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großem Bedarf. Dabei kamen Preissteigerungen von durchwegs, schweizerische Bundesrat hat mit sofortiger Wirkung alle noch 2-10 Prozent vor. Der Eisenmarkt dagegen brachte nur wenig Geschäft und es ließ sich eine Neigung zu Preisnachlässen erkennen.

Baumarkt. Das gesamte diesjährige Frühjahrsgeschäft der Kalkindustrie hat den Erwartungen nicht entsprochen, da der Baumarkt weiterhin matt lag. Besonders stark ist der Absatz­rückgang in der Landwirtschaft.- Die Bautätigkeit wird durch die vielen Lohnstreiks und Aussperrungen im ganzen Reiche, namentlich in Baden, sehr stark beeinträchtigt.

Produktenmarkt. Die Produktenmärkte zeigten allerorts ruhigeres Geschäft. Die anhaltende Knappheit von Brotgetreide wird als die Hauptstüße für die Preise bezeichnet. Die Saatenstandsberichte besitzen augenblicklich eine entschei­dende Bedeutung. Noch knapper als die Roggenvorräte sind die inländischen Bestände an Weizen. Die Hopfenmarkt­berichte ließen sehr ruhiges Geschäft und wesentlichen Rück­gang der Aufträge erkennen. Der Eiermarkt wies abneh mende Zufuhren auf bei anwachsender Nachfrage, was naturge= mäß ziemliche Preiserhöhungen im Gefolge hatte.

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die

Landwirtschaft. Die Saatenstandesberichte, bislang wegen der anhaltenden Trockenheit meist recht un­günstig flangen, zeigen jetzt nach der eingetretenen Regenperiode ein freundlicheres Bild. Der Stand der Saaten wird jetzt allgemein als ein guter bezeichnet.

Viehmarkt. Der Auftrieb an Schlachtvieh zu den Märkten war gegenüber der Vorwoche fast durchwegs in Rin­dern und Schafen höher, in Kälbern und Schweinen niedriger. Der Handel verlief größtenteils weiter langsam, die Export­nachfrage war gering. Die Preise zogen außer bei Schafen in allen Gattungen, besonders bei Schweinen auf fast allen Märk­ten an.

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Arbeismarkt. Die Aufnahmefähigkeit der deutschen Wirtschaft für Arbeitskräfte gilt allgemein als erschöpft. Ver­einzelt wird eine Verschlechterung des Arbeitsmarktes gemeldet. Die Entlassungen sind an Zahl den Neueinstellungen weit über­legen. Auf dem baugewerblichen Arbeitsmarkt halten sich Angebot und Nachfrage ungefähr das Gleichgewicht.. Die Lohn und Tarifbewegung nimmt schärfere Formen an. In dem Konflikt in der Holzindustrie ist eine Entspannung eingetreten, nachdem fast alle Teile des Reiches den im Reichsarbeitsmi­nisterium getroffenen Vereinbarungen zugestimmt haben. Im badischen Baugewerbe ist wegen Lohndifferenzen die allgemeine Aussperrung angeordnet worden. In Leipzig und anderen Tei­Ten Sachsens sind die Bauarbeiter in den Streit getreten. In den Berliner Stinnesbetrieben hat ein allgemeiner Personal­abbau begonnen. Besonders bedrohlich scheint sich die Lage im rheinischen Bergbau zu entwickeln. Man spricht von 60 bis 80000 Tausend zu entlassenden Bergarbeitern dts zum Jahres­ende.

ausstehenden Ausfuhrverbote aufgehoben, nur für Rohhäute und Felle, für Abfalleisen und rohes und gemünztes Gold bleibt die Ausfuhr noch an besondere Bewilligungen geknüpft.

Erziehung der Eltern.

Der Kampf um die Dauer der Grundschule, der besonders heftig in Preußen geführt wurde, hat ein vorläufiges Ende ge­funden; der preußische Landtag hat sich eindeutig für die vier jährige Grundschule und gegen die Einrichtung besonderer Schnellkurse in der Grundschule erklärt. Der Kampf scheint da mit aber noch nicht aufgehört zu haben, offen und versteckt wird er hier und da weitergeführt. Diejenigen, die gegen eine allge­meine vierjährige Dauer der Grundschule sind und nach wie vor wünschen, daß alle Kinder mit der Note ,, Gut" in den Leistungen schon nach drei Jahren in die höhere Schule überzutreten Ge­legenheit haben sollten, geben vielfach vor, das Beste der Kinder im Auge zu haben. Angenommen, das wäre wirklich der aus­schlaggebende Grund, so muß man doch fragen: Ist es wirklich das beste für das leidlich begabte Kind, daß es schon nach drei Jahren die Grundschule, die auf naturgemäße Entwicklung des ganzen kindlichen Menschen eingestellt ist, verlassen muß? Je= der Vater, jede Mutter sollte sich diese Frage ernstlich vorlegen, ehe sie den Versuch machen, ihr Kind als, besonders begabt" nach drei Jahren in die höhere Schule zu bringen! Sie sollten Aus­führungen, wie sie der preußische Unterrichtsminister im preußi­schen Landtage gemacht hat, sorgsam beachten und sich von ihnen nachdenklich stimmen lassen. Der preußische Unterrichtsminister stellte fest, daß in so jungen Jahren die Beurteilung der Bega= bung besonders schwierig sei und daß Täuschungen, die sich später bitter rächen müßten, leicht möglich seien, daß bei dem Bestreben, den früheren Uebergang zu erreichen, die Gefahr der Treibhaus­fultur ungemein nahe gerüdt werde. Man glaubt immer, in so jungen Jahren sei die Gedächtniskraft am stärksten; aber das ist, wie die Psychologie erwiesen hat, nicht der Fall. Strengt man das Kind in einer Zeit, da seine Natur freilich elastisch ist, und oft nicht sofort auf jede Ueberanstrengung reagiert, zu sehr an, nimmt man seine Kräfte zu einseitig in Anspruch, so sind damit schwere Gefahren für die spätere Entwicklung des Kindes gegeben. Sollte das Schicksal so manchen Wunderkindes, das im späteren Leben völlig versagte, nicht zu denken geben? Der preußische Minister sprach aus, daß man dem Ehrgeiz mancher Eltern Schranken sete müsse, um die Kinder vor Schaden zu be= wahren! Auch ein anderer Redner sprach es rund und klar aus, daß in dieser Beziehung manchen Eltern ernsthafte Erziehung not täte.

Man spricht heute so viel von Elternrecht, und auch den Kampf um die Dauer der Grundschule hat man teilweise unter der Flagge Elternrecht geführt. Möge man sich doch immer dessen bewußt bleiben, daß Elternrecht auch Elternpflicht in sich

Verkehr. In Augsburg findet die Generalversamm- schließt, die Pflicht, aufs beste für sein Kind zu sorgen. Das lung des Bayerischen Kanal- und Schiffahrtsvereins statt. Die Wahl dieses Tagungsortes läßt daraf schließen, daß diesesmal insbesondere die Forderungen und Bestrebungen Sübwestbayerns zur Sprache kommen sollen. Es wird dort für den Ausbau der Großschiffahrtstraße neben der Donau von Kelheim bis Ulm, für den Anschluß nach Augsburg München und nicht zuletzt wieder einmal für das Stepperger- Projekt des Donau- Main­Kanals gearbeitet werden.

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Messen und Ausstellungen. Anläßlich der 600­Jahrfeier der Stadt Mexiko findet vom 30. Oktober bis 30. No­vember eine internationale Messe großen Stiles statt, zu der alle Kulturstaaten eingeladen sind. Die Vertretung der deutschen exportindustriellen Interessen wird durch einen besonderen deutschen Messeausschuß in Mexiko übernommen.

Ausland. Das britische Kabinett hat angesichts der ern­sten Lage in der englischen Schiffbauindustrie den Antrag der englischen Eisen- und Stahlindustrie auf Einführung eines Schutzzolles für den Import von Hüttenproduktion ablehnend beantwortet. Das italienische Wirtschaftsministerium hat die jollfreie Getreideeinfuhr bis 31. Dezember dieses Jahres ver­längert und die Ausfuhr für Getreide weiterhin verboten. Der

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Elternrecht ist nicht um der Eltern willen, sondern um des Kindes willen da! Elternrecht bedeutet nicht Besitz ves Kindes wie Besitz einer Sache, Verfügungsgewalt, es bedeutet das Recht, dem werdenden Menschen im Kinde die besten Möglichkeiten seiner Entwicklung zu erschließen, bedeutet Sicherung des Kindes­rechts! Elternrecht setzt Erziehung zum Gebrauch dieses Rechtes voraus. Die schönste Auswirkung dieses Rechts ist es, die findes= gemäße Entwicklung so lange wie möglich reifen zu lassen. Ein Jahr bedeutet da viel. Auch die Eltern, die von ihrem Eltern­recht den besten Gebrauch machen wollen, sollten sich um Kinder­psychologie kümmern. Diese ist nicht ein Gebiet nur für Ge­lehrte und Berufserzieher, sondern für alle, die Kinder zu er­ziehen und für ihre Entwicklung zu sorgen haben. Daß sich der pädagogische Instinkt, der sorgsame Eltern in der Erziehung ihrer Kinder seit jeher geleitet hat, unter den vielfachen In­ánspruchnahmen des Lebenskampfes und den immer komplizier ter werdenden wirtschaftlichen Verhältnissen getrübt hat, ist nicht verwunderlich. Darum sollten sie heute auf den Rat der Sachverständigen weder verzichten noch gar so tun, als seien diese Sachverständigen nur dazu da, Eltern und Kinder zu schädigen.

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