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Ich halte augenblicklich jeden Kredit für verfehlt und geradezu für verhängnisvoll, der gegeben wird, um Pro­duktionsstätten, die sich über das richtige Maß hinaus er­weitert haben, oder die überhaupt in einer normalen Wirt­schaft keine Beschäftigung mehr finden können, aufrecht zu erhalten,"

und wenn er im gleichen Atemzuge weiter fortfährt:

Ich halte jeden Kredit für geradezu unsinnig, der ge­geben wird, um etwa irgendeinen Konzern davor zu bewah­ren, daß er auseinanderfällt,"

so steigert sich die Spannung des am Wirtschaftsleben Inter­essierten, denn es muß nur noch der Name Stinnes fallen, so sind alle Probleme klar umrissen, die die deutsche Wirtschaft heute in Atem halten. Und prompt fordert auch Georg Bern­hard:

,, Es wird sehr sorgfältig zu prüfen sein, ob der Kredit, der jetzt von der Seehandlung dem Stinneskonzern gegeben worden ist, wirklich volkswirtschaftlichen Zwecken dient..." Die Zeitschrift ,, Das Kapital", das Organ des allgemeinen Kreditschutzverbandes, Schweidnih, Postschließfach 26, der wir vorstehende Auszüge aus dem Vortrage Georg Bernhards ent­nehmen, kann nicht präziser den Beweis für die Notwendigkeit eines Kreditschutzverbandes und eines Organs, das über alle Fragen des Kredischutzes berichtet, erbringen, als daß es diesen überaus aktuellen Vortrag, dem sich in der nächsten Ausgabe ein ebenso spannender des Kammergerichtsrats Dr. Sonntag über ,, Kredit und Aufwertung" anschließen soll, vollständig zum Abdruck bringt und an Interessenten versendet. Wie eine Fan­fare wirken ja geradezu die Ausführungen Georg Bernhards am Schlusse seines Vortrages, die wir ihrer Wichtigkeit wegen ge­nannter Zeitschrift entnehmen und des ihnen sicheren allge= meinen Interesses wegen wörtlich wiedergeben:

.. wenn wir nun hören, daß wir in dieser Zeit im Reich, in den Ländern und Gemeinden rund 5 Milliarden Steuern aufbrachten und daß jetzt allein in Reich, Ländern und Gemeinden 12 Milliarden Steuern aufgebracht werden, wenn wir hören, daß unsere Staatsverwaltung heute das fache von dem kostet, was sie in Friedenszeiten gekostet hat, wenn wir außerdem hören, daß diese Steuern nicht bloß genommen werden, um einen Bedarf zu befriedigen, sondern daß im vorigen Jahre 2 Milliarden Goldmark Ueberschuß für den Staat aus den Taschen der Steuerzahler herausge= wirtschaftet worden sind, so ist das natürlich ein ungeheurer Unfug, und zwar spreche ich jetzt gar nicht von der Steuer­last, nicht davon, ob der Einzelne die Steuern zahlen kann, sondern mich interessiert, daß einer Wirtschaft, die über Ka­pitalmangel flagt, der Geld für Kreditzwecke gar nicht zur Verfügung gestellt werden kann, deren Werken soziale Un­terstützungen gegeben werden müssen unter Hinweis auf die angebliche Härte der Entente, daß einer solchen Wirtschaft ein Ueberschuß an Steuern, d. h. mehr, als man gebraucht hat, abgepreßt worden ist. Das ist ungeheuerlich, das ist nur bei einem Volke wie dem deutschen überhaupt denkbar. Das ist überhaupt nur möglich, wenn ein Reichstag da ist, der seine Pflicht vollkommen vergißt, und der nichts tut, als ganz bestimmte Spezialinteressen wahrzunehmen, der aber gar nicht daran denkt, was in der Gesamtheit des deutschen Volkes vor sich geht und der anscheinend von den Zusammen­hängen der deutschen Volkswirtschaft gar keine Ahnung hat." Das ist nicht nur eine Fanfare. Das ist geradezu eine Anklage seitens eines Mannes, der als Mitglied des Reichswirtschafts­rats die Forderung aufstellen kann, gehört zu werden. Ausführ­lich informieren sich unsere Leser über erwähnten Vortrag aus der Zeitschrift ,, Das Kapital", Schweidnitz, Postschließfach 26.

Die Bankbeamten

beim hessischen Staatspräsidenten.

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Eine Abordnung des Deutschen Bankbeamten- Vereins, ge­führt von dem Gauvorsteher Deder Frankfurt a. M., und be= stehend aus Vertretern der hessischen Bankbeamten wurde am 11. Juli von dem hessischen Staatspräsidenten empfangen. Die

Abordnung unterrichtete den Staatspräsidenten über die soziale und wirtschaftliche Lage der hessischen Bankbeamten. Insonder­heit wurde das unsoziale Verhalten der Bankleitungen beim Ab­bau, die Kündigung Verheirateter, langjähriger Beamten, die die Nichtgewährung von Abgangsentschädigungen und die viel­fach jetzt wieder eingerissenen Mißstände in der Arbeitszeit ge­schildert. Die Abordnung betonte, daß von einer Notlage der Banken umsoweniger die Rede sein könnte, als in vielen Bank­betrieben auch heute noch kostspielige Anschaffungen erfolgen und bis jetzt ein Abbau von Direktoren trotz des bis zu 80 Prozent verminderten Beamtenstandes nur ganz vereinzeilt vorgenom­men sei. Auch das kommende Aufwertungsgesetz würde den Banken fast keinerlei Belastung auferlegen. Von der Abordnung wurde auch auf die Einführung einer übergroßen Anzahl von Maschinen in den Bankbetrieben hingewiesen, wodurch Millio­nen in das Ausland geflossen seien, da diese Maschinen sämtlich ausländischen Ursprungs wären. Der Staatspräsident nahm mit großem Interesse von den Ausführungen der Bankbeamten­Vertreter Kenntnis und sagte weitestgehende. Unterstützung der vorgetragenen Wünsche und Anregungen zu.

Hat eine Zwangsinnung die Möglichkeit, den Bezug einer Fachzeitschrift durch die Innungsmitglieder mit bindender Wirkung vorzuschreiben?

Diese interessante Frage ist schon häufig erörtert worden, auch verschiedene Aufsichtsbehörden haben sich in Entschei­dungen schon wiederholt damit befaßt. Eine gesetzliche Rege= lung wurde angestrebt in dem vom Reichsverband des deut­schen Handwerks aufgestellten Entwurf eines Berufsgesezes für das Handwerk. In einer jüngst ergangenen Entscheidung hat das Bayerische Staatsministerium für Handel, Industrie und Gewerbe grundsäglich anerkannt, daß die Zwangsinnung ver

Jedem das Seine!

Dieser schöner Grundsatz kann mitunter am grossen Familientisch nicht gut durchgeführt werden. Es ist daher sehr angenehm, wenn die Hausfrau von vornherein richtig einteilen kann. Mit

Obst- Törtchen

nach folgend. Oetker- Rezept können Sie dies leicht erreichen:

100 g Butter

100 g Zucker

500 g Mehl

2 Eier

Zutaten:

1 Tas e Milch

1 Päckchen Dr. Oetker's Backpulver ,, Backin"

Saft u. Schale einer Zitrone

Wie billig sich die Törtchen stellen, kann jede Haus­frau selbst sehr leicht berechnen.

Zubereitung; Die Butter rührt man zur Sahne, fügt Zucker, Eigelb das abgetriebene und den Saft einer Zitrone, zu­letzt das mit dem Backin gemischte und gesiebte Mehl u. die Milch hinzu. Man verarbeitet alles zu einem festen Teig, rollt denselben dünn aus, sticht mit einem Weinglase dün­ne Scheiben aus, formt aus dem Rest des Teiges dünne Teigröllchen und legt diese als Rand auf die kleinen Tor­tenböden Die Törtchen werden auf ein gefettetes Blech ge­setzt und hellgelb gebacken. Die fertigen Törtchen belegt man mit gekochtem Obst, wie Stachelbeeren, Erdbeeren, Kirschen. Zwetschen u. s. w. Den Obstsaft verdickt man mit Dr. Ontker's Gustin und gibt ihn noch warm über die Früchte. Die Obst- Törtchen halten sich in einer Blechdose aufbewahrt, längere Zeit frisch, man belegt sie jedoch erst am Tage des Gebrauchs mit Obst.

Verlangen Sie vollständige Rezeptbücher kostenlos in den Geschäften, oder, wenn vergriffen, umsonst und portofrei von

Dr. A. Oetker, Bielefeld.

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