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Man soll indessen den Bogen nicht überspannen. Wir sind leider ein verarmtes Land, das mit unbegrenzten Schulden belastet ist. Wir können nur wieder auf die Beine kommen, wenn wir geordnete Staatsfinanzen haben. Das zwingt uns in Beanspruchung der Beihilfe von Staat und Gemeinden für die Wohnungsfürsorge der Bevölkerung zu außerordentlicher Bescheidenheit. Wir werden, ob wir wollen oder nicht, wieder zu den Verhältnissen zurückkehren müssen, die wir vor dem Kriege gehabt haben, nämlich zu einer Wohnungsversorgung, die ohne Inanspruchnahme öffentlicher Mittel, der Privatinitiative aller Kreise den breitesten Raum läßt. Alles was wir jetzt tun, kann nur eine Uebergangswirtschaft darstellen. Je früher wir zum Normalstand zurückkehren, desto besser dienen wir dem Ganzen. Bedürfen wir aber der Mitwirkung des Privattapitals oder sogar seiner ausschließlichen Betätigung, so müssen wir für diese Betätigung einen Anreiz schaffen und vor allem uns hüten, diejenigen Kreise, die vor dem Kriege in dem Dienst der Wohnungsversorgung standen, durch irgendwelche Maßnahmen abzuschrecken. Wer waren diese Kreise?
Vier Gruppen des Privatkapitals haben die Wohnungsversorgung bewirkt:
1. die gewerbliche Erschließungstätigkeit,
2. das Bauunternehmertum und die Baugewerbetreibenden, 3. der Hausbesitz,
4. der Realkredit.
Die Aufgabe der gewerblichen Erschließungstätigkeit war es, die im Besitz von Ackerbürgern und Gärtnern befindlichen meist nicht selbständig verwertbaren rohen Ländereien durch Ankauf zu einem Ganzen zu vereinigen, die Aufstellung der Be= bauungspläne herbeizuführen, die Anlage von Straßen und Plägen zu bewirken, kurz Bauplätze zu schaffen, welche für das Wohnungsbedürfnis früher oder später notwendig waren. Viel
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fach haben solche Gesellschaften auch, da sie ein dringendes Interesse an der Entwicklung des von ihnen zu erschließenden Gebiets hatten, selbst die notwendigen Verkehrsverbindungen geschaffen bezw. sich an der Schaffung dieser Verkehrsverbin= dungen in erheblichem Umfange finanziell beteiligt. ( Schluß folgt.)
Literarisches.
Das Frankfurter Messeplakat.
In Ernst Hasse's 1885 erschienenen preisgekrönten Abhandlung über die„ Geschichte der Leipziger Messen"( in den Schriften der Fürstlich Jablonowski'schen Gesellschaft) ist einleitend auf die Tatsache hingewiesen, daß die Frankfurter Messen älter als die der Pleißestadt sind. Auch sonst fehlt es nicht an Belegen aus der historischen Handelsliteratur, die auf Grund gewissenhafter Studien das Faktum erhärten, daß Frankfurt a. M. nicht nur die„ Mutter aller Kaufmannsgewerbe" ist, wie Hans Sachs die Mainmetropole nannte, sondern auch die Mutter des deutschen Messewesens. In die reichbewegte Vergangenheit der Frankfurter Reichsmessen führt das Plakat für die diesjährige Frankfurter Frühjahrsmesse vom 19. bis 22. April 1925( Technische Messe vom 17. bis 22. April), das an die Erwähnung der Frankfurter Großmärkte in der berühmten Stadtanerkennungsurkunde vom 15. August 1219 anknüpt und gleichzeitig an die Privilegierung der„ Reichsmessen" durch das kaiserliche Reichs= oberhaupt erinnert. Der zugkräftige Entwurf des farbig, sehr delikaten Blattes stammt von Albert Fuß und wird gewiß allgemeine Beachtung finden. Es steht ihm gut an, daß das Plakat die Aufmerksamtkeit auf die gleich unterhaltsame wie sachlich wichtige Geschichte des deutschen Messewesens lenkt.
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