werden dir gehorchen, lebe wohl, teurer Vater, lebe wohl!".

Ach, wir konnten uns taum Don dem alten Gemäuer trennen; denn wir Großen wußten, wir werden ihn niemals wiedersehen, den lieben Vater! Er wird wohl jeŋt in der Ewigkeit sein, und der Herr wird ihm um der Treue willen die Krone des Lebens gegeben haben.

Vier Monate sind wir dann gewandert, immer nach Nor­den. Zuletzt hatten nur die Kleinen noch Schuhe, denn wir Großen trugen sie viel. Wie unsre Kleider aussahen, das könnt ihr euch wohl vorstellen! Und das Reisegeld für uns elf war-- das Sechsfrankenstüd. Wohl haben wir manchmal bitteren Hun ger gelitten, doch haben wir viel mehr freundliche Hilfe erfahren. Endlich kamen wir in Deutschland an. An einem Herbst­abend war es, daß wir durch das Tor einer großen Stadt schrit ten. Es war Frankfurt am Main; wir aber wußten es nicht. Wir lagerten uns in einem Winkel und tauerten uns nahe bei einander, um uns zu wärmen, denn es war schon Herbst. Kaum lagen wir, so schliefen wir aus schon. Gegen Mitternacht fam ein Wächter, jah die zerlumpte Kinderschar und wedte sie auf. Wir folgten ihm auf die Wachstube. Oh, wie war es dort ange­nehm warm!

Der Oberste der Wache begann uns nun zu fragen, und wir antworteten, aber feiner verstand den andern.

Am andern Morgen tamen etliche gelehrte Leute; da wir aber die Mundart der Languedo redeten, konnten wir uns auch mit ihnen nicht verständlich machen. Endlich rief man einen

Nr. 31.

darauf beschränken kann, das Wesentliche noch einmal kurz her­borzuheben.

Vor allem ist es notwendig, die Arbeit auf der Zeppelin­Werft in Gang zu halten, damit das dort arbeitende Personal, Ingenieur wie Arbeiter, eine lohnende und befriedigende Be­schäftigung finden kann und nicht genötigt wird, sich nach an­deren Stellungen umzusehen. Ginge das Personal der Fried: richshafener Werft verloren, so dürfte es faum gelingen, eine so bis ins legte geschulte Arbeiterschaft von Spezialtechnikern und Facharbeitern jemals wieder zusammenzubringen. Die ganze Schöpfung des Grafen Zeppelin müßte bestenfalls, wenn das überhaupt noch möglich wäre, in einem späteren Zeitpunkt von Anfang an neu aufgebaut werden. Fünfundzwanzig Jahre ziel­bewußter Arbeit wären fast nuklos vertan, da sich das Ausland, das heute noch die unbedingte Ueberlegenheit des deutschen Luft­schiffbaus anerkennen muß, inzwischen die Früchte deutschen Er­findergeistes und deutscher Technik auf diesem Gebiete nutzbar zu machen verstanden haben würde. Hieraus ergibt sich, daß die Arbeit in Friedrichshafen auch nicht vorübergehend unter­brochen werden darf, wenn Deutschland die Weltführung im Luftschiffbau behalten will.

Sonnabend, ben 31. Juli, Lotal

Wenn Gras gen Jm allgemeinen ist ein gutes lie Sache. Aber es gibt auch Fälle,

zas Bessere ift. Unangenehme Din

mtefte Erinnerung bringen, da naderer machen, als es ohnehi Dummheit gemacht und hats r un follte es auch genug sein. Nun wieder aufs Butterbrot schmieren. tannten Silde, läßt über vieles Gra gut ja Es wirkt ausgleichend, heile

Mensen, die hier gern störend ein iligheit oder aus bloßer Dumm Gin grimmiger Spaßvogel hat ein an über eine dumme Sache mal bemt ficher ein Kamel gelaufen, das Sald tamelhaft törichtes Tun hat sc 3m öffentlichen und vor allem auch she, die sich wieder einigermaßen dah entzwei gegangen. Manchem When Willen hatte, nun immer ein Mitglied der menschlichen Gesellschaf haftliche Existenz zerschlagen word Graujamleit, unwürdig eines Zeita der Maste der Humanität ſchmückt. Es gibt Leute, die kommen a antlagen nicht heraus. Das Gewiss nehmende Angelegenheit. Ernste G Stunden eines hochnotpeinlichen G etmas Reinigendes. Doch auch hie Berbahrung den schwersten Schaden den Weg ins Freie. Den Weg 3 Emige Selbstvorwürfe und Gelb das Leben und rauben die Kraft zu alles wieder gutmachen, aber ma Lage, da und dort Gutes zu schaff sönlicher Schuld abzutragen. Und wohltuende Gras, das im Rahmen menschlichen Glüdes eine oft sehr e

Aber nicht nur den Luftschiffbau selbst, sondern auch die Ziele, denen er dient, müßten wir aufgeben, wenn es nicht gc­lingen sollte, den Bestand der Friedrichshafener Werft zu sichern. Durch die Zeitungen gingen in der letzten Zeit wiederholt Nach. richten über die Weltluftverkehrspläne, die auch im Ausland er= wogen werden. Der Wunsch und das Streben unserer Zeit geht dahin, große Entfernungen im Fluge zu überbrüden, Dem Weltluftverkehr gehört unzweifelhaft die Zukunft. Die Fahrt des 3.R. III hat gezeigt, daß wir Deutsche noch den Vorsprung vor anderen Völkern auf diesem Gebiete besitzen. Diesen Vor­sprung und damit die Führung werden wir aber nur behalten, wenn wir ihn auch durch ununterbrochene praktische Betätigung ausnuten fönnen. Wer raftet, der rostet! Das gilt, wenn irgendwo, auf dem Felde der Betätigung im Luftverkehr.

Es handelt sich hier nicht allein um eine materielle, sondern in erster Linie auch um eine fulturelle Frage, die das deutsche Volt in ihrer vollen Bedeutung erkennen muß. Ein Bolt, das als mitführende Kulturnation auftreten will, muß führend auch auf dem Gebiete der Luftfahrt voranschreiten. Uns Deutschen ist es verwehrt, Machtmittel in die Wagschale zu werfen und die Welt und ihre Geschide politisch in entscheidender Weise zu be= einflussen. Aber es steht uns frei, da, wo Kulturschlachten ge­schlagen werden, getreu dem Geist unserer Väter und Vorväter uns mit den anderen führenden Völkern zu messen und hier die Siege zu erringen, die die Vorbedingung für unsere fünftige Weltgeltung sein werden.

Als bekannt darf ich voraussetzen, daß die Mittel, die durch die Volksspende aufgebracht werden, nicht dem Zeppelin- Bau als wirtschaftl. Unternehmen zufließen, sondern lediglich zum Bau eines neuen Luftschiffes bestimmt sind, mit dem das Problem des Luftschiffverkehrs in entscheidender Weise gefördert und ge löst werden soll. Die Verwaltung der Spende untersteht einem besonderen Kuratorium, das über deren Verwendung im Ein­zelnen entscheidet.

Die führenden Männer aber in Friedrichshafen, einst Mit­arbeiter des Grafen Zeppelin und nun die Vollstreder seiner Ideen, fühlen sich nur als ausführende Organe, die das Werk, das Graf Zeppelin dem deutschen Volke hinterlassen hat, und das, aus der Echterdinger Spende errichtet, längst nationales Eigentum ist, weiter auszubauen und zur Vollendung zu führen haben. Eingedenk jener schönen Kundgebung des großen Pioniers der Luftschiffahrt, die er an seine deutschen Zeitgenossen richtete: Und darum sollen meine Worte mein Testament bedeuten, mit dem ich dem deutschen Volke vermache, was ich bis dahin schaffen. durfte, auf daß es sich die Segnungen herausholen möge, die ihm darin noch schlummern." Will das deutsche Bolt diese hohe Auf­gabe den Friedsrichshafener Erben und Sachwaltern Zeppelins anvertrauen und ihnen mithelfend auch die Mittel an die Hand geben, diese Aufgabe zu erfüllen, so ist das für sie der schönste Lohn, den sie für sich und ihre Sorge um Zeppelins Vermächtnis erhoffen durften. Denn nur der Dienst und die Arbeit für eine Jdee, für eine Sache macht das Leben groß und lebenswert dem Einzelnen, wie dem ganzen Volke.

Pfarrer von Offenbach herbei, der ein selten sprachkundiger Mann war, und o Glück, er verstand uns, und wir verstanden ihn. Und wir erzählten ihm, was ich euch eben erzählt habe. Und der freundliche Mann berichtete unter Tränen und Schluch­zen den Umstehenden unser Schicksal.

Da war unsre Not zu

Ende. Meine neun Schwestern wurden in die Familie von reichen Frankfurter Patriziern aufgenommen; meinen Bruder und mich aber ließ der gute Paftor nicht los und nahm uns mit in sein Haus.-

Seht, so hat das Wort meines Vaters sich erfüllt: Der Herr wird euch geleiten". Es ist nicht einmal eins von uns frank geworden unterwegs."

,, Wie aber seid ihr denn nach Friedrichsdorf gekommen?" fragte Hans Heeger.

,, Oh, das tam also: Nach etlichen Tagen der Ruhe rief uns unser Beschützer in sein Studierzimmer und fragte uns, welche Hantierung wir verständen. ,, Unser Vater war Strumpf­fabrikant", antworteten wir, und wenn wir die nötigen Geräte und Werkzeuge haben, dann getrauen wir uns schon, Strümpfe anzufertigen." Der gute Pastor verhalf uns zu allem, was nötig war, und nun ging's an die Arbeit. blieben wir so in Offenbach.

Zwei Jahre

Eines Tages nun fam mein Bruder Anton mit einem Sad fertiger Strümpfe auch in diese Gegend. Strümpfelauf" rief er in allen Dörfern, aber er hatte wenig Glüd. Etwas ent­mutigt betritt er zuletzt ein fleines Dörfchen, dessen Häuser noch ganz neu aussahen. Es war eben unser Friedrichsdorf. Wie derum läßt er seinen Ruf ertönen. Eine Frau ruft ihn heran, fragt in deutscher Sprache nach dem Preis, Anton gibt ihn be­tannt. Da sagt die Frau auf einmal in französischer Sprache zu ihrem Manne, der neben ihr stand: Das ist nicht zu teuer. Wir wollen welche taufen." Mein Bruder stand sprachlos; dann aber gab ein Wort das andre. Rührend wurde er in der Gemeinde aufgenommen und bewirtet. Mit leerem Strumpfsad tehrte er nach Offenbach zurüd und berichtete freudestrahlend, daß er Landsleute gefunden habe. Da beschlossen wir, nach

* Bon der Universität. Der Raab, der sich auf dem Gebiete d lihen Kritik des Versailler Diktats erhielt einen Ruf als ordentlicher P politik an die Forstakademie Thar sophische Fakultät hat den Gesch Robeisenverbandes", Arthur Klo tennung seiner Verdienste um Wisse halber zum Doktor der Staatswis venia legendi wurde erteilt dem Balldorf( Kreis Groß- Gerau) Theologie und Dr. Otto Behagh Chemie.

* Seltenes Gelehrtenjubiläum professor an der hiesigen Landes Hermann v. Jhering, beging in s Oberhessen das seltene Fest des läums. Prof. v. Jhering promov tingen zum Doktor der Philosophi Thering nach Brasilien aus, wo e bieten in den Tropen itch außero warb. Durch seine vielfachen Stu einen Weltruf als Gelehrter. I wissenschaftlichen Verdienste wur sum ordentlichen Honorarprofess universität ernannt.

Abspringen von fahrenden fende beim Einfahren von Eisenb its die Türen der Abeie ch.irde reits die Türen der Abteile öffn

Friedrichsdorf zu wandern und u der Pfarrer riet uns dazu. De empfing uns persönlich und half Und so sind wir seit etlichen Jah richsdorf.-Aber nun müßt a jählen, denn sie ist, wie ich annel dern ähnlich voll Sturm und No In furzen Zügen berid

auch er die Heimat verloren hat habe Wurzel fassen wollen, da Dorjes dies benutzen wollte, ihn ju machen. In bewegter Weise der letzten Tage und schloß mit meine Braut verlieren, mag m gerbrechen, mag ich auch meine

müfen, wer weiß wohin, meinen Besitz vertauft,- eins mein gutes Gewissen. Darum

ihr mir zur Wahrheit und Klar Abraham Privat nahm die d herzlich. Dann fragte er Hans

macher? Und Vermögen habt i

Hans nannte die Zahl de Summe. Da wurde Abraham

Jh möchte euch gerne helfen un aber das sage ich euch erst später feht mit euch nach Holzhausen, u Sonntagsschuhe an! Wendet a meinetwillen, sondern um euret

Merstag dieser Woche haben?" Hans Seeger bejahte es. Gerne hätte er mehr gewuß Privat ab. So gingen sie nun Meister Bogelsberger war f Kunden, den Hans ihm zuführte

Mergebe, jo tonne Hans die Arbe