Einzelbild herunterladen

ern

nen

rr

ing

and

ihlt

ten

Be­

ſſen

Ifs=

reise

tur

t!

dt.

4....

ab,

Dr.

ot=

Giessener Zeitung

( neueste Nachrichten)

mit

( Giessener Cageblatt)

Amts- u. Vereinsnachrichten

Bezugspreis:

60 Goldpfennig monadlich fret Haus, bei obligatorisch. Bezug durch Vereine 30 Goldpf.

Telephon Nr. 1362.

38. Jahrg.

Expedition: Sudanlage 21.

Redaktion, Druck und Verlag:

Albin Klein in Gießen, Berlagsbruckerei, vorm. Keller, gegr. 1783.

Anzeigenpreise:

30 mm breite Petitzeile, Auswärts 30 Goldpfg

Lokal

"

11

"

"

90

" 1

Reklamezeile

Dienstag, den 28. April 1925.

Zurück zur privaten Wohnungsversorgung.

( Schluß des Artikels aus Nr. 44-45.)

Die Erschließungsgesellschaft verkaufte nun die Parzelle an den Baugewerbetreibenden oder den Bauunternehmer, wel­cher auf derselben ein Haus errichtete, um es seinerseits mit einem entsprechenden gewerblichen Gewinn zu veräußern. Die­jenigen Kreise, welche sich mit der Errichtung derartiger Bauten beschäftigten, gehörten beim soliden Baugewerbe zu den Archi­tekten, Maurermeistern und den Angehörigen aller möglichen Zweige des Bauhandwerks.

Die Unternehmer veräußerten ihrerseits die von ihnen er= bauten Häuser an diejenigen, welche Anlage ihres Kapitals in Hausbesitz erstrebten. Der Kreis dieser Leute war in Groß­Berlin weit größer, als man im allgemeinen glaubt. Er setzte sich zusammen aus kleinen Rentiers, welche durch die Arbeit eines Lebensalters ein mäßiges Kapital erworben hatten, aus Beamten, welche etwas Vermögen besaßen oder erspart hatten, aus Aerzten, Anwälten, kurz aus vielen, die für ihr verhältnis­mäßig nicht großes Vermögen eine bessere Verzinsung erstrebten, als sie ihnen die Anlage ihres Kapitals in Anleihewerten er­geben hätte. Trotz aller mißlichen Verhältnisse war für den Mittelstand der Hausbesih immer noch bei solider und verstän­diger iWrtschaft eine gute und sichere Kapitalsanlage.

Das Rückgrat dieses gesamten wirtschaftlichen Aufbaues war der Hypothekarkredit, der seitens der Hypothekenbanken und Versicherungsgesellschaften als erste Hypothek in Höhe von sechs Zehnteln des Gesamtwertes des Grundstücks zur Verfügung ge= stellt wurde. Neben der Institution der ersten Hypothek hatte sich in den Großstädten auch die Gepflogenheit gebildet, zweite Hypotheken auf die Grundstüde aufzunehmen. Für die Gewäh­rung solcher kam fast ausschließlich das Privatpublikum in Frage. Während die ersten Hypotheken je nach Lage des Geldmarktes zu 4 bis 4% erhältlich waren, betrug der Zinssatz für zweite Hypotheken 5 bis 6%. Die Mehrzahl der Häuser in Berlin war auf diese Weise mit 75 bis 80% ihres Wertes hypotheka­risch beliehen. Das ist furz zusammengefaßt der Hergang der Wohnungsproduktion gewesen. Irgendwelche Erleichterungen durch öffentliche Beihilfen und durch billige öffentliche Kredite hat diese Wohnungsproduktion nicht erfahren. Im Gegenteil, sie war für Staat und Gemeinden eine höchst ergiebige Steuer­quelle. Der Grundbesitz hat immer nicht unerhebliche Grund­steuern gezahlt. Bei den verschiedenen Eigentumsübergängen, die der Produktionsgang der Wohnungsversorgung notwendig machte, war stets der Staatsstempel zu zahlen. Später gingen die Gemeinden und Kreise dazu über, auch ihrerseits Umsatz­steuern, die sich ständig erhöhten, zu erheben. Auch der viel umstrittene Wertzuwachssteuergedanke machte vor dem Gewerbe­betriebe der Wohnungsproduktion nicht halt. Die mit Umsatz­

steuer, Einkommen, und Gewerbesteuer belasteten Betriebe muß­

ten, wenn sie etwas verdienten, auch noch Wertzuwachssteuer

entrichten. Wie erfolgreich diese private Wohnungsherstellung

10 120

"

" 1

Nr. 50.

gewesen ist, davon geben die nachfolgenden Zahlen ein gewisses Bild:

Berlin hatte im Jahre 1871 die gesamten Vororte, welche für den Begriff Groß- Berlin in Frage kamen,

820 000 Einwohner,

50 000 Einwohner.

Die Einwohnerzahl Groß- Berlins im Gebiete des frühe­ren Zweckverbandes betrug vor dem Kriege im Jahre 1914 etwa 4 Millionen. Die gesamte bauliche Entwicklung für das stetig wachsende Wohnungsbedürfnis war in diesem Zeitraume mit Ausnahme der nicht nennenswert in Betracht kommenden Wirksamkeit der Baugenossenschaften das Werk des Privat­fapitals.

Die private Erschließungstätigkeit hat sich naturgemäß den Gesetzen und Bedingungen anpassen müssen, welche für ihre Betätigung gegeben waren, d. h. den Bauordnungen, die sich für die einzelnen Bezirke in Kraft befanden. Man ist vielfach der Meinung, daß diese Bauordnungen erhebliche Mißstände im Gefolge gehabt haben; die gewerbliche Erschließungstätig­feit dafür verantwortlich zu machen, ist eine völlige Verkennung

DEUTZ

Rohöl= Motoren

Diesel- Motoren

die wirtschaftlichsten

Antriebsmaschinen

Brennstoffverbrauch: 1,8-2,5/ Ps Std.

4496

MOTORENFABRIK DEUTZ A- G. Zweigniederlg. FRANKFURT M. Kaiserstr.23