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chentnospe legen

Nr. 9. Jahrg.

Materialismus einen dumpfen Drud au einen Drud, der fid

gert, bis es zu einer Ratastrophe tomm Grenze" in der Natur verspürt, wer in

Samstag, den 13. Februar 1926.

Nr. 7.

Gießener Zeitung

ht als nur ein Stüd Materie, der min

bent.

eit dieser von Eros Haud inspirierte

Die Wohnung des Glüds. 140 Geiten

in Halbleder Mt. 3,75. Verlag Geor

weig und Hamburg.

eine Folge anschaulicher, ganz in Duf Diese feim

Erscheint: Samstags.

( Neueste Nachrichten)

Bezugspreis 40 Pig. monatlich frei ins Haus.

hter Bilder heimatlicher Landschaft daftionsschluß früh 8 Uhr.

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Für Aufbewahrung oder Rüd

Melodie dieser Landschaft versteht Krung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert.

g ohne auflösende Gefühlsweichheit fest

Stimmungsmalerei feiner Stizze wurzel

en und wächst mit ihren duftigen Blüten tischen Humors hinein.

Samburg 36.

Sonntagsgedanken.

Wieder ist die tolle Zeit im Jahre. Schreiende Platate

Bei den fünfundzwanzigenia

Sahre Deutsche Arbeit". Sonderheft fen zu Spiel und Tanz, Masten huschen im Lampenschein über r. H. Ullmann. R.-Mt. 1,20. Berlage Straße, getrieben von Vergnügungsluft, und fümmern sich esellschaft zur Forderung deutscher Kunst leppen. Und von der Straße aus schaut mancher mit ge= tur in Böhmen" gegründeten ,, Deutschenillier Faust in der Tasche nach den hell erleuchteten Fenster um einen dem Reichsdeutschen von heuter Ballfäle und ein anderer wieder blidt sehnsüchtig hinauf, Ausschnitt aus dem Leben des Gesamter fich auch mitfreuen wollte, aber den die bittere Not auf die

um die, die ihre Sorgenlast am Feierabend nach Hause

1900 und 1925: um ein Stüd Grenzstraße zum Betteln zwingt.

Christian Klein in Gießen.

1

ränken!

ang ma!

en Bevölkerungskreisen

shalb in der

Achtung!

Alle vorkommenden

Mögen die Geigen und Trompeten noch so laute Musik agen der Notschrei von Millionen übertönt sie und sollte e tanzenden Paare aud) mitten in Freude und Lust an jene tümenschen erinnern, die an leeren Tischen sigen müssen, die ine Freude tennen, weil sie der Hunger plagt. Hört den Not­rei, die ihr noch an vollen Tischen sizzet, ihr Fröhlichen bei piel und Tanz! Eure Lust soll nicht genommen sein, tanzt beiter und finget, aber hört zwischen euren Liedern auch 1s Klagelied eurer Mitmenschen!

Dort oben im festlichen Ballsaale tanzt mancher mit und ßt die Flaschen knallen, der aus der Not und dem Elend seiner ächsten reich geworden ist. Manche dort oben waren auch inst m und haben aber vergessen, was Not heißt und Sorge. Sie oren nicht mehr, wie der Hungernde an ihre Türe klopft, sie hen nicht das alte Mütterlein und den gebeugten Greis, die en Feierabend ihres Lebens darben müssen, und sie fühlen nicht wehr, wie weh es tut, ohne Schuld arm zu sein.

achdeckerarbeite

e Neubauten aller Art werd

Ihnen wollen wir heute nach durchschwelgter Nacht zum Eonntag die bittende leere Hand hinstreden, daß sie noch etwas brig haben für ihre Mitmenschen, die in bitterer Not und Ar­ut leben müjjen. Ladet die Hungernden am Sonntag zu ah zu Gast und dann erst könnt ihr euch ehrlich freuen und iemand wird euch dann miẞgönnen euer Singen, eure Lust and euren Tanz!

npt und billig ausgeführt. Gehöre kein inigung an.

Waldfried.

Ein deutsch- französisches Handesprovisorium

unterzeichnet.

Drud, Verlag und Expedition: Gießen, Südanlage 21 Fernsprecher Nr. 1362 Postichedkonto Nr. 8437 Amt Frankfurt a. M.

und für jedes Kind 400 Dollar. Der verheiratete Ar­beiter mit zwei Kindern ist also bis zu 3300 Dollar, gleich 13 860 M, steuerfrei. Selbst unter Berücksichtigung der höheren Löhne in den Vereinigten Staaten ist dort auch nur der größte Teil der gewerblichen Arbeiter steuerfrei.

In Deutschland beträgt das steuerfreie Ein­tommen nur 720 M. Wenn auch dann der Steuersak von 10 v. 5. je nach Familienstand für Verheiratete auf 9 v. H. und für jedes Kind um ein weiteres Prozent nach unten gestaffelt wird, so kommt trotz dieser Maß­nahmen eine starke Belastung der kleinen und mittleren Lohneinkommen heraus, die in den angezogenen Län­dern steuerfrei sind.

Paris, 12. Febr. Die deutschen und die französischen Dele­erien haben heute abend ein Handelsabkoffen unterzeichnet, bis für gewisse Erzeugnisse aus dem einen oder dem anderen Lande 3ollvergünstigugen einräumt. Auf Grund die­as Abkommens erhalten französische landwirtschaftliche Saison­ezeugnisse bei der Einfuhr nach Deutschland die Meistbegünsti= ung und Zollbindungen. Deutschland seinerseits erhält die inimaltarn fe oder Abschläge auf den Unterschied zwi­en den beiden französischen Tarifen für geschnittenes Holz, ge­ise chemische Produkte, gewisse Gruppen von landwirtschaf= shen Maschinen, Haushaltungsgegenständen und Möbeln. Diese Sugeständnisse sind für gewisse deutsche und französische Waren an Kontingente gebunden. Außerdem sind Sicherheiten vonge= saben für Verbrauchssteuern und innere Abgaben, sowie Zoll­ruebenabgaben, die auf den Waren liegen, ebenso für die Be­handlung der Handlungsreisenden und Muster.

Dieses Aokommen ist auf die Dauer von drei Mo­maten abgeschlossen, wobei die beiden vertragschließenden Heile die Hoffnung hegen, daß sie bei Ablauf der Geltungsdauer

rich Meier, Dachdeckergesche Abtommens die Verhandlungen über den endgültigen Ver­

torstraße 46. Telephon 62 ag abgeschlossen haben werden.

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Legen wir, um wegen der verschiedenen Lohnhöhen in den einzelnen Ländern einen Vergleich zu ermöglichen: für einen englischen Arbeiter ein Jahreseinkommen von: 240 Pfd.= 4800 M( Stundenlohn von 2 Schilling 2 M), für einen französischen Arbeiter ein Jahresein­fommen von: 14 400 Franken 3240 M( Stundenlohn von 5 Franken= 1,13 M, für einen amerikanischen Ar­beiter ein Jahreseinkommen von: 2400 Dollar 10 080 M( Stundenlohn 1 Dollar= 4,20 M) und für einen deutschen Arbeiter ein Jahreseinkommen vei: 2400 M( Stundenlohn 1 M) zugrunde, dann ergibt sich bei einem verheirateten Arbeiter mit zwei Kindern fol­gendes Bild der Einkommensteuerbelastung:

Wie die Havasagentur mitteilt, tritt das Abkommen in raft, sobald der Reichstag es ratifiziert hat.

die steuerliche Belastung des deutschen

Volfes.

in Frankreich: nichts,

in England: nichts,

in den Vereinigten Staaten: nichts,

( Gießener Tageblatt)

Anzeigenpreise: die 30mm breite Petitzeile auswärts 24 Pig. Total 12 Pfg., die 90mm breite Rellame Petitzeile 96 Pig. Play­vorschriften ohne Verbindlichkeit. Bei Wiederholungen Rabatt. für Vollklischee- Anzeigen außerdem besondere Ermäßigung.

in Deutschland: 117,60 M= 4,9 v. H. des Einkommens. Selbst unter Berücksichtigung der Verbrauchssteuern und Zölle, deren Auswirkung auf die Lebenshaltung des Arbeiters in den einzelnen Ländern verschieden ist, kommt die angezogene Untersuchung auf eine Gesamt­besteuerung der Arbeiterbevölkerung mit Einkommen­steuern, indirekten Steuern und Zöllen je nach Fa­milienstand:

in Amerika in England

in Frankreich

in Deutschland

von

von 0,4 v. H. bis 2 v. H. 3 v. H. bis 10 v. H. von 8 v. H. bis 12 v. H. von 10 v. H. bis 20 v. H.

Unsere Helden!

Am 28. Februar ist der allgemeine Gedächtnistag für unsere im Weltkrieg gefallenen Helden. Wenn man mit ganzem Herzen und ganzer Seele bei der Feier sein will, muß man das Sterben dieser Männer wieder mit erleben.

Das ist ein für den deutschen Arbeiter sehr ungün­stiges Bild. Es ist wohl keine Frage, daß jene Länder andere Steuerquellen haben, aus denen der Bedarf des Staates gedeckt werden kann. Eine Statistik dieser Steuerarten wäre ebenso interessant als die hier mit­geteilte.

Gibt es im deutschen Reichstag evangelische Parteien?

Ich versuche mit nachfolgenden Erinnerungen den lieben Kameraden und Lesern das Sterben unserer Brüder vor Augen zu führen. Vor Jahren, ich weiß nicht mehr, ob während des Krieges oder später, tam mir ein Bild in die Hände mit dem Titel: Christus auf dem Schlachtfeld". Es zeigt auf der Erde Dämmerung, während der Himmel hell strahlt. Man sieht in diesem Halbdunkel ein weites Feld mit toten Soldaten. Sie lie gen in allen möglichen Stellungen, da redt einer die Hand zum Himmel, hier sieht man gefaltete Hände, dort liegt einer mit verbundenem Kopfe, hier wieder liegt ein Offizier mit zer­brochenen Degen in der Hand, dabei liegen zerschlagene Geschütze, Pferde und Waffen aller Art. In all' diesem schauerlichen steht leuchtend die Christusgestalt, die mit der rechten Hand nach oben zeigt. Von ihm aus geht ein endloser Zug Soldaten zum strah lenden Himmel. Man sieht, wie er einen Gefallenen berührt, dieser erhebt sich und stützt sich dabei auf seinen Vordermann. Nicht jubelnd ziehen sie zu den leichten Höhen, sondern still, sich gegenseitig führend und die Häupter gesenkt. Die Haltung der Gestalten ist so erschütternd und mitleiderregend, daß man un­willkürlich die Hände faltet. Ja, der Künstler hat das Richtige

Die Frage muß verneint werden. Man sehe sich die untenstehende Tabelle an. Von den 494 Reichs­tagsabgeordneten sind 207 evangelisch, 119 katholisch, 4 jüdisch und 160 religionslos. Auf 100 Abgeordnete kommen 42 evangelische, 24 tatholische, 32 religionslose, 1 jüdischer und 1 andersgläubiger Abgeordneter. Dabei ist Deutschland zu zwei Dritteln evangelisch. Er­schreckend ist die Zahl der religionslosen Abgeordneten.

Wann wird endlich der deutsche evangelische Wähler zur Besinnung kommen? Warum haben wir nur 42% evangelische Abgeordnete im Reichstag und nicht 67%, wie es eigentlich sein müßte? Die Schuld daran tragen die ungezählten Wähler, die unbefümmert um die Fol­gen ihre Stimmen für religionslose, religionsfeindliche und andersgläubige Kandidaten abgeben. Rein evan­

getroffen, so still und gottergeben sind sie gestorben. Wie schroff

und furchtbar dagegen ist ein Gemälde aus der Hunnenschlacht auf den Katalaunischen Feldern im Jahre 451, man sieht die Geister der Erschlagenen noch in den Lüften miteinander kämp fen.

Die Hamburger Zeitschrift ,, Der Kaufmann in Wirtschaft und Recht: veröffentlicht aus der Feder des Berliner Volkswirtschaftlers Dr. Jahn einer übersicht­che Darstellung über die Belastung der breiten Volksgelische Parteien sind bis jetzt im deutschen Reichstag schichten durch Einkommensteuern, Zölle und indirekte Steuern in Deutschland und den Siegerstaaten. Mit Erlaubnis der Schriftleitung entnehmen wir diesem lujjazz folgende bemerkenswerte Angaben:

In England sind von vornherein steuerfrei: für men unverheirateten Steuerzahler 135 Pfd. Sterl. jähr ich; für den verheirateten Steuerzahler 225 Pfd. Sterl. ührlich; für das 1. Kind ein Zuschlag von 36 Pfd. Sterl. hrlich und für die folgenden 27 Pfd. Sterl. jährlich. Bas bedeutet, daß ein unverheirateter Arbeiter nur sein Gintommen über 3060 M zu versteuern braucht, daß aber ein verheirateter Arbeiter mit zwei Kindern erst über 55760 M verdienen muß, ehe er steuerpflichtig wird.

In Frankreich ist ein Betrag von 6000 Franken Steuerfrei, für Verheiratete erhöht sich die Grenze auf 2000 Franken und für jedes Kind auf je 3000 Franken. Gin verheirateter Arbeiter mit zwei Kindern versteuert also nur sein Einkommen über 15 000 Franken oder 3375 M, sodaß die große Mehrzahl der Arbeiter steuer­frei ist.

In den Vereinigten Staaten beträgt der Steuerfreie Abzug für den Verheirateten 2500 Dollar

Wenn ich mir heute im Geiste all' dieses Furchtbare vor­stelle, das ich sehen mußte, wundere ich mich ,, daß ich nicht wahn­sinnig geworden bin. O, ihr lieben Brüder, ich sehe euch liegen und sterben auf offenen Schlachtfeldern, in Gräbern und Unter­ständen, in Scheunen und Kellern, Baraden und Zelten. Und wie seid ihr gestorben, der größte Spötter, der Rauheste, ihr habt alle, wenn es ans Sterben ging, eueren Gott gesucht und erkannt. Wie oft fand man sie, in den Händen ein Gesangbuch, ein Testament oder einen Rosenkranz um die erstarrten Finger ge­schlungen.

überhaupt nicht vertreten. Selbst die Parteien, die von sich sagen, daß sie für evangelische Interessen ein­treten wollen, haben 10 und mehr Prozent Katholiken oder Andersgläubige in ihren Reihen. Eine genaue Uebersicht über den Bekenntnisstand in den einzelnen Parteien gibt die nachfolgende Tabelle:

Evan- Ka- Alt Jera Religi- Son­gelift tholisch fathol. elitifa ongios ftige

Nationalsozialisten Deutschn. Volfspartei Deutsche Volkspartei Wirtschaftl. Vereinigung 11 Bayrische Volkspartei Zentrum

217

11

1

100

10

42

6

9

1

18

1

68

27

2

1

1

14

1

3 108

45

Insgesamt: 207

119

2

4 160

2

Deutsch- Demofr. Partei Sozialdemokr. Partei Kommunisten

Ich will jetzt das Sterben eines Medlenburger Jägers, eines einfachen Landarbeiters schildern. Dieser Mann verför­perte den deutschen Soldatentyp, da er die große Soldatentugenden zeigte:, Gott, Vaterland". Man kann ruhig sagen, so waren sie alle und so starben sie alle. Es war im März 1918, wir lagen im Oise- Abschnitt. Am 21. März begann der große Angriff, in drei Tagen waren große Erfolge errungen, unermeßliche Vorräte und Waffen fielen den Unseren in die Hände, die englisch­französischen Stellungen waren überrannt und etwa 100 000 Ge­fangene gemacht. Ich war damals so stolz und so glüdlich, daß ich hätte jeden Mann umarmen können. Aber als man nachher die vielen Toten sah und das große Sterben begann, da wurden meine Kameraden und ich sehr traurig. In der Heimat läuteten die Glocken und wehten die Siegesfahnen und wir hielten Trauerfeier. In einer Feldscheune hatten wir Schwerverwundete zusammen gelegt, die nach ärztlichem Ermessen sterben mußten. Als ich durch ging und ihnen von weiteren Erfolgen Mitteilung machte, leuchteten ihre Augen und die fast erstarrten Körper tamen in Bewegung. Ein Rheinländer setzte sich auf und sang ,, Deutschland über alles". Von der Ede her winkte ein Jäger, ich kniete bei ihm nieder und nun sagte er, daß er sterben müsse, er fühle es. Ich wollte ihn beruhigen, er aber bat mich, ihm den letzten Brief an seine Frau und Kinder zu schreiben. diktierte stoßweise seine Lunge war durch Granatsplitter zer­rissen folgende Worte:

Er

,, Liebe Frau und Kinder! Gott hat es so gewollt, ich muß sterben für mein Vaterland. Liebe Frau! Erziehe die Kinder zur Gottesfurcht und Wahrhaftigkeit und lerne sie ihr Vaterland lieben, wie ich es geliebt habe. Weinet nicht, es ist ja nur ein kurzer Abschied, denn wir sehen uns einst wieder bei Jesu. Letzter Gruß und Kuß Euer Vater." Ein persönlicher Auftrag für mich: Lassen Sie meinen Garg photographieren und besorgen Sie eine Musikkapelle, die den Choral spielt: Jesus geh' voran". Ein Händedrud und mit Tränen in den Augen schied ich von ihm. Gegen Abend starb er und wurde am nächsten Tag mit noch 30 Kameraden auf einem Dorffriedhof beerdigt.

Es war mir möglich, einen Offizier aufzutreiben, der den Sarg photographierte, der herzensgute Kamerad der 154 stellte seine ganze Regimentsmufit zur Verfügung. Der hochgebildete Offizier war ganz erschüttert, als ich ihm den Vorfall schilderte. Go habe ich dem Braven den letzten Liebesdienst erwiesen. Der einzelne Mann ist in diesem Massensterben nur eine Zahl, aber welche große Lüde reißt er in seiner Familie. Den Trost will ich den Hinterbliebenen sagen: Eure ge­fallenen Söhne, Väter und Brüder sind mit Gott für ihr Vater­land gestorben und wir sehen sie wieder, dieses glaube ich". Den lieben Kameraden sei es Erinnerung zum treuen Ge­denten ihrer gefallenen Brüder.

Und dir, deutsche Jugend, rufe ich zu: Werdet so wie eure Väter und halte sie in ehrendem Andenten".