Nr amstag, den 23. Januar 1926.
gewendet werden. Die Anwendung von
faiy
Limburg. Reichsgraf Franz von Walderdorff ist heute auf
1, das Vorstellen von Stearinlerzen oder girantheit im Alter von 63 Jahren gestorben. Er war einer Seizapparaten aller Art, Gaslampen nem Schlosse in Molsberg bei Wallmerod nach langer schwerer Scheiben mit heißem Wasser, um die Gher größten Grundbefizer im preußischen Staate. toder gar aufzutauen, ist falsch und sehr Mühlheim a. M. Das Farbwerf Leonhard u. Co., das in Regel springen derart tündlich erwärmem Konzern der Farbenfabriken aufgegangen war, wird in Der dadurch entstehende Schaden geht kn nächsten Tagen das hiesige Werk ganz einstellen. Die Fir bejizers, weil solche Schäden bei allen Bea Cassella in Fechenheim und andere große Werke der Umften bedingungsgemäß ausgeschlossen sinegend werden die Angestellten und Arbeiter aufnehmen. Für
enbejizer und Hauseigentümer vor
nen wir bringend vor Auftauversuchen irgenriebes einen erheblichen Steuerausfall
Schövas Budget der Gemeinde bedeutet die Einstellung des Be
rin und 63 Prozent Spiritus empfohlen,
ein Mittei, die Scheiben vor dem Beilage Großenhain. Die hiesige Bäder- Jnnung feierte ihr 650jähbefrieren zu schützen, wird eine Lösung diges Bestehen. Der Festakt fand im reichgeschmüdten Sachsen, sobald sie wasserflar ist, mittels eines geurden, flang immer wieder hervor, daß das Handwerk zu hareinwandlappens, der mit der Lösung befeuem Kampfe, wie zu harter Arbeit bereit sein müsse.
äche des Schaufensters abgerieben wird.
offaal statt. Aus den vielen Glückwünschen, die dargebracht
nd Ortsgruppe Weglar bittet sämtliche fen htlinge sowie Auslandsdeuliche fich doch te tsgruppe betreffs Nachentschädigung zusamme ldungen bei Herrn Umlauf, Beglar, Spilbur ch- Licher Eisenbahn- Aktiengesellschaft hat d n Bau einer vollspurigen Nebeneisenbahn ve
Spiel und Sport.
Das Ende des Berliner Sechstagerennens. Mac Namara- Horan Sechstagefieger.
uzbach bis zur preußisch- hessischen Grenze Sejamtverlauf des 15. Berliner Sechstagerennen gelegen hatte, Strede nach Homburg erteilt erhalten. zan. Der Ausgang blieb faßt bis zur letzten Minute ungewiß. eil der Strecke betragen die Kosten 170 000 als die 145. Stunde mit ihren alle zehn Runden aufeinander
Bis zur letzten Stunde hielt die Spannung, die über dem
folgenden Wertungsspurts begann, war das Haus noch einmal fait restlos gefüllt.
Bei der letzten Hochwasserkatastrophe ist wirften eines jeden Spurts versprachen heiße Kämpfe, lagen doch endigkeit der Anlegung von Talsperren unicht weniger als vier Mannschaften
Die hohe Punktzahl mit 25, 10 und 5 Punkte für die drei
unüberrundet in der
en oberen Flußläufen der Vogelsberger Flüspihengruppe, alle von dem heißen Willen beseelt, zu siegen. In eben dem Grundzwed, die Wassermassen zurübem gigantischen Ringen gab jeder Fahrer sein Letztes her. erschwemmungen zu verhindern, fäme auch duch die im Rüdstand befindlichen Mannschaften strengten alle Sewinnung von Elektrizität in Frage. Begräfte an, um noch in letzter Stunde zur Spitzengruppe aufzu
inem großzügigen Projekt, bei dem es sich schließen.
Drei Sammelbecken in den Tälern zwische
Herbstein handelt, fanden bereits in den lereichten nach verzweifeltem Kampf das Feld. Sie liegen jetzt wobei zehn Meter tiefe Stollen gegraben wunur noch eine Runde hinter der Spigengruppe.
Möller- Lewanow stießen nach dem 17. Spurt vor und er
usgearbeiteten Plan soll das Pringenbacht
hausen, die Altfell zwischen Schlechtenweg Horan endete mit einem knappen Sieg der Amerikaner, die 569 und die Alte Hochel zwischen Schadges uspunkte gegen 509 des deutsch- italienischen Paares erreichten. berden. Das Kraftwerk soll bei dem Dotsahn war zu schwach, um Tietz genügend zu unterstützen. Für die perden. Nunmehr sind die Vorbereitung beiden Berliner reichte es nur zum dritten Platz, Vierte Tonani und die Ausführung des Projekts dürfte visawall. Alle übrigen Paare überrundet zurüd. In den Spurts der Sizung des Kreistages wurden die Er konnte sechsmal als Erster das Ziel passieren. Giorgetti holte der letzten Stunde war Mac Namara der erfolgreichste Fahrer. ſtattgefundenen Kreistagswahlen einstimmich fünf Spurts, Dewolf, Vanderhove, Stocelynk und Presyn
Der Kampf zwischen Rieger- Giorgetti und Mac Namara
gabhängen.
eistag wählte in den Kreisausschuß 1 Deuts entrumsmann, 1 Demokrat, 1 Kommunist u
zwei.
en. Nachdem noch verschiedene wirtschaft alt, Kränze, Ehrenrunden, und das 15. Berliner Sechstage
Riesenbeifall, der namentlich dem deutsch- italienischen Paar
waren, vertagte sich der Kreistag.
diesjährige( 7.) Nassauische Bauerntag find
17. bis 20. Juli in Herborn statt. Mit d
eine Tierschau und Maschinenausstellung ve
rennen gehörte der Vergangenheit an!
Das Resulat des Rennens ist folgendes:
1. Mac Namara- Horan 569 Punkte.
Er stieß das Glas zur Seite, daß es taumelte, dann legte straff. Nur sein verwelttes Gesicht hat er den Kopf auf die Tischplatte und weinte wie ein Kind. e ungesunde Farbe. Die Kerzen fladerten und gligerten sich zu Tode. Die alte Uhr unde lief er durch den verschneiten Part. 2 im Saal konnte seinen aufgelegten Kopf nicht von den Armen ie ein silberner Pfeil in den Wald hine nehmen. Gegen Morgen stand er auf, schleifte durch den Saal jing schneller zurück. Am Tor wartete sch wie ein Gespenst und knurrte vor sich hin:„ Alles vorbei, Fer= dinand!-die Zeile. Du liegst drin begraben. Ach, wenn Saal strahlten die Lichter. Wie zucken wenigstens noch alles gut geworden wäre; aber wir sind alle Dann ging er in sein Arbeitszimmer, framte rmchen schwebten sie in der Finsternis üs verredt. Korsigk schlich um die Tafel herum u f, Franz!"
im Sekretär herum und fand ein Schreibheft mit einem blauen Deckel. Auf dem Etikett stand, in Schulschrift, etwas findlich
in die Finsternis des Saales hinein. och:„ Ferdinand, Freiherr von Korsigt." Das Buch war ein
rrte. Dann kam der Diener, legte die E den zweiten Teller kam, blidte er frag jagte rasch:„ Den auch, Franz. So,
en!"
französisches Diktatheft aus der Untersekunda. Wie abwesend las der Alte darin herum. Plötzlich legte er seinen Zeige= Der Baron lächelte etwas inger auf ein Wort: acquerer.
bitter in sich hinein. Das hat er ja ohne Accent aigu über dem e geschrieben. Ja, auch ein Pauker übersicht manchmal Er blätterte weiter. Ein schlechtes Dittat mit einer
war, setzte er sich, griff eine Flasche, fülas.
Π
in Glas zitternd. Das Glas schäumte Bier blätterte sich auf. O Gott, eine Vier! Ein hunds= Oldene Quelle:„ Willkommen daheim, me miserabler Franzose war er doch. Aber sie haben ihn kennen flucht; mal wieder langstreden. Allen Dreck los ſein. Ach du, du bist
gelernt, verflucht noch mal. Und wie! Er hat euch ein Accent
stageschrieben, das ihr nicht vergessen habt.
- Die eine Zeile, die Zeile, du weißt deal -Ach, nicht so bescheiden sein, Ferdinan
Und dann ließ er das Heft fallen und legte sich zur Ruh. Nach Tagen ritt er ins Dorf. An einem kleinen Hause
eile, das bist du:„ Der Leutnant Freid machte er Halt und schlug mit der Reitpeitsche, vom Pferde aus,
i Fontaine- Notre- Dame eine feindliche E vie ich das las. – Ich war wie verrüdt. D vahnsinnige Besoffenheit. Jm Heeresberid
an die Fensterscheibe. Eine ältliche, abgearbeitete Frau erschien, verschüchtert. Sie konnte vor Verlegenheit kaum sprechen und schob ihre Hände immerzu unter die Schürze:„ Herr Baron:
hätte mich in eine ühe schmeißen fönn guten Tag, Herr Baron!"
tt danken, daß du bist, daß du mein Jun
Er reichte seine behandschuhte Hand vom Pferd.
Eine alte,
in Ferdinand bist. Ich, der Oberst abgemagerte Hand ergriff sie.„ Jst Emil zurüd?" Sie stand Sfüze kniend. Aber ich setzte mich auf ein erschroden, traurig und schüttelte nur wie abwesend den grauen sie immer wieder, die eine Zeile. D, bloßen Kopf. Korsigk sah, daß Leute auf der Straße stehen Zeile! Im Abendbericht vom 22. Now blieben und gafften. Er sprang vom Pferd. ,, Darf ich bei dir ich sie wohl hundert Male gelesen hatte, eintreten?" Ohne zu antworten, riß sie die Tür auf, schob einen eile zu singen. Erst summte ich sie wie Stuhl hin und wischte ihn mit der Schürze ab.
d dann sang ich sie, und dann pfiff ich
An einer Nähmaschine am Fenster saß ein Mädchen von
r nehmen können; alles; mein Schloß, m etwa 15 Jahren; gelbblond, sommersprossig. Sie sprang sofort Nur diese Zeile nicht. Ich stand in Camb auf, als sie den Baron erblickte.- ,, Guten Tag, Frieda!"
-Sie gang zu ihm hin, knigte und wurde rot vor Verlegenheit. Sie reichte ihm eine hagere, arme Mädchenhand, die von der Kälte aufgesprungen war. Ueberrascht fragte er:„ Du fannst schon nähen?" Sie schlug die Augen nieder, sagte ,, ja" und trampfte die Hände ineinander.„ Das macht dir wohl Spaß?" Sie hob lächelnd das Gesicht, nichte und r'z die vertrampften Hände auseinander. Na, laß dich nicht stören." Ein fleiner Stolz verklärte das müde Muttergesicht. Das Mädchen setzte sich wieder und tat so emsig. Die Maschine ratterte; lang= jamer zwar; aber bedächtiger wie vorher. ,, Also, dein Emil ist noch nicht zurüd?" wandte sich Korsigk wieder an die Frau. Er tommt auch nicht mehr, Herr Baron." Jst er auch gefallen?"
ent. Ich wollte was sagen; aber da sahi alle anglokten.-- Sie hatten es we Und da sagte ich nichts. Nur„ Freibien d das war wohl mein stolzester Befehl. rdinand, Profit! Profit!-- Pfeif auf nit Blut geschrieben. Mit der Blutart Für nichts. Für gar nichts. ne Spuren rotdunkel sind von Blut? W Aber was wollten sie denn? ––– g!-- Es lebe Deutschland. Aber Deuts verreckt. O Gott, ich möchte ein Junge se ter abends schlafen gelegt wird. Das Hän kann's nicht mehr. Und du? Mein Jars — Trink! – – Laß das Händefalten.
Du
De gefaltet? Die lumpige Zeile im Heer lein, nein: Deine Hände waren nichts me fonnten sie fassen, da haben sie deine Hä
n einem französisches Erdloch gefaltet."
,, Nein.
,, Was?
Sie nichte. Ihre Mundwinkel zucten. Dann lief sie, als hätte sie etwas zu verbergen, zum Glasschrank und suchte etwas. Sie schien es aber nicht gleich zu finden; sondern kniete und
,, Gießener Zeitung"
2. Rieger- Giorgetti 509, 3. Hahn- Tieg 199,
4. Tonani- Sawall 179. Eine Runde zurüd:
5. Dewolf- Stodelynd 330,
6. Percin- Bandenhove 251, 7. Bauer- Gottfried 213, 8. Möller- Lewanow 208, 9. Lorenz Kruptat 107
Fußball.
Sport Kassel schlug wie erwartet Spielverein 2: 1.
Ueber den Auf- und Abstieg zerbricht sich die Bezirksbehörde immer noch den Kopf, der 5. Vorstand hat ihr von Düsseldorf aus wieder einmal ausgeholfen. Tura- Kassel, Sp. und Sp. Northeim, Germania, Marburg, sollen noch gegen Gießen 1900 Qualifikationsspiele austragen.
Die Tabelle nach dem 17. Januar.
1. Sport Cassel
25
18
5 2
41 Punkte
2. Kurhessen Kassel
24
17
4 3 38
"
26
14
6
6
34
"
3. Borussia Fulda Da in ihren heutigen Spielen die beiden ersten der Tabelle Sport erst nach hartem Kampf, Kurhessen in ganz überlegener Manier Sieger blieben, wird die Entscheidung um die Meisterschaft erst am letzten Sonntag im Januar bei dem Zusammentreffen der beiden Spitzenführer fallen.
teller höher sizzen müssen als kleine, weilptDmeüch TW5e3Fgft B.j.B. I Darmstadt Sportverein I 3: 4. Ein faires Spiel, das die Gäste verdient gewannen. Schiedsrichter: Zutt, G. C. 1900.
B.f.B. Jugend I S. C. 1900 Jugend 1 0: 7. Ein überlegen geführtes Treffen, in dem die gute Technik des Nachwuchses von 1900 auffiel. Schiedsrichter: Göhte, Sportverein Hessen. Spielvereinigung 04 Germania Marburg 12:11.( 6: 5.) Schiedsrichter: Grünewald, V.f.B. Mannschaft Germania: Kaiser, Merlau, Immel, Fischer Kolb, Werner, Lauer Karger, Kahl K., Adorf, Kuhl L.
Heuchelheim I- B. C. Weglar II 3: 1.
Kommenden Sonntag stehen sich V.f.B. und Spielvereinigung auf dem Waldsportplatz des V.f.B. mit drei Mannschaften gegen= über. Die Jugend I von 1900 fährt nach Marburg gegen Oders: hausen.
Wintersport- Wetterbericht des Skiklub Sauerland. Hagen, 22. Januar. Die Schneefälle der letzten Tage haben die Schneedede im Sauerland erhöht, so daß der Skisport überall gut ausgeübt werden kann. Bei schwachen Winden herrscht nebliges Wetter, das sich jedoch nach Aussagen des Astenberg= Observatoriums sehr bald aufklären und heiterem Winterwetter Platz machen wird. Am Samstag und Sonntag finden in Winterberg die Verbandswettläufe des Stiklubs„ Sauerland" statt.
Winterberg: Schneehöhe 35-40 Zentimeter, in Höhenlagen
wischte sich mit dem Schürzenzipfel über die Augen. Endlich;
Nr. 4.
über 700 Meter 60 Zentimeter; Temperatur- 9 Grad; schwacher westlicher Wind; Stibahn sehr gut.
Willingen: Schneehöhe im Tal 25 Zentimeter, im Höhenlagen über 700 Meter 70 Zentimeter; Temperatur- 7 Grad; Stibahn sehr gut.
Lüdenscheid: Schneehöhe 32 Zentimeter; südlicher Wind; Temperatur- 4 Grad; herrliches Winterwetter; Skibahn sehr
gut.
Erndtebrück: Schneehöhe 40 Zentimeter; Temperatur 3 Grad; herrliche Winterlandschaft; Stibahn sehr gut.
Neue Bücher.
Der Kampf mit dem Alltag.
Von Rudolf Presber
Unter obigem Titel erscheint im Eulen spiegel- Verlag, Leipzig, ein neues Werk des bekannten Humoristen, der darin zeigen will, wie man des großen Gegners Alltag" schließ lich Herr werden kann. Die nachstehenden Ausführungen entnehmen wir der köstlichen Vorrede dieses Trost und Trutzbuches für Leidensgenossen".
Sicherlich schon im Paradies hat es einen Alltag gegeben, denn als Adam und Eva so ein bis zwei oder, sagen wir drei Wochen miteinander gelebt, geredet, sich gewundert und sich ihres Gartens gefreut hatten, da merkten sie, daß doch schließlich ein Tag eigentlich war wie der andere. Die liebe Sonne ging an derselben Stelle auf, heute wie morgen und gestern; und sont so ziemlich in derselben Ede wieder unter dem Horizont; und am Apfelbaum wuchsen immer Aepfel und niemals Pflaumen oder Kürbisse. Die Rose roch angenehm, die Ziegen weniger. Der Löwe brüllte, das Faultier baumelte langweilig am Ast. Der Karpfen schwamm dumm glotzend herum, und der Affe feigte und kratzte sich. Und an dem bekannten Baum hing immer dieselbe schillernde Schlange lang herunter und lauerte.
All das war ganz unabhängig davon, ob es nun der zweite oder dritte oder fünfte Tag der Woche war. Und jeden Morgen gähnte der Adam zwei oder drei mal kräftig, wenn er aufwachte und zögerte, sich zu erheben. Und jeden Morgen flocht die Eva ihre schönen langen Haare denn, so wenig wir sonst von der ersten Frau der Erde wissen einen„, Bubikopf" trug sie bestimmt nicht. Und weder Frau Angelico noch Lucas Cranach, weder Tizian noch Dürer, weder Rembrandt noch Franz Stuck haben die Vielverherrlichte mit abgehackten Haaren ge= sehen. Denn sie sollte ja das erste Weib sein und die erste Mut ter werden; da durfte sie sich nicht herrichten und so ausschauen wie ein verunglüdter Piccolo vom„ Römischen Kaiser".
Und die täglichen Mahlzeiten waren im Garten Eden schon notwendig. Und wenn auch Adam nicht verlangen konnte, daß
Eine günstige Einkaufsmöglichkeit bietet die neue Doppelpackung von Schaumpon mit dem schwarzen Kopf" Sie enthält 2 Beutel, für zweimalige Kopfwäsche ausreichend, und lostet 35 Pfg. Die befannte Einzelpadung ist auch weiterhin für 20 Pig. erhältlich). Achten Sie aber in iedem Fall auf die Schutzmarle Schmarzer Stopf".
,, Ja, in der 11ten.
Gewiß, Herr Baron. Der Baron
im unterſten Jach. Es lag groß und breit da: ein zusammen: Ferdinand hat mich sogar grüßen lassen und Frieda auch."
geknöpftes, buntes Taschentuch, das die Farben schon ins Erdgraue gewechselt hatte. Sie griff es und legte es auf den Tisch. ,, Das hier hat mir, vor einem halben Jahr, sein Feldwebel geschidt." Sie knüpfte das Tuch auf. Es war nicht viel darin. Eine Taschenlampe.- Die Taschenuhr. Sie geht nicht mehr", sagte die Frau traurig.
,, So, so," sagte gelangweilt der Baron.
,, Vielleicht ist sie auf der Post kaputt gegangen. Es war alles so schlecht eingepact."
Korsigt sah sich in der Stube um. Es war keine Uhr da. - ,, Was ist denn in der Tüte?"- Es war eigentlich keine Tüte, die da im Nachlaß des Gefreiten Emil Hoppe war. Es war ein Stüd angeschmutztes Zeitungspapier, in das offenbar etwas eingewidelt war.
,, Kaffeebohnen, Herr Baron," sagte die Alte wehmütig lächelnd. ,, An was der nicht alles gedacht hat. 24 Kaffeebohnen. Ich wollte sie schon verbrauchen; aber hernach tat mir's leid. Und Frieda wollte es auch nicht."
,, So, so."
Und dann reichte sie ihm den Zettel, der zwischen den Sachen lag: Ein Brief von einer Nähmaschinenfabrik, der bescheinigte, daß nunmehr die Abzahlung auf die Nähmaschine der Frau Hoppe beendet sei, nachdem er, Emil Hoppe, die letzte Rate bezahlt habe.
Der Baron las den Brief, las ihn zweimal, dreimal, sah dann auf und fragte, nach Frieda hin:„ Näht sie denn gut?" Sie hielt plötzlich im Nähen inne, stand auf und sagte:„ Ja, Herr Baron." Er erhob sich und ließ sich die Einrichtung der Maschine erklären. Das Mädchen machte das eigentlich recht ungeschickt. Sie kannte offenbar die technischen Ausdrücke nicht. Sie sprach nicht von einem Schiffchen; sie sagte einfach, auf das Schiffchen zeigend: ,, und das Ding hier; da wird der Zwirn von der Rolle reingemacht usw." Aber sie erklärte mit einem feurigen Eifer, der der ganzen Person etwas rührend Schönes gab. Der Baron suchte unterdessen in seiner Seitentasche herum und legte ganz unauffällig einen Geldschein in den kleinen Nagforb, der ihm sehr nahe stand. Dann sagte er: ,, Du mußt dir Glyzerin kaufen. Das ist gut für aufgesprungene Hände." Sie nichte nur und erklärte immer weiter, bis sie plöglich inne hielt und sagte:„ Weiter ist nichts mehr, was ich dem Herrn Baron erklären könnte", und sie sah, während sie das sagte, immer noch an allen Enden der Maschine herum, als ob sie irgend ein Pflödchen oder ein Ding erbliden tönnte, über das sie noch nicht gesprochen hatte. Die Mutter lächelte:„ Sie iſt ganz närrisch mit ihrer Nähmaschine."
Der Baron hörte nicht darauf, ging wieder zum Tisch und griff einen Zettel, der, mit Bleistift geschrieben, neben der Uhr lag; darauf stand:„ Es ist alles in Ordnung, Mutter. Schone dich nur. Du kriegst ja auf mich Rente. Euer Emil."
Korjigt hatte den Zettel zweimal gelesen, legte ihn wie achtlos beiseite und meinte:„ Hat er in seinen Briefen nicht mal von Baron Ferdinand geschrieben? Sie waren doch in einer Kompagnie."
,, Er dachte nach:„ So?" Es wurde dem Baron auf einmal so seltsam hier im Hause. Sein Junge. Er hatte die Menschen gekannt, hatte sie sicher gern gehabt, hatte sie grüßen lassen, hatte wohl mit dem Hoppe- Emil da draußen so oft gesprochen. Und nun? Es war ihm, als hätte ihn sein Ferdinand hierher geschickt:„ Sezze dich ein bißchen bei Hoppes an den Tisch, Vater. Tu's mir zu Liebe."-- Plötzlich ließ er den Gedanken fallen. Er fühlte, daß ihn dieser Gedanke weich machte, und er meinte:„ Die Uhr geht also nicht mehr?"
,, Nein, Herr Baron. Sie war wohl auch zu schlecht eingepact."
Er schüttelte nachdenklich den Kopf:„ Das ist kein Versehen der Post, das hat der Feldwebel versiebt. Ich mache einen Vorschlag. schweren."
Du brauchst dich nicht beim Kommando zu be
Sie war erschroden:„ Ach nein, Herr Baron, das will ich auch nicht. Ich meine bloß, es wäre nicht nötig gewesen, daß die Uhr so schlecht verpadt war." „ Ich werde alles regeln. Keiner, der in der kompagnie von Baron Ferdinand gedient hat, soll klagen. Hier, nimm die Uhr."
Und er reichte ihr seine goldene Uhr hin. ,, Aber nein, Herr Baron, das geht doch nicht. Das kann ich doch nicht verlangen."
,, Und doch geht's. Hier, hier nimm sie nur."
Das Gesicht der Alten wurde ganz verklärt vor Freude. Sie nahm die Uhr und fuhr mit der Hand darüber hin. Ein wunderliches Gefühl tam in ihr Herz. Sie tüßte dem Baron die Hand.
Der stand auf; turz, aufrecht. Ohne sich zu verabschieden war er hinaus.
Kaum hatte er sich an den Mittagstisch gesetzt, trat der Diener ein und meldete, daß die Tochter der Frau Hoppe draußen stehe und den Herrn Baron sprechen möchte. Er ließ sie in den kleinen Salon führen und ging, nach einer Weile zu ihr. Sie hatte, fest in die Hand gedrückt, den Geldschein und reichte ihn hin:„ Der Herr Baron hat ihn bei uns vergessen."
„ Laẞ nur, behalte ihn nur. Kaufe dir Glyzerin und Nähgarn." Sie sah ihn an mit Augen wie ein Vogel, der in die Sonne jieht.- Und als er die dargebotene Hand mit dem Geldschein zurückschob, fragte sie ungläubig: Darf ich ihn wi:..ch behalten, Herr Baron?"
,, Aber natürlich!"
Da tam's wie eine Verwirrung über das Mädchen, sie rannte davon, entsann sich an der Tür; die Hand schon an der Klinke, drehte sie sich noch einmal um: ,, Aber das ist doch zuviel für mich. Vielen Dank, Herr Baron. Vielen Dant." Sie verneigte sich, inigte, und war hinaus. Er sah sie noch, wie sie davonlies, durch den Schnee, wie sie stolperte, hinfiel und wie sie still stand und den Geldschein immer und immer wieder anjah. ( Schluß folgt.)


