Einzelbild herunterladen

Str. 34.

Sonnabend, den 21. August 1926.

richt. In das Vereinsregister wurde etragen: Anglersportverein Gießen und Vorsitzender Georg Keil, Schornstein . Wegen Vornahme von Umpilafte mit die Alinitsbrücke" am Bahnhof ichen Verkehr gesperrt.- Anläglich des den Bootshäusern an der Lahn stattfin Rudersportwerbetages wird hiermit der

ang ziehende Berbindungsweg zwischen ye am 22. August von nachmittags 2 bis fehr gesperrt.

ch einer Verfügung des Minnisters des

ts. ist der Aufgang der Hühnerjagd tag, den 30. August 1926 festgesetzt. Die it darnach am Donnerstag, den 16. Sep:

us dem Saargebiet. Bom 11. August Briefe, Postkarten und Drucsachen aus eutschland erhöht worden.

dermann. Die deutsche Postverwaltung 1 gemeldet wird, den Plan, die Tele n Private auszugeben, wie den Fern graphieren sezt heute bei dem Tele­n Kenntnisse mehr voraus. Er braucht pfer des Morseapparates Striche und

Wörtern zusammen zu setzen, sondern ner Schreibmaſchine beherrschen können, zu können. Das Ziel der deutschen st es, jedem Privaten, der einen sol­sich in seinem Büro anbringen läßt,

bieten, ins Ausland zu telegraphieren.

nöglich wegen der verschiedenen alpha­ehr mit dem Auslande. Auf der näch ferenz der Telegraphie, die im Laufe rlin tagen wird, soll jedoch ein inter­abet für den Telegraph geschaffen

er Vierundzwanzigstunden- Zeit. Die nten Vierundzwanzigstunden- Zeit gilt n deutschen Verkehrswesen nur für den Telegraphenbetrieb. In den sonstigen zweigen und im bürgerlichen Leben Zählung nach Vormittags- und Nach­

Von einer Aenderung der Zifferblätter ird, wie in den angrenzenden Ländern iger Zeitrechnung, abgesehen werden ständnisse zu befürchten sind. Dagegen enderungen der Stempel, Drudsätze, zeitig in die Wege zu leiten. smensuren mehr. Wie das Heidel­teilte gestern in der Pressebesprechung daß auf höhere Anordnung Bestim geduldet sind, und daß die Polizei dagegen mit aller Schärfe vorgehen

fleinere Landwirte. Wie mitgeteilt August vom Reichsfinanzminister die ie Besteuerung des bäuerlichen Be­nach denen die Einkommensteuer der virte für das Wirtschaftsjahr 1925/26 d die Umsatzsteuer- Vorauszahlungen aftsjahre 1926/27 zu leisten sind. Für amt der Reichsfinanzminister, daß die ndgültig festgesetzt werden sollen. Die n Familienangehörigen, für die nicht igen gewährt werden, sollen bei der ht mehr voll, sondern nur zur Hälfte der Umsatzsteuer soll die Bewertung Srund der Großhandelspreise erfolgen. auverein. Der Landesverband der ne in Hessen hält am Samstag, den chmittags Uhr, in der Turnhalle s Bingen) seine diesjährige Haupt­gesordnung sieht u. a. einen Vortrag

des Herrn Landgerichtsrat Stugmann- Speyer über Neuere Er­fahrungen im Steinobstbau" vor. Nach der Hauptversammlung findet die Eröffnung ber vom Obst- und Gartenbauverein Ingelheim e. V. veranstalteten Jubiläums: Obst- und Garten­bau- Ausstellung in der Markthalle in Nieder- Ingelheim statt. * Marineforpstag in Kiel. Der Aufruf zu einer Zusam mentunft der Flanderntämpfer in den Tagen vom 4. bis 6. September ds. Js., während welcher zugleich der Grundstein zu einem Ehrenmal für die gefallenen Marineforpsangehörigen auf dem Flandern- Play" in Kiel- Wit gelegt werden soll, hai in den Kameradenfreisen ganz Deutschlands und darüber hin aus begeisterten Widerhall gefunden. Anfragen und Anmel­dungen sind zu richten an Kamerad Dr. Hanschte, Kiel, Kleist­straße 27.

* Ein Großes Los nach Darmstadt gefallen. Ein Großes Los der Preußischen Klassenlotterie fiel bei der leßten Ziehung nach Darmstadt. Die 300 000 Mart fielen auf die Nummer 284 934, die in Viertellofen gespielt wurde und zwar von kleinen Leuten, denen der Gewinn wohl zu gönnen ist. Jeder Gewinner erhält 60 000 Mark ausbezahlt.

A: s Nah und Hern.

Butzbach. Hier sind Unterschlagungen eines unteren Beam­ten beim hiesigen Elektrizitätswert vorgekommen, deren Höhe sich bisher auf 7000 Mart beläuft. Es steht fest, daß die Unter­schlagungen nicht aus Not erfolgten; der Betreffende bezog eine verhältnismäßig hohe Kriegsbeschädigtenrente neben einem aus­fömmlichen Gehalt.

Friedberg. An der hiesigen Hessischen Lehranstalt für Obst­bau und Landwirtschaft beginnt am 14. und 15. September 1926 ein Obitverpadungslehrgang. Anmeldungen sind an die Direk­tion zu richten.

Bad Nauheim, 19. August. In dem neu hergerichteten staatlichen Ausstellungsraum in den Kolonnaden von Bad- Nau­heim findet vom 15. Auguft bis etwa 15. Oktober eine Aus­stellung Sessenkunst" statt, die von der Neuen Hessischen Ar­beitsgemeinschaft für bildende Kunst veranstaltet ist. Sie ent­hält eine kleine, aber sehr gewählte Anzahl verschiedenartiger Werke aller Fachgebiete. Es sind Del- und Wasserfarbenbilder, Griffelkunstblätter, tleine Bildhauerarbeiten und kunstgewerb liche Werke jeglicher Technit, an denen sich die bewärtesten hes­sischen Künstler und auch die Kunstschulen von Mainz, Offen­bach, Erbach beteiligt haben. Die geschmadvolle Ausstellung bei freiem Eintritt jederzeit zugänglich, ist vielseitig, anregend und der niedrigen Preise wegen zu Ankäufen verlodend.

Lauter( Kr. Gießen. Hier ist die Maul- und Klauenseuche amtlich festgestellt und ein Sperrgebiet aus der Nauheimerstraße bis zur Bingmühle gebildet worden.

Alsfeld. Infolge Walzarbeiten auf der Kreisstraße Müde Ruppertenrod Ober- Ohmen erfolgt vom 15. August ab die Umleitung des Verkehr über Merlau- Kirschgarten- Weti­jaajen Ruppertenrod Ober- Ohmen- Kreisgrenze.

Heppenheim a. d. B., 17. August. Mit dem Wiederaufbau des Burgfrieds der Starkenburg wird jetzt begonnen. Er soll etwa 35 Meter hoch, also mehrere Meter höher wie der alte Burgfried werden. Zur Wasserbeschaffung hat man den etwa 30 Meter tiefen Burgbrunnen tiefer gegraben. Große Schwierig­teiten bereitet das Herbeischaffen des Steinmaterials usw. Die noch fehlenden finanziellen Mittel hofft man durch eine Lotterie aufbringen zu können.

,, Gießener Zeitung"

die Wehr der Buderusschen Werte, fonnte der Brand schnell lofalifiert und weiterer Schaden verhindert werden.

Frankfurter Brückenweihfest.

Frankfurt a. M., 15. Auguft. Frohes Treiben herricht an den Mainusern und in der Altstadt. Sachsenhausen sieht die Brüdenweihe ganz als sein Fest an. An den Uferstraßen sind weite Zelte, große und fleine Buden aufgeschlagen. Heute abend werden sich Tausende und Abertausende an den Main begeben. Am Samstag um 6,30 Uhr begann das Wassersportfest auf dem Main, um 8,30 Uhr der Lampionforso der Rudervereine und Einzelfahrer. 9,15 Uhr wurden das Brillantfeuerwerk auf dem Main, die Beleuchtung des Domes, der Altstadt, der Dreikönigs

Alzen. Der verheiratete Arbeiter Fritz Fled aus Bornheim wurde vergangenen Samstag abend durch einen Stich in die Halsschlagader erstochen. Der Getötete ist Vater mehrerer Kin­der. Einer seiner Söhne, der bei der Tat zugegen und seinem Vater zu Hilfe fommen wollte, erhielt ebenfalls mehrere Stich verlegungen. Der Täter, der ebenfalls in Bornheim wohnende und dort verheiratete Trautwein, wurde unmittelbar nach der Tat durch die Gendarmerie aus Flonheim verhaftet.

sfähigkeit. Aber er kann nicht zum if den Zweigen sitzen, statt der Blät­on Kriegsleuten, die durch allerlei dlichen Stände bedrücken und quälen er Arbeit Nüzliches und Lebensnot­nig und übermütig vernichten und Teile der Baumkrone aber, wohin so gut wie unmöglich gemacht ist, bestehenden Offiziere. Diese sind die Krieges. Sie bedrücken sowohl die ten, als auch Bürger und Bauern und ie Goldſtücke auf, die bisweilen ein Wanne in Form von Kontributionen t; Sie führen ein Leben herrlich und anderen Stände, die große Maſſe des ben. reichen Fülle von Bildern und Ge­in ſeinen Simplicianiſchen Schriften es wildbewegten Kriegstheaters dem ir immer so, wie es der Mann aus the Militär erlebte. Wir hören von ord und Totschlag, von Quälereien

Kriegslisten, Gaunerstreichen und Dichter mit seiner Gelehrsamkeit von abergläubigen Vorstellungen be riffenheit, wie er, wenn auch scheinbar

doch in Wirklichkeit mit tiefem sitt­fungen und Laster seiner Zeit an den züglich beobachteter und scharf um­fiert er aufs treffendste die verschie atenstandes. Da ist der feige, trottel­lhans; da ist der Kecke Draufgänger ends ein dauerndes Glück zu finden

früh verdorbene Muttersöhnchen, der

uchten Leben als meuchelmörderischer

firche und der Alten Brüde abgebrannt.

Das Weihefest begann am Sonntag mit der feierlichen Schlußsteinlegung. Von Ratsdienern in ihrer historischen Tracht geleitet, bettat furz vor 11 Uhr der Oberbürgermeister mit den Abgesandten der Regierungen und Behörden die Brüde. Stadt­rat Schulz verlas die Urkunde, die dem Schlußstein einverleibt wurde: Gott schirme die Brüde, schütze Reich, Land und Stadt und erfülle alle Hoffnungen, die sich an die Eröffnung der Brüde Inüpfen." Bauhandwerker in ihrer malerischen Zunfttract schlossen darauf den Stein. Reichsverkehrsminister Krohne tat darauf die ersten drei Hammerschläge. Unmittelbar darauf be gaben sich die Festgäste auf die Mitte der Brüde, wo Ober­bürgermeister Dr. Landmann in einer längeren Ansprache auf die Bedeutung des Tages hinwies.

Der Redner schloß: Die Mainlinie, einst Schicksalslinie des deutschen Volkes, weil sie tünstlich Nord und Süd trennte, wird durch diese Brüde überbrüdt. Wie sie jahrzehntelang Symbol und Hoffnung war für die Vereinigung von Süd und Nord, so sei sie Wegweiser für die Zukunft, mahnendes Zeichen für den Zusammenschluß alles dessen, was deutsch fühlt, denkt und spricht und heute noch getrennt ist.

Es war etwa dreiviertel zwölf Uhr, als der Oberbürger meister mit der symbolischen Durchschneidung des Brüdenbandes die Alte Brücke eröffnete. In diesem Augenblick begannen auf beiden Ufern die Glocken zu läuten, Böllerschüsse lösten sich, Schiffssirenen heulten Zustimmung und ein brausendes Hurra pflanzte sich von Ufer zu Ufer fort. Punkt zwölf Uhr wurde die Reichsflagge auf der Brüde gehißt und volltönend sang die unüberschbare Wienge das Deutschlandlied. Unauslöschlich tief prägte sich dieses ergreifende geschichtliche Erlebnis in die Herzen der Teilnehmer ein. Von der anmutigen Maininsel aus, wo den Ehrengästen ein Jmbiß gereicht wurde, sahen sie dann den prächtigen Echiffsfestzug vorüberziehen, sieben Gruppen mit zusammen 69 Schiffen. Die Mainuser boten einen festlichen Rahmen, bis tief in die Altstadt hinein, wehten die Fahnen und zogen sich Tannengirlanden.

Weglar. Auf bis jetzt nicht aufgeklärte Weise brach auf dem benachbarten Hofgute zu Hermannstein Feuer aus. Es brannte die Mühle des Gutes, die seit einigen Jahren wieder in Betrieb gesetzt war, vollständig nieder. Durch das Eingreifen der Orts= jeuerwehr und unterstützt durch die Wetzlarer Dampfspritze und Wegelagerer ein gewaltsames Ende findet; da ist sein weibliches Gegenstück, die böhmische Soldatenhure Courasche, die nach kurzem Glücke durch eigene Schuld schließlich als Landströyerin, Bagabundin verkommt; da ist auch Herzbruder, der, vom Schid­sal bald begünstigt, bald verfolgt, sich doch immer sein redliches, mitfühlendes Herz erhält, seinem Blutbruder Simplicius allzeit die Treue wahrt und ihm nach Möglichkeit das Gute vergilt, was dieser ihm erwiesen hat. Und endlich Simplicius selbst: Als unschuldiger, unwissender Knabe gerät er in den Kriegs­trubel, lernt sich noch allerlei Demütigungen und Drangsalen dank seiner Klugheit, Geschicklichkeit und Lernbegier bald in der tollen Welt zurechtzufinden und seinen Vorteil wahrzunehmen. Er wird bald ein tüchtiger Soldat, kommt rasch empor und er­wirbt sich Ehre und Reichtum in Fülle, vergißt aber auch bald alle guten Lehren, die er in seiner Kindheit empfangen, wird ein Stuzzer, Verschwender und Schürzenjäger, verliert sein Vermögen, wird nach einander Quadsalber, simpler Musketier und Marodeur, fommt wieder zu Gelde, quittiert den Dienst lebt in behaglichen bürgerlichen Verhältnissen und flieht schließ= lich die Welt, geht als Einsiedler in die Wildnis, um dort ,,!! philosophieren und ein Gott wohlgefälliges Leben zu führen, was ihm in der süd- und lasterhaften Welt nicht möglich war.

Nachdem der Schiffsfestzug vorbei war, fanden in Niederrad auf der Rennbahn die Jubiläumsrennen statt.

Ein Festspiel in der Festhalle bildete den Abschluß der Fest­lichkeiten der Brüdenweihe.

Kassel, 20. 8. Der Bahnhofsausseher Baad aus Philippstal a. d. Werra wurde wegen Beschimpfung der Reichsfarben von dem Schöffengericht in Kassel zu drei Monaten Gefängnis ver­urteilt.

In der Schilderung und Charakterisierung dieser Laster erweist sich Grimmeshausen als Meister. Mit Humor weiß er in lebendigen, anschaulichen Szenen markante Beispiel solcher Untugenden vorzuführen. Die Unmäßigkeiten im Fressen und Saufen, das Stußertum und a la mode Unwesen, den Hang zum Tanzen und die dadurch geförderten geschlechtlichen Aus= schweifungen, das Karten- und Würfelspiel, das Fluchen und Gotteslästern, dies alles weiß Grimmelshausen in fräftigen und Als echten Satiriker macht er trefflichen Farben zu malen. nicht so sehr durch Moralpredigen seinem Unwillen über die Verderbtheit der Welt Luft, sondern sucht durch karifierende, übertriebene Schilderungen der menschlichen Torheiten und Laster diese als närrisch und eines vernünftigen Menschen un= würid hinzustellen und an diesem erzieherischen Zwed war ihm,

Nr. 34.

Heidelberg. Die hiesige Universität zählte im legten Sommersemester 2614 Studierende, darunter 431 Studentinnen. Die höchste Zahl der Studierenden wies die philosophische Fakultät auf, dann folgt Jura mit 775.

Heidelberg, 20. August. Die ständig ausverkauften Auffüh rungen der Heidelberger Festspiele haben bewiesen das lebhafte Interesse des gesamten Publikums. Bemerkenswert ist die große Anteilnahme der ausländischen Gäſte, die augenblicklich in Hei delberg weilen. Hente fand die europäische Uraufführung des Munken Bendt" statt, das leider aus technischen Gründen in dieser Saison nur dreimal gespielt werden kann. Die große Zahl in ausländischer Pressevertreter zeigte, daß man nach erfolgreichen Aufführungen im Rahmen des historischen Heidelberger Schloßes auch dem literarisch bedeutsamen Ereignis großes Ber­ständnis entgegenbrachte. Die letzten Daten lauten wie folgt: Samstag, den 21. und Sonntag, den 22. August Wiederholungen ..Mänken Bendt". Zu den Festspielen erschien eine Festschrift ( mit zahlreichen Abbildungen vom Schauplatz und den Mitwir fenden sowie einer Anzahl interessanter Aufsätze) die zum Preise von Mt. 2. durch die Festspielleitung, Heidelberg, Anlage 2, zu beziehen ist.

Wiesbaden. Der 33. deutsche Weinbaukongreß findet vom 4. bis zum 8. September hier statt. Er wird eingeleitet am Samstag, 4. September, mit einer Sigung des Reichsausschusses für Reblausbekämpfung im Kurhaus. Mittags um 12 Uhr fin­det die Eröffnung der Weinfachausstellung im Paulinenschlöß­chen statt. Die öffentlichen Kongreßßigungen sind nachmittags 3 Uhr und am Montag vormittag 9 Uhr.

Wiesbaden. Die diesjährigen Herbstmannöver der briti­schen Besagung finden in der Umgebung von Hochheim abwärts bis Jostein statt. In den Orten des Landkreises, wo um diese Zeit die Kirchweih stattfindet, sind nur für den Sonntag die Säle freizugeben bis 2 Uhr morgens.

Hersfeld. Das leichtsinnige Hantieren mit dem Revolver fostete einen jungen Landarbeiter in Unterbreißbach das Leben. Im Beisein von einigen jungen Leuten, denen er seinen Revolver verkaufen wollte, machte er sich an dem Re­volver zu schaffen. Plötzlich trachte ein Schuß, und durch den Kopf geschossen, brach der Bedauernswerte tot zusammen.

dem sittlich und tief religiösempfindenden Manne, wie er selbst mehrfach betont, besonders viel gelegen. Es ist nur aber sehr merkwürdig, daß man zwar allenthalben in den Werken Grimmelshausens erkennt, daß ihr Verfasser eine durch und durch religiöse Persönlichkeit ist, daß sich aber trotzdem bis jetzt noch nicht einwandfrei hat feststellen lassen, ob dieser sich während des größten Teiles seines Lebens zur fatholischen oder pro== Etwas für die damalige, testantischen Konfession bekannt hat.

Fließarbeit Tagung auf der Kölner Herbstmesse. Köln. Im Zusammenhang mit der Sonderausstellung Fließarbeit auf der Kölner Herbstmesse( 12.- 17. September) veranstaltet am 15. September der Ausschuß für wirtschaftliche Fertigung und der Ausschuß für wirtschaftliche Verwaltung ( beide beim Reichskuratorium für Wirtschaftlichkeit) in Ver­bindung mit dem Messeamt Köln eine wissenschaftliche Tagung. Anmeldungen für die Tagung sind zu richten an den Ausschuß für wirtschaftliche Fertigung, Berlin NV 7, Schadowstr. 1b.

Neue Bücher.

Tannenberg, das Cannae des Weltkrieges, in Wort und Bild von General der Infanterie von Francois, Verlag Deutscher Jägerbund, Berlin SW 48. Rechtzeitig zu den alleroris im Reiche stattfindenden Tannenberg- Feiern" hat der bekannte General der Infanterie von Francois ein Buch herausgegeben, das im Gegensatz zu den bisher erschienenen, rein militärisch wissenschaftlichen Veröffentlichungen, eine wahrheitsgetreue und volkstümliche Darstellung der gewaltigsten Vernichtungsschlacht wiedergibt. Mit seinen 21 bisher unveröffentlichten Abbildun gen und 8 von dem Verfasser selbst gezeichneten Karten führt das Buch zum vollen Verständnis der genialen Schlachtenanlage unseres Generalfeldmarschalls von Hindenburg.

in religiöser Hinsicht so unduldsame Zeit ganz Erstaunliches. Wie sein Simplicius scheint Grimmelshausen im Grunde seines Herzens allzeit ,, weder Petrisch noch Paulisch" gesonnen gewesen zu sein. An einem rechtschaffenen echt christlichen Leben lag ihm mehr als an komplizierten Dogmen. Mit den besten und aufgeklärtesten Köpfen seiner Zeit ersehnte er die Beseitigung der unheilvollen konfessionellen Spaltungen und träumte von einer wieder geeinten wahren christlichen Religion. So soll ja auch der Teutsche Held", von dem er im dritten Buche des ,, Simplicissimus" erzählt, zuletzt aus dem Geistlichen aller Kon­feffionen ein Konzil berufen, zu dem Zwede, festzustellen, was ,, die rechte, wahre, heilige und christliche Religion" sei, zu der sich dann alle bekennen müssen.

Zuvor aber wird, so erzählt dort Grimmelshausen, der Teutsche Held" mit dem ihn von Gott verliehenen Schwerte ohne Blutvergießen den Frieden auf der ganzen Welt herstellen und alle Lande der Erde unter deutschen Zepter vereinigen.

Ein liebes Lichtlein für Abendstunden. Wer mag nicht, wenn es dunkel wird, ein freundliches Licht über seiner Stube schimmern sehen? Besonders im Winter kann solch ein freund­liches Licht einem wohltun wie eine gute Hand. Solch ein liebes Licht ist ein feines Buch. Ich will euch eines verraten, das um ein paar Pfennige zu haben ist. Es ist ein alter Be­kannter, der biedere Lahrer Hinkende Bote. Der Kalender ist Verlag von Moritz Schauenburg in Lahr( Baden) erschienen. Der Preis des Jahrgangs 1927 beträgt 50 Pfg.

Diese schönen Zukunftsräume legt der Dichter allerdings bezeichnender Weise einem verrüdten Gelehrten, der sich für den Gott Jupiter hält, in den Mund. Mußte sich aber der Dichter bei den damals in Deutschland herrschenden trostlosen Zuständen denn nicht sagen, daß bei ruhiger Ueberlegung derartige Hoff­nungen und Sehnsüchte nur als närrische Phantastereien er= scheinen fonnten? Gein vaterlandsliebendes Herz empört sich zwar über die bestehenden erbärmlichen Verhältnisse, sieht je doch keine Möglichkeit, wie dem Unheil so bald erfolgreich ge­steuert werden könnte. Gerade deshalb aber hält er es für die zu setzen, was dem immer weiter um sich greifenden Uebel Ab­bruch tun könnte. Vor allem eifert er gegen die mehr und mehr

Schlank bleibt Trumpf auch für Herbst und Winter 1926/27. Sie müssen sich einen Ueberblick über alle kleidsamen Neuerun gen verschaffen! Der im Verlag Otto Bener, Leipzig erschienene Beyers Modeführer, Herbst und Winter 1926/27, Band 1, Damenkleidung, ist ein guter Berater der Frau, die modisch ge­kleidetsein will. Er ist für Mt. 1,50 überall zu haben.

Verantwortlich: Christian Klein in Gießen.

Persil

füre Wollwalche

Schon in kalter Lauge erzielen Sie den schön sten& folg!

überhand nehmende Nachahmung und Nachäffung des Aus­ländischen in Sprache und Literatur, Sitten und Gebräuchen. Sein ,, Teutscher Michel" ist das schönste Beispiel für diese gute deutsche Gesinnung des Dichters. Mit Wohlwollen sieht er bie Bemühungen, die auf eine Reinigung der deutschen Sprache von fremdländischen Beimischungen hinzielen, hütet sich aber vor dem Uebereifer fanatischer Puristen, die im übertriebenen Reformierungsdrange sogar längst eingebürgerten Fremdwörter durch neugebildete deutsche Bezeichnungen ersehen wollen. Viel wichtiger und und erstrebenswerter als solche Aeußerlichkeiten erscheint ihm eine Läuterung der Deutschen in Sitten und Ge­fittung. Denn die fremden Sprachen schaden an sich selbst nichts, sonder die angenommene mit eingeschlichene Gitten.... Wie werden wir bestehen, wenn uns ein Volf betriegen und unser Freiheit unter sich zwingen wollte, dessen Sprache wir schon reden, dessen Lebensart uns wohlgefällt, dessen Kleidung wir bereits tragen, dessen Tun und Wandeln wir lieben und ihm in allem nachäffen? Ich schließe aber hiermit kurz und sage noch einmal: Gegenwärtiger Zeit Wörter mag man sich wohl gebrauchen; man soll aber der alten Gitte vornehmlich aber ihrer Standhaftigteit und Tugend nachfolgen... Jit demnach derjenige der allerbeste Teutsche, welcher der alten Teutschen Tugend übet und liebet, mann er gleich mit besser oder zierlicher redet, als ein Tropfiger Pingauer, und bei einem solchen ist auch das beste Teutsch zu finden." In harten Worten tadelt er des­halb im Stolzen Melcher" diejenigen, die im fremden Golde gegen Deutschland kämpfen; und getreu diesen in seinen Schrif= ten geäußerten Anschauungen, ergriff Grimmelshausen selbst noch einmal furz vor seinem Tode, als die Raubfriege der Fran­30sen begannen, die Waffen, um deutsches Land gegen die Ge­lüfte des eroberungsjüchtigen westlichen Nachbars zu ver­teidigen.

Go erweist sich Grimmelshausen in Worten und Werken als ein echter deutscher Mann. Für uns aber, die wir jetzt nicht immer unter den Sachwirkungen des entsetzlichsten aller Kriege leiven, haben seine Schriften trot ihrem ehrwürdigen Alter no eld ganz besonderes aktuelles Interesse.