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für die deutschen Burschenschafter und die deutschen Turner. Für den Norddeutschen Bund und später für das Deutsche Reich hat man nach französischem Vorbild eine neue Trikolore gewählt. In Frankreich hat man dem blaurot der Stadt Paris das alt­französische weiß beigefügt. In Deutschland hat man jchwarzweiß Preußens und des deutschen Ritterordens mit dem rotweiß der Hansastädte und des alten Deutschen Reichs ver­bunden, und der Griff den man für Deutschland gemacht hat, war ein ungemein glücklicher. Das Gold aus schwarzrotgold fann wohl auf schmalen Brustbändern, wie sie Studenten und Turner tragen, hergestellt werden, erfordert aber auf langen und breiten Fahnenstreifen einen Ersaz, eine Umwandlung in das traurige geld. Derartige Schwierigkeiten fallen bei schwarzweißrot fort. Außerdem: Deutschland hat auch eine Wasserkante und eine Schiffahrt, und schwarzweißrot hat auf weite Entfernung und bei jeder Beleuchtung eine einzigartige Sichtigkeit und Erkennbarkeit, eine Eigenschaft, die schwarzrot­gelb vollkommen abgeht.

Und weiter: Von 1815-1867, also 52 Jahre lang, haben deutsche Patrioten unter schwarzrotgold von der deutschen Ein­heit geträumt. Von 1870 1919, also genau ebensolang, hat in Deutschland unter schwarzweißrot die Periode der Tat gedauert, und was ist nicht alls in dieser Periode erreicht! Zunächst die Niederwerfung Frankreichs, als es Revanche für Sadowa ge­fordert und gegen die Einheit Deutschlands Protest erhoben hatte. Dann die Verankerung des Friedens für eine Dauer, wie sie keinem anderen Großstaat gleichzeitig beschieden gewesen ist, und die Erwerbung des Rufs als Beschützer des Weltfriedens. Am 30. 5. 1908 hat der belgische Gesandte in Berlin, Baron Greindl, seiner Regierung berichtet: Der Dreibund hat wäh­rend 30 Jahren den Frieden gesichert, weil er unter Führung Deutschlands stand", und selbst der Bericht der Kriegerztg. Schwarzrotgold Sp. 3- Kommission der Alliierten über die Schuldfrage vom 29. 3. 1919 sagt: Schon viele Monate" nicht etwa Jahre vor der Krisis vom Juli 1914 hat der deutsche Kaiser aufgehört, als Schutzherr des Friedens aufzu= treten". In der langandauernden Friedenszeit hat die deutsche Industrie einen ungeahnten Aufschwung genommen, hat sich der deutsche Handel über die ganze Welt verbreitet, haben deutsche Schiffe die Produkte deutscher Tüchtigkeit und deutschen Fleißes allen Völkern vor Augen geführt. Schließlich hat Deutschland, als der Neid anderer Völker und das gleichzeitige Wiederer­wachen der alten Ländergier zum Weltkrieg geführt hatten, unter schwarzweißrot einer 20fachen Uebermacht durch 4 lange Jahre den ruhmreichsten Widerstand geleistet.

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Die Geschichte von schwarzweißrot hat eine Bedeutung, mit der die Bedeutung der gleichlangen Geschichte von schwarzrot­gold gar nicht verglichen werden kann.

Mit der Sachwidrigkeit, schwarzrotgold gegen schwarzweiß­rot auszuspielen, haben die Feinde begonnen. Sie haben das Erste als das Symbol des deutschen Pazifismus und der deut­schen Demokratie, das Zweite als das Symbol eines in Deutsch­land zur Herrschaft gelangten Militarismus und Imperialismus bezeichnet. Dann haben sie während des Weltkrieges Zettel mit den Farben schwarzrotgold hergestellt und in Millionen von Exemplaren über die ganze deutsche Front verbreitet, auf denen sie die deutschen Kämpfer aufforderten, sich zur Demokratie zu bekennen, ihre Kameraden im Stich zu lassen und zu ihnen über­zulaufen, damit sie sie an die Bruderbrust drücken könnten. Später haben sie im besetzten Gebiet überall schwarzweißrot verpönt und verboten, schwarzrotgold dagegen erlaubt und be­günstigt.

Die Feinde wollten das zerstören, was unter schwarzrot­gold vorbereitet und unter schwarzweißrot verwirklicht ist, und da die Wiederauflösung des Reichs in einen Staub von Staa­ten" auf Schwierigkeiten gestoßen war, planten sie eine Aus­einanderreißung des deutschen Volkes durch das ganze Reich in zwei sich feindlich gegenüberstehende große Heerlager, in ein schwarzrotgoldenes und ein schwarzweißrotes.

Bei der Beratung der Weimarer Verfassung im Jahre 1919 ist die überwiegende Mehrheit" der deutschen Demokratischen

Partei dem Plane des Feindes entgegengetreten. Sie hat sich unter der Führung des Hanseaten Petersen( Demokrat), für die Beibehaltung der vom Feinde verleumdeten und verpönten Farben ausgesprochen. Von einer Seite ist betont: Wir ver­ehren schwarzrotgold wie schwarzweißrot. Den Farbenwechsel aber halten wir als unvereinbar mit der Würde der Nation."

Anders die heutige deutsche Sozialdemokratie. Sie hat Führer, wie sie keine auswärtige Sozialdemokratie ertragen würde. Sie zählt zu ihren Spitzenkandidaten einen Crispien, der laut und öffentlich erklärt hat: Ich kenne kein Vaterland, das Deutschland heißt". Unter dieser Führung ist sie auf un­glaubliche Abwege geraten. Aus dem eigenen Lager sind ihr dann auch Opponenten erwachsen. Diese sind in einem Partei­blatt eine zeitlang zu Wort gekommen. Und nun bringt der sozialdemokratische Firn" folgende Charakteristik: Die Partei versinkt aus klassenkämpferischer Leidenschaft in anationalen Marasmus( Nr. v. 15. 2. 1924, S. 184), man ,, will nicht ein­sehen, daß innerhalb eines Volkes eine einzelne Klasse nicht frei sein kann, solange das ganze Volk in Ketten liegt"( Nr. vom 5. 5. 1924, S. 237). Der Parteisekretärgeist hat nicht be­griffen, daß eine positive nationale Staatspolitik auch die beste Parteipolitik gewesen wäre". Aus dem idealen Weltbürger­tum der klassischen Dichtung wurde ein ideenloser Internationa­lismus, der das Vaterland ächtenden Anführungsstrichen versah, Die tiefe Toleranz Lessing'schen Geistes schlug um in religiösen Nihilismus( Nr. vom 15. 3. 1924, S. 215 und 219).

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Diese Partei hat es im Jahre 1919 mit ihrer numerischen Stärke sie zählte 162 Mandate außer den Mandaten der jetzt mit ihr vereinigten ,, Unabhängigen" fertiggebracht, daß die Fahne schwarzweißrot heruntergeholt ist. Was hat sie zur Be­gründung vorgetragen? Sie hat zunächst den Feinden die Bes hauptung nachgesprochen: Unter schwarzweißrot ist in Deutsch­land der Militaris und Imperialismus zur Herrschaft gekom­men. Diese Behauptung wird, wie auch die Partei erkennen mußte, ausgeräumt schon allein durch das Wort, das Lloyd George noch am 1. 1. 1914 gesprochen hat: Deutschland ist schon oft von ausländischen Feinden überrannt und verwüstet. Die deutsche Armee ist für Deutschlands Dasein und Unabhängigkeit eine Lebensfrage" und durch die Verankerung des Friedens im schwarzweißroten Deutschland. Die Partei hat weiter vorgetragen: Schwarzweißrot war das Symbol des Regimes, das so viel Elend über Deutschland gebracht hat". Damit hat sie der Lüge der Feinde von der deutschen Kriegsschuld in vollem Umfang zugestimmt, und sie hat diese Zustimmung auch noch an den bedeutungsvollsten Stellen, auf den internationalen Kongessen in Genf im Jahre 1920 und in Hamburg vom Jahre 1923 wiederholt, während der englische Sozialdemokrat E. D. Morel bis zu seinem Tode betont hat: Das kaiserliche Deutsch­land hat den Krieg nicht gewollt, es hat ihn gefürchtet", wäh­rend der amerikanische Sozialdemokrat Victor L. Berger das Ergebnis seiner Forschungen dahin zusammenfaßt: Die deutsche Schuld ist im Vergleich mit der Schuld der anderen Mächte eine quantité negligeable" während schließlich selbst aus Frankreich immer häufiger die Rufe ertönen: Poincaré der Krieg". ,, Poincaré der erste Totengräber Europas".

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Das Herunterholen von schwarzweißrot durch die sozialdemo kratische Partei ist erfolgt zugunsten von schwarzrotgold. Die Partei liefert auch heute die starken Scharen" hinter dem Reichs­banner schwarzrotgold. Aber was hat schwarzrotgold gemein mit einer Partei, die aus dem eigenen Lager heraus beschuldigt wird des anationalen Marasmus", des, ideenlosen Inter­nationalismus, der das Vaterland mit ächtenden Anführungs­strichen versieht", und des religiösen Nihilismus! Dieser Partei ist in Wahrheit schwarzrotgold ebenso Hekuba", wie schwarzweißrot. Ihr sind beide Farben bürger= liche Symbole, denen sie ihr einfarbiges rot entgegensetzt. Was die deutsche Sozialdemokratie mit ihrem Vorgehen er reicht hat, ist das, was die Feinde planten, das Auseinan= derreißen des deutschen Volkes durch das ganze Reich in zwei sich feindlich gegenüberstehende große Heerlager, in ein schwarzrotgoldenes und ein schwarzweißrotes.

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