Einzelbild herunterladen

ordern samen

arr

hrung estand

wählt

weiten

en Be­

tnissen

Volks=

Kreise

idatur

arr!

nstadt,

Raab,

-; Dr. 3- Rot­

Giessener Zeitung

( neueste Nachrichten)

mit

( Giessener Cageblatt)

Amts- u. Vereinsnachrichten

Bezugspreis:

60 Goldpfennig monatlich frei Haus, bei obligatorisch. Bezug durch Vereine 30 Goldpf. Telephon Nr. 1362.

38. Jahrg.

Expedition: Südanlage 21.

Redaktion, Druck und Verlag:

Albin Klein in Gießen, Verlagsbruckerei, vorm. Keller, gegr. 1783.

Anzeigenpreise:

30 mm breite Petitzeile, Auswärts 30 Goldpfg

11

Lokal

11

" 1

90

" 1

Reklamezeile

Samstag, den 18. April 1925.

Landwirtschaftliche Umschau.

( Zusammenfassende Uebersicht über die Lage der deutschen Land­wirtschaft.)

Allgemeine Lage. Die Lage der deutschen Landwirtschaft hat sich seit unserem letzten Bericht nicht verändert. Kreditnot und Steuerdruck lasten nach wie vor auf ihr. Mit allgemeiner Spannung wird die Regierungsvorlage der Zollschutzgesetze er­wartet.

Arbeitskalender. Die Frühjahrsbestellung gestaltet sich in diesem Jahre ungleich günstiger als im Vorjahre, wo die Frost­periode sich bis in den April hinein erstreckte und infolge des langen und harten Winters sehr weite, mit Winterkorn bestellte Flächen ausgewintert waren. In manchen Gegenden sind die Zubauarbeitn bereits vollendet. Die gute Witterung hat sehr zur Beschleunigung beigetragen.

Stand der Fluren. Nach den Berichten ist der Stand der Saaten im allgemeinen ziemlich günstig. Als besonders aus­sichtsreich werden zum Teil frühzeitig bestellte Saaten angesehen, die sich mitunter durch üppiges Wachstum auszeichnen. Weniger günstig stehen spät bebaute Saatfelder und auch im tiefen Ge­lände liegende Aecker, die unter einem Uebermaß von Feuch­tigkeit zu leiden hatten. Schäden durch Auswinterung sind in­folge des milden Winters wenig zu beobachten. Der preußische Saatenstandbericht hebt hervor, daß der Stand so günstig sei, wie es seit vielen Jahren nicht der Fall gewesen sei. Eine wesent­liche Vorbedingung für eine gute Wintergetreideernte sei durch den jezigen Stand immerhin erfüllt. Die durch Mäuse- und Schneckenfraß verursachten Schäden sind zum Teil nicht uner­heblich. Teilweise muß hier sogar umgepflügt werden. Die Be­notung der Saaten anfangs April ergibt: Winterweizen 2,6, Winterspelz 2,7, Winterroggen 2,5 und Wintergerste 2,6. Auch die Weinberge kamen durchweg ohne Frostschäden durch den Win­ter. Das Holz ist im allgemeinen gesund und kräftig ausgereift, so daß sich die Reben meist sehr gut schneiden.

Ernteergebnisse. Ohne Berücksichtigung der russischen Ernte­ziffern ergibt sich für das Jahr 1924 ein Minderertrag an Brot­getreide von 13 Prozent und an Futtergetreide von 6 Prozent gegenüber 1923. Die Welternte betrug in Weizen 837,4 Mill. Dz., Roggen: 185,2, Gerste 229,7 und Hafer 525,7 Mill. Dz.

Produktenmarkt. Die auf amerikanischen und englischen Märkten eingetretene Erhöhung der Preise war auch auf den deutschen Märkten durch eine allgemeine Befestigung zu spüren. Am meisten wurde Roggen gestützt, der eine Preissteigerung von 8 M per Tonne erzielte, während Weizen um 4 M stieg. Sehr gering ist das Inlandsangebot an Brotgetreide. Das Mehl­geschäft ist sehr flau. Gerste ist ruhig, für Hafer zeigte sich eine vermehrte Exportnachfrage. Der Futtermittelmarkt ist flau, nur Roggenkleie ist stärker gefragt. Der Hopfenmarkt ist ohne Aenderung. Geringere und mittlere Sorten werden besser ge= fragt, da Prima- Qualitäten aufgekauft sind. Bei Sämereien

|

10 120

"!

"/

Nr. 46.

macht sich eine gewisse Zurüdhaltung bemerkbar, doch kann immerhin von einem normalen Absatz gesprochen werden. Am Saatkartoffelmarkt herrscht lebhafte Nachfrage.

-

Die inzwischen weiter in großer Anzahl abgehaltenen Weinversteigerungen brachten einen flotten Absatz und weisen in der Hauptsache be­friedigende Preise auf. Das Geschäft am Markt mit inländischen Tabaken war in der letzten Zeit etwas lebhafter. Besonders be­steht Nachfrage nach ganz hellen Tabaken, die aber kaum vor­handen sind.

Biehzucht. Die vorjährigen Futterernteverhältnisse und Er­trägnisse waren allgemein günstig. Das Vich konnte deshalb den Winter hindurch ausreichend gefüttert werden, so daß die Tiere ziemlich gut genährt aus der Winter- in die Sommer- und Grünfütterung hinüberkommen.

Viehmarkt. Der Geschäftsgang auf den Märkten blieb im allgemeinen sehr flau und ohne Aenderung mit Ausnahme eines Ansteigens der Preise für Kälber und Schweine.

Häutemarkt. Bei den letzten Häuteauktionen waren Steige rungen bis zu 5 Prozent bei Kalbfellen und Schaffellen zu be­obachten. Bei den Großviehhäuten blieben die Preise gegenüber den Märzerlösen etwas zurück. Die Kauflust ist sehr lebhaft.

Düngemittel- Markt. Die Nachfrage nach Kunstdünger ist sehr lebhaft. Sobald Geld- und Kreditmöglichkeiten für die Landwirtschaft geschaffen sind, wird mit noch größerer Nach­frage gerechnet werden können. Das Stickstoffsyndikat schreibt, daß die Nachfrage nach Stickstoffdünger entsprechend der vorge­schrittenen Jahreszeit sei. Erzeugung und Versand verliefen ohne Störung. Für April sind alle Stidstoffforten lieferbar mit Ausnahme von Kalkstickstoff, in welchem indes für Mai­lieferung noch Mengen verfügbar sind.

Verkehr. Der Abschluß verschiedener Handelsverträge und weitere Abkommen dieser Art werden dem deutschen Außenhandel eine gesicherte und breite Grundlage geben. Daneben dürfte die durchaus mögliche Steigerung der landwirtschaftlichen Pro­duktion eines der wichtigsten Mittel zur Herbeiführung eines Ausgleiches der Handelsbilanz sein. Hierzu aber ist die Hilfe des Staates für die deutsche Landwirtschaft vor allem notwendig.

Steuern. Von dem größten Teil der deutschen Landwirt­schaft ist die gegenwärtige Steuerlast nicht mehr zu tragen. Um den steuerlichen Verpflichtungen nachkommen zu können, müssen vielfach Eingriffe in die Substanz gemacht werden.

Forstwirtschaft. Infolge der günstigen Witterung schreiten die Kulturarbeiten sehr rasch vorwärts.

Arbeitsmarkt. Männliche Arbeitskräfte sind im allgemeinen genügend vorhanden, weibliche landwirtschaftliche Dienstboten sind weiterhin gesucht.

Ausstellungen und Messen. 18. bis 23. Juli D.L.G.- Aus­stellung in Stuttgart. 4. bis 12. Juli zweite landwirtschaftliche Messe in Köln. 25. September bis 4. Oktober bayerisches Zen­tral- Landwirtschaftsfest in München. 26. Juni bis 6. Juli die 1. pommerellische landwirtschaftliche Ausstellung in Graudenz. Verschiedenes. Das Reichsministerium für Ernährung und