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Nr. 4

age Richard Walther, Konstanz( Bodensee)

39. Jahrg.

n Preise von Rm. 4.- herausgegeben. Die Alpenphotographen und zum Teil aus dem Blodig'schen Bildersammlung stammen, fin gfalt ausgewählt. Die Ausstattung ist pot

Samstag, den 6. februar 1926.

Nr. 6

Gießener Zeitung

Paul, Grundriß der Finanzwissenschaft driffe Bd. 5). Halbleinen gebunden Preis haupt Verlag, Dessau. Als erster Band einer undrissen erscheint im Berlag von C. Dünn Finanzwissenschaft" von Dr. B. Junter

feine selbständige Neuschichtung des finanz offes geben, sondern lediglich eine Einfüh lidlichen Stand der Wissenschaft. Vor allem

Erscheint: Samstags.

( Neueste Nachrichten)

Bezugspreis 40 Big. monatlich frei ins Haus.

erenden der Rechts- und Staatswissenschaft Redaktionsschluß früh 8 Uhr. Für Aufbewahrung oder Rüd­

h: Christian Klein in Gießen.

fanntmachung.

und Lieferung der Schreinerarbeiten( aus m Erweiterungsbau des Empfangsgebäudes

sendung nicht verlaagter Manuskripte wird nicht garantiert.

Sonntagsgedanken.

Wieder ist die tolle Zeit im Jahre. Schreiende Plakate rufen zu Spiel und Tanz, Masten huschen im Lampenschein über die Straße, getrieben von Vergnügungsluft, und fümmern sich

burg( 22 Türen, 1 Büffetschrant, 34 Meter wenig um die, die ihre Sorgenlast am Feierabend nach Hause asabschluß, 180 qm Fußboden usw.) soller hleppen. Und von der Straße aus schaut mancher mit ge

n und Zeichnungen liegen im Büro der

er offen und können, soweit Borrat reicht.

on 4,50 R.-Mt. und 20 Pig. für Porto von Februar 1926, vormittags 11% Uhr, 3u

ballter Fauft in der Tasche nach den hell erleuchteten Fenster

der Ballfäle und ein anderer wieder blidi sehnsüchtig hinauf,

der sich auch mitfreuen wollte, aber den die bittere Not auf die Straße zum Betteln zwingt.

Mögen die Geigen und Trompeten noch so laute Musik machen der Notschrei von Millionen übertönt sie und sollte die tanzenden Paare auch mitten in Freude und Lust an jene Mitmenschen erinnern, die an leeren Tischen sitzen müssen, die

tgesellschaft Eisenbahnbetriebsamt Weglar teine Freude lennen, weil sie der Hunger plagt. Hört den Not­

Bauleitung in Haiger.

sbefizer!

schrei, die ihr noch an vollen Tischen sizet, ihr Fröhlichen bei Spiel und Tanz! Eure Lust soll nicht genommen sein, tanzt weiter und finget, aber hört zwischen euren Liedern auch bas klagelied eurer Mitmenschen!

Dort oben im festlichen Ballsaale tanzt mancher mit und läßt die Flaschen knallen, der aus der Not und dem Elend seiner Nächsten reich geworden ist. Manche dort oben waren auch einst arm und haben aber vergessen, was Not heißt und Sorge. Sie hören nicht mehr, wie der Hungernde an ihre Türe klopft, sie

nt von leistungsfähiger Metallwarenfabrik sehen nicht das alte Mütterlein und den gebeugten Greis, die zirk das Lager und den Alleinverkauf eines am Feierabend ihres Lebens darben müssen, und sie fühlen nicht emäßen Massenartikels( D. R. P.)? Kein mehr, wie weh es tut, ohne Schuld arm zu sein.

osten, sofort hohes Einkommen( monatlich

Notwendiger Lagerraum 20 bis 40 qm. Sonntag die bittende leere Hand hinstreden, daß sie noch etwas apital zirka 1000 M.- Zahlungsfristen bis übrig haben für ihre Mitmenschen, die in bitterer Not und Ar­

Ihnen wollen wir heute nach durchschwelgter Nacht zum

Verpflichtung zur Abnahme bestimmter

egen ist die Zahlung der bestellten Ware euch zu Gast und dann erst tönnt ihr euch ehrlich freuen und

mut leben müssen. Ladet die Hungernden am Sonntag zu

zu stellen.

niemand wird euch dann miẞgönnen euer Singen, eure Lust

ndsäglich nur Offerten mit genauer An- und euren Tanz! Sicherheitsmöglichkeiten berücksichtigt und Geschäftsstelle dieser Zeitung erbeten.

Die Weltkrije.

Waldfried.

Unser Vaterland befindet sich seit vielen Mo­

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Alle vorkommenden

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Achtung! Dachdecker arbeiten

bloßen Nachwirkungen der Deflation längst hinausge= gangen ist und an der Substanz zehrt. Frankreich be­müht sich vergebens, aus dem Wirrwarr der Währungs­tatastrophe herauszukommen. In England bleibt die Erwerbslosenziffer mit fast 14 Millionen konstant. Die Produktion stagniert, weil der Absatz stockt. Ein­zelne Industriezweige, wie der Kohlenbergbau, werden zur Zeit nur noch durch erhebliche Millionenzuschüsse des Staates aufrechterhalten. Polen ist geradezu in ein wirtschaftliches Chaos geraten. In Oesterreich sieht es nicht viel besser aus. Rußland ist, schwefelqualmend wie ein Vulkan, voller Unruhe, die sich erzentrisch weiter und weiter auf Asien ausdehnt. Und drüben, über de.: zean, wächst Amerita ökonomisch wie ein riesiger sol­fenkratzer in die Höhe. Auf dem Weltmarkt verdrängt

seine Konkurrenz die zersplitterte und zerrütte e euro päische Wirtschaft mehr und mehr. Eine Weltwirtschafts­konferenz, die 1926 stattfinden soll und auch bereits den Völkerbund beschäftigte, soll nun das Gleichgewicht des Weltmarktes wiederherstellen. Als erstes hätte sie zu­nächst den europäischen Gemeinschaftsgeist zu bekennen. Aus diesem Geist heraus sollen dann die einzelnen Pro­bleme behandelt und geklärt werden: die internationale Schuldenverstridung, die Stabilisierung der franken

prompt und billig ausgeführt. Gehöre keine: Währungen, den Abbau der Zölle, die Herstellung einer

jowie Neubauten aller Art werder

Vereinigung an.

Drud. Verlag und Expedition: Gießen, Südanlage 21 Fernsprecher Nr. 1362 Postscheckkonto Nr. 8437 Amt Frankfurt a. M.

Verträgen" oder ,, die Verletzung der Gesetze und Bräuche des Krieges" richten. Die Petition fährt fort: Wir sind der Ansicht, daß diese Artikel mit Gewalt einer ge­schlagenen Nation unter den furchtbarsten Drohungen auferlegt wurden. Die Geistesverfassung, die die alliier­ten und assoziierten Mächte damit zum Ausdruck brach­ten, ist jetzt zum größten Teil verschwunden. Wir sind der Ansicht, daß die Artikel offenfundig ungerecht sind und ein ernstes Hindernis für internationales Einver­nehmen bilden. Daher fordern wir die Regierung dringend auf, entweder diese Artikel ohne weiteren Ver­zug abzuändern, oder, wenn sich eine Abänderung des Vertrages als ein zu langwieriges und umständliches Verfahren erweisen sollte, ausdrücklich ihre Absicht zu bekunden, diese Bestimmungen unberücksichtigt zu lassen." Unter den zahlreichen hervorragenden Persönlich­keiten, die diese Petition unterzeichnet haben, befinden sich u. a. Professoren der Universitäten Cambridge, Or­ford, Manchester, Birmingham, Wales, Leeds, London und Liverpool, die Schriftsteller Arnold Bennett, Ber­nard Shaw, ferner der Bischof von Birmingham, der Dekan von Bristol, der Bischof Gore, Professor Keynes, der Bischof von Manchester, Professor Gilbert Murray und Revison.

Verkehrsgemeinschaft, die Internationalisierung der großen Produktionszweige, die Typisierung der Waren­

Heinrich Meier, Dachdeckergeschil probation, soweit das möglich ist, und die Verteilung

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die bis zum letzten Produzenten u. Konsumenten dringen muß, daß Europa, wenn es sich überhaupt der neuen Welt gegenüber behaupten will, einen einheitlichen Wirtschaftskörper darstellt, dessen Organismus und Funktionen rationell geregelt werden müssen."

Gegen die Kriegsschuldlüge.

Wir wollen diese Kundgebung gewiß nicht über­schätzen, wir wollen sie aber auch nicht unterschätzen. Wenn es auch eine private Rundgebung ist, so verleiht doch das Ansehen der Unterzeichner der Kundgebung ein starkes Gewicht. Die Petition und die folgende Mel­dung stellen zweifellos ein bedeutsames Symptom des Umschwungs in der öffentlichen Meinung unserer frü­heren Gegner dar.

Für Abänderung des Versailler Vertrages. Eine Anzahl von hervorragenden englischen Geist­lichen, Gelehrten und Schriftstellern hat eine Petition veröffentlicht, die für eine Abänderung von zwei Be­stimmungen des Friedensvertrages von Versailles ein­tritt. Die Petition weist darauf hin, daß in der gegen­wärtigen Zeit der allgemeinen Versöhnung, die durch den deutsch- französischen Pakt und die Aussicht eines bal­digen Eintritts Deutschlands in den Völkerbund einge­leitet wurde, zwei Bestimmungen im Versailler Ver­trag, die an sich unbedeutend, aber für Deutschland be­sonders verstimmend und nach Ansicht der Unterzeich­neten schwer zu rechtfertigen sind, fallen gelassen werden.

Diese beiden Punkte beziehen sich einmal auf Ar­tikel 231, der den Ursprung des Krieges einfach..auf den Angriff Deutschlands und seiner Verbündeten zu­rückführt, und Artikel 227-230, die sich negen Vergehen gegen ,, internationale Moralität und Heiligkeit von

Steuerabbau?

Dr. Croll.

Vor einigen Tagen hat das Reichsfinanzministerium mit­geteilt, wie hoch sich die Steuereinkünfte des Reiches in den ersten sechs Monaten des Finanzjahres 1925-26 belaufen haben. Es hat sich herausgestellt, daß 412 Millionen Mart mehr ein­genommen worden sind, als dem Voranschlag entsprochen hätte. Die Mehrerträge erstreden sich besonders auf die Einkommen­steuer, sowie auf die Umsatzsteuer im geringen Umfange auch auf die Beförderungssteuer( Abgaben von der Personen- und Güterbeförderung auf den Reichseisenbahnen). Hieran hat die Kritik der Oppositionspresse angeknüpft. Sie hat behauptet, daß die Massen des Volkes ausgeplündert würden, damit das Reich aus dem Vollen wirtschaften könne. Es sei charakteristisch, daß bei zahlreichen Steuern, die von den Besitzenden" aufzu­bringen seien, die wirklichen Erträge nicht unerheblich hinter den Voranschlägen zurückblieben. Dies gelte für die Vermögens­steuer genau so wie für die Körperschaftssteuer.

Der Vorwurf, daß das Reichsfinanzministerium auf Kosten

der Wirtschaft volle Kassen unterhalte, war eine der Haupttrieb­

( Gießener Tageblatt)

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Die Arbeiterfrage, das Wirtschafts­und Staatsproblem der Zukunft. Von Wihl. Schmidt, H. d. L. Friedenau- Berlin. ( Vorsitzender Reichsbundes vaterländischer Arbeiter­und Werkvereine.)

Des

Es gilt als unbestritten, daß wir in der Lösung der Ar­beiterfrage eines der wichtigsten, wenn nicht das Staats- und Wirtschafts- Problem der Gegenwart und Zukunft sehen müssen. Die Gesundung unseres Voltes ist weitgehend abhängig von der geistigen und seelischen Umstellung der nach vielen Millionen zählenden Arbeiterschaft, ebenso ausschlaggebend ist aber auch die Haltung und die tätige Anteilnahme unserer Gebildeten und Besitzenden an allen den Vorgängen, die an der Neubildung der Arbeiterfrage mitzuarbeiten berufen sind.

federn der jüngsten Steuerreform. Die Parole lautete: Abbau der Steuern". Wie notwendig eine Ermäßigung der unserer Wirtschaft auferlegten Lasten ist, geht aus den letzten Ziffern der Konkurs- Statistik hervor. Während im Juli 1925 insge­samt 797 Konkurse und 375 Geschäftsaussichten verhängt wurden, mußten die Behörden im September 914 Konkurse und 459 Ge= schäftsaussichten anordnen. Man kann also nicht davon reden, daß die Reichsregierung in den letzten Monaten die Steuerkraft der Wirtschaft und in Sonderheit des Unternehmertums nicht ge­nügend ausgeschöpft habe. Der Rüdgang in den Erträgen der Körperschafts- und der Vermögenssteuer ist also zum erheblichen Teil auf die allgemeine Verschlechterung der Wirtschaftskonjunk­tur und auf die dadurch hervorgerufene Verminderung von Ka­pitalertrag und Unternehmergewinn zurüdzuführen. Zum nicht geringen Teil sind die Erträge der genannten beiden Steuern während der ersten 6 Monate des Haushaltsjahres 1925-26 des= halb niedriger gewesen, als die Hälfte des gesamten Voran­schlages, weil bekanntlich gewisse Vermögenszunahmen zum überwiegenden Teil erst zum ersten Januar berechnet werden, also den letzten sechs Monaten des Finanzjahres zu Gute kommen. Am 19. Oktober hat im Reichsfinanzministerium eine Aus­sprache von Vertretern der Gemeinden und der Landesregie­rungen stattgefunden, auf welcher u. a. die bisher befolgte An­leihepolitik, aber auch die Sparsamkeitsaktion behandelt wurden. Bei dieser Gelegenheit hat der Reichsfinanzminister von Schlie­ben die Vertreter der Länder und Gemeinden davor gewarnt, die finanziellen Ergebnisse der ersten Hälfte des laufenden

Unter diese Gesichtspunkte gestellt, verdient die erste Reichsbundestagung des Reichsbundes vaterländischer Arbei­ter- und Werkvereine" in Halle( 18.- 21. Sept.), die ob ihrer inneren Geschlossenheit und äußeren Stärke in der breiten Hinweises, sahen wir dort doch Kraft und Ideen am Werke, Oeffentlichkeit eine große Beachtung fand, eines besonderen die unaufhaltsam wachsen werden. Worauf ist aber diese für alle Kreise der Wirtschaft und des Wehrgedankens sehr beobachtens­werte Tatsache zurückzuführen?

Von der negativen Seite gesehen doch nur darauf, daß die Arbeiterorganisationen alten Schlages die Gewerkschaften- an ihrer inneren Aushölung durch die Revolution und die Revolutionsjahre erkrankt, teine neue volts- und wirtschafts­freiende Jdee geschaffen haben, noch solche schaffen konnten und 3. T. auch nicht wollten. Von den November- Gewaltigen an bis in diese Tage hinein waren und sind die Reichs- und Landesregierungen fast durchweg auf gewerkschatfliches Klassen­denken eingestellt. Man wähnte eine Voltsgemeinschaft durch den, auf dem Wahlrecht der Zwanzigjährigen aufgebauten Parlamentarismus und durch eine Massenfabrikation von so­genannten sozialen Gesetzen und Verordnungen schaffen zu kön nen; ebenso ist auch der große Wurf der Führer der Wirtschaft, durch das mitten in den Revolutionstagen am 15. November 1918 geschlossene Zentral- Arbeitsgemeinschafts- Abkommen die Gewerkschaften zum verantwortlichen Mitträger der deutschen Wirtschaft zu machen, nunmehr als vollkommen mißlungen an­zusehen.

Finanzjahres als Maßstab für die Ergebnisse des ganzen Jah­res zu nehmen. Ganz unmöglich sei es, etwa mit einem Ueber­schuß der wirklich erzielten Einnahmen über den Voranschlag in einer Jahreshöhe von jast einer Millarde Reichsmart zu rechnen. Schon auch diesen Gründen ist es unwahrscheinlich, daß die Reichseinnahmen die bisherige monatliche Höhe beibehalten. Wichtiger aber ist, daß wichtige Ermäßigungen besonders der Umsatzsteuer- erst am 1. Oktober voll in Kraft getreten sind. Es ist also damit zu rechnen, daß die 400 Millionen Mark Ueber­schuß aus dem ersten Halbjahr durch entsprechende Minder­erträge im zweiten Halbjahre wieder ausgeglichen werden. Darum muß dringend davor gewarnt werden, einen weiteren plöglichen Steuerabbau vorzunehmen und dadurch die mühsam erzielte Dedung im Reichshaushalt wieder zu gefährden.

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Wenn sich die Macht einer Bewegung allein durch die Mit­gliederziffer ausdrüdt, dann hätten die Gewerkschaften unbe­dingt ihre ,, Voltsgemeinschaft" erreichen müssen. ,, Die freien Gewerkschaften beherrschten vollkommen das Feld. 8-9 Mil­lionen deutscher Arbeiter waren 1922 gewerkschaftlich organi­siert und stellten die stärkste Macht im Staate dar." So schrieb die sozialistische Sächsische Arbeiter- Zeitung" am 22. Septem­ber 1925, anläßlich einer längeren Besprechung der eingangs erwähnten ersten Reichstagung des R. v. A. Es ermangelte also durchaus nicht an der Quantität der Mitglieder, wenn die­tehr­selbe anschließend eingestehen mußte: ,, Die Arbeiter. ten den Gewerkschaften den Rüden. Fluchtartig verließen sie in großen Haufen die wirtschaftlichen Kampforganisationen, die freien Gewerkschaften." Die Ursache des beispiellosen Anwach­sens der äußeren Macht der Gewerkschaften lag in der Revolu­tion, die als solche an sich jeden höheren Zieles voltlicher und kultureller Art ermangelte. Es vererbte sich daher dieser Fluch der aus räuberischen Instinkten und Landesverrat herausge­borenen Revolution auf die Gewerkschaften weiter.

Mit den alten aufpolierten materialistischen Lehren von der Sozialisierung und Vergesellschaftung gedachten die Gewerkschaf ten sich einen inneren Auftrieb zu geben. An der allein in Be­tracht kommenden Wiederaufrichtung der Wirtschaft und des Staates auf der Grundlage einer inneren geistigen Erneuerung und der doch einzig maßgebenden Steigerung der Erzeugung als der Voraussetzung für die Erhaltung und Erhöhung der Kauftraft des Geldes, ging man vorüber! Die Führer" ließen sich von den Massen lenken. Und der Erfolg? Die Wirtschaft geriet in die Schuldknechtschaft der ausländischen, insbesondere der amerikanischen Großbanten, denen sie heute bereits mit 3% Goldmilliarden verschuldet ist, während zur selben Zeit die Arbeitskraft von der gewerkschaftlichen Gesetzgebungsmaschine bis zur Bewegungslosigkeit gefesselt wurde. Stellte man jogar die Mehrarbeit unter Strafe! Während man innerpolitisch den Befreiungsgedanken niederzuhalten versuchte, indem man selbst den Wehrverbänden den Eichenstod nahm, machte man auf der anderen Seite in internationaler Eintracht, in Erfüllung und Entwaffnung!

Troz uneingeschränkter Unterdrüdung nationaler Gesinnung fanden sich in dieser Zeit pazifistischer Knochenerweichung auf­rechte Männer aller Stände, zu denen ein recht hoher Prozent­satz aus dem Arbeiterstande zählte, die auf dem Wege über die Wehrverbände und unter unsaglichen Schwierigkeiten und Ver­folgungen die schwarz- weiß- rote Fahne entfalten und sehr starte Scharen um sich zu sammeln verstanden. Aus dem gleichen Ge­danken des Sichbefreiens herausgeboren vereinigten sich vater­ländische Arbeiter, die sich die Befreiung der deutschen Wirt­schaft" und der deutschen Arbeitskraft" zum Ziele setten. In diesem Ziele sieht die vaterländische Arbeiterschaft die einzige Möglichkeit einer Besserung unserer wirtschaftlichen Lage und