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Höllental im Schwarzwald fragte ich eine Schar, die gerade aus der Schule kam, ob sie schon einmal dem gewaltigen Feldberg da oben auf sein Haupt gestiegen wären. Ich fragte an der Bergstraße, wo der Weg hinaufginge auf den prächtigen Melibo­kus, der mit seinem grauen Turm über dem waldgrünen Mantel einen so herrlichen Blick gewährt über weites gesegnetes Land. So fragte ich in Oberbayern nach der Breitachklamm, in der Heide nach den Hünengräbern, in Berlin nach einem Denkmal, vor dem wir standen, in Schwaben nach den Bergen und Burgen der Umgebung. Da kam mir manchmal der Gedanke, wenn doch unsere hohen Schulräte einmal auch durch solche Umfragen sich über den Stand des deutschen Bildungswesens unterrichten wollten, sie würden wahrlich interessantere Dinge erleben als auf sämt lichen Visitationsreisen durch all unsere oft so pomphaften Schulgebäude. Es ist das alles so ganz und gar nicht ver­wunderlich, sondern durchaus selbstverständlich und tief im Wesen unseres Bildungswesens begründet, daß unsere Kinder und unsere Erwachsenen sich nicht auskennen in ihrer Heimat. Wir pflegten bisher eine Bildung, wie sie im Buche steht, die aber ganz und gar nicht mit dem Leben verwurzelt ist. Der Abiturient irgend einer Schule unterscheidet nicht das Lied des Vogels in Busch und Hecke, kennt nicht das Flugbild der Segler der Lüfte hoch im Himmelsblau, vernimmt nicht das Lied, das die alte Eiche rauscht aus den Tagen unserer Väter, hört nicht das Raunen um die moosigen Steine der alten Burgruine auf der Bergeshöhe, weiß nichts von den Geschichten, den wundervollen, die die verschiedenfarbigen Steine am Wegesrand und im Stein­bruch erzählen aus den Jugendtagen unserer steinalten Mutter Erde. Und wer ist eigentlich Schuld daran? Die Schule! Na­türlich die Schule, immer und immer die Schule! Ja, und die Eltern? Sind die überhaupt auch vorhanden? Das hatte man bisher wirklich gänzlich vergessen, daß doch auch die Eltern ein Klein wenig Interesse haben müßten an dem Wachsen und Ler­nen ihrer Kinder. Die Schule beginnt heute sehr stark ihre alten Fehler einzusehen. Wir haben den monatlichen Schul­wandertag in vielen deutschen Bundesstaaten, Ferienwande­rungen sind fast überall zur Selbstverständlichkeit geworden. Auch in den meisten Vereinen regt sich ein früher nie gekannter Wandertrieb. Da müssen sich auch die Eltern bewußt werden, welch großen Einfluß sie durch gelegentliche Wanderungen und auch Spaziergänge auf die geistige Entwicklung ihrer Kinder ausüben können. Ein Familienspaziergang mit freudig ge= übtem Fragerecht der Kinder ist für ihr geistiges Wachstum sicher ebenso wichtig, wie ein paar Naturgeschichtsstunden in der Schule. Der Vater, der gelegentlich an Sonntagen mit seinen Söhnen eine Wanderfahrt macht, der tut viel mehr, als wenn er den Jungen kostbare Bücher schenkt. Die Eltern, die mit ihren Kindern noch staunen und sich wundern können über das tausend= fältige Leben eines Ameisenhaufens, die mit ihnen in Ehrfurcht stehen vor dem Wunder des Vogelnestes, in dem junges Leben warm und weich von Mutterliebe behütet wachsen und werden will, die mit ihren Kindern lauschen, wie der Herr Fink seinem Sohne dort oben im Baum Gesangunterricht gibt, die tun nicht hundert sondern tausendmal mehr, als wenn sie, wie manche tun, den Kindern ein großartiges Geschenk machen ,, für die gute Zensur". Habt ihr einmal in warmer Sonne gelegen und ge= lauscht, wie die dicken Hummeln so wohlig- zufrieden brummend von einer Blüte zur anderen fliegen? Habt ihr einmal mit euren Kindern diese ganze Märchenwelt erlebt? So kann das ja gar keine Schule, kein Verein empfinden lassen. Wie die Kinder da mit offenen Augen und offenem Munde beobachten, sich wundern und staunen können! Wie sie denken und mit nimmermüdem Munde fragen! Wie sie aber auch lauschen und ehrführtig schweigen können! Es ist, als spürte man das Wachsen des Geistes, als hörte man das Atmen der Seele. Wunder überall! Geheimnis in uns und um uns. Der Wun­der allergrößtes aber in dieser ganzen Wunderwelt, das sind- unsere Kinder.

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Drucksachen alle at Albin Klein.

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Literarisches.

Die Höhenwege des Schwarzwaldes.

Eines der reizvollsten deutschen Wandergebiete bildet der Schwarzwald mit seinem ausgedehnten Netz von gut gepflegten Touristenwegen. Die Höhenwege führen in einer durchschnitt­lichen Höhe von 1000 Meter und einer Länge von je etwa 300 Kilometer über den Kamm des Schwarzwaldmassivs bis an den Oberrhein, in zahlreichen Zugangswegen eine Ergänzung fin­dend. Im Norden bei Karlsruhe und Pforzheim beginnend, er­schließen sich dem Wanderer aussichtsreiche Höhen, die im Feld­berg bis zu 1500 Meter ansteigen, mit unvergleichlichen Fern­sichten auf bewaldete Bergkuppen, reichgegliederte Täler, sowie auf Rheintal, Vogesen und die schneebedeckten Alpen. Pracht­volle Tannenwaldungen wechseln mit einsamen Hochtälern, ro­mantischen Schluchten und wildschäumende Wasserfälle mit flaren Gebirgsseen. Interessante Gebirgsbahnen und zahlreiche Kraftwagenlinien bieten auch dem Nichtwanderer die Möglich­feit, sich an der herrlichen Bergwelt des Schwarzwaldes mühe­los zu erfreuen. Eine große Zahl von Gaststätten, sowohl in den vielbesuchten heilkräftigen Bade- und Kurorten als aus luf­tiger Bergeshöhe laden zur Unterkunft ein, alle Bedürfnisse und Ansprüche befriedigend. Ein kleiner praktischer Führer, be= titelt Die Höhenwege des Schwarzwaldes", der neben sach­kundigen Beschreibungen Wandervorschläge mit Einteilung in Tagesstrecken enthält, ist nebst einer mehrfarbigen Touristen­tarte gegen Einsendung von 50 Pfg. franko durch den Badischen Verkehrsverband, Karlsruhe, Kaiserstraße 145, erhältlich. Von gleicher Stelle ist auch der in diesen Tagen neu heraus­gekommene ,, Wegweiser und Hotelführer für Baden 1925" mit den neuesten Hotelpreisen kostenlos erhältlich.

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Die Sommerausgabe von Quentin- Mahlau's grauem Taschenfahrplan ist erschienen und bringt wieder die Zusammen­stellung der Bahnverbindungen von Hessen, Hessen- Nassau, Pfalz, Teile von Baden und Bayern, eine Aufstellung der Kraftposten, die Rheindampfschiffahrt und die Flugverbindungen. Neu ent= halten sind die D.- Zugtabellen, eine besonders übersichtliche Zu­sammenstellung der direkten Bahnverbindungen( D.- und Eil­züge) mit Einschluß der internationalen Strecken.

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Nach Mitteilung vom hess. Kreisamt Gießen soll bei den in den letzten Jahren stattgefundenen Wahlen außerordentlich viel Freibier" gespendet worden sein. Sollte sich diese Un­sitte auch bei den bevorstehenden Wahlen bemerkbar machen, dann wird das Kreisamt die Feierabendstunde entsprechend zurücksetzen. Im Wiederholungsfall wird das Kreisamt mit noch schärferen Maßnahmen vorgehen. Auch muß das Kreis­amt prüfen, ob die Wahlen in solchen Gemeinden, in denen Mißstände der genannten Art bekannt werden, nicht von amts­wegen deshalb zu beanstanden sind.

Besucht die Deutsche Verkehrs- flusstellung

München 1925

Juni Oktober