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Str. 38.

esellschaft, Berlin

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om 8. September 1926 hat beschlos 35 000 000 R- M. durch Ausgabe von

ab gewinnberechtigten Kommandit­Ausschluss des gesetzlichen Bezugs Kommanditanteile hat eine Banken­ervon 20000000 R.-M., eingeteilt in manditisten zum Bezuge anzubieten. s in das Handelsregister eingetragen e Kommanditisten auf, das Bezugs

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esellschaft, Berlin Hamburg, Hamburg ankverein A.-G. in Köln

e der vorgenannten ferner:

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ellschaft, Filiale München, hsel- Bank,

Ischaft, Filiale Nürnberg, hsel- Bank,

eordneten Nummernverzeichnis ver­n Empfang genommen werden kann,

teilscheinbogen einzureichender 0 RM neuer Kommanditanteile zum zahlung gewährt.

ziehenden Kommanditisten. gen provisionsfrei. Falls er im Wege zugsstellen die übliche Provision in es werden Kassenquittungen ausge­ertigstellung gegen Rückgabe dieser berechtigt, aber nicht verpflichtet, zu prüfen.

ditanteile ist bei der Anmeldung des Möglichkdit diesen Wünschen zu ent­

zugsrechten sowie die Regulierung

Namen lautenden nteile.

mmanditanteile 60001-100000 e gleichzeitig mit der Ausübung teile in Inhaber- Anteile gemäss können.

i den oben genannten Stellen den Stempelaufdruck versehen

Disconto- Gesellschaft.

beilung­

nachgeprüfte und bestätigte glän­eration ohne Berufsstörung, ohne ß selbst approbierte Aerzte sich und r Methode behandeln lassen. ter Arzt, schreibt:

gen, Ihnen mitteilen zu können, daß Brüchen durch Ihre Behandlungs

e, die ich selbst früher nie für mög­

en Kollegen erregten diese Erfolge

zu widerlegen.

Institut für orthopädische Bruch­tätige ich, daß mein Bruchleiden inf Jahren vollständig geheilt ist. ohne Beschwerden verrichten. Christian Veniß, Konstanz.

icht mehr. Ich kann Ihre Methode G. Bertram, Oschersleben,

ch behaftet ist, nur empfehlen.

jezt vollständig geheilt.

M. B. Wettelbrunn.

der Bruch meines Sohnes Roberi eheilt ist. Aug. Bopp, Cadenberge. beglaubigte Zeugnisse Geheilter lie­approbierten, speziell ausgebildeten Bahnhofs- Hotel Lenz, Freitag, den vormittags.

t für orthopädische Bruchbehandlung vorm. Dr. med. S. L. Meyer.

rn, die uns nachzumachen versuchen,

überhaupt zu kennen. Erft prüfen,

39. Jahrg.

Samstag, den 25. September 1926.

Nr. 39.

Gießener Zeitung

Erscheint: Samstags.

( Neueste Nachrichten)

Bezugspreis 40 Pig. monatlich frei ins Haus. Redaktionsschluß früh 8 Uhr. Für Aufbewahrung oder Rück. lendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert.

Einberufung des Hessischen Landtags. Darmstadt, 24. September. Wie verlautet, wird der Hessische Landtag zur Beschlußfaſſung über das Volksbegehren auf Auf­lösung des Hessischen Landtags auf den 12. Ottober ds. Js. ein­berufen. Die Sigungen werben sich nur auf wenige Tage er streden, worauf die Regierung den Tag der Volksabstimmung, vermutlich vier Wochen später, festsetzen wird.

Amnestie im besetzten hessischen Gebiet.

Im Berfolg der Amnestieabmachungen wurden am Montag in Mainz aus dem französischen Militärgefängnis 20 deutsche Ge­fangene entlassen und den deutschen Behörden übergeben.

Weiterhin hat die Rheinlandkommission die vor dem Ruhr­kampf im besetzten hessischen Gebiet verfügten Ausweisungen auf­gehoben.

Abtransporte am Rhein.

In den letzten Tagen haben die Abtransporte französischer Truppen nach Frankreich begonnen. Nachdem Ende August eine halbe französische Jägerbrigade in einer Stärke von 700 Mann deutsches Gebiet verlassen hat, handelt es sich jetzt um die Be­satzungsverminderung, die vor den Genser Verhandlungen zwi­schen Briand und dem deutschen Botschafter in Paris, Herrn von Hoesch besprochen worden ist. Bei diesen Besprechungen hatte Briand im Auftrage der französischen Regierung erklärt, daß im Laufe des Monats September eine Verminderung der fran­zösischen Truppen im Rheinland in Höhe von etwa 5000 bis 6000 Mann erfolgen soll.

Die hess. Sänger für das Reichsehrenmal am Rhein. Der Hessische Sängerbund nahm anläßlich seines in Mainz stattgefundenen ersten Sängerbundesfestes einstimmig eine Ents schließung an, in der die zuversichtliche Hoffnung ausgedrüdt wurde, daß schließlich doch noch als geeignetste Stätte dankbaren deutschen Gedenkens an die im Weltkriege für das Vaterland ge­fallenen Söhne unseres Volkes die Toteninsel bei Lorch am Rhein erwählt werden. Geschichtliche, ästhetische, kulturelle und politische Gründe verlangten, daß das Reichsehrenmal am Rhein errichtet werde.

Anläßlich des Hessischen Sängerbundesfestes hatte die Stadt Mainz einen Fremdenzustrom zu verzeichnen, wie wohl noch nie. Allein mit der Eisenbahn sind mindestens 60 000 Gäfte hier an­gekommen. Rechnet man noch die vielen anderen hinzu, die mit Straßenbahnen, Autos, etc. sowie zu Fuß hierher gekommen sind, so dürfe mit einer Gesamtzahl von rund 80 000 Besuchern des Sängerbundesfestes zu rechnen sein.

Ein Schlag gegen das Tiroler Deutschtum.

Das italienische Unterrichtsministerium hat angeordnet, daß vom 1. Oktober ds. Js. ab in den deutschen Unterklassen der Realschulen in Bozen und den slowenischen Unterklassen der Realschule in Udine sowie in den noch bestehenden Klassen der Lehrerseminare von Tolmein und Bozen die italienische Unter­richtssprache eingeführt wird.

Damit hört das deutsche Schulwesen in Südtirol auf zu be­stehen. Die Professoren dieser Anstalten wurden in den Ruhe­stand versetzt.

Parteitag der D. V. P.

Der volksparteiliche Handels- und Industrieausschuh ist im Anschluß an den Reichsparteitag der D.V.P. in Köln zu einer Sigung auf den 4. Oktober, 10 Uhr vormittags, in das Wilhelm­Marg- Haus am Hindenburgwall einberufen worden.

Große Koalition und D. V. P.

Berlin. Bei der Hanseatentagung der volksparteilichen Fraktionen der Hansestädte sprach der Vertreter Hamburgs auch über die nun schon seit fünf Jahren bestehende Große Koalition in Hamburg. Er erklärte, sie habe sich bewährt. Die Politik der Deutschen Volkspartei im Hamburg in der Großen Koalition findet in allen Kreisen der Parteifreunde rolle Anerkennung.

Vor dem Abschluß der Eisenpaktverhandlungen? Maßgebende deutsche Industrievertreter, die an den Pariser Eisenpaktverhandlungen teilgenommen haben, sind der Auffas­sung, daß in dieser Woche noch eine Einigung mit Belgien statt­finden werde. Frankreich habe dem Eisenpakt endgültig zu­gestimmt. Sobald der Eisenpakt abgeschlossen sei, dürfte auch das internationale Schienenkartell endgültig zustandekommen.

Kirche und Sozialdemokratie.

Am 11. Juli haben in Baden die Neuwahlen zur Landes­synode stattgefunden. Bei dem Ergebnis ist besonders bemerkens= wert, daß der Boltskirchenbund evangelischer Sozialisten" 27 395 Stimmen und damit 7 Sige erlangt hat, während er es 1920 nur auf 11 763 Stimmen und 3 Abgeordnete gebracht hatte. Er kann also eine Zunahme von über 100 Prozent verzeichnen. Für ein Bismard- Nationaldenkmal.

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Mit dem Sitz in Köln ist ein Verein zur Errichtung eines Bismard- Nationaldenkmal gegründet worden, dessen Vorstand

Drud. Verlag und Expedition: Gießen, Südanlage 21 Fernsprecher Nr. 1362 Postscheckkonto Nr. 8437 Amt Frankfurt a. M.

Eine gewaltige Sturmtatastrophe

ist über Florida niedergegangen. 1200 Tote und 6000 Berlegte find festgestellt. Nach den bisher vorliegenden Meldungen sind mindestens 1000 Personen getötet und mehrere Tausende verlegt worden. ,, Times" zählt allein in Miami 500, in Hollywood 200 und in Fort Lauderdale 200 Tote. Jm Hafen von Miami wurden 150 Schiffe zerstört, deren Bemannung( mehrere hundert Mana) er= trunken ist. Der Sturm ist der schwerste, der jemals über Amerifo hinweggeangen ist. Er riß eine 60 Meilen breite Bresche in die Küste Floridas und ließ überall Zerstörungen und Elend zurüd. Der Ortan brach, von Westindien tommend, über die Bahama­insel nach Florida ein. Das Barometer erreichte einen nie ge­kannten Tiefstand. Der Sturm dauerte neun Stunden und er­reichte zeitweise 140 Meilen Geschwindigkeit. Miami wurde in zwei Flutabständen heimgesucht. Die zweite Flutwelle ver­nichtete in der Stadt alles, was die erste verschont hatte. Die meisten Wolkenkrager sind eingestürzt. Sämtliche Häuser sind vernichtet oder wenigstens schwer beschädigt. In Miami ist der Belagerungszustand verhängt. Mehrere Ortschaften in der Nähe von Miami find gänzlich vom Erdboden verschwunden.

1. a. angehören: Reichsminister des Aeußeren Dr. Stresemann, Reichskanzler a. D. Dr. Luther, Reichsminister a. D. Dr. Jarres. Am 16. und 17. Oktober veranstaltet der Verein in Hannover einen ersten deutschen Bismardtag.

Vor den Neuwahlen in Sachsen.

Der Sächsische Landtag trat Donnerstag nachmittag zu seiner ersten Vollsizung nach den Sommerferien zusammen. Der Präsident teilte mit, daß die Regierung die Absicht habe, Neu­wahlen für den Landtag auf den 31. Oktober auszuschreiben.

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Die deutschen Spareinlagen.

Trotz der Arbeitslosigkeit nehmen die Spareinlagen bei den deutschen Sparkassen allmonatlich zu, und zwar wachsen sie in den letzten Monat durchschnittlich um 100 Millionen Mark im Reich. Die Gesamtsumme der Spargelder hat heute bereits Milliarden Mark überschritten. Allerdings betrug beispiels­weise im Januar der Ueberschuß der Einlagen noch 166 Millionen im Monat, er fiel dann im Februar auf 138 Millionen, im März auf 107 Millionen, um von da an konstant zu bleiben.

Was die Wohnungszwangswirtschaft kostet.

58,400 Beamte.

816,000 Brozesse. 584,4 Millionen Mark. Das Fachblatt des deutschen Möbeltransportes schreibt: Der Reichstagsabgeordnete Lude hat kürzlich eine Zusam­menstellung über die Kosten der Wohnungszwangswirtschaft ver­öffentlicht. Danach ergibt sich folgendes:

a) Aufwand für etwa 30,609 Beamte usw. bei den Woh­nungs- Aemtern 19,800 Beamte usw., die sich mit der Bearbeitung von Wohnungsangelegenheiten bei den Gerichten beschäftigen, und 8000 Steuerbeamte für die mit dem Wohnungswesen zu­sammenhängenden Steuern. Zum Aufwand von 58,400 Beamten müssen an Gehältern gezahlt werden etwa 273 Mil­lionen Mart;

b) an Verwaltungskosten etwa 100 Millionen Mark;

c) 816,000 Prozesse im vorigen Jahre verursachten Kosten in Höhe von 122,4 Millionen Mart.

Zusammen 586,4 Millionen Mark.

Das würde auch ohne b) rund eine halbe Milliarde jährlich ausmachen.

Streit in einem kommunistijchen Betrieb.

Essen, 22. September. Daß eine kommunistische Zeitung sich bei einem Streit veranlaßt sieht, die Forderungen der Arbeit­nehmer als unbillig zu bezeichnen und den Arbeitgeber in Schutz zu nehmen, wird manchem Leser kaum glaubhaft erscheinen. Und doch hat sich dieser seltsame Fall dieser Tage in Essen zugetragen. Es handelt sich allerdings nicht um Differenzen in einem privaten oder staatlichen Betriebe, sondern die eigene Belegschaft des tommunistischen Ruhrecho" hatte es gewagt, wegen Lohndiffe­renzen geschlossen die Arbeit niederzulegen. In einer in Num­mer 219 des Ruhrechos" veröffentlichten Darstellung der Ge­schäftsleitung wird über die Ursache des Streitfalles mitgeteilt, daß die Druckerei sich gezwungen gesehen habe, infolge Unrenta­bilität des Betriebes Lohnkürzungen vorzunehmen, die zwischen 11 und 22 Prozent schwanken. Die Belegschaft und der Be­triebsrat wollten indes nur einer 5prozentigen Lohntürzung zu­stimmen. Die fommunistischen(!) Unternehmer wissen aber in solchen Fällen schon, was sie zu tun haben, um Herr im eigenen Hause zu bleiben. Es wurden die kommunistischen Stadtdelegier­ten zusammenberufen, die das Urteil der Partei" verkündeten, daß den kommunistischen Betriebsräten wegen ihres untommuni­stischen Verhaltens schärfstes Mißtrauen auszusprechen sei. Schon nach 2 Tagen mußte die Belegschaft zu Kreuze kriechen und die Arbeit wieder aufnehmen.

( Gießener Tageblatt)

Anzeigenpreise: die 30mm breite Petitzeile auswärts 24 Pig. lofal 12 Pig, die 90mm breite Reflame- Petitzeile 96 Pig. Plat porschriften ohne Verbindlichkeit. Bei Wiederholungen Rabatt. für Vollllischee- Anzeigen außerdem besondere Ermäßigung.

Um sich vor einer Wiederholung derartiger unliebsamen Ver­gänge zu schützen, wäre den Kommunisten zu empfehlen, es in ihren eigenen Betrieben mit dem im tommunistisch- bolschewisti­schen Rußland üblichen Verfahren zu versuchen. Dort ist bekanntlich das Streiken radikal verboten und zieht unter allen Umständen die sofortige Entlassung nach sich. Es ist recht interessant, dez in derselben Ausgabe des Ruhrecho", die die erwähnte Dar­stellung ,, in eigener Sache" enthält, der Bericht über Streitig­teiten im staatlichen Bergbau mit den Ueberschriften Scham­loser Betrug an den Arbeitern der Staatsbergwerte"- ,, Stru­pellose Ausbeutung der Arbeiter und Angestellten" versehen ist.

Sudetendeutschland und die deutsche Ostfront.

Von Vizeadmiral a. D. v. Trotha,

1. Vorsitzenden des Sudetendeutschen Heimatbundes Berlin. ( Geschäftsstelle: Berlin SW. 68, Zimmerstraße 87.) Der diesjährige Reichsverbandstag des Sudetendeutschen Heimatbundes führt die Sudetendeutschen, die im Reiche ihre zweite Heimat fanden, vom 2. 4. Oktober nach Breslau, das seit Jahrhunderten die stärkste Festung des Reiches gegen die slavische Flut ist. Die Eigenart unserer staatlichen Entwicklung hat es bisher verhindert, daß aus diesem Kampf um die Landnahme sich ein ostdeutsches Gesamtempfinden entwickelte, das in unserer Not­zeit das Deutschtum zwischen Ostsee und Adria zu gemeinsamem politischen Handeln hätte bestimmen können. Immer stärker wird bei den jungen slawischen Staaten der geschlossene Wille, an unserer Ostgrenze ein festes System dem deutschen Wall entgegen zusetzen.

So fordert die feindliche Zielsetzung heute mehr denn je von uns, der festen Bindung, die die deutschen Ostlande eint, inne zu werden. Denn nur in ihr liegt die Gewähr, daß unser Volkstum genügend Raum gewinnt, um mit allen seinen Kräf­ten wieder fest im Boden zu wurzeln.

In diesem Ringen aber muß die Behauptung der böhmischen Festung erstes Ziel sein und hierin ruht die Bedeutung des Sudetendeutschtums im Befreiungskampf des deutschen Volkes.

Ein geschichtlicher Rüdblid läßt die entscheidende Lage der umkämpften Landschaft erkennen. Als das Römerreich seine Herrschaft rhein- und donauabwärts vorschob, zielte Böhmen in die Mitte der feindlichen Stellung. Wenn auch die römischen Heere an der Weser und der mittleren Elbe zum Stehen kamen, so erkannte doch das freie Germanentum das Reich Marbods im Sudetenraum als den natürlichen Kern germanischer Großreichs­bildung an. Die Römer zerstörten es, um sich vom Druck auf das mittlere Donaubeden zu befreien. Im zweiten Jahrhundert wiederholt sich dieselbe Lage: die Markomannen wirken tief nach Ungarn hinein, dessen Völfer an ihrer Seite kämpfen. In diesen Beziehungen des Raumes nach Norden wie nach Südosten offenbart sich die politische Mittelstellung, die Böhmen immer wieder in der Geschichte des deutschen Volles auszeichnet.

Als nach der Wanderungszeit der osteuropäische Raum von den Slaven eingenommen wurde, hat doch niemals der Einfluß der germanischen Grenzstaaten auf die neuen Herren des Bodens aufgehört; ja, für die Sudetenländer selbst steht fest, daß die ger­manische Siedlung nie ganz erloschen ist.

Fast ein Jahrtausend später aber greift Böhmen als Macht­faktor im mitteleuropäischen Sinne in das Geschick des deutschen Volkes ein. Der Kampf Ottokars gegen Rudolf von Habsburg, in dem jener auf dem Marchfelde sein Leben ließ, ging nicht nur um den Besitz, sondern um die politische Vorherrschaft. Deutsche ritterliche Kultur zog über den bayrisch- böhmischen Grenzwald. Mit Ottokars Sohn, dem König Wenzel, erblühte Prag als eine Stätte deutschen Minnesangs, der eine Kette deutsch- slawischer Fürstensitze nachfolgten. So grüßen wir im Beginn des 14. Jahrhunderts in Herzog Heinrich von Breslau, dem Markgrafen Otto mit dem Pfeil von Brandenburg. dem Herzog Wizlav von Rügen im ganzen Osten eber- und nieder­deutscher Zunge eine Schar von singenden Fürsten. Staiser Karl IV. erhob Prag zur Hauptstadt des Reiches und suchte über Brandenburg hinaus an die Ostsee nach Lübed vorzustoßen, wie er im Südosten durch die Heirat Siegismunds den deutschen Ein­fluß in Ungarn sicherstellen wollte. Wie ein Nachklang dieser Gedanken mutet uns Wallensteins persönliches Streben an, von Böhmen her festen Fuß in Stralsund zu gewinnen und somit die Herrschaft über die Ostsee zu erreichen, während auf der an deren Seite die Protestanten immer von neuem sich an Bethlen Gabor von Siebenbürgen wenden, um von Südosten her eine Entscheidung über den gesamten deutschen Often herbeizuführen. Es ist derselbe Drang, der den Außenminister Friedrich des Großen, den Grafen Herzberg, veranlaßt, nach der Eroberung Schlesiens die Weichselmündung in die Hand zu bekommen und Preußens Bündnissystem bis nach der Türkei, gegen die Sieben. bürgen die Grenzwacht Europas hatte. auszudehnen.

Wir spüren, wie die Versuche des Deutschtums, von Böhmen her die deutsche Ostfront politisch zu ordnen, in den Plänen der Tschechen wieder aufgenommen werden, und so die junge tsche-­chische Nation in eine jahrtausend alte Tradition des Kampfes zwischen Deutschen und Slaven hineinstellen.

Noch fizzt in den Wäldern der Randgebirge, auf der Scholle, in den Städten des Sudetenlandes deutsches Boltstum. Die tschechischen Machthaber vertrieben es mit Gewalt aus seinen Stellungen. Wo heute noch deutsches Land ist, hat morgen das tschechische Bodenamt vielleicht schon seine Hand darauf ge= legt. Wo heute sich deutsche Arbeiterhände noch regen, fann morgen tschechisches Kapital sein Herrenrecht geltend machen. Wo heute noch in den Schulen deutsche Gebete und deutsche Lieber flingen, erzieht man morgen ein Geschlecht, das weder recht deutsch noch tschechisch spricht und schreibt. Und hinter allen täglichen Nöten mahnt das deutsche Blut, das in sieben Jahren der Gewaltherrschaft den Boden tränkte, seiner nicht zu vergessen.

Der Prager Dom aber fündet, daß dieses Land aus deutschen Kräften seine Gestalt gewann. Jm Berauntal spricht noch heute die Burg Karlstein von den Zeiten, in denen die Kleinode des heiligen Reiches in ihrem Schuge ruhten. Noch geht das Sude­tendeutschtum im Glauben an sein Recht und in der Wehrkraft deutschen Mannestums jeinen Weg. Auch das Reich hält ihm die Treue.