Sonnabend, den 4. Dezember 1926.
Nach der Rede des ersten Bürgermeisters Scharnagl folgten Ansprachen, in denen der kulturelle Zusammenhang der Ludwig- Maximilians- Universität mit ihren Schwesterinstituten einbrudsvoll hervorgehoben wurde. Dabei wurde die hessische Landesuniversität Gießen durch ihren Reftor, Professor Dr. 3 wid, vertreten. Am Abend fand unter Teilnahme von Tausenben im Löwenbräufeller ein großer Festtommers statt, auf dem Ministerpräsident Held an die Studentenschaft die Mah nung richtete, in selbstloser Bescheidenheit dem Volte als Ganzes zu dienen. Eine pflichtbewußte akademische Jugend die Gewähr für die Erhebung des Boltes und Vaterlandes aus dem Elend und der Not.
Das Danziger Ermächtigungsgejez angenommen.
e
Das vielumstrittene Ermächtigungsgeset, das dem Danziger Genat bestimmte Vollmachten zur selbständigen Durchführung der Finanzsanierung gibt. wurde mit den Stimmen der Koalitionsparteien( Deutschnationale, Liberale und Zentrum) ange
nommen.
Mißtrauensvotum für das Memeler Direktorium.
Memel. Die memelländische Boltspartei und Landwirtschaftspartei hat ein Mißtrauensvotum gegen das neue ,, Arbeitsdirektorium" Falf eingebracht, das angenommen wurde.- Die Ursache dazu ist die Kownoer Regierung, die sich nicht mit dem den Memelländern zugestandenen Gelbstverwaltungsrecht ab finden will und das Landesdirektorium mit Personen besetzt, die ihr genehm sind.
Seipels Anschlußpolitik.
Die Rede des österreichischen Bundeskanzlers ist in Berlin wegen ihrer rein negativen Formulierungen mit sehr gemischten Gefühlen. aufgenommen worden. Auch in der großdeutschen und sozialdemokratischen Presse Wiens haben Seipels Erklärungen scharfe Ablehnung erfahren.
Von einer italienischen Offensive gegen Frankreich schreiben Pariser Blätter: Jtalien habe seine Befestigungen an der französischen Grenze stark vermehrt. Umgekehrt hört man aus Italien, daß auch Frankreich seine Befestigungslinie Avignon Marseille und Jsere- Lyon start ausgebaut habe. Der Gouverneur von Rom,
der auch Faschist ist, hat infolge Differenzen mit Mussolini fein Amt niedergelegt.
Italienische Spionage in Frankreich.
Im Anschluß an die Verhaftung zweier italienischer Spione wurden zahlreiche weitere Verhaftungen vorgenommen.
Die öffentliche Schuld Frankreichs beträgt nach einem Bericht des Abgeordneten Palmade nicht weniger als 506 224 Milliarden Francs.
Die italienischen Sozialdemokraten.
Die Leitung der italienischen sozialdemokratischen Partei hat, weil ihr jede Tätigkeit in Italien selbst durch den Faschismus unmöglich gemacht wird, ihre Vollmachten einem Zentralfomitee übertragen, das im Ausland aufgestellt wurde.
Zwangsverschidungen in Italien.
In Italien beabsichtigt man, die dem fascistischen Regime feindlich gesinnten Elemte in Zwangsaufenthalt zu verschiden. Die Gesamtzahl der zu Verschickenden beträgt über 500.
Königswahl in Ungarn.
Nach in Budapest fursierenden Gerüchten will Graf Bethlen durch das neue Parlament im Januar die Königswahl vornehmen lassen.
IS
Was geht in Rumänien vor? Kriegsminister Mircesgu hat sich in besonderer Mission ins Ausland begeben. Das Portefeuule des Kriegs. wird vom Ministerpräsidenten Averescu verwaltet werden. Die Erkrankung des rumänischen Königs. König Ferdinand hat dem Ministerpräsidenten Averescu brieflich mitgeteilt, daß er schwer trant gewesen sei, sich aber jetzt auf dem Wege der Besserung befinde.
Neue Unwetterkatastrophe in den Vereinigten Staaten.
Bei einem Tornado, der in den Staaten Arkansas und Missouri wütete, sollen sechzig Personen getötet und 450 verlegt worden sein.
Revolution in Merito. Amerikanische Blätter wissen von einer im vollen Gange befindlichen Revolution in Megito zu berichten. Neun Staaten sollen sich im Aufstand befinden.
Die Lage in China
ist nach wie vor ernst. In Hankau landete eine französische Truppenabteilung zum Schutze der Fremden. Zwei amerikanische Zerstörer sind zum gleichen Zwede von Schanghai abgegangen.
Aus dem Hessischen Verkehrsverband.
Am 26. vor. Mon. fand in Darmstadt eine gutbesuchte Vorstandssitzung statt. Der Vorsitzende Stemmer- Darmstadt be grüßte die Erschienenen, unter ihnen Provinzialdirektor Ge heimrat Dr. Usinger- Mainz und Bürgermeister Rigert Darmstadt als Vertreter der Stadt Darmstadt.
Der Vorsitzende konnte darauf hinweisen, daß die Bestrebungen des Verkehrsverbandes durch die maßgebenden Behörden und Stellen, die Provinzen, Kreise, Reichsbahndirektionen, die Oberpostdirektion, die Stadt- und Gemeinde verwaltungen, Industrie- und Handelskammern u. a. m. lebhaft und verständnisvoll gefördert werden. Dringend notwendig sei es, daß der Verkehrsverband nicht nur von den Gemeinden und Gemeindeverbänden durch laufende Beiträge gefördert werde, daß er vielmehr auch auf einen dauernden namhaften Staatszuschus rechnen könne, wie dies bei anderen Verbänden der Fall sei. Nur wenn ausreichende Mittel zur Verfügung stünden, könne eine so wichtige Organisation, wie sie ein Landesspihenverband in Verkehrsfragen darstelle, ihrer hohen Auf
,, Gießener Zeitung" S
gabe im Dienste der Allgemeinheit gerecht werden.
Im einzelnen berichtete der Vorsigende über den Stand des Planes der Herausgabe eines Hessischen Berlehrsbuches, eines Staats: und Gemeinde- Handbuches, eines Adrehbuches für Hesfische Kraftwagenbesiger, eines Gaststättenverzeichnisses, wozu Anmeldungen nur an die Gastwirteorganisationen zulässig sind, über die Frage der amtlichen Fremdenverkehrsstatistit, über den Stand bes für Hessen besonders wichtigen Projektes der Automobilstraße Hamburg- Frankfurt- Basel, über den Plan der Herausgabe einer Odenwaldrelieffarte, erfolgreiche Verhandlungen über Zusammenarbeit der Hotel- und Gastwirteorganisationen, über das Ergebnis des Photographischen Wettbeweros, der zur Herausgabe eines Hessischen Abreiskalenders benützt werden soll. Weiter wurde darauf hingewiesen, daß mehr als bisher bevorstehende Straßensperrungen befannt gemacht werden müßten, wenn nicht den Kraftfahrern erhebliche Unannehmlichkeiten entstehen sollen. Einstimmig war die Versammlung der Auffassung, daß eine Aufhebung der Reichsbahndirektion Mainz, die für die Förderung der hessischen Interessen von unschätzbarem Werte sei, nicht in Frage kommen dürfe.
Der 2. Vorsitzende, Regierungsrat Dr.Roesener- Darmstadt, berichtete über die eingehenden Verhandlungen wegen eines grundlegenden Ausbaues der Beschleunigten- Personenzugs- und Schnellzugsverbindungen zwischen Rheinland- Westfalen einerfeits und Süddeutschland andererseits. Weiter gelangten Fragen der Verbesserungen der rheinhessischen Verbindungen zur Sprache. Schließlich erläuterte der Referent noch bereits im einzelnen ausgearbeitete Pläne für wichtige Berkehrsverbesserungen in Oberhessen.
Ein Teil der vorgetragenen weitschauenden Projekte hat bereits Aussicht, im Sommerfahrplan 1927 berücksichtigt zu wer ben, ein anderer Teil bedarf noch eingehender gründlicher Vorbesprechung unter den hessischen und auswärtigen Beteiligten. Nähere Einzelheiten über die Projekte werden zu gegebener Zeit bekannt gegeben werden.
An die Referate der beiden Vorsitzenden schloß sich eine eingehende Aussprache an, an der sich u. a. die Herren Provinzialdirektor Geheimrat Dr. Usinger- Mainz, Kreisdirektor Gebhardt- Friedberg, Notar Stahl- Bad Nauheim beteiligten. Der Vorstand beschloß, die diesjährige Hauptversammlung am 12. Dezember in Mainz abzuhalten.
Lokales. Sonntagsgedanken!
Die Adventgloden läuten wieder durch die Lande und in den Gotteshäusern der Christen erklingen die alten Lieder der Sehnsucht nach dem Heil und Erlöser der Welt.
Damals, vor bald 2000 Jahren, war die Menschheit auf Jrrpfade geraten, ihr Innenleben war vergiftet, die Kinder erbten mit dem Leben den Fluch der Sünde, Verderben und Laster erfüllten die Tage, eine Welt ohne Gott hatte allen Halt und allen Wert verloren. Das Ewige war vergessen, das Göttliche geleugnet, die Sünde regierte die taumelnde Menschheit. Schmerzensrufe und Ausbrüche des Wehes gellten aus all dem Elend heraus durch die Wolken zum Throne Gottes. Und es kam die Zeit, da der Propheten Weissagungen erfüllt wurden, da die Himmel sich öffneten und die Wolken ,, den Gerechten herabregneten" auf die ganze Erde.
Heute liegt wieder eine Welt unter dem Himmel, getränkt im Blut, in der Zwietracht, Haß und Neid die Völker spaltet, eine Welt ohne Gott, taumelnd in Genußsucht, Laster und Sünde, eine Welt in tiefer Finsternis. Vergessen ist der Erlöser und sein Wort, der einst diese arme Erde reich machte, Blindheit der Menschen läßt die Werke nicht mehr schauen, die er geschaffen, geschlossen bleiben die Türen, an denen der Herr anklopft. Und wieder naht die Zeit, da alles erfüllt werden soll:„ Ein Licht geht auf in der Finsternis, und aufs neue leuchtet über den Völkern sein Heil." Weihnacht steht vor der Türe. Der Erlöser kommt und wird mt uns wandeln. ,, Wenn ihr mich von ganzem Herzen suchet, so will ich mich finden lassen". Da liegt das Geheimnis verborgen. Er allein nur rettet auch heute die Menschheit, er allein, der Weihnachtsfürst, bringt ihr den verlorenen Frieden wieder. Tu auf dein Herz, Jugend wie Alter, Mann wie Weib, vornehm und gering, arm und reich! Wieder hat ein Gnadenjahr begonnen, wer weiß, für wen es das letzte ist; es gilt eilen. Mit jedem neuen Kirchenjahre rüdt der Zeiger ein Stüd weiter wann wird die große, die letzte Weltstunde schlagen? Frage dich, Menschheit, ob du gerüstet bist.
Zur Voltsabstimmung. Die Abstimmungszeit wurde vom Kreisamt Gießen für Gemeinden, unter 1000 Einwohnern auf die Zeit von 10 Uhr vormittags bis 5 Uhr nachmittags, für alle übrigen Gemeinden von 9 Uhr vormittags bis 6 Uhr nachmittags festgesetzt.
Das Ergebnis der Volksabstimmung in Hessen am 5. Dezember wird in der Nacht vom 5./6. Dezember 1926 durch den Frankfurter Rundfunk bekannt gegeben.
* Aufgehoben ist die vom Polizeiamt Gießen angeordnete Sperrung der Westanlage vor der Bezirksschule und der Bahnhofstraße von der Westanlage bis zur Alicenstraße, da die Neubefestigungsarbeiten beendet sind.
* Von der Landesuniversität Gießen. Der ordentliche Professor für orientalische Philologie an unserer Universität, Dr. Rudolf Strothmann, hat den an ihn ergangenen Ruf an die Universität für Hamburg angenommen.
* Der Vorstand des hiesigen Hauptzollamtes, Herr Zolfrat Hellwig, ist infolge Erreichung der Altersgrenze in den Ruhestand getreten.
囊
Ergänzungswahlen zur Handelskammer Gießen- AlsfeldLauterbach. In Gießen wurden wiedergewählt die Herren Kommerzienrat Klingspor, Kaufmann Mayer und Kaufmann No11. Jn Lich wurde wiedergewählt Brauereibesitzer Jhrin; in Lauterbach Fabrikant Diehm II. und in Alsfeld Kommer zienrat Ramsped.
* Das Weihnachtsgeschäft, das wie kein anderes dem Jahresende immer ein besonderes Gepräge gibt, beginnt sich allmählich zu entwickeln. Die Schaufensterauslagen der hiesigen Geschäfte sind ganz auf das Christfest eingestellt und durchweg sehr ge
Nr. 49
schmackvoll und anziehend" dekoriert. Die ersten, mit Tannen hochbeladenen Wagen sind von auswärts eingetroffen und an einigen Plägen der Stadt hat der Verkauf der Chriftbäume bereits begonnen. Am morgigen, dem sogenannten„ grünen Sonntag" find die Geschäfte geöffnet. Hoffentlich bringt der Weihnachtsmann in diesem Jahre eine etwas bessere Konjunktur als im Vorjahre!
Sonnabend, den 4. Dezem tändigt worden mit dem Anheim Groß- Linden anschließen zu lasser tafrete seither nach Gießen 15 8,
Allendorf a. d. Lda. Der So Magermühle geriet beim Schmic Kammrad, das ihn am Aermel e abschürfungen wurde ihm der Arm Ruppertsburg. Nachdem im v Kriegsgefangene auf unserem Frie jalgte jetzt die Ausgrabung der Le auf einem Nationalfriedhofe Ober- Ohmen. Nach 14tägiger Nitolaus in Lich ist nun die Rep endet.
* Weihnachtsexpreßgutverkehr. Zur schnelleren Bewältigung des zu erwartenden starken Weihnachtsexpreßgutverkehrs werden von der Reichsbahndirektion in den hauptsächlich in Frage tommenden Kursen besondere durchgehende Expreßgutwagen vorgesehen, die von besonderen Ladeschaffnern begleitet werden.
* Wohlfahrtsbriefmarken. Seit einigen Tagen gelangen neue Wohlfahrtsbriefmarken zur Ausgabe, deren Ertrag, wie im Derflossenen Jahre, der Deutschen Nothilfe zufließt. Es werden ausgegeben eine 5- Pfg.- Marke mit dem württembergischen, eine 10- Pfg. Marte mit dem badischen, eine 25- Pfg. Marte mit dem thüringischen und eine 50- Pfg.- Marke mit dem hessischen Wappen.
* Wahlversammlung. In der vollbesetzten Turnhalle am Oswaldsgarten sprach letzten Mittwoch abend der hessische Finanzminister Henrich im Auftrage der Demokratischen Partei über:„ Die wahre Lage der hessischen Finanzen und Steuern". Die Gelegenheit zur freien Aussprache war von der Gegenseite nicht wahrgenommen worden und so verlief die Versammlung, von einigen furzen Ausführungen des sozialdemokratischen Abg. Mann abgesehen, ohne Diskussion.
* Ein Obermeistertag des Bezirksvereins Beide Hessen und Nassau" im Deutschen Fleischer- Berband fand in Limburg unter Vorsitz von Obermeister W. Pfeiffer Frankfurt a. M. statt. Dieser referierte auch über die beabsichtigte Montagviehmarktverlegung. Man faßte eine Resolution, in der sich scharf gegen jede Verlegung des Montagsmarktes, nicht nur in Frankfurt, sondern auch in anderen Städten des Reiches ausgesprochen wurde.
* Das Projekt eins neuen Gießener Bichhoses ist von der Stadtverwaltung dem Stadtbauamt zur Ausarbeitung in Auftrag gegeben worden.
* Zum Vortrag des Burenkommandanten Jooste im D. S. V. wird uns geschrieben: Burenkommandant Roos Jooste war am Anfang des Krieges nach der englischen Kriegserklärung als Kriegsfreiwilliger eingetreten, um bei der Abrechnung mit England, dem alten Feind seines Volkes, mit dabei zu sein. Dann hatte das Generalfommando Hannover seine Entlassung verfügt zu dem Zwed, daß Jooste seine alte Vortragstätigkeit wieder aufnahm, wodurch er dem deutschen Volle wichtigere Dienste leisten konnte. Standen doch ihm, dem im Toben des Kampfes und in der Arbeit des Friedens gleich Erprobten, nicht nur seine reichen Lebenserfahrungen zu Gebote, die er in seiner alten Heimat, dem Burenlande, und in seiner neuen Heimat gesammelt, er weiß auch das, was er mit offenem Auge und gesundem Verständnis geschaut hat, in überaus fesselnder Weise in seinem urwüchsigen Burendeutsch vorzutragen und die Zuhörer in Spannung zu erhalten.
* Allgemeine Klagen gegen die Stadt Gießen. Die von zwei Brauereien angestrengten Klagen auf Rüderstattung bes zahlter Getränkesteuern im Gesamtbetrage von über 56 000 M wurden vom Provinzialausschuß für Oberhessen abgelnht.
*
Besitzwechsel. Das altbekannte Cafee Leib in der Walltorstraße ist zum Preise von 38 000 Man die Herren Weinhändler August Balzer, Braugasse, und Gastwirt Albert Rahnefeld, Schanzenstraße, übergegangen,
* Zechpreller. Nach einem Polizeibericht treibt sich ein Hilfs förster, der sich von seiner Dienststelle in Oberhessen entfernt hat, seit einigen Tagen in der hiesigen Gegend umher und betrügt Gastwirte durch Zechprellereien. Es wird deshalb vor ihm gewarnt.
* Hebung der Wirtschaftlichkeit des Großwagenbetriebes. Hierüber ist soeben eine Schrift erschienen, in der dargelegt wird, wieso und in welchem Umfange die Bereifung der Lastkraftwagen und Omnibusse die Wirtschaftlichkeit verbessern kann. Diese Schrift, von der Harburger Gummiwaren- Fabrik Phönig A.-G. herausgegeben, wird Interessenten auf Wunsch zur Verfügung gestellt.( Verlag Deutsche Motor- Zeitschrift G. m. b. 5., Dresden- A 19; Preis 2 Mark.)
Forderungen der Mieterschaft. Der Große Ausschuß des Bundes Deutscher Mietervereine hat in einer am 27. und 28. November abgehaltenen Tagung in Dresden eine großzügige Entschließung gefaßt, in der u. a. gefordert wird: eine großzügige soziale Wohnungsreform, die Durchführung eines auf mindestens 10 Jahre berechneten Wohnungsbauprogramms für jährlich 250 000 Wohnungen.
ㄓ
Zum neuen Kreisvertreter des Mittelrheinkreises der D.T.
wurde Fabrikant A. Pfeiffer- Weglar gewählt.
* Der älteste Mann Westfalens, Marcus Elias, ist im 103. Lebensjahre an Altersschwäche gestorben. Er wurde am 24. Mai 1924 in Lüdingshausen geboren, fam in den 50er Jahren nach Gelsenkirchen, das damals 500 Einwohner zählte, gründete dort eine kleines Geschäft und besuchte als geschätzter Tierheilkundiger die Höfe der Umgebung.
Aus Nah und Fern.
Klein- Linden. Auf dem hiesigen alten Friedhof soll, wenn der Gemeinderat die Pläne annimmt, die Kriegergedenkstätte für die Gefallenen unserer Gemeinde errichtet werden. Klein- Linden. Ein aus Gießen kommendes Motorrad mit Beiwagen, das mit 3 Personen besetzt war, stieß auf der Frankfurter Straße mit einem Milchfuhrwerk zusammen. Der Beifahrer erlitt eine Gehirnerschütterung, während der Soziusfahrer mit leichteren Verletzungen am rechten Bein und der Führer des Kraftrades mit dem Schreden davontamen.
Klein- Linden. Am vorigen Sonntag, 1. Advent, hielt Pfarter Ackermann hierselbst seine Abschiedspredigt. Er verläßt uns in diesen Tagen, um eine Pfarrstelle in Nordheim in Ried anzutreten. Rund fünf Jahre hat er die hiesige Pfarrassistentenstelle versehen. Der Weggang des beliebten Seelsorgers wird allge mein bedauert.
Groß- Linden. Die hiesige Bürgermeisterei, sowie einige Kaufleute sind an das Fernsprechnet Gießen angeschlossen. Diese Anschlüsse sind nunmehr seitens des Boftamts Gießen aus vertehrs- und betriebstechnischen Gründen zum 1. Januar 1927 ge
werden.
Schotten. Eine längere Aus Gemeinderatssitzung die feit einiger Gemeinden geführten Verhandlung Autolinie zwischen den Gemeinden Kabertshausen, Rodheim, Langd, S Aus dem hohen Bogelsberg. Kaulstoß und Burkhards wütet seit Klauenseuche. In dem legtgenann Woche allein 30 Stüd Jungvieh ei älterer Tiere.
Bobenhausen II. Der Betrieb de Wüde wurde im Sommer wegen Un auf richteten zwei junge Leute einer Bobenhausen und Müde mit einem sonenauto ein. Für diese Linie komm Sellnrod, Hödersdorf, Groß- Eichen Das Auto verkehrt täglich zweimal freut sich einer starken Inanspruchna auf ihre Rechnung kommen. Der für den Kilometer. Die beteiligt entrechenden Zuschuß. Friedberg. Beim Angeln in d mit dem respektablen Gewicht von
Bad Nauheim. In geheimer ordneten das Pensionierungsgesuch ser genehmigt. Die Amtszeit Dr. 1927 ab.
Alsfeld. Jm benachbarten Ru meister Selzer abends in seinem sehen. Dabei stürzte er in der Du und zog sich dadurch so schwere in nach qualvollem Leiden am andere Offenbach. Mit der älteste Ve verein, feiert in diesen Tagen sein
Darmstadt. Vom hiesigen C jährige Schuhmacher Jakob Eber dung seines Kindes zum Tode v
Darmstadt. Der Eisenbahnse Ueberqueren eines Geleises von ortzuges erfaßt und zu Boden ge Kopf und Gehirnverlegungen.
Eberstadt. Auf der Kreisst Bidenbach ereignete sich am Frei dem ein Menschenleben zum Op 3wingenberg wurde von einem d tommenden Auto erfaßt und üb waren so schwer, daß der Tod auf
Mainz. Um sich ihrer Fest eine 32jährige Frau, während di fich an einem aus Tüchern zusamm herunter zu lassen. Als die Wagh wertes war, löste sich ein Knoten pflaster. Mit schweren inneren un die Abgestürzte nach dem Kranken
Mainz. Die Ehefrau des Ge Alzen hat sich vergangene Nacht einen fahrenden Eisenbahnzug g Stelle getötet. Das Motiv zur T Mainz. Der ehemalige Gep Ingelheim wurde verhaftet. Der
legte Landesverrat hängt mit d Jahre 1923 nicht zusammen, ist vie Rainz. Im Rahmen einer T
des Deutschen Gewerkschaftsbundes Walded und das Nahegebiet spr
Dr. h. c. Stegerwald am Sonntag Dormittags 10 Uhr, im Festsaal Lazeum", Petersstraße 2, über,
schen Gewerkschaftsbundes". Am treterversammlung des Deutschen Stadthalle statt.
Bingen. In der Gegend von Rammender Amerikaner einen sel
hannes gemacht. Neben einer bet and Silbermünzen und Waffen för des Schinderhannes und seiner B lage. Schinderhannes hatte diese ben Rotfall im Jahre 1801 eingegro auf von den Franzosen, als er sich franzöfifchen Truppen einreihen wurde, so fonnte er seine vergrabe
in fich bringen.
Bingen. Der Akademische Ser Universität zu München hat den S
tinger, Nieder- Ingelheim, zum G Rünchen ernannt. Rüsselsheim. Hier wurden bei ber Hallstadtzeit, ein römischer Hen fus der Zeit um 1700 aufgefun man auf einem Ader Urnen aus de Bestheim. Der Schuhmacherm lich in seinen Keller, daß er an den Denigen Stunden verstarb. Walldori. Bei dem Hochwasser Bewaltige Flutmengen in die Wa


