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Sonnabend, den 28. August 1926.

Die Mittelstandskuren sind aber nur dann, möglich, wenn sie in der Vor- oder Nachsaison vorgenommen werden. Die Ent­lastung der Hochsaison zugunsten der stilleren Kurzeit gestattet den Bädern und Sanatorien ein weitgehendes Entgegenkommen in der Preisgestaltung. Grundbedingung für Mittelstands­turen ist der Nachweis der Kurnotwendigkeit durch eine furze hausärztliche Bescheinigung, sowie der wirtschaftlich bedrängten Lage durch Vorlegung von Steuerpapieren oder Befürwortung durch das Wohlfahrtsamt oder eine andere Wohlfahrtsstelle.

oblemen der Familie, des sexuellen Ge , der Rassenfrage, der internationalen Standpunkt der Jugend auszusprechen, rundanschauungen nach lutherischer Auf­is mit Freimut dargelegt werden, soweit ers erfreulich ergab sich in vielen Grup ereinstimmung auch zwischen deutschen gierten, aber es wurde überhaupt im mer herzlichere Gemeinschaft festgestellt. e in der oben erwähnten Abendmahls ezten Konferenztages. Die Leitung der Stelle des zurücktretenden Präsidien ittes: Dr. John Mott, der nach Comitee am 7. August erfolgten Wahl Weltbundes nunmehr drei Präsidien christlicher Organisationen innehat: christlichen Studentenweltbundes, des nsbundes und des Weltbundes der Dereine.

der ein Beispiel.

ch, wie in manchen anderen Städten.

Des Oberbürgermeisters die Bereinsvor esang, Turn, Sport- und Wanderver ung zu einer Aussprache über die Ber­

festen zusammengefunden. Allgemein

s Berichterstatters, Stadtpfarrers 3e1­

e wirtschaftliche Not dazu zwinge, die staltungen zu vermindern und zu ver Vereinsvorstände durch ein gemeinsames htung den Wunsch sehr vieler Vereins tiftungsfeste sollen nur noch bei 50-, 75­en veranstaltet werden. Besondere Auf­der Frage des Sonntags gewidmet, fassung ein Tag innerer Erhebung sein ellt, daß für örtliche Feste der Sonntag

ei größeren Festen tann nach dem Bor­

standes eine Zeit von 1- Stunden esetzt werden; auch die Losung der Kasse stag nachmittag frei für Sport, Sonn­Sport", fand warme Fürsprache. Der nmenfassend fest, daß kein ernstlicher erhoben habe, den Sonntag vormittag

istaltungen zu halten.

st

A

wieder die meisten Fremden. allem die Reichshauptstadt, die, wie er Zeiten der Inflation das Eldorado der aber nach der Stabilisierung der Wäh

Gästen wegen der damit eingetretenen eit gemieden wurden, beginnen jetzt wie­ßeren Zustrom an ausländischen Gästen = im Laufe dieses Sommers hat in er ptstadt eine Besuchsziffer an Fremden

t in der Blütezeit der Inflation kaum t wird Berlin dank einer großzügigen des Fremdenverkehrs und nicht zuletzt Ausstellungen des Berliner Messeamts r stärkste Anziehungspunkt der Fremden nderen Großstädten der übrigen Länder. starken Wachstum des Fremdenverkehrs Hotelgewerbe sich neue Aufgaben ge­es das Eden- Hotel in Berlin, das auf zu einem der hervorragendsten Werke zu entwickeln. Das Eden- Hotel, der tschlands, in der besten Lage im Westen Zoologischen Garten, hat besonders un­nicht nur die stärkste Aufmerksamkeit als ondern auch weitgehendste Beliebtheit Berliner Gesellschaft dadurch gewonnen, estaurationssälen jede Unterhaltung ge­

*

in Heil- Bädern und-Anstalten. r Balneologiſchen Geſellſchaft in Berlin turen in Heilbädern und Heilanstalten meinen Beliebtheit, da bei ihnen di zerordentlich mäßig gehalten sind. Margarete eine zweite Frühlingszeit. J e die Tochter Sybille wieder; und von 5 listige, unwahre, berechnende Wesen inter seinen Enkelkindern. Das Gold Schein, über das sich soviel Geröll der Heeger erlebten noch, daß die Ingel Holzhausen zusammenbrach. Als die rg ausſtarb und ihr Erbe an Hessen­der Landgraf Wilhelm der Achte seine if Holzhausen geltend.

er erklären, gehören mir vom Dorf gehört euch, Herr Freiherr, zu Un­ärze und Tinte und Juristenliſt wur Landgraf aber besetzte einfach Holz­der stärkere Mann! Zwar ging das on 1741 bis 1764, aber das Ergebnis rde mit Geld abgefunden, der Landgraf

jezt meine Geschichte schließen, aber ite! unterschlagen, das Gott selbst nach üge.-- her Gewalt und List war in Holzhausen

errichtet worden. Und deren Kirche erbaut und bestellt, troß des Wider

von Hessen- Homburg.-

aber wirkte hundert Jahre später die

liche Vergeltung.

Jahren des neunzehnten Jahrhunderts

junger katholischer Kaplan, Josef

Förderung des Mineralstoffwechsels

durch Klimakuren.

et=

Diese

A.D.B. Die wissenschaftliche Forschung hat die Kenntnis von der Bedeutung der Mineralfalze für den Aufbau des menschlichen Körpers wesentlich gefördert. Das hat zu der irrigen Auffassung geführt, daß man den Mineralstoffwechsel dadurch fördert, daß man einfach die als nüglich und wertvoll kannten Mineralfalze als Heilmittel einnehmen läßt. Grundlage für mitunter etwas laut angepriesene moderne Nähr­salze hat sich als recht schwankend erwiesen. So einfach sind die Stoffwechselvorgänge innerhalb des Körpers nicht. Die durch den Mund eingeführten Mineralsalze werden nicht immer den Geweben und Organen des Körpers zügeleitet, sondern sie ver­laffen vielfach ungenutzt den Darm. Das wäre das fleinere Uebel. Aber vielfach fammen sie auch auf dem Wege der Nieren zur Ausscheidung, wobei sie schwere Erkrankungen dieses empfind­lichen Organs verursachen fönnen. Auf diese Tatsache wurde in dem Kolberger Lehrgang über Wohlfahrtspflege von Prof. Dr. Straub Greifswald hingewiesen, zugleich aber auch festge= stellt, daß eine außerordentlich günstige Verschiebung der Mineralfalze innerhalb des Organismus im Sinne einer För derung des Mineralstoffwechsels durch sorgsam ausgewählte tlimatische Kuren erzielt wird. So erklärt sich auch die günstige Einwirkung flimatischer Kuren, auf die englische Krankheit durch durch eine Förderung des Kaltstoffwechsels.

Gute Beschichung der Kölner technischen Messe.

Der für die Kölner technische Messe in diesem Herbst( 12. bis 17. September) vorgesehene Ausstellungsraum ist bereits voll belegt. Außer den beiden Sonderfachausstellungen Fließ­arbeit und, Lichtwirtschaft" verdient die Gruppe Hoch­spannung" noch besonders hervorgehoben zu werden. Die Studiengesellschaft für die Schnellbahn Köln- Dortmund wird mit ihren Projekten für die geplante Bahnanlage zum erstenmal vor die breite Oeffentlichkeit treten. Im übrigen umschließt die technische Messe, alle die Gebiete der Technik, die für das westdeutsche Industriegebiet besonders charakteristisch sind. U. a werden diesmal verschiedene große Brüdenbauunternehmungen mit zum Teil umfangreichen Ausstellungen in den Vordergrund treten. Die fachliche Höhe der Kölner technischen Messe wird am besten durch einige Namen der beteiligten Firmen gekenn­zeichnet wie Krupp, Vereinigte Stahlwerte, Humboldt, Motoren­fabrik Deuz, Felten u. Guilleaume, Maschinenfabrik Augsburg­Nürnberg, Junters, Jucho, Flender, Klönne, Mauser usw.

Lokales.

Sonntagsgedanken.

Einem jeden Menschen gab sein Schöpfer ein feines Instru­ment mit hellen Silbersaiten. Vielen sind die Saiten schon ge­brochen, dumpf flingt ihnen die Harfe. Nur wenige vermögen die hellen Saiten anzuschlagen.

Von der Freude will ich heute reden.

Unsere Sehnsucht verlangt nach ihr. Aber nur selten fommt sie, denn unsere Tage, bringen soviel Traurigfeit mit Sorgen um das tägliche Brot, Elend im Lande, Unglüd auf allen Stra­ßen und Wegen. Und wenn die Freude wirklich kommt, dann ist sie selten ganz rein. Weil wir ängstlich umschauen, ob nicht hinter ihr schon wieder die Traurigkeit steht. Das tägliche Leben lehrt es uns doch, daß reine Freude kurz und selten ist.

Die Freude ist ein Gottesgeschenk. Wer es war und echt in sich trägt, der weiß, daß die Freude von Gott geschenkt nicht trughaft ist, sondern den Besitzer wahrhaft glüdlich macht. Aber nur der wird diesen Besitzstand wahren, der so groß und stark ist, daß ihm all das, was der menschliche Alltag bringt, gering und klein erscheint, der seinen Blick über diesen Tag hinaus in die Fernen der Ewigkeit lenkt, der aufrecht an den Kleinig=

Helferich. Er hielt biblische Predigten, er legte die Briefe des Apostels Paulus aus, und es entstand eine weite Bewegung der Geister, der auch die Protestanten der Gegend sich nicht ent= ziehen konnten.

Da wurde im März 1835 der junge Stürmer nach Mainz zu seinem Erzbischof befohlen. Und man prüfte ihn dort auf Herz und Nieren!

Und er, der glaubte, untadelig zu sein, wurde des Ver­brechens überführt, keine Mariäpredigten gehalten, ja jogar die lutherische Bibel gebraucht zu haben. Man sette ihn ab.

Siehe, da erklärte sich eine große Anzahl seiner dankbaren Anhänger für ihn, und am 24. Mai 1835 traten 48 Glieder der katholischen Gemeinde Holzhausens mit ihrem Pfarrer zum evangelischen Glauben über.

Acht evangelische, zwei katholische Geistliche nahmen damals an der Feier teil, die von fünftausend Christen der Gegend be­jucht war.

..Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, wird nicht wandeln in Finsternis, sondern das Licht des Lebens haben." Darüber wurde damals die Festpredigt gehalten.­,, Wer mir nachfolgt, wer mich bekennet," ach, wenn damit Ernst gemacht würde, daß wir Ihm gleich werden woll­ten an Gottinnigkeit und Gehorsam, in Liebe und Geduld, in der Weitherzigkeit, die uns den ungläubigen" Samariter im Gleichnis als Vorbild aufstellte und in dem heldischen Glau­ben, der in der trägen Masse eine große Ernte" sah.

Mir fällt immer die schwere Verantwortung aufs Herz, wenn ich im Geist Jesum sehe im Kreise der Engel und Seligen, umglänzt von der Strahlenfülle der Ewigkeit, und er will mich auch bekennen, will meinen Namen nennen und die Bedin­gung lautet: ,, Wer mich bekennet!"

,, Gießener Zeitung"

keiten dieser gedankenlosen Welt vorübergeht und das nicht steht, was die Alltagsmenschen begaffen und worüber sie stun benlang reben können.

Die Freude als Gottesgeschenk wird uns nicht in den Schoß gelegt; ohne unser Zutun verschenkt ein Herrgott nicht seine Gaben. Wer aber seine Herzenstammer von allem Staub des Alltags reinigt, wer seine Gewissensuhr stets pünktlich aufzieht und nie den Wahrnungsschlag überhört, wer sein Wegziel über diese Erde hinaus steckt, dem stellt auch sein Gott in seine Herzenstammer die Freude als Geschenk und er ist reich. Seine Augen leuchten, weil sie nur mehr das Schöne sehen. Waldfried.

* Berjonalien. Der Institutsgehilfe Georg Bayer am hygienischen Institut der Landesuniversität ist in den Ruhestand verseht worden.

Heilstätte für Nerventrante. Der Anstaltsarzt Dr. Wilh Bausch von hier wurde mit der Amtsbezeichnung Medizinal­rat" zum leitenden Arzt unserer Anstalt mit Wirkung vom 1. August 1926 ernannt.

Neu ausgestellt! Der dem Polizeiwachtmeister Peter Martert zu Gießen ausgestellte Personalausweis ist verloren gegangen und wird deshalb für ungültig erklärt. Das Polizei­amt Gießen hat demselben einen neuen Polizeiausweis, der die Nummer 24 trägt, ausgestellt.

Aufgehoben ist die Sperrung des Schiffenbergerwegs zwi­schem dem Erdkauterweg und dem Privatweg zwischen den Fabriken von Bänniger und Gail, weil die Walzarbeiten im Schiffenbergerweg zwischen Erdkauterweg und der Privatstraße zwischen den Fabriken von Bänninger und Gail beendet sind.

* Neubefestigung der Rodheimerstraße. Wegen Neube festigung wird hiermit die Rodheimerstraße zwischen Schützen­straße und Krofdorferstraße bis auf weiteres für jeglichen Fahr: verkehr gesperrt. Die unterm 21. ds. Mts. erlassene Sperrung der halben Fahrbahn der Rodheimerstraße wird hiermit wieder aufgehoben. Der Verkehr von Gießen nach Heuchelheim und um­gelehrt wird um den Schlachthof umgeleitet. Der Verkehr Don Gießen nach Krofdorf, bezw. Krofdorf Gießen findet durch den Verbindungsweg Krofdorferstraße Schützenstraße statt.

* Straßensperre. Die Kreisstraßenstrede Lang- Göns Kirchgöns" wird vom 30. August ds. Js. ab wegen Ausführung von Kleinpflasterarbeiten für den Fuhrwerks- und Autoverkehr gesperrt. Der Durchgangsverkehr wird von Lang- Göns über Niederkleen nach Pohl- Göns oder über Holzheim- Gambach­Butzbach geleitet. Die aufgestellten Warnungstafeln sind zu be­achten und den Anordnungen der Straßenbaubeamten Folge zu leisten. Die Straßensperre Klein- Linden- Dudenhofen inzwischen aufgehoben worden.

ist

Der

Gegen eine Aenderung der Fernsprechgebühren. Reichsverband des deutschen Handwerks hat in einer Eingabe an den Reichspostminister gegen eine beabsichtigte Aenderung der Fernsprechgebühren Verwahrung eingelegt. Die Wiedereinfüh­rung einer Grundgebühr würde neben einer starken Erhöhung der bisherigen Kosten eine erhebliche Belastung der Wenigsprecher mit sich bringen und zu einer verstärkten Aufgabe von Fernsprech­anschlüssen führen.

* Ein schwerer Autounfall. In den gestrigen Vormittags­stunden geriet der Personenwagen des Herrn Dr. St., der meh­reren in schnellem Tempo entgegenkommenden Radfahrern aus­weichen wollte, auf den Bürgersteig und erfaßte dabei den an der vorbeiführenden Gartenmauer beschäftigten 57 Jahre alten Weiß­binder Heinrich Kutscher aus Hattenrod. Er wurde gegen die Mauer gebrüdt und mit schweren Verlegungen in die Chirur­gische Klinik gebracht, wo er, nachdem ihm das rechte Bein ab­genommen werden mußte, nachmittags 4 Uhr seinen Verlegungen erlag. Die Schuldfrage ist noch nicht geklärt.

*

Zur Unterschlagung des Reflamechefs des Gießener An­zeigers". Der seit kurzer Zeit für den Anzeigenteil des Gie­Bener Anzeigers" verantwortlich zeichnende Kaufmann Hans Juest el ist von einer Beurlaubung nicht zurückgekehrt. Die Untersuchung ergab, daß er 10 000 Mart unterschlagen hatte und mit diesem Betrag sowie mit dem Schedbuch der Firma flüchtig gegangen ist.

Hessen in Berlin. In Berlin hat sich eine Hessen- Ver­einigung gebildet, die die zahlreichen in Berlin und Umgegend ansässigen Hessen in zwanglosen und regelmäßigen Zusammen­fünften einander näher bringen und die Liebe zur Heimat pfle gen will. In der am 10. August stattgehabten, von Ministerial­rat Prof. Maurer geleiteten Gründungsversammlung über­

Charakterbildung durch den Sport.

Es bedeutet keine Ueberschätzung des Sports, seine charak­terbildenden Momente anzuerkennen, wie es eben feine leere Phrase ist, daß der Sport, sportlicher Wettkampf, den Charakter bildet. Denn was verlangt der Sport? Er setzt nicht nur förper­liche Fähigkeit voraus; es bedarf heute keines großen Aufwandes an überzeugenden Tatsachen mehr, um diese Anerkennung zu er langen.

Der Charakter als Summe der Eigenschaften eines Menschen nicht nur in geistiger und moralischer, sondern auch der rein törperlichen erfährt eine Stärkung, Durchbildung in der Durchbildung der einzelnen Eigenschaften. Und die Ausübung irgendeiner Sportart erfordert die Betätigung dieser Eigen­schaften.

Nimmt man als Beispiel etwa den so verbreiteten Fuß­ballsport: er beansprucht die förperlichen Fähigkeiten, also die physische Stärke, die Schnelligkeit, die Ausdauer des Fußball­spielers, jetzt aber, wenn es sich tatsächlich um eine planmäßige Ausübung dieses Sportes handelt, auch geistige Fähigkeiten voraus, die Gabe der schnellen Auffassung und Anpassung, die Möglichkeit, durch einen schnell erfundenen Trid den Gegner zu täuschen, die Situation auszunügen; verlangt Mut, auch in einer bedrohlichen Lage sich nicht zurüdzuziehen, sondern tapfer da­zwischen zu gehen, wenn es auch einen schmerzhaften Puff, even­tuell sogar eine Verlegung geben kann. Und schließlich birgt

insbesondere der Mannschaftssport Vorteile

in sozialer Hinsicht, erzieht zum Gefühl der Gemeinschaft und Kameradschaftlichkeit, der Einordnung. Es ist tein Gegen­argument, wenn nun nicht jeder Fußballspieler ein geistig und moralisch hochstehender Mensch ist. Die sportliche Erziehungs­

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brachte Schauspieler Göbel vom Hessischen Landestheater u. a. Grüße von Bienchen- Bimmbernell und trug deren neuestes Gedicht Kinstliche Kinner" vor. Es gab viel Wiedersehens freude zwischen Landsleuten, die sich zum Teil seit Jahren nicht gesehen hatten, obgleich sie in der Riesenstadt dicht bei einander wohnten, ohne davon zu wissen. Man fann es nur lebhaft de grüßen, daß endlich ein verbindendes Glied geschaffen ist, welches die vom Schicksal nach der Reichshauptstadt geführten Hessen zusammenhalten und dafür sorgen will, daß sie ihrer schönen Heimat und hessischer Art nicht allzu rasch entfremdet werden. Die Hessen- Vereinigung ist bestrebt, alle hessischen Landes­finder in Berlin ohne Unterschied zu umfassen und bittet deshalb diejenigen unserer Leser, welche Bekannte oder Ange­hörige in Berlin haben, diese von der Gründung der Vereinigung zu benachrichtigen und sie zu veranlassen, ihre Adresse an Mini­sterialamtmann Kriegbaum, Berlin- Halensee, Johann­Georgstr. 12, mitzuteilen. Sie werden dann regelmäßig Ein ladungen zu den Hessen- Abenden erhalten.

Gießener Schützenverein. Mitte August veranstaltete der Schützenverein sein jährlich wiederkehrendes Schützenfest ver bunden mit Preisschießen im Schützenhaus und auf seinen Schießständen. Die Beteiligung der Mitglieder und der aus­wärtigen Schützen war gut. Am Samstag wurde die Feier mit einem Kommers eröffnet. Am Sonntag wurde das Schießen vormittags mit einem Wettstreit der Jungschügenabteilung be­gonnen und nachmittags durch die Schützen aufgenommen. Mon= tags wurde das Schießen fleißig fortgesetzt. Während der Mit tagspause fand ein gemeinsames Essen in den Räumen des Schützenhauses statt. Der erste Schützenmeister Ph. Nicolaus begrüßte hier die Vertreter der auswärtigen Vereine und die erschienenen Gäste. Er wies auf die Bedeutung und den Ern des Schützenwesens hin, in seiner Pflege guten vaterländischen Geistes, herzlicher Schützenbrüderlichkeit und der sich daraus er­gebenden Einigkeit zum Wohle des deutschen Vaterlandes. Bei der Preisverteilung am Abend konnte der erste Schützenmeister auf die ganz hervorragenden Resultate, die erzielt wurden, hin= gewiesen, als Zeichen dafür, daß dem Schießsport mit ernstem Eifer nachgegangen wird. An die Preisverteilung schloß sich ein gemütliches Zusammensein an, das die Schüßen mit Damen und Gästen bei bester Stimmung lange zusammenhielt. Beson­ders unterstützt wurde die Feier durch vortreffliche Vorträge von Frl. L. Weeg und Kurt Richter. Die Resultate des Schießens waren folgende: Ehrenscheibe, 175 Meter Freihand: 1. Chr. Weeg Gießen, 20 R., 2. Wagner- Krosdorf, 19 R., 3. Zeller Gie Ben, 18 R., 4. Georg- Gießen, 16 R., 5. Möhl- Gießen, 16 R. 300 Meter, Freihand, Meisterscheibe: 1. H. Sauer- Gießen, 53 Ringe, 2. Chr. Weeg- Gießen, 51 R., 3. R. Fabre- Bad Homburg. 51 R. 175 Meter, Freihand, Meisterscheibe: 1. R. Fabre- Bad Homburg, 55 R., 2. H. Mangelsdorf- Gießen, 54 R., 3. Chr. Fay- Bad Homburg, 52 R. 100 Meter, aufgelegt, Meisterscheibe:

1. Enders- Laubach, 35 R., 2. H. Sauer- Gießen, 35 R., 3. Sch. Appel- Gießen, 34 R. Jagdscheibe, 60 Meter laufend. Keiler: 1. Aug. Pascoe Dudenhofen, 32 R., 2. Gg. Appel- Gießen, 31 R., 3. Friedr. Pascoe- Gießen, 31 R. Jungschützen- Abteilung:

A. 15 Schuß( ie 5 Schutz stehend, kniend und liegend, Freihand): 1. Stahl mit 138 Ringen. 2. Silgardt mit 134 R., 3. Fischbach mit 120 R. B. Beste Leistung bei 5 Schuß: Stahl 45 R. stehend, Hilgardt 53 R. Iniend freihändig, Schirmer 54 R. liegend frei­händig. Die beste Gesamtleistung bei 45 Schuß erreichte Hilgardt mit 396 Ringen, das sind im Durchschnitt 9 Hinge pro Schuß. Diese und alle übrigen Jungschützen wurden mit Ehrenpreisen bedacht. Das allgemeine Interesse für das Schießen hatte sich durch großzügige Stiftungen kundgetan.

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* Stadttheater. Dienstag, den 31. August, Anfang 8 Uhr, wird die Erstaufführung des Schwantes O diese Bubiköpse!" von Kurt Kraatz und Max Neal gegeben. Ausgeführt vom Kur theater Bad Nauheim. Das Stüd erzielte bei seiner Erstauf­führung in Bad Nauheim einen großartigen Erfolg.

* V. H. C. Am Freitag, den 3. September findet in der Gast­wirtschaft Hopfeld" eine Außerordentliche Hauptversammlung und am Samstag, den 4. Sept., abends 8,30 Uhr, im Saalbau Sauer ein Geselliges Zusammensein mit dem V. H.C. Darmstadt statt.

* Vom hessischen Tierschugverein. Der Tierschutzverein für Hessen wird seine diesjährige Hauptversammlung am 13. Sep­tember in Bingen abhalten. Die Tagesordnung bietet außer den geschäftlichen Gegenständen einen Vortrag mit anschließender Aussprache über ein Thema aus dem Gebiete des Naturschutzes, insbesondere des Vogelschutzes.

arbeit tann naturgemäß nur insoweit einsetzen, als diese ganz gleich ob physische, geistige oder moralische Eigenschaft in ge­ringerem oder größerem Maße vorhanden ist, und tann in diesem Stadium beginnen, sie auszubilden.

Vermag doch auch eine persönliche Erziehung einen Menschen, wie er sich aus der Summe seiner Anlagen und Eigenschaften er­gibt, nicht vollkommen umzumodeln, sondern nur hier stärkend, dort mildernd zu beeinflussen. Diese Beeinflussung übt auf seinem Gebiet auch der Sport.

Und er fann sie das soll nicht verschwiegen werden- auch in negativer Hinsicht üben. Doch ergibt eine objeftive Betrach­tung, daß sich diese negativen Wirkungen sicher zum Teil leicht vermeiden lassen, wenn die persönliche Beeinflussung, die ja immer an erster Stelle als Fattor zur Weiterbildung des Menschen stehen wird, hier früh genug und in rechter Weise eingreift.

*

Die Energieleistung im sportlichen Wettkampf.

Der sportliche Wettkampf, der die Höchstleistung bringt, er: fordert nicht nur förperliche Fähigkeiten, wie ja sportliche Be tätigung Gport hier besonders betont mit der Tendenz zur Höchstleistung des einzelnen verstanden I nicht allein das Be­finden und die Ausbildung des Körpers beeinflußt. Natürlich setzt die sportliche Leistung förperliches Können voraus, stellt an den Körper wesentliche Anforderungen hinsichtlich der rein phy­fischen Stärke, der Ausdauer, soweit diese im Körperlichen be­gründet ist. Ein wesentliches Erfordernis zur Erreichung sport­licher Höchstleistung, die ein völliges Ausgeben des ganzen Könnens verlangt, ist jedoc