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Amts- u. Vereinsnachrichten

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Telephon Nr. 1362.

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Nr. 87.

Samstag den 25. Juli 1925.

Neue Einzelheiten

über das Attentat von Sarajewo.

Die Aussehen erregenden Enthüllungen, die in letzter Zeit über das Attentat von Garajewo zutage gefördert wurden, haben die Frage nicht mehr zur Ruhe kommen lassen, wie weit die ser= bische Regierung von 1914 für das Attentat mitverantwortlich gemacht werden muß.

Dr. Boghitschewitsch, der ehemalige serbische Geschäftsträger in Berlin, dessen bekanntes Buch Die Kriegsursachen" soeben in einer in französischer Sprache verfaßten Neuauflage Les Causes de la Guerre" herausgekommen ist, teilt im Juliheft der Berliner Monatsschrift ,, Die Kriegsschuldfrage"*) weitere Einzel­heiten über das Attentat von Sarajewo mit. Ueber die angeb= liche Warnung Wiens sagt Boghitschewitsch folgendes:

Auch hier wäre die Sache doch so einfach. Die Regierung brauchte bloß zu sagen, sie habe an dem und dem Datum an den Gesandten in Wien Instruktionen folgenden Inhalts gesandt und der Gesandte habe in folgender Weise sich des Auftrages entledigt. Statt dessen sagt jeder der unmittelbaren Beteiligten etwas anderes. Patschitsch hat in eine Stupschtinasihung im Juli 1914 auf eine Anfrage des Abgeordneten Petschitsch geant­wortet, daß er eine Warnung Wien habe zukommen lassen. Der Gesandtschaftssekretär Georg Josimowitsch hat behauptet, daß am 18. Juni 1914 vormittags ein chiffriertes Warnungstele­gramm von Paschitsch in der serbischen Gesandtschaft in Wien eingetroffen sei. Der Gesandte selbst, Joza Jowanowitsch, erklärt wieder einerseits, daß er auf eigene Initiative aber nicht einmal an das genaue Datum fann er sich mehr erinnern den gemeinsamen Finanzminister, von Bilinski, gewarnt habe, und Professor Stanojewitsch geht sogar soweit, zu behaupten, daß im Exhibitenprotokoll des k. u. k. österreichischen Ministeriums des Aeußern die Warnung unter Reg. B. 28. 6. 1914 unter dem Titel ,, Serbische Mitteilung über Attentatsmöglichkeit gegen den Thronfolger" registriert worden ist.( Man beachte das Datum!)

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Ange­

serbischen Obersten Dimitrijewitsch, den Organisator der gan­zen Mordaffäre:

,, Anläßlich eines Mittagsmahles in Kragujevaz hat Dimit­rijewitsch in meiner Gegenwart und in Gegenwart von noch fünf bis sechs Zeugen, deren Namen mir alle bekannt sind, diese Rechnung( für die Brownings) aus der Tasche gezogen und sie uns gezeigt, worauf er scherzhafterweise von verschiedenen Sei­ten als derjenige bezeichnet wurde, der Europa in Flammen gesetzt hat."

Weiter hebt Boghitschewitsch hervor, daß das wichtigste Er­gebnis aller bisherigen Nachforschungen der Kriegsschuldfrage die Bestätigung ist, daß das amtliche Rußland in den Attentats­plan eingeweiht war und denselben gebilligt hat.

Boghitschewitsch fährt dann fort:

,, Nunmehr steht ferner auch außer Zweifel, daß der russische Gesandte Hartwig ebenfalls in den Attentatsplan eingeweiht gewesen sei. Bei der Intimität seiner Beziehungen zu den ser­bischen regierenden Kreisen wird er diese Mitteilung erstens sei es vom Kronprinzen- Regenten, sei es von Paschitsch oder gar

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legenheiten, hat neuerdings nach genauer Prüfung erklärt, daß fich in den österreichischen Archiven und Protokollen nirgends eine derartige Warnung vorfinde. Graf Berchtold hat erklärt, daß ihm keine irgendwie geartete Warnung zugekommen sei. Bilinski spricht in seinen Erinnerungen davon kein Wort, der Obersthofmeister des Thronfolgers, Baron Rummerskirch, be­streitet auf das entschiedenste, daß er von Bilinski eine irgend­wie geartete und sich darauf beziehende Verständigung erhalten habe und der ehemal. Pressechef Bilinskis, Flandrak, verneinte erst fürzlich auf das entschiedenste, daß sein Chef zu irgendeiner Zeit vom Gesandten gewarnt worden sei."

Sehr interessant sind die folgenden Ausführungen Boghit­schewitschs über den Ankauf der Browningpistolen durch den

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