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von Jostein und Camberg finden over der englischen Besagungsarmee
statt. Zahlreiche Ortschaften müßTere sorgen, wodurch sich die Be
dhiedensten Gegenden des Deutschen it Meldungen über den Ausbruch 9. Nun scheint diese gefürchtete heimsuchen zu wollen. Das ers Ellermann ist unter Anzeichen, ung schließen lassen, erkrankt. Alle troffen.
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onemann, Bilder von Professor os. Scholz, Mainz. In Halbleinen guter Gedanke des bekannten Bil je Gestalt des Reichspräsidenten in rbuches zu stellen. Zwar für die nicht gemeint, sondern für die gro10. und 12. Jahr ab. Denn es in paar schöne Bilder, sondern das ezten Jahrzehntes wird in diesen den Text fund. Wir wünschen das rbuch in der Hand jedes deutschen
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39. Jahrg.
Samstag, den 18. September 1926.
Nr. 38.
Gießener Zeitung
Erscheint: Samstags.
( Neueste Nachrichten)
Bezugspreis 40 Big. monatlich frei ins Haus. Redaktionsschluß früh 8 Uhr. Für Aufbewahrung oder Rüd lendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert.
Vor der
hessischen Volksabstimmung.
Der Hessische Wirtschafts. und Ordnungsblod gibt über eine am Dienstag, den 14. ds. Mts. stattgefundene Besprechung der in ihm vereinigten drei Parteien folgenden Bericht heraus: ..Heute traten die Parteien des Hessischen Wirtschafts- und Ordnungsblods zusammen, um zu der durch die Verhandlungen des Landesabstimmungsausschusses geschaffenen Lage Stellung zu nehmen. Einmütig gaben sämtliche Redner ihrer Empörung darüber Ausdrud, daß das flare Ergebnis des Volksbegehrens in endlosen, ganz überflüffigen Berhandlungen seitens der Ver: treter der Linksparteien in sein Gegenteil verkehrt werden sollte. Reicht doch die Zahl der abgegebenen gültigen Unterschriften auch dann bei weitem aus, wenn jämtliche von irgendeiner Seite beanstandeten Listen und Unterschriften restlos ausge schieben werden.
Es wurde festgestellt, daß die Behauptungen, es feien zahlreiche Fälschungen erfolgt, sich als glatte Unwahrheit darstellen. Gerade die von der Regierung eingeholten wissenschaftlichen Gutachten stellen flipp und flar fest, daß der Wille des Volkes unzweideutig gesprochen hat, daß jeder weitere Verschleppungsversuch der Verfassung widerspricht und keineswegs mit den Grundsätzen der Demokratie zu vereinbaren ist.
Die Gegner der Landtagsauflösung haben den letzten Vorwand verloren, den Volksentscheid weiter hinauszuzögern: Das hessische Bolt hat jetzt das entscheidende Wort zu sprechen.
Jedenfalls wird der Wirtschafts- und Ordnungsblod nunmehr in die Werbearbeit eintreten in dem Bewußtsein, die Mehrheit des hessischen Volkes bei seinem Kampfe für die Gesundung unserer staatlichen Verhältnisse auf seiner Seite zu haben.
Der Völkerbundsrat.
Nach der am Donnerstag, den 16. September 1926, erfolgten Wahl der neun neuen nichtständigen Ratsmitglieder ist die Bertretung der Völkerbundsstaaten im Rat nunmehr folgende: Ständige Mitglieder: Deutschland, England, Frankreich, Jtalien, Japan. Nichtständige Mitglieder: Für drei Jahre: Polen ( wiederwählbar), Chile, Rumänien. Für zwei Jahre: Columbien, Holland, China. Für ein Jahr: Belgien, Tschechoslowakei, Salvador:
Erste Sigung des neugebildeten Rates.
Am Donnerstag, nachmittags um Uhr, trat in Genf der Völkerbundsrat zur ersten Sigung seiner 42. Tagung zusammen. An der Sitzung nahmen die ständigen Ratsmitglieder teil. Die Sitzung wurde auf Ersuchen des deutschen Außenministers Stresemann, dem das Präsidium nach der alphabetischen Reihenfolge zugefallen wäre, von Benesch präfitiert, der demzufolge auch Präsident der 42. Ratstagung sein wird. Auf der Tagesordnung der geheimen Sigung stehen die Veränderungen, die in der vorbereitenden Kommission der Abrüstungskonferenz infolge der Neuwahlen zum Völkerbundsrat vorgenommen werden müssen, sowie einige nebensächliche Fragen. Unter großem Andrang begann anschließend gegen 6 Uhr abends die erste öffentliche Sigung. Benesch eröffnet die Sigung durch eine Ansprache, in der er zunächst das neue Ratsmitglied Deutschland und seinen Bertreter Dr. Stresemann begrüßt. Die Verhandlung ergab den Beschluß, die vorbereitende Abrüstungskommission insofern ullverändert zu lassen, als die ausscheidenden Mitglieder des Rates. Brasilien, Spanien, Schweden und Urugun eingelanden werden, an den Arbeiten der Kommission weiter teilzunehmen.
Um die Freiheit der Rheinlande.
Am Freitag hat die lang erwartete Zusammenkunft zwischen Stresemann und Briand stattgefunden. Wie damals in Locarno, so caben sich auch diesmal die beiden Außenminister fern von Genf und dem Getriebe der Genfer Tagespolitik zu ihren Beratungen getroffen, denen Deutschland voll Ungeduld und Spannung entgegenjah. Das Schicksal des Rheinlandes soll nun entschieden werden und die Aussprache der beiden Minister wird der Anfang sein.
Genf, 17. Sept. Der heutige Tag erinnert an die Tage von Locarno. Stresemann und Briand haben sich, wie es verab redet war, heute vormittag zusammengefunden, um die ureigensten Probleme deutsch- französischer Außenpolitik in Angriff zu nehmen. So viel man sich auch bemüht, die heutige Unterredung mit einem dichten Schleier zu umgehen, so wenig fonnte verschwiegen werden, daß die Aussprache
um die Freiheit der besegten Gebiete geht. Von jeher vertrat ja Dr. Stresemann die Ansicht, daß finanzielle Leistungen deutscherseits grundsäglich zurüdzutreten hätten gegenüber dem Gedanken der politjujen rei heit und daß es nicht so sehr darauf ankomme, ob ein Volt arm sei und unter dem Druck der Steuern zu leiden habe, als dajz es seine politische Freiheit und volle Souveränität wiedergewinne.
Von dieser Auffassung waren auch die Verhandlungen über die Rüdgewinnung von Eupen und Malmedy diktiert, über die das legte Wort noch nicht gesprochen
ist.
Drud. Verlag und Expedition: Gießen, Südanlage 21 Fernsprecher Nr. 1362 Boftshedkonto Nr. 8437 Amt Frankfurt a. M.
Der englische Grubenkonflikt. London, 17. September. Baldwin hatte heute neue Unterhandlungen sowohl mit den Vertretern der Grubenbesitzer als der Arbeiter. Die Unterredung mit den Grubenbesitzern verlief ergebnislos. Sie erklärten, fie hätten keine Vollmachten, um im Namen aller Grubenbesitzer Verpflichtungen zu übernehmen, seitdem diese in einer Abstimmung sich zu Gunsten lofaler Abmachungen ausgesprochen hätten.
Arbeitsverhältnisse in Sowjetrußland.
Obwohl die sowjet- russische Regierung bemüht ist, jede für die bolschewistische Propaganda unerwünschte Berichterstattung zu unterbinden, kann sie es doch nicht verhindern, daß hin und wieder Mitteilungen aus russischen Gewertschaftsorganen, in denen die Klagen und Beschwerden der zur völligen Rechtlosigfeit verurteilten russischen Arbeiterschaft zum Ausdrud tommen und die einen Einblick in ihre überaus trostlose Lage gewähren, auch im Ausland bekannt werden. In der Schilderung der Arbeiterverhältnisse stimmen diese Veröffentlichungen im allge meinen überein mit den Berichten von Persönlichkeiten, die sich bei längerem Aufenthalt in Rußland aus eigener Anschauung ein Urteil bilden konnten.
DOM
Sehr bemerkenswert sind aus den neueren Berichten die im „ Trud", dem russischen Gewerkschaftsorgan( Nr. 191 21. August 1926) veröffentlichten Mitteilungen von Meisel vom Zentralkomitee des Bergarbeiterverbandes über die Bergarbei= terlöhne in Sowjetrußland, worin wörtlich geschrieben wird: ..Der durchschnittliche Arbeitslohn der Industriearbeiter in der Sowjetunion erreichte zum 1. April 1926 89 Prozent des Vorfriegslohnes. Dagegen betrug der durchschnittliche Arbeitslohn der Bergarbeiter nur 65 Prozent des Vorkriegslohnes. In cinigen Bergbaubetrieben ist der Arbeitslohn noch niedriger. Beim Trust ,, Uralasbest" 31 Rbl. ,,, Kusbastrust" 37,50 Rbl. Die Notwendigkeit der Erhöhung der Arbeitslöhne im Bergbau wird besonders dadurch unterstrichen, daß die Arbeitsleistung im Vergleich zum Vorkriegsstand bedeutend über dem Lohnniveau steht, sodaß der Stand der Arbeitsleistung im Donerzbecken im kommenden Wirtschaftsjahr das Vorkriegsniveau überschreiten wird. Die Arbeitslöhne bleiben dagegen weit hinter dem Vortriegsstande zurüd.".
Bei solchen Lohnverhältnissen, wie sie in dem Gewerkschaftsorgan dargelegt werden, ist es verständlich, daß in russischen Bergarbeitertreisen tiefste Erbitterung herrscht. Das tommt auch zum Ausdrud in einem unlängst an den Generalrat der„ ,, Trade Unions" gerichteten Briefe, in dem darauf hingewiesen wird, daß den Arbeitern 10 v. 5. ihres Lohnes für alle möglichen politischen Organe abgezogen werden und daß Gelder nach England überwiesen werden, die den hungernden russischen Arbeiterkindern und Arbeiterfrauen gewaltsam abgenommen werden. Die russischen Arbeiter sind darüber umsomehr empört, als die Löhne in England dreimal so hoch sind wie in Rußland, die streikenden Bergarbeiter reichlich mit Geld und Lebensmittel unterstützt werden und daher von einer Notlage, wie sie in Rußland herrscht, teine Rede sein kann.
Die Unfallgefahr im Bergbau.
Der Kompaß", amtliches Organ der Knappschafts- Berufsgenossenschaft für das Deutsche Reich, weist in einem soeben ( Nr. 17) erschienenen bemerkenswerten Aufsatz darauf hin, daß die vom Handelsministerium bekanntgegebenen vorläufigen Nachweisungen über die Unfallgefahren im Bergbau, die nur die absoluten Zahlen der Unfälle enthalten, in der Oeffentlichleit vielfach zu irrigen Auffassungen über die Entwidlung der Unfälle Anlaß gegeben haben. Die Zahlen gewännen erst dann Leben, wenn sie mit der Belegschaft ins Verhältnis gebracht und mit den Vorjahren in Verbindung gesetzt würden. Auf 1000 Versicherte berechnet, beziffert sich der Durchschnitt der entschädigungspflichtigen Unfälle in dem vierzigjährigen Zeitraum, der seit dem Bestehen der Knappschafts- Berufsgenossen= schaft verstrichen ist, auf 12,98 Unfälle auf 100 Versicherte. Die durchschnittlichen Verhältniszahlen für die tödlichen Unfälle betragen in den Jahren 1886 bis 1925: 2,20. Faßt man die Zahlen der Unfälle für das Jahr 1925 mit 13,01 entschädigungspflichtigen und 2,07 tödlichen Unfällen auf 1000 Versicherte ins Auge, so ergibt der Vergleich mit den oben angeführten Durchschnittszahlen, daß das Jahr 1925 aus seinem Rahmen feineswegs in ungünstigem Sinne herausfällt. Die Unfallziffer dieses Jahres deckt sich nahezu mit der Verhältnisziffer für die ganze Zeitspanne der 40 Jahre. Aehnlich liegen die Verhältnisse bei der Ziffer für die tödlichen Unfälle, die im Gegenteil der Zahl für die letzten Friedensjahre zurüdbleibt. Diese Tatsache verdient besondere Beachtung, weil das Jahr 1925 ein ausgesprochenes Unglüdsjahr für den Bergbau gewesen ist, indem in ihm sechs Massenunglüde nicht weniger als 223 Todes: opfer gefordert haben.
Der Kompaẞ" schließt mit dem Hinweis, daß die Statistit der Unfälle für das Jahr 1925, so bedauerlich groß auch die absolute Zahl der Unfälle sei, feinen Anhalt dafür gibt, daß die Unfallgefahr im Bergbau fich in aufsteigender Linie bewegt. Dami solle natürlich nicht gesagt sein, daß man die hohe Zagl der Unfälle als eine mit der Gefährlichkeit des Bergbaus un= vermeidbar verbundene Folge hinnehmen müsse im Gegen teil bleibe es nach wie vor das Ziel aller Beteiligten, mit allen Kräften und allen.teln auf die Verringerung der Zahl der Unfälle hinzuwirken.
( Gießener Tageblatt)
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Deutschlands Eintritt in den Völkerbund. Aus Genf schreibt Dr. Margarete Rothbarth:
Gens, den 8. September 1926. Wenn bei blauem Himmel, an einem dunkelgrünen See Flaggen über Stadt und Hafen wehen, dann ist es ein... der gegenüber dem gewohnten Grau nordischer Städte wundervoll absticht.
Wenn aber nicht nur die Landesjahne heraushängt, sondern wenn die Fahnen von 55 Staaten sich zu einer Farbensym phonie vereinigen, dann ergreift über den ästhetischen Reiz hinaus den Beschauer ein Gefühl der Gehobenheit, dessen er in den dunklen Jahren des Krieges und der Nachkriegszeit nie mals fähig war. Bisher hatte der Deutsche in Genf bei diesem Fest der Farben abseits gestanden. Seit einigen Tagen aber ficht man unter dem farbigen Gewimmel auch die schwarz- rot goldene Flagge, die besonders groß und schön vom Hotel Mé tropole, dem Siz der Deutschen Delegation, herniederwallt.
Der 8. September, an dem durch einmütigen Beschluß der Versammlung Deutschland Mitglied des Völkerbundes wurde, beendet jenen Zeitabschnitt, dessen erstes trauriges Datum der 1. August 1914 war, dessen zweiter, nicht weniger schlimmer Markstein durch den 28. Juni, dem Tag der Unterzeichnung in Versailles, den Krieg zwar der Form nach beendete, in Wirklichkeit aber ihn und seine Furchtbarkeiten in anderer Form fortsetzte. Erst jetzt, nachdem Deutschland als gleichberechtigtes Glied in der Völkerfamilie sitzt, kann man von einem Frieden sprechen.
Als das deutsche Volt auf Grund von Wilsons 14 Punkten den Waffenstillstand unterzeichnete, war es fest davon über zeugt, daß, so schwer auch die Friedensbedingungen ausfallen mochten, es trotzdem in dem geplanten Völkerbund mitwirken und helfen könne. Kaum einer der alliierten Staatsmänner hat sich wohl eine Vorstellung davon gemacht, welch einmütiges Gefühl der Bereitschaft damals ganz Deutschland durchflutete, wie sehr man nach den furchtbaren Erlebnissen des Krieges, nach Absperrung und Blockade, nach der Demütigung der Niederlage auf einen Frieden hoffte, bei dem der Gegner großmütig dem Besiegten die Hand entgegenstreden würde. Als daher im Friedensvertrag Deutschland von der Mitgliedschaft im Böllerbunde vorläufig ausgeschlossen war, erfolgte ein um so stärkerer Rüdschlag, je größer vorher der Wille zur Mitarbeit gewesen Als dann gar die gerade Deutschland betreffenden Entscheidungen des Völkerbundes als ungerecht und parteiisch empfunden wurden, da hatten diejenigen es schwer, sich Gehör zu verschaffen, die trotz allem verlangten, daß Deutschland den Antrag auf Eintritt stellen möge, da nur auf diesem Wege der Versailler Vertrag revidiert und Deutschland wieder zum Subjekt der Außenpolitik werden kann, nachdem es all die Jahre nur deren Objekt gewesen war.
war.
Aber erst als durch die französischen Wahlen im Mai 1924 und durch die Annahme des Dawesplans die außenpolitische Lage Deutschlands sich gebessert hatte, trat die deutsche Regierung dem Plan des Eintritts näher. Mit den Verträgen von Locarno im Herbst 1925 schien die letzte Schwierigkeit beseitigt. Ja, die Verträge sollten sogar nicht eher in Kraft treten, als bis Deutschland Mitglied des Völkerbundes geworden war. Es hatte den Anschein, als ob nun alles glatt gehen würde, nachdem der deutsche Reichstag die Verträge von Locarno ratifiziert und seine Zustimmung zum Eintritt in den Völkerbund gegeben hatte. Um nicht noch tostbare Zeit zu verlieren, wartete man in Genf nicht bis zum September, wo alljährlich die Völkerbundversammlung zusammentrat, sondern man berief zum März eine außerordentliche Versammlung, deren einzige Aufgabe die Abstimmung über Deutschlands Eintritt in den Bölferbund und die sofortige Gewährung eines ständigen Ratssitzes sein sollte. Da geschah das Unerwartete, daß plötzlich andere Staaten ebenfalls einen ständigen Ratssitz forderten. Die Folge war, daß Brasilien feierlich seinen Austritt verkündete. Die Optimisten, die daraufhin hofften, nun wenigstens wären alle Schwierigkeiten für den Eintritt Deutschlands beseitigt, wurden tief enttäuscht, als plöglich Spanien vor der Völferbundverjammlung einen nochmaligen Zusammentritt jener Kommission verlangte. Als es ihm auch nicht gelang, seine Wünsche durchzujezen, erklärte es, sich vorläufig von den Arbeiten des Böllerbundes fernhalten zu wollen*).
In allerletzter Minute gab es jetzt noch eine fleine Schwierigkeit, weil Neutrale Widerspruch in der Versammlung dagegen erhoben, daß in gleicher Abstimmung über Deutschlands ständigen Ratsitz und über die Erhöhung der nichtständigen Gige beschlossen werden sollte. Mit Recht wiesen die Kritifer darauf hin, daß diese Fragen unabhängig voneinander zu be handeln seicen, daß zwar Einmütigkeit darüber herrsche, Deutschland den ständigen Ratfig zuzubilligen, daß man aber in der anderen Frage sehr geteilter Meinung sei. Außerdem sei es ein Uebergriff des Rates gegenüber der Versammlung, daß man ihr nicht das Recht lassen wolle, in einer so schwerwiegenden Frage selbst mitzuwirken. 15 Mitglieder des Völkerbundes nur jeien in jener Kommission vertreten gewesen, deren Beschluß jetzt guzuheißen war; die übrigen 40 sollten also ungefragt einem Vorschlag zustimmen, den fie für gefährlich hielten. Eine derartige Erweiterung des Rates mache diese Körperschaft viel zu schwerfällig zu schnellem Handeln und vergrößere auch die Gefahr, daß Einmütigkeit nicht erzielt werde. Dieselben Männez, die im März die schärfsten Worte der Mißbilligung gegen


