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an Erkrankungen durch die Volksseuchen z. B. Tuberkulose, be­fanntgegeben werden können. Die Schulen aller Art befassen sich heute mit Unterricht und Aufklärung in hygienischen Fragen. Durch Propaganda- Vorträge usw. geschieht schon viel, soweit es eben die Geldmittel zulassen. Außer den Bestrebungen, durch Schaffung von geeigneten Plätzen und Sportanlagen, die Lei­besübungen aller Art zu fördern, schenkt man in letzter Zeit der ,, Menschenwirtschaft", einem in der Nachkriegszeit leider start vernachlässigten Gebiet, wieder mehr Beachtung. Zum Wohle un­seres ganzen Volkes ringt sich immer mehr die Erkenntnis durch, den Arbeiter durch eine vernünftige Gesundheitspflege und Auf­flärung, mit anderen Worten eine sachgemäße Arbeitshygiene und Arbeiterschutz, vor den ihn in der modernen Industrie und Wirtschaft besonders bedrohenden Gefahren zu bewahren. Um über das umfangreiche Gebiet der Gesundheitspflege das not­wendige Anschauungsmaterial in Gestalt von Bildtafeln, Licht­bildern, Modellen, Wachsnachbildungen, Büchern usw. in mustergültiger. Weise zu schaffen, hat sich das Deutsche Hygiene­Museum durch seine Lehrmittel- Werkstätten mit allen Kräften in den Dienst der Sache gestellt und bereits umfangreiches Ma­terial über Anatomie und Biologie, Geschlechtskrankheiten, Säuglingspflege, Arbeitshygiene- Arbeiterschutz, die Alkoholfrage, über ansteckende Kinderkrankheiten, Sporthygiene usw. folgt in diesen Wochen, somit die Zusammenstellung weiterer Samm= lungen nicht beendet ist. Durch dieses Anschauungsmaterial, welches, dem Zweck entsprechend, sehr billig abgegeben wird, haben Städte und Gemeinden, aber auch Bildungs- und Wohl­fahrtsvereinigungen der Industrie, die Möglichkeit sich dieses wichtige Material zu verschaffen, mit dessen Silfe es möglich ist, weiteste Volkskreise für selbständiges hygienisches Denken zu gewinnen. Beim Vertrauensmann des Deutschen Hygiene- Mu­seums in Köln, Nußbeumerstr. 3 befindet sich eine Auskunft­stelle.

Verschiedenes.

Am 16. Juni ds. Js. findet seit langer Zeit zum ersten Mal wieder eine umfangreiches Volfs-, Berufs- und Betriebszählung statt. Die letzte war im Jahre 1907. Nach den großen Umwäl zungen der Kriegs- und Nachkriegsjahre sind überall die Maß­stäbe zur Beurteilung unserer wirtschaftlichen Verhältnisse ver­loren gegangen, und es besteht deshalb ein dringendes Bedürf= nis nach einer gründlichen Inventur. Die Umstellung der Kriegs- auf Friedenswirtschaft ist nun soweit fortgeschritten, daß man eine Bestandsaufnahme wagen kann. Sie wird als Grenzscheide zwischen dem alten und neuen Deutschland von allergrößtem volkswirtschaftlichen und wissentschaftlichen In­teresse sein. Aus diesem Grunde ist sie auch umfassender als alle bisherigen derartigen Aufnamen und stellt an die Bevölkerung sowohl wie an die Zähler und Bearbeiter der Zählung große Anforderungen. Gezählt wird:

1. die Bevölkerung, und zwar jede einzelne Person,

2. die Betriebe, landwirtschaftliche sowohl wie gewerbliche, auch solche von kleinstem Umfang.

Die Bevölkerung wird mittels einer Haushaltungsliste er­faßt, die Betriebe mittels Landwirtschafts- und Gewerbebogen. Hier sei zunächst einmal nur von der Haushaltungsliste die Rede. Wie bei allen Volkszählungen sind darin Angaben für Schöne volle Körperform. durch

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jede zu der erfaßten Haushaltung gehörigen Person zu machen. heren Zählungen. Sie erstreckt sich auf 1. Vor- und Zuname, Die Art der Erfragung ist aber eingehender als bei den frü 2. Stellung im Haushalt( ob Vorstand, Ehefrau, Kind, Dienst­mädchen usw.), 3. Geschlecht, 4. Geburtstag und Jahr, 5. Staats­angehörigkeit, 6. Muttersprache( außerdem bei fremder Mutter­sprache, ob Deutsch verstanden wird), 7. letter Wohnsitz vor dem Kriege( Gemeinde und Landesteil), 8. Religion, 9. Beruf( mög­licht genau; also z. B. nicht Kaufmann, sondern Lederhändler und Stellung im Beruf, ob selbständig, Angestellter, Arbeiter oder Geselle, 10. Ort und Name der Firma und des Betriebes, in dem der Betreffende seinen Beruf ausübt( ob Bauerngut, Farbenfabrik usw.), 11. ob arbeitslos, bezw. arbeitslos wegen Krankheit, 12. Nebenberufe und Stellung im Nebenberuf.

Bei der hohen Bildungsstufe unserer Bevölkerung steht zu erwarten, daß auch diese Zählung trotz ihrer großen Anforde­rungen gelingen wird. Immerhin darf noch einmal die Bitte ausgesprochen werden, nicht durch Gleichgültigkeit oder eine falsche Furcht das Zählgeschäft zu erschweren.

Die Tätigkeit des Zählers erfolgt ehrenamtlich. Jeder ein­zelne von uns ist diesen wackeren Männern und Frauen, die sich in den Dienst eines solchen Kulturwerks stellen, zu größtem Dank verpflichtet, der sich am besten äußert, wenn wir durch ge­wissenhafte und sorgfältige Ausfüllung der Zählpapiere die schwere Arbeit des Zählers nach Kräften erleichtern. Es wird immer wieder betont, daß alle Angaben nur zu rein statistischen Zwecken, also vor allem nicht zu steuerlichen Zwecken verwendet werden. Darauf möchten wir auch hier nochmals mit allem Nachdruck hinweisen. In Hessen gehen die ausgefüllten Zähl­papiere alsbald über die Kreisämter dem statistischen Landes­amt( Zentralstelle für die Landesstatistik) in Darmstadt zu, wo sie für das ganze Land bearbeitet werden. Die Zentralstelle hat nun immer ihre Ehre darein gesetzt, über die ihr zugehenden persönlichen Angaben aufs strengste das Amtsgeheimnis zu wah­

ren.

Sie hat bisher, um der Statistik ihren Kredit im Lande zu erhalten, jeder Behörde und jeder Privatperson Auskünfte über persönliche Verhältnisse rundweg verweigert. Sobald die Zählung verarbeitet ist, werden sämtliche Papiere vernichtet. Es besteht also kein Grund, mit den geforderten Angaben zu­rückzuhalten. Je bereitwilliger sich die gesamte Bevölkerung in den Dienst der Zählung stellt, desto mehr steht zu hoffen, daß die aufgewendete Mühe nicht umsonst war, und daß sich aus der Fülle der Zahlen ein klare Bild von der gegenwärtigen Struktur unserer Bevölkerueng und Wirtschaft gewinnen läßt.

Literarisches.

Der Alpenfreund", 6. Jahrgang 1925. Alpenfreund- Verlag A.-G. München, Amalienstraße 9. Preis vierteljährlich 3,-M, Einzelheft 60 Pfg. Das 8. Heft dieses Jahrganges der illu­strierten Halbmonatsschrift ,, Der Alpenfreund" zeichnet sich durch besondere Reichhaltigkeit aus. Die Kunstbeilage Der Wagen­stein im Nebel" fesselt das Auge durch die außerordentlich ge= lungene Aufnahme und die eigenartige Plastik. Jeder Freund der Berge und der Natur wird in diesem Hefte reiche Freude und Anregung finden.( Probehefte der empfehlenswerten Halb­monatsschrift sind durch alle Buchhandlungen oder durch den Verlag selbst zu beziehen.)

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