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er evangelischen Kirchengemeinde Giegen. en evangl. Kirchengemeindemitglieder ge=
andeskirchenamt vorgeschlagen, in Gießen eistliche anzustellen. Der Kirchenvorstand noch Beschluß zu fassen.
universität. Die Zahl der immatrikulierten terjemester 1926/27 beträgt 1326( hieroon Der immatrikulierten Hörer auf 25. Hinzu hörer und 77 Gasthörerinnen, sowie 2 Hot also 1544 Studierende.
rtarten für die Festtage gelten bereits ab nber, mittags 12 Uhr, und verfallen am Dormittags 9 Uhr, bis zu welchem Zeit ieder angetreten sein muß.
nd Bestelldienst der Post zur WeihnachtsIgender Sonntag, den 19. Dezember; wie mahme beim Postamt 1( Bahnhofstraße) 1., die Ortsgeld- und Landzustellung fällt zustellung( vormittags). Freitag, den 24. st von 8 bis 12 Uhr vorm., 2 bis 4 Uhr ngen; von 4 Uhr nachm. ab nur noch für und Abgabe von kleinen Mengen Bost an Werktagen noch vorgenommene Briefr nachm. fällt aus. Samstag, den 25. De
ag): Wie an Sonntagen, doch kommen
e Landzustellung für Briefe und Balete um Austrag. Am Sonntag, den 26. Deag): fällt jede sonst übliche sonntägliche istag, den 1. Januar 1927( Neujahrstag): t einer Briefzustellung nach allen LandJanuar 1927: Wie an Sonntagen, doch
afet- und Landzustellung aus.
ist für alle Städte und Landgemeinden uf 12 Uhr nachts, für Sonn- und Feierde auf 1 Uhr festgesetzt worden.
Dessen." Es dürfte vielen Hundebesitzern
, wenn wir an dieser Stelle darauf auf
e im Laufe dieses Jahres abgeschafften m 31. Dezember lfd. Js. bei der zustän
bzumelden find. Wird die Abmeldung nber bewirkt, so ist die Hundesteuer für
er zu entrichten. Wer ferner am 1. Ja
nge Hunde im Alter von unter drei Mo
Jeder gleich oder nachträglich zur Hundede Jahr zugezogen. Nur wenn nachjunger Hund vor Erreichung des Alters nde gegangen oder nach Orten außerhalb en ist, tritt Steuerbefreiung ein.
-Lotterie. Der Hessische Herr Minister Sessischen Fürsorgeverein für Krüppel in Genehmigung zur Veranstaltung einer Gunsten der Errichtung eines KrüppelForschungsinstitut am Sitze der Hessischen 1. Die Verhandlungen des Vereins we erartigen Anstalt begannen bereits vor
it des Fürsorgevereins erstreckt sich über werden durch den Verein und durch die unentgeltlichen ärztlichen Fürsorge- und 400 Körperbehinderte einer Heilung zue ganze Tätigkeit lediglich von dem Gedlichen Menschen zu helfen. Die Arbeit fionellen oder sonstigen Einschlag. Jeder, rüppelheimbau- Lotterie erwirbt, sollte iner guten Sache ein Opfer dargebracht nachtstisch eines gesunden Kindes sollte ingten Kameraden fehlen.
gewiesen zu sein, ist wahrlich ein großes ungsberechtigte blinder Kinder! Wollt Pforten des Glüdes verschließen? Wollt er Blindheit mit seinen Folgen zeitlebens Nein und nochmals nein! Ist es nicht te Pflicht, für das leibliche und seelische nder zu sorgen und ihre Zukunft sicherfür euch selbst ein Trost und eine Bezt, daß euer blindes Kind sein schweres
vermag, wenn es erwerbsfähig ist und gen kann? Darum laßt die Lichtlosen erden, der durch Erziehung und Unterricht isgestreut wird. J. Kranz, Blindenlehrer.
*
Forweihnachten.
Bromber, Dresden- Laubegaſt.
r Weihnachtswichtelmann
t am Tannenbaum
vielen Lichter an,
ſah'n – sielleicht im Traum,
t Engel Flodenweiß,
inen Scherze treibt,
r durchs grüne Nadelreis,
Soldhaar hängen bleibt. oll Frohloden
Seihnachtsgloden: da!
chwebt der Tannenbaum ohl überm Federbett,
idel ruft im Traum:
h dies und jenes hätt'!
t, lieber, guter Mann,
till und sag' uns doch:
tommt das Christkind an?
warten noch...
alle, alle-
Sonnabend, den 18. Dezember 1926.
Die Ausbesserungsarbeiten am Bahnübergang in der Frankfurter Straße find beendet und die Straße ist für den Ber tehr wieder freigegeben worden.
Eine oberhessische Gewerbeausstellung, die dem Handwerk und Gewerbe Gelegenheit geben soll, mit den Erzeugnissen ge= werbl. Fleißes vor die breite Oeffentlichenfeit zu treten, ist für Juni 1927 in Gichen geplant.
* Kavalleristentag in Gießen. Am 7., 8. und 9. Mai 1927 Deranstaltet der Kavallerie Berein Gießen anläßlich seines 20jährigen Bestehens einen Kavalleriftentag, zu dem Generalfeldmar schall von Radenfen nicht nur das Brotektorat übernommen, sonbern auch sein Erscheinen in Aussicht gestellt hat.
* Seinen 80. Geburtstag beging gestern der evangelische Kirchendiener i. R. Herm. Hoffe. Der Jubilar ist Veteran von 1870/71 und erfreut sich noch guter geistiger und fürperlicher Frische.
* Ein Autozusammenitoj ereignete fich am Mittwoch mittag Ede Gartenstraße und Ludwigstraße. Ein fleiner Opelwagen stich mit dem Kraftwagen des Generalagenten Reinschmidt, der mit 4 Personen besetzt war, zusammen. Die Wucht des Zufammenstoßes war so groß, daß der Opelwagen sich überschlug und im Begen auf das Trottoir stürzte, wodurch der Fahrer Horst Schütte unter den Wagen zu liegen tam. Auch der andere Wagen fiel um; die Infaffen blieben glüdlicherweise unverletzt, während Schütte einen Obertieferbruch und andere Gesichtsverletzungen erlitt und von der Freim Sanitätstolonne der Chirurg. Klinik zugeführt wurde. Die beiden Wagen wurden schwer beschädigt abgeschleppt.
* Das Autounglüd im Auguft d. 3., bei dem ein Mann so angefahren wurde, daß er seinen Verlegungen erlag, hatte gestern sein gerichtliches Nachspiel. Angeflagt waren die Ehefrau eines hiesigen Arztes und ein Fahrlehrer, die beide freigesprochen wurden.
Aus Nah und Fern.
Lang- Göns. Bürgermeister Müller von hier hat sein Amt niedergelegt.
Niederbessingen. Die hiesige Lehrerſtelle iſt definitiv durch den Lehrer Kreis besetzt worden.
Buzzbach. Hier ist die Eröffnung einer Privatautolinie geplant, welche die Dörfer Pohl Göns, Ebersgöns, Obertleen, Cleeberg, Griedelbach, Brandoberndorf und zurüd über Weiperfelden, Espa nach Butzbach verbinden soll.
Friedberg. Die Turnerjugend der hiesigen Turngemeinde veranstaltete in ihrer Turnhalle eine Ausstellung funstgewerblicher Handarbeit, die sich eines guten Besuches erfreute.
Ruppertsburg. Schreinermeister Scheel und Ehefrau feierten dieser Tage das Fest der goldenen Hochzeit.
Büdigen. Die Stadtverwaltung beabsichtigt eine Wiederbelebung der vernachlässigten Büdinger Märkte. Der Petrimarkt im nächsten Frühjahr soll als Pferde- und Rindviehmarkt, ferner als Krämermarkt abgehalten werden. In Verbindung damit ist eine Prämiierung und Verlosung geplant.
Rieber Gemüben. Bel einer Treibjagb wurde von fünf Treibern und einer recht ansehnlichen Zahl von Jägern ein einziges Häslein zur Strede gebracht.
Alsfeld. Das Hofgut Dogelrod wurde von einem Großfeuer heimgesucht. Es verbrannten u. a. 28 Mastschweine, ferner 600 Zentner Hafer und 2000 Zentner Stroh.
Gedern. Die Stadt plant die Errichtung eines neuen Postgebäudes in der Nähe des Bahnhofs.
Nidda. Der von der Stadt geplante Realschulneubau mußte infolge der Ungunst der Zeit zurüdgestellt werden.
Darmstadt. Einige 16 und 17jährige Bürschchen entwen= deten vergangene Woche ein sechsfigiges Automobil und machten damit eine Spritztour. Bereits am nächsten Tage wurden sie wieder gefaßt und der besorgte Eigentümer fonnte seinen Wagen in Eubigheim abholen.
Bensheim. Hier wurden zwei Polizei- Wachtmeister überfallen und einer davon durch Messerstiche so schwer verlegt, daß er ins Krankenhaus eingeliefert werden mußte.
Frankfurt. Das Stadtparlament hat dem Eingemeindungsvertrag mit der Gemeinde Festenheim zugestimmt. Mit dieser neuen Eingemeindung tritt Frankfurt in die Reihe der Halb
millionenstädte.
Groß- Altenstädten( Westerw.) Die Gemeinde läßt in ihrem Posthaus einen Rundfunk- Apparat aufstellen, zu dem sämtliche Ortseinwohner freien Zutritt haben sollen.
Naunheim. Seit einiger Zeit sind Bestrebungen im Gange, Garbenheim, Hermanstein und Naunheim der Stadt Weglar einzugemeinden.
Frankfurt. Hier tagte am Sonntag die 37. Abgeordnetenverjammlung des Landesverbandes der Hess. Freiw. Feuerwehren, die sehr stark besucht war.
Kassel. Hier wurde der Kaufmann Triller aus Bonn wegen Landesverrats zu einm Jahr 6 Monate Gefängnis verurteilt.
Kaffel. Hier wurde ein Zahnarzt von einer Patientin um 1200.bestohlen. Das Geld tonnte bei einer plötzlichen Haussuchung in der Wohnung der Diebin wieder herbeigeschafft werden.
Ueber Bücher, Lesen und Jugendliteratur.
Zwei Männer gingen durch den Wartesaal des städtischen Bahnhofes, zwei Freunde, ein Lehrer und ein Architekt. Als sie schon fast die Ausgangstüre erreicht hatten, fiel ihr Blid auf zwei Knaben, die in einer Bankede saßen und in einem Buche lafen. Sie waren ganz nahe zusammengerüdt, einer hatte den Arm über die Schultern des andern gelegt; so saßen sie und lasen gemeinsam, voller Eifer und ganz vertieft.
,, Gießener Zeitung"
schmierte Räubertomantil- Sache mit ebenso unmöglichen, Hel. dentaten wie unmöglichen Helden'!"
„ Ich sehe, du haft teine Ahnung von der heutigen Jugend literatur!" Der Lehrer rief es beinahe entrüftet. Wetten wir vielmehr, daß die zwei ein Thienemann- Buch lesen; die Etattlichkeit des Bandes spricht ganz dafür. Damit würden alle deine Vermutungen in nichts zusammenfallen; denn die ThienemannBücher sind eine andere, die gute Art Jugendliteratur, die du nicht zu tennen scheinst." Der Lehrer war vor Eifer stehen geblieben; jetzt ging er furzentschlossen auf die beiden Knaben zu, die sich bisher gar nicht in ihrer Lektüre hatten stören lassen. ,, Erlaubt mir," sagte er freundlich zu ihnen, daß ich einen Blid auf euer Buch werfe! Jhr left so eifrig; da möchte ich gerne wissen, was ihr eigentlich in den Händen habt."
Die Knaben blidten auf. Klare, muntere Bubenaugen musterten erstaunt den Herrn, der sie ansprach. Aber schon sagte einer: Das ist das schönste Buch, das wir jemals gelesen haben. Ich glaube, es ist das schönste, das überhaupt jemals geschrieben worden ist."-Jawohl", bekräftigte sein Freund ,, und, Kapitän Wulff' heißt es."
,, Nanu,“ beschwichtigte der Lehrer ,,, nur nicht gleich so über schwänglich! Das schönste Bud! Von wem ist es denn eigentlich?"
Diese Frage machte die zwei Bürschchen verlegen. Sie blät terten zurüd zum Titelblatt. Kapitän Wulff" lasen sie ,,, Rapitän Wulff, Vom Schiffsjungen bis zum Kapitän, er zählt von Gustav W. Eberlein."
Jm Lehrer brach der Schulmeister durch. Da lesen sie ein Buch bis über die Hälfte durch und wissen nicht, von wem es iſt! Auf euren Briefmarken tennt ihr bestimmt jedes Zeichen und jedes kleine Häkchen, von der Aufschrift ganz abgesehen; und bei euren Büchern seht ihr weder nach dem Verfasser, noch nach dem Verlag. Das muß man tun. Daran erkennt man die gute Marke. Scht ihr da vorn auf dem Buch das springende Pferd: das ist das Verlagsabzeichen des Jugendbücher- Verlags Thienemann in Stuttgart. Wenn ihr einen Band von jenem Verlagshause habt, dann könnt ihr sicher sein, daß es ein gutes Buch ist.“
Die Knaben hörten verständnisvoll zu. Ja ja, ich weiß," bemerkte der eine. ,, Meine Mutter kauft auch immer solche für meine Schwestern. Die Mädels wollen überhaupt keine andern mehr. Früher lasen sie die Märchenbücher, wir machten auch mit, das war noch fein...."
,, Die Märchen von den Brüdern Grimm, nicht wahr?" flocht der Lehrer ein, ,, von Musäus und von Hauff, weißt du noch: der Zwerg mit der großen Nase und der Kalif, der sich in einen Storch verwandelte...?"
,, Und dann die Andersen- Märchen, die von Bechstein?" ..Jawohl," mischte sich nun der eine von den Knaben ein, aber ich habe nun noch andere ausgestellt gesehen, die gar nicht viel kosten und doch große, schöne Bücher sind mit farbigen Kunstbildern. Thienemanns illustrierte 2- M- Bücher stand darüber geschrieben."
..Ich weiß," erwiderte der Lehrer, ,, da sind auch Märchenbücher darunter: Jm Märchenland' und, Die Artusritter' und , Laurins Rosengarten'. In dem letzten werden alle Sagen aus dem schönen Land Tirol erzählt. Aber etwas Hübsches unter diesen neuen 2- M- Büchern sind die Tierbücher:, Lug, der Reithund', und, Seine legte Nuz'. Sogar ein Kinderstubenbuch ist
darunter."
„ Ich lese Tierbücher auch gern. Aber mein Freund hat lieber Geschichten aus früheren Zeiten, von Rittern und dergleichen."
,, Ja, ich habe schon seine Erzählungen aus solchen Büchern mit dem Thienemann- Pferd gelesen," beeilte sich der andere eifrig beizufügen: ‚ Der Dombaumeister von Prag' ,, Der Tucher von Köln."
„ Ich kenne sie", sagte darauf der Lehrer.„ Später wirst du dann die großen Bücher dieser Art lesen, die schon eigentliche Bolfserzählungen sind:, Ben Hur' von Wallace, Scheffels, Eftehard' und Hauffs, Lichtenstein'. Die, Deutschen Boltsbücher' und , Die Sagen des klassischen Altertums' von Gustav Schwab wirst du ja bereits fennen?"
Des Knaben Augen glänzten.„ Jawohl", erwiderte er, ,, und auch jene andern Bücher erhielt ich von meinem Vater, jene über, Die Hegelingen' und, Dietrich von Bern'."
,, Aha, die Erzählungen Leopold Webers. Ja, die sind wie ein Sonnenstrahl über fernes Vorzeitland."
,, Bater meint, ein Deutscher müsse die Geschichte der Ger= manen lennen. Das bilde startgemute und hochgesinnte Männer".
Wieder lächelte der Lehrer.„ Startgemut, sagst du? Man merkt, daß du nicht umsonst Leopold Weber gelesen haft. Werde du nur auch stattgemut und hochgesinnt! Dein Vater hat recht, zehnmal recht." Run wandte sich der Lehrer, der ganz eifrig geworden war, an den andern Knaben. Und du, der du so gern Tierbücher liefest," sagte er zu ihm ,,, sieh du doch zu, daß du die Thienemann- Bücher von Brehm in die Hände bekommst. Weißt du: das ist der große Tierforscher, der, Vater Brehm'. Das wird dich freuen, wenn du Brehm von seinen Forscherfahrten erzählen hörst. Und alle Bücher hat Mühlmeister mit Bildern versehen, Bilder, ich sage dir..." ,, Wie heißen denn diese Bücher?" Auf Forscherfahrt in Nord und Süd', Polarstern und Tropensonne, Jn Steppe und Urwald'."
"
,, Das will ich mir merken. Es ist doch eine schöne Einrichtung: der Weihnachtswunschzettel."
Unterdessen hatte der Architekt dem einen der Knaben das Buch aus der Hand genommen und es intereffiert durchgeblättert. ,, Das ist in der Tat ein Buch nach meinem Herzen," rief er.„ Ich bin für's Zupadende, für's Frische, Flotte. Ein prächtiger Mensch, dieser, Seebär' Kapitän Wulff!" Er gab das Buch zurüd mit den Worten: ,, Das ist gute, fräftige Roft für euch, Jungens. Das wird euch wohlbekommen."
Mit freudigem Lachen griffen beide zugleich nach dem Band.
Als der Architekt und der Lehrer aus dem Bahnhof traten, Der Lehrer lächelte. Mich nimmt wunder, was Schönes jagte jener:„ Ich wußte ja gar nicht, daß du in der Jugendlitediese beiden lesen," sagte er zu seinem Begleiter.
Der Architekt war einen Blick auf die Gruppe der zwei Knaben, zog die Augenbrauen hoch und erwiderte:„ Wetten wir, daß die beiden Burschen, die da mit roten Baden sitzen und mit glänzenden Augen lesen, irgend einem Schmarren verschlingen, eine sentimentale, übersüßliche Geschichte, die Tränen der Rührung hervorlocken soll, oder- noch schlimmer
-
eine blutbe=
tatur so bekannt bist."
„ Ist das so verwunderlich," entgegnete mit leichtem Spott der Lehrer.„ Verwunderlicher scheint mir vielmehr, daß man in diesen Dingen nicht vor die richtige Schmiede geht, und daß ihr Fachmänner nicht den Fachmann tonsultiert. Bevor man ein Buch kauft, sollte man sich erkundigen bei Leuten, die Bescheid wissen."
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Nun, da du Bescheid weißt: ich habe eine Tochter zu Hause, wie du weißt. Gib mir für sie ein gutes Buch an für den Weihnachts Gabentisch."
„ Laß dir von deinem Buchhändler ein Verzeichnis von Thienemanns Jugendbüchern geben oder beschaff es dir selbst vom Verlag, Blumenstraße 36, Stuttgart. Da findest du wirklich gute, nicht fitjchige Jungmädchenbücher angegeben: von dele Elfan Das Haus am Bart', von Toni Rothin und Schloß Ohne leid'. Meinem eigenen Mädel, das noch nicht 14 Jahre alt ist. werde ich das Buch, Die Doktorsfinder' von Trude Bruns schenfen, ein föstliches, ganz von Humor überglänztes Buch.
„ Das will ich mir merlen ich hab' ja auch Nichten." Der Architekt ging wieder einige Schritte, dann wandte er sich noch einmal an den Lehrer mit einem kleinen, gutmütigen Spott in der Stimme:„ Nun haben wir uns eigentlich einen halben Morgen mit nicht sehr wichtigen Dingen abgegeben."
Die lugen Augen des Lehrers blitten hinter den Brillengläsern.„ Arbeit an der Jugend ist nie unwichtig," sagte er entschieden; im Gegenteil: man fann sie gar nicht wichtig genug schätzen. Die Jugend ist die Zukunft, die Zukunft unseres Landes und Voltes, an der wir alle mitarbeiten müssen Eltern und Erzieher zu allererst."
Anmerkung: Die Bücher v. K. Thienemanns Verlag, Stutt gart, Blumenstraße 36, find in jeder gut geleiteten Buchhandlung zu haben.
Noch gerade rechtzeitig zum Weihnachtsfest erschien bei N. G. Elwert in Marburg eine wundervolle Veröffentlichung über die uns benachbarte Stadt ,, Alsfeld" von Dr. Werner Meyer- Barkhausen. Der Verfasser hat es verstanden, gerade die reizvollen und malerischen Gesamt- und Einzelblide sowie die reiche Plastik und Architektur der Stadt in ausgezeichneten Aufnahmen darzustellen. Das Heft enthält 91 Abbildungen, 7 Pläne und 56 Seiten Tegt. Ohne Zweifel wird gerade diese Veröffentlichung, die das erste Heft der Serie„ Alter Städte in Hessen" bildet, be sonderem Interesse begegnen. Die Stadt Alsfeld hat durch eine finanzielle Beihilfe die Ausgabe dieses prächtigen Buches ermöglicht, so daß dasselbe zu dem niedrigen Preis von 4 M im Handel erscheinen kann.
Lebensweisheit für Deutsche. Verlag„ Offene Worte", Char lottenburg 4. Ein Buch, das in die jetzige Zeit paßt. Der Verfasser, Dr. phil. Schneider, will den Erwachsenen zur Selbstbildung und Selbsterziehung anleiten, allen, die mit Erwachsenenerziehung zu tun haben, Anregungen bieten. Dieses reiche seelenkundliche und erzieherische Material wird in einem eigenen Anhang in Form von Tabellen dargestellt. Acht wundervolle Bil der moderner Meister sind in die Erörterungen eingestreut. In ernster, aber hoffnungsfreudiger Weise wird eine Schidsalsfrage des deutschen Volkes behandelt. Der Preis des Ganzleinen bandes ist mit 3.30 M wahrlich gering.
Sinn und Geist eines tostbaren Schmudes tönnen wir erst begreifen, wenn wir ihn uns vorstellen erfüllt von dem Leben und der Lebenskraft einer schönen Frau, die ihn trägt. Dies hat die Schmudindustrie längst erkannt, und so schaffte sie Jmitationen. Wie man sie anwendet, lehrt das soeben im Verlag von W. Vobach& Co. G. m. b. 5., Berlin- Leipzig, als Einzelheft Nr. 202 erschienene Büchlein von Gertrud Krähe: ,, Der moderne Frauenschmuck"( Preis 1 M), das sicher vielen Damen ein wertvoller Ratgeber in allen Fragen der Anmut zu sein berufen ist.
Ein schön gedeckter Tisch ist das Sinnbild echten Familienlebens. Wie man aber einen Tisch schön deckt, zeigt das soeben bei W. Bobach& Co. G. m. b. H., Berlin und Leipzig, erschienene Einzelheft Nr. 205 ,,, Der gut gededte Tisch" von Gertrud Krähe, ( Preis 1.20 M) in Wort und Bild.
Das zweite Weihnachtsheft der„ Eleganten Welt" ist erschie nen und gibt bemerkenswerte Ratschläge und Anregungen in Bild und Wort denjenigen, denen der Weihnachtseinkauf Kopfzerbrechen verursacht.
Westermanns Monatshefte geben mit dem reichhaltigen und buntfarbigen Januarheft einen neuen Beweis ihrer um fassenden Vielseitigkeit. Prof. Dr. Roloff- Gießen hat eine Geschichtsstudie über Kaiser Alexander I. beigetragen.
Dide Luft! Eine neue Ladung Frontwizze. Herausgegeben von Sigmund Graff. Mit einer Einbandzeichnung und zahl= reichen Jllustrationen von Karl Brühäuser, München, Kart. 2 M, in Ganzleinen 2.50 M. Eulenspiegel- Verlag G. m. b. S. Magdeburg.
Soll ich mir einen Bubikopf schneiden lassen? Oder soll ich es nicht tun? Erschienen als Einzelheft Nr. 203 v. dem Verlag W. Bobach& Co. G. m. b. S., Berlin und Leipzig,„ SängezopfBubikopf" von J. Vollmer- Natesta( Preis 1 M) wird es unserer Frauenwelt ein Ratgeber sein, denn es gibt Anleitungen, wie der schöne Schmud der Frau, das Haar, geschnitten, frisiert und gepflegt werden muß.
Ein deutscher Einheits- Lastwagen. Die deutsche AutomobilIndustrie hat sich im Kampfe gegen die amerikanische Automobilindustrie des Automobil- Teilbaues als Mittel zur Verbilligung des Kraftfahrzeugbaues lange nur wenig bedient. Umso bemerkenswerter sind die in dieser Richtung erfolgten Arbeiten von J. P. Goßzens, Lochner& Co., die zur Schaffung des 5- Tonnen- Gooßens- Einheitslaftwagens geführt haben Berantwortlich: Christian klein in Gießen. Anstalt für Epileptische. Weihnachtsbitte.
Auch in diesem Jahr wieder richten wir an die Freunde unserer Anstalt die herzliche Bitte um ein Scherflein zur Beisteuer zur Weihnachtsbescherung unserer armen Kranten. In der trüben und schweren Zeit, in der wir stehen, wollen wir bie Strahlen der Weihnachtssonne hineinleuchten lassen in die Herzen unserer armen Epileptischen und Krüppelfinder; in der falten Winterzeit wollen wir fie empfinden lassen die Wärme der Liebe, mit der wir sie umgeben. Warme Herzen machen offene Hand!
Für jede Gabe, die am einfachsten auf unser Postschedkonto Nr. 4922„ Anstalt für Epileptische" beim Postschedamt Frantfurt a. M. eingezahlt wird, sagt im voraus herzlichsten Dank Nieder- Ramstadt, im Dezember 1926. Direktor Weimar, Pfarrer.
Sause schalle:


