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Gelände der Völkerschlacht selbst sind die im Osten, Norden und

Der 1. Deutsche Reichskriegertag zu Leipzig westen Leipzigs liegenden Teile zum größten Teile von den

vom 17. bis 19. Oktober 1925.

In der Festordnung für den 1. Deutschen Reichskriegertag ist auch eine Wanderung über das Schlachtfeld vom Oktober 1813 vorgesehen. Die Führung werden Herren übernehmen, die als genaue Kenner der Oertlichkeiten und des Verlaufs der Völkerschlacht bekannt sind. Die Festleitung stellt uns nach­stehenden Artikel gütigst zur Verfügung:

Die Schlachtfelder der Leipziger Ebene.

Die Stadt Leipzig hat von jeher auf die Heerführer aller Zeiten, seien es nun Freunde oder Feinde gewesen, einen an­ziehenden Einfluß ausgeübt. Die starken Befestigungsanlagen der Stadt, die Flußläufe und Sümpfe im Norden und Westen boten günstige Verteidigungsmöglichkeiten für Heere, die hier überwintern oder sich ausruhen wollten. Der Reichtum der Bürger, das aufgestapelte Kaufmannsgut verlockte zur Auffül­lung der leeren Kriegskassen und zur Vervollständigung der Bekleidung, des Kriegsgerätes und des Proviantes. Die Täler der Elster und der Saale waren bequeme Anmarschstraßen. Das ebene Land ermöglichte eine übersichtliche Aufstellung und leichte Verwendbarkeit der Heeresmassen, während die überall zerstreu­ten Wälder, Gehölze und Büsche die eigene Schlachtordnung dem Feinde gegenüber verschleierten. So ist das weite Land rings­um mit Blut gedrängt, und zahlreiche Erinnerungsmerkmale und Spuren schwerer Kämpfe sind als Zeugen vergangener Zei­ten den jetzigen und nachkommenden Geschlechtern erhalten ge= blieben. Die Spuren weisen bis in die früheste geschichtliche Zeit zurück. Von den alten Slavenwällen sind freilich die mei­sten dem Pfluge zum Opfer gefallen. Aber andere sind voll­ständig oder teilweise erhalten geblieben. Von anderen wissen wir die Orte, wo sie einst angelegt waren. Heinrich I. nahm den Kampf gegen die Slaven auf, schlug die Ungarn westlich von Leipzig und eroberte das Land bis an die Unterelbe für die Deutschen zurüd. Seine Nachfolger erbauten Burgen und besetzten das Land mit ihren Reitern. Die Kirche schob ihre Klöster vor und errichtete Wehrkirchen als letzte Zufluchtsorte bei feindlichen Angriffen. Wiprecht von Groitsch holte Bauern aus seiner fränkischen Heimat und vollendete die deutsche Be­fitnahme.

Die Wehrkirchen, die den Stürmen der Zeit getrost haben, Spuren der Klöster, Ueberreste der Wiprechtsburg, das Wip­rechtsgrabmal sind beredte Zeugen aus jener bewegten Zeit. In späteren Jahrhunderten haben der Schmalkaldische Krieg und vor allem der Dreißigjährige Krieg die Stadt Leipzig und ihre Umgebung schwer heimgesucht. Von dem Kampfe Gustav Adolfs mit Tlly erzählt das Denkmal bei Breitenfeld, von dem Kampfe des Schwedenkönigs mit Wallenstein der Schwedenstein und die Gedächtniskapelle bei Lützen, die Kirche zu Meuchen von der Aufbahrung der Leiche Gustav Adolfs, die Pleißenburg in Leipzig von Pappenheim, dessen Leiche nach der Schlacht hier ihre erste Ruhestätte fand.

Die meisten Erinnerungszeichen weisen auf die letzte große Schlacht hin, die vor Leipzigs Toren tobte, die Völkerschlacht in den Oktobertagen 1813. Als Vorspiel zum entscheidenden End­tampfe hatten schon im Mai die Kämpfe bei Groß- Görschen stattgefunden, bei denen Scharnhorst schwer, Blücher leicht ver­wundet wurden. Das Monarchendenkmal an der Pegau- Groß­Görschener Straße, das Scharnhorstdenkmal und das Denkmal des Prinzen von Hessen- Homburg erhalten die Erinnerung an die schweren Kämpfe wach. Kurz darauf wurde in dem nahe gelegenen Klein- Schforlopp das Lützowsche Freikorps von Fran­zosen und Württembergern überfallen. Der schwer verwundete Theodor Körner konnte sich noch bis in den Wald bei Groß­zschocher retten, wurde dort bewußtlos aufgefunden und zunächst nach Großzschocher und später nach Leipzig und zuletzt nach Karlsbad in Sicherheit gebracht. Bei Schkorlopp, im Walde bei Großzschocher und an der Stelle, wo einst das Wendlersche Haus in Leipzig stand, in dem Körner verborgen und sorgsam gepflegt worden war, sind Denksteine errichtet, die sein Gedächtnis er­halten sollen. Das Haus in Großzschocher, in dem er die erste Pflege fand, und das Zimmer, in dem er verborgen war, sind in ihrem ursprünglichen Zustande erhalten geblieben. Von dem

neuentstandenen Vorstädten überbaut worden. Zahlreiche Denk­steine bezeichnen aber die Stellen, wo die Truppen standen und wo sich entscheidende Kämpfe abspielten. Jm Süden und Süd­osten aber, wo Napoleons Truppen ihre Kampfstellungen ge­wählt hatten und wo die Hauptmassen der beiden Heere auf­einanderprallten, ist das Schlachtfeld fast in seiner ganzen Aus­dehnung und in seinen Einzelheiten zu übersehen. Vom Galgen­berge und vom Napoleonssteine aus, von wo aus Napoleon an den beiden Schlachttagen die Schlacht leitete, und vom Wacht­berge und dem Monarchenhügel aus, wo die verbündeten Mon­archen Aufstellung genommen hatten, lassen sich die Anmarsch­wege, die Sammelpunkte der Truppen, ihre Reservestellung, ihre Bewegungen, die Aufstellung der Artillerie, die Verwen­dung der Reiterei übersichtlich verfolgen. Der Kolmberg bei Liebertwolkwitz und das Dorf Markkleeberg, wo erbittert um die Flügelstellungen gerungen wurde, das Dorf Güldengossa, in dessen sumpfiger Niederung der berühmte französische Reiter­angriff zusammenbrach, die Dörfer Liebertwolkwig und Probst­heida, die Napoleon mit allen Mitteln seiner Kriegskunst zu fleinen Festungen ausgebaut hatte und die zu Brennpunkten der erbittertsten Kämpfe wurden, das Schloß Dölig, das noch heute die sichtbaren Spuren des heftigen Ringens zwischen Franzosen und Desterreichern um des Pleißenüberganges willen trägt, alles das sind Markierungspunkte geworden, die die Orientierung über das Schlachtfeld erleichtern.

Wichtige Reichsgerichtsentscheidung.

Der zweite Senat des Reichsgerichts hatte sich in seiner Sigung vom 24. Februar ds. Js. mit einem interessanten Fall des unlauteren Wettbewerbes zu befassen. Die seit 1875 be= stehende, angesehene Zigarettenfabrik J. Malzmann A.-G. in Dresden hatte eine vor zwei Jahren gegründete Zigaretten­fabrik ,, Lamata" A. Malzmann u. Co. G. m. b. H. Dresden auf Beseitigung des Namens Malzmann aus der Firma verklagt, obwohl der Hauptteilhaber dieser Firma den Namen Malzmann führt, weil die Aufnahme des Namens Malzmann in die Firma wider§ 16 des Gesetzes gegen den unlauteren Wettebewerb ver­stoße und überdies das Warenzeichenrecht der Firma Malzmann verlege.

Das Reichsgericht hat dem Antrage der Zigarettenfabrik J. Malzmann Akt.- Ges. in vollem Umfange entsprochen und demgemäß die Beklagte kostenpflichtig verurteilt, den Namen Malzmann aus ihrer Firma zu beseitigen und eine entsprechende Aenderung der Firma im Handelsregister zu veranlassen.

Eine moderne Arche Noah's. Wie bekannt, trifft im Laufe dieser Woche mittelst Sonderzug Deutschlands größte Menagerie und Raubtier- Dressur- Schau A. Fischer u. C. Holzmüller zu einem kurzen Sensationsgastspiel hier ein. Das Unternehmen, in seiner Art einzig in Europa, umfaßt eine Riesenschau selt­samer exotischer Tiere, die zum Teil bisher selbst in den größten Zoologischen Gärten noch nicht gezeigt worden sind. Neben wild eingefangenen, prachtvollen Berberlöwengruppen sieht man Eisbären, Braunbären- und Löwenfamilien, Lamas, Ka­mele, Elefanten, Löwenbabys, Teddybären, schwer zu zähmende, scheue Zebras, Panther, Leoparden, sibirische Steppenwölfe, ge­streifte und gefleckte Hyänen, Dromedare, Schakale, Riesen­schlangen, Antilopen, Gürtel- und Panzertiere, Affen aller Art, Raub und andere Riesenvögel seltsamer Art usw. Insbesondere sei auf die borenden Känguruhs hingewiesen, die einzigen ihrer Art in Europa, deren Dressur als geradezu glänzend bezeichnet werden muß. Tollkühne, verwegene, todesmutige Tierbändiger, Dompteure und Dompteusen führen in ununterbrochener Reihen­folge zahlreiche Gruppen wilder Bestien vor, deren Dressur die Grenze des Möglichen erreicht hat. Schließlich sei noch auf die überaus interessante Fütterung der Raubtiere hingewiesen, die dem Publikum die beste Gelegenheit gibt, die Psychologie der einzelnen Bestien zu studieren. Er kann beobachten, wie die großen und kleinen Bären vor der Fütterung wild im Käfig herumtanzen, die Löwen unter großem Gebrüll an den Käfig­stangen hochgehen, wie die Hyänen sich zunächst auf dem darge­reichten Fleisch herumwälzen und erst dann vertilgen.