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nachdem sie über einen halben Tag die verschiedenen Abteilun­gen des Unternehmens besichtigt und sich bis ins Einzelne über alle Geschäftsformen Aufklärung verschafft hatten, in einer Ent­schließung zum Ausdruck, die in freudiger Weise gegeben folgen­den Wortlaut hat:

Die heute in Wüstenrot zum Besuch der Gemeinschaft der Freunde anwesenden Gemeindevertreter aus den Bezirken Heidelberg, Mannheim und Wiesloch, sowie Aufsichtsratmit­glieder der Siedlungsgesellschaft Badische Pfalz" sind nach eingehenden Studien der Einrichtungen der G. d. F. zu der An­sicht gekommen, daß die G. d. F. einen sicheren Weg bietet, um unser Volf von seiner schwersten Not, seiner Wohnungs­not zu erlösen Sie erklären sich bereit, mit allen Mitteln dieser wirtschaftlich und sozial bedeutungsvollsten Einrich­tung zum Erfolg zu verhelfen.

Diese Entschließungzeigt gleichzeitig, wie vorteilhaft es zu sein scheint. wenn Baugenossenschaften, Bauvereine und Sied­lungsvereine im Anschluß an die Gemeinschaft der Freunde es versuchen, die Finanzierungsfrage für ihre Mitglieder zu lö­sen. Vielleicht darf noch darauf hingewiesen werden, daß An­fragen an die Gemeinschaft der Freunde nicht nur aus ganz Deutschland, sondern aus ganz Mitteleuropa gelangen, denn die Wohnnot ist nahezu überall gleist groß und die Frage der Geldbeschaffung wird nur zu lösen sein von einem Werk, das auf breitester Basis aufgebaut alle Möglichkeiten in der Geld­beschaffung und zwar in der billigen Geldbeschaffung in er­schöpfender Weise zu lösen im Stande ist. Das ist der Fall bei der Gemeinschaft der Freunde, die nicht ein Produkt der Not, nicht ein Kriegskind ist, sondern in einer wohldurchdachten fünf­zehnjährigen Arbeit geschaffen wurde.

Ausbau der Volksschule.

Die dauernden Kämpfe um Erhaltung und Ausbau unse­rer Grundschule sind gewiß ein wenig erfreuliches Kapitel neu­deutscher Schulpolitik und Pädagogik; sie sind aber doch auch ein deutliches Zeichen dafür, welche andere Rolle die Volks schule im öffentlichen Lebendann spielt, wenn sie von allen Schülern besucht wird. Diese Kämpfe haben unbewußt das eine Erfreuliche, daß man von allen Seiten daran arbeitet die Volksschule äußerlich und innerlich zu heben und zu fördern; sie zeigen zugleich aher auch das Bedauerliche, daß sich fast alle Aufmerksamkeit und Anstrengung dem einen Teil der Volksschule der Grundschule, zuwendet und der andere Teil, die letzten Volkschuljahre, unberücksichtigt bleibt. Und doch erscheint es aus den mannigfachsten Gründen dringend notwendig, auch an den weiteren Ausbau dieses Volksschulteils heranzugehen.

In den neuen Preußischen Richtlinien wird es als ein be­sonderer Vorteil der Mittelschule gerühmt, daß sie ihre Schüler um zwei Jahre länger als die Volksschule behält und somit die­sen Kindern höheren Alters und gesteigerte Reife weiterge­streckte Ziele erreichen kann. Die Tatsache ist zweifelos richtig; aber sie weckt doch zugleich die Frage, ob es nicht für den ein­zelnen wie für die Gesamtheit von noch größerem Werte wäre, wenn auch möglichst vielen Schülern geeigneter Begabung in der Volksschule selbst Gelegenheiten zu einer über das 14 Le­bensjahr hinausreichenden Unterrichtsversorgung geboten wer­den. Es lebt heute in unseren Eltern ein Drang, ihren Kin­dern eine möglichst gute, von keiner Inflation bedrohte Schul­bildung zu verschaffen. Hunderttausenden wird das aber aus wirtschaftlichen und räumlichen Gründen unmöglich gemacht: wirtschaftlichen, weil eine über die Volksschule hinaus­gehende Bildung noch immer nur durch eine besondere Schul­steuer, das Schulgeld, erworben werden kann, zu der noch zahlreiche andere Ausgaben hinzutreten; räumlichen, weil ihr Heimatort ohne besondere weiterführende Schuleinrichtun­gen ist und ihnen ein außerordentlicher Anschluß nicht möglich ist. Es ist eine selbstverständliche Pflicht des Staates und der Gemeinden, daß in der Zeit, da ein solcher Bildungswille in

weiten Schichten des Volkes lebt und da von beruflicher Seite aus die Anforderungen an die Schulbildung der Anwärter er­höht werden, daß dann auch genügende Gelegenheiten zum Er­werb einer über die heutige Volksschulbildung hinausgehenden Bildung geboten werden. Genügende, wirklich ausreichende Ge­legenheit kann aber nur dadurch geschaffen werden, daß solche weiterführenden Klassen auch in die Volksschule selbst einge= baut werden. Einzelne Gemeinden haben bereits ein gutes Vorbild für Aufbau und Ausbau solcher Schulstränge gege= ben und die Möglichkeit eines neunten, auch eines zehnten Schuljahres gezeigt. Ihre Wege sind verschieden, ihre Einrich­tungen unterscheiden sich, die Systeme sind mannigfaltig: es kommt zuerst einmal garnicht auf die besondere Art an, wie eine solche in der Volksschule selbst zu gebende Weiterbildung möglich ist und erfolgt, es kommt vor allem erst auf den Grund­gedanken an: Ausbau der Volksschule! Der müßte alle Elternbeiräte und Schuldeputationen in allem Ernst und aller Gründlichkeit beschäftigen: wie können wir bei uns, in unserem Ort und an dieser Stelle solche Gelegenheiten schaffen? Gemeinsame Arbeit würde nicht nur Haus und Schule zu geseg­netem Tun für die Jugend verbinden, sie würde auch an den entscheidenden Stellen zu Erfolgen kommen. Und für eine sol­che aufbauende Arbeit würde das Geschlecht nach uns ein an­deres Verständnis zeigen als für die Tätigkeit zumeist volks­schulfremder Kreise, die zwar die voll ausgebaute, alle Kinder vereinende höhere Schule als eine Selbstverständlichkeit, ja als cine Kulturtat bezeichnen, die sich aber in unverständlichem Widerspruch dazu für die Zerlegung der Volksschulen auch mit der selbstverständlichen Folge einer Herabsetzung ihrer Leistung starkmachen.

Aus den Schwarzwald Bade- und Kurorten.

Mit dem Beginn der Ferien in Süddeutschland und dem Rheinland nähert sich der Höhepunkt der Kurbetriebe in den Schwarzwald Bade- und Kurorten. Der Andrang zu den Fe­riensonderzügen ist im Rheinland ganz außerordentlich stark. Insgesamt werden alle die Feriensonderzüge nach Baden, ohne die fahrplanmäßigen Züge mit einzurechnen, in der ersten Hälf­te des Monats August etwa 20 000 Reisende bringen, von de= nen allerdings, den Vormeldungen zufolge, ein nicht unerheb­licher Teil nach der Schweiz weiterfahren wird. Jm Weltbad Baden- Baden herrscht wieder das bekannte internationale Ba= deleben, von eigenartigem Reiz. Es bildet in diesen Wochen den Mittelpunkt gesellschaftlichen Lebens, das bei den interntiona­len Rennen Ende August sich zu höchster Blüte entfaltet. Baden­weiler, das reizend gelegene Thermalbad am Fuße des Blauen hat für seine Gäste ein reichhaltiges Programm vorgesehen. Das herrliche Sonnenwetter brachte die pünktliche Eröffnung der Freilichtbühne, Konzerte, Réunions und Höhenfahrten mit Gesellschaftswagen der Reichspost nach den südlichen Schwarz­wald bieten reiche Abwechselung. In friedlichen Hochtälern, tannenumrauscht, bieten die Jahrenhöhenluftfurorte St. Bla­sien nnd Todtmoos im südlichen Schwarzwald die denkbar gün­stigsten klimatischen Bedingungen für Erholungssuchende. Mit regelmäßigen Kraftwagenlinien sind beide vielbesuchten Kur­orte über über Titisee bezw. Wehr an den großen Verkehr an­geschlossen und bequem zu erreichen. Der Höhenluftkurort Tri­berg erwartet von den erheblich verbesserten Zugsverbindungen über die Schwarzwaldbahn besondere Förderung. Die neuein­gelegten Züge über diese interessante Gebirgsbahn, die unent­wegt ihre große Anziehungskraft ausübt, sind gut besetzt. Die neueste Kurliste weist eine Fülle von Darbietungen auf, von denen die Wasserfallbeleuchtungen, die bis auf weiteres täg­lich stattfinden, besonders zu erwähnen sind. Die heilkräftige Sole Bod- Dürrheims im Verein mit der nervenstärkenden Hö­henluft haben diesem höchstgelegen Solbad Europas auch in diesem Jahre zahlreiche Gäste zugeführt, die Besucherzahl be= trägt seit Anfang dieses Jahres 3921, die Zahl der abgege=