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Amts- u. Vereinsnachrichten

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60 Goldpfennig monatlich frei Haus, bet obligatorisch. Bezug durch Vereine 30 Goldpf. Telephon Str. 1362.

38. Jahrg.

Expedition: Südanlage 21.

Rek aktion, Druck und Verlag: Albin Klein in Gießen. Berlagsbruckerei, vorm. Keller, gegr. 1783.

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Donnerstag, den 25. Juni 1925.

Die 31. Wanderausstellung des D. L. G. in Stuttgart. Nicht mit leeren Erwartungen rüstet sich der Landwirt all­jährlich zu dem Besuch der großen Wanderausstellung der D. L. G., nein, er weiß aus Erfahrung oder doch aus anderen Quellen, welche Bedeutung dieses Schauen für die ganze deutsche Landwirtschaft zukommt. Landwirtschaft, Handel und Industrie find an ihrem Aufbau in gleicher Weise beteiligt und wollen anderseits auch wieder Erfahrung und Belehrung für erfolg= reiche Weiterarbeit mitnehmen. Die diesjährige Wanderaus­stellung auf dem Kannstatter Wasen bei Stuttgart hält in gleicher Weise, was die früheren geboten haben. Aber nicht nur die Reichhaltigkeit des ausgestellten Materials ist den frü­heren gleich, sondern mehr noch fast die Güte des Ausgestellten, und das gilt im besonderen von der Abteilung Tiere. Die Warmblutpferde haben die vollste Anerkennung, aber auch die Bewunderung der Preisrichter gefunden. Ein hervorragendes typisches Zuchtmaterial. Die Trakehner Stute Bertie wurde als die beste Warmblutstute bezeichnet. Ein Oldenburger Vierer­zug wirkte durch seine glanzvolle Erscheinung und Vorführung. Das Kaltblutpferd zeigte Vertreter fast aller Zuchtgebiete und bewies, daß die Erfahrungen der letzten Jahre voll verwertet sind. Die zum ersten Male auf den Ausstellungen erschienenen Norifer erbrachten den Beweis, daß ihre Zucht für das Land eine innere Berechtigung hat. Von dem Rindvich gilt das gleiche. Auch hier eine Vollkommenheit der Zusammenstellung aller Rassen und Schläge wie auf keiner früheren Schau, dabei aber auch gleichzeitig ein Zuchtmaterial, das den höchsten An­forderungen genügt. Die Oldenburger Wesermarsch- Ausstellung muß als hervorragende Leistung auf dem Gebiete der modernen Tierzucht angesehen werden. Die Sammlung rotbunter Rinder aus Westfalen gefiel allgemein. Das Höhenring mit 620 Nen­nungen aus den bedeutsamsten Zuchtgebieten in Süd- und Mitteldeutschland stellte ausnahmslos achtbare Kollektionen. Noch auf keiner größeren Höhenrinderschau ist ein derart voll­kommenes und einheitliches Bild geboten. In ähnlicher Weise spricht sich das Urteil der Preisrichter über die verschiedenen Schafzuchten aus. Die Merinozüchter bewiesen, daß sie die Zei­chen der Zeit erkannt haben und auf dem richtigen Wege der Zucht fortschreiten. Die Fleischwollschafe gehen einer guten Zu­kunft entgegen, wenn die Züchter weiter fest zusammenhalten und ihr klar vorgestecktes Ziel nicht aus dem Auge verlieren. Das Fleischschaf zeigte vorzügliches Material von befriedigender Ausgeglichenheit der Wolle, die neben Fleisch- und Lämmer­lieferung neuerdings mit in den Vordergrund bei der Züch­tung tritt. Daß die deutschen Schweinezuchten sich schon lange wieder in aufsteigender Linie bewegen, bedarf keiner Erwäh­nung, und das Ergebnis der diesjährigen Ausstellung bestätigte den Züchtern voll und ganz, daß ihre Bestrebungen hinsichtlich der Gestaltung der Zucht nicht nur richtig, sondern auch von Er­folg gekrönt sind. Die übrigen Tiergruppen brachten im all­meinen das gleiche Ergebnis. Erfreulich war die größere Be­schickung mit Fischen in Aquarien auf dieser Schau, die, wie in früheren Jahren, Bewunderung und Anerkennung fanden.

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Nr. 74.

Auch die zweite Abteilung der Ausstellung bot an Reich­haltigkeit ebensoviel wie ihre Vorgängerinnen. Die Erzeug= nishalle, auf einer Anhöhe zur Seite des Ausstellungs­geländes errichtet, zog die Besucher vom Morgen bis zum Abend durch die Menge des Gebotenen an. Was die Saatzucht in Praxis und Theorie an Fortschritten zu zeigen hat, war hier neben den übrigen Erzeugnissen der vielseitigen Landwirtschafts­betriebe in übersichtlicher Weise angeordnet. Pflanzenschutz und Tierzucht zeigten ihre Bekämpfungsmittel und Methoden, die Dauerwarenausstellung übertraf an Umfang und Reichhaltig­keit die Hamburger Schau. Die in einem besonderen Zelte untergebrachte Ausstellung der Württembergischen Landwirt­schaftskammer gab in den einzelnen Abteilungen ein flares Bild von ihrer Arbeit im Dienst der Württembergischen Landwirt­schaft und der Allgemeinheit. Die Eigenart der Württembergi­schen Landwirtschaft trat in das richtige Licht und ließ die Wandlungen der neueren Zeit klar zum Ausdruck kommen. Die landwirtschaftlichen Frauenschulen legten beredtes Zeugnis von ihrer segensreichen Tätigkeit ab. Jedenfalls wurde dem Be­sucher die Arbeit und das Wirken der Kammer in vollendeter Weise zum Segen und Nutzen der Allgemeinheit vorgeführt. Großen Eindruck machte auch die Ausstellung in Frischgemüse und Obst mit ihren guten Erzeugnissen. Was der Plaz im übrigen noch an Ausstellungsgegenständen dieser Abteilung, | der landwirtschaftlichen Erzeugnisse und Bedarfsartikel, bot, war vielseitig und inhaltsreich. Hervorhebung verdienen noch die Darbietungen der Düngersyndikate, die vollzählig fast durchweg mit eigenen größeren Anlagen vertreten waren und auf ihren Ständen neben der allgemeinen Wirkung der Düngemittel auch den Erfolg der richtigen Verwendung für die Rente des Einzel­betriebes erkennen ließen. Der Verein der Thomasmehl­fabriken hatte in sinnreicher Darstellung gerade diese Wirkung durch Errichtung eines kleinen Mustergehöftes mit voller Ein­richtung zum Ausdruck gebracht. Die Kinovorführungen der Düngersyndikate wirkten neben den Vorführungen des Dorf­finos weiter aufklärend und belehrend und trugen zum Ver­ständnis des Wesens der Landwirtschaft bei.

Wie alljährlich bei den Schauen die dritte Abteilung, die der Maschinen und Geräte, den größten Umfang ein­nimmt, so auch hier in Stuttgart. Die Vielseitigkeit des Ge­zeigten läßt sich schwer überblicken, aber es fehlt auch hier nichts, was der landwirtschaftliche Betrieb in allen seinen einzelnen Zweigen vom Groß- bis zum Kleinbetrieb hinab und in den Nebenbetrieben verwenden kann und soll. Die Verwendung der Maschinenarbeit ist uns in immer größerem Maße notwen­Ein Kopf waschpulver

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