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Wer keinen von all diesen mag, dem ist der geistige Tisch mit den guten Kriminalgeschichten Sven Elvestads gedeckt. Jedenfalls ist kein einziges minderwertiges Buch unter den 914 Bänden der Sammlung.
Jeden Abend ist Konzert im Speisesaal und hin und wieder riskiert man es gar, das Tanzbein zu schwingen. Zur Abwechs= lung finden bunte Abende mit allerlei Darbietungen von Reisenden und Schiffspersonal statt.
Auch ich habe meine Mitwirkung zugesagt und zwar mit einem reichlich riskanten Programm, das ein psychologisches Experiment darstellt: Wedekind gefolgt von Mühsam und Klabund, ferner Leip, Ringelnag und meinem Freunde Hans Harbeck. Natürlich kann ich es mir nicht verkneifen, auch meinen eigenen Kohl aufzuwärmen. Man sieht, es wird alles getan, um die Einkehr des tristen Gastes Langeweile zu verhindern. Täglich bringt die Bordzeitung das Neueste. Sogar einen Kurszettel enthält sie. Aber für den Nichtkaufmann ist er feste ohne Interesse. An Bord sind ja Gott sei Dank Preise, in amerikanischen Cents berechnet. Alle Ertragetränke, also Alkoholika, haben ihren Kurs. 1 Glas.bayerisches Bier 3. B. 5 cents.
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Diese festen Preise( sind andere doch aus technischen Gründen allein schon nicht möglich) unterbinden das fürchterlichste aller Gespräche, das in Deutschland naturgemäß wie eine Landplage grassiert, das Preislied.
Andererseits bekommt man im gleichen Augenblick, da man wieder vollwertige Münze in Händen hält, ein neues oder sein altes Verhältnis zum Geld. Der Nullenwast hört auf, mit ihm jene pathologische Fahrlässigkeit im Geldausgeben.
Andererseits sind die Preise an Bord wirklich niedrig. Ich hatte mich in der gegenteiligen Annahme in Hamburg mit 3igaretten versorgt und bin dabei gründlich hereingefallen. Eine gleiche 25 Stüd enthaltene Padung Manoli„ Klasse", für die ich in Hamburg 30 Millionen Mark zahlen mußte, kostet an Bord 15 Cents, umgerechnet zum Kurs des gleichen Tages 17½ Millionen Mart. Kommentar überflüssig!
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Aber ich wollte ja gar nicht von Preisen reden. Darum schnell etwas anderes. Ich habe einen Freund an Bord, mit dem ich nächtlicherweile oft zusammentreffe. Es ist Peter, der Schiffskater, ein gar wackrer Nimrod, vor dem Herrn. Ich treffe ihn allabendlich, wenn er sich in seine Jagdgefilde be= gibt. Peter lugt gern in den Mond. Aber er nicht allein. Mondlicht auf wogenden Wellen erzeugt melancholisch mantische Stimmung. Abends sieht man die Schwärmer, Hand in Hand an die Reeling gelehnt. In aller Stille hat sich Freund Amor eingeschlichen und ein Netz märchenfeiner Fäden gesponnen. Hier und da aber auch mag es dauern und halten. Ich sehe viel glänzende Augen ringsum und ihr heimliches Winken von Tisch zu Tisch.
Mein Gott, man ist so jung! Und Amerika, das Land unserer Hoffnung und Sehnsucht, unserer Verheißung und Zufunft liegt vor uns.
Lustige Blätter
Das führende Witzblatt Deutschlands. Jede Woche ein prachtvoll ausgestattetes Heft mit zahlreichen bunten und schwarzen Bildern nach Originalzeichnungen erster Künstler wie Wennerberg Ehrenberger/ Simmel Zille/ Trier. Ein getreues Spiegelbild aller politischen und gesellschaftlichen Ereignisse im Lichte besten deutschen Humors! Abonnements bei allen Buchhandlungen!
Derlag: Dr. Eysler& Co. A.-G.
in Berlin SW68
Ernst Moritz Arndt an das deutsche Volk.
Herrschaft der Vernunft, ewiger Friede holde Worte, wer könnte euch das Ohr verschließen, wer wollte nicht glauben, daß ihr auf Erden wirklich werden sollet? Aber nicht durch solche Künste, nicht durch solche Manipulationen, nicht durch solche Vereinigungen, wie man sie treibt.
Und endlich appelliere ich an euch, Europäer, für mein Volk, für das deutsche Volk. Seid ihr durch seine Arbeiten mit befreit, hat es mit den Lichtvollsten von euch gleichen Schritt gehalten und hält ihn noch, so laßt nicht geschehen, daß seine Freiheit da untergehe, wo ganz Europa den Untergang schrecklich fühlen müßte. Fremde Fäuste können ihm nicht helfen, wenn die eigenen schlaff sind; aber die Entscheidung des Zeitalters ruht mehr auf dem Worte und der Meinung als auf dem Befehl und dem Schwerte.
Das Geheimnis der Schwäche Deutschlands hat Frankreich in seiner vollen Ausdehnung erkannt. Es wird immer wieder dahin zurückkommen und den günstigen Augenblick benutzen, auch wenn ihm jetzt nicht das Letzte gelänge.
O, wenn ihr in Deutschland nur wieder das Alte wollt; wenn ihr klein, politisch gerecht sein wollt und zittert zu machen, was die neue Zeit Neues will.
Sterben muß das Alte, auf daß das Neue werde. Unser Uebel war die unpolitische Gerechtigkeit unseres Volkes, welches das Veraltete selbst nicht aufzuräumen wagte. Weisere und Mächtigere mögen einrichten, was ich nicht weiß noch wissen darf. Das aber darf ich sagen, daß neue und festere Bande um das Deutsche Reich geknüpft werden müssen.
Deutsche, geliebte Brüder und Landsleute! Unser Zeitalter ist schwer, unser Unglück groß, unsre Schande, wie unverschuldet, doch brennend; aber für den, der nicht an sich verzweifelt, ist nichts verloren.
Haltet den Stolz, den ihr dem Unglück schuldig seid, sest im Herzen; schauet auf das eine, was fünftig werden soll, tapfer und unverrückt hin; vergesset nicht, was ihr eurem Namen, euren Zeitgenossen, euren Enkeln schuldig seid!
Klagt nicht um das Verlorene, seht nur auf das Künftige! Wenn Frankreich den Rhein und seine festen Stellungen besitzt, so ist das Niederland und die Schweiz und also auch der größte Teil von Oberitalien geradezu von ihm abhängig, so liegt ihm das übrige Deutschland bis an die Elbe und den Böhmerwald offen und es mag ungestraft hineinbrechen und streifen und ziehen, soweit es will; zu ihm aber darf ungestraft kein Heer nur bis an den Rhein, geschweige denn über den Rhein fommen.
Der Rhein ist ein uralter deutscher Strom, die Lande umher sind deutsch und waren deutsch und sind es noch in den letzten Jahrhunderten gewesen, und Europa ist nie unter Deutschlands Uebergewicht zermalmt worden.
Die französische Unruhe ist nie mit dem Eigenen zufrieden; die deutsche Gerechtigkeit bauet gern nur auf dem heimischen Boden.
Unglücklicher Deutscher, so unglücklich bist du, daß du ganz vergessen hast, wer du gewesen bist, und nun dein zerrissenes und dunkles Elend wohl gar als eine staatliche und glänzende Glückseligkeit preisest.
Diese zersplitterte Vielherrschaft, die uns den Stolz und die Gemeinschaft eines Volkes und einer Herrschaft nahm, hat uns eine so lächerliche Eitelkeit und knechtische Freundlichkeit und Gefügigkeit, kurz eine so wunderbare Aehnlichkeit mit allem und nichts gegeben, daß wir den fremden Völkern fast verächtlich erscheinen.
Euch steht es jetzt zu, dem Volke zu helfen, euch steht es zu, den Namen Deutscher zu einem großen Gefühl zu machen, ihm jeden Deutschen unverleglich zu machen.
Die Fettleibigkeit!
ihre Gefahren und Beseitigung. Ausführliche Druckschrift Nr. 2 kostenfrei. Dr. Hugo Caro G. m. b. H., Berlin W 30


