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Giessener Zeitung

( neueste Nachrichten)

mit

( Giessener Cageblatt)

Amts- u. Vereinsnachrichten

Bezugspreis:

60 Goldpfennig monatlich frei Haus, bei obligatorisch. Bezug durch Vereine 30 Goldpf. Telephon Str. 1362.

38. Jahrg.

Expedition: Südanlage 21.

Redaktion, Druck und Verlag:

Albin Klein in Gießen. Verlagsdruckerei, vorm. Keller, gegr. 1783.

Anzeigenpreise:

30 mm breite Petitzeile, Auswärts 30 Goldpfg

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Nr. 34.

Samstag, den 21. März 1925.

Wirtschaftliche Rundschau.

( Zusammenfassende Uebersicht über die deutsche Wirtschaftslage.) ( Nachdruck verboten.)

Allgemeine Lage. Die Wirtschaftslage weist im allge= meinen die langsam fortschreitende Besserung auch in der abge­laufenen Berichtszeit auf. Es fehlt aber nicht an verstimmen­den Momenten, weshalb noch kein Anlaß besteht, die Zukunft der Wirtschaft optimistisch zu beurteilen. Vor allem mussen die Geld- und Kapitalverhältnisse sich noch wesentlich bessern, ehe die Konsumkraft und Aufnahmefähigkeit des Binnenmarktes wieder voll und ganz hergestellt sein wird.

Staatswirtschaft. Für Februar ergibt sich bei der Reichs­hauptkasse ein Ueberschuß von 110,6 Mill. Mt. Der Stand der schwebenden Schuld war um Monatsbeginn März 157,6 Mill. Die Gesamteinnahmen an Steuern und Zöllen betrugen im Fe= bruar 648,1 Mill. und blieben damit um rund 120 Millionen gegenüber den Steuereinnahmen des Vormonats zurück.

Geldmarkt. Eine wesentliche Veränderung hat sich nicht voll­zogen. Die Tätigkeit an der Börse blieb im allgemeinen ge= ring. Die Reichsbank hat ihr Bestreben, den Goldbestand zu verstärken, erfolgreich fortgesetzt. Die deutsche Rentenbank hat weitere 30 Mill. Reichsmart für landwirtschaftliche Kredite be­willigt.

Handel, Gewerbe und Industrie. In Industrie, Handel und Gewerbe macht sich immer noch ein erheblicher Geldmangel be= merkbar. Das Auslandsgeschäft liegt fast überall noch recht im Argen. Die Klagen über die starke Auslandskonkurrenz auf allen Märkten wollen nicht verstummen. Die Rohstoffver= sorgung war im allgemeinen zufriedenstellend.- Das amerika­nische Bankhaus Morgan hat bis zum 8. Februar insgesamt 160 Millionen Dollar Kredite für die deutsche Industrie vermittelt. Weitere 320 Mill. Dollar- Kredit- Anträge sind noch unerledigt. Die Rohstahl- Gemeinschaft wurde zunächst bis zum 31. Dezem= ber 1926 verlängert. Es besteht Aussicht, daß die Dauer dem= nächst auf volle 5 Jahre beschlossen wird. Die Regierung hat die Absicht, die Bildung eines Ruhrkohlen- 3wangssyndikates in die Wege zu leiten, falls durch freiwilligen Zusammenschluß eine Umbildung des Syndikates nicht zu erreichen ist. Die In­dustriellen Amerikas beklagen sich darüber, daß Deutschland ihnen auf dem Weltmarkt bereits wieder große Konkurrenz macht. Sie verlangen die Krediteinschränkung an Deutschland. Der deut­sche Import ist in China seit 1923 ganz bedeutend gestiegen. Die drei größten Konkurrenten Deutschlands, Amerika, England und Japan, haben darunter sehr zu leiden. Auf Vorschlag der englischen Industrie soll durch eine Weltkonferenz die Zusammen­arbeit der Industrien der einzelnen Länder gesichert werden.

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Holzmarkt. Bei den letzten Nadelstammholzversteigerungen

lag auf den erzielten Preisen ein unverkennbarer Drud. Die Käufer waren sehr zuückhaltend. Die Grundstimmung der

Märkte für Nadelpapierholz blieb durchaus fest. Am Markte

für Bretter ist die Geschäftslage in letzter Zeit eher noch ruhiger

geworden. Von wesentlicher Zunahme des Bedarfs kann nicht die Rede sein. Die Erwartungen auf den Verbrauch am Bau­markte sind wesentlich herabgesetzt worden.

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Warenmarkt. Der Gesamtverbrauch an Papier in der gan­zen Welt erreichte 1924 die ungeheure Ziffer von 8 Mill. Ton­nen, wovon ca. 50 Prozent in Europa verbraucht werden. Nord­amerika muß vor allem aus Deutschland Papier einführen. Bei den letzten Häuteauktionen konnie wieder ein weiterer Preisrückgang beobachtet werden, der je nach Sorten und Plätzen sehr verschieden war, sich aber überall fühlbar machte. Die Gründe sind in der wachsenden Zurückhaltung der Lederindustrie zu suchen. Die nächste Versteigerung Frankfurter Gefälles findet am 24. März in Frankfurt statt.

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Ausstellungen und Messen. Trotz der schwierigen Wirt­schaftslage hat die Leipziger Technische Messe neben einem gro­ßen technischen Erfolg ein durchaus befriedigendes, geschäftliches Ergebnis erbracht. Sie war die größte technische Veranstal=

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