Einzelbild herunterladen

Nr. 3.

elegenes Pfarrhaus im Hessen­valdeten Bergen eingebetteten e Jugendjahre verlebt hat, ist

Marie Martin hat dem Kin­rt- das gibt sich in jedem d sinnigen, hin und wieder en sich so ein, daß sie den Ein­Von allen, die das feine Buch lich ausgestattete Neuauflage s zu den alten Freunden recht

ur, französisch- deutsches Sprach Diese Zeitschrift macht sich zur sischen oder deutschen Sprache

Den sind, auf interessante und

en. Die dem Urtert nebenan Dem Leser in beiden Sprachen vor. Jede Nummer enthält

riefe, Uebersetzungsaufgaben.

, dem sei diese Zeitschrift emp­

Durch den Verlag des Traduc weiz).

e vollständige Anleitung zum

st aus dieser Broschüre zu er­ind Entwurf, Beispiel für ein Manuspriptes. Preis 80 Pig­rlin- Neukölln, Inn- Str. 27. Der Wochenschrift Der Deut­öffentlicht Herr Ministerial­1, der zeigt, mit welch wirk­n Staaten Sparmaßnahmen Trotz des Wohlstandes in im Vergleich zu Deutschland fnoch wesentlich erträglicher cabsenten der öffentlichen Be­

n Klein in Gießen.

Mk. wöchent lich und mehr verdien. strebs.

90 Agenten

welche Privatkund­schaft besuchen durch Erich Pötters

Barmen( Rheinland)

Wie

Gle

zur See

lohnende Stellung

erhalten Sohlenzieher Helzer, Schiffsjungen, Schmierer, ungelernte und fast alle Berufe. Auskunft erteilt Uebersce: Austunft Hannover 65. Postfach. Heimarbeit, fchrift., vergibt an jed. E. Ziegel, Aufkirch ( Schwaben.) Rückport.

Sichere

Eristenz

Alte angefeh. Firma sucht zum Verkauf von Margarine u. Kaffee an Private gegen Nachnahme Herren u. Damen jeden Standes für dauernd geg. sehr hohe Provision. Es werden nur feinste Qualitäten zu billigen Preisen geliefert. Da die Sache streng reel ist, wollen sich auch mur anständige rede­gewandte Perionen, die Wert auf Dauer: stellung legen, melden. Auch als Nebenbejch. geeignet. Offerten unt. W.D.5849 6.Geertens, Ann.- Exp., Dagen i W. Huften, Atemnot, Verschleimung. Schreibe allen Leiden= den gern umsonst, 100 mit sich schon viele Tausende von ihren schweren Lungenleid.

fe bit befreiten. Nur Rüdmarke erwünscht Walter Althaus Heiligenstadt Eichsfld

Metallbellen

Stahlmatragen, Kin derbeten, direkt an Private, Katalog N32 frei Gifenmöbelfabrik Suhl i. Thür.

Heirat!

Hübsche 21 jährige Gutsbesitzerstochter mit 1100 Morgen gr. Gut und 250 000 bar Vermög. wünscht sich mit Herren auch ohne Vermög. z. verheiraten durch Frau Sander, Berlin C. 25.

St

jollte Organile

auch un

Sahrg.

Samstag, den 23. Januar 1926.

Nr. 4.

Sießener Zeitung

entp haben in

bag

( Sleueste Nachrichten)

Erscheint: Dienstag und Freitag. Bjugspreis: 80 Big. monatlich frei ins Haus. Redaktionsschluß früh 8 Uhr. Für Aufbewahrung oder Rüd nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert.

Tenh

Dou

Sonntagsgedanken.

od rods Schical stand vor dem Weltenienter und wartete auf fehl seines Herren.

01.

cs 1.

anten auf der Erde war Krieg und Elend, Hungersnot armung. Einst glüdliche Bölfer hatten zum Schwert

glaubi Jungbe Verfahrens geben. 11­

beu

Machthunger hatten sie das Gesetz des Friedens Weltenbrand lohte über die Erde. Was Unrecht um Recht und der Schwache des Mächtigen Beute. der Herrgott dem Schicksal ein altes Kartenspiel allere ihm es neu zu mischen. So wollten es die da drun Und während der Schidjalsengel zur Erde hinunter stieg, athte das deutsche Volt Revolution. Soldaten zudten das Schwert gegen ihre Führer, Throne wurden gestürzt, Bürger and gegen Bürger.

Abseits in dunkler Nacht stand stumm und ernst Germania. In schwarzem, wallenden Gewande. Und ihr gegenüber der Teufel der 3wietracht. Da tam der Schicksalsengel und trat wischen sie. Und verteilte die Karten.

Germania frug das Schicksal: Muß es denn sein, daß ich iesem da immer ins Antlig schauen muß?

Und das Schicksal sprach: Es ist des Herrn Wille, daß eines jedem Menschen und eines jeden Volkes Schicksal diesem da abgerungen wird!"

Sie nahmen die Karten. Drei Farben nur hatte das Spiel: Bürger, Bauer, Arbeiter. Aber es waren der Karten viele. Germania seufzt und spielt aus.: Bürger. Hämisch lacht der Teufel und gibt zu: Arbeiter. Und Germania zieht wieder: Ar­beiter. Der Teufel grinst in seiner höllischen Art und gibt die neue Karte zu: Bauer. Und so geht es weiter.

Es tommt kein Wetteifern der Werte der einzelnen Farben unter sich zustande. Es ist ein zwedloses Gegeneinanderhetzen von Bürger, Bauer und Arbeiter.

Und wenn das Spiel Karten verbraucht ist, dann lacht der Höllische durch die dunkle Nacht, daß es gräßlich über die Höhen gellt, mischt und beginnt von neuem.

Das Schicksal steht trauernd da und schaut Nacht für Nacht em Spiele zu. Jahre dauert es schon.

Bürger, Bauer und Arbeiter wollen sich ein neues Haus hauen, aber sie fommen nicht zur Arbeit, weil sie streiten, weil jeder anders haben will, weil sie sich gegenseitig die Luft eiden, die sie atmen, und sich gegenseitig das Blut aus den > ern trinken.

Der Schicksalsengel steht aber noch immer da und wartet Waldfried.

rtet.

Gedenktag für die Opfer des Krieges.

Der Volksbund deutscher Kriegergräberfürsorge hat mit Justimmung des Deutschen Evangelischen Kirchenausschusses und

Fürstbischofs von Breslau beschlossen, die von ihm im Jahre 25 am sechsten Sonntag vor Ostern veranstaltete Gedenkseier für die Opfer des Krieges im Jahre 1926 auf den fünften Sonntag vor Ostern, auf den 28. Februar, zu verlegen. Auf seine Anregung hat die Reichsregierung die Länderregierungen gebeten, darauf hinzuwirken, daß dieser Tag als allgemeiner Gedenktag für die Opfer des Krieges begangen und die Anord­nungen hierzu im Verwaltungswege getroffen werden und ins= besondere dafür zu sorgen, daß aus Anlaß dieses Tages die Gebäude halbmast flaggen. Die Beflaggung der Reichsgebäude ist angeordnet.

Was die Franzosen von unterworfenen Maroffanern fordern.

Paris.

Drud. Verlag und Expedition: Gießen, Südanlage 21 Fernsprecher Nr. 1362

Postshedkonto Nr. 8437 Amt Frankfurt a. M.

bescheide, deren Zustellung am 30. Januar 1926 beendet sein soll. Die Finanzämter hatten die auf Grund der Vermögenserklärun gen zu ermittelnden Betriebsvermögen bis zum 7. Januar mitzu­teilen, auf Grund welcher Unterlagen nunmehr der Verteilungs schlüssel berechnet wird. Man wird schätzungsweise mit einer Ge­samt- Aufbringungspflicht von 12 Prozent zu rechnen haben, wo­von die 1. Jahresleistung etwa 3 bis 3,5 Prozent ausmachen wird, welcher Betrag in 2 gleichen Raten am 15. Februar und am 1. Juni 1926 zu entrichten ist. Gegen den Vorauszahlungs­bescheid, der die erste Jahresleistung festsetzt, ist lediglich das Rechtsmittel der Beschwerde an das Landesfinanzamt innerhalb 4 Wochen nach Zustellung gegeben.

*

Der Rhein nur zu 21 Prozent deutsch? Früher, vor vielen, vielen Jahren, hieß es in deutschen und auch fremden Lehrbüchern, der Rhein sei zum größten Teil ein deutscher Strom. Aber wir müssen umlernen und die Leitfaden für den Geschichts- und Erdkundenunterricht verbessern. Erstens ist nach welscher Anschauung der Rhein niemals ein deutscher Strom gewesen( daher auch heißt's sicherlich Eau de Cologne und nicht Kölnisch Wasser!), zweitens aber ist seit mehreren Jahren der Rhein ein ,, internationalisierter" Schiffahrtsweg, schließlich beträgt Deutschlands Anspruch am Rhein nur 21 Prozent. Das Warum begründet ,, Die Freie Donau" in ihrem ersten Januar­hefte:

Offiziös wird verlautbart, daß dem Stamme der Senhadja in Marokko, der sich unterwarf, folgende Bedingungen auferlegt wurden: Opferung eines Stieres für je zehn Familien, die Verpflichtung, Arbeitskräfte zur Ausbesserung der Straßen zu stellen( diese Arbeiter sollen von Frankreich be= zahlt werden), unentgeltliche Wiederherstellung der Straßen, die von den Senhadja zerstört wurden, Stellung von 35 Geiseln, die für die Sicherheit der französischen Truppen auf dem Gebiete der Senhadja verantwortlich sind, Auslieferung je eines Gewehrs und von je 300 Francs pro Familie innerhalb acht Tagen, sowie sofortige Zahlung von 12 000 Francs, Verpflichtung der Sen­hadja, Truppen für die künftigen Kämpfe zu stellen. Alle diese Bedingungen wurden durchgeführt.

Die Ausbringung der Industriebelastung. Bekanntlich unterliegt die Aufbringung der Industriebelastung jeder Gewerbebetrieb, dessen Betriebsvermögen Mt. 20000 über­steigt. Dabei sind einbegriffen die Grundstücke oder Grundstüds­teile, in welchen der Eigentümer sein Gewerbe betreibt. Maß­gebend für das Betriebsvermögen ist die per 31. Dezember 1925 abzugeben gewesene Vermögenssteuererklärung. Falls an diesem Tage die Erklärung nicht vorlag, fann auf die Vermögensfeft­stellung für das Jahr 1924 zurüdgegriffen werden; ebenso auch wenn die abgegebene Vermögenssteuererklärung die für die Be­rechnung des Betriebsvermögens notwendigen Angaben nicht bollständig enthält. Die 1. Zahlung ist be.eits am 15. Februar 1926 fällig. Da bis dahin die Vermögenssteuerveranlagung noch nicht abgeschlossen sein kann, ergehen zunächst Vorauszahlungs­

,, Zur Sicherung der internationalen Regeln auf dem Rhein bestimmte der Versailler Vertrag in Artikel 354, daß die Mannheimer Rheinschiffahrtskarte in revidierter Form weiterbestehen sollte. Dagegen war vom deutschen Standpuntt nichts einzuwenden. Bedenklich aber war im höchsten Grade der Artikel 355, in dem die Zusammensetzung der auf der Mannheimer Akte beruhenden Zentralkommission für die ein Vertreter der Uferstaaten Preußen, Bayern, Hessen, Ba­den, Elsaß- Lothringen und Holland. Jetzt sieht die Kommission so aus: zwei Schweizer, drei Holländer, zwei Belgier, zwei vier Engländer, zwei Jtaliener, vier Franzosen und Deutsche!"

( Gießener Tageblatt)

Anzeigenpreise: die 30mm breite Petitzeile auswärts 24 Pfg. lokal 12 Pfg., die 90 mm breite Reflame Petitzeile 96 Pfg. Platz­vorschriften ohne Verbindlichkeit. Bei Wiederholungen Rabatt, für Bollklischee- Anzeigen außerdem besondere Ermäßigung.

Also 15 Fremde sitzen in der Kommission und ganze vier Deutsché! Die simple Rechnung ergibt einwandfrei, daß der Anteil Deutschlands am Rhein nur 21 Prozent betrage! Dem­nach spielt es also teine Rolle, daß der Rhein zum weitaus größten Teil durch deutsches Gebiet, altes deutsches Kulturland fließt. Es scheint auch ganz nebensächlich zu sein, wer den stärksten Anteil an der Rheinschiffahrt hat. Die Hauptsache bleibt doch eben, immer wieder den dummen Deutschen zu zeigen, daß sicherlich schon die Römer sich geirrt haben, als sie meinten, der Rhein sei der größte Strom Germaniens. Ferner scheinen wir hierzulande vergessen zu haben, daß u. a. auch Italien zu den Uferstaaten des Rheins gehört; denn was sollten sonst die Italiener in der Rheinschiffahrtskommission zu suchen haben? Hat das heilige, göttliche Italien etwa einen Flaggenanteil an der Schiffahrt auf dem Rheine? Da wir wie man uns Deutschen mehrfach versichert hat im Locarno- Jahre leben, wäre es höchste Zeit, den Locarnogeist auch auf diesem Gebiete endlich in Erscheinung treten zu lassen!

Mag diese Besetzung der Rheinschiffahrtskommission wegen der sattsam bekannten Denkungsart noch entschuldbar sein, son­derbar, höchst sonderbar wirkt aber, wenn, wie in diesen Tagen im Haushaltsausschuß des Bayerischen Landtags mitgeteilt wurde, im neuen Statistischen Jahresbuch des Reiches die pfälzische Stadt Zweibrüden als zum Saargebiet gehörend be­zeichnet wird! Der Bayerische Ministerpräsident erklärte zu dieser Angelegenheit unter großer Heiterfeit, er werde den Ber­liner Herausgebern den nötigen Geographieunterricht übermit­teln lassen.

Die Neue Lyrik.

Lahnschiffahrt.

Von Direktor Bansa, Limburg.

Lahnschiffahrt ist uralt. Schon die ersten christlichen Send­boten in das heidnische Gebiet des Lahngaues und zu den wil den Bewohnern des Vogelsbergs fuhren auf der Lahn ihrem Ziele zu, und nach frommer Sage landete der Leichnam des heiligen Lubentius, auf unbemanntem Nachen, von Engelshand lahnaufwärts getrieben u. gesteuert, an der Dietkirche, der Volks Kirche; denn Diet ist Volt und Diet ist Deutsch. Kaiser Konrad der Franke wird, wenn er vom Gleiberg nach seinem geliebten Weilburg, Wilina hoch auf dem Felsen an der Lahn, wollte, an heißen Lagen wohl auch die kühle Fahrt auf dem Fluß dem beschwerlichen Ritt vorgezogen haben.

In Deutschland gibt es eine neue Lyrit. Professor Dr. H. Wernede, ein würdiger Landsmann des Herrn Wirth, ist ihr prominentester Vertreter. In einem schwarz- rot- goldenen Ka­lender besingt er den ewigen Frieden:

,, Wie kann man hassen, wenn die ganze Welt, Die man empört, uns ließ die alten Grenzen Und nur gewaltsam Unrecht machte gut Und längst zum Bunde reichte uns die Hand! Wie kann man hassen, gift'gen Kröten gleich; Jst nicht die Welt schön und das Leben reich? Wozu beschmutzen unsern deutschen Namen Und streuen uns eines neuen Krieges Samen, Der, heller Wahnsinn, gäbe uns den Rest Jm Bunde mit des Bürgerkrieges Pest! Denn ungestraft kann man den Haß nicht lehren: Er muß unfehlbaru sich nach innen kehren, Und auf den Schützen springt der Pfeil zurück Wozu beschören neues Wehgeschic?"

Dann kam die Erbauung der Mühlenwehre, der Ausstau des Flusses zu Kraft zweden. Die Getreidemüller waren die land­wirtschaftlichen Vorläufer der kommenden großen industriellen Elektrizitätswerke an der Lahn. Der Betrieb war fümmerlich; er konnte nur auf das Minimum der schwankenden Wasser­fraft aufgebaut werden, weil ihm ein Ausgleich aus anderen Kraftquellen fehlte, und die erzeugte Kleine Kraftmenge mußte mittels fünstlicher Zahnradwerke und umständlicher Getriebe am Platz verbraucht werden. Ihr fehlte die Ortsbeweglichkeit, die erst die befreiende Technik durch Umsetzung in Elektrizität und Fernleitung schuf; die Kraft paßt sich heute dem Menschen an, statt früher umgekehrt. Die Mühlenwerke sperrten den ganzen Fluß; Schleusen neben ihnen eristierten nicht. Die leich= ten Holznachen und ihre Fracht wurden um das Mühlenwehr herumgetragen und jenseits wieder ins Wasser gesetzt, wie schon Karl der Große es bei seinem Kanalanfang zwischen Main und Donau bei Treuchtlingen machen wollte. Denn die Kammer­schleuse, in der das Schiff durch das Wasser selbst gehoben wird, ist in Italien erst im 15. Jahrhundert, im Jahrhundert des großen Technikers Lonardo da Vinci, der Buchdruckerkunst und der Entdeckung Amerikas, erfunden worden. Derartige um= ständliche Transporte auf den Flüssen konnten sich nur halten, weil auf dem Landwege vielleicht noch schlechtere Verhältnisse herrschten, unfahrbare Straßen, Frachtwagen von Pferden ge= zogen, Halt an jedem ,, Wirtshaus an der Lahn".

Hat der Herr Dichter nie etwas vom Raube uralten deut­ichen Kulturbodens durch den Versailler Vertrag gehört? Hat er, der dies Gedicht im Juli 1923 verfaßte, den freventlichen Einfall der schwarzen und weißen Franzosen ins Ruhrgebiet vollständig verschlafen? Oder ist es ihm gar eine Wonne, sein zerschlagenes und durch fremde Willkür zerstüdeltes Vaterland zu verhöhnen?

1810 ließ der Herzog von Nassau- Weilburg in seinem Gebiet zwar noch keine Schleusen, wenn die auch schon vor 300 Jahren erfunden waren, aber doch Lüden in die Wehre einbauen, durch welche die Schiffe mit Seilwinden vom Lande aus gegen die reißende Strömung in diesen Lüden hinaufgezogen wurden, also ohne Aus- und Einladen ihre Fahrt fortsetzten. Abwärts mit dem Strom ging es durch die Lüden natürlich viel bequemer. Der Herzog ließ auch gleich eine Denkmünze auf diesen Fort­schritt oder vielmehr zu seiner eigenen Verherrlichung ,, wegen Eröffnung der Schiffahrt" schlagen. Als Napoleon I. gegen die Engländer den Seeverkehr durch die Kontinentalsperre, den ersten Wirtschaftstrieg, lahmlegte, warf ein nassauischer Chausseedirektor Gavarelle in einem Buche den großartigen Ge­danken in die Oeffentlichkeit, die Seesperre dadurch unschädlich zu machen, daß man die Schiffahrt, wenigstens Westdeutschlands, auf den Binnenweg verlegte. Der Rhein sollte über Lahn, Ohm, Edder und Fulda mit der Weser verbunden werden, ein Mittellandkanal West- Ost, den der Fulda- Lahnkanalverein in 1920 wieder aufgegriffen hat, allerdings für Schiffe, die 250 mal größer als die Nachen des alten nassauischen Bauingenieurs.

1844 wurde in richtiger Erkenntnis des heute noch bestehen­den volkswirtschaftlichen Bedürfnisses ein Staatsvertrag über die Schiffbarmachung der Lahn zwischen Nassau, Preußen und Hessen geschlossen und die noch vorhandenen Schiffahrtswehre und Schleusen erbaut. Adolphus, dux Nas­soviae" ließ bei Weilburg ,, das Joch des Berges durchstechen und der Schiffahrt eröffnen" und schuf damit den ersten und einzigen Schiffahrtstunnel in Deutschland. Die Abmachungen des Staats­vertrages wurden nicht voll ausgeführt, die damalige Kanalisa­tion nicht vollendet, von den notwendigen 30 GStaustufen sind, wohl aus finanziellen Gründen, nur 20 gebaut worden. Trotz­dem entwidelte sich eine für damalige Verkehrsmengen lebhafte Schiffahrt; eine ganze Flotte von Kähnen brachte Eisenstein von den Gruben bei Aumenau zur Margaretenhütte in Gießen, oder Kalksteine als Schmelzzuschlag von den Dehrner Kalkfelsen zur Emser Bleihütte und den Eisenhütten in Nievern und Ahl. Es gibt wohl fein Dorf längst der Lahn, in welchem nicht eine Wirtschaft ,, Zum Schiff" oder Zum Anter" Nachrichten von dem geschäftigen und poesievollen Treiben gibt, das damals auf dem Flusse herrschte und das Hermann Ritter, Köln, so hübsch be­schrieben hat. Aber 1863 eröffnete dasselbe technisch hochent­widelte und wagemutige Herzogtum Nassau die Lahneisenbahn, und gegen diesen Konturrenten, der seine Rüstung von Jahr zu Jahr verstärkte und nebenbei als Staatsbetrieb die Gunst der Behörden genoß, mußte die Lahnschiffahrt, die mit Urväter- Haus­rat von Kähnen auf einer unvollkommenen Wasserstraße ar­beitete, allmählich erliegen. Das Dampfroß war stärker als die Pferdetreidelei.

Aber trotz des selbstverständlichen Mißerfolges in diesem ungleichen Kampf verstummte niemals der Ruf nach einem witt­lich leistungsfähigen Schiffahrtsweg durch das an Bodenschäzen so reiche Lahngebiet zum Anschluß an die größte Verkehrsader Deutschlands, an die große Wasserstraße des Rheins. Der Ge­danke wurde nicht von idealistischen Träumern getragen, sondern