grenzt. Die Preise haben wieder leicht nachgegeben. Am Hopfenmarkt war die Tendenz unverändert ruhig. Die Weinversteigerungen nehmen im allgemeinen einen günstigen Verlauf. Sowohl an der Nahe als auch in Rheinhessen wurden bei schlankem Absatz im allgemeinen zufriedenstellende Erlöse erzielt.
Viehmarkt. Der Verkehr auf den deutschen Märkten blieb im allgemeinen ruhig. Die Preise erfuhren feine wesentliche Aenderung.
Lebenshaltung. Die Teuerung zieht wieder langsam und stetig an. Seit 1. Januar sind fast alle Preise um 6 bis 10 Prozent nach oben gegangen. Seit dem 1. Februar beträgt die Steigerung etwa 4 Prozent.
Verkehr. Die Reichsbahngesellschaft will in nicht zu ferner Zeit in ihrem Betrieb die durchgehende 24- Stundenrechnung einführen.
ten angesehen werden. Jm allgemeinen betrachtet ist der Arbeitsmarkt immer noch recht unruhig. Den Entlassungen in manchen Bezirken und Industrien stehen Einstellungen an anderen Stellen gegenüber.
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Ausland. Die Zahl der Erwerbslosen in Desterreich beträgt gegenwärtig 210 000, darunter etwa 100 000 in Wien. Die Lage der Industrie hat sich weiter langsam gebessert. Die Zuckerrübenernte in Desterreich ist sehr zufriedenstellend ausgefallen. Die Schweiz befindet sich ohne Zweifel in einem Stadium wirtschaftlicher Erholung. Jtalien hat unerwartet die Ausfuhr von bearbeiteten Häuten eingeschränkt, was die deutsche Lederindustrie ganz empfindlich drückt. In der englischen Textilindustrie sollen infolge Absatzschwierigkeiten nur noch 8 Prozent der Spulen in Betrieb bleiben. Die Zahl der Arbeitslosen in England beträgt gegenwärtig 1 237 900. Polen erhält aus Amerika eine Anleihe von 35 Mill. Mark. Wenn Rußland feine internationale Anleihe erhält, steht dort eine ungeheure Wirtschaftskatastrophe und ein Zusammenbruch der Währung bevor. Die Krisis am Getreidemarkt wird mit jeder
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Arbeitsmarkt. In den einzelnen Industriezweigen macht sich eine leichte Vermehrung der Arbeitsgelegenheit bemerkbar. Da im Februar der Personalbedarf der Landwirtschaft wirksam wird, so darf der Tiefpunkt des Arbeitsmarktes als überschrit-| Woche akuter. Die Preise steigen von Tag zu Tag.
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Grundlegende Fragen der Wohnungswirtschaft. midg
Von G. Ziegler Darmstadt.
Wohl keines unserer innerdeutschen Probleme beschäftigt mehr die Gemüter als das Wohnungsproblem. Nicht nur die Fachpresse wirtschaftlicher und politischer Verbände, sondern auch die Tagespresse aller Schattierungen befaßt sich mit dem Sor= genkind der deutschen Wirtschaft, dem Wohnungsproblem. Auch der deutsche Reichstag, der sich seither auf dem Gebiet des Wohnungswesens nur in negativem Sinne sich betätigt hat, wird sich in nächster Zeit mit demselben Thema befassen müssen, nachdem der verflossene Reichstag 2 Tage vor der Beratung der bereits gestellten Anträge ausgelöst wurde. Jm Interesse unseres gesamten Wirtschaftslebens wäre es erwünscht, wenn das demnächst zusammentretende Parlament aus den Sünden seiner Vorgänger die rechte Lehre ziehen und die Frage der wirksamen Bekämpfung der bestehenden Wohnungsnot nach rein sachlichen Gesichtspunkten unter Ausschaltung aller politischen Momente be= handeln würde Es wird heute offen zugegeben, daß die Zwangswirtschaft im Wohnungswesen mit allen ihren für den Hausbesitz unerfreulichen Begleiterscheinungen das Zuckerbrot für die große Masse gewesen ist. Mit dem Anschwellen der Wohnungslosen= ziffern und sonstigen mit den heutigen Verhältnissen auf dem Wohnungsmarkt Unzufriedener tritt dies mit einer niedrigen Miete gesättigte Masse mehr und mehr in den Hintergrund und Anklagen werden erhoben gegen Regierung und- Mieterschaft, daß sie mit der Wohnungszwangswirtschaft nur ihre eigenen Geschäfte besorgt und die andere Kategorie der Wohnungslosen ihrem Schicksal überlassen haben. Erbitternd wirkt noch der Umstand, daß diese Wohnungslosen bei den glücklichen Besitzern einer Mietwohnung unterfriegen müssen, denen sie für das fleinste Zimmer mehr wie die ganze Wohnungsmiete bezahlen müssen, ohne sich eines derartig wirksamen Schutzes erfreuen zu können, wie der beneidenswerte Hauptmieter. Daß diese von der Mieterschaft als Ausbeutungsobjekte behandelten wehrlosen Opfer der staatlichen Wohnungspolitik von der Fortsetzung der nunmehr über 6 Jahre währenden Wohnungszwangswirtschaft feine Besserung ihrer Lage erwarten, ist ein Zeichen, daß diese Kreise, genau wie wir die Zusammenhänge erkannt haben, daß die Zwangswirtschaft nur denen Nutzen bringt, die bei Been= digung des Krieges im glüdlichen Besitz einer Mietwohnung waren und daß die anderen, ob Hansbesitzer oder nicht, ihrem Schicksal überlassen bleiben. Ein großer Teil der zu Verbänden zusammengeschlossenen Wohnungssuchenden bekämpft deshalb, wie wir, die Giftpflanze in unserem Wirtschafsleben, die Wohnungszwangswirtschaft. Es mag noch so viel geschrieben werden, die Tatsache ist nicht wegzuleugnen: die Wohnungsnot und das Wohnungselend in dem derzeitigen Umfange sind die unmittelbaren Folgen der Zwangswirtschaft. Und wer das Uebel be= seitigen und den Heilungsprozeß fördern will, muß zunächst die Ursache beseitigen. Nur dadurch kann nicht von heute auf
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morgen, sondern nach und nach unsere Wohnwirtschaft wieder in gesunde Bahnen gelenkt werden. Dieser wirtschaftliche Erfahrungssatz wird von keinem wirtschaftlich Denkenden bestritten werden und erfreulicherweise bricht sich diese Ueberzeugung immer mehr Bahn, nicht allein in Auslassungen von Wirtschaftsund Fachorganisationen, sondern auch durch wertvolle Urteile hervorragender Sachverständiger.
Daß bei dieser Sachlage auch die Nutznießer der staatlichen Wohnungszwangswirtschaft, die Mieter und die in der Wohnungszwangswirtschaft tätigen Beamten, die einen wegen der billigen Miete, die anderen wegen ihrer bedrohten Existenz, nicht untätig bleiben, kann, in Anbetracht dessen, was für beide auf dem Spiele steht, nicht wunder nehmen. Wer, wie Schreiber dieses, die einschlägigen Artikel in der Tages- und Fachpresse verfolgt, kann die überraschende Tatsache feststellen, daß fast aus: nahmslos die Verfechter der Wohnungszwangswirtschaft Beamte sind, deren Stellung in irgend einem Zusammenhang mit der Zwangsbewirtschaftung steht und die ihre meist am grünen Tisch oder als Mieter erworbenen Sachkenntnisse der staunenden Mitwelt zum Besten geben, während fast ausnahmslos die Männer der Praxis den gegenteiligen Standpunkt vertreten.
Eine an sich recht wertvolle und anerkennenswerte Arbeit auf dem strittigen Gebiet hat Oberregierungsrat Hoppe, Wohnungsceferent im Sächsischen Ministerium geliefert, die in Nr. 7 der Rauwirtschaftlichen Nachrichten für Hessen, Hessen- Nassau und Baden" veröffentlicht ist. Die zusammengetragenen Zahlen bilden eine wertvolle Unterlage für jeden, der sich ernstlich mit dem Wohnungsproblem beschäftigt.
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Die umfangreiche Arbeit leidet indes an dem einen Mangel, daß der Verfasser mit gebundener Marschroute an seine Arbeit herangegangen ist. Er hat, wie der größte Teil der Theoretiker, sein Zahlenmaterial lediglich dazu verwandt, um sein vorgefaßtes Urteil zu stützen, statt wie der Praktiker das zu behandelnde Thema nach allen Seiten zu beleuchten und erst dann sein Urteil zu bilden. Die Möglichkeit einer anderen Lösung der Wohnungsfrage als durch staatlichen Wohnungsbau unter Beibehaltung der Zwangswirtschaft für die alten Häuser ist anscheinend für den Verfasser gar nicht in den Bereich seiner Betrachtungen gezogen worden, was seine Arbeit letzten Endes auf das Niveau einer reinen Tendenzvorschrift herabdrückt.
Schon eingangs seiner Arbeit bekennt der Verfasser seinen Standpunkt in folgendem Satz: Freie Wirtschaft vor Behebung der Wohnungsnot oder als Mittel zur Behebung der Wohnungsnot muß abgelehnt werden." An Hand von Zahlen sucht der Verfasser darzutun, daß„ keine Neubautätigkeit durch die freie Wirtschaft" entfacht werden könne. Die Beweise, die der Verfasser zur Glaubhaftmachung seiner These antritt, stehen, wie wir später sehen werden, auf sehr schwachen Füßen.
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