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leisch zusammen oder mit Fleischbrühe

en Worten: um den Nahrungsbedarf ine geringere Menge Nahrungsmittel Fleischbrühe genossen wird. Ein oft gswissenschaft lautet: Wir leben nicht dern von dem was wir verdauen.

e gelösten Fleischsalze sind außerdem eutenden Energiewertes, welcher als hrung der Nahrungsfäfte in die Blut­uzt wird, also die Nährstoffe dorthin werden.

er Fleischbrühe, abgesehen von ihrem ich wichtige Funktionen im Haushalt fallen. Das Verdienst, dieses zuerit serem großen Landsmann Justus von r Ernährungswissenschaft, zuzuschrei­

in den Liebig- Werfen in Südamerita Jaraguay) und in Afrika unter der ildeter Fachleute auf Grund der Vor­g's gearbeitet. Dabei haben die Be­

der Wissenschaft und Technik Schritt

von Jahr zu Jahr steigende Mengen nd den höchsten hygienischen Ansprü Bestehen der Liebig- Werke bis heute illionen Rinder geschlachtet worden. bestand beträgt etwa 500 000 Rinder. lung von Fleisch- Extratt war eine

Jen segensreichen Schöpfungen Justus ite stellt. Für ihre Bedeutung spricht

3 es heute in der ganzen Welt wohl

Der nicht das Fleisch- Extrakt- Löpfchen des Gelehrten ständig zu finden ist. ristian Klein in Gießen.

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39. Jahrg.

Samstag, den 1. Mai 1926.

Nr. 18.

Gießener Zeitung

Erscheint: Samstags.

( Neueste Nachrichten)

Bezugspreis 40 Pig. monatlich frei ins Haus. Redaktionsschluß früh 8 Uhr. Für Aufbewahrung oder Rüd­Sendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert.

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Sonntagsgedanken.

Maienjonntag! Der Mai ist gekommen, die Bäume schla­gen aus, da bleibe, wer Luft hat, mit Sorgen zu Haus. Der Himmel öffnet sein Sonnenhaus, und ein Jubelchor gefiederter Sänger stimmt an die Frühlingshymne am ersten Maiensonntag. Wacht auf, ihr Menschen, und höret das Klingen und Singen, das Lied des neuerwachenden Lebens! Macht Türen und Fen­fter auf, der Frühling ist da, auf sonnenhellen Wegen zieht er durchs Land, streut Blumen und Blüten über die Erde und eine Lerche über dem Feld singt uns den Maiensegen.

Dahin sind die rauhen Tage, Stürme und Frost, Maienzeit ist wieder, der Frühling ist erwacht. Wer könnte mit grämigem Gesicht das Wunder schauen, das uns der Mai gebracht? Wo ist die Geele, die in dieser Zeit nicht auch ein Sehnen fühlt, ein Heimweh nach einem Wunderland, nach nie endendem Frühling, nach unendlichem Leben? Die Blumen im Hag, der Flieder m Strauch, die Vöglein im Walde, der blühende Mai sie alle singen heute das Lied vom ewigen Leben, vom ewigen Sieg, Dom ewigen Triumph. Der Sieg des Lebens über den Tod vollendet sich erst im Maien.

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Und ihr Menschen, die ihr heute am ersten Maiensonntag den herrlichen Frühling, das neue Leben rings um euch seht, lernet vom rühling und vom Erwachen des Lebens. Dann wird das Alte und Welte, das dürre Laubwert von selber fallen, so wie draußen am Busch die toten Blätter fielen, als neues Leben in die Zweige drang.

Laßt Frühlingssonne herein in eure Herzen, damit das Leben erwache! Wecket das Gute, laßt Maien werden und alles Schöne erblühen, dann werdet ihr einst des Herbstes mit seinen Garben und Gaben euch freuen! Waldfried.

Jugend und Politik.

Alle Verständigen sind sich darüber einig, daß die vorzeitige parteimäßige Beeinflussung junger Menschen verderblich ist, und daß das Hereintragen der Partei­politit selbst in die Schule eine gewaltige Gefahr be­deutet. Mehr und mehr regen sich auch aus den Par­teien heraus Stimmen nüchterner Zurückhaltung. So gibt jetzt die Frankfurter 3tg." an leitender Stelle Ausführungen des Privatdozenten Dr. Mommsen( Göt­tingen) Raum, in denen auf Grund der Erfahrungen in der politischen Jugendbewegung selbst für eine Herauf­segung des Wahlalters eingetreten wird:

,, Gerade weil ich der politischen Jugendbewegung mehrere Jahre angehört habe, halte ich es für notwen­dig, einmal sehr nachdrücklich auszusprechen, daß die po= litische Jugendbewegung in dem Sinne, wie alle Ver­ständigen sie erhofften, restlos gescheitert ist, und zwar in allen politischen Lagern. Eine politische Jugend­bewegung, die versucht, von innen heraus sich neue po­litische Jdeale zu erarbeiten, anstatt rein zwedmäßig für eine bestimmte parteimäßige Richtung einzutreten, gibt es heute in nennenswertem Umfang nicht mehr. Die starte Bindung der politischen Jugendorganisationen an politisch maßgebende Kreise der Aelteren hat zu einer sehr bedauerlichen Erscheinung geführt, die für fast alle Richtungen gilt. Von den in der politischen Jugend­bewegung führend tätig gewesenen jungen Menschen ist ein erschreckend hoher Prozentsatz in dieser Tätigkeit innerlich und zum Teil auch äußerlich gescheitert. Ueber diese Tätigkeit wurde nicht nur die Vorbildung für den Beruf, sondern auch durch das Ueberwiegen rein organi­satorischer Betätigung die wirklich politische Bildung vernachlässigt. Die Zahl z. B. der in dieser Tätigkeit stehenden Studenten, die nicht einmal bis zum Eramen kamen oder an seinen Klippen scheiterten, ist eine recht erhebliche."

Es ist selbstverständlich, daß eine Heraufsetzung des Wahlalters diesen Uebelstand nicht allein beseitigen fann, aber es ist klar, daß der Anreiz zu parteimäßiger Beeinflussung der Jugendlichen sehr erheblich gemindert wird, wenn mit ihren Stimmen erst nach Jahren zu rech­nen ist. Nun hat man gesagt, daß gerade vom Standpunkt der Demokratie aus politische Bildung der Jugend ein unbedingtes Bedürfnis sei. Das ist gewiß richtig, aber gerade im Interesse der politischen Bildung der Jugend ist unbedingt nötig, ihr Zeit zu geben, sie zu erwerben, und die Jugend nicht vorher zu nötigen, durch den Wahlzettel sich parteimäßig festzulegen."

*

Deutschlands Verarmung.

Während im Jahre 1913 die vierte Klasse von 45 Prozent aller Reisenden und die dritte Klasse von 45 benutzt wurde, ergibt sich jetzt folgendes Bild: vierte Klasse 75 Prozent, dritte Klasse 22 Prozent. Abschluß des französisch- amerikanischen Schulden­abkommens.

Paris, 30. April. Das amerikanisch- französische Schulden: abkommen ist gestern abend zustande gekommen und unterzei hnct

Drud. Verlag und Expedition: Gießen, Südanlage 21 Fernsprecher Nr. 1362

Bostichedkonto Nr. 8437 Amt Frankfurt a. M.

worden. Es sieht 62 Jahresraten vor. Die Gesamtsumme der

( Gießener Tageblatt)

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Schuld, die Zinsen einbegriffen, ist auf 6847 Mill. Dollar festge: Wie sind die Steuern in gerechter Weise

setzt worden. Eine Sicherheitsklausel hinsichtlich der deutschen Reparationsleistungen, eine von den Franzosen bis zum legien Augenblid verteidigte Forderung, enthält nach bisherigen Mef= dungen der Vertrag nicht.

Die Not der Junglehrer.

Eine in Berlin abgehaltene und aus ganz Preußen start besuchte Kundgebung des Preußischen Lehrerver­eins stellte fest, daß 30 000 preußische Junglehrer seit langem einen Elendsweg gingen, der unaufhaltsam ins Verderben führe. Die Berufsentfremdung greife immer weiter um sich. Der Staat müsse um seiner selbst willen die Junglehrerschaft vor dem völligen Zusammenbruch retten, dann werde auch diese sich zu ihm bekennen und mitarbeiten am deutschen Volksstaat.

Jm Verlauf der Kundgebung wurde eine Ent­schließung einstimmig angenommen, in der schärfster Ein­spruch gegen die vom Preußischen Staat mit vollständig unzulänglichen Mitteln betriebene Lösung der Jung­lehrerfrage eingelegt wird.

Die Junglehrernot werde allmählich zu einer Kul­turschande.

Abhilfe schaffen könne nur ein Gesetz, durch das die Klassenfrequenz so weit herabgesetzt werde, daß sämt­liche Stellungslose Beschäftigung erhalten. Ein­stimmige Annahme fand ferner ein Antrag, der besagt, daß der Kultusminister Becker nicht das Vertrauen der preußischen Junglehrerschaft besitze. Die Forderungen der Junglehrerschaft sollen durch die Vertreter des Preußischen Lehrervereins dem Landtag und der Re­gierung vorgetragen werden.

Abbau und Schulprobleme.

Von H. Erdmann, Gießen.

Ein Volt, das in vier Kriegsjahren so Fürchterliches erlebt hat und unter den Folgen jener Riesenereignisse fortgesetzt aufs schwerste leidet, kann der ungewissen Zukunft nur trogen durch Seranbildung einer wohlvorbereiteten, entbehrungsfähigen Ju­gend. In allen deutschen Schularten wird daher dem heran­wachsenden Geschlecht in gesunden pädagogischen Bahnen das Rüstzeug für den Existenzkampf geboten.

--

Viele Eltern glauben nun ihre Kinder durch Gewährung einer besseren Ausbildung in die Beamtenlaufbahn oder andere gesicherte Stellungen bringen zu können. So begann die Flucht aus der Volksschule in die höheren Schulen, die in Hessen über 200 Junglehrer abbaute und in Preußen viele Tausende stellen­los machte. Und welches Eldorado winkt den Schülern, die unter viel Aufwand von Zeit und Geld endlich Obersekunda, Prima­reife oder gar Abitur erkämpft haben? Halt: Abbau und Sperre auf der ganzen Linie. Post und Bahn, Justiz- und Forstfach, Kirche und Schule, staatliche und Privatbüros alle stehen unter Abbau und gewähren zur Zeit weder Unterkunft noch sichere Zu­kunft. Welcher Trost für betagte Eltern, die sich harte Entbeh­rung auferlegten, um Sohn oder Tochter die Erreichung des Bieles zu ermöglichen. Selbst eine Besserung der Wirtschafts­lage tann dem Ueberangebot an Geistesarbeitern nicht die er­hofften Existenzmöglichkeiten bieten. Eltern, seid gewarnt! Eine gute, abgeschlossene Voltsschulbildung ist auch heute noch für Millionen ausreichend, um Brot und Zufriedenheit zu fin­den. Allezeit nährt die Scholle; noch hat das Handwerk goldenen Boden, immer wieder bietet sich Gelegenheit, in treuer Arbeit ein nüzliches und geachtetes Glied der menschlichen Gesellschaft zu werden, ohne durch die Flucht aus der Volksschule in die bessere" Schule an der Jagd nach dem Glücke teilgenommen zu

haben.

Wenn auch die schönen Leistungen der höheren Schulen durchaus Anerkennung finden, kann nicht bestritten werden, daß der Ballast minderbegabter Schüler, namentlich in den unteren und mittleren Klassen die Arbeit und den Fortschritt hemmt. Dies führt zum Problem der Schülerausleje.

Jeder Mensch hai neben den allgemeinen Pflichten, die ihm sein Menschentum auferlegt, auch noch eine besondere Berufung, die seiner eigentümlichen Veranlagung entspringt. Diese Ver= pflichtung seine Gaben sozial zu entfalten hat auch der Staat zu respettieren, indem er sie hütet und pflegt und ihnen freie Bahn bereitet.

Die Möglichkeit des Aufstieges ist durch den Uebergang aus der Grundschule in die verschiedenen Zweige und Bahnen des Schulwesens gegeben. Es ist nun eine Kernfrage, wie unter Ausschaltung des hindernden und hemmenden Ballastes die rich tigen Kinder gefunden werden, die sich zum Aufstieg eignen. Bei dieser Auslese müßten Volksschullehrer und Philologen zweddienlich zusammen arbeiten. Auch die Psychologie, die sich Begabungsforschung und Begabungsdiagnose zur Aufgabe ge= stellt hat, wird bei dieser Auswahl vortreffliche Dienste leisten fönnen. Vorwärts! Denn

Du sollst an Deutschlands Zukunft glauben, An Deines Volkes Aufersteh'n! Laß diese Hoffnung Dir nicht rauben, Troß allem, was noch mag gescheh'n!

auf ein erträgliches Maß zu senken?

Bei der heutigen äußerst fritischen Wirtschaftslage wird mit Recht von allen Seiten eine wesentliche Herabsetzung der in den letzten Jahren rapid angewachsenen Steuerlasten gefordert.

Wenn man die diesbezüglichen Aeußerungen in der Presse genau verfolgt, dann gewinnt man den Eindrud, als wenn die Deffentlichkeit, ja selbst einige Steuerzahler und zum Teil auch die zuständigen Behörden, über die von einzelnen Erwerbs= gruppen tatsächlich aufgebrachten Gesamtsteuern nicht ganz im Bilde sind; insbesondere nicht über die Steuern von heute im Verhältnis zu 1914.

Folgendes Beispiel:

Ein mittlerer Gewerbebetrieb mit einem veranlagten Ein­tommen aus Gewerbe in Höhe von 6500 Mart hat im Jahre 1925 an Steuern bezahlt:

Gewerbekapitalsteuer Gewerbeertragssteuer Umsatzsteuer

Einkommensteuer

Vermögenssteuer

Aufbringung Kirchensteuer

M 622.

M 246.­

M 880.

M 644.­

M 240.­

M 68.

M 188.

zusammen M 2888.­

also fast die Hälfte des Einkommens an Steuern abgeführt. Unter Hinzurechnung

der Hauszinssteuer mit

der Grundvermögenssteuer mit der sonstigen Steuern mit

insgesamt

plus mehr an Hauszinssteuer für 1926

M 2430.­

M 972.­

M 128.

M 6418.­M 1400.­

M 7818.

ab Umsatzsteuerermäßigung für 1926 M 470.­Gesamtsteuer 1926 7348.­

das sind 8 Prozent des mit 900 000.­vermögens.

Deranlagten Gesamt­

Nach dem vorliegenden Steuerzettel von 1914 zahlte derselbe Betrieb bei günstigeren Geschäftsverhältnissen wie heute: Gewerbesteuer usw. M 290.­M 650.­

Einkommen-,

Grund- und Gebäudesteuer woraus sich ergibt, daß die Belastung für 1926 bei der Einkommen, Gewerbesteuer usw. bei der Grund- und Gebäudesteuer gegenüber der Vorkriegszeit beträgt.

das 10fache das 8fache

An vorstehenden Beispielen ersieht man, daß die von der Reichsregierung geplanten Steuersentungen, so begrüßenswert sie auch sind, überhaupt nicht in die Erscheinung treten werden, wenn andererseits nicht die gesamte Steuerwirtschaft in den Län­dern und Gemeinden damit in Einklang gebracht wird.

Vor allen Dingen ist es die Hauszinssteuer, die mit dem enormen Ertrag von 3 Milliarden gerade die Wirtschaft am allerschwersten belastet, weil die meisten handel-, handwerk- und gewerbetreibenden Steuerzahler auch gleichzeitig Hausbesitzer sind. Angesichts der Tatsache, daß beispielsweise ein Kapitalist, der ein Vermögen von 90 000. Mart in 10 Prozent Goldpfand­briefen besitzt, und dies durch Krieg und Inflation erworben hat, nur 960. Mart also taum 1 Prozent Steuern bezahlt, muß mit allem Nachdrud gefordert werden, daß die Hauszinssteuer als reine Vermögenssteuer auf das gesamte Voltsvermögen umge­legt wird. Etwa in der Weise, daß man die Hauszins, Grund­vermögens- und Vermögenssteuer zu einer allgemeinen Vermö genssteuer in Höhe von etwa 2 Prozent vereinigt. Die Ver­waltungskosten, die man dadurch sparen würde, sind sehr be­trächtlich und der Ertrag bei einem steuerbaren Volksvermögen von etwa 150 Milliarden würde derselbe sein.

Die angeführten Beispiele zeigen ferner, daß das immobile Kapital viel zu hoch belastet ist, während die Barvermögen, also das mobile Kapital, welches auch vielfach durch Krieg, Inflation und Nachinflationszeit erworben bezw. erhalten wurde, nur mit 1 statt 8 Prozent zur Steuer herangezogen wird.

Dieser Zustand, der auf der einen Seite einer Vermögens­enteignung gleichtommt, auf der anderen Seite aber einer be­stimmten Gruppe von Steuerzahlern Erleichterungen zugesteht, die nicht zu verantworten sind, ist die größte Ungerechtigkeit auf steuerlichem Gebiet, die je vorgekommen ist und die sich bitter rächen muß, wenn nicht schleunigst Abhilfe geschaffen wird.

Bei der Gewerbesteuer ließe sich ebenfalls durch Zusammen­legung der Gewerbekapital- und Gewerbeertragssteuer ein ge= waltiger Betrag an Verwaltungstosten sparen. Vor dem Kriege hatten wir doch auch nur eine Gewerbesteuer; wozu denn heute zwei Arten von Steuern, die doch ein und dasselbe sind.

Damit die Sache teinen Aufschub erleidet ist ferner, im Ge­gensatz zu dem Plan der Regierung, zu fordern, daß bis zum 1. 7. 1926 eine neue Veranlagung zur Vermögenssteuer nach dem Stichtag vom 1. 1. 1926 stattfindet, da die Vermögen sich jeit 1. 1. 1924, dem Stichtag für die letzte Veranlagung, ganz gewaltig verschoben haben und zwar zu Gunsten des mobilen Kapitals. 38.