Nr. 11.
Es genügen aber auch Kasten am einzelnen Nester durch Brettchen ge hat, faufe sich Legenester aus Draht sch und sauber. Nur sorge man durch penstreifen dafür, daß die Tiere beim en nicht im Dracht hängen bleiben
ter den Gigstangen sammelt den Mist sauber.( Geflügelmist ist der beste Bodenbelag im Scharraum nehme man ngt notwendig ist Sand, wenn auch n in der Ede. Forts. folgt. k. d'A.
gung der Wiesen.
dem Acker ist auch für die Wiese der Düngung. Dieser Grundsah muß im ten, je weniger mit Stallmist und je arbeitet wird, daher gilt er auch ganz Auf unseren Wiesen und auf schwe rannte Kalt am besten, er sollte nur Herbst und Frühjahr( nicht im Win hm glichkeit eingeeggt werden. Im
I oder der rohe gemahlene Kalkstein zu gebrauchen. Neben Kalt sind für
fe Phosphorsäure und Kali. Bei aus 100 Pfd. Heu etwa 0,6 bis 0,7 Pfb. = 2 Pfd. reines Kali enthalten, also hosphorsäure. Dieses Verhältnis ist nicht durch Bewässerung oder sonstige toffe zugeführt werden, bei der Wie
en.
egel richtig und auch notwendig, die Thomasmehl zu düngen. Ist der Bo
e gesättigt, dann muß auch namentlich satz geschaffen werden. Ein Morgen
30 3tr. Heu liefert, gibt damit rund 60 Pfd. Kali ab Zum bloßen Erjaz che Düngung von wenigstens 1½ 3tr. 40prozentigen Kalisalz oder 4 bis
Es ist sicher ein großer Fehler, daß die nicht ausreichend mit Kali versorgt Ztr.Heu, das auf der Wiese durch Düngung mehr erzeugt wird, nur rund
che Sparsamkeit, die sich heutigentags kann, die Wiesen nach Kali und 1 lassen.
nte Welt
ngebende Zeitschrift für vorst, für Mode, Kunst, Theater, heit und Lebensfreude.
Dis 80 Seiten starkes Heft mit ausgeen moderner Film- u. Photokunst son Berichten aus der Gesellschaft. Jedes tvollen farb. Kunstblatt als Titelbild.
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Eysler& Co. A.-G.
Berlin SW68
tiversität Köln.
ſſsenschaftliches-, Rechtswissenschaftliches, klinische Semester) und Philosophische d Verwaltungs- Hochschulstudium. Vorril. Die Einschreibefrist läuft vom Das Vorlesungsverzeichnis kann vom gegen Voreinsendung von 0,60.( da10 Pfg.) bezogen werden.
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39. Jahrg.
Samstag, den 20. März. 1926
Nr. 12.
Gießener Zeitung
Erscheint: Samstags.
( Neueste Nachrichten)
Bezugspreis 40 Big. monatlich frei ins Haus. Redaktionsschluß früh 8 Uhr. Für Aufbewahrung oder Rüd. lendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert.
Sonntagsgedanken.
In der Passionsgeschichte ist wohl der dunkelste Weg der, den der Verräter ging Judas. Drei Jahre war er um seinen Herrn und Meister, hörte seine Worte, sah seine Taten, empfand seine Liebe, und doch ging er hin und lieferte ihn um schnöden Mammon seinen Feinden aus. Er war schlimmer als der offene Feind. Denn von einem solchen weiß man, was man zu befürchten hat.
Judastaten haben sich seitdem oft und oft wiederholt. Da sigt mancher am gleichen Tisch, arbeitet im selben Berufe, geht Seite an Seite mit dir den gleichen Weg und plötzlich wendet er sich ab, geht hin und übt Verrat. Mit Treulosigkeit und Tüde, mit Hinterlift und Bosheit, mit teuflischer Berechnung und Verschlagenheit. Kalt und ohne Herz verraten sie den besten Freund und gehen dann ruhig ihres Weges von dannen, gerade so, als sei nichts geschehen. Wie ein Judas, bislang unter deinen Freunden, geht er zu den Feinden über, um dich zu
Derraten.
In der Passionsgeschichte soll auch die Judastat für viele eine Lehre sein. Sie zeigt, wozu Menschen fähig sind, denen Treue fehlt. Der Weg führt sie vom Freunde weg zum Feind, von der Feindschaft zum Verrat und Mord. Die Judastat zeigte diesen Weg für immer an. Wenn er einmal beschritten, dann drängt es den Verräter unaufhaltsam abwärts, dann gibt es auf diesem Wege fein Zurüd und auch kein Salt mehr, kein Wiedergutmachen, sondern nur ein Enden in voller Verzweif
lung.
Berachtend stehen wir vor der Judastat. Weil er den Besten verraten, der je über diese Erde wandelte. Und doch sollte sich mancher prüfen und fragen: Haben wir sie nie nachgemacht? Und wenn eine Stunde täme, wo der Herr und Meister wieder unter uns weilte und uns fragen würde: ..Freund, wozu bist du gekommen?" Würden wir ihm nie eine Judasantwort geben?
Bertagung der Aufnahme Deutschlands bis zum Herbst.
Die Bollversammlung des Bölterbundes hat am Mittwoch, den 17. März, in Genf nach den Reden der verschiedenen Delegierten den Antrag auf Vertagung der Aufnahme Deutschlands sowie den Antrag des Grafen Ishii auf Einsetzung der Studienkommission zur Prüfung der Erweiterung des Rates angenommen. Die deutsche Delegation verließ noch am Abend Genf.
Rückkehr der deutschen Delegation. Reichskanzler Dr. Luther und Reichsaußenminister Dr. Stresemann, sowie die übrigen Mitglieder der Genfer Delegation sind am Donnerstag, nachmittags 2,57 Uhr, in Berlin angekommen und haben sich sofort nach ihren Dienstgebäuden begeben. Im weiteren Verlauf des Nachmittags erstatteten Dr. Luther und Dr. Stresemann beim Reichspräsidenten Hindenburg Bericht über den Verlauf der Genser Verhandlungen. Bei der großen außenpolitischen Debatte, die bereits in der nächsten Woche beim Etat des Auswärtigen Amtes beginnen soll, wird vermutlich sowohl der Reichskanzler als auch der Reichsaußenminister vor dem Plenum des Reichstages das Wort ergreifen.
Die Anlunft auf dem Anhalter Bahnhof vollzog sich völlig unbeachtet. Die Polizei hatte für eine her: metische Absperrung des Bahnsteigs gesorgt. Selbst der Presse war der Zutritt verweigert, und als Reichswehrminister Dr. Geßler an der Sperre erschien, um die Delegation zu empfangen, wurde er von einem Bahnsteigschaffner, da er nicht im Besize eines Ausweises des Auswärtigen Amtes war, zunächst zurüdgewiesen. Mit den deutschen Delegierten ist auch die größte Zahl der nach Genf entsandten deutschen Pressevertreter wieder zurückgekehrt.
Der neue Reichsschulgesetzentwurf.
Im Haushaltsausschuß des Reichstages fündigte der Reichsinnenminister Dr. Külz an, daß ein neuer Entwurf des Reichsschulgesetzes geplant ist. Der Minister wird die Vorbereitung der Vorlage ein nach dem Scheitern so vieler Entwürfe schwieriges Unterfangen It. Mitteilungen der Presse persönlich übernehmen.
Für Freiheit und Wissenschaft! Der Vorstand des Hessischen Hauptvereins des Evangelischen Bundes hat einstimmig folgende öffentliche Kundgebung beschlossen:
Drud, Verlag und Expedition: Gießen, Südanlage 21 Fernsprecher Nr. 1362
Postichedkonto Nr. 8437 Amt Frankfurt a. M.
gegen dem Willen der beiden Hochschulen eingebracht worden. Rach unwidersprochenen Zeitungsnachrichten ist die Regierung zu diesem Vorgehen lediglich dadurch veranlaßt worden, daß das Zentrum die Einrichtung derartiger Professuren für sein Verbleiben in der gegenwärtigen Regierung zur Bedingung ge= macht hat.
In der Sigung des hessischen Landtages ist auf Antrag der Regierung beschlossen worden, an der Landesuniversität in Gießen und an der Technischen Hochschule in Darmstadt Professuren für scholastische Philosophie", das sind Professuren, durch die Philosophie im Sinne der katholischen Kirche gelehrt werden soll, einzurichten.
Im Namen der Evangelischen Hessens, die wir vertreten, erheben wir Einspruch dagegen, daß die bewährte Organisation unserer Hochschule politischen Parteizwecken zum Opfer gebracht wird und daß erhebliche Mittel des Staates dazu verwandt werden, Lehrstühle einzurichten, die die Besorgnis erweden, daß sie in erster Linie nicht der Pflege der freien Wissenschaft, sondern der Propaganda der katholischen Kirche an unseren Hochschulen dienen."
Dieser Antrag ist von der Regierung trok der schweren wirtschaftlichen Not unseres Landes, die zu äußerster Beschränkung aller Ausgaben zwingt wie wir zu wissen glauben-, ent
Arbeitslosenhilfe der evangelischen Jugend.
Die Not der jugendlichen Arbeitslosen ist bekanntlich nicht nur eine wirtschaftliche, sondern auch eine seelisch- moralische. Der Reichsverband der evang. Jungmännerbünde Deutschlands hat deshalb schon wiederholt besondere Führerkurse für arbeitslose junge Männer veranstaltet, die die Aufgabe haben, sie zur tätigen Mitarbeit innerhalb des evangelischen Jugendwerkes zu schulen und ihrer Charakterbildung und inneren Vertiefung zu dienen. Ein neuer Lehrgang dieser Art ist soeben in dem Erholungsheim des Reichsverbandes in Dassel i. Solling unter außerordentlich starker Beteiligung eröffnet worden. Um die Schwierigkeiten zu beheben, die örtliche Verwaltungsstellen den jugendlichen Teilnehmern solcher Kurse zuweilen machen, hat der Reichsverband mit Unterstützung des Reichsausschusses der Jugendverbände die in Frage kommenden Regierungsstellen um eine Verfügung gebeten, die jugendliche Arbeitslose während der Teilnahme an derartigen Lehrgängen von der Meldepflicht bei den Arbeitsnachweisen befreit, ohnen ihnen die Vorteile der Arbeitslosenunterstützung zu entziehen.
Unverantwortlicher Leichtsinn oder verbrecherische
Handlung in der Grube?
Aus dem Ruhrgebiet wird uns geschrieben: Auf der Zeche Minister Stein wurde von einem der am Leseband beschäftigten Jungen zwischen den Kohlen ein in graues Papier verpadtes Pädchen gefunden. Es stellte sich heraus, daß das Pädchen 10 scharfe Messing- Sprengkapseln enthielt. Diese Sprengkapseln stammen nicht von der Zeche Minister Stein, da diese nur Kupfer- Sprengkapseln verwendet. Sie müssen also von einer anderen Zeche durch einen Bergmann eingeschleppt worden sein. Es ist ein Glück, daß durch die Aufmerksamkeit des Lesejungen hier die Möglichkeit eines schrecklichen Unfalls verhütet worden ist. Die Sprengkapseln, die bekanntlich mit Knall- Quedsilber gefüllt sind, können sich schon durch Stoß oder Schlag entzünden. Es ist als ein Wunder zu betrachten daß die Kapseln nicht schon unter Tage durch irgend einen Zufall zur Explosion gekommen sind und ein gräßliches Unglüd verursacht haben. Außerdem aber hätten die Kapseln, wenn sie unter die versandfertige Kohle geraten wären, beim Abnehmer die furchtbarste Explosion in der Feuerung hervorrufen können. Die Sache ist natürlich von der Zeche der Bergpolizeibehörde übergeben worden. Hoffentlich gelingt es der Polizei, den Besitzer der Sprengkapseln, der sie in die Grube gebracht hat, festzustellen. Ob Leichtsinn oder verbrecherische Absicht vorliegt, kann natürlich heute noch nicht gesagt werden.
Ein Großherzog als Bürgermeister.
( Gießener Tageblatt)
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Der B. B. C." erzählt: Der ehemalige Großherzog von Oldenburg wohnt derzeit auf seinem Fürstensiz Rastede unweit der Hauptstadt, einer kleinen Gemeinde, die sich in den letzten Jahren zu einer Villenkolonie entwidelt hat. Der Großherzog tennt alle Gemeindemitglieder, unterhält sich mit ihnen über das Wetter und andere gemeindliche Angelegenheiten und ist dort sehr gut angesehen. Eines Tages meldete sich eine Abordnung bei ihm. Die Männer waren zuerst etwas schüchtern, aber schließlich rüdte einer mit der Frage heraus und sagte:„ Herr Großherzog, unser Gemeindevorsteher ist alt, und wir müssen uns nach einem Nachfolger umsehen, vielleicht tönnen Sie uns einen tüchtigen Mann empfehlen."
Südwestdeutschland, ein wirtschaftliches, verkehrstechnisches und fulturelles Zusammenschlußgebiet.*)
Von A. Weigel, Frankfurt a. M.
Sucht man den„ Südwestdeutschen Regionalismus" begrifflich zu erfassen, so tönnte man sagen, er ist die Anwendung einer bestimmten Kritik auf eine gegebene Wirklichkeit und auf eine genau umgrenzte Art zu denken.
Der Großherzog erwiderte, er werde sich das überlegen. In jeinem großen Bekanntenkreise würde sicher ein geeigneter Mann zu finden sein. Die Besucher schienen aber von der Antwort nicht ganz befriedigt. Sie blieben weiter im 3immer und rüdten verlegen auf ihren Sesseln hin und her. Schließlich nahm ein ganz Beherzter das Wort und sagte:„ Herr Großherzog, wir haben eigentlich bei dem Nachfolger des Gemeindevorstehers an Sie gedacht. Sehen Sie, Sie haben doch eigentlich jezt gar nichts zu tun. Das, was für das Amt nötig ist, beherrschen Sie bei Ihren Kenntnissen sicher. Sie sind in der Gemeinde sehr beliebt; wir tönnten Ihnen eine einstimmige Wahl garantieren, Sie sind dann im kleinen wieder mitten drinn."...
Der Großherzog hat, wie es heißt, versprochen, sich die Sache zu überlegen.
Die Wirklichkeit ist das alte Deutschland der Bundes= staaten mit seiner unorganischen territorialen Ländergestaltung in kleine und kleinste Gebietsteile mit seinen zahllosen Enklaven und Erklaven und seiner hierdurch die Durchführung neuzeitlicher großdimensionaler Forderungen der Wirtschaft und des Verkehrs hemmenden Verwaltungspraxis; die Denkart ist die des alten länderpolitischen Partikularismus, der durch den Fortfall der Dynastien seit 1918 in seinen Grundzügen wohl gegenstandslos geworden ist, sich aber nach dem physikalischen Gesetz der Trägheit weiter auswirkt, sehr zum Nachteil großer aufeinander angewiesener Gebietsteile. Die Kritik, die heute an diese geringe bezw. vielfach unmögliche Anpassungsfähigkeit an neuzeitliche Gestaltungsformen und dies mit Recht geübt wird, liegt in den rationellen Forderungen der Wirtschaft und des Verkehrs, sowie einer sparsamen Verwaltungsform, ver anfert, geboren aus dem Zeitalter erfolgreichster Ueberwindung von Raum und Zeit, Forderungen, die im Gegensatz zu früher, große Gebietsteile zu einer Schicksalsgemeinschaft auf Gedeih und Verderb zusammengeschweißt haben.
Zaghafte Ansätze von Zusammenschlüssen finden sich wohl auch bei uns schon lange vor dem Kriege vor, so z. B. die Zollgemeinschaft, die Reichspost, die Preußisch Hessische- Eisenbahngemeinschaft, welche heute in der Reichsbahn aufgegangen ist, die Reichswasserstraßenverwaltung, die Postschedämter u. a. m., also die Reichsverkehrsbetriebe. Trotz dieser zwangsläufig notwendig gewordenen äußeren Zusammenfassung verblieb jedoch hierbei vielfach die unzweckmäßige innere Verwaltungseinteilung nach Länder- oder Provinzialbezirken, die mangels inniger Zusammenfassung unter einheitlicher Leitung natur
gemäß weiterhin hemmend einwirken mußte. Die weitere großdimensionale Entwidlung der Nachkriegszeit, so z. B. auf dem Gebiete des Funk- und Flugverkehrs, der Elektrizitäts- und Wasserwirtschaft, der Gassernversorgung, der Bezirkswirtschaftsräte u. a. m. muß heute bereits ohne jede Rücksichtnahme auf Länder- und Verwaltungsgrenzen ihren Weg gehen. Diese Entwidlung in gleichzeitigem Zusammenhang mit einer Vereinfachung und Verbilligung der inneren Verwaltung brängt sichtlich, trotz aller partikularen Einstellung eifersüchtig auf ihre veralteten Vorrechte wachenden Länder-, Provinzial- und Bezirksverwaltungen, nach einer über die bestehenden Verwaltungsgrenzen hinausgreifenden großzügigen Lösung.
Eine derartige, jedes Handeln erschwerende Buntschedigkeit im Denken und dies dazu noch in einem nicht zu überbietendem Maße, zeigt uns das Südwestdeutsche Wirtschaftsgebiet. Das Gebiet der beiden Hessen, Kreis Wetzlar, Walded, das Siegerland, die Reg.- Bez. Koblenz und Trier, Birkenfeld, Unterfranken und die Pfalz im Anschluß an das Saargebiet, in einem Umfange von rd. 47 000 qkm mit rd. 6,7 Mill. Einwohner( etwa den 10. Teil der Fläche und der Gesamteinwohnerzahl des Deutschen Reiches), ein Wirtschaftsgebiet, welches mittels eines 5- Stundenverkehrs die Verbindung der entlegendsten Orte mit seiner Zentrale Frankfurt a. M. bezw. dem Rhein- Mainischen Städtetranz auf den allein etwa 1,6 Million Einwohner entfallen gewährleistet.
Was Nordwestdeutschland, das schwer bedrängte RheinischWestfälische Zusammenschlußgebiet, als wirtschaftliche und ver tehrstechnische Einheit in außen- und innenpolitischer Hinsicht bedeutet, das gilt auch in Bezug auf Südwestdeutschland, das Mittelrhein, Mosel-, Main, Lahn- und Weserquellstromgebiet im Anschluß an das abgedrosselte Saargebiet: Querriegel über den Rhein, Bollwerte des Westens im neuen Deutschen Reiche. Eine Parallele zu diesen Zusammenschlußbestrebungen wirtschaftlich eng aufeinander angewiesener Gebietsteile bietet das Frankreich von 1789 mit damals 26 Mill. Einwohnern von etwa 35 Verwaltern nur mühselig gelentt und geleitet. Wie das alte Deutschland war dieses Frankreich eine Schöpfung der Jahr
*) Von befreundeter Seite wird mir dieser Artikel mit der Bitte um Veröffentlichung zugesandt. Ich komme dem gern nach mit der Absicht, daß diese wichtige Frage des Zusammenschlusses größerer Gebiete zu einem Wirtschaftsgebiet dadurch immer weitere Kreise interessiert. Nur Großes fann noch Größeres schaffen zum Segen der Allgemeinheit.
Mit manchen Einzelheiten des Artikels gehe ich nicht einig, 3. B. der Koblenzer hat sich mehr zum Unterrheiner afflimatifiert, seine Interessen sind ganz und gar konträr der Interessen 3. B. des Fuldaer Landes. Sollte man darum nicht erst schrittweise dieses große Ziel zu erreichen suchen, indem man a) die bayerische Pfalz, das Saargebiet, Baden und Württemberg zu einem Wirtschaftsgebiet und b) die beiden Hessen, Kreis Wetlar und Walded zu einem anderen Wirtschaftsgebiet zujammen zu bringen versuchen sollte. Beiderseitig der Höhenzüge( Westerwald, Hunsrüd, Taunus usw.) und der Wasserscheiden jind andere Bestrebungen, sind andere Sitten und Gebräuche, sind andere Wirtschaftslagen, bedingt durch vielerlei Naturerscheinungen, die erst nach und nach alle in sich aufgehen werden, wenn Verkehr und Wirtschaft noch weit mehr als heute den Ton angeben. Albin Klein.


