Str. 14
ng des Landesverbandes iter- Dereine am 20. März Friedberg.
rr Landtagsabgeordneter Haury, eröff on etwa 40 Vertretern besuchte Tagung. Vorsitzende des gastgebenden Bereins,
r in Friedberg herzlich willkommen g besten Verlauf.
Sonnabend, den 3. April 1926.
Redner ging dann noch die verschiedenen Eingaben und persönlichen Rücksprachen der Verbandsleitung mit Reichs: und Staatsbehörden durch, behandelte turz die Tätigkeit des Zentralverbandes, über welche die Vereine in letzter Zeit direkt unterrichtet würden und schloß mit der Ermahnung, zu regiter Tätigkeit in den einzelnen Vereinen. Nur durch gemeinschaftliche Zusammenarbeit tönnte die Freiheit ertämpft werden.
In der Aussprache wies Herr Keiser- Offenbach auf die Gefahr hin, die dem Hausbesitz drohe in den Bestrebungen vieler Gemeinden auf Erhöhung der Grundsteuern. Der Vorfigende konnte darauf erwidern, daß diese Bestrebungen vor: handen seien, daß aber zunächst feine Aussicht auf Genehmigung da die Erhöhung jeitens der Aufsichtsbehörde bestehe,
der Grundsteuern zwangsläufig eine Erhöhung der Miete mit sich bringe.
Herr Obmann Oberramstadt verweist auf einen vom dortigen Verein gestellten Antrag, auf den vom Vorsitzenden eingegangen wird.
ttete darauf Bericht über die Ereig Jung in Bad- Nauheim. Er bespricht ides auf den verschiedenen Gebieten, Einen breiten Raum widmete er der euer. Der Verband habe hierzu eine ungen gestellt. Die Regierung habe icht eingelassen; sie habe die Gonder: Verordnungswege diftiert. Es soll versucht werden, die Frage vor den werde sich dann herausstellen, ob fi bereit finden, eine solche, den Tat erfüllende Steuerpolitik der Regie nüber zu deden. Diese Steuerpolitit, egenüber, werde bis weit in die Reihen verurteilt. Es werde Zeit, daß sich eien, die zur Regierungstoalition ge jeordneten aufklären. Ganz besonders chlechterstellung des gering belajteten iz in Hessen gegenüber dem Reichs: rung habe diese Vergünstigungen der
ihnen nicht mehr viel übrig bleibe Betrag, der nach dem Reichsgeseh für g finden müsse, unter der reichsgeseh lles geschehe, um das Erträgnis aus meinen Verwaltungszwecke jo günstig Diese beiden Tatsachen fanden die der Versammlung, und in der nach rde die rücksichtslose Art der steuerSausbesizes und die Vernachlässigung esonders unterstrichen. Redner ging en den Bodenreformgesehentwurf ein, treditfrage, die Veranlagung zur Ber Idung der Grundbewertungsausschüsse. die Vereine dem Finanzamt auf An ständige für die Grundstüdsbewertung nne dem Hausbesitz nicht gleichgültig ein Grundbesitz eingeschätzt werde. Der nn die Mietfestsetzung der letzten Mo esetzliche Mietherabsetzung im Januar. Nieterschaft untragbare Mieterhöhung ragbar, weil der Staat die Mehrmlete ung erfolge nach rein parteipolitischen ch mehr als zwei Monaten, habe der
ct auf seine bekannte Anfrage an die ort scheine der Regierung einige Vet: s die Lockerung der Zwangswirtschaft noch kein Fortschritt zu verzeichnen. Räume und große Wohnungen ein totwendig sei, ziehe man daraus nicht = könne man schließen, daß die Regie ft brauche, einerseits, um ein kompen tsparteien zu haben, andererseits, um asnaßen zu fönnen. Die Erfahrungen, Zwangswirtschaft gemacht habe, wären Abbau ernstlich heranzugehen. Jedes tschaft bedeute weitere Verschlechterung t. Wolle man die Zwangswirtschaft sie durch den Zwang der Verhältnisse elbst in die höchsten Regierungsstellen Schädlichkeit der Zwangswirtschaft überemand den Mut, das Odium der Aufn. So lasse man die Sache treiben zum Wirtſchaft. Es ſei gar nicht daran zu 1er dieser Verhältnisse jemals normale Sohnungsmarkt eintreten könnten. Man schen Zahlen gegenüber dem Hausbesig sogar eine wesentliche Besserstellung szeit andichte. Wo derartige Behaup
, habe man sie mit Leichtigkeit wider je aber, die man mit derartigen Mitteln faul sein.
Dere Beachtung muß darauf verwandt nzulässige oder unbegründet verschieden der Anfangs oder Schlußbilanz ein un er Verlust für dieses oder tommende Ge wird.
am 10. April tann ein Viertel der berechnenden Steuer gezahlt werden. ahre Ueberzahlungen geleistet hat, fann n auf Anrechnung dieser Ueberzahlung der überzahlte Betrag kann dann in
Herr Weiser Offenbach bringt zur Kenntnis, daß man jetzt in Offenbach dazu übergegangen sei, zwangsweise ermittierte Mieter durch die Polizeibehörde wieder in die alte Wohnung einzuweisen. Einem solchen Vorgehen müsse mit aller Energie entgegengewirkt werden. Die Praxis der Polizeiämter jolle auf einer Geheimverfügung des hessischen Ministerium beruhen. Der Vorsitzende macht auf die gesehlichen Bestimmungen auf. merkjam, insbesondere auf die Schadensersatzpflicht der Polizei und darauf, daß dem Mieter nicht die ganze Wohnung einzue) räumen sei, sondern höchstens ein Zimmer als Obdach und dieses nur auf furz begrenzte Zeit. Er ersucht den Vorredne: um Zurverfügungstellung der Unterlagen. Die Darmstädter Polizei habe ein Vorgehen obiger Art abgelehnt.
Herr Ulrich Friedberg regt an, dahin vorstellig zu werden, daß die Sondersteuer nicht höher sein dürfe als die in der Vorfriegszeit bezahlten Zinsen! Er weist an einem Beispiel die ungerechte Auswirkung der Sondersteuer nach. Eine Reihe von weiteren Rednern machte allgemeine Ausführungen zu dem Bericht des Vorsitzenden und anderen Tagesfragen.
Zu Punkt 2 berichtet Herr Stadtverordneter Keiser- Offenbach über den Bodenreformgesetzentwurf und die Bekämpfung durch den Hausbesig. Er unterstreicht die Forderung auf Zusammenwirken von Hausbesik und Landwirtschaft, die beide gleichmäßig an dieser Frage interessiert seien. Man solle die Gefahr, die von der bodenreformerischen Bewegung drohe, nicht unterschätzen. Die Bodenreform verfolge viel weitergehendere Ziele, als öffentlich zugegeben werde.
Zu Punkt 3 behandelt Herr Lehrer Schöpp- Mainz in flaren Ausführungen die Realkreditfragen und das Realkreditinstitut des Zentralverbandes. Wohl selten wurde dieses Thema so leicht faßlich behandelt wie von Herrи Schöpp. Der Redner wurde nach Beendigung des Referats gebeten, seine Ausfüh= rungen zum Abdrud in der„ Hausbesitzer- Zeitung" zur Verfügung zu stellen. Zu der Frage selbst wurde beschlossen, mit dem Beginn der Werbearbeit in Hessen noch so lange zu warten, bis die noch bestehenden Zweifelsfragen restlos geklärt seien. Dann solle aber mit einem dem Humar'schen Gedanken würbigen Eifer an die Werbearbeit herangegangen werden.
Von allen Rednern wurde die Bedeutung des Werkes für die Zukunft des deutschen Hausbesitzes anerkannt.
Zu Punkt 4 berichtet Herr Ziegler- Darmstadt über das Einkommensteuergesetz und die bevorstehende Einkommensteuererklärung. Die Ausführungen bewegten sich im Rahmen der von uns in der vorigen Nummer gebrachten Abhandlungen. Redner wies besonders darauf hin, daß die Regelung durch Pauschalierung der unständigen Ausgaben eine Erleichterung der Veranlagungsarbeiten für den Hausbesitzer bedeute. Es bestehe keinerlei Veranlassung, daß der Hausbesitz bei der Steuerveranlagung anders behandelt werde als bei der Mietsejtsetzung. Wenn man dem Hausbesitzer kein Einkommen aus dem Haus zubillige, tönne man auch keine Einkommensteuer von ihm verlangen.
Zu Punkt 5 stellt Bingen den Antrag auf Abhaltung des nächsten Verbandstages dortselbst. Es wird demgemäß beschlossen.
**
Gießener Zeitung"
daß die Verhandlungen befruchtend auf das Leben innerhalb des organisierten Hausbejizes in Hessen wirken und die ge gebenen Anregungen von Erfolg begleitet jein mögen.
Lokales.
Deutsche Ostern!
Von Paul Warnde
Scht her: das Land, das Leid erlitten, Wie keinem Land es noch geschah, Das dorngekrönt den Weg geschritten, Den schweren Weg nach Golgatha, Das Land, verblutet und entfräftet, Berspottet und vom Trug entſtellt, Das Land, es ward ans Kreuz geheftet Von dieser haßverwirrten Welt.
Nun schläft es tief im dunklen Grunde; Wir aber stehen bang davor Und harren zagend Stund' um Stunde: Wer wälzt den Stein vom Grabestor? Wer wedt das Leben aus dem Staube? Wer ist es, der Erlösung bringt? Wohlan! Das tut der mächtige Glaube, Der selbst die Himmel niederzwingt.
So leuchte du uns nicht vergebens Herüber aus entschwundener Zeit, Du Tag der Freude, Tag des Lebens, Du Tag der Osterseligkeit!
Der du die Keime aus den Tiefen Gewaltig auf zum Lichte drängst, Der du Herzen wedst, die schliefen Du Tag, der du die Gräber sprengst!
O nein, wir wollen nicht verzagen, Wo frisch die Frühlingslüfte wehn, Wo tausend Vogelstimmen sagen Vom Leben und vom Auferstehn. Und geht der Weg durch Nacht und Nöte, Der Glaube mache sie zum Spott Empor den Blid zur Morgenröte! Tut euer Wert und baut auf Gott!
1st er nicht fein
Ister
geraten?
Dr.Oetker's Schokoladenoder Marmorkuchen
Owie herrlich!
Aber nun probieren Sie bitte, ob er Ihnen auch schmeckt! Dieser liebenswürdigen Aufforderung der siegesgewissen Gastgeberib wurde sofort entsprochen und festgestellt, daß der Kuchen ganz vorzüglich schmeckte. Wieder einmal, wie schon so oft, hatte Dr. Oetker's Backpulver Backin" das gute Oelingen gesichert und dieser wirklich praktischen Hausfrau allseitige Anerkennung eingetragen. ( Aus dem Leben erzählt.)
Auch Ste ernten solchen Beifall, wenn Sie die Ihrigen mit einem prächtigen Oetker- Kuchen erfreuen.
Ein vorzüglicher Backapparat mit dem Namen, Küchenwunder* - auf der 3. Umschlagseite des Oetker- Rezeptbuches abgebildet- verschafft Ihnen den weiteren Vorteil, auf offener Gasflamme bei sparsamstem Verbrauch viele Kuchen backen zu können, wenn Ihnen ein Backofen nicht zur Verfügung steht oder wenn Sie auf größte Sparsamkeit Wert legen. Dieser Apparat ist in meiner Versuchsküche ausprobiert und für gut befunden. Verlangen Sie die beliebten Oetker- Rezeptbücher kostenlos in den Geschäften oder, wenn vergriffen von
Nach kurzer Aussprache schließt der Vorsitzende die in jeder Dr. A. Oetker, Bielefeld
Hinsicht befriedigend verlaufene Tagung mit dem Wunsche,
Sturmmacht im Osten.
Von Friedrich Wenzel Gießen.
Da halte ich sie wieder einmal in der Hand, die kleine, unscheinbare Kapsel mit dem geschliffenen Glasdeckel und der Nadel, die zitternd nach dem einen Punkt sich einstellen will, unruhig wie das menschliche Herz. Ich sehe ihn wieder vor mir, den Unteroffizier Karl Schmidt, wie er am Abend des 20. November im ersten Kriegsjahr wir standen bereit zum Einrücken in die vorderste Linie zu mir kam und seinen Kompas übergab.„ Nehmen Sie ihn doch lieber, ich brauche ihn nicht, aber Ihnen fann er nüglich sein." Als ich freundlich ablehnte, drang er in mich:„ Sollt's nicht anders sein, dann haben Sie ein Andenten an mich.“ Der Kompaß hatte offenbar einen besonderen Wert für ihn und ihn mir zu übergeben, dazu be wog ihn wohl eine innere Ahnung, wie sie so mancher draußen erlebt hat. Sobald ging sie nicht in Erfüllung. 3war jchidte in jener Nacht, als wir nach dem Sturm zur Ausgangsstellung zurüdgingen, russisches Maschinengewehrfeuer uns seine Grüße nach, und einmal flog, wie wir an der Spitze der Kompagnie dicht nebeneinander gingen, zwischen unseren Köpfen ein Geschoß hindurch und fiel klatschend zu Boden. Aber keinen haschte es. Erst viele Wochen danach ich hatte inzwischen wegen schwerer Erkrankung die Front verlassen müssen traf ihn an der Piliga eine verirrte Kugel mitten ins Herz. Kurz vorher hatte er zur Erholung in der Heimat geweilt und mir einen Gruß gesandt. Als ich die Nachricht von seinem Tode erhielt, habe ich zum ersten Male den Kompas hervorgeholt, und wie ich ihn sinnend betrachtete, gedachte ich auch mit Schaudern eines ganz seltsamen Naturereignisses, das ich damals in der schlimmen Nacht erlebte, in der ich den Kompaß erhielt.
ir die ersten 8000 Mart 10 Prozent; für rige Kinder, die nicht über 18 Jahre indiges Arbeitseinkommen haben, wird rechnet. Das 8000 Mark überschießend weiteren 4000 Mart voll mit 12% Pro 00 Mart voll mit 15 Prozent besteuert rden in Abzug gebracht 550 Mark, sofern 0 000 Mart nicht übersteigt. Als Sonders jeden Nachweis 180 Mart vom Ein o höhere Sonderleistungen entstanden, so gs- und Sterbetallebeiträge, LebensverAusgaben für Berufsfortbildung Abzüge Ehefrau und Kinder je 100 Mart mehr) end die vollen Beträge für Kirchensteuern, ertstammerbeitrag abgezogen werden dür besonderer wirtschaftlicher Berhältnisse Erziehung der Kinder und Entel, Unter gehöriger, Krankheit, Verschuldung) kann ißigung gestellt werden.
Seit Wochen schon standen wir drüben im Osten. Fast grenzenlos dehnte sich im Düster des Novembertages die Ebene, deren flache Wellen ganz dahinten am Horizont mit dem Nebel= grau des Himmels in eins verschmolzen. In langen schwarzen Zügen schwebten die Wolken darüber und warfen uns zum
Die Miete für April.
Nr. 14.
Das hessische Gesamtministerium erläßt dazu folgende Bekanntmachung:„ Die gesetzliche Miete für den Monat April wird auf 95 Prozent der Friedensmiete festgesetzt. Im übrigen tritt eine Aenderung der bisherigen Bestimmungen nicht ein."
Gruße Schnee und Eishagel ins Gesicht. Bald heulte der Sturm auf, um schnell in sich zusammenzusinken. Dann lag das Land still und doch voll Spannung wie ein sprungbereites Tier. Durch den Wald hatten sich die Kolonnen vorwärts geschoben. Aber das war nicht unser Wald. Auf den deutschen Höhen wölbt sich der Laubwald zum himmelanstrebenden Dom, erfüllt von sanstem Lichte, das auf dem zartfarbigen Teppich zu unseren Füßen dahinhuscht, und umhüllt schützend die Seele, die hier ihre Feierstunde sucht. Dort zwischen den ruhigen, ernſten Gäulen des Nadelwaldes webt Dämmerzauber. Ein verirrter Liuytstrahl blizt auf dem dunklen Teich im heimlichen Grund, als funkelten aus der Tiefe die Zinnen des Märchenschlosses, und durch das lichtgrüne Bachtälchen zieht die Elfentönigin auf ihrem Nebelgespann. Feierstunde und Märchenzauber, das ist deutscher Wald, ist deutsche Seele. Wie anders im Osten. Eintönig wie das Feld draußen dehnt sich meilenweit der Wald. Feindlich stellt er sich dem Eindringling entgegen. Ausschießendes Gestrüpp versperrt den Weg, der modrige Boden weicht dem tastenden Fuß. Da fällt kein Lichtstrahl durch die Waldwipfel, unheimliches Düster hängt zwischen den wuchtigen Stämmen, nichts erhebt den Menschen zur ehrfürchtiger Bewunderung vor des Schöpfers Wert, die Seele findet teinen Widerhall. In starrer Ruhe steht der Wald. Wenn dann der Sturm heulend über das Blachfeld rast, braust es drohend in den Kronen, ächzen die Säulen bis in die Wurzeln, splittern trachend die Aeste, schallt es wie Kampfgetöse durch den Wald. Kaltes Grauen greist nach der geängiteten Seele, hilflos steht der Wanderer wie einst der erste Mensch inmitten gigantischer Urwelt. Starre Ruhe und jähes wildes Aufzuden, ist es nicht jlawische Art? Wahrlich, im Walde wohnt eines Voltes Seele.
Ein dumpjes Gefühl lastete auf den Bataillonen, die in langen Zuge sich im November des ersten Kriegsjahres auf der Straße nach Lodz zu bewegten. Bei Sjeradz, wo in aller Eile eine Notbrüde über die Warthe hergerichtet worden war, hatte die Brigade den Strom überschritten und war nun eingetaucht in den Kiefernwald, der weithin sich ausdehnte. Auf dem ge=
Gedenktage im April.
1. 1876 beutsches Gesetz über Kriegsleistungen erlassen. 1851 preuß. Generalinspektor Mudra geb. 2. 1626 Georg II. v. Sachsen- Meiningen geb. 1801 Schlacht bei Abukir( Nelson). 3. 1876 Henriette Davidis gest. 4. 1901 Mac Kinley, Prä jident. 1826 Herrmann Meyer( Leriton) geb.- 5. 1916 Frie densforderung Bethmann- Hollwegs. 14. 1901 intern. Schiebe gerichtshof im Haag begründet. 18, 1906 Erdbeben in San Franzisko. 19. 1801 Verkündigung der serb. Verfassung.- 22. 1826 Schlacht bei Missolonghi. 23. 976 Bafilius II., Kaiser von Byzanz, tommt zur Regierung. 25. 1626 Wallenstein siegt bei Dessau. 26. 1925 Hindenburg wird Reichspräsident. 28. 1626 Friedrich I., König von Schweden, geb.- 29, 1676 Admiral Runter gest.
* Osterpost und Wohlfahrtsbriefmarken. Durch reichliche Verwendung von Wohlfahrtsbriefmarken zugunsten der Deutschen Nothilfe während der Osterzeit kann jeder nach seinen Kräften zur Linderung der immer noch in weiten Kreisen bestehenden Not beitragen. Die Wohlfahrtsbriefmarken sind bis zum 31. Mai als Postwertzeichen an Stelle gewöhnlicher Brief marken gültig. Sie sind jetzt nicht mehr bei den Bostämtern erhältlich, sondern nur durch die bekannten Wohlfahrtsorgani sationen und durch die Wohlfahrtsämter zu beziehen.
* Straßensperre auf der Strede Gießen- Frankfurt. Die Kreisstraßenstrede Klein- Linden Großen Linden wird vom 6. April ab wegen Ausführung von Pflasterarbeiten für den Fuhrverkehr und Autoverkehr gesperrt. Der Durchgangsverkehr von Gießen nach Frankfurt wird über Klein- Linden- LüzellindenGroßen- Linden, derjenige von Frankfurt nach Gießen über Großen Linden- Leihgestern geleitet.
*
Pädagogisches Institut Mainz. Das Sommer- Semester beginnt am 20. April. Anmeldungen sind bis zum 5. Mai zugelassen. Das Vorlesungsverzeichnis ist durch das Sekretariat, Mainz, Petersstraße 2, zu beziehen.
* Tagung des Provinziallandtages. Der Provinzialland tag der Provinz Oberhessen trat zu seiner diesjährigen ordentlichen Tagung zusammen. Im Mittelpunkte stand die Beratung des Haushaltsvoranschlags für 1926. Dieser schließt in Ein nahmen und Ausgaben mit 1 448 521 Mart gegen 1 201 280 Mark im Vorjahre ab. An Hauptausgabeposten entfallen auf die Kreisstraßenerneuerung und unterhaltung 1 007 500( 789 500) Mark und die soziale Fürsorge 253 882( 244 007) Mark. Auf der Einnahmeseite werden aus den Erträgen der Kraftfahrzeugsteuer für Zwede der Kreisstraßen 602 500 Mart erwartet. Die Provinzialumlagen werden wieder in der bisherigen Höhe erhoben werden. Weiter genehmigte der Provinziallandtag den Haushaltsvoranschlag des Provinzialwasserwerks Inheiden, der mit 809 500 Mart abschließt, und denjenigen des elektrischen Kraft- Ueberlandwerks Oberhessen, der mit 2 925 000 Mark aus: geglichen ist.
* Am 22., 23. und 24. Mai 1926 findet in Offenbach a. M. die Einweihung des Denkmals für die im Weltkrieg gefallenen Kameraden des Inf.- Regt. 168 und der aus dem Regiment herDorgegangenen Formationen R. J. R. 221, R. J. R. 254, J. R. 186, Brig. Ers. Batl. 49 und J. R. 365 statt. Alle ehemaligen Angehörigen der Regimenter werden gebeten, umgehend ihre Adresse an Kamerad H. Stadtmüller, Offenbach a. M., Frantfurterstr. 81, mitzuteilen.
Geschäftliches.
Künstliche Augen. Im Interesse des in Betracht kommenden Publikums liegt es, darauf zu achten, daß Herr Müller Welt aus Stuttgart zur Anfertigung fünstlicher Augen nach Natur am 12. und 13. April in Gießen, Hotel Bittoria, sich aushält.
frorenen Boden marschierte sich's flotter als seither durch den zähen Schlamm, aber die lustigen, ernsten und wehmütigen Weisen aus der Heimat wollten diesmal nicht erklingen. Die Spitzentompagnie, die vierte des Landwehrbataillons 41, die immer frisch drauflos ging, auf dem Marsch wie im Gefecht. hatte wiederholt angesetzt, aber der Gesang drang nicht durch, er wurde geradezu aufgezehrt durch einen eigenartigen schwingenden Ton, der bald heller, bald dumpfer zwischen den Bäumen schwebte. Heute noch werden wir zu tun bekommen. Die ganze Zeit schon höre ich in der Ferne die Geschütze." Mit diesen Worten unterbrach der Unteroffizier Schmidt, der mit mir bei der Spitze war, die Stille. Will mir nicht scheinen", erwiderte ich. Der Ton tommt aus dem Wald; vielleicht streicht von der Ebene her ein Luftzug durch die Kronen. Das Rauschen unseres Waldes klingt doch anders, so viel gemütvoller und anheimelnder."„ Ganz gewiß", pflichtete Schmidt bei.„ In dem Wald hier bin ich wie ein Gefangener; wie verhert scheint er zu sein. Sie werden mich auslachen, aber wir einfachen Leute haben auch unsere Gedanken. Auf dem Marsch oder auf Feldwache fällt einem so manches ein aus früherer Zeit. Märchen habe ich immer gerne gehört und ich weiß sie noch. Das Rotkäppchen wäre aus dem Walde nicht gekommen. Das ist überhaupt tein Wald, wie wir ihn zu Hause kennen. Das sind nur viele, viele Bäume, wie es ja auch unsere schönen Wiesen hier nicht gibt. Ich finde die Worte nicht, mich auszudrüden, aber Sie werden mich verstehen."„ Sie haben recht, Kamerad", entgegnete ich. Dieselbe Wahrnehmung habe ich ebenfalls gemacht. Aber einstweilen tut der Wald seine Schuldigkeit: er verdedt den Aufmarsch." Damit brach das turze Gespräch ab. Ich wunderte mich leineswegs über das Empfinden des einfachen Kameraden. Er fühlte den Gegensaz zwischen dem Unpersönlichen, Chaotischen des Ostens und dem klar ausgeprägten Wesen der Heimat. Solche Beispiele gemütvollen Verständnisses waren mir wiederholt begegnet. Es waren besinnliche Leute, diese Landwehrmänner. Die Heimat trugen sie im Herzen mit, in ihren Gedanken rauschte der deutsche Wald. Fortsetzung folgt.


