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5. Ist

das Vermieten von Läden, wie seither unrentabel, wird sich| schon heute auf die Gefahr hinzuweisen, die für den gesamten Haus­niemand bereitfinden, unter Aufwand erheblicher Kosten Ge­schäftsräume einzurichten. Besteht aber die Möglichkeit durch eine angemessene Miete die Unkosten zu amortisieren und zu verzinsen, so werden bald neue Läden entstehen, falls sich ein Bedürfnis danach herausstellen sollte.

Es geht keineswegs an und entspricht weder der Verkehrs­sitte noch dem Rechtsempfinden die Beibehaltung eines Ladens einzig und allein in das Belieben des einen Vertragsteiles, des Mieters, zu stellen, während dem Vermieter durch Zuweisung einer rein passiven Rolle jegliches Verfügungsrecht über seine Räume entzogen wird. Wenn der Mieter für sich das Recht in Anspruch nimmt, zu kündigen wenn ihm sein Vermieter oder der Laden nicht gefällt, muß man billigerweise das gleiche Recht auch dem Vermieter zubilligen. Der Gedanke der Recht­losigkeit der Hausbesitzers ist aber durch die Gesetzgebung der letzten Jahre einem gewissen Teil der Bevölkerung derart in Fleisch und Blut übergegangen, daß er schon gar kein Gefühl mehr hat für das Unrecht und die Zurücksetzung die dem Haus­besitzer damit widerfährt.

Wir haben bereits in den letzten Nummern anläßlich der Freigabe der gewerblichen Räume in Hessen darauf hingewiesen, welche Schreckbilder seitens der Mietervertreter ausgemalt wur­den über das Elend das über die möblierten Zimmermieter bei Ausbruch der freien Wirtschaft bzgl. der möblierten Zimmer hereinbrechen würde. Jm Geiste sah man schon die überfüllten Anlagen und Bahnhöfe, in denen zimmerlose Studenten usw. kampierten. Und wie ist doch alles so ganz anders gekommen. Heute sieht man schon wieder wochenlang die bekannten Plakate Zimmer zu vermieten" an den Fensterläden schaukeln. Auf ein Inserat erhält man 20-30 Zimmerangebote. Und die vor­ausgesagten Wucherpreise? Die Konkurrenz verbietet sie. Die Zimmerpreise halten sich durchweg in durchaus angemessenen Grenzen, wenn man nicht den Mietpreis der Wohnungen zum Vergleich heranzieht. Jedenfalls sind die Zimmer durch die Aufhebung der Zwangswirtschaft nicht nur nicht teuerer sondern eher billiger geworden.

Es wird mit den Läden genau so gehen. Die Regulierung des Geschäftslotalmarktes erfordert naturgemäß eine längere Zeit als der möblierte Zimmermarkt. Deswegen muß der Hausbesitz Ruhe und Besonnenheit an den Tag legen. Nur sukzessiv kann die Umgruppierung der Ladengeschäfte vor sich gehen. Auch dem Ladeninhaber ist der Hausbesitzer Rücksicht= nahme auf seine Existenz schuldig, denn für viele ist heute das Geschäft das einzige Kapital.

Auch für Hessen wird eines Tages die Freigabe der gewerb lichen Räume tommen. Wir halten es deshalb für angebracht,

Geschäftliches.

Lotterieglüd. Nächsten Donnerstag, den 7. Mai, findet die Ziehung der Hessischen Kinderheim- Geldlotterie Wimpfen statt. Durch die günstigen Gewinnaussichten, die 3482 Geldgewinne mit 25 000 M, evtl. Höchstgewinn 10 000 M, ist mit baldigem Aus­verkauf der Lose zu rechnen. Lose zu 2 M, 6 Lose 11 M, 11 Lose 20 M, sind durch alle Verkaufsstellen sowie den Generalver­trieb J. Schweidert, Stuttgart, Marktstr. 6, Postscheckkonto Stutt­gart 2055 zu beziehen. Am 2. Mai findet die Ziehung der be­liebten Geld und Pferdelotterie statt. Lose zu 1 M, 13 Lose 12 M, sind in allen Verkaufsstellen erhältlich.

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besitz in etwa erfolgenden Kündigungen in größerer Zahl liegt. Aufgabe der Organisation wird es sein, regulierend einzugrei­fen, damit jedem Gekündigten Gelegenheit geboten ist, seine Existenz an anderer Stelle weiterzuführen. Deshalb dürfen auch Kündigungen ohne Befragen der Organisation nicht

vorgenommen werden.

Die Erfahrungen, die bei der Freigabe der gewerblichen Räume gemacht werden, werden nicht ohne Einfluß sein auf den Zeitpunkt der Aufhebung der von uns und den Mietervereinen hart umfämpften letzten Reste der Zwangswirtschaft. Deshalb schon heute: In der Beschränkung zeigt sich der Meister.

Berufsausbilbung in der Wohlfahrtspflege.

Kaum ein zweiter Beruf kommt in so starkem Maße den Neigungen der Frauen entgegen wie die soziale Arbeit. Darum haben die Frauen auch die Ausbildungswege für dieses Gebiet der öffentlichen Verwaltung und der privaten Fürsorge selbst gesucht und im Laufe der Zeit immer flarer herausgearbeitet. Der wirtschaftliche Druck der letzten Jahre lastete naturgemäß auch auf der sozialen Arbeit. Doch ist daraus nicht nur eine Hemmung, sondern auch mannigfaltige Förderung der sozialen Arbeit entstanden, indem mancherlei Umwege und Irrwege, die wir uns in Zeiten des Wohlstandes erlauben dürfen, über­wunden und neue bessere Methoden der Arbeit gefunden wurden. Mehr als je verlangt aber die Gegenwart geschulte soziale Ar­beit, die mit geringeren materiellen Mitteln Gutes zu leisten vermag, wo der ungeschulte Arbeiter selbst bei reichlichen Geld­mitteln die Wege der dauernden Hilfe nicht findet. Es ist darum mit Freude zu begrüßen, daß die Ausbildungsstätte für Wohlfahrtspflegerinnen, das Frauenseminar für soziale Be­rufsarbeit in Frankfurt a. M. fünftig von breiteren Schultern getragen und immer mehr zur Zentralstätte für die Schulung in Wohlfahrtspflege unserer Gegend werden soll, aus der die Provinz Hessen- Nassau wie auch der Freistaat Hessen seine Kräfte bezieht. Das rege Interesse, das alle beteiligten Stellen der öffentlichen und privaten Wohlfahrtspflege dieser Anstalt ent= gegen bringen, gibt die besten Hoffnungen nicht nur für das fünftige Gedeihen der Anstalt, sondern insbesondere auch für die fünftige Berufstätigkeit der dort ausgebildeten Frauen. Dr. R. K.

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