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Nr. 37.

Nr. 37.

0) Assistenz- und Bolontärärzte er Rüdgang macht sich im Me­

besonders bei den weiblichen ür Nachwuchs immer noch reich der weiblichen Aerzte hat sich 627 gesteigert. Von ihnen sind 43 Frauenspezialistinnen, die ne Praxis aus.

Dei der Steuerbeschwerde.

n nach§ 289 Abs. 2 der Reichsab­

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Gebühr ist nicht der strittige Steuer­Einkommens), sondern der Steuerbe­

nach vorbezeichneter Tabelle kommt ir Auslagen(§ 292 RAO.) in Höhe

engebühr in Ansah, höchstens 50 R.­

. Besondere Auslagen der Rechts­

de werden außerdem von dieser noch tellt(§ 290 RAO.).

Versicherungsansprüchen. ersicherungen sind nur zum Teil durch eregelt worden. Die übrigen haben gefunden durch die Durchführungsver­122. Mai ds. Js. erschienen ist. Da­Tatbestand:

sgesetz werden erfaßt:

erträge; als solche gelten Versicher nsfall, auf den Todesfall, Kapitalver icherung, ferner Invaliditäts-, Alters, lussteuer- und Militärdienst- Versicher f Aapital oder Rente.

und Haftpflichtversicherungsverträge, eglichen Bestimmungen oder nach der htsbehörde vor dem 14. Februar 1924 fonds gebildet werden mußte. Hierbei Haftpflichtversicherungsverträge mit

Sonnabend, den 11. September 1926.

Bei der Verteilung werden berüdsichtigt alle diejenigen Gläubiger, die in der Zeit vom 15. Juni 1922 bis 14. Februar 1924 die Leistung angenommen haben; ferner diejenigen, die die Leistung vorher angenommen, aber einen Vorbehalt gemacht haben. Dies ist also die gleiche Regelung, wie bei den Hypo­theten.

Eine Anmeldung der Ansprüche braucht nur bei denjenigen zu erfolgen, die einen Vorbehalt gemacht haben; bei der Rüd­wirkung wird die Auswertung auch ohne Anmeldung vorgenom

men.

I nicht unter das Aufwertungsgeseh die Durchführungsbestimmungen ge­veiter unter behandelt. werden so aufgewertet, daß eine Tei­aus der nach einem bestimmten Tei­befriedigt werden. In die Teilungs­fällt das gesamte aufgewertete Ver­nternehmungen und ein gegebenenfalls gen des Schuldners zu leistender Bei­

Lokales. Sonntagsgedanken.

Frühling und Sommer, das Blühen, Werden und Reifen haben uns wieder soviel Gelegenheit gegeben, im großen Bil­derbuche der Natur zu lesen. Und überall fanden wir das Walten eines unsichtbaren großen Geistes.

eu, Kinder begannen zu weinen, auch konnten ein Beben nicht unter­aber war es, zu wissen, wie herrlich gebracht hatte.

,, Gießener Zeitung"

Offenhaltung der Ladengeschäfte am 12. und 19. Septem ber 1926. Aus Anlaß der in den Tagen vom 11. bis 19. Septem ber ds. Js. hier stattfindenden Gartenbau- und Elektrizitätsaus. stellung sind auf Grund des§ 105 b bj. 2 der G.D. am Sonn. tag, den 12. und 19. September ds. Js. alle Geschäfte in der Zeit von 11 Uhr vormittags bis 3 Uhr nachmittags, die Lebens, genugmittel und Zigarrengeschäfte von 11 Uhr vormittags bis 6 Uhr nachmittags geöffnet.

Die Spuren des Ewigen gehen vom weiten Weltall über die Erde, berühren Land und Meere, führen über Sonnen und Sterne, wieder zurüd auf die Erbe, und gehen sogar hinein in das kleine, stille Kämmerlein im Innern eines jeden Menschen. Wie draußen in blühender Welt uns der Schöpfer sein Buch der Erkenntnis aufgeschlagen, so spricht ewig aus zahllosen Blät tern in einem wunderbaren Gesetzesbuch der Meister des Rechtes in jeder Sekunde dieses Lebens zu uns. In jedes Menschen Innern spricht eine Stimme, die unverlangt zu reden beginnt, ob bu fragst oder nicht.

Abend ist es. Dein Tagewerk ist vollbracht. Stunden der Arbeit liegen Dir nur vielleicht Minuten für eine gute Tai Vielleicht hast du Not gelindert, einen Armen getröstet, einem Weinenden die Tränen getrodnet. Niemand hat es gesehen, feiner lobt bich dafür.

Straßensperre. Zweds Vornahme von Reubefestigungs­arbeiten ist das Stüd des Afterwegs zwischen Schillerstraße und Nordanlage von Donnerstag, den 9. September 1926 ab bis auf weiteres für jeglichen Fahrverkehr gesperrt. Zweds Vornahme von Straßenbauarbeiten ist die Westanlage zwischen Bahnhof­und Frankfurterstraße bis auf weiteres für jeglichen Fahrver­fehr gesperrt.

Und doch flingt es wie ein höchstes Lob durch deine Seele. Jm Sonnenlicht des Tages hat ein anderer eine dunkle Tat vollbracht. Ein böser Geist hat sein Hand geführt. Wieder hat es niemand gesehen, tein Mensch um ihn weiß von des Bösen Wert.

fer schöne Sport ist, so hat er auch seine Nachteile, die von Jahr zu Jahr größer werden. Jetzt ziehen die Hochspannungsleitun gen überall über die Felder und nicht selten sind die Mel­dungen, daß durch einen Drachen, der an eine solche Hoch­Spannung fam, ein Unglüd geschehen ist. Dieser Tage kam erst ein Junge, der seinen Drachen an einem dünnen Draht befestigt hatte, mit der Hochspannung in Berührung und erlitt sehr schwere Brandwunden. Nicht selten sind auch Todesfälle auf diese Art. Darum Vorsicht!

* Erhobene Anzeigen in verkehrspolizeilicher Hinsicht. In Der Zeit vom 1. bis 31. August 1926 wurden folgende Anzeigen wegen Zuwiderhandlungen durch Fahrzeugführer bezw. Kraft- u. Radfahrer gegen verkehrspolizeiliche Vorschriften erhoben: 28 An­zeigen wegen Fahrens zur Nachtzeit ohne hellbrennende Laterne; 10 Anzeigen wegen Fahrens auf Bürgersteigen; 2 Anzeigen we gen Fahrens mit übermäßiger Geschwindigkeit; 7 Anzeigen wegen Fahrens, ohne die rechte Straßenseite einzuhalten; 41 An­zeigen wegen Fahren durch gesperrte Straßen und 16 Anzeigen wegen sonstiger Zuwiderhandlungen in verkehrspolizeilicher Hin­ficht.

Und doch klopft einer an seiner Herzenstammer und zitternd hört er die Stimme seines Klägers. Sie läßt sich nicht über­tönen, überhören, erstiden. Der ewige Mahner flopft weiter an seiner Seelentüre und wenn im Lärm des Tages auch seine Stimme schwächer ist wenn der stille Abend kommt, wiro

sein Mahnen lauter und manche Nacht schon wurde schlaflos durch das laute Pochen des Wächters. Kein Mensch hat diesen lästigen Rufer je zum Schweigen gebracht. Es ist der Gesetzgeber mit seinem heiligen Gesetze im Innersten des Menschen.

Wir haben ihn draußen gefunden in blühender Welt und seine Spuren geführt durch die Herzen der Menschen.

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* Dienststunden des Polizeiamts. Dienststunden des Polizei­amts für den Publikumsverkehr ab 15. September If. Js. find von 8 Uhr vormittags bis 12% Uhr mittags und von 3 bis 6 Uhr nachmittags. Samstags von 8 bis 12% Uhr mittags. Für Samstag Nachmittag ist in der Zeit von 4%-5% Uhr ein Eil. dienst eingeführt, bei dem aber nur Anträge, die unaufschiebbar find, erledigt werden können.

* Von der Universität. Der Professor für innere Veteri närmedizin, Dr. Wilhelm 3 wid aus Gießen, ist mit Wirkung vom 1. Oktober 1926 an zum Professor für Veterinärhygiene und Seuchenlehre bei der veterinärmedizinischen Fakultät unserer Landesuniversität ernannt worden.

Gartenbau und Elektrizitätsausstellung. In den Tagen vom 11. bis 19. September findet in der Boltshalle eine große Gartenbau- und Elektrizitätsausstellung statt. Die erstere behandelt u. a. die Gebiete Obstbau und seine Erzeugnisse, Gemüsebau, Blumen und Bienenzucht, Schädlings­bekämpfung, Maschinen usw. Die Elektrizitätsausstellung um faßt 18 Gruppen und gibt einen Ueberblick über die Verwendung der Elektrizität im Haushalte, Handwerk, in der Industrie usw. Gleichzeitig mit den Ausstellungen veranstaltet der Verkehrs­verein eine Werbewoche, verbunden mit Schaufenster- Wettbe­werb, Blumentorso, Konzerten und einem oberhessischen Volks­feft, auf dem Schwälmer, Schlitzerländer und Hüttenberger Trachten vertreten sein werden.

Aus Nah und Fern.

Wiesed. Auf dem Tanzboden verunglüdt ist ein 15 Jahre altes Mädchen in Alten- Bused. Einer der Burschen, dem das Mädchen den Tanz abschlug, stellte ihm beim Tanzen hinterrüds ein Bein. Das Mädchen fiel so unglücklich bin, daß es einen Knöchelbruch und innere Verlegungen davonirug.

Bad Nauheim. Der Nachbarort Obermörlen besitzt in Lon= don ein Legat von 15 bis 16 000 englischen Pfund( über 300 000 Mart), die Hinterlassenschaft eines von Obermörlen nach Eng land Ausgewanderten namens Hed. Obermörlen verhandelt gegenwärtig mit den englischen Behörden wegen Freigabe des Rapitals, um einen neuen Häuserblod zu errichten, um der dort bestehenden Wohnungsnot ein Ende zu machen.

* Aus dem hessischen Kindergottesdienstverband. Am 11. und 12. ds. Mts. findet die erste Landesversammlung des Hess. Kindergottesdienstverbandes in Mainz statt. Wer selbst in der Arbeit des Kindergottesdienstes steht, hat wohl öfters schmerzlich bedauert, daß auf diesem unendlich wichtigen Gebiete so außer ordentlich wenig gegenseitige Fühlung vorhanden war. Ueber diese Not will nun der neugegründete Kindergottesdienstverband hinweghelfen. Ein reichhaltiges Programm der diesjährigen Landesversammlung in Mainz lädt alle Freunde ihrer Sache herzlichst ein und gibt ihnen Gelegenheit, aus dem Munde be währter Fachleute über ihre Erfahrungen und alle einschlägigen Fragen der Kindergottesdienstsache zu hören.

Kassel. Der 51. Deutsche Gastwirtetag in Kassel, der von fast 1000 Abgeordneten aus allen Teilen Deutschlands und auch aus Desterreich besucht war, beschloß, den Verbandstag 1927 in Düsseldorf abzuhalten. Aus dem Jahresbericht ist hervorzuheben, daß infolge der ungeheuren Steuerlasten, deren Höhe in gar fei­nem Verhältnis zu den Unkosten steht, die Betriebe vielfach Zuschußbetriebe geworden sind. Dann wurde eine große Anzahl verdienter Vorsitzender der einzelnen Landes- und Provinzial­verbände zu Ehrenmitgliedern ernannt, darunter der Vorsitzende des Rhein- Main- Gastwirteverbandes und des Hessischen Landes­verbandes, Schauber in Darmstadt.

schließlich nur über eine Strecke, die raßenbahnen weit übertroffen wird. Liſt mit dem Plan eines Eisenbahn­hland umfaßte. Seine Eisenbahnkarte annover, in Leipzig und Magdeburg, in ihre Knotenpunkte; Endstationen München im Süden, Köln im Westen; den drei Hanſeſtädten, in Stettin und lau und Prag waren die äußersten s war eine Eisenbahnkarte, der die n hat. Aber für ſeine Zeit war er veit voraus. Zudem schichte ihn seine Hohenasperg, von wo er nach Ame­ulirevolution ihn in die Heimat zu Jeine Eisenbahnpläne ab, war König seinen Donau- Main- Kanal zu sehr für anderes Sinn hatte. Aber Leip­zen war, brauchte im Zollverein neue id er unternehmungsfreudige Kauf­th, Dufour- Feronce, Lampe und Gustav

Friedberg. Dem Dichter in urwüchsiger oberhessischer Mund­art Peter Geibel, der vor 25 Jahren starb, soll an seinem Ge­burtshause in Klein Karben eine Gedenktafel gestiftet werden. Man hofft, die Tafel am 17. Oktober enthüllen zu tönnen.

Friedberg.( Gewerbeschule.) Die Gewerbeschule zu Fried­berg mit ihren Sonderabteilungen für Bauhandwerker, Metall­gewerbe, Dekorationsmaler und Weißbinder und anderen ähn lichen Berufsarten kündigt wieder, wie aus dem heutigen Inse rat ersichtlich ist, für das kommende Winterhalbjahr ihre Tätigkeit an. Wir möchten im Interesse des ganzen Hand­werkerstandes nachdrücklichst auf diese Ankündigung hinweisen und den Wert der theoretischen Ausbildung des handwerklichen Nachwuchses besonders unterstreichen. Die theoretische Ausbil­dung ist mindestens der praktischen gleich zu erachten. Dieselbe eröffnet dem strebsamen Handwerker die richtige Perspektive für seinen Wirkungsfreis, macht ihn vertraut mit der Formen- und Farbenwelt, mit alten und neuen Techniken und Konstruktionen, mit seinen Materialien und seiner Berufsgeschichte, vermittelt ihm die Kenntnis von der Buch- und Rechnungsführung, die unbedingt nötige Grundlage jeder handwerklichen Eristenz, be senders in der heutigen Zeit; furz die theoretische Ausbildung bildet die Grundlage für die Qualitätsarbeit, und dies ist der Weg zu Ansehen und Verdienst. Von unserer Industrie, die sich das Handwerk in dieser Beziehung zum Vorbilde nehmen sollte, ist der Wert der theoretischen Ausbildung schon lange richtig erkannt worden; sie richtet für dieselbe mit großem Kostenauf­wand eigene Schulen ein. Mögen also die Handwerksmeister auch ihren ganzen Einfluß geltend machen, um ihre Lehrlinge und Junggesellen in der meist stillen Winterzeit der Schule zu­zuführen. Das so angelegte Kapital wird sich gut ver­zinsen zu ihrem eigenen Nutzen und dem des ganzen Hand­werferstandes. Der Besuch der Gewerbeschule ist umso mehr zu empfehlen, als die Abgangsprüfung nach erfolgreichem Besuche die Befreiung von dem theoretischen Teil der Meisterprüfung im Gefolge hat. Außerdem sind diejenigen, die im Winter eine hessische Gewerbeschule besuchen, im darauffolgenden Som­mer von dem Besuche der gewerblichen Fortbildungsschule be­freit. Letzteres kommt den Wünschen der Handwerksmeister sehr entgegen, weil sie dann ihre Lehrlinge ohne jede Unter­brechung in der praktischen Werkstattlehre unterweisen können.

* Vereinigung für hessische Kirchengeschichte. Anläßlich des 25jährigen Bestehens veranstaltet die Vereinigung am Montag, den 27. ds. Mts., nachmittags 3 Uhr, in Friedberg, Saal des Prediger- Seminars, eine Hauptversammlung, bei welcher Inter­essenten willkommen sind. Es werden sprechen Prälat D. Dr. Diehl über: 25 Jahre Arbeit auf dem Gebiete der hessischen Kirchengeschichte, und Archivrat Dr. Herrmann über: Die tirchliche Inventarisation in Hessen und ihr Ertrag.

* Hessen in Berlin. Wir machten unseren Lesern unlängst Mitteilung von der Gründung eines Vereins der Hessen in Berlin". Wie uns von dem Schriftführer der Vereinigung mit­geteilt wird, findet der nächste Hessenabend in Berlin am 18. September, abends 8 Uhr, im Hotel Russischer Hof", Georgen­straße 21-22,( unmittelbar am Bahnhof Friedrichstr.) statt. Die Vereinigung bittet unsere Leser wiederholt, Adressen von in Berlin lebenden Hessischen Verwandten oder Bekannten an Mini­sterialamtmann Kriegbaum in Berlin- Halensee, Johann­Georgstraße 12, zu senden. Diese werden dann regelmäßig Ein­ladungen zu den Hessen- Abenden erhalten. Auch vorübergehend in Berlin anwesende Hessen sind zu dem Hessen- Abend am 18. September freundlichst eingeladen.

* Vorsicht beim Drachensteigenlassen. Alljährlich, wenn die Felder abgemäht sind und die Stoppeln aus der Erde ragen, beginnt die Zeit des Drachensteigenlassens. So unschuldig die­

Jahre 1839 fast 50 000. Welches Geschäft! Und welcher Segen war diese Bahn! Nur List hatte nicht viel davon gespürt. Seine Hypochondrie und Grobheit waren daran schuld, daß er sich vor­her mit dem Direktorium verkracht hatte, so daß er mit einem Ehrengeschenk von viertausend Talern zufrieden sein mußte. Eine Aktie erhielt er nicht. Dafür ging er nach Magdeburg, von wo aus der Oberbürgermeister Frande die Bahn nach Leipzig bauen wollte.

Die ganze Strecke müßte von dichten Planten umgeben werden, damit man den Zug nicht sähe. Ein Windmüller prozessierte, weil ihm der Damm den Wind abfinge, ein anderer lief zum Radi, weil nun die Bauern, deren Felderstreden enteignet waren, weniger Getreide ernteten, was seinen Verdienst schmä lerte. Bei Oberau wurde ein Tunnel erbaut, und wieder er­hob das Medizinal- Kollegium seine warnende Stimme. Aeltere Leute setzten sich bei dem plötzlichen Luftwechsel der Gefahr der Schlaganfälle aus. Aber am 7. April 1839 wurde die Bahn eröffnet. Zwei Züge standen in Leipzig bereit und waren beide voll besetzt. Am Fahrkartenschalter hatte es ein Gedränge ge= geben, daß Kleider zerrissen wurden. Unter den Ehrengästen wurde vom Reporter des Leipziger Tageblattes der Herr Mi­nister des Innern gebührend bemerkt, der das Hoch auf Seine Majestät den König ausbrachte und die Herren Direktor Har­fort und Oberingenieur Hauptmann Kunz mit dem Ritterkreuz des Zivildienstordens schmückte. Harkort nahm die Parade der festlich geschmüdten Wagen ab, um 2 Uhr zogen die beiden Lokomotiven Stephenson und Elephant, natürlich unter der Füh rung englischer Maschinisten, an unter Gepfeife, Gestöhne, Ge­brause und dem Jubel der Bevölkerung. Böllerschüsse und Ehrenpforten fehlten auf der ganzen Strede nirgends. Hinter Riesa führte eine herrliche Brücke auf elf Pfeilern über die Elbe, aber der Viadukt bei Röderau hatte vierundsechzig Pfei= let, die mit lauten Ausbrüchen der Freude begrüßt wurden. Großenheim begrüßte den Zug mit seiner Musikfapelle, der 500 Meter lange Tunnel vor Oberau war durch Lampen erleuchtet. Bergleute bildeten beiderseits Spalier und riefen bewegten Ge­mütes ihr Glück auf!" In der Residenz Dresden wurde der Zug von Equipagen eingeholt, daraus holde Frauen mit den Tüchern winkten. Kommunalgarde stand am Bahnhof, Stadt­rat, Stadtverordnete, Regierung, Militär, Schulen und Waisen­häuser und Kreti und Pleti ungezählt. Das Wunder wat ge schehen. Die Dresdener Gasthöfe hatten im Jahre 1828, also vot dém Bahnbau, 7000 Fremde beherbergt, nun wurden es im

Westfalen Friedrich. Die gaben für tien aus, aber schließlich brauchte man ede Leipzig- Dresden. Schwierigkeiten orhanden. Die Aerzte warnten. Ein it solcher Geschwindigkeit durch den otwendiger Weise schwindlig, verwirrt, enn jeder Reisende schließlich diese Ge Risiko nähme, dann müßte wenigstens regierung die nichtfahrenden Spazier Dampfzug mit ſolcher fürchterlichen Ge­re, vor dem Verrücktwerden schüßen.

Bad Orb. Jn Bad Orb hat die Stadtverordnetenversamm­lung bei der Beratung des Haushaltsvoranschlages beschlossen, den Etat der Latein- und der Töchterschule unter der Bedin­gung zu genehmigen, daß beide Schulen spätestens ab 1927 zu­sammengelegt werden, weil die Stadt nicht in der Lage ist, in Zukunft so große Zuschüsse zu tragen. Es soll ein unparteiischer Schulmann gehört und die notwendigen Arbeiten einer Kom­mission übertragen werden. Bei dem Titel ,, Volksschule" wurde beschlossen, die Hilfsschule abzubauen und zwar schon vom 1. Oktober ds. Js. ab.

durchaus Privatbahnen waren, weil dadurch die Chausseegeld­einnahmen geringer würden, auch die Post geschädigt würde. Zudem konnte Bismard erzählen: Als der Bau einer Eisen­bahn von Berlin nach Magdeburg projektiert wurde- es lag damals das Berlin- Anhalter Projekt vor und gleichzeitig ein Berlin Leipziger und ein Berlin- Magdeburger ba erklärte die damalige preußische Regierung, sie hätte ganz genau den Gesamtverkehr zwischen diesen Orten festgestellt und sich über­zeugt, daß der Gesamtverkehr, der überhaupt zwischen Berlin und den vorbenannten Orten bestände, nicht eine einzige Eisen­bahnlinie ernähren könnte". Es war übrigens anderswo bas­selbe. Thiers sagte, man müsse in Paris so etwas als Spiel­zeug haben, aber das würde niemals weder einen Reisenden noch ein Gepäd befördern. Für die deutschen Staaten fam die Schwierigkeit hinzu, daß man für einen Eisenbahnbau eine An­leihe hätte aufnehmen müssen; eine Anleihe aber nicht ohne reichsständische Versammlung aufgelegt werden dürfe, aber die hatte man weder, noch wollte man sie haben. Erst die militä­rische Notwendigkeit einer Ostbahn, erst die Erkenntnis, daß Ostpreußen ohne eine Bahn von Berlin nach Königsberg nicht zu schützen sei, brachte Friedrich Wilhelm IV. dahin, den Ver­einigten Landtag zu berufen, der aber ohne die gewünschte Be­willigung wieder nach Hause geschidt wurde. Auch als Bis­mard Minister geworden war, verhinderte sein Konflikt mit der Boltsvertretung Anleihen, Bewilligungen und den Bau von Staatsbahnen. Aber gefährlich erschien es doch schon, dem pri­Daten Kapital mit der Verfügung über allen Verkehr schranken­lose Macht einzuräumen. So wurde denn Verstaatlichung das Jdeal. Aber Bismards Plan einer Reichsbahn, der dem Reiche durch sehr beträchtliche Einnahmen das Schidjal erspart hatte, der läftige Koftgänger der Einzelstaaten zu sein, scheiterte am Widerspruch der Mittelstaaten, die ihre Selbständigkeit wahren wollten. Go blieben die Einzelstaaten im Besize ihrer Bah­Пen, nur daz 1897 eine preußisch- hessische Eisenbahngemeinschaft begründet wurde.

Die maßgebenden Herrschaften in Berlin hielten sich noch zurüd. Dem alten König schien es doch ein bißchen unanständig zu sein, daß er mit seinen Berlinern zusammen im selben Zuge nad) Potsdam fahren sollte. ,, Kann mir feine große Glüd­seligkeit dabei vorstellen", meinte er ,,, ob einige Stunden früher in Potsdam antommen oder nicht!" Der Generalpostmeister von Nagler aber rief: Dummes Zeug! Ich lasse täglich meh­rere sechssitzige Postwagen nach Potsdam fahren, und es sitzt niemand drinnen; nun wollen die Leute gar eine Eisenbahn dahin bauen. Wenn sie ihr Geld absolut los fein wollen, so sollen sie es doch lieber zum Fenster hinauswerfen, che sie es zu einem solchen unsinnigen Unternehmen hergeben." Aber der Thronfolger schwärmte für die Eisenbahn, so wurde erst ein preußisches Eisenbahngesetz, danach die Berlin- Potsdamer Bahn geschaffen, die täglich bald zwei-, sonntäglich gar vier­tausend Menschen beförderie. Aber als Borsig seine erste deut­jaje Lokomotive dem Direktorium der Bahn anbot, erhielt er die Antwort, man hätte englische, also bewährte Maschinen und einen Vertrag mit der englischen Maschinenbauanstalt, welche lieferte. Im Jahre 1841 wurde die Berlin- Anhalter Bahn eröffnet. Borjig durfte seine Maschine Borsig" vorführen. Die Herren Engländer spöttelten, aber die Maschine bewährte sich, und die Anhalter Bahn bekam deutsche Lokomotiven. Im Jahre 1846 verließ die hundertste, 1848 die zweihundertste Maschine die Borsigsche Fabrik.

Die Regierungen und Behörden standen dem neuen Ding doch noch voller Mißtrauen gegenüber, so daß die ersten Bahnen